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Full text of "Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit"

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Till- J. PAUI. GK'nV ML'SEL'M I.IHRARV 



ANZEIGER 



FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 



Neue Folge. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 




Sechster Band. 

Jaliigaiig 1859. 



Ntlrnlierg, im Verlag der litcrnrisch-nrtislisclicn Anstnll des );i'riiiiiiiiM'lirn Musculi 



THE J »AUL lifcTTY CENTtR 



Redaction des Anzeigers: 



Freilicrr II v u. zu Aulsefs, Dr. jiir cl (iliilos , ersliT VorsLuid des germanischen Museums. 
Au^. V Kyc, l)r plillos . Vorstanii dfr Kunst- und AllcrtliumssaminluriLM-n 
Kiirl FroiuinauM, Ur. pliilos., Vcirstand der Bibliolliek. 



Beiträge 



zu vorliegendem Bande Laben aelieferl : 



Achenbnch, J., Dr., Gerichlsasscssor, in Siegen. 

Andresen, Andr., Dr., Conservator am german. .Museum. 

Rarack, Karl Aug., Dr., Sekretär und I. Conservator bei der Bi- 
bliothek des germanischen .Museums. 

Bartsch, Karl, Dr., Professor an der Universität zu Koslock. 

Bell, William, in London. 

Buhe, Adolf, b. Arcbivrath, in Gotha. 

Costa, £. II., Dr., in Laibach 

Eye, Aug. v., Dr., Vorstand der Kunst- und Allerlhumssamm- 
lungen des german. .Museums. 

Falke, Jobannes, Dr., Conservator bei der Bibliothek des ger- 
man. Museums. 

Fickler, C. B. A., Dr., Professor, in Mannheim. 

Gaupp, E. Th., Dr., geh. Justizrath u. Professor, in Breslau (t). 

Gauisch, Karl, Dr., in Dresden. 

Gengier, II. G., Dr , Professor an der Universität zu Erlangen. 

Grole, Keichsfrciherr, auf Schauen. 

Ihtfsler, K., Dr., Professor, in Ulm. 

Hektar, Enno, I. Sekretär des german. Museums. 

Uerschel, Archivar, in Dresden. 

Uohenreuther, J. B., Gerichlsaccessisl, In Worms. 

Kade, L. Otto, Cantor un<l Musikdirektor, in Dresden. 

Kaiisler, Ed., .\rchivralh, in Slullgart. 

helle, Dr., Professor an der Universität zu Prag. 

Hiller, Adelb. v. , Dr.. Professor an der Universiliil zu Tu- 
bingen. 

Kindscher, F., Oberlehrer, in /.erbst. 

Kosegnrten, J. G. L., Dr.. Professor an der Universität zu (irelfs- 
waid. 

Lnttndurf, Friedrich, in Ncustrelilz. 

Ledebur, Lei)|i. Frhr. v., k. prculs. Ilau|ilrn,niM a. I)., Direktor 
der Kunsikammer etc., in Berlin. 



Lochner, G. W. K., Dr., (|u. k. Studienreklor, in Nürnberg. 

Lüt-^elberger, Stadibibliothekar, in JNürnberg. 

Marcker, Tr., Dr., k. pr. geb. Archivrath und Hausarchivar. 

in Berlin. 
Mooyer, E. F.. in Minden. 

Morel, Gall, P., Hektor des Slifis .Maria-Einsiedeln. 
Müller, Job., Dr., Conservator bei der Alterthumssammlung des 

german. Mueums. 
Olle, IL, Pfarrer, in Frohden. 
Petters, Ign., Gymnasiallehrer, in Leitmerilz. 
Pritnbs, C, Rechlspraktikant, in ISurnberg. 
Reufs, Friedr. .\., Dr., qu. k. Professor, in Aurnberg : 
Büke, Dr., in Nordhausen. 
Schlickeysen, Kechnungsrath, in Berlin. 
Schneller, Jos., Stadiarchivar, in Lucern. 
Schreckenslein, Frhr. Rolh v . II Vorstand des germanischen 

Museums. 
Schreiber, Heinrich, Dr., Professor, zu Freiburg. 
Sölll, J. .M., Dr., geh. Ilausarchivar und Professor an der Uni- 
versität, tu München. 
Tucher, H'rbr. v., Oberappellationsrath, in .München. 
Vrbunstadt, Nie Urban v. , k. k. Fiiianzbetirkskommissar. in 

Eger. 
Voigt, Joh., Dr., k. pr. Kegieriingsralh und Professor an der 

Universität, zu Königsberg. 
Wagner, Jos. Mar., in Wien. 
Weiler, Emil, in Zürich. 

Wucel, Joh. Erasm., Dr., Professor an der Universilal zu Prag. 
Zingerle, Ign V., Dr., Professor und Bibliothekar an der Uni- 

vt-rsilal zu Innsbruck. 
2.upH, IL, Dr., Holrath und Professor an der l'niversilal zu 

Heidelberg. 



NÜRNBERG. Das Abonnement des 
BhittcÄ, wt'khts alle Monate erscheint, 
wird ;;^aTiztUliri^ aiitrriioimnfn und betraft 
iiaeliilt;r iHMU'stfiil'oÄiiuiiviMition bei allen 
l'ostiinitt rii und llucliliandlun^ji-n Deutsch- 
tamis incl. Oestreichs 3H. StJkr. im 24 IL- 
Fuls luU-r 2Thlr. preuls. 

Kür Frankreich abonniert man in 
Straisburj? bei C. F. Schmidc . in Paris 
bei der deutsehen Buchhnndlirii? von F. 
Klincksieek, Nr. 11. rue de Lille, oder 



AMZEICiER 



Füll klAIIE DE» 



Neue Folge. 




bei dem Postamt in Karlsruhe; für Lng- 
taitd bei AVilliams &. Norgate, 14 Hen- 
riftie-StroetCovent-Garden in London; für 
Nftrtiamerika bei den Postämtern Bremen 
imd Hamburg. — 

Inserate, welche mit den Zwecken 
des Auzeipers und dessen wissenschaft- 
lichem (Tcbiete in Verbindunfc stehen, 
werden aulgenommen und der liauui ei- 
ner Columneiizeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. 
berechnet 



üEi!saiE\ m/m. 



Scclister Jahrgang. 



1S50. 



{)U\\ DES üEiniAMSCIIEX MISEIMS. 



.hiiiiiar. 



Wisseuscliaj'llidio Millheiliiiiffen. 



Geschichte, 
l'erfonen- 
gcsthichte. 

Biographieen. 
Fürsten. 



Ein ItrieC <leH färafoii lloiirirli von XnHHaii 
an die MIatIt NieKcn. 1443. 

Slilgetlioilt von Dr. Achcnba eh, (lerichlsassessor, in Siegen. 

Engelbert I. von Nassau (ältere Dillenburgische Li- 
nie), weicher um 1404 die Herrscliaft Breda in den Nie- 
derlanden erwarb, hinterliefs bei seinem Anfangs der t440er 
Jahre erfolgten Tode zwei Sohne Johann und Henrich. 
Dieselben regierten zunächst die nassauischen Lande, 
ohne eine Theilung vorznnelimen. Erst im Jahre 1449 
kam eine Schhifstlieihing zu Stande, nach welclier Hen- 
rich im Allgemeinen die deutschen Stammbcsilzungen, 
Johann die Grafschaft Vianden und die niederländischen 
Erwerbungen erhielt. Eine 1447 vereinbarte Theilung 
wurde hiemit aufgehuben. 

In Beziehung auf die der Theilung vorausgegange- 
nen Jahre sagt der nassauisclie Geschichtschreibcr von 
Arnoldi (Geschichte der Oraiiien-Nassauischen Länder und 
ihrer Regenten, Bd. 2, S. 163): 

„Johann und Henrich , welche bisher ihre sämmlli- 
chen Erblande, in vollkommener Eintracht, ge- 
meinschaftlich benutzt und regiert hatten, fanden 
doch im J. 1447 eine Theilung ralhsamer.'' 

Der nachfolgend niilgelheilte, bisher unbekannte 
Brief des Grafen Henrich ergibt jedoch , dafs die beiden 
Bruder in heftigem Streite lebten und darum eine Aus- 
einandersetzung nicht zu Stande bringen konnten. Aus 
diesem Briefe gehet ferner hervor, dofs Graf Henrich 



Ansprüche erhob, welche die spätere Theilung ihm nicht 
zuerkannt hat. Die Grafschaft Vianden, die Herrschaft 
Griniherg und Conroy (im Briefe konrith), Breda u. s. w. 
wurden dem Grafen Johann zugewiesen, obwohl die Graf- 
schaft Vianden von der kinderlos verstorbenen letzten 
Eigenthunierin, Gräfin Elisabeth von Sponheini, dem Gra- 
fen Henrich und seiner Gemahlin Genoveva von Virne- 
burg bei deren Verehelichung zugesichert war. 

Nicht nur hierdurch durfte aber der Brief des Gra- 
fen Henrich der Mitlheilung werlh erscheinen ; der eigen- 
thuniliche Umstand, dafs sich beide Landesherren an eine 
von ihnen beherrschte Stadt gleichsam zur Hechtferti- 
gung ihres bisherigen Verfahrens wenden und dabei ohne 
Sehonnng die angeblichen l'ngerccliligkciten <les Geg- 
ners aufdecken, gibt ein charakteristisches Bild des Ver- 
hältnisses des Landeslierrn zu seinen städtischen l'nter- 
sasseii während des Jlitlelallers und lälst die Entfernung 
ermessen, in welche die Gegenwart jcmn Zii^liindeii der 
Vergangenheit gegenüber gelrelen ist. 

Henrich Graue zu nassamvc zue vyanden zu dietzo 
vnd Herr zne Sleyden. 
Viisern fruntlichen gru|i mit Uicliter gonst. Eirsa- 
mc besonder frunde vnd lieben gctruwen. Wir hau pe- 
sien . als der Edel vnscr lieber broedcr Johann graue zu 
nassauwc etc. vch geschriencn hait . vnd scre Ime er- 
niacnt das ir versorget vnd verwart das Inie an synen 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



slosßen viid sieden vngebrucli viul ververronge nit ge- 
scbiee. das uat viigleiilTilclien ludet, mit mc leii£;cr 
sclirytn. In dem ersten, als er riiret . das cn frinule 
njm|)t. das wir bouen vnd benydcn. In groissem vnd 
cleyncm . eyn glych broeder syn wollen cic. nieynen wir 
vnd getruwen des . das solchs eyne gotliche gebiierliche 
sacbe sy . als das cyn iglicher verstcudiger mach prouen. 
Es ist wair . das er vnder vus beyden der eldesle ist. 
wir wisseil aber nit . vor vmb Le vur vnd hoben vns 
solicb vnredclich . vnbroederlith vnd vnglych. furlell su- 
chet, als er mcynt zu haben, des eynfi deils hie na- 
geschrieuen steit. Na deme er vn(J nit vur gestcrmct 
gcslryden. ader eynche landt vii(i vor erworben liait. 
Doch vmb das wir g''ne zweyonge vnd Irronge . vcrlmet. 
vnd vns broederlich mit Ime gehalden betten, liaben. wir 
en sere Truntlichen vnd gutlichen, zu allen zyden. vnd 
vir allen dagen zu Siegen, zu f;iIkonb''2' vnd zo Breda cr- 
soicht . vnd Ime eyn groi(J furlcil zu allcu tzydeii gebo- 
den. vnd cn oucb vur vn(iern cldestcii broeder. In Re- 
dclicbeit erkant. des er In syme brieue vch gesant ge- 
swyget. Wir han en ouch fruntlichen gehcden. sich mit 
vnß zu halden. als sich vnscr aldern glculTlichen vnd 
fruntlichen sammt gehalden haut, darzo wir all zytt wil- 
lich geweisl syn. des he vn(J abcgcgangen ist. Vnd als 
er schrybet. wie wir mit sere vnweselichen vnd vnbe- 
qweincn worthen gutliche daghe abegeslagen vnd ofTen- 
barlichcn gesprochen sollen han. he ueme vn(3 das vnser. 
das ist wair das he vns das vnscr nympt. vnd soll sich 
wair fyndcn. vnd getruwen das vnser worllie seer Kede- 
licb geweist sollen syn. Wie woil das pruelTlich ist. 
Wcnie das syne genomen wirt. das soliclis Int giiede 
nit alle zyll lo ncmcn sleit. Vnd wie wir vIT den güt- 
lichen dach gcantwort han. moegct ir hie na hocren. Ile 
mcynt ouch wir haben den seinen vri|jn reden na gegan- 
gen In maisseo he rurt von der graueschafTt vyanden. 
mit der huldongc da selbs. das wir die kurtzlicb alda 
genomen sollen han. etc. So was wir des da selbs ge- 
thao han. haben wir billich vnd vur langen zyden gethan. 
da oDscr broeder ouch nyc kcyne huldonge ader eyde 
gehet hait. als billich ist. >'a deme die graueschafTt vy- 
anden vnscr cygentom ist. Want vn(J die mit vnscr er- 
sten ilusfrauwcn seligen zu hillichs guede ist gegeuen 
wurden, von vnscr frauwcn von spocnhcm der got gnade. 
die der lande cyn Recht crue was. vnd vns die von va- 
dcr ader von moidcr nit ist vIT crslorncn. na v(i\> isonge 
»icgel vnd bricuen. wir dnuon han. das wir also wair 
können bewyscn. Vnscr valcr selige liait ouch die von 
vnscr wegen Inne gchatt bynneiit syner zytt. vnd besser 
dan nchlzich duscnt gülden davon gehaben, die vns zom 
besten noch nit komen .>iyn. dnir vmb In dinie Innilc Inic 



keyne huidynge gebuerlieh ist zu doen. Wie woil he 
nieynt. das dat wydcr got. Recht, vnd vn Redelich sy 
vnd vmb des willen, donckt vns das Ime solcher vnre- 
delicher swynder vnglaulThcfftige schryfft nit von vns noit 
geweist wer (?) Vns wcrc aber woil clagens noit ge- 
vveist. das wir doch durch broederlich truwe. verhalden 
hatten, bis an diese zytt. vnd woil gemeynt he sich be- 
dacht solde han . dan Eirsame guede frunde na allen 
ergangen Sachen. Reeden, wyderreden vnd geboten, wir 
selbs montliclien mit Ime vnd vnsern frunde von vnser 
wegen an vnßn broeder vnd syne frunde gutlich vnd 
fruntlich gedaen han. vnd meynten zweydracht vnd Ir- 
ronge zo verliueden. So moi|ien wir vch verkondigen 
vnd olTcnbaren. da zo he vns twynget. mit seiner schryfTt 
he vch gethan hait . als viifjn frundcn den solichs nit 
billich lieir syn sali, die groisse vngleuülich vnbrocder- 
licli bylruw . he an vns bewyset hait vnd bewyset. Na 
deme er vns zom eirsten begynnet vur zo enthaldeo. vn- 
ser gut vnd enie. das vnser vnd nit syn ist, nemlich 
grymberg vnd konrith mit Iren 20 behorigen des wir 
siegell vnd brieue han . vnd vns na gerne vu gleulTlich 
machte als vns bcdoncken will . das doch abe got will 
In syner macht nit syn sali. Item beheldet er vns vnser 
nioderliche erue landt vnd lüde . gereyt vnd vngereyt 
vur. Da zo wir so woil als he geboren syn. also das 
vns eyde vnd huidynge nit von vn(ie vndersai|kn daselbs 
zo breda vnd In deme lande wyderfaren mochte. Item 
hait er vns sagen doen durch syne frunde. hc wulde vns 
zu solcher gereyder hauede vnse vader vnd moder. se- 
lige achter gdaissen hant. itonicn laissen . vnd des an- 
deren komen zo eyme gütlichen dage. Die hauede mit 
der schult sie dan schultig sint blieuen . glych halff vnd 
ballT zo deylen. da zo wir allezyt willich vnd bereyt zo 
syn geweist, so wie vns das dan vur gelacht ist vurdcn 
mit schonen reden, vnd do wir solchs sollcji bau be- 
staen zo doen. bait he vns dat mit eyme seer fremden 
vn gebnrlicben vurnemcn wyderlacht. also das vns des 
keyne wy(i hait moegen gedyen. Wir han zom lesten 
bcgert. das er vns doch die gereyde hauede will sieben 
laijien mit buechern . brieucn . Registern vnd andern na 
lai|Jc dar zo gehörende des hait vns ouch nit moegen 
gcbueren vnd ist vus vnredclich geweigert, das wir 
alles han gutlich lai|k-n an staen. Vnd als vns diese 
vngutliclieit wyderfaren ist. bau wir di|J zo macl Int 
guede nit njocijcn können gcncmcn vnd haben gesait. 
das wir ihn- \riil) muh zur zyll iiil liciacdcn syn zo eymo 
gütlichen (Inge zo vcrslaen. ^^ ir woldcn Ime anders 
iiocdc Uedcliclic frunlliche dngc geweigert hauen, vnd 
oncli noch noede doen tolden. Wir han ouch gesait. 
als he schrillet vnd das ist wair. Ncme er vns das 



Anzeiger für Kiiiule der dcutsclieii Vorzeit. 



vnser also, so gedencken wir anderswo wyder zo neinen. 
so wie die wort dan zo breda gelut han . vnd des will 
VHS. bediincken . das vns des noch gantz noit sy. He 
schrybet ouch, be sy nit In meynonge vns icbt zo uemen 
ader vur zo enthalden. wil vns nit bedoncken. das solchs 
sy. na ergangen Sachen als vur stcit. sondern he wil vns 
laissen komen. zo deme wir gerichtet syn. Nu lieue frunde 
vnd gelreuwen . ulT das ir den gront dieser Sachen ver- 
steit . so hait vns vnser broeder syne friinde laißen 
sagen, so wie In brabant recht sy. das he lant. lüde, 
sloß vnd heirlichkeit . gebot vnd verholt, vnd alle lieir- 
schaft. daselbs haben solle, viul wir nit me dan den 
dritten penning sollen haben von der recht- fallender 
giilde. vnd keyne wononge. gebot, verbott ader Iieir- 
lichkeit. vnd dasselbe sollen wir von Ime zo leben ha- 
ben vnd dragen. das vus zo mael vngotlich vnd vnge- 
buerlich doncket syn. Na dem he vns keyn gut vur er- 
worben hait. als vurß steit. Dair vfT vnser meynonge 
vnd antwort ist geweist . das wir vmb vnser vaderlich 
vnd moderlich erue vud gut nit rychten wollen In bra- 
bant. Na dem wir grauen von nassauwe geboren syn. 
Want vns dat vnbroderlich doncket vur genomen |syn. 
mit vns zo rechten. Vnd sich ouch vnser vader vnd vet- 
dera selige In der maissen nit gchalden haut. Wir wy- 
sten vcii noch woil viel me von vn(5ii gebrechen zo 
schryuen, des vns dan noit wcre . das wir noch zur zyt 
an slaeu laipen. Doch eirsame lieue fruude vnd ge- 
Iruwen. wie diesem ist. vnd na solchem vnglauhen onse 
broder zo vns hait. so wollen wir vns doch entgeen veh 
In diesen Sachen nit anders halden. dan vns woil gebue- 
reu sali. Vnd wolden vch noede angesynnen. das vch 
VDgebuerlichen syn. ader eynchen vngelymp brcngen 
solde. vnd dencken vch eyn gnediger h^re zo syn vnd vch 
by uwern fryheyden vnd heirlicheiden zo lai(ien. Im 
niaißeu wir das bis an diese Zytt ouch gethaen han 
vnser h're got sy mit vch. Gegb. vnder vnfire sgl. vIF den 
fünften dach von September anno dni. UrCCCCxlquinto. 

Den Eirsamen vnßern besondern licuen getruwen vnd 
frunden Schultheißen. Bürgermeistern. SchelTen. Hait vnd 
ganizer gemeynde. vnser Statt Siegen. 



bib liot hek befindlichen deutschen Handschriften fand ich 
zwei Codices aus dem 15. Jahrb., in denen sich Eckharts 
Tractat: „Das sint dy rede der unterschaydung dy der vi- 
carius von durringeu der prior von ErlTurt und bruder 
eckhart mit sulchen kinden het dy in dieser rede frag- 
ten und vil dinges do sy safsen in collocationibus mit 
einander'' bcfiiulet. Pfeiffer kennt diesen Tractat (Meister 
Eckhart, S. 513 — 578) in drei Papierhaudschriften, welche 
gleichfalls aus dem 15. Jahrb. stammen (a. a. 0., S. X, 
Nr. 42. w; Nr. 43—44. x»'»)- Die eine von diesen 
Handschriften (XVI. G. 25), Papier in Octav , beginnt: 
„Uegistrum der matery der unterschaydung." Auf fol. 
2'' — 74'i steht der Te.xt des Tractates im Wesentlichen 
wie bei Pfeiffer a. a. 0.; fol. "S^i— 112'^ enthalt: ,,Üaz 
puch von den spruchen der lerer" etc.; fol. 113-' — 
132'': „vor der emphahung des sacramentes" ; fol. 128 ^: 
„nach der entphahung des sacramentes", und nach vier 
weifsen Blattern folgt auf fol. 137 a — fol. 385 "^ eine 
Uebersetzung des Buches „De imitatione Christi". 

Die andere Handschrift (XVI. F. 1), Papier in Quart, 
beginnt : ,,!n diseni puch wil ich sagen etwas von dem 
leben der heiligen frawen sant birgitten"; fol. IGSi*: 
„hye hebt sich an das leben der erwirdigen frawen ka- 
thariiie" .... fol. 251 ": „Von der erhebung sant bir- 
gitten"....; fol. 279 :i: „raercke czwelf nvz der 

betrachtung des leydens ihu" ; fol. 290» ine. — fol. 

382'' c.vpl. : „das puch. das. da heifst das puch des le- 
bens. Got sey gelobt, geschriben am niitwoch for pfing- 
sten Anno domini tausend vir hundert LXXIU j;ir. Fol. 
293 steht: Difsen tractatum will ich machen nach der 
Unterweisung des gewifsens mit siechten wortea unib 
der siechten menschen willen und will jn ncmen und 
czihen aufs den spruchen der lieben heiligen nach der 
weis einer czweyveldegen red. Darjiinen die ynnig sei 
sol fragen durch die betrachtung der czuht der ewigen 
warheit und der jn wendig mensch sol aiitwurten durch 

die betrachtung" ; fol 3821'— 427'' endlich steht 

Eckharts erwähnter Tractat, gleichlautend mit 
dem -.Texte der ersten Handschrift. 



Zustände. 

Sprache und 

Schrift. 

HaiKl.schiifiei)- 
kiiiidc. 



Zivel llllll<>l4i«llll(«' llllllflK<<ll|-il'l4>ll, 1V(>ICll(> 

«'liioii Ti'iirtnt Ylt-iHlfr l'^fkliiirlM t'iit- 
liiiltt'ii. 

Von Professor Dr. Kelle In Prag. 
Bei einer von den heslehcnden Katalogen unabhän- 
gigen Durchsicht aller in der Prager Un i ve r s i t ü Is - 



I'iili«-kiiiiiile Eiiililitddriirkr lifkniinfer 
Aiilofcii, 

Von K. \V 1- 1 1 r in /iirirli. 

Im Anzeiger 1857 beschrieb ich zwei populäre Dar- 
stellungen von Kometen, die eine (in Nr. 10) von L. 
T h ur n e i s s e r, die andere (in Nr. 11) von W. Hcll- 
bach. Sowohl der Astrolog als der Pfarrer haben es 
bei einer nicht bewenden lassen. Thurni'i,<scr z. B. bc- 



nibUogriptüc. 



Anzeig-er für K'miile der (Ifulsclii'u Vorzeit. 



8 



nutzte eioe Raubgeschichle zu einer der damals gewohn- 
ten Slrafprcdiglen : 

,,\\ arluidtige Abconlerfeyung oder gestalt, des an- 
gesichts Leiipolt Juden, sanipt fiubildunij der Excculion, 
welche au jhnie etc. nach innlialt Göttliches vnd Kejser- 
liches Rechten vollnzogen worden ist etc. L. T. Z. T." 
(d. i. Lc'onharl Thiirncisser mm Tliiirii). Ohne 0. u. J. 
(Berlin 1573). Fol. mit colorierler Radierung und 211 
Verszeilen : 

„Ob du gern wuslest fromer Christ, 

Was dis für gemelt vn bildwerck ist, 
So merck das nackeot, vnd angsicht 

Zeigt Leu|)oIt Jud den Erlzbofswichl" etc. 
Dieser Uebelthatcr wurde am 29. Januar 1573 zu 
Berlin hingerichtet. 

Hellbach versuchte sich on einem unschuldigeren 
Gegenstande : 

„Gewisse vnd warhafTte Abcontrafeytung dreyer Ehern, 
so zu Ecknrdfshausen etc. gewachsen sind. Durch NVen- 
delinuni lleilbacliium , rfarrhenn daselb|it in kurlze Rei- 
men verfasset." Frankfurt am Jlayn, bei Paul Reffeiern. 
0. J. (Iü78j. Fol. mit Holzschnitt und 36 Verszeilen: 
,,Drey solcher Eeren lieber Freundt, 
Di|5 jar allhie gewachsen seind" etc. 
Ein anderer Pfarrer bereimte eines jener Monstra, 
die zu jener Zeit häutiger gewesen oder mehr beachtet 
worden sein müssen als jetzt. 

„Ein wäre eygentliche Abconterfeyhunff eines Kalbs, 
so in disem 56. jar. Am iij. tag Mnrtij, von einer Kliu 
kommen. In einem Strtlein Borgerdorlf genandt, Welihs 
sechs Fnfs, zwcy llaubl vnd zwcn Schwentz, sambt sei- 
nem Hindern inn der mitte gehabt, etc. Wie dise Fi- 
gur kleilich anzeyeet." 

Am' Schlüsse : ,, Joachim Magdeb : Prediger zu Ham- 
burg. Gedruckt zu Nürnberg bey Hans Kramer am 
Geyerf.'iperg " 0. J. (1556). Fol mit color. Holzschnitt 
und 31 Verszeilen. 

Wir Rchen noch einige Jahre zuiuck und finden zwei 
Beschreibungen eines Mannes, welcher .Maler und sicher- 
lich auch der Dichter war. 

„Ein wunderbare doch frolirhe gestalt viid gcwechs, 
eines haimcn zimlirher dirkin eines trernden Mannes hoch, 
mit funrfr.i'hen Ehern , iedoch die mittelst Echcr lenger 
vnd >olkomencr dan die andern, bey Maisch am P.ruch- 
rain. Im l.'>ll. jar gewachsen. 

Vun lleinrirh Voglherrcn Contcrfcit. 
.>Iit iliimisch. Konig. Moicst. Freiheit." 

0. u. J. (Strar^bHrg, Th Berger 1511 J. Fol mit 
color. Hulischuitt und in Verszeileii. 



„Sechl zu jr Christen all zu gleich 

Was Gott für bildt von himelreich" etc. 
„Ein warliaffl wundcrbariich vor vuerhorte Figur 
vnnd gewächs So zu Albersweiler bey Landauw am Rhein 
im Jar der gehurt Christi JI.D.XLI. zu Herbstzeit erfon- 
den worden. Diser traub ist Romischer Königlicher 
Maiestal zu Speir von Heinrich Vogtherren .Mulern bur- 
ger zu Strafsburg wie hie zu gegen warhafftig abconler- 
feit. 

Mit Kayserlicher vnd Konigklicher Maiestat Freyheit." 
0. 0. (Strafsburg, Th. Berger). 1542. Fol. mit color. 
Holzschnitt und 28 Verszcilen. 

„Zwen Trauben an cim reben ast 
Zusamen seind eingewachsen fast" etc. 



„Signa et prodigia in solc et luna, Viennae Austriae 
Visa. Anno 3I.D.LV1I. 

Magnifico atque clarissimo viro Georgio Brandtstet- 
tero Sacrae Rom: Ilung : Bohaem : &c. Reg: Malest: 
Consiliario, & Celeberrimae huius Urbis Viennensis Con- 
suli dignissimo, Domino ac Patrono suo gratioso." 

Lateinischer Te.\t, signiert: „Anibrosius Ziegler ibi- 
dem verbi Dci Minister." 

Darauf: „Thomae Ruef Tyrolensis Carmen de pare- 
liis. VI. Culend : Anno 1557. visis. (16 Distichen.) 

Viennae Austriae excudebat Rapha£l Hofhalter." 

0. J. (1558). Inip. Fol. mit color. Holzschnitt (Nord- 
lichtartige dreieckige Strahlen, der Jlond mit langem 
Lichtstreif.J 

(Fortsetzung folgt. J 



EiiKllHrlif fnN(riiiiieii(iM<en. 

Von L. nito lva<le, Cinlor unil Mn.-ilkdiruklor , in Dresden. 

Es ist in diesen Blättern mehrfach (s. Jahrg. 1854, 
Nr. 1, .«;|). 1.T f. und Jahrg. 1851, Sp. 87) von den so- 
genannten englischen Comödianten und deren Be- 
<leutung die Rede gewesen. Eine iihnliche Frage mochte 
ich mir in Bezug auf die sogenannten englischen 
In Strumen t is te n erlauben, die seit dem Ende des 
16 Jahrhunderts Öfters erwähnt werden. Ich fand sie zum 
er.-ilen Male in zwei Harulsrlireiben des ChurfUrsten Chri- 
stian I. von Sachseil ccniiiiiit, die im hiesigen k. Haupt- 
Staatsarchiv aufhewalirt «irden. Das eine derselben ist 
an den Koiiiu von Dänemark (Friedrich II.) gerichtet und 
vom r,l. October iJSli datiert. Es Inulel, wie folgt: 
An Se. Konigl. Majestät zu Dänemark. 

Ew. KOnigl Majestät Einhphnniger, >>elchcn Sie den 
E II g I cn d i sehe n I ns Ir u me n ti s te n zugeordnet, hat 



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Anzeiger für Kiimle der deutschen Vorzeit. 



10 



Uns Ew. Koiiigl. SIoj. Schreiben zu seiner Ankunft bei 
Uns zurecht überantworten lassen. Dafs nun Ew. Konigl. 
Slajest. Uns auf Unser freundlich Bitten Uns nicht allein 
diese Instrumentisten freundlich haben zukouinu-n lassen, 
sondern auch mit denselben zuvor vff eine gewisse Unter- 
haltung vorgleichen vod ihrer Abfertigung halber so fleis- 
sige Vorsehung haben thun lassen , vnd also deruhalbcn 
Sieh so oft vnd vielmals Unserthalben bemühet, dessen 
tliiin Wir Uns gegen Ew. Kojiigl. Jlajest. ganz dienst- 
lich vnd freundlich bedanken. 

Waidenluiin, den 19. üctober 15Ö6. 

Das zweite dieser Schreiben ist an ,,dcn llaus- 
voigt Hansen Thilo" gerichtet und lautet: 

Lieber Getreuer: Unser gnädigster Bel'ehlich ist, Du 
wollest vnsern Englendischen Instrumentisteii 
von Unsertwegen auferlegen, sich alsbald nach Deiner 
Anmeldung mit ihren Instrumenten anhero bei Tags vnd 
Nachts zu Uns zu begeben, vnd die Trauerkleider, so Wir 
ihnen machen lassen, mitzubringen, damit sie allhier dar- 
innen auffwarten können ; vnd damit sie der Fuhre hal- 
ber nicht gehindert werden , wollest Du ihnen Unserer 
Kutschen eine , so die Sachen pflegen zu fahren, welche 
unter denselben am besten fortkommen kann, verordnen, 
der sie bis gegen der Zosse (?) führe, bei Tags vnd 
Nachts, allda sie zu ihrer Ankunft Amtsfuhre bekommen 
werden, auch demselben Kutscher befehlen, dafs er nach 
ihrer Ankunft gegen der Zosse (?) folgenden Tags vol- 
lends ledig hereinfahren soll, vnd solches Alles dermafsen 
mit Fleils bestellen, damit berührte Inslrunientisten je 
eher, je besser allhier sein mögen. 

Berlin, den 25. Oclober anno 158C. 

(Konigl. Sachs. Hauptstaatsarchiv Copial 535 ) 

Aus dem ersten dieser beiden Handschreiben scheint 
hervorzugehen, dafs der ChurfUrsl Christian I. diese eng- 
lendischen Instrunientisten sich kommen liefs, um ihre 
Leistungen kennen zu lernen. Der Churfurst scheint je- 
doch an denselben nicht so grufsen Gefallen gefunden zu 
haben, dafs er durch sie bewogen worden wäre, diese 
Musik auch an seinem Hofe bleibend einzuführen. Denn 
noch weit .'•pater, in den 20er Jahren des 17. Jahrhun- 
derts, ist in den Acten des Geheimen Staatsarchivs von 
einem gewissen E ngle n d is c he n Inslrumentisten J o h m 
Price viel die Rede, der eine ähnliche Musik auch am 
sachsischen Hofe einzurichten sich mehrfach erbittet. 
John Price wird auch wirklich den 23. April 1G2'J 
zum Director derselben mit 300 Thlr. angestellt, ohne dafs 
jedoch aus den diese Anstellung begleitenden Umstanden 
ein zuverlässiger Schlufs auf die Art und Weise dieser 
Musik gezogen werden konnte. John Price flufsert 



zwar selbst, dafs er die sogenannte „kleine Kammerma- 
sik auf französische , englische, auch da es von Nothcn 
auf jetzige italienische Manier, wie man dieselben am 
kaiserlichen Hofe mit 2, 3 oder mehreren Personen in- 
strumenlaliter zu musiciren pflegt", auch am sächsischen 
Hofe gern eingeführt hätte, wie er sie mit Hülfe seiner 
beiden Schwäger am Hofe zu WUrtemberg glucklich ins 
Werk gesetzt habe, und erbietet sich auch, „einige Kna- 
ben auf seine Manier abzurichten"; allein wir kommen 
darum der Sache nicht näher, und es entsteht immer 
die Frage, wie war die Musik dieser englischen In- 
slrumentisten beschallen, namentlich aber welche 
Instrumente mögen sie gespielt und welche 
Ton stucke ausgeführt haben? Weder die Acten 
des hiesigen Staatsarchivs, noch die Tonwerke dieser Zeit 
geben uns den erwünschten Aufschlufs. Um gefällige 
Belehrung wird gebeten. 



llandsclirifteii von A. Dürer Im liritli- BiWendc Kunst. 
seilen jTliisiieiini. 

Von unserem geehrten Herrn Mitarbeiter, Wil. Bell in 
London gehen uns folgende interessante Notizen zu, die 
wir, gleichsam als Nachtrag zu den im vorigen Jahrgange 
von Naumann's Archiv vom üherbauralh Hausmann ge- 
machten Mittheilungen: „Die Werke Albrecht Durers im 
Print i ng-room des British Museum", mit einigen Ab- 
kürzungen, Zusätzen und einer lithographierten Tafel wie- 
dergeben*). 

,, Manche, Nürnberg und Deutschland überhaupt be- 
treffende Denkmäler befinden sich in den Sammlungen 
des britlischen Museums, die einer näheren Untersuchung 
werth wären. Besonders interessant sind drei Bände 
mit Originalaufsätzen und Ilandzeichnungen von Albrechl 
Durer, die meines Wissens niemals in Druck erschienen 
sind. — Das Werk ist in 4 Foliobände eingebunden, 
Band I mit pag. 219, Band H mit 140, Band 111 mit 200, 
Band IV mit 151. Eine Notiz in dem offiziellen Kata- 
loge: the above vols. are the Originals of Albert 
Durers „De sym metrin partium in rectis formis 
humanorum corporum. ful. Niirnlierg 1532", ist 



*) Was die Icljterc betritfl, so haben wir dieselbe nach 
einer uns gefällig milgelhciilen Diirch/.eichnnng, ohne 
eigene Vergleichung niil dem Oriffiniile, ferligen la.<sen. 
Ist es somit iiuih kein vollsliuidige.s Fiirsiniile. was 
wir geben, so bleiben doch Anhnll.'i|innkle für die Ue- 
Iraclilung genug übrig. Ueberliau|il hciweckl unsere 
Mitlheilung nur, zur weiteren und genaueren l'nlcrtu- 
cliung .\nhils 7.u geben. 



11 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



12 



Dicht gaoi richtig, iudem das Ganze in der eigenen Haud- 
schrifl von Üurer deutsch gescliricben ist, mit allerlei 
Notizen, Zusätzen u. s. w. auf allerlei Papier, eng ge- 
schrieben, bald durchstrichen und bald überschrieben, so 
dafs das Maiiuscript das Ansehen eines ersten Entwurfes 
erhielt. Die Anzahl der eingefügten Zeichnungen ist, wie 
schon eine fluchtige Verglcichung ergibt, ungleich grufser, 
als die in den gedruckten Ausgaben. Durch alle vier 
Baude sind Papierschnitzel mit Entwürfen von Feslungs= 
planen, architektonischen Verhältnissen u. s. w. eingefügt, 
unter anderen auf dem letzten Blatte von Bd. III die 
Grundrisse eines mehrstöckigen 'Wohnhauses (s. die li- 
thographierte Beilage), vielleicht des eigenen des Kiinst- 
Icrs*). Eine Zeichnung mit zwei Darstellungen einer 
Fechtubung, Bd. U, p. 1 r., trägt die Jahreszahl 1512. Die 
früheste Jahreszahl, welche eine, jedoch nicht hinreichend 
genaue Durchsuchung der 1 Bande ergab, war löOS, Bd. I, 
p. 131. 

Bd. III. fängt mit einem Entwürfe von Diirers Briefe 
an Konig Ferdinand an, worin er seine Verdienste um 
die Befestigung von Städten und Flecken heraushebt und 
bittet, dafs er seine Kunst anderswo anbringen dürfe. 
Dieser Entwurf enthalt Verbcsserungen von seiner eige- 
nen Hand. Dann folgt eine amiliche (?) Copie seines 
Briefes an Pirkheymer dicserhalb. 

Die Handschrift ist im Allgemeinen sehr abgekürzt 
und schwer zu entziffern." 

Es scheint, dafs die im Londoner Museum aufbe- 
wahrten A. Dürcr'schen Handschriften ähnliche seien, wie 
sie die Slndlbiliolhek zu Nürnberg besitzt: erste Ideen 
und Entwürfe Durer's zu seinem Werke : Vier Bucher von 
menschlicher Proportion, von seiner Hand zu verschie- 
denen Zeiten, bald eilend, bald sorgfältiger zu Papier 
gebracht. 

Bekanntlich wurden die in Nürnberg aufbewahrten 
Brouillons nebst kleineren und grofseren Ucberrcslen des 
für den Druck ausgearbeiteten und zu diesem auch wirk- 
lich benutzten Manuscripts des 2., 3. und 4. Buches in der 
Auktion des Kreisrath Colmar. literarisch-artistischen Nach- 
losses für die Stadibibliothek ersteigert. Colmar halle diese 
Handschriften mit der v. Mürrischen Rililiullick im Erb- 
«chaftswfgc iiberkommen. Es ist nicht bekannt, von wem 
v. Murr sie erlangte. In seinem Buche: „Beschreibung 
de» vornehmston Merkwürdigsten in Nürnberg", 1. Ausg. 
vom J. 177b berichtet er auf S. -151 von der Bntlier- 
lamrolung des hiciigcn Syndicu« Ncgcicin, welche von 
dessen Grofsvatcr, Prediger Joachim Negclein, hcrnihrle, 
und gibt nnf S. 152 als in derselben befindlich ; 



•) 1). 



"l nicht der Fnl 



,,das Autograpbum von Albrecht Durer's vier Buchern 
von der Symmetrie des menschlichen Leibes," 
an. In Heller's „Das Leben und die Werke A. Durer's", 
2. Bd. 3.Abth. S. 998, liest man aber, die Dresdener kgl. 
OlTenlliche Bibliothek besitze die — vom Drucke sehr 
abweichende — Dürer'sche Handschrift des I.Buches; 
sie sei ans der grafl. BruhTschen Bibliothek in die kö- 
nigliche gekommen; erstere habe solche wahrscheinlich 
von dem Magister Joach. Nägelcin zu Nürnberg erhalten. 
Was man bei Heller als wahrscheinlich angezeigt findet, 
erscheint in Falkenstein's Beschreibung der kgl. OlTenlli- 
chen Bibliothek S. 453 als Gewifsheit; er sagt, die Hand- 
schrift sei von Graf Brühl aus der Nägclein'schen Biblio- 
thek für 100 Dukaten erkauft worden, übergeht aber den 
Umstand, dafs der gedruckte Te.xt von jenem des Manu- 
scripts in erheblicher Weise abweiche, mit Stillschwei- 
gen, äufsert eben so wenig, dafs letzteres blos das 1. der 
4 gedruckten Bücher des Proportionswerkes in sich be- 
greife, woran jedoch kaum zu zweifeln ist, da Heller's 
Angaben sich auf Schotlky's Jlitlheiluiigcn gründen, wel- 
chen wohl Vertrauen geschenkt werden darf. Wenn aber 
Falkenslein, wissentlich oder nnwisscnllich, dieses Ver- 
hältiiifs verschwiegen haben sollte, so wird doch wohl 
die Angabe S. 18 seines Buches, nachdem die gräll. Bu- 
nauischc Bibliothek am 13. August 17C4 für 40,000, sei 
4 Jahre darauf, in demselben Monat, die gräfl. Briihlische 
Sammlung für 50,000 'fhaler gekauft und der damals 
churfurstl. Bibliothek einverleibt worden, ihre liichligkeit 
haben. Hat Graf Brühl das Ganze oder nur einen Theil 
des Durcr'schen Manuscripts zum Proporlionswerke, und 
dann vor 17G4 erkauft, so begreift man nicht recht, wie 
V. Murr das Dürer'sche Aulographon der 4 Bücher von 
der Symmetrie des menschlichen Leibes in seinem Buche 
von 1778 als noch in Hunden des Syndikus Negelcin be- 
nndlich nachweisen konnte. 

M'ie und wo v. Murr zm den Dürer'schen Handschrif- 
ten gekommen war, weifs man, wie gesagt, nicht. Be- 
kannt aber ist, dafs er in einem der Verzeichnisse ver- 
käuflicher Bücher, Handzeichnungen, Holzschnitte und 
Kupferstiche, welche er von Zeil zu Zeit drucken liefs 
und verhreilcle, 

„Folia 59 autographa Albcrti Dürcri, e libro III et 
„IV Symmetriae, und Folia 29 autographa Dürcri 
,,figuraruni ad opus geomctricum : Vndcrweysnng der 
„Messung etc." 
aufbot (das Vcrzcichnifs ist ohne Datum), glücklicher- 
weise aber nicht anbrachte, sonst würden auch sie, wie 
so viele Dnrcriana, für Nürnberg verloren gegangen sein. 
Denn unter diesen ausgebolenen Handschriften des 3. und 



13 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



14 



4. Buches der Proportion sind doch wohl die in der 
Stadtbihliolhek aufbewahrlcn zu verstehen. 

Bekannllich hat llr. Dr. Ghillany diesen Handschrif- 
ten in seinem „Index rarissimor. aliq. librorum manu- 
scriptorum .... quos habet bibliolheca publica Nori- 
bergensis"', die Seilen " — 15 eingeräumt: neuerlich hat 
auch Hr. Inspektor Becker in Naumanu's Archiv für die 
zeichnenden Künste, 4. Jahrg. 1858, S. 20 in einem: 
„A. Durer's eigenhändige Schriften und Zeichnungen in 
Dresden und Nürnberg" nberscliriebenen Artikel von die- 
sen Dürer'schen Manuscripteii berichtet. 

Unmittelbar folgt dem Becker'schen Artikel im ge- 
dachten Archive der obenerwähnte Aufsalz 'des Ober- 
bauraths Hausmann in Hannover, dem „einige Bemerkun- 
gen über die, in der Exhibition of the Art-Treasures in 
Manchester ausgestellt gewesenen Arbeiten dieses Mei- 
slers'' angehängt sind. 

Herr Hausmann gibt den Inhalt einer grofsen An- 
zahl der besehenen Zeichnungen und des Materials an, 
welches Dürer zu denselben anwendete. 

Durer'seher Handschriften gedenkt er aber nicht; 
die oben besprochenen werden nicht im Printing-room, 
sondern in der Bibliothek aufbewahrt sein. 



ond u. Leute. 

^ationftli täten 

id .Stammvei- 

hiiltnissu. 



Die (e(rnvitit«c*lieii Ootittrii. 

Von Archivar H ersehe! in Dresden. 

Ein langst vergessener Jugendschriftsteller, G. K. 
Klaudius in Leipzig, schrieb zu Anfang dieses Jahrhun- 
derts auch ein Kinderschauspiel, in welchem ein verzär- 
telter Knabe dadurch gekräftigt wird, dafs ein älterer in 
der Vermumniung eines ,, allen Deutschen , von welchen 
noch einige in den Tiefen der Wälder sich verhallen hät- 
ten", ihn zu tuchligern Gesinnungen bringt. Wie ver- 
schroben auch der Einfall erscheint, unsere Vorälteru als 
eine absonderliche Mensclienart darzustellen, welche in 
einzelnen E.xemplaren in die Neuzeit hereinrage, so bie- 
tet doch die beglaubigte Geschichte wirklich eine ähn- 
liche Erscheinung dar: den Uest eines germanischen Stam- 
mes, der seit der Vulkerwandernng am schwarzen Meere 
verblieben ist unil ohne alle Verbindung mit seinen in 
Deutschland zu Deutschen gewordenen Staminesgenosscn 
bis in das 18. Jahrhundert in seiner Eigenlhüinliclikeit 
sich erhalten hat, — die tetra.viti.schen Gothen in der Krim. 
Es sei gestattet, die liniiplMidilii listen niicllenslellen ein- 
mal zu sammeln und hier einzuscliallen. 

Der Geschichtschreiber Kaiser Jusliniaii's I., Pro- 
kopios , gedenkt dieser Gothen zuerst. Im IV. Buche 
Kap, 5. seines golhischcn Kriegs erzählt er : als das 



grofse Volk der Gothen (im letzten Viertel des IV. Jahr- 
hunderts) durch die einbrechenden Hunnen vom schwar- 
zen Meere über die Donau gedrängt worden sei, habe 
ein Theil den Sturm vorUbertoben lass^, und sei in sei- 
nen Sitzen westlich vom kimmcrischeri Bosporos geblie- 
ben. Nicht zahlreich, halUii diese Güllicn mit den ntur- 
gurischcn Hunnen nach vorgängigen Kämpfen ein Abkom- 
men getroffen, in dessen Folge ihnen östlich vom Bos- 
poros Wohnsitze gewährt worden seien. Man nenne sie 
tetra.vitische Golhen. 

Im Jahre 548, berichtet Prokopios IV, 4. weiter, 
hätten diese Tetraxiten von Justinian I. auf ihr Bitten 
einen Bischof erhalten. Ob sie der arianischen oder 
einer andern Sekte zugethau wären, sei zweifelhaft. 
Uebrigens hätten sie damals auch den Kaiser zu Unter- 
nehmungen gegen ihre barbarischen Nachh;irn aufzumun- 
tern sich bemüht. 

Hiernächst meldet er IV, 18, dafs (vielleicht um 550) 
diese Gothen an dem Kriege Theil genommen hätten, wel- 
cher von den nlurgurischen Hunnen wider die kuturgu- 
rischen mit Gluck geführt worden sei, indem sie den er- 
stem, mit 2000 Mann über den Don setzend, zugezogen 
wären. 

Endlich bemerkt er in seinem Werke über Justinian's 
Bauwerke 111, 7, nachdem er von der Stadt Bosporos (wie 
angenommen wird, dem heuligen Kertsch) gesprochen : in 
dortiger Gegend sei am Meere die Pflege Dory gelegen, 
von Alters her von denjenigen Gothen bewohnt, welche 
dem Dietrich (von Bern) nicht nach Italien gefolgt wä- 
ren ; als rimiische Bundesgenossen stellten sie dem Kai- 
ser SOOO Mann , wären tapfere Krieger, tüolilige Acker- 
bauer und Überaus gastfrei. Die Landschaft Dory sei 
hochgelegen, aber nicht rauh, sondern fruchtbar, und der 
Kaiser habe dieselbe zum Schulz gegen die Barbaren mit 
ausgedehnten Uniwallungen umgeben. Auch Priscian in- 
stilut. gramm. VI, 1 nennt Dory als Namen einer politi- 
schen Stadt, und mit der Auffindung dieses Orts hat sich 
vornehmlich Murawiew in der Heise durch Tiuirieii, Ber- 
lin 1825, S. 14'J beschäftigt. 

Sodann findet sich in dem kurzgcfafsten Geschichts- 
werke des konslantiiKipolilaiiischeii Patriarchen Nikeplio- 
ros (Becker'schc Ausgabe, S. 45) die Nachricht, dafs "03 
der Kaiser Justinian II. während seiner Verbannung, um 
Nachstellungen zu entgehen , aus der Stadt t'herson (in 
der Nähe des heuligcn Sebaslupols) sich in das Schlofs 
iKirus im Lande Gotlhia geniiehlct habe. 

Ob dagegen unter den Golthogrieclien, von welchen 
der Abt Theuphaiics in seiner Chrunügra|>hie beim Jahr 
707 (Klasscns Ausgabe, Band I, S. 589) versichert, dafs 
sie on der Aufstellung des Gegenknisers Theodosius HL 



15 



Anzeiger für Kunde der deulschen Vorzeit. 



IG 



sich betheiiigt halten , die tctraxilischeo Gollien zu ver- 
stehen seien, wie Stritler memoria populur. l , 2 18 on- 
Dimmt, muTs um so mehr dahingestellt bleiben, als jene 
Vorgange am Sudgestade des schwarzen Meeres, bei Chry- 
sopolis und Adramytiium stattfanden. 

Die acta sancloriim, .Iu:ii tom. V, S. 190, licforri eine 
alte Lebensbeschreibung des heiligen Joliaimcs, Bisiliols 
von Gotthien. Laut derselben stammte dieser Kirchen- 
fürst des 8. Jahrhunderts aus der Handelsstadt der Par- 
thenitareo (dem jetzigen Parlhenit am Südostufer der 
Krim) und ward um seiner Rechtgläubigkeit willen in 
den damaligen Bilderstrciligkciten von seinen Landsleu- 
ten, den (tetra.xilischen ) Golhen zum Bischof erbeten. 
In dieser Stellung lehnte er sich gegen die Oberhoheit 
der heidnischen l'hazaren, der damaligen Beherrscher je- 
ner Gegenden, auf, vertrieb die chazarische Besatzung aus 
Doros und nahm Eleusurä ciu. In die Gefangenschaft der 
Chazarcn gerathen, gelang es ihm, nach Amastris, west- 
lich %on Sinope, zu entkommen, wo er 4 Jahre später 
starb. 

Der Rcichenauer Abt, Walafried Strabo , gest. 849, 
bemerkt Kap. 7 seiner Schrift über das Kirchenwesen 
(bibliotheca palr. ma.\. tom. Xlll), nachdem er der golhi- 
schen Sprache gedacht hat, dafs er von Ordensbrüdern 
erfahren habe, wie einige skylhlsche Völker, namentlich 
in der Gegend von Tomi, noch jetzt dieser Mundart beim 
Gottesdienste sich zu bedienen pflegten. 

In der vom Kaiser Leo VI. zu Ende des 9. Jahr- 
hunderts veröffentlichten Verzeichnisse der Kirchensitze, 
abgedruckt in der Pariser Ausgabe des Kodii^os S. 381, 
wird unter Nr. 34 auch Gotlhia als Erzbisthum aufgeführt. 

Der Geograph von Havenna nennt IV , 5 neben den 
Ro.xolanen am Maolis auch die pntiia (das lieifst in sei- 
ner Ausdrucksweise den Wohnort) der Gellio (iilhen, und 
V, 12 unter den Ländern am schwarzen Meere auch die 
civitas Güthis. 

Die Gelho Gilben erinnern an Vincenz von Beauvais, 
der in den altern Ausgaben seines Geschichlsspiegels, Buch 
XXIX und bisweilen XXX Kap. 87 die etwas verworrene 
Angabe hat, dafs neben den Alanen auch ein 'fheil der 
KIten den Tartaren erfolgreichen Widerstand geleistet habe. 

ISikephoros Gregorios hat in seiner byzantinischen 
Geschichte II, 5 angemerkt, dafs zu den Zeiten des Kai- 
sers Johann Dukas , 1222 bis 12r}5, neben andern Stäm- 
men am Maolis auch die Gothen den anstürmenden asia- 
tischen Horden, deren Anführer er Telepugas nennt, un- 
terlegen waren. 



Vor andern merkwürdig ist die Nachricht des Mino- 
ritcn ^^'illa■lm von Ruisbrocck , welchen 1253 der glau- 
benseifrige franzosische Konig Ludwig IX. zum Khan der 
Tartaren sendete. In seinem, erst 1839 im recueil des 
voyages tom. IV , pag. 219 im lateinischen Urtexte ver- 
ofTenllichlen Reiseberichte meldet er Kap. 1 : „es gibt 
da hohe Vorgebirge von Kersona (Cherson) bis zu den 
Mündungen des Tanais, und in der Gegend zwischen Ker- 
sona und Soldaia (Siidagh) sind vierzig Schlosser, deren 
jedes seine eigene Sprache hat. Auch mehrere Golhen 
finden sich daselbst, welche die deutsche Sprache beibe- 
halten haben." 

Der Kaiser Andronikos, der Paläologe, 1282 bis 1332, 
nennt in seiner Uebersicht der kirchlichen Metropolen 
(Pariser Ausgabe des Kodinos, S. 403) unter Nr. 83 auch 
Gotlhia. 

Laonikos Chalkondilas berichtet im drillen liuclie sei- 
nes Geschichtswerkes, wo er die Zeiten Timur Tamer- 
lans, 133C bis 1405, schildert (Beckers Ausgabe, S. 130), 
dafs die dem Könige Alzigcries uniergebenen Skythen die 
Genuesen und Gollhen, welche Kaffa bewohnt, nnlerjoihl 
und zinspflichtig gemacht halten ; ingleichcn im fiinden 
Buche (S. 200), dafs, als der Sultan Amnral 1421 Kol- 
chis und Trapezunt überfallen, auch Gotthien heimgesucht 
und unter Wegschleppung vieler Gefangenen ausgeplün- 
dert worden sei. 

Der Venetianer Joseph Barbarus , welcher 143(5 in\ 
Auftrage seiner Vaterstadt nach Asow und an den Don 
reiste, erzählt Kap. 12 seines Keisebcrichls (Giovanni Bat- 
tisla Ramusio navigalioni et viaggi. Venolia IGb3, vol. II. 
pag. 91): „Rechter Hand (dem vom Don Zurückkehren- 
den) von der Insel Kaffa,- die am grufsern Meere liegt, 
findet sich GoUiia und weiter .\lania, welches durch die 
Insel nach Monkaslro (Akjcrnian) zu reicht. Die (iothen 
sprechen deutsch. Ich vveifs dies daher, dafs sie mit dem 
deutschen Diener, welchen ich bei mir halle, sprachen 
und sich verslündigten, sowie ein Einwoliiier aus Furlo 
(unw eil Urbino) einem Florentiner sich verständlich macht." 

Noch der letzte byzantinische Chronist, Georg Phran- 
zes, gedenkt des Gollienlandes. Er meldet Buch II, Kap. 19 
seiner Jahrbücher, freilich ohne Näheres anzugeben, dafs 
er 1447 ans seiner Slatthallerschaft im Peloponncs in An- 
gelegenheiten Trapezunts und Gotthiens nach Konslanti- 
nopel gesendet wordcti sei. 

(Schlufs folgt.) 



(Mit einer Beilage.) 



Veranlworlliche llcdnriinn : Dr. Kreih. v. n. i.. Aufsef». Dr. .\. v. Eye. Dr. G. K. Frommnnn. 

Verlag der literarisch- artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

U. E. Scbnld'iclie Buchdruckercl. 



REH. V(;E zum A\ZFJ(;EI{ flu KI XOE DEI{ DELTSniEX VOnZEIT. 

1859. J\? 1. Januar. 



Chronik des germanischen Mnsennis. 



Mit fröhlichem Mulhe und mit feslem Vcrlrauen anf die 
Zukunft können wir dieses neue Jahr beginnen, da wir beim 
Ruckblick auf die Erfolge des vorigen uns sagen dürfen, dafs 
die Bahn zum neuen gebrochen sei. Gleichsam als ein Neu- 
jahrgeschenk erhielten wir 1000 Thaler Beilrag von der kgl. 
sachsischen Regierung, deren Beispiele noch viele fol- 
gen mögen. Auch Se. Uurchl. Fiirst .\lbrechl zu Sayn- 
Wiltgenstein-Berl eburg Obersendete ein Geschenk von 
50 fl., sowie zum Kirchenbau Se. Erl. Graf Heinrich von 
Schlitz, gen. von Görtz, 25 11., die Familie Sattler zu 
SchweinfurI 100 fl. Die Stadt Koburg trat mit einem Jah- 
resbeitrag von 10 fl. bei. Manche hulfreiche Hand that sich 
mit kleineren Gaben in Geld und Baumaterial zur würdigen 
Wiederherstellung unseres schönen Kirchengebäudes auf, wel- 
che die besten Fortschritte macht, so dafs im Frühjahr Kaul- 
bach, der bereits sich eine passende Stelle für sein grofses 
historisches Wandgemälde bezeichnet hat, solches in Angriff 
nehmen wird. 

Der Hülfsverein in Mannheim hat seine Statuten, 
welche ähnlich den Berlinern sind, bekannt gegeben und 
schon die besten Fortschritte gemacht. Dank sei den patrio- 
tisch gesinnten Mannern, die sich zur kräftigen Förderung 
einer echt deutschen Sache einigten und gerne ihr ein Opfer 
bringen ! 

Unter Bezugnahme auf unsern letzten Bericht in Nr. 12 
V. J. sind wir jetzt schon so glücklich, als zum Gelehrlcn- 
ausschufs neu gewählte und beigetretene Mitglieder nennen 
tu können, die Herren 

Aegidi, Dr. Ludw. Karl, Professor, in Erlangen. 
Barsch, Dr. G., geh. Regierungsrath, in Koblenz. 
Bonstetten, Freih. Gustav v., in Bern. 
Chlumecky, P. Riller von, k. k. Archivdirektor, in Brunn. 
Choulant, Dr. Ludw., geh. Medizinalrath und Professor, in 

Dresden. 
Cornelius, Dr. C. A., Prof., in München. 
Czörnig, Dr. Karl Freih. v., Seclionschef im Handelsmini- 
sterium zu Wien. 
Demuth, K. J., Landlafeldircktor, in BrUnn. 
Diez, Dr. Friedr., Professor, in Bonn. 

D Ol li n gcr, Dr. Joh. Jos. Ign., Stiftsprobst ii. Prof., in München. 
Ennen, Dr. L., stadtischer Archivar, in Köln. 
Euler, Dr. Ludw. Heinr., Adv. u. Notar, in Frankfurt a M. 
Fahne, A., Friedensrichter, zu Fahnonburg bei Düsseldorf. 
Fickler, Dr. C. B. A., Professor, in Mannheim. 
Floto, Dr. Hartwig, Professor, in Basel. 
Gar, Thomas, Professor und Staillbihliolhckar, in Tricnt. 
Guhl, Dr. Ernst, Professor, in Berlin. 

Hesse, Dr. Ludw. Friedr., Hofrath, geh. Archivar und Biblio- 
thekar, in Kudolsladt. 



Hirsch, Dr. Theodor, Professor, in Danzig. 

Hotho, Dr. H. G., Professor, in Berlin. 

Janssen, Dr. L. J. F., Conserv. am Reichsmuseum für .\lter- 

thümer in Leyden. 
hausier. Ed., Archivralh, in Stuttgart. 
Kl II p fei, Dr. K., Professor und Bibliothekar, in Tubingen. 
KopUe, Dr. Hud. Anasl., Professor, in Berlin. 
Kosegarten, Dr. J. G. L., Professor, in Greifswald. 
La com biet, Dr. Thcod. Jos., Archivralh, in Düsseldorf. 
Liliencron, Dr. Freih. R. v., h. s. Kammerherr, in Mei- 

ningeii. 
Löher. Dr. Franz, Professor, in München. 
Mohr, Konradin v. , Präsident der Bündner Gesellschafl, in 

Chur. 
Namur, Dr. A., Professor und Bibliothekar, in Luxemburg. 
Napiersky, Dr. C. E., Staatsrath, in Riga. 
Naumann, Or. Robert, Sladibibliolhekar und Gymnasialleh- 
rer, in Leipzig. 
Pauli, Dr. Karl Wilh., Oberappellationsgerichlsralh, in Lübeck. 
Paulus, Ed., Finanzassessor, in Stuttgart. 
Petzholdl, Dr. Jul., Bibliothekar, in Dresden. 
Piper, Dr. Ferd., Professor, in Berlin. 
Rafn, C. Chr., Etatsrath, in Kopenhagen. 
Reich en sp ergcr, .\ug., Appellationsgerichtsrath, in Köln. 
Richter, Dr. Emil Ludw., Obcrconsistorialrath und Professor, 

in Berlin. 
Riedel, Dr. Ad. Friedr., geh. Archivralh, in Berlin. 
Richl, Dr. W. H., Professor, in München. 
Rochholz, Ernst Ludw., Professor, in .\arau. 
Schleicher, Dr. Aug., Hofrath und Professor, in Jena. 
Schmidt, Dr. Karl, Professor, in Stral'sburg. 
Schnell, Dr. Job., Professor und Civilgericbtspräsidenl , in 

Basel. 
Schreiber, Dr. Heinr., Professor, in Freiburg (im Breisgau). 
Schuler v. Libloy, Friedr., o. 0. Professor an der k. k. 

Rechtsakademie in Ilerniannsladt. 
Schul I er, Joh. Karl, k. K. Schulrath, in llerninnnstadt. 
Soltl, Dr. J. )!., k. geh. Hausarchivar u. Prof., in München. 
Ulimann, Dr. Karl, Prälat, in Carlsruhc. 
Walther, Dr. Ph. A. F., Kabincts- und Hofbibliothekar, in 

Darmslndt. 

Weber, Dr. Karl von, .Vinislerialrath und Direktor des Haupt- 
und Staatsarchivs, in Dresden. 

Wocel, Dr. Joh. Erasni., Professor, in Prag. 

Wolf, Dr. Ferd., Kustos a. d. k. k. Hufbibliolhck in >^icn. 
In Schriftcnaustnusch mit dem Mu.«cum ist gotrcirn : 
Socii'le piiur la conservation des roonumCDtf 

historiijues d'.VUacc zu Slrafsburg. 



19 



Anzeiger für Kunde der deutsclicii Vorzeil. 



20 



Den B Dchli an il hingen, die lur Vermehrung der Biblio- 
thek durch Griitisexoin|ilnre ihrer Verlagswerke l)eilr;igen, 
hahcn sich angischlossen : 
364. Ignaz v. Kleinmayr und Fedor Bamberg, Buch-, 

Kunst- und .Musikliandlung, in Lnibach. 
3ti5. Kesselring'sche llolbuchhandlung (Johanaes Nonne) 
in U ildb urghauseu. 

Neue .\gcnlurcn wurden errichlil in l'i riia und Z wei- 
brOckc n. 

Der Empfang nachstehender Geschenke wird dankend be- 
stüligt : 

I. Für das Archiv. 

Dr. AagQSt Potthast /u Itau.li n m dberschlcsicn) : 
lUÖO. Erlafs des h. J. Ivasiniir von l'olin an den Grafen 
Gg. V. Iloditz wegen .\ufnalirae der Kapuziner zu Neu- 
sladl. li;i.'i. Pap. 
Dr. Ludwr. TrOSS, Ubcrichrer. zu llanini : 

1091. Bestätigung des Wappens v. Jnc. van den Enlioule v. 
J. 1532 durch Elbo, Sekrcliir der Schöffen zu Gent. 
1733. Pap. 

1092. Bcstaiieun}! des Wappens v. Jac. van den Enhoule 
V. J. l.'d'J, durch Elbo, Sckrelur d. Schoifen zu Gent. 
17.J3. I'ap. 

Friedrich Hommel, k. Buzirksgerichlsrath, zu .\nsbach. 

1093. Genieindeiechnung von Oberlbülbern von 1665—1666. 
Pap. 

B. Greve, Itcalkhrer, zu Limburg a. d. Lahn : 

1094. Molarialsinstrument des Job. Voigtl d. J. v. Überwesel 
über einen zu Alsenz statigefundcnen Landfriedens- 
bruch. 1597. Pgin. 

1095. Kacsiniilc eines .Vblafsbriefs für die Kirche in Jiicdcr- 
lahnslcin v. i. 1326. Pap. 

Rüder, .Staatsanwalt, zu Oldenburg: 
lu'jG. Ittver» des Grafen .\nton Günther zu Oldenburg für 
Clnmer von dem Busch wegen Einräumung eines ein- 
gedeichten Stuckes Land. 1G65. Pgm. 

II. Für dio Bibliothek. 

Comite Flamand de France in Otinkirchen: 

(M.'i;. Da-,., lliilL-lin. Nr. 11. 18.'i8. S. 

Rectorat des Gymnaslams zu Lemgo : 
61'27. II. K. Brandes, ,\bhandl. über d. Pilatus. 1811. 4. 
612H. Der»., .\l.han II. über Grund und Boden. 1852. i. 
6429. Der»., der «Irtics und die Staufen. 1853. 4 
r,^l30. Der» . Ilanibiiri; und ISrrmcn. 1856. 4. 
fr|31. Der»., über daii Worllein Wik. 1858. 4. 

64.32. I)er>., die Vorgebirge Enrnpat. 1851. 4. 
•T. B, Schöpf, Gyniniisialprofcsior, in Bozen : 

64.33. Den.. Hie Kirche uml da» Kloster der Kraniiskaner zu 
lioM II. II J. er, 1. 

Ein Ungenannter in Nurnbrre: 
6|:M. J. i/.rsk,, die J,-,uiten in (iraudenz. (1858.) 8. 



Direktorium des Gymnasiums zu Hanau : 

6435. Kiulsncr. die allilcrirciidLii ältesten Dichtungsreste 

in hochdeutscher Sprache. 1845. 4. 
643G. 0. Vilmar, Reste der .\lliteration im Nibelungenliede. 
1855. 4. 
J. Albrecht, DomanenlHnktor u. .Vrchivar, in Ochtingen : 
6137. Di-r.-., (iii- hiihcnliihischen Siegel des Mittelalters. 
1857. 4. 
K. Staatsarchiv in Stuttgart: 
0138. Wirlfiiilicr.isclits L'rkundenbuch , 2. Bd. 1858. gr. 4- 
2 Exiinpl. 
Dr. Jos. Gutenäcker, Stuilienreklor. in Bamberg: 

6439. Ders., Verzeichniis aller Programme und Gelegenheils- 
schriflen, welche an den k. b. Studicnanstalten von 
1823,24 bis 184142 erschienen sind. 1843. 4. 

Brodtmann'sche ßuchh. in Schaffhausen : 

6440. Die Schweiz, illonatsschrin, herausg. von 1.. EckardI 
u. r. Volinar. Nr. 10 und 11. 1858. 4. 

Cour V. Mohr , Präsident der bündncrischen geschicht- 
furschenden Gesellschaft in Chur : 

6441. Archiv filr die Geschichte der Republik Graubünden. 
1.-24. Heft. 1848- .57. 8. mit Codex diplomal. 2 Bde. 

Bündnerische geschichtforschende Gesellschaft 

in riiiir : 

6442. Dies., Archiv, 28. lieft. 1858. 8. 

6443. U. V. Planta Reichenau, die gewaltsame politische Be- 
wegung vom 4. Jan. 1814. 1858. 8. 

Histor. Verein für Krain in Laibach : 

6444. Ücis.. .MiiilHiluNniii- Jiili u. .\ug. 1858. 4. 
Dr. L. Choulant, k. sachs. geh. Kalb, in Dresden : 

611.1. Dcrs.. diL .Viilaiige wisscnschafll. Nalurgesch. und na- 
turhistor. .\bbild. im christl. .Vbendlande. 1856. 4. 
Ein üng^enannter in Nurnbcrg: 

C44G. llclpiricii,'^. ars caUulatoria. Perganienthnndschr. 11. 
Jhcll. und Lilicr de compulo. 10. Jbdt. 4. 

Dr. Adalbert v. Keller, Professor, in Tiibingen : 
6447. Ergebnisse der akadem. Preisbewerbung. 1858. 4. 

Historisch Genootschap in Utrecht: 
6418. Dies., Kronijk, 1.!. Jaarg. 1S57, .3. Serie. 3 Deel u. 14. 
Jaarg. 1858. 3. Serie. 4. Deel. 1858. 8. 

6449. Dies., Codex diplomaticus, 2. Serie, 5. Decl. (1858.) 8. 

6450. Dies., Beriglen. 10. Deel, 2. Stuk. 2. Serie, 1. Deel, 
2. Sink. \s:,H. 8. 

Böhmisches Museum in Prag : 

6451. Dajs., Pamiitky. Redaktor K. V. Zap. Dilu III, sesit 3. 

is:i<. 1. 

Bibliothekariat der Frivatbibliothek Sr. Maj. 
des Köuigs von Hannover: 
64.52. L. .NoIu, Katalog der l'riv.-Bibl. Sr. .Maj. des Küniga 
von Hannover. 1858. 8. 
Frimbs. Bei bl>praklikaiil, in Nurnbcrg : 
6153. li. Vogcli, der Konslanzcr Sturm im J. 1548. 1816. 8. 

6454. (J. R. Wegclln) Staats- und Erdbeschreibung des SchwA- 
bischen Kreises. 1780. 8. 

6455. II. E. EmIkt, Beschreib, des Züricher Sees. 1692. 8. 



21 



Anzeiger für Kunde der deulsclien Vorzeit. 



Direktorium des Gymnasiums zu Braimschweig : 
6456. II. Diirrc, Braunschweigs Entsiclning um) stiidlische 
Entwirkelung. 1857. 4. 
Societe de la morale chretienne in Pnris : 

61'>7. Dies., Journal. T. s. .\r. 5. 18.'i«. 8. 
Societe pour la recherche et la conversatlon 
des monuments historiques in Luxemburg : 

6458. Dies.. I'uMicalions. .\nncc 18,")7. .XIII. 1858. 4. 
Rektorat des Gymnasiums in Ulm: 

6459. \V. KM|i(r. /ur GimIi. des llmcr Gymnasiums. 1858. 4. 
Capaun-Karlowa'schc Buchh. in Celle :. 

GlGi.i. W. V. IliMlunlier?. ilio Diözese Bremen. 2. Tli. 1858. 4. 

Direktorium des Gymnasiums zu Innsbruck : 
61Ü1. Jos. Siebinger, Ge.'^cliichle des Gymnasiums clc. 1858. 4. 

Palm & Enke, Vcrlagsbuchh., in Erlangen : 
6402. J. .\. Eisenmann u. C. F. Hohn, lopogr.-geogr.-stalist. 
Lcvicon von Bayern. 2 Bde mit Zus. 2. Aufl. 1840. 8. 
6463. F. W. Ph. V. Aramon, Geiler von Kaisersbergs Leben, 
Lehren und Predigen. 1826. 8. 
Iiintz'sche Buch- und Musikb. in Trier : 
64G4. F. W. Kampschulle, die Universität Erfurt. 1. ThI. 
1858. 8. 

6465. J. Marx, Geschichte des Erzstifis Trier. 2. Bd. 1859. 8. 

6466. SL F. J. Muller, Notizen über die Enlslebung, Forl- 
dauer und Auflösung der Gcwerbs- und Haudwerks-Zunite 
in Trier. 1840. 8. 

6467. Die Basilika in Trier. 1857. 8. 

6468. Ch. liawich und Aeurohr, .Vbbilduogen gelehrter und 
in der trierischen Geschichte ausgezeichneter Churfnr- 
sten und Sliialsmaiincr. 1825. 4. 

Dr. A, Birlinger, Alumnus im Priesterseminar zu Bot- 
burg a N. : 

6469. K. Besseldt, von dem Verhaltiiils altdeutscher Dichtun- 
gen zur volksthumlichen Erziehung. 1814. 8. 

6470. Hauschronik der Familie Stebenhaber. Papierhandscbr. 
17. Jahrh. 8. 

Franz Bock, Conscrvator. in Köln : 
(JlTl. hin Im iiMliniuek. licdigirt ^ on Fl. Kiels, ;Laib und 
Schwarz. 1.-4. Bds. 3. Heft. 1857 — 58. 4. 
Ch. Fr. L. Wurm, Professor, in München : 

6472. \>orlerbiirli d( r deutschen Sprache. 1. Bd. 1. Lfg. 
185«. 8. 

Direktorium der k. Hof- und Staatsbibliothek 
in Miinclien: 

6473. Catalogus codicum manu scriptoruni bibljutliecne rcgiio 
Monaccnsis. T. MI. 1858. 8. 

Back, Lehrer, zn Zcilitzhcim: 
tJlTI. i;. (i. Ilnppelius, Hern- Chronica. 1. Tbl. 1690. 8. 
Wiesend, Landrichter, in Burghnu.scn : 

6475. M. Eiscnberger, Herzog (ieorg der Reiche. 1858. 8. 
2 Exenipl. 

Franz Köhler'a Buchh. (Karl .\uc) In Stuttgart: 

6476. M. Biffart, Geschichte der wtlrtl. Vcsle Ilohenaspcrg. 
1858. 8. 



S. Leidinger, Bibliolheksgehülfe am germ. Museum : 

6477. K. \V. liiittiger, die allgemeine Geschichte. 10. Aufl. 
1845. 8. 

Direktorium der Realschule zu Friedberg: 

6478. Ph. Dieireiibiicli , l'rni.'r;iiiMn fnr das Jahr 1854, nebst 
einer geschichtlichen Einleitung. 1854. 8. 

6479. Dcrs., Beitrag zur hennlnils des Friedberger Schulwe* 
Wesens im XVI. Jahrh. 1856. 8. 

C. Otto, Besitzer der Otto'schen Buchhandl. in Erfurt : 

6480. J. .\. v. Schultes, Sachsen-Coburg-Saalfeldischc Landcs- 
ireschlehle. 1818 — 22. 4. 

J. S. Seibertz, Kreisgerichtsrath, in Arnsberg: 

6481. Ders. , Wilhelm von Fürstenberg, Herrmeister des deut- 
schen Ordens in Livland. 1858. 8. 

Ernst Kirchner, Superintendent, zu Gransee : 

6482. Dcrs., Geschichte der Kloster in der Mark Branden- 
burg. Spcc. Tbl. 1. 1857. 8. 

6183. Ders., Thms l'onnerUeil etc. 1853. 8. 
Dr. Aug. Potthast, Erzieher der Prinzen Sr. Durchl. 
des Herzogs von Ratibor, in Räuden : 

6484. Ders. , Geschichte der ehemaligen Cistercienserablei 
Bauden. 1858. 8. 

6485. J. Roger. Verzeichnirs der bisher in Oberschlesicn auf- 
gefundenen Kaferarten. 1857. 8. 

6486. Manifest Ihrer Kgl. Maj. König Augusti II. in Fohlen. 
1709. 2. 

6487. Notizie storiche suUa citta e sede episcopale di EdessR. 
I). J. gr. 1. 

J. Veith, Buch- und Kunst-Verlagshanill. in Karlsruhe : 

6488. J. Hochstetler, schweizerische .\rchilectur. 1.— 3. Hcfl. 
(I. J. gr. 2. 

L'Institut historique in Paris : 
(3489. I)a.-s.. ^Inve^ligalelJ^. 2>7. livrais. 1858. 8. 

Direktorium des Gymnasiums zu Gitschin: 

6190. 3 Programme für die Jahre 18.'):3. 1854 u. 18.".5. 8. 

Schleslsche GeseUschaft für vaterländische 
Kultur iu Breslau . 

6191. Die.*.. :]'k Jahresbericht (18,')8). 4. 
Stahel'sc lie liui bhanillung in Wurzburg : 

6492. J. B. Schwab. Johannes Gcrson. 1859. 8. 

6493. J. Kchrein, kathol. Kirchenlieder, Hymnen, Psalmen. 
1. Bd. 1859. 8. 

6494. Ders., kurze Geschichte des deutschen katholischen 
Kirchenliedes. 1858. 8. 

Dr. Franz Roth, Lehrer, in Frankfurt n M. : 
(;|95. Dir-; und L. IL Euler, Besehwerdescbrifl der Gemeinde 
Griesheim. 18.")8. 8. 

Rektorat des Gymnasiums zu ^^'urzburg : 

619("i. 17 Priifframme und Geleginlieilsschriftcn. 1828 — 58. 4. 

Historischer Verein zu Bamberg: 
(■,r.i7, llri-.. _'I. Jalue^bcrieht. 1858. 8. 

Rektorat des Gymnasiums zu Regensburg: 
Or.tS. Ch. Klciu.^taube^. t!e»i.halilc des protestiuitisrhen tlwn- 
nasiums zu llegcnsburg. 1846. 4. 

Rektorat des Oymnaslnmi 7u Budlü^in : 

Ol'.i'.'. 2 l'iograuHiic. l'-.'i.' u. 1 "-.'i.'i. 1. 



23 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



24 



Redaktion der nnmisiu. Zeitung in WeiTtensee: 

65'»'. |ii. -.. iniim.-iiiiii. Zi-iiuiig. Ar. 20 — 22. 1858. 4. 

Ein Ungenannter ia Numbirg: 
O&Jl- Joli. lU'ßioinnniMDUs. halciidnriuin novuni etc. (147GJ. 4. 

C. H. BeckViiie Buchh. in Aoriiliogen : 
6Ö02. Die deuUchen Mundaricn. ilerausg. v. G. K. From- 
iiiann. 5. Jalir^'. I. Ilifl. 1 -'.'■S. ^. 

Verein für nassauische Alterthumskuude und 
Geschichtsforschung: in Wii'sbadeu : 
65?:;. I>. r.-.. .\nn.tU.i. :.. I'hI... 1. Hell. 1858. 8. 

Jos. Diemer, Oinklor der k k. rniverfiiläts-Bibliothelt 
iji Wien: 
G504. Ders., Beiträge zur .illern denlsrhen Sprache und Lite- 
raliir. I. ihl. l-~.".-. -. 
Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaf- 
ten in Uorlilz : 
65<C). Dies.', nines [.ansilzisclies }Iagazin. 34. Bd. 1858. 8. 

F. A. Brockhaus, Bticlih. in Leipzig: 
65U'."). K. C'li. B. .\ve - Lallemant , das deutsche Gauncrthum. 

1. u. 2. Thl. 1858. 8. 

K französisches Ministerium des öffentlichen 
Unterrichts und des Cultus in ['■.ir\s : 
6507. Revoe des Socicl^s savantes. T. 4 u. T. 5, livr. 1 u. 

2. 18.-.«. pr. )^. 

K. k. Centralcommission zur Erforschung und 
Erhaltung der Baudenkmale in Wim : 
Gbi.x. llj.-.. .Miiilnihin;;. I,. li. ,1. Karl Weils. 111. Jahrg. 
.N..V. l^.-.s. -l. 
J. G. Müller, Anti>|uar.-, Kunst- u. Landkli., in (jutha: 

6509. G. Kathgelier, Annalen der Nicdcriiind. Malerei etc. 
l-ll. UT. 2. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 

6510. A. liarlicji, caluldgue ralsonne de toutes Ics cslampes 
<)ui fc.rnunt liieuvre de Kembrandt. 2 ThIc. 1797. 8. 

Friedr. Hommel, k. ßezirkegerichlsrath, in Ansbach : 

6511. (J. G. \. I.iiril. der Geschichte des I.erhrains 2. Bd. 
(). J. 2. 

6512. J. J. Moser , allg. Einleitung in die Lehre des beson- 
deren Slaals-Bechls. 1739. 2. 

G513. Ders., Staals-Kcchl d. !. lloch-StilTt« Constanz und der 
Abbtc)' Kcichenau. 1740. 2. 

6514. Der»., Sinats-Rccht d. f. Hoch-Sliffts Augspurg. 1740. 2. 

6515. Der»., Sinais Hecht d. II. B. H.ichs .Stall Zell a. 11. 
1740. 2. 

651«;. Der.«., SlanlsBeclil der Itcichs-.Vbhiey Buindl. 1740. 2. 

6517. Der»., Slaats-Bechtd. II. H. Ueiehs SlallAachen. 1740. 2. 

6518. Der»., Sinais -Recht dct churrurstl. ErzsIilTls Trier etc. 
1740. 2. 

6519. Ch. J. hrcmcr, dipl. Bcytrugo zum Behuf der Tcutschen 
Ge»chichi*-hunde. 1. Sl. 1756. 8. 

6.'i20. S. G. Trc\er, hisloria glubi crvcigeri. 1728. 8. 

6521. J. F. G. Erdniann, Versuch einer llittnrie von ülTenll. 
Armbrutl - und Buchten - Schiefscn. 1737. 8. 

6522. C. Schvrzneiich, epitlolac sciecliore». 1729. 8. 
6,523. J. J. Mn»er, Anmrrk. über da» Abtierhen des churf. 

Ilnuie» Ba>crn. 1778. 4. 



6524. A. F. Zanihier, clenodiographia imperialis. 1725. 8. 

6525. Beweifs, dals die . . von den Evangelischen ergriff. 
Ilis in partes rechtmiil'sig sei. 1761. 4. 

6526. Staats- Betrachtungen »her gegenw. Preufs. Krieg in 
Teutschland. 17GI. 4. 

6527. Das wahre Interesse des Teulschen Reiches elc. 1761. 4. 
Friedr. Vieweg & Sohn. Vorla<:>buclih. in Braun- 

.vdnveig : 
G528. Wissenschaftl. Vortrage, gehalten zu München im Win- 
ter 1858 von Th. BischolT etc. 1858. 8. 
Societe pour la conservatlon des monuments 
bistoriques d'Alsace in Sirafsburg: 
6529. Die?., ßulleiin. 2. Vol. 1857—1858. 8. 

Ii. W. Seidel, Buchh. in Wien : 
G530. C. Schrnii v. Tavera. Bibliographie zur Geschichte des 

rr, Kai.M-islaals. I. Abth. 2. Bd. 1858. 8. 

Ch. G. Ernst am Ende, Buch- und hunsth. in Dresden : 
6531. K. H. W. Münnich, das Fichtelgebirgc u. das Egerlhal. 
1S,59. 12. 
W- Besser'S Vcrlagsbuchh. (Franz Duncker) in Berlin : 
G532. F. Geisheini, die Ilohenzollern am hl. Grabe zu Jeru- 
salem. 18,58. 8. 
J. Ricker'schc Buchh. in Giefsen : 
G53.'i. (i. Sandhans, gernianisl. Abhandlungen. 1852, 8. 
Fincke'sche Buchh. (G. F. Schmidt) in Ilildcsheim : 

6534. F. W. .\n(lreae, Chronik der Residenzstadt Hannover. 
1. lieft. 18,59. 8. 

Ed. Treiwendt, Yerlagsbuchh. in Breslau : 

6535. Janus. Zeitschrift für Geschichte und Literatur der 
Jledicin. hcrausg. von A. W. E. Th. Ilcnschcl. 1. — 3. 
Band. 1846 — 48. 8. 

6536. Kolsmaly und Carlo, schles. Tonkunstler-Le.xicon. 1. — 4. 
lieft. 1846-47. 8. 

6537. C. .V. J. holde, Dr. Johann Ilefs, der schlesischc Re- 
formator. Mit PortrflI. 1846. 8. 

6538. Ed. Cauer. Geschichlilahellen. 5. AuH. 1857. 8. 

6539. C. V. Vincke, die Matrimonial und rolizei-Gerichtsbar- 
kcit auf dem Lande in den itsll. I'rovinzen des preufs. 
Staats. 1847. 8. 

6540. F. R. Fischer, Führer durch Breslau. 1851. 8. 

6541. B. i\riistadl. Sudeten-Wanderer. 1854. 8. 

6542. H.Tagmann. die Was.'^erheilanslaltCenlnerbrunn. 1854. 8. 

6543. Schlesisches Allium. Lithogr. 48 Blatter, qn. 4. 
6.544. Eperi.i. Taschcnlmch 184s. S. 

Du Mont-Schauberg'.M'hc Buchh. in Köln : 

6545. Organ für christliche Kunst, hcrausg. von Fr. Baudri. 
Nr. 22-24. 1S,5.S. 4. 

Trowltzsch & Sohn, llnlliin hHnu K. in KrnnKfurl a (). : 

6546. .Monatsschrift liir deutsches Sladle- und Gemeindewe- 
sen, heraii.^^g. von A. Piper. Heft XII. 185S. 8. 

Direktorium des akademischen Gymnasiums 

zu l.iiitii'ich : 

6547. 7 Programme. 18.52—58. 4. 

6548. Abraham a Santa Clara"» ..Redliche Red für die krai- 
nisclie iN'alion". Milgethcill von AI. Egger. 2 Ex. 



25 



Anzeiger für Kuinle der deulschen Vorzeit. 



26 



6549. G. Kemperle, tabellarische Darstellung der terrildrialen 
Entwürfe des Österreich. Kaiserslaatt. 1856. 1 Blatt, 
gr. 2. 

B. Schilling, Privatgelehrler, in Riga : 

6550. .M. \>iiissel, Chronica Aller l'reusscher, I-ill'lend. vnd 
Curlend. Historien. 1599. 4. 

6551. Balth.Rvssow, Chronica. Der ProuintrLyfflandt. 1584.4. 

6552. Rigische Anzeigen. 1763—65. 4. 

6553. Rervm Moscoviticarvm avctores. 1600. 2. 

6554. Dav. Chytraeus, newe Sachssen Chronica. 1597 — 98. 2. 

6555. II. J. Hansen, Geschichte der Stadt Narva. 1858. gr. 8. 

6556. Die Quellen des Curlandischen Landrechts, herausg. 
von C. V. Rummel. Bd. I. Lfg. 1 u. 2. 1844. 8. 

6557. 0. Kienilr, 24 Bücher der Geschichte Livlands. 2. Bds. 

1. Liefer. 1849. 8. 

6558. Fama für Deutsch-Rufsland. Herausg. von A. Truhart. 
1.— 4. Bdchn. 1806. 8. 

6559. F. G. V. Bunge, wie kann der Rechlszustand Liv-, Esth- 
und Curlands am zwcckmalsigslen gestaltet werden ? 
1833. 8. 

6560. Riga scher Almanach für 1859. 2. Jahrg. 8. 

6561. 0. V. Mirbach, Kurische Briefe. 1. u. 2. Thl. 2. Aufl. 
1846. 8. 

6562. Beitrag zur Geschichte der Kirchen und Prediger in 
Livland. 2.-4. Heft. 1851—52. 8. 

6563. Dabelow, Geist der schwed. Vormünder- Ordnung von 
1Ü60. 1820. 8. 

6564. M. Berkholz. Kachrichten, die Gertrud -Kirche in der 
Vorstadt von Riga betr. 18M. 4. 

6565. K. G. Sonntag, Geschichte der Belagerung von Riga 
unter Alexei Michailowitsch. 1791. 4. 

6566. G. H. Taubenheim, Einiges ans dem Leben M. J. Loh- 
mullers. ISoO. 4. 

6567. Lib. Bergmann, Kachrichten von den General -Superin- 
tendenten Livlands. 1814. 4. 

6568. Ders., zur dankbaren Erinnerung an die Reformation 
Luthers. 1817. 4. 

6569. J. G. Kohl, die deutsch-russischen Ostseeprovnzen. 
2 Thle. 1841. 8. 

6570. C. Rulswurm . Eibofolke oder die Schweden an den 
Küsten Ehstlands und auf HunO. 2 Thle. mit lithogr. 
Beil. 1855. 8. u. qu. 4. 

6571. Kordisches .\rchiv. Mai und Sept. 1805. 8. 

6572. Archiv für die Geschichte Liv-, Eslh- und Curlnnds, 
herausg. von F. G. v. Bunge. Bd. V, 3. Heft. 1847. 8. 

6573. L. Schneider, Kaiisch im Sept. 1835. 8. 

6574. v. Kortr, die Thronbesteigung des Kaisers Kicolaus I. 

2. Aufl. 1857. 8. 

6575. W. Struvc, Resultate der in den Jahren 1816—19 aus- 
geführten asiron.-lrigon. Virmcssungcn Livlands. 1857. 
gr. 4. 

657l). u!7 \\('il( rn Sclirificlien. 2., 4. u. 8. 

Dr. Willi. Soldan, l niv.-Professnr, in Gicfsen : 
6577. 1) Ein hllbsch Lied von dem Konig Lafsla ; 2) Ein 
klaglich Tragödin mit zchen Personen von der him- 
melfahrt Kcilharts von Düngen. Kcuc Absclir. 4. 



■Wagner'sche Buchh. in Innsbruck : 
657t<. K. J. Vonbun, die Sagen Vorarlbergs. 1858. 8. 

6579. J. V. Zingerle, Sitten, Brauche und Meinungen des Ti- 
roler Volkes. 185T. 8. 

6580. Ders., König Laurin 1850. 12. 

6581. Jg". und Jos. Zingerle, Tirols Volksdichtung und Volks- 
gebrauche. 1. lid. 1852. kl. 8. 

6582. J. V. Zingerle, Tirol. Kalur, Geschichte, Sage. 1852. 8. 

6583. B. Weber, Oswald von Wolkenstein. 1850. 8. 

6584. Ders., Handbuch für Reisende in Tirol. 2. Aufl. 1853. 8. 

6585. Das Land Tirol. 3 Bde. 1837 — 33. 8. 

6586. A. v. Eberl. Erinnerung an Tirol. 1840. 8. 

Dr. Barack, Bibliothek -Sekretär am german. Museum:' 

6587. Ders., Hans Böhm und die Wallfahrt nach Kiklashausen. 
1858. 8. 

6588. Ders., die Spinnstube. Kach Geschichte und Sage. 
1858. 8. 

Dr. F. G. Benkert, DomdechanI, zu Würzburg: 

6589. Ders., Künfsberg u. Ilerrgoltslhal, 1858. 8. 
Dr. r. A. Reufs, <iu. Professor in Nürnberg: 

6590. Ders., kurzer chronologischer .\brifs der Geschichte des 
vormaligen Fraucnklosters zu Kitzingen. 1840. 8. 

Dr. Franz Pfeiffer, Professor, in Wien : 

6591. Stricker, das Maere von den Gauhühnern. 1859. 8. 
Louis de Baecker in Bcrgues : 

G59l'. Ders., histoire de lagricullure Flamande en France. 
1858. 8. 

6593. .\rnould de Tournay, Miniariaruni. IS.'iS. 8. 

Sooiete d'histoire du Canton de Frlbourg in 

Freiburg : 

6594. Dies., archives. Sixienie cahier. 1855. 8. 

6595. Dies.', notice sur la vie et les travaux etc. par .\lex. 
Daguet. 1854. 8. 

6596. .\lex. Daguet, biographic de Fran^oisGuillimann. 1843. 8. 
A. Scheiffele, Professor, in Ellwangen: 

6507. J. \. Braun, Beitrag zur Geschichte von Ellwangcn' 
1845. 4. 

6598. F. Lauchcrt, Untersuchungen über die Laut- und Formen- 
lehre der ratoroman. Sprache. 1845. 4. 

6599.' A. Bomback , Hans Sachs als dramatischer Dichter. 
1847. 4. 

6600. Reuschle, Kepler, der Würtemberger. 1841. 4. 

6601. Kern, etymologische Versuche. 1858. 4. 

6602. K. Oswald, die Geschichte der lateinischen Lebransajl 
zu Ehingen. Is35. 4. 

6603. Walthcr von Reinau, von dem Icbenne Marien. _'. Buch. 
Herausg. v. Adalbert Keller. 1852. 4. 

6604. Adalb. von Keller, .\nleilung zur Sauimluue des schwä- 
bischen Sprachschalzes. 1855. 1. 

6605. Elblin V. Eselberg, herausg. v. Adalb. v. Keller. IS.V;. 4. 
G606. J. N. V. Vanotli, kurier Abrils des Lehens und Wir- 
kens Friedrichs von Walter. IM41. 4. 

t;(!07. J. B. Gerlingcr, dio griechischen Elemente in Schillcri 
Braut vdu Messinn. 18.''>2. 4. 



27 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



28 



Bauer & Raspe, Verlagsbuchh. (Jul. Meri) in Nürnberg : 

6608. J. Sicbniacliers Wappenbuch, lierausg. 0. T. v. Ilefne r. 
44.— 4y. Lief. 4. 

6609. A. Eye und Jac. Kalke, Kunst unJ Leben der Vorzeil. 
Ilcfl ^!t - 3ii. 4. 

Dr. F. A. Reufs, qu. Professor, in Nürnberg : 
661U. Dcrs., nalurgeschichtl. Sagen in Unlcrfrankcn (Mnc- 
mosyue). 1858. 4. 
Thomas Welzenbaoh, Schriflselzer, iu Wnrzliurg : 
G'JU. I'cri.. ilfsc hiihlc der Hiiilidrucitcrkunsl im eiiemaligen 
IkTroglhiim Franken. 1858. 8. 
Joh. Karl SohuUer, k. k. Schulrath, in Hcrniannstadl: 
6tjl2. Dcrs., Ilerodes. Ein deutsches Weihnachtsspiel aus 
Siilicnburgcn. 1S5'J. 8. 
Greaser, Rcgicrungsdirektor, in Wiirzburg : 
6G13. J. U. SchöpDin, Alsatia illustrala. T. I. u. II. 1751. 2. 
I<, Ehlermann, Verlagsbuchh., in Hannover : 

6614. h. (iiHlcivf , Gruiidrils zur (ieschichte der deutschen 
liul.iun-. 2. Ilwifif, 4. Ablh. 1859. 8. 

O- £. Hofmeister, ßuchhilndlcr, in Ronncburg: 

6615. Dcrs., Genealogie des Hauses Wellin. 1858. gr. 2. 
Frledr. Mauke, Verlagsbuchh., in Jena : 

G'jlij. K. K. ApLli. die Epochen der Geschichte der Mcnsch- 
heil. 1. u. 2. Bd. 2. Ausg. 1851. 8. 

6617. W. Rofsmann, Betrachtungen über das Zeitalter der Ke- 
forniation. 1858. 8. 

6618. Joh. Günther, Lebensskizzin der Professoren der Uni- 
\er6itat Jena. 1858. 8. 

6619. Dcrs., grofscs poet. Sagenbuch der Deutschen. 1. u. 
2. Bd. 2. Ausg. 1846. 8. 

Jul. V. Braun, U. b. Landgerichtsassessor, in Thurnau : 
662U. Der.«., Markt Koizling im bayr. Walde, ü. J. 8. 
G62I. 51. F. Iledcnuj, zwo Denk- und Dankreden. (1767.) 4. 
6<!22. MatKhii haiscr Karls V. 7. Nov. 1532. qu. 2. 

Jallus Rnttor, Literat, in Würzburg: 

6623. Ders., das Wunderbild in der Marienkapellc auf dem 
Nikolausbergc bei Würzburg. 1854. 8. 

6624. Dcrs,, die Kaisergrufl zu Speyer. 1856. 8. 

6625. Dcrs., Walther von der Vogehveidc. 1858. 8. 

6626. Dcrs., zwei weilcre Scliririchen. 18rv7 u. l'tX. 8. 

Verein für siebenbUrglache Landeskunde in 

llerniann.sladt : 
6626 a. Ders.. Archiv, Neue Folge, 3. Bd., 2. lieft. 18.')8. 8. 

6627. G. Capesiu.i, llermannstadt wiihrend der Kronstreitig- 
keiten zwischen Ferdinand I, nnd Johann Zapolyn. 
18.56. 4. 

6628. Wilh. Schmidt, die Gelen und Diiken. 1857. 4. 

6620. D. Krasser, i;e.'ichichtc de» Mulilhncher Untergymnasiiims. 
18.'i7. 4. 

6830. F. W. Schuster, Wndcn, ein beilrag zur deutschen luy- 
Ihologic. 18.'>r.. 4. 

6631. Der»., Aufgaben der germnnist. Studien in Sielienbür- 
gcn. 185«. 4. 

6632. 3 weitere Programme von .Michael Fuf.t und liarl Fufs. 
18Ö4 , 1857 u. 08. 4. 



J. Zeiser'e Buch- u. Kunsthandl. in Nürnberg: 

6633. Allircrht Dnrcr-Album. VII. Lief. gr. 2. 

Bauer & Raspe, Verlagsbuchhiuidl, (Jul. Merz), in Nürn- 
berg : 

6634. Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte. Herausg. von 
Joh. Muller u. Joh. Falke. Jan. 1859. 8. 

Herder'schc Verlagshandl. in Freiburg i. Br. : 
Gii3ä. (t'li. F. L.) Wurm, die deutsche Sprache an den ge- 
lehrten Schulen. 1856. 8. 
66.36. II. J. Flols, die Papstwahl unter den Otioncn. 1858. 8. 

6637. Ders., Leonis P. VIII privilegium in invesliluris Otloni I. 
concessum. IS'iS. S. 

Joseph Maria Wagfner in Wien : 

6638. Chronica \on Nurnlierg. Papierhandschr. 16. Jahrh. 2. 
Ungpenannter in .München : 

6639. 81 Mandate von Ma\. Emanuel, Karl .\lbrecht, Max. Jo- 
seph und Carl Theodor, Herz. v. Bayern, und von Kai- 
ser Joseph. 2. 

la. Fr. Fues, Verlagsbuchh., in Tübingen : 

6640. J. M(jne, Uebersiilit der niederländischen Volkslitera- 
tur. 1838. S. 

6641. L. F. Ileyd, Melanchlhou und Tubingen. 1839. 8. 
Konrad v. Berg;, k. b. Hauptmann, in Ingolstadt: 

6642. Ders., die bayerische Landesfestung Ingolstadt. 1858. 8. 
Primbs, Kechlspraktikant, in Nürnberg: 

6643. B. Schelhorn, Lebensbeschr. einiger Manner von Mem- 
mingen. 1811. 8. 

6644. J. v. Sartori, Staatsgeschichle der Markgrafschafl Bur- 
gau. 1788. 

664."). J. N. A. Keisach, hi.^lor.-topogr. Bechreib. des Herzog- 
lluiiiis Neuburg. 17WI. |. 
Verein für vaterländische Qesohiohte und Al- 
terthumskunde Westfalens in Paderborn : 

6646. Der..;., /eilscbrift. ?.pno F..l^r. 9. Bd. isfi'*. 8. 
Fürstl. Fürstenbergische Hof bibliothek in Do- 
naueschingen : 

6647. J. Vict. Scheffel, die llandschriden alldeutscher Dich- 
luiic;!'!! der fürstl. llofl)ibliothck. 1859. 4. 

Franz Bock, Conscrvalor. in Köln : 

6648. Kirchenschmuck. Kedigirl von l.nib und Schwarz. 
IV. Bd. 4. Heft. 1858. er. 8. 



in. Für die Kunst- und Alterthvuns- 
samnilung. 

H. Bauer, Dekan, in Künzelsnu : 
264.i. Slanimbaum der F'reihcrrn v. Berlicliingcn. nach Ur- 
kunden ausgenrbeilel vom Herrn Geschenkgeber. 

Mauch, Oberrentnmtni.'inn , in Gaildorf: 
2i>ll. l!riil.>es b) /antinisrhes Crucifix von vergoldetem hupfe r 

Dr. A. V. Nitschke in Braunsehweig : 
26l.'i. Sieihkcil von Grunslein , bei Konigsliiller im Ilerzog- 
Ihum Braunsehweig ausgegraben. 

Orofsmann, l'fam r.iwillwe. in Wiirzburg: 
261i;. Arinliru>l mit Hebel zum Spannen vom 17. Jhdl. 



29 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



30 



Hammer, Oekonom, In lleroldsborp : 
2i!>47. riTgiimentblalt mit llinialuren vom 14. Jhdt. 
2648. 2 Schriftproben vom 14. und 15. Jhdt. 

Dr. Ebersberger, prakt. Arzt, in Nürnberg: 
2t>19. Ilariilw trksaiil/.ug zu Miirnbcrc, hpl'rsl. vom IH Jlidl. 

2650. hr(i;ii' und Scepter aus den llandwcrksinsignicn der 
Tuchniachergilde zu Kurnberg. 17. Jhdt. 

Dr. A. Blrling'er. .\lumnus im Priesterseminar zu Kol- 
tenburg : 

2651. 3 Schwab. Bractcaten vom 13. Jhdt. 
Schönwerth, k. b. Ministcrialrath, in Miinchen : 

2t'>b2. 1 Kacsirniles von Sihriftproben des 10. Jhdis. 

Fr. 'WÖste in Iserlohn: 
265 j. Carricatur auf iVapoleon I. 

Voigft, IJürgermeisler, in Gransce : 
2651. L' I.ackabdrücke des Stadtsiegcls von Gransee. 

Kirchner, Superintendent, in Gransee : 

2655. Laekabdrilcke von 4 Kirchen- und 1 I'rivatsiegel. 
Otto, Bildhauer, in Nürnberg: 

2656. Kostbar gearbeiteter Armbrustbolzcn vom IG. Jhdt. 
A. KrÖnlein, Lcdrrfabrikant. in Zeilitzheim : 

2657. Sillii-rrnuii/,e vnn Trajan. 

Dr. laUdvir. Trofs, Oberlehrer, in Hamm : 



2658. 9 Blätter, Papier und Pergament, mit gemalten Wap- 
pen vom 17. und 18. Jhdt. 
V. Sebus, k. b. Hauptmann, in Nürnberg; 

L'ii59. 5 klfiiicre Silbcriiiiinzen. 

Reinhold Schilling:, l.liorat. in Riga : 

2660. ßrunceiiieilaille auf ilas Jlusikl'est v.u Kiga, 18.36. 
Dr. J. D. C Brng^ger, l'rufcssor, in Heidelberg: 

2661. Standbildchen der heil. Maria mit dem Kinde, aus Ala- 
baster, 1591. 

V. Kraatz, Porle-ep^e-Fithndrich, in Posen : 
266_'. /.«(i Denare von \Vladislau.'; II. von Polen. 
Ung'enannter in Nilrnberg; 

2663. Porträts des Grafen Joh. Reinhard v. Hanau, des Her- 
zogs Ulrich v. Württemberg, des Markgrafen Georg 
Friedrich von Brandenburg. Kpfrst. n. Holzschnitt. 

Ibach, Uomvikar. zu Mnrienihal im Kheingau : 

2664. Siegel der Abtei Komniersdorf (unterhalb Hoblenz). 
17. Jhdt. 1 

2665. .Abdruck eines Siegels des Stilts Dielkircheii a. d. I.ahn. 
14. Jhdt. 

Dr. Frommaun, Vorst. des Arch. u. der lüM. am germ. 
Museum : 

2666. Brandenburger Dreier von Joachim II. 



riinuiik der liistorisclieii Yeroine. 



I)\irch die Gute der Provinciaal Friesch Genoot- 
schap .«ind dem germanischen Museum sammlliche, für die Ge- 
schichte Frieslands höchst werlhvolle Schriften dieser Gesell- 
schaft übersendet worden. Wir glauben den Freunden der 
Geschichtswissenschaft einen wesentlichen Dienst zu leisten, 
wenn wir in der von uns bisher eingehaltenen Weise den In- 
halt dieser Schriften darlegen. Wir beginnen mit der perio- 
dischen Zeitschrift : 

De vrije Fries. Mengclingen, utgegcven door het 
Provinciaal Friesch Gcnootschap 1er beoefening der Friesehe 
Geschied-, Üudheid-en Taalkundc. 

Diese Zeitschrift enthalt an Beitragen zur (Quellenkunde 
des belreffenden Landes in Band II, 1842: Verkort verslag 
aan het Provinciaal Fricsrh Gcnootschap, wegens gevondene 
gesehiedkundige sliikken, op twee wetenschappelijke reizen 
door ons vaderland : van W, Kekholf. — Afschrifteii van de 
Fricschc charters der W. Eckholf, in het archicf der slad 
Utrecht gekopieerd, mct afbcelding van derzelver zegels. — 
rhronijkjc van Friesland, door M. de Haan Ilettema. — Ver- 
slae omtrent drie handschriflcn, aangekocht uit de boekver- 
zameling van «ijlen den llooglcernar van Kerde, door U. A. 
Everts. — In Band III, 1844 : Verslag van Dr. J. G. Clttema 
over cenige handschriflcn der Clironijk van Worp van Tha- 
bor. — Accurata descriplio peregrinationis in terram snn- 
ctam (Bcdevaert nae dat II. Landt, door If. \an Martina en 
anderen), iiitcegeven door J. van l.ecuwen. — (üflbrief van 
keizer Karel V. aan Viglius AWla, 1. Maart 1544. — In 



Band V: Verslag over eenige handschriflcn dcrChronijk van 
Worp van Thabor ; door Dr. J. G. Oticnia. — In Band VI : 
Voorlezing betrckkelijg den giflbrief van keizer Lodewijk 
den Vronien, van bei iaar 839, door Dr. Fockema. — Voor- 
lezing over een handschrift van Gerrit Ilesman, beheizende 
aanteekeningen van gebeurtenisscn, le Dockum voorgcvallen; 
door Dr. Fockema. — .Mgemeene kritische aanmcrkiugen over 
het eerstc boek van Krantzii Saxonia, en bijzonder tot de 
Frieschc gesrhiedenis belrckkelijl; ; door Dr. Fockema. - In 
Band VII: Dagboek of annleekenigen van Dr. (ieorgius Mcstcn- 
dorp, 1566 — 1578: door 11. 0. Feith. — 

An Beitragen für die I.andesgeschlchle : in Band I : Over 
cene nederzeltincr of volkplanline der Friezen in Zwitserland, 
benevens eenige aanmerkingen over den tochl der Friezen naar 
Home: door F. lünkes. — Brief van (ioslik Colonna. Ilop- 
man over ecnc compagnie FraneKer burgors. aan de mn- 
gistraat der slad Franekcr, medegedeeld door A. Telling. — 
Herinneringen van Martena-Iluis le Franekcr, door J. W. de 
Crane. — In lid. II : Over de dagv< rdreling der onde Scnn- 
dinaviers. door Kinn Magnussen, vertaald iloorJ. II. lUhrns. — 
Pioord-Xederlnnd en de Kruistoglen. Schelsen vnn het nan- 
dccl der l\oord- Nederlaiiders en, in bei bijzonder, der Frie- 
zen aan dezelven, volgena de brriglen van onggeluigcn en 
lijdgenoolen, door J. Dirks. — lels over Jolian Manril.« vnn Nas- 
sau, door J. van l.eenwen. — In Band III : l<i'i|iiesl \mii Sneprk 
van llonia, 1.5'J4. door J. vnn l.eenwen. — Verlhon nge der 
Coninghcn Bisscboppen, Princen, Poleslalcn, Heeren ende 



31 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



32 



Grnven van VrieelanI, mel de gedenckweerdichsle saecken van 
hacr, soo liuitcn als binnen slanis gediien, van aenliegin tot den 
jare IIDCXVII, door Martinuiii llaniconiuin. ()(> nieuw uit- 
gegcven onder toeiigt van M. de Haan llcttema. — In Bd. IV: 
Bijdrage van Mr. Daam Fockema, over de grenien van Kriesland, 
in onderschcidene tijdvnkken. — Maatschappelijke loesland, 
regts- en vcrdcdigingswezen, van hei vroegcre Friesland ; door 
M. de Iliuin lletlenia. — Over den loop der riviercn door het 
land der Frieien en Batavieren, in liet Romcinsclie tijdperk; 
door Dr. J. G. Ollcnia. — Voorlezing van Mr. Daam Focke- 
ma, over de vorming van de Zuiderzcc. — Bijdrage van 
M. Daam Fockema. over de watcriogicn der Romeinen door 
Fricsland, en deier invioed op den walerslaat aldaar. — llet 
vordecl , hetwclk de Friezen trokkcn uit de overhcersching 
van .Mbrechl van Saxen, door J. 1). Ankringa. — In Bd. V: 
De logten der Frieien onder Karel den Groolen , legen de 
Willen en Avaren, in de jaren 789 en 791, door J. Dirks. — 
De Frieren voor Aken, in 1248; door J. Dirks. — Radbout 
de Eerste , in zijne afkeerigheid van bei Christendoni, be- 
schouwd als de verlcgenwoordigcr van bei Friesche volk, door 
A. Winkler l'rins. — Vcrhandeling over de benaming van 
Vrijc Friezen, door L. II. W. van Aylva Baron Bcngers. — 
Ilel verraad, door Jacob Donker nan eenige Friesche Edelen 
gepleegd, in het jaar 15G7, door C. M. A. Simon van 
der Aa. — In Bd. VI : Beschrijving van de VVaalsche 
furic te Dockuni, in het jaar 1572, door Hendrik Bra ; 
uit het Latin vertaald, door J. G. 0. — Wal heft KarcI 



de Stoutc gedaan, om Friesland ondtr zijn bcbcer te krijgen ? 
door J. D. Ankringa. — Voorlezing over Ludger, cn zijne 
Verdiensten nict betrekking tot de vestiging en uilbreiding des 
Chrislendoms en Friesland, door J. II. van Ijssel. — In Bd. VII : 
llulptroepen uit llarlingcn naar Zweden gezonden in 1609; 
door W. Vf. Buma. — Inlichtingcn van Mr. J. K. J. de Jonge, 
omtrent de staatkundigen belrekkingen tusscben Nedcrland cn 
Zweden 1592 — lü09. — Frisiaca, medcgedecld door U. A. 
Everts. 

Zur Genealogie und Adelsgeschichtc in Bd. I : Het aloud 
gcslacht Martena, in genealogisch overzigt voorgcsteld : door 
J. W. de Crane. — Ilel geslacht Aebbinga te Ilijum en Hal- 
him, door II. Bacrdt de Sminia. — In Bd. V: De Generaal 
Hans Willem Baron van Aylva en lijn geslacht ; door J. v. 
Leeuwcn. — In Bd. VI : llet geslacht Arnoldi, door J. v. Leeu- 
wen. — An Biographieeu in Bd. V : Eenige niededcelingen 
omtrent Joachim Ilopperus, en de briefwisseling tusscben hcm 
en Viglius ab Aylla, door J. II. Beucker ,\ndreae. — Levens- 
berigt van .\ggacus Alhada, door M. de Haan llellema. — In 
Bd. VII: Het Icven van Jan Willem de Crane, door A. Tel- 
ting. — Juw Ilettcs Dekema , de laalsle l'oteslaat in Friesland, 
door van Sminia. — Severinus Feyta, of Leuven in 1542 door 
Maarten van Rossem berend ; door J. Dirks. — In Bd. VIII : 
Voorlezing over het Icven van Petrus Wierdsma en zijne Ver- 
diensten omtrent de geschiedenis en letterkunde van Fries- 
land, door W. Eekhoir. 



Nachricblcu. 



Iilteratur. 

Neu erschienono Werke. 

1) Das Zehntrecht der evangelischen Landeskirche 
A. B. in Siebenburgen. Eine rechtsgeschichllichc Ab- 
handlung von G. D. Tcutsch, Direktor des evangel. 
Gymnasiums in Schalsburg etc. Schäfsburg, in Commis- 
sion bei C. T. Ilabersang, 1858. 8. 298 Seiten. 
Die Einleitung rührt auf das Zchntrecht der sachsischen 
Kirche in seiner ersten urkundlichen Begründung. Weiler le- 
sen wir von AngrifTen auf den s. Zehenten und der Entwick- 
lung des Zchntrechls in der Zeit vor der Reformation. Die 
folgenden Abschnitte behandeln die Zeil von der Reformation 
bi< zum Krginifnt (inbriel Balhori't, von da bis zum Uebcr- 
gang Sicbenbilrgcni an das Haus Oeslerreich 1G99, darnach 
die Fi»kalproie»«e bis zur Aufliebung aller Grundlasten 1848, 
•chliifilich die Jahre «eil 1848, in Bezug auf jenen Zehnten. 
Hieran reiht sich eine l'rkundensammlung , beginnend mit 
hOnig Andrea) II. „goldneni Freibrier' für die deutschen An- 
»icdlir in SiebcnbUrcrn (1224) und mit Nr. Gß , einer Dank- 
sagung und einem (Irsuih der Vertreter der evangelischen 
Griitlichkril A. f". in Siebenbiirgen an Kaiser Franz Joseph I. 
vom ly, Juiuar 1858 .'■chlicrsend. 



2) Bremer Geschichlsquellen. Herausgegeben von 
Wilhelm von II ode n be rg. (2 Bde.) Erster Bei- 
trag, das Stader Copiar. Zweiter Beilrag, das 
Vorder Register. Celle, Capaun- Karlowa'schc Buch- 
handlung. 1856. 4. 158 u. XX Sm. 1.58 u. XXIV 
Stn. 
Das Stader Copiar ist ein unter den bei der königl. 
Landdrostei zu Stade aufbewahrten und cinregislrierten Kopial- 
bücheru belindliclics, auf l'apier geschriebenes Kopialbuch der 
Bremer Domkirclie, aus welchem die kirchliche Einllieilung 
der Diözese Bremen hervorgeht, wie solche 1420 bestanden 
hat. Es enthält dies Copiar 40 Urk. und 3 Bücher, von denen 
jene in Regesten, diese in vollständigem Abiruck mitgelheilt 
sind. — Das Vorder Register ist ein im königlichen Ar- 
chive zu Stade verwahrtes Lagerbuch, welclie» unler der Be- 
zeichnung Registrum bonorum et Jurium Castri Vordc citra 
et ultra Ocstani auf Anordnung des Bremer Erzbischofs Jo- 
hannes Roh de die zur erzbischoilichen Voglei Bremervörde 
gehörigen Uoheitsrechte, Gerichtsbarkeit, Tafelguter u. a. 
Hechte verzeichnet, wie solche im Jahr 1500 bestanden ha 
ben. Als Anhang enthalt dieser Band einen „Bericht über 
die von Johannis Rbmlc Chronikon vel registriim bonorum et 
jurium ccclesiae Brcmensis in Hannover und Stade vorban- 



33 



Anzeisrer für luiiide der deutsclien Vorzeit 



34 



denen Abschriften," sowie eine ,,\erglcichfnde L'ehersicht des 
Inliiilles von neun Abschriften desselben Chronikons." Dieses 
Werk in vortreflüchslcr Ausstattung und sorgfiilligstor Ke- 
duktion wird jedem Gesihichlsl'orscher als (.•uelknlieitrag 
höchst willkoinnien sein. 

3) V c r d e n e r ü e s c h i c h t s i] u c II e n von \V i I h c 1 ni von 
Ilodenbcrg. Erstes Heft. Celle, Capaun-Karlowa'- 
sche Buchhandlung. 1856. 8. YIII u. 112 Stn. 

Unter den für die allere Geschichte der Diöcese Verden 
bis jetzt aufgedeckten (Juellcn hebt der Verf. vor allen im 
Vorworte ein schönes Copiar des Verden er Domkapi- 
tels aus dem 14. Jahrh. hervor und verspricht, die aufgefun- 
denen Urkunden in einem besonderen Verdener Ur- 
kundenbuche nachzuliefern. In diesem ersten kleinen 
Hefte gibt der verdienstvolle Herausgeber 11 Nunimcrn : An- 
dreae de Mandelslo Heg. Ecciesiae Verdensis ; liber stalutorum 
Capiluli Cdllcgiatae Eccles. S. Andreae Vcrd. ; Verzeichnils 
Verdischer Kirchengühler etc. ; Dcsignalionen jahrlicher Inlra- 
den etc.: Statuta et consuetudines Eccl. Verd. ; kurtze Desig- 
nalion der Uothenburger Intradenj ta\a procuralionum etc.; 
Catalogus ecdesiaruin paroch. dioc. Vcrd.; petiliones prcpo- 
silure Soliwcdcl ; Catalogus Cleri Vcrd. : annolalioncs llcinonis 
de Mandelsloh de bonis et terniinis diocc. Verd. 

4) Das heilige Köln. Beschreibung der mittel- 
alterlichen Kunstschatze in seinen Kirchen 
und Sakristeien, aus dem Bereiche des Coldschmiede- 
gcwirkes und der PnramcnliK mit stylgetreuen, nach 
pholograph. Aufnaliiuen lithograpliirten .Abbildungen. Auf 
Wunsch des Vorstandes des christlichen Kunstvereins 
für die Erzdiözese Köln herausgegeben von Fr. Bock. 
Leipzig, 1858. T. 0. Weigel. 

Das AVerk erscheint vollständig in 4 Lieferungen , a 3 
Thir., jede Lieferung, in Lexikouformat, wird etwa 12 Tafeln 
und 7 — 8 Bogen Text enthalten, jede Tafel die Abbildung 
mehrerer Gegenstände in sauber ausgeführtem Tondruckc. 
Der Text ergeht sich, wie aus dem Verhältnisse der Bogen- 
zahl schon erhellt, in erscbupl'ender Weise über jeden einzel- 
nen Gegenstand. Ein prachtvoller Titel in Farbdruck schmückt 
das Ganze. 

5) Das Ideal des christlichen h i rch cn b au es. Von 
Johann Kreul/.. Herausgeber der St. Markuskirche 
in Venedig. Mit zwei architektonischen Skizzen in 
Holzschnitt. München, 1857. Verlag der J. J. Lent- 
ner'scben Buchhandlung (E. Stahl), gr. 8. 39 S. 

Der Verfasser setzt seiner Schrill die Frage voran : Er- 
gibt sich nicht noihwendjg von dem Standpunkte des katho- 
lischen Kirchenglaubens aus die Form des Kirchenbaucs ? und 
verlangt zur Erzielung eines Ideals desselben eine Umgestaltung 
der Tolalglicderung des gothischen Baues und zwar bedingt 
allein vorn Geiste der Hcligion aus. Demzufolge wird über 
den .\ltar, als „Ideal- linnnpunkt des christlichen hircbcn- 
baues", das „vollendetste liaui>l)jccf', der Tliunn, versetzt unil 
dessen Umfang zur Feier des .Vllcrbeiligslen bcslinimt. Das 
Langhaus wird auf den BegrilT eines der Gemeinde lihdnch 
gewahrenden llallenbaues zurückgeführt, vom l'resbyterium, 
zwar nicht ohne Vermittlung, doch streng geschieden, und die 



westliche Stirnseile des Kirchenbaues als vorgeschobene Um- 
fassungsmauer des Allarbaues, mit dem Kreuze, als ausschliefs- 
licheni Schniucksymbole , architektonisch- monumental aufge- 
bildet. 

6) Das Balfeld und das Burgfeld in der l'lnrrci Ehin- 
gen. Ein Beitrag zur vaterländischen .Vlterthuniskunde 
von Theodor Herberger. Augsburg, 1858. 47 Stn. 

Diese Schrift behandelt die auf den genannten Feldern 
entdeckten, unter der Bezeichnung des Nord e nd o rfe r Fun- 
des bekannteren heidnischen Alterthümer, beschrankt sich 
aber keineswegs blols auf die Beschreibung derselben und 
etwa darüber aufgestellte Hypothesen, sondern bringt in epo- 
chemachender Weise Untersuchungen über den Fundort, Tra- 
ditionen in Mund und Gebrauch des Volkes, archivalische und 
Nachrichten der Chronisten damit in Verbindung und gewahrt 
uns, indem sie die verschiedenen Momente einander beleuch- 
ten lafst, in die früheste und nähere Vergangenheil einen 
Blick, der sowohl wegen seines Kesullates, als der Art und 
Weise, wie dasselbe gewonnen wird, höchst bedeutsam er- 
scheint. 

7) Neueste Beschreibung des Domes zu Köln, 
mit Benutzung der Quellenwerke und des Archivs 
des Central- Donibau -Vereins , sowie nach eigener .\n- 
schauiing zusammengestellt von Franz Carl Eisen, 
Vorstandsmitglied und Bibliothekar des Central-Dombau- 
Vereins zu Köln u. s. w. Mit einem Grundrisse des 
Domes. Zweite vermehrte Aullage. Köln, 18.')7. F. C. 
Eisens königl. Hof-, Buch- und Kunsthandlung, kl. 8. 
138 Stn. 

Ein Handhnch, vorzugsweise für Besucher des Domes, 
Gcschichle und Beschreibung vereinigend, übersichtlich im 
Ganzen und zuverlässig im Einzelnen, besonders interessant 
auch durch die statistischen Nachweise über den neuesten 
Stand des Baues. 

8) Die Amtsgewalt der fränkischen Majores do- 
mus. Deutsch bearbeitete Preisschrift von Dr. G. Schöne. 
Braunschweig, C. A. Schwelschke und Sohn. 185G. 8. 
X u. 95 Stn. 

Die Preisaufgabe ward im J. 1853 von der Universität 
llalle-Wilienberg gestellt. Die vorliegende Schrift ist die er- 
gänzte und mehrfach, aber nicht wesentlich, abgeänderte Preis- 
arbeit, die ihren Gegenstand, soviel es die bis jetzt bekann- 
ten Quellen gestatten, zum Abschlufs gebracht hat. Im er- 
sten .Xbschnilte handelt sie von den Anfängen und der ersten 
Gestalt des .\nilcs ; im anderen, bis zum zweiten Warnachnr 
reichenden, von der Amisgewall, wie sie war, seit der Major- 
domus Stnalsbeamter geworden war und so lange die Merovin- 
gcr in .Ausübung der vollen königl. Gewalt durch nichts be- 
schrankt wurden ; im drillen .Abschnitte wird erörtert, wie dio 
knrolingiscben .Majores -domus auf den Thron gelangten. Dio 
Abhandlung zeichnet sich durch Scharfsinn und Gelehrsamkeit 
aus : sie ist auf der .\usiehl Uolirs iiufgebaul, indem sie vor- 
zugsweise die aus derselben sich ergebenden Conseiiucnien 
zieht. 

9) (i c s c h i c li I e der S t nil I L a ri d s b e r g ii n il e r \V n r • 
llie von den allesleii Zeilen bis «uf die tiogcnwnrt, mit 



35 



Anzeiacr für Kuiule der deutschen Vorzeit. 



36 



einer lithogrnphirleii Ansiilil der Sla<ll v. J. 1G.'>0 von 
A. Engflicn und Fr. Henning. Landslicrg a. d. W., 
Schafer u. Comp. 1857. 8. VI und 328 Sin. 
Diese Stadlgescliichle isl eine Jubelsclirift , hervorge- 
rufen durch die am 2. Juli 1857 beganeene Feier des 
üO<-lj«hrigen Sllflunglnges der Stadl. Dieser Unisliind, der in 
dem Vorworlc vom Siiperintendenlen Clbcrheim weiter iius- 
gcfubrl isl, gibl über die .Vnlagc des Buches die erforderliche 
Erldulerung, wenn Einiges darin als zu wenig, .\nderes als 
zu weilliluGg ausgeführt erscheinl. Im Ganien haben wir je- 
doch eine (leifsigc und dankenswerihe .Arbeit vor uns. Die 
allere tieschichic, die Voricil bis znm Jahre 1G50 hat .\. En- 
gelien, die spalere bis rur Jel/.lzeil Kr. Ilcnnlnj bearbeilet. 
Es ist allerdings naIUrlich , dafs. je mehr die GcschiclUe der 
Gegenwart sich nähert, der Strom der üeiiebciiheilcn und 
der Nachrichten darüber weiter und breiter wird, w.'ihrend 
die allere Zeil in dieser Beziehung viel dürftiger isl. Falst 
man dies in"s Auge, sowie die Bcslimniung des Buchs zu- 
nächst, so wird man auch die ganze .Anlage desselben, die 
Kuiksichlnahme auf das vorzugsweise der neuern Zeil zuge- 
wendete Interesse erklärlich finden. 

10) e s l e r r e i c h i s c h e S I a d I r c c h I e u ii d 1' r i v i 1 e g i c n , 
mit Litcralurangaben und .\nmcrkungeii von Dr. K. Bi- 
sch off, a. 0. Prof. an der rnivcrsiliit zu Leinberg. 
Wien, Braumüller. 1857. 8. VII u. 208 Stn. 

lieber die Verdiensllichkeil der vorliegenden Sammlung 
kann kein Zweifel sein. Die Rcclilsgeschichle und die Kul- 
turgeschichte finden darin eine wesentliche Forderung. Das 
Ziel des Verfassers bei der vorliegenden Sammlung war zu- 
nächst nur eine möglichst vollsUindige Zusammenstellung des 
bereits gedruckten Qucllenvorratlies des millelaltcrlichen (isterr. 
Strtdterechts. Ungedrucktes wurde nicht besonders gesucht ; 
doch schien es dem Verfasser nicht unzwcckmalsig, einige 
interessante , bisher ungedruckte Urkunden, die ihm zugäng- 
lich waren, mit aufzunehmen. So bei Leniberg, Oedenburg, 
ülmulz und Prag. Anerkennung verdient noch die gegebene 
Literatur. 

11) tieschichic der Diocese und Stadt llildcsheim 
von II. .\. Lunlzcl-, 2. Tbl. Ilildesheim, (jerstcnberg- 
sche Buchhandlung. 1858. 8. 676 Sin. 

Der zweite Theil dieses Irefflichen Werkes beansprucht 
disscibe l.ob wie der erste. Dieser schlols mit Bischof Kon- 
rad U. 1221 — 121ti. E.s fol(;eii nun die Darstellungen der 
kuliurgcurhichllichen Verhaltnissr : Land und Leulc. Die 
welllichen und geistlichen Gewalten einerseili, anderseits die 
in dem bisclroflichen Sprengel bestehenden Städte, wichtigem 
Uritchnflen und Burcen ; die Uechlsverhaltnisse , Sitten und 
Uildune, der Verkehr, das .Munzwcsen unil die Landwirlli- 
tchiifl — endlich die einzelnen Kloster, der Zahl nach 13, 
geben Anlafa, da» gerade über diese Gegenstände noch sehwe- 
beudo Dunkel für Nurddeultchland auf eine dankenswerihe 
and vcrdienttlichc Wei.ic mit lichten zu helfen. Der vierte 
Abschnitt behandelt den /.eilrnum von Bischof Heinrich I. bis 
auf Erich, 12li;— l.")03. Es ist der letzte von Luntzel bcnr- 
beilete Abtchnill. Dcintclbtn ichlicfsl sich noch die spccicl- 



lere Darstellung einzelner kirchlicher Institute und Kloster 
an. Möge das Werk — diesem Wunsche des llerausgeLers, 
II. Homer, stimmen wir gerne bei — in nicht zu ferner Zeit 
ganz im Geiste seines Verfassers, mit gleichem Fleilse, mit 
gleicher Unparleilichkeil und mit .\nwendung gleich scharf- 
sinniger Kritik fortgesetzt und zu Ende gefiihrt werden. 

12) Rö Hingen. Ein Beilrag zur Gescliichle dieser franki- 
schen Landstadt von M. Wieland, Kaplan bei St. Bur- 
kard in Wurzburg. Mit mehreren Holzschnitten. \\«rz- 
burg, Druck von Bonitas- Bauer. 1858. 8. III 'u. 114 
Stn. 

Eine kleine, aber dankenswerihe Monographie nlur die 
Schicksale einer der ältesten Landstädte Frankens. Roitingen, 
lalein. Rotinga, kommt, je nach den verschiedenen Zeiträu- 
men, in den Urkunden auch verschieden geschrieben vor. 
Zuerst wird es, so viel dem Verfasser bekannt, in einem Ver- 
trage V. J. 1230 erwähnt; in diesem Vertrage, welchen die 
Brüder Gottfried und Konrad von Ilohenlohe schliclsen, wird 
es zugleich neben Keichelsberg unter den allen, noch unge- 
theillen hohenlohischen Gütern aufgezahlt. Nach einer Eini- 
gung mit dem schuldenbedrängtcn Kraft von Ilohenlohe gieng 
es im J. l.'M.j mit anderen hohenlohischen Besitzungen um 
17000 Pfund Heller vollstündig an das Ilochstift Wurzliurg 
über. Von dieser Zeit an werden die iVachrichtcn etwas 
reichhaltiger, obwohl im Cranzen Rötliiigens Geschichte das 
allgemeinere Interesse nur wenig in Anspruch nimmt. In 
den Ikilagcn werden die wichtigern Urkunden, dsrin eine 
im Besitze des german. Museums befindliche, milgelheill. 

13) Die jil testen von den Wi tt e 1 sba ch c r n in der 
Oberpfalz geschlagenen Miinzcn. Erste Abthei- 
lung: Die Münzen der pfalzgrafliclicn Linie. Von Franz 
Streber. München, 1858. Verlag der k. .Vkademic. 
4. Drei Hefte : I. 157 Stn. II. 90 Sin. III. 58 Sin. 

Die Bestrebungen auf dem Gebiete der deutschen Numis- 
matik sind gegenwärtig sehr rege; aber im Ganzen sind de- 
ren Resiillate noch weil entfernt, eine wissenschaftliche 
Gestaltung der deutschen Münzkunde zu ermoulichen und 
anderseits die allseniein gewunschle ticschichic des 
Münz Wesens als bald zu erreichendes Ziel in Aussicht zu 
stellen. Die deutsche Numismatik hat gegenwärtig noch ge- 
nug damit zu Ihun, die Typen zu erklllren und die erklärten 
dem rechlmaL^igen Mün/horrn zuzuweisen. .Vber auch hier 
herrscht noch viel Unsicherheit , und um so erfreulicher sind 
die Schriften , die mit reichlichem Material umsichlige Unr- 
achung' und gründliche Methode verbinden. Zu diesen ge- 
hören die .Vrbeilcn Franz Sirebers. Die vorliegenden Hefte 
beschäftigen sich mit jenen schwer zu bestimmenden obcr- 
pfalzisehcn l'lcnniijeu. von dtiien wir zwei llaiiplgruppen zu 
unterscheiden haben, niiinlich 1) Pfennige mit eiiiein unbe- 
deckten Brustbildc auf der Vorder- und mit zwei bedeck- 
ten Brustbildern neben einander a'if der Rückseite, und 
2) Pfennige mit einem bedccklen Brustbild auf der 
Vorder- und einem heraldischen Zeichen auf der Rückseite. 
Es wurde zu weil luhrcn, den Gang von Strebers Untersu- 
chung auch nur iinziideulen ; wir müssen uns mit rier Angabc 



37 



Anzeiger tiir Kuiiile dor (l('utscln.'ii Ndrzeit. 



38 



begiiugen, dafs er im ersten llefle die Münzen Rudolf I. 
und IL, im zweiten die Münzen Uupert I. und II., im drit- 
ten die Münzen Rupert III. liehandeit. Den beiden ersten 
Hellen ist eine, dem dritten sind zwei Tafeln mit Abbildun- 
gen beigegeben. 

14) (iallerie der Meisler werke altdeutscher Holz- 
scheidekunst in facsimilirten Nachbildungen zusam- 
mengeätelll und mit Erläuterungen herausgegeben von 
Dr. A. von Eye und J. Kalke. Verlag von J. L. 
Schmid in Nürnberg, 1858, fol. Heft V — VIII. 

Albrecht D u re r- A I bu m. Eine Sammlung der schön- 
sten Durerschen Holzschnitte nach den von dem Künst- 
ler gefertigten Originalen in gleicher Gröfse aufs Neue 
in"s Holz geschnitten unter Mitwirkung und Aufsicht von 
Direktor W. v. Kaulbach in München und Üirccior A. 
hrelingin Nürnberg. Ausgeführt in dem Atelier von 
J. Döring. Nürnberg, Verlag von J. Zcisers Uuch- 
und Kunsthandlung. V. u. VI. Buch. 

Beide Werke sind schon im Anzeiger hervorgehoben wor- 
den: es darf daher nur über deren Forlgang .\uskunft gege- 
ben werden. Das erstere Werk hat insofern eine wesent- 
liche Erweiterung erfahren, als in den späteren Lieferungen 
auch die seltenen und grofsarligen Holzschniltwerke der Nie- 
derlander, namentlich die clair-obscurs von II. Goltzius, 
P. P. Rubens u. a. mehr berücksichtigt sind. So finden 
sich von ersterem das Hauptblatt des Meisters : Der sogen. 
Schlag des Herkules; von Rubens: Christus und Jo- 
hannes als Kinder und Herkules tödtet die Zwie- 
tracht; von .V. Bloeniaert eine heilige Familie. Von 
A. D ü rer kommen In den genannten Heften vor: Die Schaar 
der A u s c r w a h 1 1 e n vor dem Throne des Lammes 
aus den Bjldern zur Apokalypse, Christus in der Vur- 
holle aus der grofsen Passion, ein Theil der Ehr cnp fort e 
und die überaus seltene, auch in grüfseren Sammlungen mei- 
stens nur bruchstückweise vorkommende .\potheose Kai- 
sers M a x i in i I i a ns I. Von anderen Meistern sind 11. 1! u rg k- 
niair, II. Schaufelein u. a. vertreten. 

Das zweite Werk bringt BlalliT aus der Apokalypse, 
der gr Olsen Passion und dem Leben der .Maria und 
zwar: die Reiter und die Engel vom Euphral, der 
Leichnam Christi von den S e i n i g e n beweint, die 
Geburt Christi, die Beschneidung und der Abschied 
von Maria. 



Aufsätze in Zeitschriftea. 

Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Li- 
Icraluren . 24. Bd. .'J. u. 4. Heft. Das Studium angel- 
siirhs. Sprache und l.ilerntnr in Deutschi. ind. (E. Müller.) 
Dialektische Forschungen. (E. Sachs.) 

Hislor. polil. Blatter: 42. Bd. 11. lieft. Dr. Fl.ifs und 
die Investitur-Bulle Leos VIII. 

Blütter für literarische Unt e r ha 1 1 ii n g : Nr. 4.5. Zwei 
Protestant. Geiftlichc des lli. und 17. Jhdt. (Tli. Lau.) 



Denkmaler, Forschungen und Berichte, herausg. von 
Ed. Gerhard: 39. Lief. 1858. Zur Topographie des 
.\ventin. (L. Preller.i Römisches aus Norddeutschland 
(Mommsen). 

Die Grenzbolen: Nr. öl. Bilder aus der deutschen Ver- 
gangenheit. 

Evangel. K ir c h enz ei t u ng : 63. Bd. 5 Heft, lieber den 
Grund der Zerwürfnisse im evangel. Ehescheidungsrecht. 
Johannes Kepler. 

Mnemosyne: 1858, Nr. 89 ff. Naturgeschichtliche Sagen 
in l'nlcrfranken. (F. A. Reufs.) 

Weste rm an n'schc Monatshefte: Nr. 2(J. Die Nordpol- 
reisen des 15. und 16. Jahrh. und ihr Einflufs auf Er- 
weiterung der Erdkunde. (F. A. Finger.) Nr. 27. Ober- 
üsterr. Bauernhöfe. (Wastler.) 

Monatsc hrift für deutsches Städte- und Gemeinde- 
wesen: XII. lieber das Stadtarchiv zu Liegnitz. 

Frankfurter tluseum: 1859. Nr. 1. Früheste Bühnenvtr- 
hallnisse in Frankreich. 

Neue preufs. Provinzial-Blätt e r: 2. Bd. 5 Heft. Die 
Hexenprozesse der beiden Städte ßraunsberg, nach den 
Criminalacten des braunsberger .\rchivs bearbeitet. (J. A. 
Lilienthal). Geschiclitllch-mililär. Nachrichten über die 
Festung Pillau. (K. Hohurg.) Zur Geschichte des Post- 
wesens in der Provinz Preul'sen. .\rchaologischc Mis- 
cellen. (K. Strchlke.) 6. Heft. Ein Bruchstück eines 
mitlelhochd. (iedichtes. Zur Literatur des Aberglaubens, 
Kleiner Beitrag zu Hagens Geschichte des Theaters in 
Reul'sen. Handfeste von Freisladt. (M. Toppel.) 

Berliner Revue: 5. Heft. Reichsstadtische Erinnerungen. 
Das westfälische Münsterland. 

Bremer S o n n ta gs b 1 a 1 1 : Nr. 49. Die allere dramatische 
Poesie der Deutschen. (J. W. Schafer.) 1859, Nr. 1. 
Niederdeutsche Studien. (Ilerni. Krause.) 

Unterhaltungen am hausl. Herd: Nr. 14. Norddeut- 
sche Lebensbilder. I. Eine Bauernhochzeit. (Fr. Fried- 
rich.) 

Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung: 
VIII, 1. Roswitha. (Leo Meyer.) 

Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie: 1858. 
4. Heft. Der Abenümahlsslreit des Mittelalters. Forts. 
(Rücken.) 

Illustr. Zeitung: Nr. 706. Das alte und das heuligo 
München. Nr. 797. Das 500j(ihrigc Jubiläum Karlsbads. 
Nr. 798. Die Doppelkirche zu ScInvurzRheindorf. Slndte- 
wahrzeichcn. I.\. Köln. 5. Der Gabbck am Tliurmc des 
Raihhauses. Die Irrenanstalt Gheel in Belgien. X. Hal- 
bersladl : 1. Der Lügen- oder Teufcisstein auf dem Dmu- 
platzc. 

Neue Münchner Zeitung: Ahemlblnlt . 18.'>9. Nr. 5. Zur 
bnycr. Geschichte. Wo starb Pfalzgraf Rudolf? (Sohl.) 



39 



Anreitrcr für Kunde der deutscliCTi Vorzeit. 



40 



Vernilxclile Xwcliricliteii. 

1) Beim Grabtii Jt» l'uiiilaiiuiili iiir neuen hirche in 
dem Markte Obcrslaufen im Mlffftu sind die Arbeiter auf meh- 
rere (jriilier gc.<tofscn, in deren cintni ein Schwert nebst 
Schmucksachen lum Vorscheine kamen. Auch wurden viele 
Gebeine ausgegraben, die vielleicht von allen Schlursbesitzern 
faorruhreo. 

2) Der A Tarenring iwi.^chen der Donnu mul der Theifs, 
wo der Siihn liarls des Grolsen den llauptschlag eegen die 
Avaren Tuhrle, ist vor Kurzem von l)r. (ilatten auf der l'ulzle 
Sarlo - Sar nächst Tatar entdeckt wordcu. Die Ccnlralcum- 
mission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale 
hat bereits den Archivar Pauer beauftragt, bezüglich jener 
EntdecKunsr an llrt und Stelle nähere Untersuchungen anzu- 
stellen und der Cnmniission einen Bericht vorzulegen. 

3) Das Ton Dr. Sammter geordnete Stndtarchiv zu 
Liegnitz enthalt im Ganzen 1057 Urkunden und andere wirih- 
volle Dokumente. Unter diesen befinden sich die eigenhän- 
dig geschriebenen Werke des am 2.3. Juli 1154 auf dem Markte 
daselbst enthaupteten Bürgernicislers Anibrosius Büschen ; 
dann ein sog. Blutbuch aus Liegnitz von 1308—1356; ferner 
16 mit einem Griffel beschriebene Wachstafcin, die leider zum 
Theil erheblich beschädigt sind. Zur Orientierung über die 
Sammlung ist ein Sach- und ein chronologisches Register an- 
gelegt. 



4) Das Kathhaus - M (in zkabi n c t zu Breslau wird eine 
ansehnliche Vcrvnllstandigung erfahren. Den von der Stadt 
geschlagenen silbernen und goldenen Miinzcn, die bisher 
seinen Hauptinhalt gebildet, werden die unter preufsischer 
Landeshoheit geprägten Thaler, Halbthalcr, Gulden und klei- 
nere Silberstücke, sowie die Goldmünzen von Friedrich II. 
bi> heute in je 1 Exemplar beigefügt werden. Die Stadtver- 
ordneten bewilligten bereits die hiefur crforderle Sumnie 
von 1,50 Thirn. 

b) Am 19. Nov. hat die M'iederübergabe der städtischen 
Elisabethkirche zu Breslau an die (öffentliche Gottes- 
dicnstühung stattgefunden, nachdem der I'feilcreinslurz die 
l'iOOjahrige Einweihungs-Juhelfeier gekreuzt. Der Schaden hat 
den Vorlheil nach sich geführt, dafs durch kräftigen Kcubau der 
eingestürzten Pfeiler eine grfilsere Sicherheit fiir das Gebäude 
erreicht worden. Die Erneuerungen im Innern sind gut durch- 
geführt , und viele Private haben, fern von Bilderslürmerei, 
durch Keslauralion von F^iniiliciidenkmälcrn rühmlich niilge- 
wirkl. 

tj) In diesem Jahre wird in Wien ein interessantes Er- 
innerung.sfest gefeiert werden. Am 11. Miirz wird es 500 
Jahre, dafs Herzog Rudolf IV., der Stifter, Urenkel Rudolfs 
von Ilahsburg, mit eigener Hand den Anfang zur Aushebung 
der Erde auf der Stelle machte, wo der neue gotliische Bau 
sich an die alte in romanischem Slyl, erbaute Slephanskirche 
anschliclsen sollte ; am 7. April legte er den Grundstein. 



Inserate und l{ekinii)liiiacliuii,ü:eu. 



1) Im Verlage von Wilhelm Hertz (Besscr'sche Buch- 
handlung) in Berlin erschien soeben und ist durch alle Buch- 
handluni^en zu beziehen: 

Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter 

bis zur .Mille de- drci/cluilcn Jiilirliuiidcrls von M. \\ a t - 

tenbach. gr. 8. geh. Preis 2 Thlr. 24 Sgr. 

Inhalt. Literarische Einleitung. I. Die Vorzeit. Von 

den ersten .Vnfangcn bis zur Herrschaft der Karolinger. 



II. Die Karolinger. Vom Anfang des achten bis zum 
Anlang des zehnten Jahrhunderts. III. Die Zeit der 
Ot tonen. Von Heinrich I. bis zum Tode Heinrichs II. 
IV. Die Zeit der Salier. Von der Wahl Kmirails II. 
bis auf Heinrichs V, Tod. V. Weifen und Weib- 
linger. Von Ileinriclis V. Tod bis zur Mitte des drei- 
zehnten Jahrhunderts. 



2) Dem gesammten deutschen Buchhandel wird hieniil zur Kenntnifs gebracht, dafs die 

Mii;i{\uis(;ii-\uiisris(:iii: \\sr\i;r ins (iiimwisciiix Misinis 

fortan unter vorstehender Firma in direrlen Verkehr mit dem Buchhandel treten wird, und alle ihre Drucksclirilkn nur von 
ihr zu beziehen sind. 

Mit der buchhandlerischen Leitung derselben haben wir Herrn 'Wilhelm Schmid dnliior lidraui, \ on dessen 
Untcrsrhrift Sic Vormerkung nehmen wollen. Als Comrnissionilr zu Leipzig wird Herr Fr. Ludw. Horbig unsere C'om- 
iniasinnrn besorgen. Wir bitten, sich recht thalig für Verbreitung unserer Pnliliialioiiiri zu verwenden. 

Der Vorstaud des germaDischeu Museums. 



Verantwortliche Redaclion : Dr. Frcih. v. u. z. Aufsof.s. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommnnn. 
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

U. E. ScU»t(l»clir Unjiilniclieul. * 



NÜRNBERG, n.-is Aboiinoment des 
Blatlis. n.ldiis alle Mmiate erscheint, 
wir«! t;anzj:ihri(r aTi^enoiiiint-ii lind beträft 
nach der neuesten l'osteonvi-nlion bei allen 
Piistänitt-rn und Uuelihantllini^^en Dtutsch- 
(aii>/5 inel. Oestreielis 3H. SUkr. im 24 H.- 
Fuls oder iTUlr. preuls. 

t'ür Franl.reirh abonniert man in 
StralsburK bei C. K. Selimidl. in Paris 
bei der deutselien Uuehhandlunt- von F. 
KUneksieelt, Nr. 11. rue de Lille, oder 



ANZEIGER 



F[ll kl\DE MI! 



Geschichte. 
Personen- 
geschichte. 
Biogrraphic. 



Neue Folge. 




bei dem I'ost.-imt In Karlsruhe; für inj- 
tand bei Williams & Nor«ate, 14 Hcn- 
riette-S!reetCovent-(iarden iuj-ondon ; für 
Sorilainfrikii bei den Poslämtem Bremen 
und Hamburg. — 

Inserate, welche mit den Zwecken 
des Anzeigers und dessen wissensehart- 
liehem fiebiete in Verbindung stehen, 
werden aufgenommen mid der llaum ei- 
ner Columucnzeile mit 7 kr, oder S Sgr. 
berechnet. 



üElTStllE\ VIIHZEII 



Sechster Jahrgang-. 



ÜRGA\ DES (iEUMA\lS(:iIE\ MISEIMS. 



Februar. 



Wisspnscliaflliclie Milthciluiis^cn. 



Heiiirirli Seiitliiiicer. 

Von Prof. Dr. Ign. V. Zingerle, Universitätsbibliolhckar, 
in Innsbruck. 

Unter der Bezeichnung II 3 a 549 befindet sich in der 
Innsbnicker Universilätsbibliolbek eine Papierhandschrift 
in kl. Folio mit CCxi Blattern, die thciis einspaltig, Iheils 
doppelspaltig beschrieben sind. Die Initialen und Auf- 
sclirirten der Capilel sind roth. Das Papier hat verschie- 
dene Wasserzeichen. Ucbcr das Alter und den Abschrei- 
ber des Codex gibt der Schlufs genaue Kunde : ,,Ditz 
püch hat geschriben bainrice Sentlinger von Mnuitheu. 
vnd ist auch volpracht, do man /.alt von christus purd 
tausent vnd drew hundert vnd newntzik jar in dem ma- 
nod Julius, an dem xxi tag dez manolz." Der Abschrei- 
ber ist somit ein und dieselbe Person mit dem liciubci- 
ter der Reimchronik, die im Besitze des Hrn. v. Vintler 
zu liruneck sich befindet, und dem Castellan des Schlos- 
ses Kunkelstein unter Nikolaus v. Vintler. Da das Buch 
manchen Freund der deutschen Mystik interessieren durfte, 
so thrilen >vir hier die Einleitung desselben in genauer 

Abschrift mit. 

bl. J. u. 
,,Dilz ist die vorrcd an discm piicli Sunic Johanis 

vnd der prologus von dem maistcr der ez ze diu'itsch 
gemacht liat. 

Das sagt sant Peter der bcilij aposlcl in seiner er- 
sten epistel in dorn vicrden capitel vnd spricht also, daz 



ein iegleich mensch alz er genad hat der tugent enpfan- 
gen von got. Also sol er die selb genad andern läuten 
mit tailen vnd geben, vnd dar vmb wan ich prüder perch- 
tolt vnd priester gehorsam hab getan prediger orden. 
der dar vmb gemacht vnd bestätigt von der heiligen 
chirchen ist. daz er sol predigen vnd chünden daz wort 
gotez ze nutz den läuten vnd ze sälikhait. wau ich mein 
tag vil gepredigt hau . vnd daz gelazzeu het . vnd het 
mich angenomen einzez Ainsidels leben, vnd niht mer 
gepredigen mocht vnd prudcricich trew vnd nutz den 
läuten beweisen. Nach dem gepot gütleichcr lieb ze 
tun meinem nächsten menschen alz ich solt. vnd auch 
von gehorsam wegen meincz ordcn. Da von ich strof- 
fen vnd gcwizzen het vil grözleich in meiner sei. vud 
da von wil ich ze pezzrung tiiii allen christenleichen 
nienscbeii. Daz si von mir au irr sei möchten getrost 
werden. So bun ich nach meiner vnmügleichait mit der 
hilir gotez vnd meinez Ordens vater saucti Dominici. vnd 
auch von lieb vnd pet wegen hcrn bansen von Aur säli- 
gen des andächtigen rillers ze dänischer sprach, nach 
der Ordnung dez ABC gemachet, vnd daz den läuten aller 
nützest ist ze wizzen . Daz han ich gezogen auz dem 
püch der suiTia der peichtiger. Die der wirdig Johaüs 
Icsnini.stcr von Frcibiirg auch prediger orden zc lalein 
gemacht hat. Auf daz. daz ich niht tat wider mein ge- 
horsam vnd prüderleichev lieb präch die ich schuldig pin 
nik'ii läiilcn. Ich pit auch nll die die daz pucb lesen 



43 



Anzeiger für Kuiiiic tier deutschen Vorzeit. 



44 



oder schreiben . daz si niht dar zu noch von setzen daü 
daz not ist ze tun. Auf daz der recht sin der heiligen 
leren niht gefelschet werd in disem piich. vnd wer zwei- 
fei (Ib) hat an disem piich oder an dem sin oder an der 
xal der quolen vnd der rapitel dez decretes oder an der 
suiTi Johanis. der tut niht wul. Wan ez mag ein man 
wol lesen nach seiner gir vnd nach seiner sei sülikhait. 



Besondere Be- 
gebenheiten. 

Türkenkrii'»?!?. 



Rrief ührr iIpii Nrrkri«-« l><*i liepaiito im 
J. I.»?!. 

Milgethcilt von Karl Gaulscli in Dresden. 

In dem Collektaneenbuche eines Sleifsner Furstcnschu- 
lers vom J. 1571, das sich auf der k. Bibliothek zu Dres- 
den unter den Ilandschriftcu befindet, begei,niete mir ein 
Brief des venetianischen Dogen Aloys Slorrenigo an den 
Kurfürsten August von Sachsen über den Seekrieg bei 
Lepanto. Anfangs war ich geneigt, denselben für den 
stilistischen Versuch eines .Schülers zu halten ; allein eine 
gewisse EigenthumJichkeit in Stil und Darstellung, sowie 
der Umstand, dafs jene Sammlung viele Copieen von Ori- 
ginalaufsatzen , Briefen etc. enthalt, machte die Vermu- 
Ihnng sehr wahrscheinlich, dafs auch dieser einem Ori- 
ginale entnommen sein durfte. Wäre dies der Fall, so 
durfte man nach dem Inhalte weiter schliefscn, dafs die 
Republik Venedig ihren wichtigen Sieg allen deutschen 
Fürsten mitgelheilt habe, denn eine besondere Verbin- 
dung des mitten in Deutschlund gelegenen Kurfursten- 
tbums Sachsen mit Venedig, welche diese besondere Mel- 
dung bervorgerofen hatte, ist nicht bekannt; dann aber 
hat sie auch dabei die Gelegenheit ergriffen, diesen Zeit- 
punkt als den günstigsten zu bezeichnen, wo gemein- 
same Schritte aller deutschen Fürsten gegen den alten 
Erbfeind der Christenheit von grofserem Erfolg sein konn- 
ten. Ich gehe diesem Stuck darum eine grofsere l'ubli- 
cililt, damit Historiker oder Archivare sich vcranlafst füh- 
len mochten, iNachforschungcn zu halten, ob dergleichen 
Notificationsschrcihen damals noch an andere Fürsten ge- 
langt sind und was etwa darauf erfolgt sei. Erwjihnt 
mufs jedoch noch werden, dafs der Doge, welcher hier 
Aloysiu« Hocrenigo genannt wird , eigentlich Ludovico 
Wocenigo heifst. und diese Namensverschiedenheit aller- 
dings einiger Erklärung bedarf. 

III ustrisstmo et ex cc llc n t issi m o D. Augusto 
Dei grnlii Duci saxonine. sacri Komani Impc- 
rii Ar (Im mar. ^r hallo nc l'rincipi Electon Landt- 



gravio Thuringiae etJlarchioni MisniaeFratri 
nostro cha rissim o. 
lllustriss. et Excellentissime Domine, Nihil ullo un- 
quam tempore potuit acciderc Christianae Heipub. univer- 
sae aut salubrius aut gloriosius ea victoria, quam Deo 
Opt. Max. inprimis autore et adiutore contra immaiiissi- 
mos Christiani nominis hostes navali pugna est conse- 
cuta, qua fere omnes Turcarum tiiremes ad internecionem 
redactae ac distipatae sunt. Ac quemadmodum optatis- 
simus nuncius de tarn praeclaro tamque incredibili gaudio 
cumulavit, sie eliam ea de re caeteros cbristiaiios Prin- 
cipes mirifice se laetatos iure optimo arbitrati sumus, 
inter quos Excellentiam vestram admirabilem quandam 
voluptatem cepisse persuasum nobis est. Atqne eidem 
vehementer praestiturum nostro velerique in eam studio 
atque aiiimi propensione etiam atque etiam gratulamur, tum 
quia christianas res in summuin discrimen adductas iiisignis 
haec victoria nun modo stabiliores, sed earum quoque 
statum ac dignitatem ampliorem redditura sit. Tum etiam 
quia optatum videmus tam magnam, tamque illustrem 
occasionem opprimendi imperii Turcici, Cbrislianis prin- 
cipibus praesertim vobis , qui in Germania nobilissima 
provincia, opibus, autorilate, pcdestribus et equestribus 
copiis llorentissimam copiam babctis atque infesti esse in 
Pannoiiiae linibus omni tempore acerrimo hosti facile 
potestis, quem despirare aut acquiescerc ne minimum qiii- 
dem tempuris permittatis Ac si fuit unquani tenipns 
bene de conimnni utilitate, de vestro gloria , deque pro- 
pagaudo cbristiano imperiu s|ierandi , id esse peropportn- 
num et pernecessarium — apertis sicut omnes et faten- 
tur et praedicant. Quamobrem E. V. quam Christiani no- 
minis observantissimam sempcr novimus ac vir tute rei mili- 
taris scientia praestantem, adliortaii ad siiscipiendam buius- 
modi occasionem, tam praeclare rei conficiendae, quod 
indicavimus cum res ipsa per se satis excitare atque in- 
cenderc possit unumquemquc principem ad gloriam na- 
tum quemadmodum tu praestanlissimi maiores tni optime 
de cliri.st;ana liepub. merili omni tempore egregiis actio- 
nibus declararunt. Datae in nostro Diicali Palatio die 
23, Octob. IndicFo XV. JI.D.L.X.XI. 

Aloysius Mocrenigo 
l)u\ Venetiorum et Calir. 



Xorli KliinH ührr Frclniarkl. 

Milgethcilt von Nie. Urban von Urbansladt, k. k. Finanz- Sprache und 

beiirksrommissflr , in Egcr. .ein . 

Wortbedeutung. 
Als yr mir gescbrybn habt von Pferde wegen, die 

dem Franz Kcfsler genuinen sein, wy dy zu Koiiigswart 



Zustände. 



45 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



46 



Ilg-eo, das geton, ouch derJud <ly Fferdt noch babn solle 
. . füCT ich Eucli zu wissen, das solche Pferdt dy nieiiis 
gnädigen Herrn nit genumen, oucb des nichts zu thun 
gehobt habe, mächt Ir in warheit glouben ; aber der Jud 
bat solche Pferdt von den, dy solchs geton haben, zu der 
Plan gefrey markt acler gekouft (Schreiben vom J. 
1472) . . eingetauscht? oder auf freyem Markt als Eigen- 
Ihum erworben und ihnen dadurch die Eigenschaft des 
Raubes (,,der >am" in einer Fehde) genommen, so dafs 
er sie zurückzustellen nicht verpflichtet ist ? 

IN. N., den der Halb zu Dienst mit einem Pferd in Sold 
nimmt, verspricht ,,mciii Pferd sul noch will ich nit ver- 
kaufen noch verfreymarken dann n)il ihren (des halbs) 
Willen und Wissen" (Verscbreiburjg von 1476). 

Der N, bat mit dem N. ein Freymark und Vertrag 
getroffen und ellich layl (Bergwerk) auf dem Sneeberg 
umb tayl auf dem GrenjJing, des einer dem andern auf 
S. Calhrein Tag auf dem Sneeperg und zu Zwika ver- 
cryt Gewere und V^nugung tun soll ein ausgesnitene Zet- 
tel gegeben hat (von 1477). 



BrucliNtück einer hiHlier unbekannten 
llaiidHrlirIft «leM IVIkrIoIb. 

Von Professor Dr. Kelle in Prag. 

In einem Incunabelbande der k. k. Universitätsbiblio- 
thek in Prag (Sign. XLl. G. 43), in dem sich ,,Sermünes 
s. Augustini ad fratres suos heremitas in beremo com- 
morantes. Impressum Brixiae 1480" und ein „Tractatus 
de ymitalione crisli cum tractalulo de medilatioue cordis 
ao. 1487" befinden, ist hinten ein Pergamentblatt , auf 
dem Kopfe stehend, eingeheftet, das ein Bruchstück aus 
Wigalois, und zwar die Verse 7110 — 7215 von Bene- 
cke's Ausgabe, enlhÄlt. *) 

Das Blatt ist unten etwas abgeschnitten , wodurch 
reclo eine, verso aber zwei Zeilen verloren giengen. 
Auch am rechten Hände ist das Blatt zugeschnitten, wo- 
durch recto am Ende der Zeilen der zweiten Spalte einige 
Buchstaben, verso von der ersten Spalte der Anfang der 
Zeilen thuilwcise mit abgeschnitten wurde. Durch Lni- 
biegung um die letzte Laue des Buches und Einbeftung 
hat das Blatt auch an seiner linken Seite gelitten, so 
dafs die Anfange der Zeilen der ersten Spalte nicht mehr 
zu erkeni]cn sind. 



*) Die Bibliothek des gcrm. Muscnms vordnnlit Hrn. Prof. 
Dr. Kelle eine genaue .VhschritI dieses Bruchstücks. 

D. Red. 



Die Handschrift, aus welcher dieses Blatt erhalten ist, 
stammt aus dem XIV. Jahrhundert, war auf klein Oktav 
in zwei Spalten mit zierlicher Schrift geschrieben , und 
enthielt in jeder Spalte 27 Zeilen. Jede Zeile beginnt 
mit einem grofsen roth durcbstrichenen Anfanffsbuchsta- 
ben. Die Handschrift ist mit einer feinen Feder liniert, 
in der Hitte des Blattes stehen drei Linien nebeneinan- 
der, die zwei Rubriken bilden, und in der zweiten Rub- 
rik stehen die Anfangsbuchstaben der zweiten Spalte ge- 
nau untereinander, welche, da die anderen zum Anfangs- 
worte gehörigen Buchstaben erst nach der die Rubrik 
bildenden Linie stehen, etwas abgeruckt erscheinen. Die 
Anfangsbuchstaben der ersten Spalte standen jedenfalls 
in derselben Weise untereinander, sind aber nicht mehr 
zu erkennen. 



l^nbekannte EinlilHttiirurke bekannter Bibliographie. 
Autoren. 

Von Emil Weller in Zürich. 
(Forlsetzung.) 

Hans Sachs. 

Wenn auch die Zahl der von Hans Sachs publicier- 
ten Ilolzscbnitt-Folioblcitter ansehnlich gewesen sein mufs, 
so ist doch vielleicht nicht der grofsere Theil bis auf 
uns gekommen. Die Gothaer herzogliche Bibliothek be- 
sitzt deren 24, welche R. Z. Becker 1821 neu schneiden 
liefs. Heller („Zusätze zu Bartsch" S. 53 — 63) be- 
schreibt 44 kleinere Einblattdrucke von Hans Guldenmundt 
und Nie. Meldeman, zum Theil wohl die gleichen, welche 
nachher zu Fronspergers Kriegsbuche benutzt worden sind. 
Andere kommen zerstreut vor, z. B. in R. Weigels Kunst- 
katatüge Nr. 19,741 (Das junge Weib zwischen dem al- 
ten Mann mit Geldbeutel und dem jungen mit Schlüssel), 
gedruckt von Wolfgang Strauch in Nürnberg c. 156'J, mit 
Holzschnitt von VirgilSolis; zwei von Becker (,,Jost.\m- 
man" S. 160 u. 205) aufgeführte Stucke: die „llistori 
von der Ehebrecher Brück", gedruckt von Hans \\ulfr 
Glaser in Nürnberg c. 1580, mit llulzschnitt von J. .\m- 
man, und das ,,Valete", gedruckt von Kath. Gcriachin 
unil Jubans vom Berg Erben in .Nürnberg 1576, mit 
Kupferstich von J, Amman ; zwei Stucke in Lempertz 
Bibl. germ. Nr. 15t u. 152: „Was vngeschlagcn kcyn 
gut thul" und ,, Wäscherin, Spinnerin etc."; beide o. 0. 
u. J. mit Holzschnitt. 

Zu diesen stelle ich hier drei Foliodriuko der Züri- 
cher Stadthibliotbek. 

Die fürcki^ch belcgcrung der Sint Wim, nul snmpt 
seiner Tyrannischen handlung. Im >1 l> \\I\ Jar 



Anzeiger für Kiiiiiie der deutschen Vorzeit. 



48 



Am Ende: //. S. S. Valentin Neuber. 0. J. (c. 15G0, 
in Nürnberg), mit colur. Holischnitl und IdO Versieilen. 
Hort zu nach dem getzclet >vurdt 
Von des Herren Christi geburt ilc. 

Ein erschrucldiche History von einer Kunlgin au|SLam- 
parte. 

Am Ende; Antony Formschneider zu Franckfurdl. 0. 
J. (1536_), mit eolor. Holzschnitt und l(i2 Verszeilen. 
In der Lamparter Chronica 
Le[5 wir wie in Lanipartia 
Ein kun mutiger König so|5 etc. 

Eyn wunderliche Historij vö einem Killer aus Franck- 
reicb. 

Am Ende : Gedruckt zu Nurenberg durch — (abge- 
scbnittenj, mit color. Ilolzschnill und 130 Verszeilen. 
Hurt zu ein wunderlich geschiebt etc. 
Jacob li u e f . 

C. Gesner gedenkt dreier Einblaltdrucke dieses Chi- 
rurgen, Dramatikers und Volksschriftstellers, vor 1545. 
Ich war so glucklich, zwei davon in der hiesigen Sladt- 
bibliothek aurzuniiden, beide in l'rosa und mit Holzschnit- 
ten. Das erste IJiatt lateinisch, das zweite deutsch. 

Anno ä Christo ualo 1543. sexto Februarij niatutina 
hora quinta, eadeniq- minula, ScalThusiae llelvetiorum nati 
sunt infantes duo, uterqj foeminci se.xus, capilibus duo- 
bus, brachijs quatuor, totidcmq-^ pedibus disiunctis, uno 
vero solido corpore ä collo ad umbilicum usq^, umbilici 
subtus vinculo propendente, ut apposita ligura repraesen- 
tat, Fatri autem civi eins urbis Joannes Duner, malri 
vero Elizabeta llugelini nomen est. J. Ji. 

Tiguri apud Euslachium Froschoverum s. a. (1543). 

Im Jar als man zait M.D.XLIIH. Jar, ist gesehen wor- 
de zu Glaris in dem lobliche Ort der EydgnoschalTt, von 
wyb vfi mofi, ja jung vn alt ouch aller meiigliche da selbst, 
ein Crislallischer wysji gefärbter zirckel vfi ring durch 
das mittel der Soiien, vii an mitten durch den wys- 
scn krei|i ein heitterer schynbarcr Hegenbogen mit allen 
syncn vndcrscheidlichen Farben. Vniid ist di(S gesehen 
wordcD by heitterem subercm gefArbtcm lilmmcl am 19. 
tag Aprellen vor mittag vmb die eillTlen stund, wie dann 
di|5 nachuolgciid IJgur hcillere anzeigung gibt. Hat au- 
gerangen erschyneii vmb die nunc vor mittag, vnd was 
am gro.sicn vmb die eillfe, \n endet umb das ein nach 
mitlag jr ganze wBrung 4. slniid minder wenig miuulen. 

Darunter der Cirkel, ferner noch viel enggedruckler 
Text. Am Schlüsse: 

Per Jacobnm HufT urbis Tigurinae Chirurgum. 0. ü. 
u. .]. I Zürich. l.'>14| 

(ächlufii folgt.) 



llaiKl/.eifliiiiiiiiceii von A. Dürer Iih Itrit- Kunsi. 

tiHflU'll :TlliHclim. liilJendoKunsl. 

In der Zeilschrift Serapeum, Jahrg. 1Ö44. >r. 3 IT. 
wird von Sotzmann und iMafsniann ausfuhrlich über 
alle luiudschriflliche und xylographische RiogerbUcher ab- 
gehandelt und dabei mehrfach einer dem A. Durer zu- 
geschriebenen, in zweimaliger llandschrift zu Breslau und 
in Steiermark sich befindenden ^^'OnÄodidaOxaXia sive 
armorum tractandorum meditatio" gedacht, wel- 
che nach Te.xt und Zeichnung den verschiedenen Ausga- 
ben des im Egenolpli'schen Verlage bis 1559 erschiene- 
nen Fechtbuches zu Grunde gelegen haben soll. Wie 
die beiden genannten grofsen Kenner der altdeutschen 
Holzschneidekunst die Frage der Durer"schcn Autorschaft 
unentschieden lassen , so sind auch wir entfernt, nach- 
träglich unser Volum dazuzugeben, sondern bemerken 
nur, dal's die in der mit d bezeichneten Ausgabe, welche 
uns vorliegt, enthaltenen llolzschnille keineswegs uns aa 
Dürer, vielmehr an H. Brosamer erinnern, welchem R. Wel- 
gel auch die llolzschnille der Ausgabe b zuschreibt, die 
wahrscheiulicli niil den ersleren dieselben sind. Wenig- 
stens deutet das Costüm der Figuren auf eine frühere 
Zeit, als die der Herausgabe des Buches; es pafsle so- 
gar noch für das Jahr 1512, in welchem das oben er- 
wähnte, angeblich DUrer'sche Manuscript entstanden sein 
soll. Dafs Mafsmann aber richtig vermulhet, wenn er 
sagt, es habe nichts Unwahrscheinliches auf sieb, „dafs 
der in jeder Beziehung hochbegabte und schOngebildete 
Durer auch mit der männlichen Kunst des Fech- 
tens und Ringens sich beschSftigt, darüber gesonnen und 
gesammelt hahe'\ beweist eine llandzeichiiung in dem in 
der letzten Nummer des .Anzeigers besprochenen Durer'- 
schen Manuscripte im brilliscben Museum, die ebenfalls 
durch gütige Millhcilnng Hrn. W. BelPs in Farsimile uns 
übermittelt und, nach diesem vervielfältigt, der heutigen 
Nummer beigelegt ist. Diese Zeichnung ist, wie sogleich 
ersichtlich, ein erster Entwurf und tragt, wie schon früher 
bemerkt, die Jahreszahl 1512, was allerdings mit derEiil- 
stebungszeit der obenerwähnten Handschrift übereinstimmt. 
In das Egenolpirsche Fechlbuch von 1558 linden wir 
diese beiden Fecblerpaare nicht aufgenommen ; eine Ver- 
gleichung mit <ler Breslauer Handschrift mufste ergelien, ob 
sie, \ii'lliiilit weiter iiusircfulirl, in dieser vorltnuinien 



.%II<'H mnliif riiliiirli ilt>r Ki-irliHNtiiill iMiiy. I.nnd n. Leute. 
V..n Tnif.s.scr Dr. t;englei im i;rl:ihL'en. siiulnwoson. 

Von dem uralten, seit dem vierzehnten Jahrhundertc 
reichsunmittclbar gewesenen, 1803 an den Grafen von 






^.cn^ Ju^ ^^ -^^-y^ Art'C^. 




49 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



50 



Quadt und 1806 an die Krone Württemberg gekommenen 
Städtchen Isny waren bisher aufser den in Luni^'s Teut- 
schem Reichs-Archive Thl. XVIH , S. 831 ff., v. Moser's 
Reichs -Stättischem Hand-Buche Thl. II, S. 17 ff. und bei 
Hugo, >lediati>irung der deutschen Reichsstädte S. 255 — 72 
abgedruckten Privilegien und Urkunden, sowie dem noch 
UDgedruckten Rechtsbuche („der Statt ¥(Jny Reformation 
vnd Erklärung Ihrer Statuten vnd Stattrechten(J") v. 1. 
Mai 1544 und revidiert am 8. Febr. 1622, dessen C. G. 
V. Wächter in seinem Ilandbuche des im K. Württem- 
berg geltenden Privalrechts Bd. I, Ablh. 2, S. 777 Er- 
wähnung Ihut, wenigstens in weiteren Kreisen keine 
Rechtsquellen bekannt. Um so beochtenswerlhcr erscheint 
daher eine dem germanischen Museum gehörige und mit 
der Bibliotheknummer 7185 bezeichnete, 126 Quartblälter 
umfassende Papierhandschrift mit der auf dem Pergament- 
deckel befindlichen Aufschrift: „1412. Alte Statt 
Ordnung", welche eine reichhaltige Sammlung von Sta- 
tuten des Ralhes der Reichsstadt Isrjy aus der zweiten 
Hälfte des vierzehnten und dem ganzen fünfzehnten Jahr- 
hunderte darbietet. Sie beginnt mit der gleichsam als 
IIau|)trubruin des gesammten Buches dienenden Notiz: 
„Anno domini Jlccc nonagesimo sexlo notata sunt hec 
vt sequuntur per manuin mei Wernheri Brög de phullen- 
dorf pro tnne notarii Oppidi ysinn" etc., worauf nach 
einigen, offenbar erst später (luf den beiden leer gewese- 
nen Seiten des 1. Blattes niedergeschriebenen Satzungen 
und Bemerkungen, auf Bl. 2 mit der Ueberschrift : „Disz 
siiit ellich vnser stat Ordnung vnd geseczt vt sequuntur 
etc." die eigentliche alte Stadtordnung selbst anhebt und 
vermuthlich bis Bl. 17 reicht. Hieran knüpfen sich dann 
Rathsschlusse aus dem Zeiträume von 13'J6 — 1490, regel- 
mSfsig chronologisch geordnet und datiert, welchen ein- 
zelne städtische Privilegien, z. B. Kaiser Sigismunds („Fri- 
hait vber schädliche lüt zu richten") v. 1429 (Bl. 46, 
107), Rathsurlhcile (Bl. 20, 60b), Straffällc (Bl. 45, 64, 
65), Verträge (62, 63), geschichtliche Notate (Bl. 36, 
37, 64b), Zolltarife (63) u. s. w. eingemischt sind. 
Satzungen, welche durch jüngere Ratlisstatule aufgehoben 
oder geändert wurden, finden sich ganz oder theilweisc 
durchstrichen. Dagegen werden mehrere Einträge doppelt 
angetroffen, was sich daraus ei klären lasserj durfte, dafs 
wahrscheinlich das ganze Statntenbuch ursprünglich aus drei 
gesonderten Heften (Bl. 1—78, 79—106, 107—126) be- 
standen und der Sammler Manches aus den beiden .^pnteren 
Cüllectaneen nachher in die erste oder Ilauptsamnilung 
zu deren Ergänzung und Verbesserung herübergenommen 
hat. Der Inhalt der Statute, deren einzelne Artikel nur 
zum kleinsten Theile Ueberschriflcn haben, ist buchst 
mannigfaltig und erstreckt sich über das gesammte Rechts- 



und Verwaltungsgebiet, wie nachfolgende systematische 
Uebersicht der wichtigeren Materien bezeugen mag : 

A. Üe f fen t lieh es und Verwaltungs-Recht: 
Rathswahl (Bl. 1, 3b, IIb), Eid des Bürgermeisters und 
Ammanns, der Zunftmeister etc. (6), Verbot der „vtisüng 
im rechte" durch Personen aufserhalb des Raths (84 b), 
Burgeraufnahme, besonders Bedingungen derselben (27, 
41, 99), Reception Geistlicher (42 b), ausherrischer und 
zinsbarer Leute (38), lediger Kinder oder Bankarte (120) ; 
Aufgebung des Bürgerrechts mit Leistung einer „nach- 
sture" (87); Verbot der Ladung eines Bürgers vor fremde 
Gerichte (421.); Kriegswesen (30b, 31b, 83, 87 b); 
städtische Abgaben, wie Steuern (9b, 19b, 54b, 59), 
Ungeld (89, 103 b), Schauschilliug (89 b, 89b); Schulden 
der Amtleute und Steuermeister (57, 68 b). 

B. Bürgerliche Nahrung und Zunftwesen: 
Handel mit Leinwand (18, 19, 26b, 37b 44, 48, 68, 73, 
91b), Tuch (23 b, 90 b), Leder (8, 27), Vieh (67), Korn 
(83b, 100b, 113, 115), Schmalz (91), Salz (66, 121), 
Wein (117). Honig (12, 69) ; Unterkäufier (48). — Metz- 
ger (7 b, 8, 57 b, 67 b, 74 b), Bäcker (8, 19 b, 58, 72, 
74, 75b, 84b, 85b, 99b, 100), Wirthe und Methschen- 
ker (66 b, 68 b, 83 b, 91), Melber (86, 100 b), Fischer 
(88b), Weber (55, 69 b, 70b, 86, 100, 119), Tuchsche- 
rer (22), Färber (20 b, 30), Gewandschneider (9), Zim- 
merleute (21b), Bader und Schcrer (101b). — Zunflauf- 
nahme und Uebertritt von einer Innung in die andere (27, 
99); Verlust der Zunftgenossenschaft (115 b) ; Autonomie 
der Zünfte (58 b); Zunftstrafrecht „nach der zunflhrief 
sag" (54b); Kaufieulezunft (40 b), Schmiedeznnft und 
Stubenrecht derselben (76 b, 79 b, 84). 

C. Polizei, und zwar 

a. Fremdenpolizei, z. B. Beherbergung Fremder (116, 
119 b), Frevel an solchen (84 b). 

b. Ordnungs- und Sicherheitspolizei, z. B. Friedgebote 
bei Krieg und Stofs (14, 17); Verbot des nächtlichen 
Waffentragens (15 b) und selbsthulflichen Zuredesetzens 
(52 b); Bewahrung von Licht und Feuer und Verfahren 
bei Brandausbruchiii (21 1', 5b). 

c. U'iibifiilirls- und Armenpolizei, z. B. Ilochzeitord- 
nung (10, 16, 24, 76, 79, 88b, 112), Kleiderordnung 
(114b), Leichenfeiern (77), Beschränkung der Tauf- und 
Weihriachlsgesclienke (10, 11), Gasteordnung (91); Al- 
mosenordnung (80, 87b, 111) Spielverbole (IIb, 16b, 
17, 33b, 41b, 42); Verfahren gegen llUchtigc Schuld- 
ner (55b). 

d. Sitllichkeitspolizei, z. B. Frauenluiuser (88), Kup- 
pelei (S7b); Weihnachts- und Faslnuchlssrherze der Hand- 
werker (9 b) ; ungottliches Schworen, Fluchen und Boscs 
Anwunschen (11, 13 b, 26); Schreien in den Wirlhshau- 



51 



Anzeiger liir Kunde der deutschen Vorzeit. 



52 



Sern (27b), Nolhigeii zum Wcinhausbe^uclie (79) . mulli- 
vv'illiges Eidleislen (9b). 

c. Gewerbspolizei: riibtigcs Mals und Gewicht (KJJ; 
Verbot ,, nicht ioffigen Geldes" (16); Getreideverkauf 
aufserhalb derSludl (41); Beginn des Feierabends (90b) ; 
Weindepot von Auslandern (40) 

D. Kirchliche Verhältnisse: Kirchensluhlrechte 
(67); Osterabendmahl (7ü); Begrabnisse (75). 

E. Peinliches und bu rgerl iches Ve r f a h r en : 
Fragerecht des Ammanns (63 b); die fünf Hauptfragen 
(47 b, 109): AusloosungderL'rlheilslinder (28) ; Obliegen- 
heiten des Amnianns bei Ungewelten (Ö3) ; Eidesleistung 
im Civilprocesse (77). 

F. Straf recht: Arten der Vergehen: Frevel, Un- 
zucht, Ungewelten (.'>4, 91, 92); Anzeigepflicht bei sol- 
chen (40); Frejung oder Asyl (Ib, 25b, 53); Nothwehr 
(4b, 82b); kleine Diebstahle, gebufst mit 10 Fuder Steine 
(8); Friedbruchswunden (25, 20, 31, 44b, 4» b, 49, 56^ 
111), Zuziehung geschworener Wundärzte (24b); Ehe- 
bruch (46); Injurien (13b, 26, 58, 101). 

G. Privalrecht, und zwar 

a. Familienrecht : Kheschliersung ohne Ellernconsens 
(17b), Verehelichung mit eigenhörigen Frauenspersonen 
und Fremden (102, 119 b); Eheweibliche Schulden und 
Schuldeiihaftuiig bei Gewerbtreibenden (53); Leibgeding 
der Frauen (34); Vormundschaft (75 b), Handlungsun- 
fähigkeit der Bevogtelen (18 b, 29) 

b. Dingliche Hechte : Erwerb von Liegenschaften und 
Fertigung im ürundbuche (75 b), Verbot der Veranfserung 
und VerStiftung von Immobilien an Fremde (25 b); Ver- 
gabung gelegener Guter an Gotteshauser und Gäste (84). 
— Weiderecht (51), Grundpland und dessen Verbuchutig 
(22b), Faustpfänder (Hb, 25, 54). — Zinsc und Gülten, 
Verkauf, Ablösung, Ausklagung derselben (Ib, 7, 8b, 
67b. 68, 114). — Burgrecht und Veraufserung dessel- 
ben (4 a). 

c. Forderungsrecht: Beschränkung der Schenkungen 
(10b, II, 43); Kauf, Darichn und Wette (11); Geld- 
schulden (92 b). 

d. Erbrecht: Erbfolge Überhaupt (42) ; Enkel-Erbfolge 
(115 b); Erbfolge von Frau und Kindern (12 b, 51b, 52), 
sowie der Jlutler in das Gut eines Kindes (87); Verer- 
bung von Liegenschaften an Fremdem und Einstandsrecht 
der Biirtfcr (41b): Urkunden liber Seeliicrülhe (35). 

Auf oiLswartigc Hechle wird nur einmal (lil. 3s bj in 
Ansehung der miillerlichcn Successionsrechte, nämlich auf 
dos Hcrhl vnn Lindau, mit welchem Isny durch Kaiser 
Karl IV 13 IS (s. Hugo, a. a. (». S. 85) bewidmet wor- 
den war, hingewieseu. Aufserdcm sind noch die hie und da 



begegnenden „Declarationes" von Gelehrten über bedeut- 
same Rechtsfragen (s. unten Nr. 5, (>) bemerkenswerth. 

Zur Probe m<igen übrigens nachfolgende wenige Stel- 
len aus dem Statutenbuche dienen : 

1) Weihes kind och das valter oder muter hett zn 
der E grifft vnn och das mit willen baidentlialb zu gieug 
vnn beschäch vnd es aber doch wider sins vatler oder 
muter willen vnn gunst war, dasselb kind es si knab 
oder lohter sol genczlich von sines vatter vnn mutcr erb 
gestofsen vnn enterbt sin vor tod vnn nach tod. Es wer 
denn das des selben kindz vatter oder rauter dnht das 
si sich alz wol stellen vnn an lassen woltent vnn darumb 
für den rat kam vnn dar bat das man das kind wider 
ain erb kind liessi sin . wenn das gescliiht so sol das- 
selb kind für das vatter oder muter also bitlind ist alz 
Yorbeschaiden ist dise'' saczung von erbz wegen nit en- 
gelten. Wa och waisen wärint weihe'» da, es war knab 
oder tohter zu der E griff an siner vogt vnn frund rat 
der war, es war knab oder tohter vierczig phnnd haller 
an vnser stat vervallen, vnd geschach disz Ordnung vnn 
saczung an der nehsten mitwochen nach sant Gergen tag 
Anno dm. Brccc" nonagesimo septimo. (Bl. 17 b). 
(Schlufs folgt.) 



Zur l'nti'rMucliHnie «ler Mrlititlel buh al«en Nationalitäten 

und Stammver- 
Ornbern. 

Milgptheilt von Ign.Pelters, GymniL^iiallulirer, in Leitmerilz. 
Das Schlufsheft des VI. Jahrgangs (1858) der in 
Prag von dem berühmten Physiologen Prof. Dr. Purkyne 
mit ,Ioh. Krcjci redigierten naturwissenschaftlichen Zeit- 
schrift „Ziva" bringt von S. 223 — 242 einen höchst 
beachtenswerthen Aufsatz von einem tüchtigen Schuler 
Purkynes, Dr. Eduard Grüger, unter dem Titel: „Ueber 
die iMenschenschädel im allgemeinen und die slavischen 
insbesondere" (0 lebkiich clovecich rübec a o slovan- 
skych zvliiste). Nach der Besprechung der craniologi- 
scheii Gesichtspunkte, des Camper'schen Gesichtswinkels, 
nach welchem die Eintheilung der Menschcnracen in or- 
Ihognathi und prognathi geschieht, und des von 
Heizins in Stockholm, dem bedeutendsten Craniologen un- 
serer Zeit, zuerst untersuchten Verhältnisses der Länge 
des Schadeis zur Breite, auf welches von Hctzius die 
Eintheilung in d oli choceph a I i und b r a c hy cc ph a 1 i 
gegründet ist, setzt Dr Ed Groger in klarer und bündi- 
ger DurstclIuMg nu.M-inniHier , welche vielfachen Messun- 
gen er bei l'nlersui Imii),' vuii MenschenschÄdcln an iillen 
Seilen derselben voriiimmt. 

Griiger hat nun an 200 Schädel von verschiedenen 
Volkerstflmmcn gemessen und gibt von diesen als die 



liültnisäc 



53 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



5i 



grüTste SchSdellange der dolichocephali, unter welche die 
Germanen und Gellen gehören, 197, als die kleinste 190, 
als die grofste Schadellange der brachycepliali, zu denen 
die Slaveo gehören, 161, als die kleinste 167 iMillimeter 
an; im Durchschnitt stellte sich das Verhallnifs der 
Schadellange als 192 : 174 Millim. heraus. Die grofste 
Breite der Schädel von dolichoreiihaii betrug 148, die 
kleinste 131, von brachycephali die erstere 158, die letz- 
tere 137, die mittlere Breite 141 und 147 Millim. Die 
Schädel der dolichocephali haben eine l,3ü2 mal grtifsere 
Lange als Breite, «ahrcnd die Schädel der brachjcephali 
nur 1,183 mal mehr in der Länge als in der Breite ha- 
ben. Die von Ketzius und Gioger vorgeiionimentii Mes- 
sungen au Meuschenschadeln unterstutzen die historische 
Forschung dort, wo aus den in alten Gräbern gefundenen 
Schadein auf die altern Bewohner einer Gegend ein ziem- 
lich sicherer Schlnfs möglich wird. Groger hat nun an 
17 Schadein aus heidnischen Gräbern Böhmens, die er 
mit Hülfe des eifrigen Archäologen P. Krolmus zusam- 
menbrachte, seine Messungen angestellt; unter diesen 
stellten sich 15 als brachycephali und nur 2 als dolicho- 
cephali dar (diese aus dem Scharkathal bei Prag). Die 
erstem gehören unzweifelhaft Slaven, die letztern Ger- 
manen oder Gelten an. Die sehr interessante Verglei- 
chung jener Schädel mit neuern Schädeln aus einer rein- 
slavischcn Gegend (dem Dorl'e Putim bei Pisek) zeigt 
die grofste Uebereinstimmung: bei den erstem beträgt 
die grofste Schädelläiige 173, die grofste Breite 145 Mill., 
bei den lelztern die Länge 175, die Breite 142, während 
bei den zwei iiichtslavischen Schadein aus der Scharka 
die Länge 193, die Breite 136 Mill. beträgt. 

Als Ergebnisse seiner Forschung stellt zum Schlüsse 
Dr. Groger folgende Punkte auf: 

1. Der grofste Theil der Schädel aus heidnischen 
Gräbern in Böhmen gleicht den slavischen Schädeln un- 
serer Zeit, ist also ohne Zweifel slavischer, nicht 
deutscher oder celtischer Herkunft. 

2. ISur selten finden sich in den Gräbern lange Schä- 
del, die nichtslavisch sind. 

3. Die leibliche Beschaffenheit der allen Slaven war 
dieselbe, wie die der Slaven unserer Zeit. 

Diesem kurzen Auszuge aus Dr. Grogers Abhand- 
lung fuge ich nur noch eine Bemerkung bei. Unbedingt 
nothwendig ist es, aul'ser den Schädeln noch den übrigen 
Inhalt der Gräber genau zu untersuchen, ob Gegenstände 
von .stein, Bronce, Eisen, ob Münzen u. s. w. sich bei 
ihnen fanden; über das Alter dieser Gegenstände hat 
der Arcbäolog ebenso zu entscheiden, wie die genaue 
Untersuchung der Schädel einen Aufschlufs über das Volk 
gibt. Auf die Zeit vor den Bojern in Böhmen sind 



die Ergebnisse Dr. Grugers nicht ohne Weiteres zu be- 
ziehen ; dafs also Slaven vor den Bojern in unserm Lande 
wohnten, ist einzig und allein durch die Messung der 
Schädel aus den heidnischen Gräbern nicht bewiesen. 



Der Scliiieicler liOhn untl OrflnuiiK in Leben. 

lilirerii . 1499. Erreugum; nnd 

Mitgetheilt von J. Schneller, Stadtarchivar, in Lucern. Erwerb. 

Zunft- u. (»ilde- 
Item man sol ein schulder geben von eim Sidin Warn- weseo. 

sei XV p. vnd sust von eim \\'amsel, es sig knopflet 

oder nit vj plaphert, vnd von eim par hosen ij. plap. 

So einer farw sind ; wel aber teilt hosen haben wellen. 

So mögen die schulder ze Ion nemen als sy gedenken Inen 

fügelich sin. 

Item ein manrock mit futry mit bletz vj (i. 

Item ein knrlzcn rock der sust gefulret ist v ß. 

Item ein rock So an die waden stost vnd gefütret 
sind viij (5. vnd von eim ungefütret vj (J. 

Item von eim langen rock der gefütret ist, als die 
priester tragen von eim i (5. , welcher aber mit bletz 
gefütret ist old wird oder vngefutret vj (5. 

Item von eim mannen mantel durch nider gefütret von 
eim vj |i. , vnd weler aber oben vnib mit scherter gefü- 
tret ist iiij (5. vnd von eim kurlzen mantel iij |i. so nit 
gefütret ist. 

Item von einer frowen vnderrock vnd vnderschurlitz 
vj plap. 

Item von einer frowen schuhen so ein kürsener fn- 
Iret vj |5. 

Item von einer frowen schaben so sust durch nider 
gefütret wird x (i 

Item von einer vngefuetroten schuhen vj ß. 

Item von eim frowen rock xij plap. ; Ist er aber mit 
Sideu präwt xiiij plap. 

Item von eim arris rock xiiij plap. 

Item ein tuechin mantel .\ plap. ; welcher mantel aber 
lang swentz hat vnd vil luch brucht xij , xiij , oder xiiij 
plap. 

Item von der brnst an die weiche mit ermlen gefue- 
Irel iiij (i. aber vngefulret ij |5. 

Item ein kurlzen frowen mantel der gefulert ist durch 
v (J, vj (J. ; aber von clm sust gefulrolen iiij ß. 

Ilem ouch geuall Inen, das man den sclinidem, So 
den luten in husern werchent, die sollent angan ze wer- 
chen am morgen So es. v. Siecht, vnd am abeut viraben 
haben. So die glogg ix siecht; vnd sol man eim meister 
zum tag ze Ion geben ij plap., ouch eim meisler Unecht 
ij plap., vnd sust eim Unecht ij ß. vnd von eim knaben 
viij angslcr. 



55 



Aiizeiffer tiir Kuiuic der deutschen Vorzeit. 



56 



LebcDswfisf. 
Sociale VfrhUU- 

AVappen. 



llernIdiMrIieH. 

Von C. Primhs, Bi-chlspraktikantcn, in Nürnberg. 
Wühl wenige Familien luibeii im Luule der Zeit eine 
sulchc Lmgostaltiiiig ihres urspruiiirliclicM Wappens er- 
lillcn, als die gegeiiwarlig noch in WiirtluMibers? hln- 
hcnde Familie der Freiherren von Knill 

üiese Familie, deren ursprnngliche llciiualh der Cuu- 
tun Thurgau isl, wo sie das Schlois Luxbuhel besafs, so- 
tt ic Grimmenstein und Taufensee im Uheiuthal, breitete 
sich schon frühe in zwei Linien aus, von welchen die 
eine in Feldkirch, die andere in Ulm durch Jahrhunderte 
ihren Sitz hatte. Erstere nun, die sich auch nach Lindau 
verzweigte, führte nach zahlreich vorhandenen Siefjcln 
und Grabmonumenten im silbernen Felde einen waclisen- 
den. bartigen, unbekleideten Mann, der mit beiden Armen 
über sich zwei ins Kreuz gelegte schwarze «euthauen 
(Kräuel) mit drei Zinken halt. Auf dem Helme wächst 
der Mann des Schildes zwischen zwei silbernen BülTelh(ir- 
nern hervor, die er mit den Armen erfalst. 

Das gleiche Wappen gibt Stumpf in seiner Schweizer 
Chronik, wo jedoch das rechte BulTelhorn schwarz tin- 
gicrt erscheint. Ha|)hael Custos in seinem Werke der 
Augsburger Familien , wie nicht minder Siebmacher und 
V. Hefncr in seinem Neuen Siobmarher, stimmen hiemit 

völlig uberein. 

Ob nun die Ulmer Linie das gleiche Wap|)en gefuhrt 
ist mir zwar nicht bekannt, da mir Abbildungen dessel- 
ben nicht zu Gesicht gekommen; es dürfte dieses jedoch 
zu bezweifeln sein, da Bucclin in seiner Stemmatographie 
Tb. IV, wo er diese Familie aufluhrt und blofs die Ulmer 
Familie berücksichtigt, als Wappen dieser Familie zwei 
ins Kreuz gelegte schwarze Ilaken im silbernen Felde 
gibt. Damit war jedoch die Aenderung des alten, spre- 
chenden Wappens (Kreul, Krowl, wie sich auch die Ul- 
mer Linie früher schrieb) noch nicht beendet, wie aus 
dem Wappenbuch des Königreiches Württemberg zu er- 
sehen. Dort gibt Tyrolf. der sich bei Herausgabe des- 
selben genauer und oflicieller Nachweise erfreute, als 
Wappen dieser Familie: In Silber, nber einem goldenen 
Dreiberge im Schildcsfufse , zwei ins Kreuz gelegte, mit 
den Krallen Bufwärls und auswärts gekehrte schwarze lluh- 
htrfu^^e, Auf dem Helme wachst eine silbern bekleidete 
Jungfrau (nach Hefuer eine Melusine) hervor, die mit den 
Händen zwei mit den Kftpfen auf der Krone des Helmes 
aufstehende Fische halt. 

Wenn diese Figur »ich in etwas dem ursprungllehcn 
\\ uppenbildc wieder nähert, so hat dagegen tasl in sei- 



nem Adelsbuche des Königreichs Württemberg sich, wie 
es scheint, aufBucelin srestulzt ; doch schien ihm die Ver- 
wandlung der Heulhauen in Hacken noch nicht genügend 
gewesen zu sein, und aus einfachen sind bei ihm endlich 
doppelte Widerhaken geworden, und, wie bei ihm der 
Dreiberg verschwunden , so mufste auch die Melusine 
einem silberbekleidelen und gekrönten Manne weichen. 
Wenn man sich auch hiebei mit Recht fragt, welche Ab- 
bildung hier die richtige ist, so ist am Ende diese Um- 
wandlung eines so leicht erklärlichen Wappens in Folge 
der Unkenntiiifs des ursprünglichen Wappenbildes und 
durch Verleihung neuer Diplome zu erklaren. 

Gröfseres Bedenken und Erstaunen mufs es jedoch 
erregen, wenn das Wappen einer Familie, das in mehr 
als sechs heraldischen Werken ganz übereinstimmend ab- 
gebildet ist, in einem siebenten Werke plötzlich einem 
Wappen weichen mufs, das nicht eine Idee des bei den 
Übrigen gegebenen enthalt. Ich meine nämlich das Wap- 
pen der ungarischen Grafenfamilie Gyulai von Maros- 
Nemethy und Niidaska. 

Kneschke in seinen deutschen Grafenhäusern, Th. II, 
Tyroff im Wappenbuche der österreichischen Monarchie 
und in seinem allgemeinen Wappenburhc, wie nicht min- 
der Hefner. haben das Wappen in nachstehender Weise 
gegeben: Der Schild ist von rolh und blau quadriert, 
mit goldenem Mittelschild, welcher die fhillVe CVI zeigt. 
In Feld 1 schreitet auf grünem Basen ein goldener gekrön- 
ter Lowe nach links, welcher in der erhobenen rechten 
Branke einen silbernen Säbel mit goldenem Grilfe in der 
linken aber einen grünen Kranz nach abwärts halt. Feld 2 
zeigt auf grünem Rasen einen nach rechts gekehrten gol- 
denen gekrönten Lowen, welcher in der rechten Branke 
ein goldenes Patriarchenkreuz emporhält, mit der linken 
dagegen sich auf ein halbes, mit der Rundung nach links 
gekehrtes silbernes Rad stützt, welches auf dem Boden 
aufsteht. Im 3. blauen Felde ruht auf einem grünen Berge 
eine goldene Krone, aus welcher ein geharnischter Mann 
zwischen zwei goldenen Adlerflügeln hervorwächst, die 
er mit beiden Armen erfalst. Feld 4 zeigt auf Wellen 
eine nach rechts gekehrte gekrönte Sirene, deren Schwanz 
einmal gewunden ist, welche die Linke in die Hüfte 
stemmt, in der erhobenen Rerhirn dagegen eine einwärts 
gekehrte, gewundene goldene Schlange halt. Zwischen 
dem 3. und 4. Felde ist eine goldene Spitze einge- 
pfropft. 

(Mit einer Beilage.) 



Veranlworllirhe Itcdnrlion ; Dr. Freih. v. ». t. .\t,fsors. Dr. \. v. E > c. Dr. (<■ K. Krnmmnnn. 
Verlag der lilernrisch- nrtinlischen \nM.iIl ile.« germanischen Museums in Nurnlierg. 

l*. E. SfbRld'\rlir Blichdrtickcrcl. 



BEILAGE ZL M WZEKIEU FLU KUNDE DEK DEÜTSl IIE\ \()liZEIT. 

lS-)9. A? 2. Februar. 



Chronik dos iifcriiiiiiiisclien Museums. 



Der fniille J a h rpsb er i cli I unseres Museums, vom 
1. Januar bis S\. Dezember 1858, bereits im Januar d. J. der 
Druckerei übergeben, kann schon im Monat März versendet 
werden. Obgleich der Text in gedrängter Kurze nur einen 
Bogen fiilll. wird doch der ganze Bericht samnil den Beilagen 
6' j Bogen stark werden. 

Bei dem ausgedehnten, vielverzweigten Verkehr des Mu- 
seums mit gelehrten Anstalten, Vereinen, mit seinen Gönnern 
und Organen u. s. w. muFs, so lange die der Gewährung un- 
bedingter P rt o f re i he it entgegenstehenden Hindernisse 
nicht gehoben sind, schon jede den Verkehr des Museums 
nach aufsen erlciclilcrndc Malsregel freudig bcgriifst werden, 
weshalb wir auch mit Anerkennung berichten , dafs gegen 
eine Jahrliche Aversalportovcrgütung die von dem german. 
Museum zur Aufgabe kommenden und ins Innere des Post- 
vereinsgebictes bestimmten Drucksachen Sendungen un- 
ter Band von der Einzelporloberechnung freigelassen werden. 

Aus Ocsterreich sind dem Museum wiederum zwei 
erfreuliche Zeichen der Anerkennung zugekommen ; Se. kais. 
Hoheit Erzherzog Karl Ludwig gewährte eine Unterstützung 
von 200 n., und der Gemeindcralli der Stadt Wien licls 
abermals einen Beitrag von 100 fl. 0. W. übersenden, nach- 
dem derselbe früher schon eine gleiche Summe bewilligt hatte. 

Aus den zahlreichen Geschenken müssen wir, als beson- 
ders interessant, dasjenige der Mairie von Strafsburg her- 
vorheben: die Copie eines Theiles des von Erwin von Stein- 
bach entworfenen Aufrisses des Strafsburger Münsters in Gröfse 
des Originals. 

Als neu erwähllc E li r e n m i t g li ed c r des Geiehrten- 
ausschusses (bisher nur 1 hochstehende Persönlichkeiten) freuen 
wir uns, folgende IN'anien nennen zu können : 

Se. Hoheit der Kürst Karl Anton von II obe n zol le r n-Si g- 

m a r i n g e n , 
Sc. Durchlaucht der Fürst Clodwig von II oben 1 oh e-S ch i 1- 

lin gs fü rst , 
Se. Erlaucht der Graf und Herr Karl zu Giech, Standesherr 

und erblicher Keichsralh in Bayern, 
Se. Erlaucht der Graf und Herr Albrcchl zu Pappenhcim, 

Standesherr und erblicher Keichsrath in l'ayern, General 

der Cavalleric, 
Se. E\c. Frhr. von Be t h ma nn- Ho 1 1 weg, konigl. preulsi- 

scher Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- 

Angelegenheilcn. in Berlin, 
Sc. Exe. Frhr. v. Bi s m ark-Sch On h a u s en , kgl. preufs. 

Geheimcrath iiiiil Kundeslngsgcsandlcr, in Frankfurt a M., 
Sc. Exe. Herr v. Kl oll well, kgl. preufs. Sinaisminister des 

Innern, in Berlin, 



Se. Exe. Frhr. Marsch all von liie be rstei n, grofsh. bad. 

Geheimerath und Bnndestagsgcsandler, in Frankfurt a/M. 
Se. Exe. Gral Leo v. Tliun und Hohcnstein, k. k. geh. 

Kath, Minister des Kultus und Unterrichts, in Wien, 
Herr GrafFranzv. Tbun und Hohenslein, Referent beim 

k. k. Ministerium des Kultus und Unterrichts, in Wien. 

Den in der Januarnummer verzeichneten neu gewählten 
und beigetretenen ordentlichen Mitgliedern des Gelchrten- 
ausschusses haben wir nachzuiügen die Herren : 
Bunge, Dr. Fr. Gg. v., kaiscrl. russ. wirkl. Staatsralh, Exe, 

in St. Petersburg, 
Gachard, Louis Pr., k. belg. Slaatsarchivar, in Brüssel, 
Köhne, Dr. B. v. , Direktor der heraldischen Abtheilung im 

dirigirenden Senate, in St. Petersburg, 
Keumont, Dr. Alfred v. , k. pr. Kammerherr, Leg.-Rath und 

Ministerresident am grolsh. loskan. Hofe, in Florenz. 

Dagegen ist leider der jüngst erfolgte Tod nachstehen- 
der alterer Mitglieder anzuzeigen : 
Bommel, Chr. v., churf. hess. Staatsralh, in Cassel, 
Wurm, C. F., Professor, in Hamburg. 

Der vor zwei Jahren in Berlin gestiftete Hülfsvcr- 
cin für das gerni. Jluseum hat in einer seiner jüngsten .\us- 
sehulsberalhungen beschlossen, mit Anfang März einen Cyclus 
von 6 Vorlesungen zum Besten des Museums zu eröffnen. 
Diese Vorträge, zu welchen bedeutende Kräfte gewonnen sind, 
sollen theils vom wissenschaftlichen, Iheils vom kiinstlerischen 
Standpunkte aus das häusliche und olTentliehc Leben der deut- 
schen Vorzeit nach den vcrsehiedcnslen Kichtungen beleuch- 
ten. Das schone Unternehmen verdient gewil's iNacliahmung. 

Zur Gratisabgabe einschlägiger Verlagswerke haben, im 
Anschlufs an die früheren Buchhandlungen, sich bereit 
erklärt : 

3(Jü. Mey unil Widmayer, Buch- und Kunsthandlung, in 
München, 

367. J. Zeiser's Buch- und Kunsthandlung, in Kurnberg, 

368. D. £. Friedlein, Buch- und Kunsthandlung, in Krakau, 

369. Storch & Krämer, Kunstvcriagshandl., in Berlin. 
Neue Agenturen wurden crrirlilel in Brau ns berg (Preus- 

scn), Karlsruhe und Schonberg a. iL hess. Bergslrafso. 

Die nachloigenden Giscberike erli;illeii ?\i h.ilien, wird 
dankend bescheinigt : 

1. Für das Arcliiv. 

Georg Küll, HendanI, zu Nürnberg: 
1007. Verlr. zw. Friedr. Jonch. v. SerkPiidorlT u. A. mit den 
Unterlh. zu Weifscndorf ii. Snuerheiin weg. Salarierung 
d. Pfarrers allda. ITilO. Pap. 



59 



Anzeiger (iir Kuiiile der deutsclicn Vorzeit 



60 



Benedict von Schwarz, Gulsbi'silzer, in Nürnberg: 111'.). 

1098. Ksafbricf i'es J. Jürg v. Meienlal zu .■Vrlelshnfi-n fiir 

Conr. Läpp zu Vcldcn üb. d. I'tihlluif. 1429. l'gm. 1120. 

1099. Kaufbrief ilcr Margar. Ruscnbachin u. ihr. Sohne fiir 
Erh. Iloliloll üb. ihr. Sitz zu .Vrlelshnfcn. lUM. l'giii. 

1100. Kaufbrief d. Wolfg. v. Wolfstein filr lleinr. Uadax zu 1121. 
Neumarkt Ob. Güter u. Keulen z. .Vrleishofen 1451. 

Pgm. 

1101. Gerichlsbrief d. Hans v. Stauff. I.andr. zu Sulzbach, in C. 
d. Streitsache des l'lr. u. .\lbr. v. Freudenberg. 1452. 1122. 
Pgm. 

1102. Gerichl.fbrief d. Mart. v. Wildenslein , Landr. zu Sulz- 1123. 
bach, üb. die Schuldklagc d. Conr. Escbenloer z. Aürnb. 

1452. Pgm. 1124. 

1 103. Gerichlsbrief d. Hans v. Stauff, Landr. z. Sulzbach, für 

Ulr. V. Krcudcnbere üb. Arlclshofen. 1453. Pgm. 1125. 

1104. Verzichtbrief d. Conr. Stör zum .Neuenhaufs für Jac. 
Sauerzaptr z. Sulzb. ü. d. Schwadermuhle. 1453. Pgm. 1126. 

1105. Gerichlsbrief d. Hans v. Slauff, Landr. z. Sulzbach, in 

d. Klage d. Wolfr. v. Egloffslein geg. Chr. v. Freuden- 1127. 
berg. 1454. Pgm. 

1106. Kaufbrief d. Cunz u. l'eliein Smauls fiir Wolfr. v. Eg- 
loffslein üb. d. Sehinlelhof zu .^rlelshofen. 1457. Pgm. 1128. 

1107. Gerichlsbrief d. Wilh. Paulslorfler. Landr. zu Sulzbach 

üb. d. Sihuldklage d. Wolfr. v. EglolTsUin. M.'^>8. Pgm! 1129. 

1108. Kaufbrief des Hans Klicber zu Kürnberg für Peter Ilar- 
slorlfer all.ln «b. e. Gull, zu Enzendorf. 1466. Pap. 1130. 

1109. Unheil d. Pfaizerafen .Vlbrecht bei Khein i. d. Streit- 
sache d. .\nt. Kulner v. iNurnbere. 14811. Pgm. 1131. 

1110. Ke\ers d. .\nton Tocher zu Nürnberg für Leonh. v. 
Plobcn weg. Wiederknufs v. Arlelehofen. 1522. Pgm. 1132. 

1111. Kaufbrief d. Leonh. v. Ploben v. Nürnberg für .\nl Tu- 
cher iilUla nli. d. Sitz z. .\rlelshofen. I."i22. Pgm. 1133. 

1112. Vidimus d. .\dam v. Freidenberg, Landr. v. .\uerbach, 
y. e. Conlirmatinnsurk. d. Plalzgr. Albrecht bei Khein. 

1.524. Pgm. 11.31. 

lll.S. K«nfbrief d. Vormünder d. Hierk Tucher zu Nürnberg 

für Han^ Ebner allda üb. d. Ei /enschalt etc. v. Ariels- 1135. 
hofeii. l.-).ll. Pgm. 

1114. Kaufbrief d. Margaretha llnlzsrhuherin z. .Nurnberi; für 

Hans Ebner v. da nb. ."i (lld. (JiiUerzins v. .\^ll■l.^llllf(■]l. 1 1.'!6. 
1531. Pgm. 

1115. Schreiben Dr. Luthers a. d. Kalh zu Rothenburg n T. 1137. 
weg. Untertliilzung Geortr Srhnellers von da. l.").3.(. 

N. Pap. A. ]l•ji^ 

1116. Kaufliricf der Marfar. Holzsrhuherin z. Nürnberg für 

Uant Ebner von da üb. ihr. Kichli' an Artcisliofcn. ii'tO 
1535. Pgm. 

1117. Urkunde K. Karl V. üb. d. Erneiiiiiine d. Peter Apia- 

nu» z. kais. Pfalzsrafcn. 1.M4. Pgm. Drn.k. Auf " "^" 

dcms. Blall : Wappinbrief des P. Apiarius fiir llieron. 

Barth. 1519. gleithf. Druck. Uli. 

1118. Lrhcnbricf des K. Maiimiliau II. für d. Gebrüder Jar. 

u. Hans die Wilden üb. d. /ihiilen i. Arlelshofcn. 1142. 
1566. Pgm. 



Lehenbrief d. K. Kudolf II. fnr d. Gebr. Jac. u. Hans 
die Wilden üb. d. Zehnten i. .\rlelshofen. 1577. Pgm. 
Kaufbrief d. Jac. Chr. Waldstromer für Job. F'riedr. v. 
WiiiipfTen zu Nürnberg üb. Unlerthanen z. Ilirsebbaeh. 
li;irl. Pgm. 

hiuifbrief d. Jac. Chr. W iihlslrumer für Job. Friedr. v. 
Wiiiiplfen z. Nürnberg üb. Unterlhanen zu Ilirsebbaeh. 
(1i;i;i ■^l Pap. Abschr. 
Kühn, llofoperns^nger, zu Dessau : 
Gerichlsbrief d. Kalbs zu Weilsenburg üb. d. Wiesen- 
verkauf (1. Thom. Schacliinger z. Sellz. 15T.S. Pgm. 
Schreiben d. Fürsten Ludw. v. Auliall - Cöthen a. d. 
Herzogin Eleonura zu Wurtlemberg. 1601. Pap. 
Schreiben d. Markgr. Job. Sigm. z. Brandenb. a. d. 
Herzog Christian zu Brauiischwelg. 1615. Pap. 
Neujahrsgralulalion d. Herzogs Joh. Ernst d. Jung, zu 
Sachsen an e. Fürsten. 1616. Pap. 
Schreiben d. Anhallisch. Kalbes Sebasl. Naevius a. d. 
Fürsten Ludwig zu Anhalt. 1618. Pap. 
Schreiben der (iriilin Anna Sophia v. Schwarzb.-Uudol- 
sladt an ihre Mutter, d. Herz. Eleonora v. Wurtlem- 
berg. 1617. Pap. 

Schreibcu d. Fürsten Christian v. Anhalt -Bernburg a. 
d. Pursten Aug. u. Joh. Casimir zu Anhalt. 162(i. Pap. 
Schreiben d. Cburfürsten Job. Georg zu Sachsen a. ein. 
Fürsten. 1626. Pap. 

Citalion d. Markgr. Georg Wilh. zu Brandenb. a. d. 
Glaubiger d. Ludw. Friedr. v. Golnitz. 16.31. Pap. 
Schreiben des Uberslen v. d. Werder an d. überstlieu- 
tenant Ernst Knoclie zu Coilien (1636?). Pap. 
Schreiben d. Vitzthumb v. Ecksledt an die F'rsln. Aug., 
Job. Casimir u. Georg Arribert z. Anhalt. 1636. Pap. 
Noiilicalionsscbreiben d. II. Wilh. v. Sachsen a. d. F. 
Ludw. V. .\nhalt üb. d. Tnd seines Briid., il. II. liernh. 
V. Sachsen. 16.39. Pap. 

Schreiben d. k. Obersten August Adolf v. Trandorff a. 
d. Fürsten Ludwig zu Aiihall-Iicrnburg. 1641. Pap. 
Schreiben d. Fürsten Christian II. v. Anhall-Beriiburg 
a. d. F'iirslcn Ludwig zu .\iiliall- liernhurg u. Zerbsl. 
1642. Pap. 

Schreiben des F'urslen Joh. Casimir v. Anhalt -Dessau 
in seinem u. andr. F'ürsten v. Anhalt Namen. 1642. Pap. 
Schreiben d. Dr. Joh. Conr. Khumel, schwedisch. Feld- 
medicus a. c. Fürsten ( v. AnhallV llM2. Pap. 
Schreiben d. Landi.'r:iri n llcrni. v. Ilrs.-cn :i. d. Für- 
sten Ludwig von .\nli:ill. \I\H Pap. 
Schreiben d. Martin Milagiiis . .\nlialtischen Kanzlers, 
an d. Fürsten Aiifust zu .\nhalt. 1645. Pap. 
Scbrciliiii d. Mi( liael Criigneriis au d. Fürsicu .\iieust 
zu .Viihall. 1653. Pap. 

■Schreiben d. Fürsten Einanuel Mm .Viilinll-Idllnn n. d. 
F'ürsten Lebrechl von Anhalt. 16.'i6. Pap. 
Schreiben d. Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau a. d. 
han/leidireclor (Lnurenlius). 1732. Pap. 



61 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



62 



1143. Erwiederungs-Schreiben d. konigs Friedrich II. von 
PreuTscn auf eine Kcujahrsgmlulalion. 17.53. Pap. 

1144. Schreiben d. Königs Friidrich II. v. Preufsen a. e. Kür- 
slcn bei Uebersendung der Insignien d. schwarz. Ad- 
lerordons. 1780. Pap. 

G. Eiffländer, haufmann, zu Erlangen : 
1115. Erlals d. iMarkgrafcn Christian Ernsl zu Brandenburg 
(Bayreuth) in Betreff des d. (,"hr. Jac. Behaiui zu ge- 
wulircnilcn Srhnlzcs. lli^'O, Pap. 

Dr. C. H. Frhr. Roth v. Schreckeustein, K. w. 
Rittmeister a. D., in Ulm ; 

1146. Zinsbuch der S. Leonhardspflegcr zu Schwabisch-Gmiind. 
].'). Jahrh. Fragni. v. 4 lilaltcru. Pgm. 

1147. Zins- u. Giltbuch d. Kaplanei auf S. Leonhards-Allar in 
S. Leonhards Kirche zu Schwabi.sih-tlniund. 1419. Pgm. 

1148. Kaufbrief d. Matlh. Baidung v. llerfcisingen für Georg 
Glögglcr V. Wiiihow üb. versch. Renten. 14G0. Pgm. 

Dr. Ä. H. Müller zu Bremen ,■ 

1149. Gcrichlsbrief d. Raths der Stadt Bremen üb. e. durch 
Hermen v. Bremengcschehnen Kentenverkauf 1517. Pgm. 

1150. Gerichtsbrief d. Raths d. Stadt Bremen üb. e. Hausver- 
kauf d. Joh. Winkell u. Andre. 1613. Perg. 

II. Für die Biblioth'ek, 

Ebner & Seibert, Virlaesbuchli.. in Stuttgart : 
6649. Fr. .Müller, d. Künstler aller Zeiten u. Volker. 15. u. 
16. Lief. 8. 
Wohler'.<:che Buchh. (F. Lindemann") in Ulm : 
0650. M. \\ocli(T. d. FJntwickl. d. deutsch. Sprache. 1843. 8. 

Dr. Karl Textor, Professor, in Würzburg : 
6651. Ders., d. 2. Fall von .\ussägung d. Schenkelkopfes. 
18.58. gr. 4. 
laUdW. Bechstein, llofrath u. Bibliothekar, in Meiningen : 
G652. JL Luther, ein Brieff an d. Cardinal Erlzbisschoff zu 
Menlz. 1530. 4. 

6653. Ph. Melanchthon , eyne Summa der Christlichen leer. 
1524. 4. 

6654. Casp. Adler (Aquila), e\n sehr hoch nötige Erma- 
nung, an das Christlich heufTIcin. 1548. 4. 

6655. Ders., wider den spöttischen Lügner . . . M. Ifslebium 
Affi-icolani. 15IS. 4. 

Fr. Vieweg & Sohn, Verlagsbuchh., in Braunschweig : 

6656. W. Afsmann, Ilandb. d. allgem. Geschichte. 2. Th. 2. 
Ablh. ls.->9. 8. 

Ein Unbekannter in Berlin: 

6657. W. Melchcr, über d. Verwerflichkeit der Fremdwörter 
in der diutsihin Sprache. 18,58. 8. 

H. R. Sauerländer, Verlagsbuchh., in Basel : 
6658- K. I.. Korliliolz. Schweizersagen a. d. .Xarg.nu. 2 Bdo. 

1856. 8. 

6659. Edm. Dorer, Roswitha, die Nonne aus (iandersheim. 

1857. 8. 

6660. II. Kurz. Niciascns von Wyle zehnte Translation. 1853. 4. 



Dr. Robert Haas in Wiesbaden : 

6661. Cenlralblalt d. deutschen Cur- und Badelebens. Nr. 2 
u. 3. 18.59. 4. 

Verein von Alterthumsfreunden in den Rhein- 
landen /u Itono : 

6662. Braun, d. Evtcrnsteine. 1858. 4. 
Gesellschaft für Geschichts- und Alterthums- 

kunde der russischen Ostseeprovinzen in Riga : 
C,W,i. Dies., ,MiilhiilunL't--n. '.t. l;,!. 1. Hill. 1858. 8. 
Gelehrte Estnische Gesellschaft in Dorpat : 
6664. Dies., Vcrhan llungen. 4. Bd. i'. ikfl. 

Uaatschappij der Nederlandsche letterkunde 

in Leiden : 

666.5. Die.-.. Il;in(li'lini:rn. 1S5S. s. 

Historischer Verein für Krain in Laibach : 

6666. Der.*.. Mitllicilnngen. Sept. u. Ocl. 1858. 4. 
V. Bück, Huchh., in Luxemburg : 

6667. Th. V. Cederstolpe, Sagen von Luxemburg. 2. Aufl. 

1852. 8. 

6668. N. Steffen, Mährchen und Sagen d. Luxemb. Landes. 

1853. 8. 

6669. A. 0. Noel, Leben der heil. Kunigunde von Luxemb. 

1856. 8. 

6670. H. Weber, Leben der gottsei. Schwester Margaretha. 

1857. 8. 

6671. P. Klein, d. Sprache der Luxemburger. 1855. 8. 

6672. Ed. de la F'onlaine, Versuch über die Orthographie d. 
luxemburg. deutsch. Mundart. 1855. 8. 

6673. E. V. König, d. Luxemb. Land, s. Bildung und Ver- 
grülserung. 1. Abth. 1850. 8. 

6674. Zwei Echtcrnacher Weisihnmer. 1851. 8. 

6675. J. A. Blaise , F;icmentaruntcrricht in der Geographie. 

1857. 8- 

Gustav Uayer, Verlagsh.. in Leipzig : 

6676. Jac. Falke, d. deutsche Trachten- u. Modeowelt. 2Thle. 

1858. 8. 

6677. K. \. Mayer, < eulsche Gesch. f. d. deutsche Volk. 2. 
Bd. 1858. 8. 

6678. K. Kliipfel, litirar. Wegweiser für gebildete Laien. 
3. Nachtrag. 1858. 8. 

G. H. "Wig-and, Verlagsh.. in Göltingen : 

6679. ('. W. }\. (ireiii . Dichluugen der .Angelsachsen , slab- 
reiiriond iibersctzl. '2. Bd. 1859. 8. 

Herrn. Härtung, Vorlagsli., in Leipzig : 
66Sit. !•■. II M.Noi. Sludentica. 1857. 8. 

Du Mout-Schaubcrg'sclic Buchh. in Köln : 

6681. Organ fiir cliri...ll. Kunst, herau.'sg. v. Fr. Baudri. Nr. 1 
u. 2. 1859. 4. 

Hahn'Mlic Ilofbuchh. in Hannover: 

6682. li. Jacobi, d. zehnte .Vrmcccorps des dcul.'chcn liun- 
desheeres. Forts, u. Schlufs. 1858. 8. 

Gustav Heokenast'S Verlag in Pest : 
Cü'^'i. F. J. Scliiipf. i\. ii.'.UTr. Fraucnrechl. 1857. 8. 
6684. Ders., die Jagd-Verfassung etc. 4. Aufl. 1858. 8. 



6.3 



Anzeiger lür Kmulr der deulscheu Vorzeit. 



64 



J. J. Weber, Vrrlagsh.. in Leipiip: 
6685. K. K. Mosih, d. Kiescntrcbirgc. 1858. 8. 
6G8Ö. K. Michelscn. d. dculsclic Bechlschroibung. 1858. 8. 
6687. Illusir. Kniender. 1859. gr. 8. 

Capaan-Karlowa'sche Buclili. in Celle: 
CCS8. \N . V ilu.lciilicrir. BrcniiT ("icscliichlsi(uellen. .'J. Beilr. 
18.->8. 4. 

Dr. Ernst Förstemann, Bihliolkekar u. Lehrer am 
Lvceum 7.u Wrrniecrode : 
6C8?. Ders.. iilul. nl.«rh. namenhiicli. 2. Bd. 9. Lief. 1858. 4. 

Dr. J. V. Klein, Professor ii. Bibliothekar, in Gicisen : 

6690. Dcrs.. d. hirchc zu Grofsen-Lindcn. 1857. 1. 

Dr. J. K. Kraft, Direktor des Johanneums, in Hamburg: 

6691. E. W. Fischer, einige Bemerk. Ober die sogen. Refor- 
uiMii..,, K Kii..lr. in. V. J. 1441. 1858. 4. 

Polytechnischer Verein in Wiirzburg : 

6692. Ders., VVochcDschrifl. ^r. 45-48. 1858. 8. 
Seinh. Schilling, Privatgelehrter, in Riga : 

6G;».j. .\. ». linhiir. Gesch. d. deutsch. Üsiseeprovinzen. Till. 
II, 1.-3. Bd. 1858. 8. 

6694. Die Trachten der XII Kirchspiele des Uesciiscben Krei- 
ses. 1. u. 2. Lief. (1858.) 4. 

6695. Kaiser Alexander in Riga. (1802.) 8. 

Gi'M. G. Eduard. Verandi. Ein Zeilgedicht. 18.5;3. 8. 
Dr. C. H. Frhr. Roth v. Schreckenatein, k. \v. 
KillDieislcr a. D., in Ulm : 

6697. L. A. Ilafslcr, Chronik der Stadt Rottenburg u. Ehin- 
gen a. N. 1819. 8. 

6698. II. Titoi, Bcschr. u. Gesch. d. evangel. Ilanpikirche zu 
lleilbronn. 1.S3.}. 8. 

6699. Ders., Beilr. z. Gesch. d. Keichssladl lleilbronn. 1841. 8. 

6700. (II. Vi- Härder), histor. Beschr. des Slunots zu SchalT- 
hausen. 1H46. 8. 

6701. Führer durch d. Dom od. d. .Miinslerkirchc in Con- 
stauz. 1.S53. 8. 

6702. J. Leichtlen, Badens Kriegs-Vcrfnssung. 1815. 8. 

6703. F. J. Ilerrmann, Bcschr. d. Klosterkirche zu Schüntbal. 
1851. 8. 

6704. Gesch. der Stadt Göppingen. 1840. 8. 

6705. (iesch. des Klosters .\nbausen. 1775. 8. 

6706. J. A. Brnun, Bcitr. z. Gesch. v. Elhvangen. 184:j. 4. 

6707. Jar. Schvback, dissert. bist, de Saxonvm transporta- 
tionc »vb Carolo M. facta. 1748. 8. 

6708. J. F. Muldener, bist, diplom. Nachrichten von Berg- 
Schlossern in Thüringen. 17.52. 4. 

6709. J. C. de l'oprell, vinditiae .\vstriacae pro avrei vcllc- 
ri» ordine. 1738. 4. 

671". .Minii>irr pour Loiiis-Bene-Edouard du llolian. 1786. 4. 
Baner & Raspe, Verlagsbuchh. (Jul. Merz) in Nürnberg: 
6711. Zcilsrhr. f. d. KulturEescb. , herausg. v. Job. .Miillcr u. 
Job. Fiilkr. Februarhrn. ]N5;i. 8. 
Primbi, Berbtspraklikant. in Nilrnbirg : 
67 IJ. Ilt .schreib, d. Ilerzogib. Lollringen u. Savnjen etc. 
1690. 8. 



Dr. Friedr. v. Raumer, geh. Regicrungsraih, in Berlin: 
6713. Ders., Gesch. der llohenslaufen u. ihrer Zeit. 6. Bd. 
1358. 8. 
H. Lempertz, Inhaber der Firma J. M. Ileberle in Köln : 

(',7 I 1. Uirs.. liilderbeftc z. Gesch. d. Bücbcrhandels. 1859. gr.2. 

Mohr, Divisionsarzt, in Niirnhersr: 
i'ill't. 2."> l.anilk.irlin Min M.illh. Siulter. gr. 2. 

IiUdw. Graf Uetterodt auf Scblols Neuscharffenberg 
in Thüringen : 

6716. II. E. Scriba, z. Gesch. d. ehem. Hcrrschafi Franken- 
stein. Ü. J. 8. 

6717. J. I.. Hisse, iibor d. Cbiiraklcr Kaiser Günthers. 1784. 8. 
Chr. Fr. Müller'sehe llolbuihh. in Carlsruhe : 

6718. Franz Zell, Gesch. n. Beschr. d. Badischen Wappens. 
1858. 4. 

6719. Die Residenzstadt Karlsruhe. 1858. 8. 

6720. Luc. Reich, d. Insel Mainau u. d. bad. Bodensee. 1856. 8. 

6721. C. Keicbard u. C. F. Bilharz, Adrelskalender f. d. Re- 
siclcn/sladt Carlsrulic |S,'|S. S. 

Historischer Verein in Hittelfranken in Ansbach: 

6722. 26. Jahresbericht. 1858. 4. 

072.3. Praesidi ill. excell. Domino 1. B. De Andrian-Wcrburg 
dieni natalem gralulalur Societas histor. medio - fran- 
conicii. 1846. 4. 
Dr. Aschbach, Professor, in Wien: 

6724. Sylvester -Spenden e. Kreises v. Freunden vaterlünd. 
Geschirhisforschung. 1858. 8. 

J. G. Heyse'S Verlag in Bremen : 

6725. Tb. Berck, (iber d. Bremische Güterrecht der Ehegat- 
ten. 1832. 8. 

G726. J. F. Gildemeisler, Beylr. z. Kenntnils d. vaterliind. 
Rechts. 1. u. 2. Bd. 1806-8. 8. 

6727. F. Donandt , Versuch e. Gesch. d. Brem. Stadtrechts. 
2 Thle. 1830. 8. 

6728. J. II. Lappenberg, Gescbichtsquellcn d. Erzsliftes u. d. 
Stadt Bremen. 1841. 8. 

6729. E. II. Blendermann, d. gute Recht d. rclorm. Kirche. 

1851. 8. 

6730. Ders., Beitr. z. Verständig, über d. Lehre der in d. 
Brem. ref. Kirche gcllendin Bckennlnifsschriften. 2. Ilft. 

1853. 8. 

6731. J. M. Kohlmann, welche licKciinlnilsscIirlllen haben in 
der Bremischen spater reform. Kirche Geltung gehabt. 

1852. 8. 

6732. W. 0. Dieticin, d. liremisrhc Kirrhe. 1850. 8. 

67.33. Ders., d. ref. Kirche u. ihr Bekcnnlnifsreeht. 1.8.50. 8. 

67.34. B. de Constant, Betr. ober Constitutionen. 1814. 8. 

6735. \. G. Deneken, d. Bremer Bilrgermcister Daniel von 
Bnren d. a. u. Daniel von Büren d. j. 1836. 8. 

6736. Ders., biogr. Skizzen von nierkw. Mflnncrn Bremens. 
1837. 8. 

6737. Ders., Rllckblick anf il. clioirial. /.«iiicer am Ostcr- 
thore in Bremen. 1829. 4. 

6738. Goldscbmidt, Volksmedicin im nordwesll. Deul.M-hland. 

1854. 8. 



65 



Anzeiger für Kunde der deulsc hcn Vorzeit. 



66 



C739. J. H. Dunize. Gesch. <l. freien Sladl Bremen. 1. Bd. 
l.öl. 8. 

C740. Ders.. Bremen unter französ. Gewaltherrschafl. 1851. 8. 

G741. II. Vi. Uoterniimd, Verzeiclin. v. <1. verschied. Aussahen 
der Schriften Dr. Jl. Luthers. 1813. S. 

ü742. Ders., Verzeichn. v. d. verschied. Ausgaben der Schrif- 
ten Melanehlhons. 1814. 8. 

6743. II. Kunip, Vorlesungen über einige in d. Gesch. d. 
Deutschen hervortretende Züge d. Volks-EigenlhUmlich- 
keit. 0. J. 8. 

6744. Ders., einige Gedanken über eine auf Nationalbildung 
berechnete Büchersamnilung. 1817. 8. 

6745. Ders., Vorlesungen, vornehml. über d. Werlli der Mul- 
tersprarlic u. d. Gesch. 1824. 8. 

6746. \V. V. Kugelgen, drei Vorlesung, über Kunst. 1842. 8. 

6747. J. G. lloche, Gesch. d. Stallhailerschaft in den verei- 
nigten Niederlanden. 1796. 8. 

6748. J. Uelrichs, angelsächs. Chrestomathie. 1799. 4. 

6749. System. Verzeichnils samnill. Bucher d. Bibliothek d. 
ärztl. Vereins in Bremen. 1849. 4. 

6750. Alphab. Verzeichn. siimmtl. Bücher d. Bremer öffentl. 
Bibliothek. 1. Hälfte. 1833. 8. 

6751. E. Meyer, de historia legum maritim, niedii aevi cele- 
berriniaruni. (1,'<"24.) 4. 

6752. J. i\. Tiele, d. Amisenisetzung d. Pastors Peter Friedr. 
Detry. 1852. 8 

6753. J. Smidl, Beitr. z. Förderung d. Gemeinsinns. 1. Heft. 
1831. 8. 

6754. Der Bremer Schlüssel. Nr. 1. u. 2. 1848. 8. 

6755. Brem. u. Verdisches Theolog. Magazin, heraus;;, v. J. 
C. Velthusen. 1.— 4. Bd. 1795—98. 8. 

6756. G. A. Ruperli u. H. Schliclithorst, commenlat. philolo- 
gicae. Vol. 1, III-V. 1794-97. 8. 

6757. A. Th. Ilartmann. merkw. Beil. zu dem 0. G. Tyeh- 
sen"s Verdiensien cewidmelen Werke. 1818. 8. 

6758. Bericht über d. Kesullatc d. Verbandl. in Verfassungs- 
angelegenh. d. fr. Hansestadt Bremen. 1837. 4. 

6759. H. W. Rotermnnd, Fortselz. u. Erganz, zu Jöchers Ge- 
lt hrl<n-I.e\ico. 5. u. 6. Bd. 1816 u. 19. 4. 

J. A. Tyroff in Nürnberg: 

6760. Ders., AVappenbuch d. Kimigl., Grolsherzogl. u. Ilerzogl. 
Sachs. Staaten. 1.-6. Bd. 18."i2- .">8. 8. 

K. Rektorat dea LadwigB-Gymnasiums in Mün- 
chen : 
(;7<'il. B. Niederniayer, Matthias Abelin. 18.53. 4. 

Direktorium des k. k. Gymnasiums zu Znaim: 

liTi;-'. \\ . UnU. iL hciiijjlnliulir ll;in(l»ilinll. 1S57. 4. 

6763. K. Seyls. üb. d. Idee d. karoling. haiserlhumes. 1.858. 4. 
Dr. Hertel, pr. Arzl, in Augsburg: 

6764. D. Langenmanlel, Ilisl. d. Heginienls in d. II. H. H. 
Stadt .Xue.'ipurg. 1725. 2. 

6765. Eines Kalbs d. Stadt Augspurg erneu. Bau -Ordnung. 
2 E\. 17.')0. 4. 

6766. Eines Kaihs d. Sindt .\ugsburg erneu. llcb-.\ninien-Ord- 
nung. 2 Ex. 1760. 4. 



6767. I'llegorduung d. Stadt Augsburg. 1779. 4. 

6768. Verelcich d. Jag Ordnung, Zwischen d. Stillt vnd d. 
Stall Auespurg. lOliy. 4. 

6769. Vcrzeicbnus d. allhie.<. Keicbs Sladl .Vugspurg alle 
Ämter u. Dienst betr., welche von ged. Stadt Salaiirt 
werden. Pap. Ildschr. 17. Jalirh. 4. 

6770. Statuten, Decrcle und Ordnungen, die Pfleg-. Vormund- 
u. Beystandschairten betr. 0. J. 4. 

6771. J. M. Christel!, Kirchengesch. v. Augsburg. 0. J. 4. 

6772. Neu verbcss. Schusler-Gesellenartikel. 1805. 4. 

6773. Th. Mayrhofer, Kede bei Erhob, der Pfründnerzahl in 
der St. Jakobs-Pfründe. 2 Ex. 1819. 8. 

6774. Fascikel, verschied. Augsburger Verordnungen cnthal- 
I eil iL '1. u. •_'. 

Aloys Henning'er in Frankfurt a M. : 

6775. Otto Wallaus Keimchronik v. Oberursel. 1847. 8. 
Franz Bock, Conservator, in Köln : 

6776. Kirclionscliniuck. Redig. v. Laib u. Schwarz. 4. Bd. 

.■■.. Hell. is.-)S. 8. 

Jos. Thomann'sche Buchb. (J. B. v. Zabuesnig) in 
Landsbut : 

6777. A. Wiesend, topogr.iph. Gescbicbtc d. Kreishaupistadt 
Landsbut. 1858. 8. 

Sooiete de la morale chretienne in Paris : 

6778. Dies., Jmnn:il. Tome .^. .Nr. 6. 1S58. 8. 

Societe fran^aise d'archeologrie in Paris: 

6779. Dies., ('(pn^ns, L'ii. Session ii Slra.<bourg. 5 Ex. 4. 
K. k. geographische Gesellschaft in Wien : 

6780. Dies., Mitlbeilungen. Kedig. von F. Fötlerle. 1. u. 2. 
Jahrg. 18.'i7 u. 58. gr. 8. 

Ign. Seelos, Maler, Bozen : 

6781. Slalulo di Trento volgarizalo. 1714. 2. 

6782. F. C. Zoller, Gesch. u. Denkw. d. Stadt Innsbruck. 

isit;. s. 

F. Symon de Carneville, l. b. Ilaupim., in München: 

6783. E. Fieffi, Gesch. d. Fremd-Truppen im Dienste Frank- 
reichs. Deutsch von F. Symon de Carneville. 12. u. 
13. Lief. 1859. 8. 

Anton Emmert in Trieni: 

6784. Catalugus cleri dioecesis Tridinlinae ineunte anno 
1859. 8. 

Otto Wigand, Verlagsbucbb. in Leipzig: 
(i7S.-.. I-. W. Kliiling, .1. deutsch, liiscbole. 2 Bde. 1858. 8. 

6786. Maxka, d. Sage v. lleilingsfels. 1857. 12. 
T. O. "Weigel, Buchb., in Leipzig • 

6787. II. Olli. ;ir.baol. Wörterbuch. 1857. 8. 

6788. Der«., (ibuluiikunde. 1S.')8. gr. 8. 

6789. Ders., arcbaol. haleehismus. 1859. gr. 8. 

6790. J. Heller, prakl. Ilaiidb. f. Kupferstichsanuuler. 2. Aull. 
1850. 8. 

6791. A. V. Eye, Deutschland vor 300 Jahren. 1. u. 2. Lief. 
1857. gr. 2 

6792. H. Leibnili. d. Organis. d. (üwolbe. 185.5. 8. 

6793. Ders., d. rOm. linder bei üadruweiler. 18.5«. gr. 4. 



67 



Anzeiger lur Kiiiule der deutschen Vorzeit. 



68 



67W. J. A. Messiiior, iib. d. L'rspr., die Enlwickel. u. Bedeul. 

d. BHsilika i. d. clirisll. Baukunst. 1854. 8. 
6795. V. Slali, inillelall. Bau werke nach Merian. Heft 1—3. 

1H5Ü. gr. 8. 
67%. Aeg. Muller, Anuo 11. d. Heilige. 1858. 8. 

6797. A. Kraustadt, d. Wahlstall v. kcuschbcrg. 1858. 8. 

6798. II. Kuckert, Lehrb. d. Weltgeschichte. 2 Thic. 1857. 8. 

6799. G. W. .Spicker, Gesch. d. Kcrorui. in Deutsch). 1. Bd. 
u. 2. Bds. 1. .\hlh. 1*47—48. 8. 

68(X). Das deutsche Volk. XXII. Bd. 1857. 8. 

Bud. Weigel, Kunst-, Buch- u. Landkartenh. in Leipzig : 
6SUl. C. Becker. Leben und Werke des Bildhauers Tilmaiin 
Kiemenschueider. 1819. 2. 

6802. Archiv f. d. leichn. Künste. Ilirausg. von Bob. Nau- 
mann, unter Jiilwirk. von Bud. Weigel. 2.-4. Jahrg. 
1856 - 58. 8. 

6803. Rud. Wcigcl, Supplements au Feintre-üraveur de Adam 
Bartsch. T. I, 1843. 8. 

Hahn'sche llon)Uchh. in Hannover : 
6&01. J. l-'h. .\. Ileyses Fremdwörterbuch, herausg. v. C. A. 
F. >l.'lin. 2. l-iff. Is.-.O. 8. 
K. k. Centralcommiasion zur Erforschung und 
Erhaltung der Baudenkmale in Wien : 
6805. l>ics., .Muihciluiigcn. lUdacl. : h. Wcifs. III. Jahrg. 
Dec. 18.58. gr. 1. 
Bedaction der numismat. Zeitung in Weilscnsee: 
680i;. Dir.i.. iMuni-rnal. Zeilung. i\r. 2) u. 24. 1858. 4. 

Carl von Salza, Obcrappcllationsrath, in Dresden : 
6807. Ders., Kegesten des Gcschl. Salza. Mit handschr. Zu- 
siilzen V. Herausg. 1858. 8. 
Direction des Lyceums zu Constanz: 
6H0H. .Nicolai, J.. ISeilr. z. (iescli. d. Insel Reiclicnau. 1843. 8. 

6809. F. Slctlner, üb. d. Wichtigk. und Erklär, der Ortsna- 
men. 2 Hfte. 1845 u. 47. 8. 

6810. J. N. Schmeilser, Bemerk, z. d. Germania d. Tacitus 
aus dem Nibelungenliede etc. 18.53. 8. 

6811. Ders., üb. d. Ursprung d. deutsch. Schauspiels. 1854. 8. 

6812. J. E. Worl, Bericht iib. e. Anzahl i. J. 1849 aufgefund. 
roni. Munzin. 18.57. 8. 

J. B. Metzler'sche Buchh. in Stuttgart ; 

6813. (iermania Herausg. v. Frz. rfeilTer. IM. Jahrg. 1 Heft. 
18.58. s. 

Dr. K. Klüpfel, I niversilutsbibliolh., in Tubingen: 
(;yM. IHts.. hiir.ir. Wegweiser. 3. Nachlr. 1858. 8. 
Dr. O. Bäracta, geh. Kegicr.-Kalh, in Koblenz : 

6815. Dir.-.. (1. >losel»troni von Metz bis Cobirnz. 1841. 8. 
von Bösen, Kcgicrungsnssessor, in Koblenz. : 

6816. C. V. linsen, die Glasgenittlde der St. Marienkir<lic zu 
Stralsund. (I. J. H. 

Comite Flamand de Franoe in Dunkirchen : 

r.MlV. Itn.s-.. I'.ull.liri. ;\r. 1.'. I-..S. H. 

Bektorat des k. Maximilians- Gymnasiums zu 
München : 
6818. J. G. Beilhack, der lliiiiioriil und Satiriker Johann Ci 
Naritcut. 1851. 4. 



IJ819. Frz. Steinioger, z. Erinn. an Dr. Franz v. Paula Hoch- 

eder. 1856. 4. 
6820. A. Fischer, d. Theologie d. Divina Coniniedia. 1857. 8. 



III. Für die Kunst- und Alterthuins- 
sammlung. 

F. Eisenbeia in Bayreuth : 
2t)(;7. (iriimlrils der Stadt Nürnberg v. J. 1732. 

Dr. Fr. Vogt, Landgerichtsphysikus, in Würzhurg: 
26U8. Grall. üellingen'sche Silbermünzc v. J. 1534 u. Vene- 
tianische SilbermUnze v. 17. Jhdt. 

Fleischmann, Fabrikant, in Nürnberg : 
2(J69. 2 .\lxlrucke von Medaillen in Papiermache. 

J. Jac. Huth, Kaurniann, in Leipzig : 
2()70. 8 Uriginalsiegel von Wachs und 3 von Papier. 
2671. 8 Lackabdrücke und Gypsabgüsse von Siegeln aus dem 
Sladlarchiv zu Leipzig. 

C. Kühn, Iloropernsanger, ih Dessau: 
2t;72. I)riickpr<il)e mit gemalten Randverzierungen v. 15. Jddt. 

Trowitsch, llofliuchdruckcr, zu Frankfurt a. 0. : 
2G73. Siegelslock der Direction der Naiionaldomänen aus der 
Zeit der franzüs. Kevolulion. 

2674. 2 russische u. 1 französ. Kupfermünze. 

G- Hauser, k. Lehrer an der Landw. - u. Gcvvcrbschule, 
zu Nordlingen : 

2675. 2 sogenannte lländleinspfennige v. 11. Jlidl. 

2676. 2 bayr. Silberpfennige v. 14. Jhdt. 

2677. 2 SilbermUnzen v. Pfalzgraf Rudolf l. 

Dr Andresen, Bibliolbeksconservalor a. germ. Museum : 

2678. 4 Landkarten v. 17. u. 18. Jhdt. 

2079. 2 Ansichten aus Nürnberg, F'dzche. v. 17. Jhdl. und 
Kpfslch. V. J. A. Graff. 

2680. 2 Kupferstiche v. Lcfehre nach Titiaii u. Tintorctto. 

2681. Copic der Skizze zu dem llolbein'schen F'aniilienge- 
mtilde des Thomas Morus, v. Chr. v. Mechel. 1787. 

FUrsattel, liürcaudicncr am german. Museum : 

2682. Künstlich gearbeiteter Schlüssel. 
Gruber, Hausmeister am german. Museum : 

26s.!. Verzierter Untersatz zü einem Bügeleisen v. 18. Jhdt. 

Ungenannter in Nürnberg : 
2684. Die Legende d. h. Oominikus. Hlzschn. v. Gg. Glockcnlon. 

Albert Förderreuther, Kaiifniann. in Nnmberg : 
2i;H5. TNr.ilcr .Siilicrii ze v. 16.50. 

Storch & Kramer, Buch- u. Kunstverlag, in Berlin: 

2686. „Ilcr/.o).' .Vlbrcchl v. Prcufsen nimmt das h. .Vbcndmahl 
zum ersten Mal nach evangel. Ritus,'' Farbendruck nach 
1.. Itiisinfc lilir vcMi Storch * Kninicr in Berlin. 

Dr. Petermann in .Nonlbansen : 

2687. .\Ilgerm. Sicinhammer von Gnlnsloin. 

Dr. Andresen, liililiolheksconscrvator a. germ. Museum : 
268.8. tioll Viilcr mit ilciii Lcichnniii Christi, Kupierst, eines 
nicdcrliind. Meisters nach Cosare d'Arpino. 



69 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



70 



Dr. G Schmitt in Zeililzheim : 
2689. Jiin liei kolizheim ausgegrabenes Grabgefafs von ge- 
branntem Tlion. 

Joh. Zeltner. Fabrikant, in Nlirnberg : 
26'.iO. Kuiisiliih geschnitzter Pfeifenkopf v. 18. JhdI. 

Köchert, Privatier, in Nürnberg : 
2i/.»l. ti.ililwage mit Futteral. 17. JhdI. 

Dr. Reufs, i|U. Professor, in Nürnberg: 
2092. Ein als Ein.-icblaferungsmittel gebrauclitor Ammonit. 

Spaarmann in Meurs: 
269;j. 2 (iediiclilnilsblatler zur Jubelfeier der Besitzergreifung 
der (iral.^chafl Meiirs durch Preufsen. 18.'J2. 

E. Bosch, (ieliiiHe am gcrin. Museum: 

2694. Gcudcr'sches Siegel v. IG. JhdI. 
TTng'enannter in Nürnberg : 

2695. Porträt des J. M. Wackcnfels, Kpfrsl. v. Ae. Sadeler. 
lg. Seelos, Maler, in Bozen : 

269lj. 4 llolz.4chnillc aus dem Wappenbuche von J. Amman 
und anderen durch dens. illustrierten Werken. 

2697. :i Holzschnitte von anderen Meistern aus Werken des 
16. Jhdis. 

2698. Marionetten-Theaterzettel für Wien v. 18. Jbdt. 

2699. 14 Kupfermünzen vom 18. u. 19. Jhdt. 

2700. Zwanziger von 17.'ili und 5 andere kleine Silbermün- 
voni l.s. u. 19. Jhdt. 

Wimmer, Spielkartenfsbrikant, in Nürnberg: 
■27U1. Italienische Spielkarte vom 16. Jhdt. 



2702. 24 Blatter eines deutschen Kartenspiels vom 18. JhdI. 

H. Bauer, Dekan, zu Künzelsau: 
27t)3. Slaninibaum der Freiherren v. Hnrnheim, entworlen 
von II. Bauer, Dekan. 
la. Kappelmeyer, Kaufmann, in Nürnberg: 
2704. Ein FUischermesser von ll)i!4. 

Fickert, kgl. Ilofanliiiuar, in Nürnberg: 
270."). Das Nürnberger Wappen, llolzschn. Tom 16. ,]|idt. 
N. Abdr. 

Ungenannter in Nürnberg: 

2706. Copie von H. Aldegrevers Fahnenträger in Federzchg. 
von Ci. W. If)!).'). 

Mag-istrat der Stadt Strarsburg : 

2707. Copie eines Thcils des Aulrisses vom Strafsburger Mün- 
ster, Federzchg. 

H. Gröfsler und O. Törtsch in Naumburg : 

2708. Eine Sammlung von 92 Siegeln v. 18. u. 19. .Jhdt. 

V. Kraatz -Koschlau, Lieutenant im 2. Dragonerregi- 
nient zu Landsberg a W. : 

2709. Westphalische Silbermünze v. KJ. .Ihdt. 

2710. Göltinger Silbermünze v. 16. Jhdt. 

2711. Messingjeton v. 17. Jhdt. u. .Augsburg. Pfennig v. 1782. 
Jos. Maria 'Wagner in Wien: 

271'i. Carricalnr :iur Napoleon I. 

Dr. Ebersberger, pmkt. Arzt, in Nürnberg : 
2713. Der unter der Kreuzeslast niedersinkende Christus, 
Ilolzstatuelte v. 17. Jhdt. 



(llinmik der liislorisdicu Vereine. 



Für die Sprache und Literatur, die Mythologie, die Ge- 
schichte der einzelnen Wissenschaften enthalt die Zeilschrift 
De Vrije Fries in Bd. I : Aanstelling van Suffridus Petrus tot 
llistorieschrijver van Friesland (1590), door W. W. Buma. — 
Eenc lijsl en körte opheldering van eenige Friesche woor- 
den, spreel-wijzen en spreekwoordeii, door K. Posthumus 
(fortees. in lolg.) — Gedachten bij het lezen van bei Idioti- 
con Frisicnui etc., door W. Wassenbcrgh, van M. ilellenia. — 
Proevc van de taal, zog als dezelve op het eiland Schiermon- 
nikoog gesproken wordt, door K. Posthumus. — In Bd. 11: 
.\n(!elsaksisrhe bezweringsformulieren, door A, Tclting. — 
Beschrijving van een zeldzaam voorkimiend wcrkjc van Jo- 
hannes Bogermann, Preilikant lo Lceuwarden, door J. G. Ol- 
tema. — Bijdrage van Mr. Daam Fockemn, ovcr den geschicd- 
schrijver Cornelius Tacilus. — (Ivcr hol Icven van Suffridus 
Petrus Leovardiensis, door J. G. Ollcma. — In Bd. III : Ovcr- 
zicht over de Hiine-Iileraluur. door M. de Haan llellema. — 
lels over de graniMiaticalc beoefening der Friesche taal in 
hären gelieelen omvane, door A. Telling. — Icis ovcr de ver- 
srhillende uilgaven der Frisia, van Marlinus llamconius, door 
J. Dirks. - In Bd. IV : Wobbcl fcn Smclle-Je, door J. G. 



van Bloom. In Bd. VII : Verslag van ein handschrifl. nage- 
lalen door den Heer F. D. Fonlein, door J. van Leeuwcn. — 
Beloog, dat de eerste druk van de oude Friesche Wellen, be- 
zorgd door Heer Hidde Cnmniingha, omstreeks den jare 1484 
is gedrukt te Leeuwardcn, Als eene nieuwe bijdrage tot de 
geschiedenis van de Boekdrukkunst in \ederland etc. mede- 
gedccld door W. Eckhciir. — In Bd. VIII : Voorlezing over 
de grondslagen van de Orthographie der Friesche taal, door 
J. II. Behrens. — 

Für die Baukunst, Archllologie, für die Münz- und Sicgel- 
kunde, in Bd. I. : Penningkiuule , door .V.Diketh. — Geschied- 
kundige beschrijving van eene zilveren inedaille uf Frieschen 
gelegenheidspenning voor Michiel llocelcko, door W. Erkhnn'. 
— Beschrijving van een oud sigillum secrelum der sindt 
Lceuwarden, door A. Telling. — In Bd. II : De kerk le Ter- 
kaple van binnen, door \. v. Halmacl en M. de Haan lirt- 
tema. — In Bd. III : Grafsleen van eemn Friesrlicii ruiler. 
gevonden in Ennelland, door C. Leemans. — liijdragro lol 
de l'cnningkunde van Friesland, door J. Dirk». De Gr»f- 

lombe van Vigliu» ab Ajlla, in de St. Bavo kerk li' (!i nl, ru 
ziJDC bctrckking tot drsc kerk, door J. Dirks. - In Bd IV: 



1 



Anzeiorer liir Kumle der deutschen Vorzeit. 



Bijdrae^en lol de .Muni -in renningkunde van Friesland, door 
J. Dirks. — lo Bd. V : Opgravinp cn liewarinf van oiidlieiden, 
door M. de Haan llcttcma. — ßerigt omtrenl ceiie ninurscliil- 
derin^ in de Sint-Martens kcrk le Bolsward, door M. de Haan 
ILt'ltcma. — Bcschouwinfr van den liuuwlranl van ecnige ker- 
kcn in Fricsliind. door Eyck lot /iiilicheni. — Ovcr den 
Sl. Jlarlens-.slecn le Bolsuard, door Dr. J. K. Janssen. — Hcl 
buncbcd le Rrjs, in Gaaslerland, door Dr. Janssen. De Gilde- 
horen en hcl Groolveerschippers-Gild de Harlingen. — Drink- 
horn van hct SinI .\nlonis-Gild. — In Bd. VI; Nog iets ovcr 
hei hunebed le Uijs. in Gaaslerland, door Dr. Janssen. — Aan- 
Uekeningen omlrcnl den gralkelder Ic Wieuwerd en de na- 
luurlijke nuininiien, danrin voorlianden, door Ur. J. I.eddcr. — 
In Bd. VII : Hunncbeddcn in Dcneniarkcn. 

Die Handclingen derselben Gesellschafi, die uns in ih- 
rer ganzen Kcihenfolge gleichfalls vorliegen, enthalten die 
iicriclile iiber die Gcsellsoharisangelegenbeilen. — Aulscrdcm 
hat diese Gesellscliall noch lierausgcgeben : Oiide Frieschc 
Wellen. Ecrsic DccI, Leeuwarden 18115. Inhalt: Hunsin- 
gocr regt; Knstringcr regt; Brocknier regt; Emsiger regt, 
1. Codex u. 2. Codex. Twccde Deel, eersle Stuck, 1847: 
Jus Municipalc Frisonum ; Boelregislers; geestelijke regten; 
Willekeurcn; Ic.v Frisionum. 

Ferner: Eenige geden k vc erd ige Geschiedenis- 
sen, lot narichtingc der nakonielingen, sominarischcr wijzo 
beschreven, door Fr. van Vervow etc. — Proeliarius of Slrijd- 
boek, bcvaltende de jongsle onriogen en Fricsland, in hcl iar 
1518, beschreven door broedcr Paulus Kodolphi, van Hixtel 
(Johannes Gruyler). Leeuwarden 18.")5. — Worperi Tyacrda 
ex Henismageest l'rioris in 'fhabor Chronicorum Frisiae, libri 
Ires. — üude Friesche Kronijkcn, Leeuwarden 1853. 
Inhalt: Thet frcskc rijm ; (als Anhang) nagelalene aanteke- 
ningcn van vvijlen den Heer Eccü Epkema ; (als Einleitung) 



Levensschcts van Ecco Epkema. Gesta Fresonuni. — Die 
olde Freesche Cronike. — Gesta Frisiorum. M. .\lvini tra- 
ctalüs. — JanckoDouvcraa's Geschrificn: boek der Par- 
lijen; arliculen van foerveranivording ; insiruclie an sijn wijff; 
traclal van sijncr bekeuscop : handel sedcrt 1G20. — Friesch 
jierbocckjcn, 1S30— 35 (enthüll ver.'chiedcne kleinere Bei- 
trüge zur Geschichte des Landes und der Sprache). Ivro- 
nijk van het historisch Genootschap gevesligd 
le Utrecht; dertiende Jaargang 1857. Enthüll aufser Ge- 
sellschaftsangelcgenhciten an historischen Beitrügen in I. Ver- 
gadering : üitspraak van bisschop Jan van Diest in de gcschil- 
len tusschen den graaf ^an Benihem cn den beer van Stein- 
lurt. — Twisten tusschen «icn bisschop van Utrecht cn den 
beer van Wisch in 1490. — Vtrgad. II : Stadregt van Zwolle 
en Kampen. — Vergad. VI : Bijdragen over het geschulwc- 
zen in 1543. — Vergad. VUl : Lijst van uitgeslotcncn uit het 
General-Pardon, 1574. — Twec slukken van bisschop van 
Utrecht, Andreas van CuyU, 1131. — Vergad. IX: Fundatie- 
bricf van bei Ewoul.s-gaslhuis le Wyk, bij Duurstcde (1400). 
— Vergad. X : Begiftigers cn bczittingcn van hcl Carthui- 
zer-convenl bij Ulrecht. — Vergad. XI : Ulrechtsche stukken 
van 1587. — Petrus Gellius F'aber de Bonma, horprcdikant 
le"s Gravcnhage, 1584. — Vergad. XII: üverslrooniing van 
1570 etc. — — Jaargang 185.S ; Vergad. I: Slukken bclrck- 
kelijk den inval van Graaf Hendrik van den Bergh in de Ve- 
luwc, ](;24. — Vergad. II: Aardcn wallen uil den Heiden- 
schcn tijd. — Vergad. VIII: De Heeren van Cuyk, geen 
Burggraven van Utrecht. — Vergad. IX : Oude doopvonten. — 
Bronnen voor de vrocgste gescbicdenis des Vaderlands. — 
Vergad. X : Handschrift over de Leyccstersche twisten te Ut- 
recht, 1587—1588. — Vergad. XI : Extract uit bei stadts Am- 
sterdam oncostboek. — Vergad. XII : Geschillcn mct don Juan 
van Üoslenrijk, 1577. 



N a c ii r i (' li 1 e ii. 



lilternlur. 

Neu erschienene "Werke 

15) Der Kampf um das Itiicli »wischen dem römischen 
Konig Adolf von iVassau und Herzog .Mlircclil von Ocslcr- 
rdtli, dnrgestclll von Dr. I,. Schmid, llaiipllcbrer an 
der Kcalanstall in Tübingen. Tübingen, Verlag und 
Druck von L. Fr. Fues. 18.')8. 131! Stn. 8. 
Eine» der wichtigsten Momente der deutschen Geschichte, 
die Schlacht bei Gollheim im J. 1208, bildet ilen Inhalt der 
vorliegenden mit Flril.'i und Grilndlichkeit abgcfalsten Schrift. 
Neue, zuvrrlü.»-.igi> Ouellcn sind dir Darstellung zu Grunde 
gelegt, die Lucken, die sich in andern Geschichtswerken fin- 
den, tind auigcrmil. und von der cinaeltig-partciischen Anf- 
fa.<sung anderer lli.ilnriker (Indet sich iVirhis. Dn» Buch zer- 
filllt in drei Abschnille, denen eine kurze Einleitung in die 



Lage des Keicbs am Ende des 1.'?. Jahrhunderts vorangeschickt 
ist; im ersten Abschnitt werden die hervorragendsten An- 
hänger der beiden kriegführenden F'ursten aufgezahlt, die 
numerische Slftrkc und die Zusammensetzung ihrer Truppen 
besprochen und daran einige intiressanle BcmcrkuMgcn ober 
die Fechtart und taktische Verwendung der Truppen im Mit- 
telalter gcknilpft ; der zweite Abschnitt enthüll eine Schilde- 
rung der Operationen unmittelbar vor der Schlacht bei Goll- 
heim, die dann seihst im dritten und letzten Kapitel in eben 
80 anziehender als anschaulicher Weise beschrieben wird. 
16) Urlii|uairc hyzantin de Li m bo u r g-sn r-Lah n 
par rAbbe Ibach, vicairo de In calhedrale de l.im- 
bourg. Paris, librairie archdoloiiipie de Viilor Didmn. 
1858. 4. Mit 3 Stahlstichen. 
Reich BUsgestatIcIer Sonderahdrurk ans den liekaiinlcn 
„annnics archr olog i qu es" von Didron ainc, für 



73 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



74 



welche der gelehrte Herr Verfasser das interessante, aus dem 
10. Jahrhundert datierte Kastchen hatte beschreiben und ab- 
bilden lassen, üie Beschreibung gibt .Vufsclilusse, welche 
auch im Allgenieiucu für die Kunstgeschichte von Wichtig- 
keil sind ; die Abbildungen zeichnen sich durch stilgetreue 
Wiedergabe des Originals aus. 

17) Friesische Sagen und Erzählungen von C. P. 
Hansen auf Sylt, .\llona, Wendeboru'sche Buchhand- 
lung. 18.')8. 8. 194 Stn. 

18) Sagen und Bilder aus Westfalen. üesanimclt 
und herausgegeben von Gisbert Freiherrn Vincke. 
Zweite vermehrte Auflage. Hamm, Druck und N'erlag 
von Gustav Grote. 18.57. 8. 574 Stn. 

Der Verfasser des erstcren Werkes sucht angesichts 
seiner durch Meeresiluthen dem Untergänge geweihten llei- 
malh wenigstens deren geistiges Eigenthum auf die Zukunft 
hinüberzuretten. Er fuhrt mit unmittelbarster .\nschauung uns 
in ein Land , dessen Wirklickkeit fast so seltsam und mär- 
chenhaft erscheint, wie die Sagen selbst, darin noch zahl- 
reiche Erinnerunffen aus der heidnischen Zeit, überhaupt Zu- 
stande und Anschauungen sich erhallen haben, deren Urs|irung- 
lichkeit aulserst anziehend und lehrreich ist.; 

Das zweite Werk besteht aus einer Sammlung von älte- 
ren und neueren, herausgegebenen und bisher noch nicht 
heransgegclienen Gedichten , welche westfälische Sagen und 
Geschichten behandeln. Wir finden darunter die bekannte- 
sten Namen der neueren Dichter. 

19) Die Bekehrung des norwegischen Stammes 
zum Christenthuni, in ihrem geschichtlichem Ver- 
laufe quellenmafsig geschildert von Dr. Konrad Mau- 
rer, ord. Prof. des deutschen Hechtes an der Münchner 
Hochschule, lid. I. .München, Christian Kaiser. 1855. 
8. XII u. 6(i0 Sin. Bd. IL 185G. VI u. 732 Stn. 

Der Verfasser ist durch seine Darstellungen und For- 
schungen über die Geschichte des nordischen Alterthums und 
insbesondere des nordgermanischeu Rechtes schon bekannt 
genug, um auch für dieses Werk der Theilnahme aller Ge- 
schichtsfreunde gcwils zu sein. Wir wissen, dafs derselbe 
keine Arbeil und Mühe, auch keine Kosten und Opfer scheut, 
sich auf diesem Gebiete der Geschichtswissenschaft eine selb- 
ständige und lebensvolle .Vnschauung und die sicherste Kennt- 
nifs aller Zustande zu erwerben. Der erste Theil des vor- 
liegenden Werkes enthalt die aiifserc Geschichte der Bekeh- 
rung, die ersten Berührungen des norwegischen Stammes mit 
dem Christcnthum, die ersten Bekehrungsversuche in Norwe- 
gen und Island, die Bestrebungen des Königs Olaf Tryggva- 
son als VerkUnders des Christenihums, endlich die Befestigung 
des Chrislenthums in den I.anilen norwegischen Stammes, 
insbesondere durch den ernsten Willen des Königs Olaf lla- 
ralilson. Dir zweite Theil gibt uns die innere Geschichte der 
Bekehrung, schildert die religiösen Zustande des nordischen 
Heidcnihunis, den Kampf des Christenihums mit dem lieiden- 
thumc und die religiösen Zust/Inde unmittelbar nach der Be- 
kehrung. Die .\n hange schildern die Keldzllge der Ottn- 
ncn in Dänemark, gehen Bcitrilgo zur Cbrouologie der nor- 



wegischen Geschichte, die Bischofsreihen der spateren nor- 
wegischen Kirchenprovinz und ein Verzeichniis der benutzten 
yuellenausgaben. 

20) Die II he nl ohis chcn Siegel des Mittelalters. 
Mit Abbildungen. (Besonderer Abdruck ans dem I. Hefte 
des „Archives für hohenlohische Geschichte"). Von Jos. 
Alb recht. Oehringen, Druck von Ph. Baumann. 1857. 
gr. 4. 94 Sin. u. VII Tai', in. Abbildunccn. 

Nach einer allgemeinern Einleitung über die Sphragistik, 
vorzugsweise über ein sphragislisches System, und einem Be- 
richt über das bis jetzt als ältestes bekannte hohenlohische 
Siegel mit der Unischrill : cvnradi, werden die hohenlohischen 
Siegel nach den verschiedenen Linien chronologisch vorgelegt. 
Vorauf gehen die Siegel I. der Linie Ilohenlohe-Weikcrsheim, 
und zwar \. der noch blühenden Linie, B. der erloschenen 
Linie Kotlingen, C. der erloschenen Linie Schillingsfürst. Dann 
folgen die Siegel II. der Linie Hohcnlohe-Brauneck, und IIT. 
Hohcnlohe-Hohenlohe. Den hohenlohischen Siegeln sind in 
einem .\nhange zwei Siegel von Herren von Langenburg zn- 
gcfugl, welche Familie mit den ältesten Hohenlohen in naher 
Verwandtschaft stand, da die langeuburgischen Besitzungen 
nach dem Erlöschen des Geschlechts an letztere übergiengeo, 
und diese im J. 1558 auch das langcnburgische Wappen dem 
ihrigen einverleibten. Sehr interessant ist das vorgelegte sphra- 
gistische System, dessen nähere Besprechung an dieser Stelle 
wir uns des Raumes wegen jedoch versagen müssen. 

21) Das Kloster des heiligen Petrus auf dem Lau - 
terberge bei Halle und die ältesten Grabstätten des 
erlauchten sächsischen Fürstenhauses, zur Feier der Ein- 
weihung der durch Se. Majestät König Friedrich Wil- 
helm IV. von Preulsen reslaurirten Klosterkirche nebst 
Grabstätten, auf Befehl Sr. Majestät des Königs Johann 
von Sachsen herausgegeben von Gustav Köhler. Dres- 
den, Druck und Verlag der Ilofbuchdruckerei von C. C. 
Meinhold und Sohne. 1857. 4. 64 u. 85 Stn. 

Das Werk besteht aus zwei gröfseren .Vhlheilungen , von 
denen die erste in vier kleinere .Vbschuitte zerfallt. Der erste 
derselben behandelt die Geschichte des vom Grafen Dedo von 
Wellin 1124 gegründeten Klosters; der zweite beschreibt die 
Grabstätlen der Pröbste und Laien, mit einem Bericht über 
die Eröffnung derselben im J. 1856; der drille beschäftigt 
sich mit den (irabdeukmalern der Vorfahren des Weltinischen 
Hauses und der vierte endlich verOlTenllichl dreizehn der lil- 
tesicn Urkunden aus dem Jahre 1228 und 122'.t. — Die zweite 
Abtheilung enthalt die lateinische Chronik des Presbyters Kon- 
rad, welche die Geschichte des Klosters bis zum Jahre 1225 
erzählt. 

22) Sebastian Franck und deutsche Geschieht - 
Schreibung. Beitrag zur Culturgeschichte vorzüglich 
des \VI. Jahrliiinderls. Von llermann Bischof. Eine 
von der philosophischen Fncullat zu Tübingen gekrönte 
Preisschrifl. Tubingen, Druck und Verlag von Ernst 
Hiecker, 1857. 8. 2'.)(; Stn. 

l'eber die Tüchtigkeit dieser Schrift lial iln' |iliilo.«ophi- 
schc Fakultät zu Tübingen ihr sehliilsgultiges Urthcil schon 



<u 



Anzeiger Im- Kmulf dn- dcul^ilii'n \iirZL'it 



7(> 



abgegeben. Her Verf. sielll in der erslon Abllieilunff die Ge- 
ichii'hte der liisloriographischeii Arheilen Frnncks dar, ent- 
wickcll dessen liegriff von (Jeseliieluswissenseliall und die Ten- 
dern seiner geschichtlichen Werke, die von ihm benutzten 
Quellen und die dabei angewendete Kritik, prüft dann des 
Geschiehlschreibers geschichlliche Treue, seine historische 
Oekonoiiiie, seine Sprache. In einer zweiten .\htheilung ent- 
wickeil er Franck's Stellung und Ziisaniinenhang mit seiner 
Zeil und seinen Zeitgenossen, sein Verhaltniis zur Heforma- 
lion, »eine Spekulation und Geschichtsaulfassung, seine Ideen 
über Ursprung, Entwicklung und Bestimmung der Mensch- 
heil, seine Auffassung des Alterllullll^ und des >Iillclallers. 

23) Die evangelische Haupt- und Pfarrkirche zu 
St. Elisabet. Denkschrift zur Feier ihres 6(Xljalirigen 
Bestehens, im Auftrage des Magistrats zu Breslau aus 
den Quellen bearbeitet von J. C. H. Schmcidicr, 
Probst zum heiligen Geist und Pastor zu St. Bernhardin. 
Mit vier Illustrationen. Breslau, IS.'iT. Verlag von Jo- 
sef Ma.x u. Comp. 8. 225 Stn. 

Die vorliegende Monographie, für die Kirchengcschichic 
Breslau's wie für die Kunstge.^chiclite Schlesiens von gleich 
grofser Bedeutung und in allen I'arliecn auf gründliches ()uel- 
lensludiuni gestützt, behandelt zunächst die früheste Geschichte 
der Elisabetkirche bis zum Jahre 1253, als wo sie ihre jetzige 
Gestalt erhielt ; liilst dann eine Beschreibung ihres Zubehörs 
an Gütern, Schenkungen und liegenden Gründen folgen, des 
(iebaudis .«elhst mit seinen zahlreiehen .Mtären und Kapellen, 
in einer sehr detaillierten .Vusfnlirung, wie es vor der Kefor- 
mation war und wie cü jetzt ist; Betrachtungen über das Pa- 
trnnatrechl der Kirche, wie über die Verwaltungszustände der 
früheren Jahrhunderte reihen sich daran an, und den Schluls 
des Werkes bildet eine (Jeschichte der einzelnen Pfarrer und 
der ihnen untergeben' n Gemeinde. 

24) Geschichte des regulirten laterancnsiscbcn 
Chorherrenstifts des heiligen Augustin zu 
Keichersberg in Oberosterreich , von Bernard. \p- 
pel, regiilirtem Chorherrn und iN'ovizenmeisler dessel- 
ben Stiftes. Linz, 1857. Druck von J. Feichtiiiger's 
Erben. 8. 320 Sin. 

Eine eigenlliche zusaninienhiiiigende Geschichte dieses 
Stiftes ward bisbir noch inimir verinifst. Das von Christoph 
(iewnid l'ill herausgegebene Chronieon reicht nur bis zum 
Jahre llill, und die Mnniimenia lioica. wie das 185() erschie- 
nene l'rkundenhuch des Landes ob der Enns enthalten wohl 
die wirbligeren Urkunden aus der ultcren Zeil, aber keine 
rigenllii'he Geschichte. — Es hat die vorliegende, auf reiches 
(.luellenniaterial gestiilzle Schrift übrigens keinen einseitig 
loriilen ( harnkler. manche dunkle Partie di-r bayerischen und 
n.iterrcirhisrhen lieschiehle erhall durch sie eine hellere Be- 
leuchtung. Sic zerfallt in acht Abschnitte, welche nachein- 
ander die Gründung Hci Slifta im Jahre 1084, das Leben der 
einzelnen I'roliste und die Schicksale des ihnen iinlergelienen 
Klonlerü bis zur Gegenwart liihandeln. Den Schluls bildet 
ein chronologisches Vcrzeichnifs der l'rnbste. 



25) Das germanische B u nen-Kii d ii r k , aus den Quel- 
len kritisch erschlossen und nebst einigen Denkmälern 
zum ersten Male erkbirl. Ein sprachwissenschal'llieher 
Beilrag zur ältesten Cullur (ieschichte des europäischen 
Central -Volkes, von Franz Joseph Lauth, Professor 
am kgl. Wilhelms -Gymnasium* zu München. Mit einer 
lilhographirlen Tafel. München, 1857. Eigenthum des 
Verlassers. 8. 18«. Stn. 
Das Werk hat den Zweck, die Ordnung des Fudark zu 
entraihseln und die graphische Verwandtschaft, sowie den Zu- 
sammenhang der Runen mit der semitischen Schrift urkund- 
lich nachzuweisen. Zu diesem Behufe gibt der Verfasser zu- 
nächst einen gedrängten Ueberblick über die gcsammle Ru- 
nenlileralur von Cliiiis Worniius an und geht dann, nach eini- 
gen allgemeinen Beinerkiingcn über die iVatur und Verbrei- 
tung der Runen, zur llaiiplaiilgabe der Unlersiuliung über: 
zur Erklärung der einzelnen Runendenkmalcr und Herstel- 
lung eines sicheren Grundes und Bodens für dieselbe. Als 
Ergebnils der Untersuchung stellt sich Folgendes heraus : 
Vom nordischen Fudark sei nicht, wie meistens bisher ge- 
schehen, auszugehen, vielmehr setze dasselbe ein alleres Ru- 
nenalphabet voraus; die Runen seien ursprunglich griechische 
Buchstaben gewesen, und, weil die Griechen ihre Schrift von 
den semitischen Volkern erhallen, so sei die Verwandtschaft 
der Uunen mit der semitischen Schrift erwiesen. 
20) A 1 1 c r t h ü ni e r u n d D e n k w il r d i g k e i I e n Böhmens. 
Mit Zeichnungen von Josef Hellich und Wilhelm 
Kandier. IJeschrieben von Ferdinand B. Mikowec. 
Prag, Kober u. Markgraf. I. Lief. 1858. i(u. fol. 
Das Werk beabsichtigt, Ansichten der denkwürdigsten 
Burgen, Vcsten, Kirchen- und Sladibaulen. .\bbildiingen der 
wichtigsten Grabinaler und Alnniimiiile, Bildnisse berühmter 
Miinner und Frauen aus Böhmens Vorzeil, Copieen der her- 
vorragendsten Werke der allen Malerei und Sculptur u. s. w. 
zu geben. Es ist auf 12 Lieferungen (zu .56 Neukreuzeri an- 
gelegt. Jede Lieferung enthalt 3 Stahlstiche und 2— 2' , Bo- 
gen Text. Die vorliegende enihalt: lllakar's llrab im Dom 
zu Prag, die Ruine Kokorin und die Sl. Stephans- Kirche auf 
der Keusladt Prag. 
27) Kirchenschmuck, ein .\rehiv fnr weibliche 
Handarbeit. Herausgegeben unter der Leitung des 
chrsiliiehen Kunstvcreiii» der Diöccse Roitenbiirg. Re- 
digirt von Pfarrer Laib und Pfarrer Dr. Schwarz. 
Druck und Verlag der .1. Ii. .Melzler'sehen Buchhand- 
lung. Expedilionslirma : Verlag der Friiuenzeiliini; in 
Slutlgarl. 18,57-58. 1. 
Dieses Werk, das fast in Form eines Modejournnls er- 
scheint, doch überall an die Resiillalc der Wissenschaft an- 
knüpft, ihm mit Enischiedenbeil und, wie die Corrcsp<inden- 
zcn in demselben zeigen, auch mil Erfolg den Sehrill, die 
kirchliche Gewandung wieder zur Würde, Redeulsamkcit und 
Schönheit des Mittelnllers zurückzuführen. Es wird in 2 Ban- 
den oder 12 Hellen jahrlich herausgegeben, mil 24 Bogen 
Text, 12 F.rbendnicken und 12 grolfen Miislerlafeln. Der 
Preis des Bandes ist 2 Tlilr. 



Anzeiger l'iir Kiiinli' der deutsclien Vorzoil. 



78 



28) Die Basilika in Trier. Deren Geschichte und Ein-, 
weihiing zur evangelischen Kirche am 28. Sepl. 1856. 
Mit Slahlstichun. Trier, 18ö7.VVerlag der Fr. Linir- 
schen Buchhandlung. 8. 40 Sin. 

Wenn auch Celegenheilsschrift und einen Theil des In- 
halts der neueren Feier widmend, behandelt sie im grülsercn 
doch die Geschichte und die Architektur des in Kede stehen- 
den Baues, der als eins der merkwürdigsten Denkmäler der 
Vorzeit in dieser kleinen Monographie uns näher tritt, durch 
seine Bedeutsamkeil aber auch die Schrift uns nahe legt. 

29) Böhmen und Mahren im Zeitalter der Refor- 
mation vo n A n to n (ii n d ely. I. Geschichte der böh- 
mischen Bruder. Erster B.ind. 582 Sin. 8. Zweiler Band. 
515 Sin. Prag, Carl Bellmanns Verlag, 1857. 1858. 

Das hier beabsichtigte umfassende Werk wird in seiner 
Vollständigkeit einen werthvollen, unentbehrlichen Beitrag zur 
Geschichte der Reformation, wie insbesondere zur Geschichte 
jener beiden Lander bilden. Der uns vorliegende erste Theil 
umfafst in seinen 2 Banden die llcschichte der böhmischen 
Bruder, welche um 1450 aullralen und den eigentlichen Kern 
der Bestrebungen des Hufs trotz einigen abenteuerlichen Aus- 
schweifungen , nach des Verfassers Meinung, erfalst hatten. 
Sie druckten vom Momente ihrer Entstehung als die wahren 
Repräsentanten des nationalen llussitenthums bis zum Tode 
ihres letzten Meisters, des Comenius, 1450 — löTl, der Ge- 
schichte ihres Landes das eigenlhümliche Gepräge auf und 
haben sich als Ilauptfaktor an allen Bewegungen belhciligt, 
die das Itj. und 17. Jahrb. erschüttert haben. Der Verfasser 
hat zu seinem Werke alle ihm geöffneten Archive aufs (Jründ- 
lichste benutzt. Er beginnt seine Darstellung vom Jahr 14.34 
mit der Spaltung der höhmischen Nation in Katholiken, Utra- 
quisten und Taborilen, berichtet dann über die Schicksale der 
Bruder zur Zeit des "Georg Podiebrad und des Königs Wla- 
dislaw, über die Zeit Ferdinand"s, des schmalkaldischen Krie- 
ges und Maximilians II. Der zweite Band in seiner ersten 
llulfte umfalst den Zeitraum von 15<i4 — 157ü, unter Rudolf II, 
in der zweiten die Zeit von 1577 bis ICOi) und gibt in den 
Beilagen den Majestätsbrief und einen Vergleich zwischen Ka- 
tholiken und Utraquisten. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Hameln"sche .Vnzeigen: 1859, 5. Stuck. ILirneln und der 
30jahrige Krieg. 

llislor. polit. Blatter: 42. Bil. 12. Hill. Die Kirilii iiiiiu- 
sik und das tridentinische Conril. 

Börsenblatt für den deutschen I! ii t li h .i n d c 1 : 1 858, 
Nr. 1.")^. Die kölnischen liuchdrnckcr des 15. Jhilts. 

Didaskalia: Nr. 15 fl. Der llorselberg. Mit Bezug auf 
Tannhiluser und den Wartburgkrieg. — Beitrag zur Fa- 
miliengeschichte Goihe's. (Ph. Dieffenbach.) Nr. 28 ff. 
Schlols Haselachc. (Benkard). Reiche \\ Ciiijalirc. 

Europa: Nr. 2. Die Mari»ni<irhr Ritterkapelle zu Hiilsfurt. 
Nr. 6. Die alldeutschen Wandgemälde auf Schlufs Run- 
kcUlein. 



Illustr. Familienbuch: X, 3. Heft. Die Stadt Bröi in 
Böhmen. 

Die Grenzboten: Nr. 2. Die architektonischen Bestrebun- 
gen unserer Zeit. 2. Die breslauischen Verfassungskäinpfe 
bis zu dem Aufstände des J. 1418. 

Dresdener Journal: Nr. 10 IT. Die Verdienste des Kur- 
fürsten Moriz um die Pllege der wissenschaftlichen An- 
stalten Sachsens. 

F ran k furter Konversationsblatt : Nr. 19. Spiel u. Tanz. 
Nr. 29 (T. Die Bewohner des Erzgebirges. 

Korrespondent von u. für De utsch land : Nr. 23. Ilanil- 
schriftenvcrzierungen im Mittelalter. 

Magazin f il r die Literatur des .\uslandes: Nr. 7. 
Deutsche Geschichtschreibung u. auslandische Kritik. 

Schwabischer Merkur: Nr. 1(5. Die Sliftsbibliothek in 
St. Gallen. 

Berliner Revue: 15. Bd. 11. u. 12. Heft. Stadt und Ge- 
werbe in Deutschland. 

Bremer So n nia gs b 1 a II : Nr. 1. Niederdeutsche Studien. 

Ilildesheimer Sonnlagsblalt, 18.'>9, Nr. 5. Die Sclilaclit 
von Sievershausen am 9. Juli 1553. 

Stimmen der Zeit: 1859 Jan. Die Grenzen Deulscblands. 

Unterhalt nngs-Blatt zum Nürnberger Anzeiger: 
Nr. 3 — G. Naiurgeschichlliche und medicinische Sagen, 
Aberglauben und Brauche in der l'mgegend Nilrnbcrgs. 
(F. .\. Rculs.) Der Galgen, sagt der Eichele. Zur Gesch. 
von Schweinfurl. (F. A. Reufs.) 

Neue Münchener Zeitung: .\bendblatt , Nr. 290. Zur 
Gesch. der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz III. Nr. 292. 
Aus München's früherer Geschichte. Nr. 298—301. Der 
Dreifalligkeitslicrg bei Regensburg. Nr. 304. .\dalbert 
Stifter über kirchliche Malerei. Nr. .308. Alte und neue 
Wege nach Indien. I. Kr. 310. Die Patres Ordinis St. Fran- 
cisci in München. 1859. Nr. 0. -Mte und neue Wege 
nach Indien. II. Zur deutschen .\lterthumskunde. (Con- 
rad von Wurzliurg.) Nr. 9. n. 11. Zur vlämischen Spra- 
chen-Frage. Nr. 17 IT. S|. Gallen und die St. Galler 
Blätter. Nr. 23. Der schwarze Tritt in der .Münchener 
Frauenkirche. Nr. 24. Häuserinschriften in Mittelfranken. 

Neue P reufs. Zeitung: Beil. zu Nr. 13. Hochdeutsch und 
Plattdeutsch. Geriuiinische M\tlien. 2. Nr. 31. Landle- 
ben in Mcklenburg. Ein Bauerndorl. I. (J. v. W.) 



Veriiiittrlite >urlirirlilfii. 

7) Sc. Mnj. König Maximilian II. von Bayi rii h:it dm .Viis- 
bau des Regensburger Domes, namentlich der beiden 
Thurme, nach den vom Bischof Ignatius kiirzlich persönlich 
vorgelegten Planen in allen Thcilen genehmigt. 

8) Se Maj. König Maximilian II. von Bayern, der erhabene 
(iönner der Wisscnsiliaftcn, hat w iedcr eine Reihe von Bewil- 
ligungen aus der kgl. KHbiuet.*kasse vollfogen. Die grofsle 
Summe, nämlich 18,(lO(t (1.. ist für wi.«si-uschnriliche Arbeilen 
Hilf spccicll bn\(ri>clniii Gebiete hestiiiiiiil. und /war 7(HKI (1. 



79 



Anzeiffcr fur lüiiule der deutschen Vorzeit. 



80 



auf vier Jalirc lur Ilcrsicllung piner Kriegsgeschichte von 
Bayern, iiOOOR. auf drei Jahre zur Ausarbeitung einer Kechls- 
gescbichte von Bayern, 4000 11. auf drei Jahre zur Förderung 
einer kunstgcscbichle von Bayern. Ein werihvoller Beilrag 
ist von Ur. II. Ilollnnd zu erwarten, welchem zur Ausarbeitung 
seiner Geschichte der iilldtulschen Dichtkunst in Bayern 2000 11. 
auf zwei Jahre bewilligt sind. Ferner erhall Karl (lodcke 
in Celle 2iJ*^) 11. auf zwei Jahre zur .Vusarbeilung einer um- 
fassenden Darstellung der deutschen Literatur und ilirer (■ c- 
schichte. 

9. Unter dem Namen ,..\ms tc r d a nisch üu d he id kün- 
de Genootscbap" hat sich in .Amsterdam ein historischer 
archaolocischer Verein gebildet, dessen Zweck die Erforschung 
der vaterländischen Vergangenheit, die Erhaltung ihrer Denk- 
male ist, welcher Ml sie seien. Die Idee der Bildung eines 
derartiffcn Vereins hat einen solchen .\nklang gefunden, dafs 
sich Se. Maj. der König sofort in den Verein und unter die 
Gründer desselben hat aufnehmen lassen. Seinem Beispiele 
folgten der Kronprinz und die Prinzen Friedrich und Heinrich. 

III) .\uch in Diui/.ig hat sich ein Verein zur Erhal- 
lung der aller t li um I i ch e n Bauwerke der Stadt , der 
Bchon an hundert Mitglieder zählt, gebildet, und wenn er auch 
nicht über grofse Mittel zu verfügen hat, doch stets ein treuer 
Wächter jener Ucberreste der Vorzeil ist. 

11) Vor Kurzem wurde in Rastatt, in der Kühe der Fe- 
dcrbrucke, ein seltener Fund ausgegraben. Es ist dies die 



Medaille, welche Erzherzog Ferdinand zum Andenken sei- 
ner 1580 verstorbenen Gemahlin, l'hilippine Wels er, prä- 
gen liefs. Die messingene, gut versilberte Medaille, von der 
Grofse eines Zweithalerstackes (J. D. Kohler, Miinzbelust.), 
zeigt auf der geprägten Seite das Brustbild der Verewigten 
mit der Umschrift: „Divac I'hilippinae.'' 

12) In Ungarn hat man das Grab des Hunnenknnigs Attila 
im Tarnoker Thale, Coniitat Stuhlweissenburg, eoldcckt. 

l.J) Dem alten Dome zu Minden, der, obwohl aus ver- 
schiedenen Zeiten und Baustlen, ein edel- harmonisches Gan- 
zes, das Bild altersgrauer Unerschütterlichkeit darstellt, des- 
sen Glasmalereien zu den bewundcrtsten gehören, droht eine 
grofse Gefahr. Es müssen Grundfesten gewichen sein, denn 
die Wölbungen des hohen Chores beginnen zu schwanken, 
schwere Steine sind mehrfach niedergefallen und es hat ein 
Nothallar im ScliilT der Kirche aufgerichtet werden müssen. 

14) Der Fürst Fugger-BaLenhausen wird die ganze Front 
seines 90 Schritt langen Wohnhauses in .\ugsburg mit Fres- 
ken aus der Geschichte A ug sburgs bemalen lassen, wo- 
zu bereits Aufträge gegeben worden sind. Diesen gemäfs 
soll noch in diesem Jahre ein bedeutender Theil vollendet 
werden. Es ist dies die erste monumentale Decoration an 
einem Augsburger Gebäude seit der .\ufhebung der freien 
Iteichstadt. llolTeutlich wird das edle Beispiel Nachahmung 
linden und Neues geschaffen werden, wo man zur Unzeit 
das Alte vernichtet hat. 



luseiale iiiul lickaiiiiliiiacItiiiiuTii. 



3) Im Selbstverläge des Verfassers, des praluisthen Arz- 
tes J. Marmor in Konstanz, erscheint und wird zur Subscrip- 
tion dnr:iiif cincrlnrlcn : 

Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz 

nnd ihrer nächsten Umg'ebang, mit besonderer Be- 

rucksirhligung di r Sitten- und Kulturgeschichte derselben. 

Aus handschriftlichen Quellen des Konstanzer Stadt- und 

Spitalarchives, aus mannigfachen Druckschriften, aus eigener 

Anschauung und aus mundlichen und schriXilichen Ueberl ie- 

fcrungcn bearbeitet. 

Das Werk wird 21 Bogen stark in gr. 8 und erscheint in 
.'i l.iif., jede zu 36 kr. rhein. 

4) Bei (i. II. Fried lein in Leipzig erscheint: 
Fault, rolygraphisch-illnslrirlc Zeilachrifl fUr Kunst, Wis- 

•en.'X'hnfl, Industrie und geselliges Leben. Begleitet von 



Kunstbeilagen aus allen Druckfächern. Sechster (1859) Jahr- 
gang. 

Jährlich erscheinen 24 Nummern und "2 Kunslboilagen in 
Folio nebst Trämie. Pränumeralionsprcis : ganzjährig 8 Thlr., 
halbjahr. 4 Thlr., vicrlelj. 2 Thlr. 

f)) Seit dem neuen Jahre erscheint bei Otto Deistung 
in Jena: 

Organ für Autographensammler und Autogra- 

phcnhäudler* liilii Milwiikung licfn undi Itr .'^.iniiiiler 
herausgegeben von Dr. Johannes Günther. 

Jeden Monat erscheint eine Nummer von mindestens 

einem Bogen. Der Jahrg. kostet 2 Thlr.; dabei portofreie 

Zusendung des Blattes. 



(Mit einer Exlrabcilagc.) 



Venuiiwiirilichr liedaction : Dr. Freih. V. u. z. Aiifsefs. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommnnn. 
Verlag der literarisch - artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

U. E. Scbntd'ulic Biichdruckcrci. 



Viertes Preisverzeichniss 



der 



im j5^{M'mimischi'ii Miiseuiii zu Xüniberg gel'erdj^leu (iypsabgiissc. 

Verpackung wird besonders berechnet. Die Zahlunsr a^eschieht, wenn sie nicht vor der Absendung eingctrolTcn ist, 
durch Nachnahme. Die Preise sind nach dem 24 fl.-Fuls berechnet. Bei Bestellungen über 2.5 (1. werden 10"^ Rabalt 
gegeben. 



Ä. DeDkmäler in Bronce und anderen 
Metallen. 

St. Mauritius. Hrnnnenligur im Hofe eines Pri- 

vathausi i in Nürnberg. 15. Jhdl. U. 1' 9" 

Derselbe broncirl  

Grabmal des Wolf v. Scbaumberg, v. J. 1529. 
Halbfigur in Harnisch. II. 1' 8"; Br. 2'. In 
der Stadtpfarrkirche zu l.ichtenfels . . . 

Grabmal eines Herrn v. Schaumberg und sei- 
ner Gemahlin, geb. Fortsch v. Thurnau, 
V. .1. 1528. Halblig. H. 1' 8"; Br. 1' 7". 
Ebendaselbst 

Dieselben broncirt ä 

Brunnenfigur : Bauer mit Wein und Brod, Sta- 
tuette aus dem Anfange des 16. Jhdts. H. 11" 
Dieselbe broncirt 

Der Leib Christi am Kreuz. 11. .Thdt. H. G" 

Aquamanile in Gestalt eines Löwen. 14. Jhdt. 

H. 9" 

Ciborium von vergoldetem Kupfer. 11. Jhdt. 

H. 11" 

Aehnliches Ciborium 

Dieselben broncirt ä 

Kauchcrfafs von Kupfer. 13. Jhdt. H. 8" 

Reliquienkasten mit vergoldeten Bleireliefs. 

14. Jhdt. H. 9": Br. 1' 1" :V ; T. G" . 

Derselbe broncirt 

Handleuchtcr mit reichen Ornamenten. 12. 
Jhdl. H. G" 

Giefsfafs zum Hiindewaschcn mit cingravirten 
Verzierungen. 15. Jhdt. H. 1' 9". (Abge- 
bildet in lleidclnfTs Ornamentik XIX, 12.) 

Dasselbe broncirt 

Handglocke mit Verzierungen und Inschrif- 
ten in Relief. 1.544. H. 5" 

Thurbeschlair von Bronce, reichverziert. 15. 
Jhdl. L. 9" 4'" ; Br. 8" 2'" 

Schrankschlofs von Eisen, reichverziert. 15. 

Jhdl. L. 1' 1" 7'"; Br. 8" 

Schlofsbeschlag von Eisen. IG. Jhdt. L. ]' 

3" G'"; Br.JO" (',"' 

Verzierung eines Thürschlosses. 15. Jhdl. 

H. 5"; Br. G" 



fl. 



kr. 



5 1' 24 



24 



30 

36 

24 



12 



2 

2 j, 30 

li 

1 !i — 

'I 

2 30 

— I' 24 

II 



Abschied des verlornen Sohnes. Bleirelief 
nach dem Kupferstiche von II. S. Beham. 
1(J. Jhdt. II. 2"; Br. 3" 

Jagd. Bleirclief, wahrscheinlich nach einer 
Zeichnung von J. Amman. IG. Jhdl. 11.2" 
3"' ; Br. 3" 

Zwei Knaben mit Gelalsen. Bleireliefs 16. 
Jhdt. Durchm. 1" 4'"  • -^ ä 

Messer von Bronce mit durchbrochen verzier- 
tem Griff; allgermanisch. L. 8" 6'" . . . 
Dasselbe broncirt nach dem Original . . . 
Grol'se Brustspange; altgermanisch .... 

Dieselbe broncirt 

Dolch von Eisen mit versteinertem Griff. L. 7" 
Derselbe bemalt 



B. Denkmäler in Stein nnd gebrannter 
Erde. 

Maske eines kolossalen Hauptes Christi ; von 
einem Crucifixe von Tilmann Ricnienschnei- 
der im Dome zu Würzburg. 15. Jhdt. . . 

Kopf des Adam und der Eva aus den Figu- 
ren am llauptporlale der iMaritnkapclIe zu 
Wiirzburg von Tilmann Kiemenschneider, 
vor deren Ueberarbeilung in neuester Zeit 
abgegossen. 15 Jhdt ä 

5 Kopfe aus dem grofsen Relief von Tilmann 
Ricmenschncidcr in der Ivirchc zu Maid- 
briinn. 15. .Midi. In gnth. prüf, tnirah- 
mung k 

Brustbild dos llildliauers T. Riemenschneider, 
ebendaher 

Tiscliplalte mil den Wappen des Bisthums 
Wiirzbur;;. v. liibra und v. Eyb. in ver- 
zierter Einfa.>isung. Von T. Riemensclinei- 
der. (.Mi^iebildet in C. Becker und .1. H. 
V. Hefner-Altriicck, Kunstwerke u. s.w. II, 43 

Dieselbe nach dem Orignale bemall .... 

Tod der 10,00(1 Mürlyrer, Relief in Alabnslcr. 
15. Jhdt. II. G" ; Br. S" 

Bildnifs Kaiser Mn\imilian°s I. in halber Figur. 
Relief in Lithographirslcin. IG. Jhdt. II. 
5"; Br. 4" 



kr. 
24 

24 

12 

36 
36 

36 

48 



3 — 



4 - 



30 
12 

24 



I Kaiser harl V. und Ferdinand I., uber den 
Huiiplern ihrer Rossr sich die Hand rei- 
chend. Relief ans Litbographirstein. Ij27. 
j H. G"; Br. 7" C" 

j, Medaillon honig Ludwig's von Ungarn. Rclier 
11 aus gebrannt. Tbon. 16. Jhdt. Diirchm. 3" 

I Medaillon des Willibald Imhof. Relief aus 

gehrannteiii Tbon. 16. JhdI. 3" 9'" . . 

I Dasselbe bemalt 

5 Tanierpaare aus einem Ilochieitsiuge. Re- 
liefs aus gebr. Tbon. 16. Jhdt. II. 5" G'" ; 
Br. 3" 6"' ä 

St. Hubert auf der Jagd. Relief, rund, aus 
gebr. Tbon. l'i Jhdt. Durchni. 4" . . . 

Architektonische Verzierung, goth. Blalterwerk 

11 .Ibdt. H. 4"; Br. 6" 

.\ehnlicbes Ornament 

Capital einer Halbsrtulc in Gestalt eines frat- 
leuhal'len (iesicbtcs. H. 3" 

Krug von Steingut mit Verzierungen im Re- 
naissancestil. II. 9" 6'" 

Wappen der Derrer. Mcdailionartiges Relief 
von Ccnrg Vest. 1608. Drchm. 3" . . . 



C. Denkmäler in Holz. 

Ritter mit einer Lanze. Statue. 15 Jhdt. 
H. 3' 2" 

|i Ritter in vorscbreitender Stellung mit gezoge- 
|i ncm Schwerte. Statue. 15 Jhdt. II. .3' 6" 

f Eva mit dem Apiel. Statuette. lt>. .Ihdt. 
' H. r 

I' Wappen der Lelscher. Relief mit durchbro- 
ll ebener Arbeit. 1487. H. 9" ; Br. 7" 6'" 

' Kästchen mit eingeschnittenen Inschriften und 
abenleiierliihen Figuren. 13. .Ihdt. II. 3" 

7'" ; Br. 5" 6'" ; L. 7" 3'" 

.\ebnl. Kästchen vom 14 Jhdt 

Medaillon mit dem Bilde der Königin Eleo- 
1 norc V. Frankreich. 16. .Ihdt. Drchm. 2" 

I Medaillon mit dem Bildnisse einer jungen 
Frau. 16. Jhdt. Uurchm. 1" 9"' .... 



D. Denkmller io Elfenbein. 

Gruppe von drei weiblichen stehenden Figu- 
ren, aus einem Stucke. 11. .Ihdt. II. 9" 



j 



fl. 



10 
10 

1 

3 



kr. 

48 

15 

15 
30 

15 

15 

18 
18 

18 
18 



12 
30 



18 

12 



2 - 



Tod der Maria. Ilaulrcliel. II. Mull. II. 3" 3'" 

Die Geburt Christi. Relief. 14. Jhdt. II. u. 
Br. 2" 3"' 

Die Anbetung der heil, drei Könige ; Gegen- 
stück zum vorigen 

St. Johannes. Relief. 14 Jlidt. II. •-'" 6'" 

St. Paulus ; Gegenstück zum vorigen .... 

Mann und Frau zwischen Bäumen. Relief, 
rund. 14. Jhdt. 4" 

Kästchen mit eingescbnillenen DarslellungeD 
von Tanzen und Jagden. 142.''). II. Ü" 6'"; 
Br. 5" 9'" ; L. 7". (Abgebildet in Kunst- 
werke und Geraihschaflen, 11, 16) .... 

E. Denkmäler ans anderen Substanzen. 

Ka.stchcn mit l.cder überzogen, daran Laub- 
werk und F'iguren ausgejiragt. 15. Jhdt. 
H. 3" 6"'i Br. 3" 9'"; L. 6" 9'". . . . 



F. Medaillen. 

Albrechl V., Herzog von Bayern 

Hans liurgkniair 

Ferdinand I.. Kaiser 

Friedrich III., „ 

Karl V., „ 

Maximilian I., „ (5 versch. Stücke ä 12 kr.) 

Albrechl Dilrer 

Wenzel .lamnilzer (5 versch. Stücke ii 12 kr.) 

Liegsal», Mann u. F'rau (2 Stücke ii 15 kr.) 

Philipp Jlclaiichthon 

Sebastian v. Ortemberg 

.luan d'AusIria 

Maximilian, Erzherzog v. Oesterreich (2 ver- 
schied. SliicKe k 12 kr.) 

Hicronymus l'aiimgarlner 

Kunz von der Rosen, Hofnarr Kaiser Maxi- 
milians I 

Johann Friedrich I., Kurfürst von Sachsen 
(2 versch. Slncke a 12 kr.) 

Sebastian Schartliu v. Burlenbaeh 

Gustav Adolf, hdnig von Schweden .... 

Johann Slabius 



G. Siegel. 



Gröfsere Folgen von haisersiegeln, Siegeln 
von Erzherzogen v. deslerreich, Herzogen 
v. Sachsen, Siadte urjd liiscliofl. Siegeln 
ii 12—15 kr. 



kr. 



24 

24 
15 

15 

24 



36 



15 
12 
12 
15 
12 

12 

30 
12 
12 
12 

24 
12 

12 

24 

12 
12 
12 



NB. Da tammlliche in dem gedruckten Kalaluge 
nul Verlangen durch G\p»abgu»sc verviellalligt werden, 
Exemplare anzusehen. 



der Kunst- und Allerllinm.>-sanMnlung verzeiclinele Medaillen 
so sind die hier angeführten nur als eine kleine .\iiswahl 



und Siegel 
schönerer 



Die litcrari.scli-arii.siisclu' An.slaK des gcriiiaiiiMlicii .Mii.sciim,^. 



V. E. Bcbald'Khe Buchdruclcorel In Niimbenir. 



NÜRNBERG. Das Abonnement des 
Blatte». w)-U-ln-s alle Monate ersciu'int, 
wird ffan^jiilirijc uiigt;nommrn und bctriig't 
nach der utiiiüätcnl'oHtconventiua bei allen 
Postämtern und UucbhaudlunR'en Deutsch- 
land» hxcX. Ot'streichs 5tl. 30 kr. im JAtt.- 
Ful's oder ^Tblr. iireuis. 

Kür Frankreich abonniert man in 
Stralsbiirff bei C. F. Schmidt, in TariH 
bei der deutschen itucbhandlnni? von F. 
Kiiiicksieck, Nr. 11. rue de Lille, oder 



ANZEIGER 



m kl\DE DER 



bei dem Postamt in Karlsruhe; für Eng- 
tand bei Williams & Norgatc, ll Uen- 
rirttt-SireetCüvent-darden in London ; fiir 
Nordamerika bei den PübtumterD Bremen 
nnd Hamburg'. — 

Inserate, welche mit den Zwecken 
des Anzei*?«Ts und dessen wisseußehaft- 
lichem Gebiete in Verbinduu;:^ stehen, 
werden ant';;enommen und der llaum ei- 
ner Culumnenzcile mit 7 kr. oder ü Sgr. 
bereehneL 



riril 



Nclie Folge. 





Sechster Jahrgang. 



1859. 



ORGO DES GERMAMSCIIEX MISEIMS. 



iMär/. 



Uisseusclial'llicbe MiKbeiluiitfcu. 



beschichte. VnlerHiirliiiiiii; über die KäiinillrlikeH. in 



Orls- 
gcschichle. 

StHilti- und 
Märkte. 



ivelelier iler KeiriiMliie ;r.ii ^1 oriuM im 
J. I.>91 ithiEeiiaiteii nurtlen. 

Von J. B. 11 ohenreu Ih er, (ierichlsaccessisten, in Wurms. 
Die gegenwärligeu Vorbereilungen, Lulhern ein Stand- 
bild in Worms zu erriclilcn, haben von Neuem die vicl- 
hp.strillpne Frage angeregt, in welchem Lokale jener be- 
rühmte Reichstag im J. ib2\ unter Kaiser Karl Y. ab- 
geiialten worden sei. 

In Folge der vielen Zerslorniigen , vvelciie die .Sladt 
Worms sowohl durch die lUirjd ilirer eigenen Bürger, als 
durch Feindeshand erlilleii, zuletzt in Folge der ganzlichen 
Vernichtung und Schleifung der Sladt durch die Mord- 
brenncrschaaren Ludwig's \IV. im J. 1689 sijjd nlle 
Brücken aus der Gegenwart in die Vergangenheit abge- 
brochen worden, und Tasl keinerlei lokale Traditionen des 
an geschichtlichen El cignissen so überaus reichen Worms 
haben sich im Verlaufe der Zeiten in dem Munde der 
Bewohner erhalten. L'nd so kam es auch, dafs mau den 
Ort niclit mehr mit Beslimnitlieit zu bezeichnen wcifs, in 
welchem Karl V. seinen ersten Beichstag abgehalten, und 
dafs ebenso fast sammtlicbe Schriftsteller, welche, bisher 
allerdings mit wenig historischer Gründlichkeit, diese 
Frage besprochen haben, in ihren Ansichten von einander 
abweichen. 

Interessant ist es, zu bemerken, dafs Worms diesen 
berühmten Keicbstag nur einem Zufalle verdankt. Nach 



Auleitung der goldenen Bulle (XII, $. 4) sollte nämlich 
jeder Kaiser seinen ersten Beichstag zu Nürnberg halten. 
Karl V. hat aber denselben wegen einer grofsen Vieh- 
seuche, die zu jener Zeit in Nürnberg herrschte, nach 
Worn\s verlegt. 

\\ ir linden nun drei verschiedene Ansichten über die 
Lukalltat, in welcher dieser Beichstag soll abgehalten 
worden sein. Pauli und Lange behaupten, beide in 
ihrer Gescluchte von NA'orms, derselbe habe im bischöf- 
lichen l'alaste, welcher an der N'ordseite des Üonies 
gestanden und dessen Substruktionen zum Theil noch 
vorhanden sind, stattgefunden. Derselben Ansicht folgt 
\\ irth in seiner Geschichte der Deutschen. Andere da- 
gegen, sowie ältere Urkunden, bezeichnen den Bürger- 
hof, der ebenfalls zum Theil noch in seinen alten Um- 
fassungsmauern besteht, als diesen Ort, wiilirend die Tra- 
dition die Münze nennt, welche zum Theil auf dem Platze 
gestanden hat, welchen heute die Dreifaltigkeitskirchc ein- 
nimmt. Die Gcbaulichkeitcn des Burgerhofs bildeten ein 
sehr umfangreiches Viereck, welches den Uofraum in ^ich 
schlufs, und die Münze grenzte an die NN'esIscite dieses 
(Quadrats. — Sfimmtliche eben genannte Gebfiulichkeiten 
wurden mehr oder minder im J. lliSO durch die Fran- 
zosen Zerstört 

NN ir mnssen nun nicht allein die Voraussetzung fest- 
halten, dafs Worms zur Zeit des gedachten Bcich.-ilng» 
noch eine der bedeutendsten Sludte oni llhein gewcsco, 



83 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



84 



sondern ebenso auch, dafs grade diese Keichsversanim- 
luog in einem grofsen und geräumigen Saale niufs abge- 
balten worden sein ; denn wir finden die >(ichricht ver- 
zeichnet, dafs eufser dem Kaiser auch des5en Bruder, 
6 Kurfürsten, 24 Herzoge, 8 Markgrafen und eine Menge 
anderer Fürsten, Grafen und Herren, nebst vielen Bischö- 
fen , Prälaten und Gesandten auf diesem Rcichslatre an- 
wesend waren. Ferner wimmelte die Stadt mit Tausen- 
den von Fremden, welche von nah und fern herbeige- 
strumt waren, um Theil zu nehmen an den immer ab- 
wechselnden Luslbarkcilen , welche besonders hei Gele- 
genheit der Belehnung derjenigen Fürsten erfolgten , die 
nicht schon zu Aachen dem Kaiser gehuldigt hatten. Im 
bischuriicben Paläste, sowie auf dem Bürgerhofe waren 
nun sicher Räumlichkeiten, in denen ein so glänzend ver- 
tretener Reichstag thronen konnte , was wir jedoch be- 
zuglich der Münze bezweifeln müssen, deren Bestimmung 
gar keine solchen Säle voraussetzen liifst. 

Fassen wir zuerst den bischoflichen Palast in's Auge, 
ao sucht Lange seine Ansicht, dafs der Reichstag in dem- 
selben abgehalten worden sei, (Seite 15S) dadurch zu 
begründen, dafs Friedrich Zorn (geb. 153Ö, f 1610) in 
seiner Wormser Chronik ausdrucklich bemerke, „jene 
Beichsvcrsammlung sei in des Bischofs Hofe und nicht 
auf dem Burgerhofe, wie der gemeine Mann meint, ge- 
halten worden." In dem reinen Text der Zorn'srhcn 
Chronik findet sich jedoch diese Bemerkung nicht; dieselbe 
wurde vielmehr erst durch die Hand des Additionators 
Flershfim später eingeschaltet — Ferner können wir nir- 
gends die Nachricht finden, dafs überhaupt Reichstage in 
dem bischöflichen Paläste gehalten worden sind. Denn 
hiermit darf nicht verwechselt werden , dafs die Kaiser 
vor Erbauung der neuen Münze die Huldigung der Bür- 
ger „nf dem Bischofshof vor der Saalsteg" entgegenzu- 
nehmen püegten. — Vollständig irrthumlich ist dagegen 
die Behauptung Lange's, dafs der Reichstau um deswil- 
len nicht in der Münze stattgefunden heben könne, weil 
diese erst 158G erbaut worden sei, da die unumstüfslich- 
sten geschichtlichen Zeujrnisse vorliegen, dafs selbiue im 
J. 11S6 erbaut worden ist. — Was aber die Volkstrn- 
dilion 20 unlerstntzen scheint, dnfs die Reichsversamm- 
lung in dem Mü nzgehdud e (reingt habe, ist eine Dcnk- 
mllnze, welche 170!) zum Andenken au die Grund.stcin- 
Icgnng der am Platze der Münze erbauten Drcifaltigkeits- 
kirrhe geprflgt worden ist und welche folgende Um- 
schrift trflgt: 

So setzt mich Gott nun an den Ort, 
Wo Luther eh bekannt sein Wort. 
Norhfolgpndes wird jedoch auch diese Ansicht als 
irrthumlich widerlegen, und unsere Ansicht, dafs fragli- 



cher Reichstag auf dem Bürgerhof gehalten worden ist, 
bestätigen. In einer handschrifllicbeu Chronik der Stadt 
Worms aus dem Anfange des vorigen Jahrhunderts, 
welche, bis vor Kurzem noch unbekannt, mit weit gros- 
serer Ausführlichkeit und strengerer diplomulischer Ge- 
nauigkeit als die Zorn'sche abgefafsl ist, und in deren 
Besitz wir durch einen Todesfall gelaugt sind, lindet sich 
gelegentlich der Aufzählung der durch die Franzosen im 
J. 1689 zerstörten Bauten Folgendes verzeichnet: 

,,Vou öffentlichen kostbaren Gehauen mufsteii her- 
halten : 

1) Der Büigerhof oder Rathhaus der Stadt, auf wel- 
chem Martinus Lutherus ao. 1521 den 17. u 18. April 
sich vor dem K. Kaiser Karl V., Rom. König Ferdinand, 
geistlichen und weltlichen Kurfürsten, auch vielen ande- 
ren Fürsten und Herren wegen seiner Lehrart gestellt 
und verantwortet hatte ; 

2) die ansehnliche Münz an dem .Marktplatz und fast 
mitten in der Stadt: wo die Einkünfte derselben erho- 
ben, dem Unschuldigen das Recht, dem Schuldigen die 
Straff zuerkannt wurde etc." 

(Schlufs folgt.) 



KeiiiisHOriuiu ülier hhcIim. Ijaiiil - lieltn- 
rerlit liiitl %%>i<-lil(il<l. 

Von Professor Dr. Kelle in Prag. 



Zustände. 

Sprache und 
Schrift. 



/j _i . u 11 I . I   .... Itandschriflen- 

omeyer (die deutschen RechtsbUcher des Mittel- kunJo. 

allers etc.; Berlin, 1856, S. 59) kennt von dorn Rcmia- 
sorium Über sSchs. Land -Lehnrecht und Weichbild, das 
dem Theoderich von Bocksdorff zugeschrieben wird, neun 
Handschriften. Eine zehnte Handschrift dieses Remisso- 
riums fand ich vor einiger Zeit in der k. k. olfenllichen 
und L'iiivcrsitätsbibliolhek in Prag (.\VI. C. 15). — Sie 
beginnt : 

Uff das ein yder man möge seyne buchir gerechtfer- 
tigen, so habe ich hyiioch gesalzt das anhehin eines itz- 
liclicn arlikcls. Wie und wo der nnhebil jn landrecht, 
lenrechte und auch in wicbilde rechte. Man sal zu ir- 
sten wissen, das der sachsenspigcl hat drey buchir... 
das wicbbildc hat nUth ein buch .... das leenrecht hat 
auch iiülh ein buch .... itzlich artikel und rnppitel he- 
bil sich also an als hyrnoch folget gescriben. (Folgt 
Aufzählung der Anfangsworte der Capilel der drei Bücher 
des Landrerhtes (I, 71 ; II, 72; HI, Ol), des Lehenrerh- 
tes (Hl Capp ), des Weichbildes (135 Capp.). Fol. 12b 
beginnt Einleitung mit: Nu man gemeinliche in allen 

werlllichen gcrirliten fol. 13 n daz ein itz- 

licber deste leichtiglicher und bas us den obgenanten 



85 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



86 



sachsischeo rechte entrichten, und die ane grofse erbit 
in seyme gedangke brengen, und die auch doryniie be- 
haldeii möge, so seint dese noch geschribene alligata 
und remissionis ordenlichen ufT etzliche deutsche wort 

gesatzl und geschrcbin nach gange des abc Fol. 13 b 

expl. der Prolog: rechtfertige an iren arlikcln und 

qwoton Anders seint im sulche remissioncs gancz un- 
hilfTliche do habe sich ein yderman noch zu richten. Das 
Register beginnt fol. 15a mit: Abba bedeut in Ebreysch, 

in grekisch. in lalinysch paler, das heist vater 

Apt. der apt sal lihen vor enphocn expl. So\ 336b 

mit: wunde mit wunden ader gewunden czymmer mag 
man wol heymsuchunge beweysen. wich. ar. 87. fol. 
140a steht eine Darstellung der Verwandtschaftsgrade, und 
dann bis fol. 342 b Bemerkungen hiezu. Aeliiiliehe Dar- 
stellungen der Verwandtschaftsgrade stehen auf fol. 344a 
— 345 b, und nach fünf weifsen Blättern folgt auf fol. 
350a — 303a: Hubrice digestorum. 



Eine PrlvntdrucUerei des ;;TIntlienin(lkers 
Jolianuest Selioiier. 

Von Dr. K. A. Barack. 

Eine vier Bogen starke Druckschrift in 4. von dem 
bekannten Mathematiker Johannes Schoner oder Schoner 
von Karlstadt in Franken, seit Kurzem im Besitze des 
germanischen Museums, bat neben ihrer aufserordentii- 
chen Seltenheit (Bibiiograplien kennen nur die Nürnber- 
ger Ausgabe vom J. 1534. l'anzer, Annal. typogr. VII. Bd. 
S. 483, N'r. 322) noch das Interessante, dafs durch sie auf 
eine Druckerei hingewiesen wird, welche der genannte 
Gelehrte zu seinem Privalgebrnuche besal's. Zwar zeigt 
ihn Panzer im Index urbium et typograpborum alphab. 
XI. Bd., S. 205 unter Bamhergae an: „Johannes Scho- _ 
ncr, 1521", dann auf S. 219 unter Norimbergae : ,. Jo- 
hannes Schonerus, 1524, 1534", ferner im Index typo- 
grapborum alphab. ju.xla eorum cognoni., S. 303 : „Scho- 
ner, Joannes. Auguslae Vindelic. 1521 (irrig statt Bam- 
bergae, 1521), Norimbergae, 1524", und kennt somit 
Schoner als Drucker; aber weder er, noch Falkenstein, 
noch Andere, welche von Privatdruckereien berichten, ha- 
ben Schoner als Besitzer einer llauspresse genannt. Der 
Titel der vorliegenden Schrift lautet: „Sapheae recen | 
tiores doctrinae Patris Abrv | sahk Aznrchclis Svmmi 
As I tronomi, a Joanne Scho | ner Charolipolita ] no Ger- 
mano, ex | prioris e Arabico Iraducto ( ris ignoralia emn- 
culatae, | in lucem frelici Sy | dere prodeunt." Am Ende: 
,,Spicaeochti cxcussum in aedibus Joannis 
Schoners Charolipulitani Anno post Christi Jvsv natiui- 



tatem MD.XXV die vigesimaquarta Mensis Aprilis ;" Sig- 
natur A2 — D 3, ohne Seitenzahl. 

Weitere Nachforschungen nach Drucken aus Schoner's 
Hauspresse eigaben noch folgende drei. Als der erste 
erscheint die im J. 1521 erschienene Schrift: „Aeqva | 
torivm | Astro nomi | cvm." Am Ende: Babenberge 
impressum in aedibus Joannis Schoners Anno 
Virginei partus 1521. Sole. IG. Libre gradil pcrlustrante. 
11 Blttr., K. fol. mitSignat. von A2 bis B4; Seitenzah- 
len fehlen. (Panzer, Annal. typ., VI. Bd., S. 172, Nr. 6 
hat statt Sole irrig foll. ; Sprenger in seiner Buchdrucker- 
gesch. vou Bamberg, S. 78, Nr. 63 gradum statt gradü; 
Heller in seinem Leben Georg Erlingers, S. 7, hat partus 
ausgelassen. Ein Exemplar befindet sich auf der Stadt- 
bibliolliek zu Nürnberg ) Sprenger und Heller behaup- 
ten, dal's Erlinger dieses Werk im Hause Schoner's ge- 
druckt habe. Was sie als Beweis angeben, dafs die Let- 
tern des Aeqvatorivm astron. mit denen übereinstimmen, 
womit Erlinger im J. 1527 lateinische Werke gedruckt 
habe, genügt jedoch nicht; wahrscheinlich ist nur, dnfs 
von dem auch als Formsclineidcr geschickten Erlinger 
die nach Schoner's Zeichnungen ausgeführten xylographi- 
schen Zuthaten stammen. 

Der zweite Schoner'sehe Ilausdruck, dessen ich ge- 
dacht finde, wird von Panzer (VII. Bd. S. 4(!8, Nr. 198) 
und zwar fälschlich unter den nurnbergischen Drucken 
angezeigt: ,,Tabulac radicum extractarum ad fines anno- 
rum conscriptorum, cum demonstrationibus exemplaribus 
pro motibus planctarum ex Aequatorio aucupandis per 
Job. Schoner, math. elaboratac super meridiano Nuren- 
bergensi. Timiripe excusum in aedibus Job. 
Schoneri MDXXIIII. Non. Jul. 4." 

Der Zeit nach der dritte Hausdruck ist der zuerst 
angeführte. Endlich ist noch eine vierte Schrift Schoner's 
bekannt, die aus seiner Privatdruckerei hervorgieng. Es 
ist das im J. 1521 in aedibus Schoner's zu Bamberg ge- 
druckte Aeqvatorivm astron. mit der Angabe: Norim- 
bergae impressum in aedibus Schoneri. Post 
Christi Nativitntcm anno millesimo quingentesimo trige- 
simo quarto sole undccimum gradum Virginis possidcnte. 
2." (Nopitsch in seiner Forts, von Will's Nurnb. Gelehr- 
ten-Lexik.) Den Druck der meisten seiner übrigen 'NN'erke 
be.-iorglen Nitrnlierger Drucker und zwar Joh. Stuchs, 
Georg Wächter, Friedr. Peypus, Joh. Pelrejus, Kuuigundc 
Ilergotin, Job. v. Beig und l'lrich Neuber; einige er- 
schienen ohne .Anirabi' des Druckers. 

Welche Orte .'<inil mit den .Ausdrucken ,,S|Mcnc- 
ochti" und ,, Timiripe" gemeint? Beide bezeichnen 
einen und ileri.-iellien, nllmlirh Ehrenbarli, Kirchehrenliiirh, 
ein Dorf in der Nahe von Forchlicim. Schoner, seil 1 515 



8T 



Aiizeiffer für Kunde dor deutschen Vorzeit. 



88 



Sliflsherr bei St. Stephan in Bamberg-, war uach Heller 
(10. Bericht des histor. Ver. zu Bamberg-, S. 42) von 
1518 — 1525 Pfarrverweser in Klrchehrenbach, von wü 
er im J. 1520 vom Mavjstrnte der Sladt .N'Uriibergr znm 
Professor der Uathemalik an das neu errichtete Gymna- 
sium daselbst berufen wurde. (Vgl. Doppelmair, histor. 
Nachrichten von niirnberg. Mathemniicis, S. 45, auch Jo- 
cher und WilTs, Gelehrten -Le.\ikon.) 



ülblio^rapliic. I.'iil>(*kitiiiil<> Eiiililal tilriicke lit'kniiiiter 

Aiilureii. 

Von Emil Weiler in Zürich. 

(Schluls.) 

D a n i e I H o 1 1 z ni a II . ~ 

Von diesem österreichischen Poeten und Uebersetzer 
des „Spiegels der NiitUrlichen Weisheit" 1571 und 1574, 
des Bischofs Cyrillus, habe ich blos zwei unbedeutende 
Jammerbilder zu nennen, die sich hier vorfinden : 

Ein new kicgiich Lied, von der Schrücklichen Wet- 
ters nott, vnd Wolkenbruch, welliches heschehen zwo 
Bleil wegs vmb Krembs vnd Stein etc. Im Thon: Wie 
man das Lied von Olmitz singt. 1580. 

4 Bl. 8. Am Ende : Wienn, Stephau Crcutzer. 
Christen Mensch zu Herlzen, 
Fo|i du die grosse nott etc. 
Ein New Kläglich Lied Von den 38 Ubcitiitern, die 
Ilaul^Moppcr Gesellsrhafl't gciiandt etc. In Brueder Veiten 
Thon, Oder Wie man das Liedl von Olmitz singt. Wien 
durch Jlicbaeln ApfTel, zum grün Kojil in der Scbuclstras- 
sen. 1584. 

8 Bl. 8. mit Holzschnitt. Am Ende: Cautum est Pri- 
vilegiü. 

Ir Reichen vnd jr .Armen, 
So jr scyt Christen Leut etc. 
Hultzmaii, Burger zu Augsburg, wagte sich einige 
Jahre spStcr an einen höheren Gegenstand und schrieb : 
Spiegel vnd .Anzeigung des Knyserl. auch Konigl. vnd 
Fürstlichen Stands, von ihren Lob, Ely, Wurde vnd 
Wesen etc. Alles in wol Scnndiertc Beimc gemacht. 
Wien, iNccker, 1587. 4. 

von welchem ich nur den Titel kenne. So auch von 
einem früheren Gedichte Il(il(7.man's : 

Kunst der Schreiberey von ilercn vr.^'prung vnd anfang, 

erllndung der Buchdnickrrkun.st. Wien 1581. 4. 

Beide, 80\icl ich weifs, noch nirgends beschrieben, soll- 



ten doch von einem Wiener Bibliothekar in Betracht ge- 
zogen werden. 



Ein iiiiliekniiii<eN «leiif .xrlieH !>irliauii>|ilel Litcrntur. 
de« 15. Jiilii-Ii. i^'"*""- »•»«'»'«• 

Von Prof. Dr. Karl Biirtsch in Koslock und Obernppella- 
tionsralh Frhr. v. Tuclicr in .Munclicn. *) 

Vor einiger Zeit wurde dem germanischen Museum 
eine Papierhandsclirift des 15. Jahrb. geschenkt, die ein, 
so viel ich ermitteln konnte, unbekanntes deutsches Schau- 
spiel enthält. Sie ist in schmal fol. und zahlt 280 Sei- 
ten. Die Verszahl der Seiten ist verschieden: nngefiihr 
läfst sich der Umfang des Ganzen auf 7 — 8000 Verse 
schützen. Es ist also das umfangreichsle unter den bis- 
her bekannten Schauspielen. Aber auch der Stoff, den 
es nmfafst, ist weiter ausgedehnt, als es in irgend einem 
andern Schauspiele der Fall ist. Das Ganze unifaCst näm- 
lich, durch drei Tage hindurch spielend, die Geschichte 
des alten und neuen Testaments von der Erschaffung der 
Welt an bis zur Auferstehung. Der "Anfang laulet : 

(rollij Ineipit Indus de creacioue nuiiidi 
Precursor dicit: 

Nun bort ir her^'n allgemein 

Bayde groji vnd auch klein 

Wir wellen hye aiu gedechtnU|i machen 

Die get zw von götlicheu Sachen 

Wie got der hinielscb schepfer werdt 

Er schaffen lial liiriiel vnd erdt 

Und auch all engeil im liimelschen thron 

Dar zw all stern suii vnd mou 

Auch wie er luciper hat ab gestossen 

9llt allen seinen mit genossen 

Vmb seinen grossen vbcr mul 

Der stecz was hos vnd nymer gut 

Auch wie er macht das parndeis 

Mit laub gras jn maniclier lay wey|J 

Vnd macht adam aus aim ei-den klos 

Alls der seytten enani sein pelgenos 

Vnd vil ander ligur des alten testanieut 

So lang bi|5 sy all haben eiidl 



*) Nlimlich der musikalische Theil, am Schlufs dieses .Vr- 
tikels. — Ansfithrlichcr als es der Kaum des Anzei- 
gers gcslattet, hat llr. Prof. Bartsch unsere llaudsehrifl 
in Pfeiffer'« (ÜTnianin, III, 2<!7 — 207 hcsprorhcn, und 
darnach wieder die Augsh. nllgem. Zeitung, 1858, Beil. 
J.U Nr. 'M3- 



89 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



90 



Auch werdt ir sehen fuipas 

Wie maria ir liebes kiiidt*) genas 

Auch wie die drey kuuig ir opfer (hünt 

Vnd kuiiig herodes kains kindts nit schont 

Viid vil andre stucke mer 

Das g«r lang zw verzellen wer 

Scczt euch nyder vnd schweiget still 

Das ist gancz vnser wil 

Secht die Ggur mit fleisse an 

Das da von gepessert werdt fraw vnd man. 
Dann beginnt das Schauspiel, welches im Himmel 
durch eine Kede des Salvator crulTnet wird. Das alte 
Testament ist sehr kuiz behandelt, nur die wichtigsten 
Momente hervorgehoben. Schon auf S. 35 beginnt die 
Geschichte des neuen Testaments mit Joachim und Anna, 
dann folgt Maria's Geburl und Jugend, ihre Vermahlung 
mit Joseph, dies alles aus dem apokryphischcu Evange- 
lium Mariae , das dem heiligen Jacobus beigelegt wird. 
S. 49 die Geburt des Heilandes. Der erste Tag fuhrt 
die Geschichte Christi bis zu seiner Disputation mit den 
Juden im Tempel zu Jerusalem. Für diesen Theil des 
Schauspiels ist das apokryphische Evangelium von der 
Kindheit Jesu Grundlage. S. 83 schliefst mit einer Nach- 
rede des Conclusors der erste Tag. 
S. 84. Precursor secundo die dicit 

Hort ir hern all gemein 

Bayde groß vnd auch klein 

Wir wellen hie ein gedechtnu[5 machen 

Die gct zw von gotlichen Sachen 

Wie goltes sün ein herr vber alle herren 

An dem crewcz wolt zw stören 

Aller menschen süudt und missetat 

Die adam vnd eua begangen hat 

Dardurch sy gefallen syndt jn die sundt 

Vnd gewesen lang des tewfls kindt 
u. s. w. 
Der zweite Theil des Schauspiels zeigt uns Jesus 
schon als Lehrer aufgetreten und enthält die Leidensge- 
schichte bis zur Auslieferung Christi an die Juden durch 
Pilatus. Et sie ducunt eum de pretorio cum magno stre- 
pitu ad domum anne Conclusor concludit 'i'" diem dicens 
(S. 181). 

Ir seligen cristen lewtte 
Nempt zw herczen hcwtte 
Der mu|J sein gar vcr steint 
Der hewt den ta,^ nicht beweint 
n. s. w. 
mit S. 182 schlicfsend. 

*) lies: irs lieben kindts. 



Der dritte Theil (S. 183^280) enthalt das eigeuU 
liehe l'assionsspiel. Namentlich interessant ist dieser Theil 
durch die vielen eingestreuten lateinischen, auch deutschen 
Gesänge, die mit Jlusikuoten begleitet sind. Aber auch 
schon im zweiten Theile linden sich zahlreiche iMusikslel- 
len eingefügt. Nach der Eröffnung durch den Precur- 
sor beginnt der dritte Tag mit einer Aufforderang .Ma- 
ria's an Johannes, sie zu der Marterstiitle zu begleiten. 
Zwischen die Kreuzigungsgeschichte sind nun die zahl- 
reichen Klagen der Marien eingestreut, die einen grofsen 
Theil des Textes ausmachen. Es folgt die Auferstehung; 
mit der Ueberzeugung des ungläubigen Thomas endet das 
Schauspiel. Der Conclusor concludit totalitter und sagt 
am Schlüsse: 

Ich verman euch das ir euch solt erbarmen 
Vber die schiiller vil armen 
Teylt in ewr Haden auch mit 
Vnd gebt in von den mosanczen grosse schnidt 
Wan sy wolten auch gern Haden packen 
So hat in der hUndt gefressen den quarg mit 
dem sacke. 
S. 380. Gebt in auch von den schultern pein 
Grosse stuck vnd nicht zw klein 
So wellend sy frolich syugen durch alle lande 
Crist ist der standen 

Et sie tota processio tocins Ludi : 
indem die sammtlichen Personen des Schauspiels noch 
einmal an den Zuschauern vorüberziehen. 
(Forlsetzung folgt.) 



Tei«ii<*lilark<<* ^Y'ällr in Ilöliiiicii. 

Prof. Wocel zu Prag hat auf seiner im Auftrag der 
k. k. Central- Commissiun für Erforschung und Erhaltung 
der Bandenkniule im verflossenen Jahre unternommenen 
Heise im westlichen Böhmen Wslle entdeckt, über die 
uns folgende Notiz mitgetheilt wird. 

Etwa zwei Stunden von der Stadt Strakonic erhebt 
sich in der N«he des Marktes Kolowic ein Berg K[i(->,i hora 
genannt, auf dessen bewaldetem Gipfel sich Wüllc hin- 
ziehen, v\elche die Aufmerksamkeil des Allerthumsfor- 
schers in liolirm Grade fesseln. Das hewoldetc llocliplu- 
teau ist nämlich von acht bogenförmigen Ueihen von Wal- 
len durchschnitten, von denen vier an der Nord- und ebenso 
viele an der Südseite sich hinziehen, so dals sie, ellip- 
tische Formen bildend, an der ((.••t- und VN'osIscite zu- 
sammenlreffcn, und zwar in bedeutend höheren, kunstlich 
aufgeworfenen Hügeln, die als Bastionen oder Vorwerke 
der Befestigungsanlage sich darstellen, und von den da- 



hunsl. 

Baukunst 

lU'IViiiipiinffs- 

bltUlcIL 



91 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



92 



selbst lusammenlaurendcn Umwalluncsliriicn durchschnitten 
sind. Der längere Durchmesser der ganzen BeTestigUDg 
betragt von einer Bastion zur anderen etwa eine Viertel- 
stunde. Das Merkwürdigste an dieser durchaus eigcn- 
thiitnlichcn Anlage ist aber, dafs die VVslIe aus verglas- 
ten und verschlackten Steinen bestehen. Noch 
jetzt sind dieselben stellenweise 15 bis 20 FuTs hoch, 
aber groTsentheils mit einer Ilumusschichtc bedeckt, in 
welche die WaldbSume ihre Wurzela geschlagen hatten. 
Die grofslen verglasten Steine belinden sich an den tief- 
sten Stellen der Walle; aufwärts zeigt sich ein Gewülbc 
von porösen Schlacken und Steinen, die nur theilweise 
geschmolzen waren. Man ersieht daraus, dafs die Ver- 
schlackung nicht zufällig, sondern planmafslg entstanden 
war, indem man, um die auf einander gehäuften Steine 
fesler zu verbinden, am Fufse der Walle Holz aufgehäuft, 
dasselbe in Brand gesetzt, und diese Operation so lange 
wiederholt hat, bis wenigstens die Aufsenseilcn der Stein- 
walle zu einer compacten Masse zusammengeschmolzen 
waren. Da nun die Wirkung des Feuers nach unten zu 
mächtiger war als oben, so erkliirt sich daraus die voll- 
kommenere Vcrscblackung der unteren Schichten der Slein- 
masse. 

.Aehnliche verglaste Burgen (vitrified forts) und ver- 
schlackte Walle findet man bekanntlich auch in Schott- 
land : solche Schlackenwälle kommen aber auch in der 
Lausitz vor, wo dieselben für Werke der Sorben -Wen- 
den gehallen werden. Ueberdies mufs erwähnt werden, 
dafs ein verschlackter Wall bei dem Dorfe Bukowec im 
Pilsener Kreise (in Böhmen) sich befindet, auf welchen 
bereits im J. 1837 Hr. Prof. Zippe die Aufmerksamkeit 
der Versammlung der deutschen Naturforscher in Prag 
hingelenkt hat. 



and n. Leute. Alten Stnl iiloiiliiicli ilor ltfirliHH<n<l( iMiiy. 

8UUItcwc.cn. Von Professor Dr. Gengicr zu Erl.ingen. 

(Fortsetzung.) 

2) Wir habint och gcseczt was gclegcns gnls gesl 
vnn vsslut die nit vnser burger sint haut ligind in vnser 
stat oder in vnsren zwingen vnn bannen es syent hus 
akker oder wiscn oder wie es denn genant ist, das sol 
man nu furo für varend gut allweg versliiren vnd ver- 
dienen . was och akker oder wisen in vnsren zwingen 
vnn bllnncn gelegen .«int die sol man nu furo niemant 
der nit burgcr ist ze kofTende gen. (ßl. lUh). 

3) Item wir haben auch ain solich ordnunir vnd ge- 
setzt getan. Wenn vnd als oft es ze schuhleii kiimpt 



das ain schedlicher man hie ze ysni ergrilTen wurd von 
gemains fleken wegen oder wa wir den ergriffen, das 
denn allweg ain stat amman hie ze ysni klagcr vber den 
schedlicbcn man von der stat wegen sin sol vnd wenn man 
in berecbicn wil so sol ain rat an die aillT vorhin ze- 
samen kommen, vnd denn sol ain schriber ir aller riamcn 
an ain sunder brieüin schriben, vnd die briellin alliv in 
ainen hui legen vnd denn sol der amman in den hut un- 
geuerlich griffen vnd ain briellin nach dem andern herufs 
nemen vnd allweg weheis nam des ersten herufs kumbt 
der sol auch der erst sin der vber den schedlichen man 
sweren sol vnd das ander brieDin sol der ander sin vnd 
also für sich vfshin vncz das man der gnug hat zu dem 
rechten es syen denn dry oder siben oder als vil man ir 
bcdarff, vnd vff wen das los also fallet der sol sich des 
nit sperren in dehainen weg . wan welher der war der 
sich des wölt sperren, da sol ain rat vnuerzogenlich vber 
sitzen vnd den darzu halten das er es tu, vnd dennoch ain 
straff vnd pufs vff in legen wes der merer tail denn ze 
rat werden, wan auch die egeschriben Ordnung also er- 
dacht vnd getroffen ist worden als wir den dieb ze Wan- 
gen haben verderbt der zeSwinebach vnd auch im clostcr 
die stök vfif proch^n hell vnd desselben mals den siechen 
ir kelch auch verstolen ward. (Bl. 28 durchstrichen.) 

4) Vrtail von Lindow. Item ob die muter iren sua 
als er abgegangen ist erben soll oder die swester etc. 
Ist ze lindow recht wa es also zeschuldcn kumbt das die 
muter vnd iriv kind des vaters erb mit ain ander tailent 
vnd yeglichs sinen tail ze sinen banden sundert vnd denn 
darnach der kind ains abgat, So erbt die muter das kind 
es wäre denn das dem abgegangen kind bi sinem leben 
dehain erb geuallen wäri von sinen vater magen, dasselb 
erb vnd anders nichtz arbti denn das geswistergit nach 
ir stat recht. (Bl. 38b.) 

5) Es sind drew geswistergitt , da ist ains von val- 
ter vnd von muter, vnd die andern zwey gcschwistergitt 
allain von der niuter. Also band si allew drew ain mu- 
ter gehabt vnd zwen väler, wem das erb zu gebor von 
recht. Declaracio magistri Johannis Schurpf 
desupcr etc. de Const. Ob du person die abgangcn 
ist vnd von ir erb der stozz ist helti verlousscn kind, ald 
(oder) kinds kind vnd «Ifo ymmermer ahzezellint, die gieii- 
ginl für menglieli an dem erb. Item ob die nit sint so arbt 
in der vater vnd mnler darnach eny vnd an, vnd also 
ymmermer vffhin zcllint, vreny vnd uran etc. doch mit 
der besrlinidenhail das brnder vnd swesler des, der ab- 
gestorben ist, von viiler vnd von mnler miterben würint 
mit valer vnd ninter, nid mit enyn vnd anan etc. wie 
doch das ellich lerer sprechint, das prüder vnd swestcr 



93 



Anzeiger für Kuiule der deulschcii Vorzeit. 



94 



von vatter vüd muter milerben syen mit vater vnd muler, 
da aber valer vnd muler vor tod warinl so arbtind ge- 
swistergiU von vatter viid von muter vor etiyn vnd anao 
etc. Item da weder kind noch kiii<lskind elc. ald vater 
vnd muler etc. ensiiid so sind die neclislen erben prüder 
vud swcstern von vatter vnd muter vnd dero kind. vnd ob 
die einvarint so arblinl piuder ald swester vaterhalb nid 
mulerbulb vnd dero kiinl . so die allü enwärint, so wäre 
darnach der nächst erb der in der nächsten lynien wiire. 
(Bl. 39.) Declaracio magistri Johannis Hagen- 
dorn. Es sind dry svveslran, der sind zwo von valter 
vnd von muter, vnd die diit besunder valerhalb, vnd nu 
die ain ufs den zwaineu lod ist, vnd isl die frag welhi 
vnder den lebenden recht zu der swester erb hab. (Spiich 
ich) Isl weder vater noch muter in lib so gehorl der 
toten svvesler erb der ainen swesler die von vater vnd 
muter der loten swester was, vnd hat die ander nit Zu- 
flucht zu dem erb, wer aber das der vater lebti so gc- 
horti im gantz das erb zu elc. (Bl. 30 b.) 

6) Von erbschaft wegen, wie man da erben sol. hat 
rat vnd gemaynd ailff arlikel iu das buch lasseu ver- 
schriben . vnd darüber hat der chorrichter se Co- 
stenz declariert vnd die lute entschaiden nach gemay- 
nen geschribeu kayserlichen rechten, die wil man och 
furo halten vnd daby beliben, wie das verzaichnet vnd 
verschnben isl, vnd och recht darulfsprechen. (Bl. 42a.) 
(Schlufs folgt.) 



Die lelrnxItlMrlieii Ootlien. 

Von Archivar II ersehet in Dresden. 
(Schluls zu Spalte 16.) 

Der Kanonikus Matlhias von Myethow in Krakan (gest. 
1523) ei zahlt in seiner Schrift über die zwei Sarmalien 
(Buch I, Traktat II, Kap. 2), dafs, als die Tartaren nach 
Taurien gekommen, die Fürsten „golhischer Abstammung 
Und Sprache" in das Gebirge gedrüngt und auf das feste 
Blanknp (wenige Meilen sudlich von Bakschisprai) bc- 
schrünkt worden seien. Soviel dann die 1475 erfolgte 
Eroberung der Krim durch die Türken anlangt, bei de- 
ren Darstellung die der Zeit auch nicht fern stehenden 
genuesischen Gescliichtschreibcr Giusliniani im fünften und 
Folielü im eilften Buche, nur der gannesischen I'flanzstadt 
Kaffa gedenken , so versichert Matthias von Myechow 
(a. a. 0,), dafs Mahomcd II damals auch Manknp ein- 
genommen und die beiden noch übrigen GothenfUrstcn 
(Karamsin in der russ. Gcscliidite, Tlieil VI, Kap. 2, kennt 
nur einen, den erJcsaiko nennt), die letzte llollnnng ih- 



res Volks, gelodlet und ,, somit die Gothen in Taurien 
völlig vertilgt" habe. 

Mit dieser letzteren Behauptung steht nun die vielbe- 
sprochene, von Pallas in seinen Keisen in das sudliche 
Kufsland (U, 363) angezweifelte, neuerdings aber von 
Mafsniann in den Monalsberichten der Berliner geograph. 
Gesellsch., Jahrg. 1851 u. 1852, S. 14, in Schulz genom- 
mene Machricht des Niederlanders Augier Gisleu Busch- 
becks, des Entdeckers des berühmten Monuments von 
Ancyia, im Widerspruche. Als kaiserlicher Gesandter bei 
der Pforte iu Konstantinopel sich aufhaltend, zog Busch- 
beck 1554 El kundigungeii über die Gejmanen in der 
Krim ein und bericlitet im vierten seiner Briefe (Basler 
Ausgabe von 1740, S. 303) das Ergebnifs. „Nicht un- 
erwähnt kann ich hier lassen, « as ich öfters von einem 
noch jetzt in der taurischen Chersonesus wohnenden Volke 
horte, welches nach Sprache, Art und Gestalt deutschen 
Ursprung verrathe. Lange hatte ich gewünscht, einen 
dieses Volks zu sehen, möglicher Weise etwas in seiner 
Sprache Geschriebenes zu erhalten. Der Zufall kam mei- 
nen Wünschen entgegen. Zwei Abgeordnete dieses Volks 
brachten, ich weifs nicht welche Klagen vor den Fürsten, 
und meine Dolmetscher, eingedenk der ihnen für solchen 
Fall ertheillen Anweisung, hatten sie ausfindig gemacht 
und brachten sie zum Frühslnck zu mir. Der eine war 
hoher Gestalt und Irenlierzigen Ansehens, so dafs er einem 
Flandrer oder Brabunter glich. Der andere kleiner und 
gedrungener, braun und seiner flcrkunft nach Grieche, 
war jedoch durch hanfigen Verkehr mit der Sprache des 
Volks hinlänglich bekannt, wahrend der erstere im fort- 
dauernden Umgang mit den Griechen die Muttersprache 
vergessen halte. Auf mein Befragen gab er mir will- 
kommene Auskunft über Art und Lebensweise jenes Völk- 
chens : es sei ein kriegerisches Geschlecht, bewohne noch 
immer mehrere Ortschaften und stelle dem Tartarenklian 
bOO Schützen, welche (ur Korntrnppen giilten. Ihre llanpt- 
orte seien Manknp und Skivarin (jetzt Schuren unweit 
Mankup) Noch will ich einige Worte anfuhren, von den 
vielen, welche er mir mitlheilte." 

Bnsrilbeck fuhrt nun einige 70 Worte an nebst Lie- 
deranfOngen, die mphrmals abgedruckt und häufig bespro- 
chen worden sind, znlitzl von Mafsniann in Haupts Zeit- 
schr. für deutsches Allerthnni (Bd. l. S. 204) und daher 
hier nicht wiederholt worden sollen, l ebrigen.'i liilsl 
Buschbeck unentschieden, ob dieser germanische Rest go- 
lhischer Ab.^'tamniiing sei oder sflchsisrher llerkuiifl, lelx- 
lern Falls, wie er meint, durch Karl d. Gr. noch Tau- 
rien vcrpllanzl. 

Die letzten Nacliriihten sind die des Jesuiten Mon- 
dorf in Wien, welcher 1700 dem Geographen Büsching 



95 



Aiizeitrer lür Kunde der deulsclicn \'orzeil. 



96 



(Neue Erdbeschreibung, C. Ann, Th. I, Bd. 3, S. 1C54) 
erzahllr, dufs er von einem liirkisclien Rndersklavcn er- 
fahren höbe, >vie von der UoubU bis zum asowischen 
Meere unlcr Türken und Tataren ein heidnisches Volk 
wohne, dessen Sprache mit der deutschen verwandt sei; 
ingifichen die des Haths Adelung in Petersburg, welcher 
Grater's in Lim Frage nach den Golhenreslcn IT'Jö brief- 
lich dahin beantwortete (GrSter's Uebersetiung von Suhm's 
dänischer Gesch. I, S. 97, in der Anmerk), es sei ge- 
wils, dafs 1744 bis 1750 die letzten Gotheu gänzlich 
ans der Krim verschwunden seien. 

Gegenwartig linden sich, wie Pallas (a. a. 0.) und 
Neumann in seiner Schrift über die Volker Sudrufslands 
(2. Ausg. 1855, S. 101) versichern, genauer Nachfor- 
schungen ungeachtet, keine Spuren golhischer Kesle mehr 
vor. Die jetzigen deutscheu Ansiedelungen in der Nuhe 
Simpheropols : Neusatz, Friedenlhal und Rosenthal, sind 
bekanntlich 1809 entstandeu. 

Das wären die jetzt bekannten Qucllcnstellen über 
die tretra.vitischcn Gothen. Sind sie durflig und unzu- 
reichend, so möge darin eine um so dringendere Auffor- 
derung gefunden werden, in genuesischen, türkischen und 
russischen Archiven nach vollständigeren Nachrichten zu 
forschen. An betrachtender Literatur von Konrad Gefs- 
Der (1555) bis zu Uubois de Montpereux (1843) fehlt 
es nicht; ihrer ist hier absichtlich keine Erwähnung ge- 
schehen. 

Der Name Telra.viten hat noch keine gelingende Er- 
klärung gefunden. Wäre die Lesart einiger llandscill if- 
ten des Prokupios : Trapeziten , die richtige, so wilfde 
die Deutung leicht sein. Der Tafelberg DschatUrdagll in 
der Krim, abgebildet bei Pallas II, S. 3, heifjt btim 
Strahl) VII, 1 : Trapezns, und so wären unter Tropeltlen 
die L'mwohner dieses Berges zu veistehcn. 



Lcbcnswrisc. 

BocIalcVcrbilt- 
nliMc. 

WapiMMi. 



llfralillMrIies« 

Von C. Tri Ullis, lU-chlspraktikanten, in Nürnberg. 

(Schlafs.) 

In dieser goldenen Spitze erscheint eine grllne Schlange, 
die sich in den Schwanz beifst. Auf der Grafenkrone 



stehen 3 gekrönte Helme, von denen der rechte den Lö- 
wen des zweiten, der linke den Luwcn des ersten Fel- 
des einwärts gekehrt und wachsend zeigt, während auf 
dem mittleren Helme der Kitter zwischen dem Fluge her- 
vorwächst. 

In derselben Weise hat auch der Jahrgang 1854 des 
Gotliaer genealogischen Taschenbuchs der gräflichen Häu- 
ser dieses Wappen beschrieben. Dagegen gibt der Jahr- 
gang 1859 dieses Werkes folgende Beschreibung des 
Gj ulaischen Wappens : Schild von Roth und Blau qua- 
driert, mit weifsem Mittelschild, in welchem ein gekrön- 
ter, rechts gekehrter, natürlicher Löwe in seinen Branken 
einen rothgetutterten , mit goldenen Bügeln versehenen 
Stahlhelm halt, auf welchem zwischen einem ofTiieii, golde- 
nen Fluge 3 schwarze Stranfsenredern stehen. Feld 1 
und 3 zeigen etnen einwärts gekehrten, rothbekleideten 
Arm, der in der Faust einen silbernen Säbel mit goldenem 
Griffe schwingt. Im 2. und 4. Felde erscheint auf einem 
spitzigen Felsen eine rechts gekehrte silberne Taube mit 
erhobenem Fluge, auf dem rechten Fufse stehend und im 
Schnabel einen üelzweig haltend. Auf dem Helme, der 
mit rechts golden und blauen, links silbern und wcil'sen 
Decken geziert ist, wächst der Lowe des Mittelschildes 
nach rechts gekehrt hervor. 

Wenn man bei der bekannten Sorgfalt der Redaktion 
dieses Kalenders der Anuahme eines Irrlhums nicht Raum 
geben kann, so mufs man um so mehr bedauern, däfs 
es der verehrlichen Redaktion nicht gefallen hat, die 
(jnelleii unzugeben, auf Grund deren die von allen übri- 
gen NN erken abweichende Beschreibung erfolgte. Ueber- 
zeugt, dafs es blol's dieser .anfrage bedarf, um eine Auf- 
klärung über diesen Umstand zu erhalten, welche um so 
nothiger ist, als die bisher gegebenen Abbilduiifjen die- 
ses \Va|ipens darnach zu berichtigen wären, kann der 
Wunsch nicht unterdrückt werden, sowohl bei erstmali- 
ger Beschreibung der Wappen, als bei deren Berichtigung 
die Quellen hiezu in den für Genealogie und Heraldik 
so werthvnileii Jahrgängen des Gothaer gencalog. Knieo- 
ders zu linden, indem zur Genüge bekannt ist, wie viel 
Herausgeber heraldischer Werke und Freunde der He- 
raldik mit Unsicherheit und Mangel der (Quellen , sowie 
mit deren Widersprüchen zu kampfeu haben. 



(Mit einer Beilage.) 



Vcninlwiirlliihc Rcdaclinn : Dr. Krcih. v. u. z. Aiifscfs. Dr. .\. v. Eye. Dr. ("i. K. Fronunniin. 
Verlag der literarisch -arliitiachen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

U. E. brbnlH'hrhr Hitchdnirkf rel. 



BEILAGE Zni WZEKiER FLR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 

1859. «^=" 3. März. 



Chronik des gernianischoii Musculus. 



Wie versprochen, ist nun auch der Jahresbericht im 
Laufe dieses Monats versendet worden. Wer ihn nicht er- 
hallen haben sollte, — was durch Versehen leicht möglich — 
wolle ihn bei einer Agentur oder dahicr verlangen. Es kann 
uns nur an dessen Verbreitung liegen und deshalb fordern 
wir alle Freunde unserer nationalen Sache auf, dazu beizu- 
tragen, zumal Exemplare genug vorhanden sind. 

Die von dem Hülfsvereine in Berlin zum Besten des 
Bluseums veranstalteten wissenschaftlichen Vorlesun- 
gen, von welchen in der Beilage zuIVunimer2 die Rede war, 
haben bereits begonnen. Aach den eingegangenen Berichten hat 
die erste Vorlesung, welche den 9. März Prof. Dr. Guhl über 
A. Dürer vor einem zahlreichen Publikum hielt, den günstig- 
sten Erfolg gehabt. Freiherr von Ledebur wird am 16. März 
den zweiten Vortrag halten. Es ist höchst erfreulich, in der 
Hauptstadt der preufsischcn Monarchie für un.'icre deutsche 
Rationalsachc solche Ihatkruflige und entschiedene Kund- 
gebungen zu erfahren. 

Nachträglich dem Jahresberichte haben wir zu bemerken, 
dafs im Mai 1858 2.'> Uoll:irs als Ertrag einer von dem pre us- 
sischcn Consul in San Kranzisco veranstalteten Siinini- 
lung für das german. Museum durch den preuls. Gesandten 
Herrn von Grabow in Washington übermittelt wurden. 

Von weiteren, in jüngster Zeit zugesicherten Beitragen 
sind unter andern bemerkenswerth die nun sich mehrenden 
Beitrage der Vereine, z. B. des historischen Vereins 
zu Wurzburg zu jahrl. 10 fl., des literarisch-geselligen 
Vereins in Stralsund zu 10 Thlr., der II a rnio ni e ge.se 1 1 - 
scha fl zu Lindau, der Fre i m aurer löge zu llildburghauscn, 
des literarischen Vereins zu Wesel. Gerade die Cor- 
porationen und Vereine sind geeignet, mit ihren Mitlein, 
ohne irgend eine Beeinträchtigung ihrer speziellen /wecke, 
nachhaltig das gemeinsame Werk zu fördern. Einen Jah- 
resbcilrag zeichnete Se. Erlaucht Graf Kud o 1 p h zu S o 1 nis- 
Laubach zu 5 Thirn., der Magistrat der Sindt Milten- 
berg zu 5 11.; die Gemeindebehörden der Stadt Schlüch- 
tern gaben zum hirchenbaufnnd 5 11. 15 kr. Nach einem 
Berichte der Agentur Nordlingen sind daselbst in kurzer 
Zeil über CO fl. an neuen Jaliresbeilriigen gezeichnet worden, 
— eine Folge des neuen Jahresberichts. 

Das Stadlb.uch von Langcnzcnn, 1.5.30, über dessen 
interessanten Inhalt zum Theil schon in diesem ßlatle berich- 
tet worden (s. Anz. 1858, Sp. ;{02 IT.), hat der Magistrat da- 
selbst dem Museum unter Eigenlhumsvorbehalt uberlat.sen. 

Für die Garten der Karthausc sind von Freunden des 
Museums so viel junge B.'iume, Gesträuche und Pflauzen ein- 
gegangen, dafs wir uns verpflichtet hallen, dies öfl'enllich 
dankbarst anzuerkennen. Die jungen Weinpflanzen aus 



Württemberg und Unterfranken werden hoflenllich an unsern 
alten klostermauern bestens gedeihen. Der gro fse Klos t er- 
keller scheint darauf hinzudeuten, dafs sonst auch der Wein 
hier heimisch war. Vielleicht dürfte sich bis zum 25jahrigen 
Jubiläum ein echt nationales Kellcrfest vorbereiten lassen, 
wenn uns — was wir nur andeuten wollen — die Weinberg- 
besitzer von ihrem trefflichen Weinsegen der letzten '2 Jahre 
je einige Flaschen bis zum 17. August 1877 zur Aufbewahrung 
anvertrauen wollten. 

Im Ikaintenstunde des Museums sind nachsiehende Ver- 
änderungen eingetreten. Maler J. Eberhardt aus München 
wurde als Inspektor der artistischen .\nslalt angestellt. Dr. Joh. 
Falke, bisher l. Sekretär, ist als Conservator der Biblio- 
thek in die früher vom jetzigen Professor Dr. K. Bartsch in 
Rostock bekleidete Stelle und der seitherige II. Sekretär 
E. Ilektor in die des I. Sekretars eingerückt. Dr. A. \n- 
dresen, bisher Conservator .ier Bibliothek, ist zum General- 
repertorium als Inspektor desselben versetzt worden. II. Ott 
aus iVurnberg, dem Fondsadministralor als Kassier beigegeben, 
hat zugleich die Regieverwaltung übertragen erhallen, deren 
bisheriger Vertreter, G. Rüll, jetzt als II. Sekretär fungiert. 

Ein neuer Verlust für unsere .\nstalt ist in dem Tode 
des so thatigen und verdienstvollen .Mitgliedes unseres Ver- 
waltungsausschusses, des k. pr. Steuerinspektors C. Becker 
zu M ürzburg, zu beklagen. 

In Schriftentausch mit dem germ. .Museum ist neuerdings 
der historische Verein für Erniland in Braunsberg 
(l'rculsen). 
^der Muscums-Verein für Vorarlberg zu Brcgenz 
getreten, und zur Abgabe von Freie.xemplaren ihres Verlags hat 
370. die Ilofhuchdruekerci von F. W. Gadow u. Sohn 
(Inhaber : Emil Gadow) in llildburghauscn 
sich bereit erklärt. 

Eine neue .\genlur ist in IN'eusIrelitz errichtet worden. 

Für nachstehende Geschenke sagen wir besten Dank : 

I. Für das Archiv. 

Strebel, Bauunternehmer, zu M orins : 

1151. Gerichtsbrief des (lerichls zu Pfcdcrsheim für G. Rein- 
hard zu Worms über etliche Gillcn. 1004. Pgm. 

1152. Zeugniis d. Mich. Ilnlbniaier für G. F'rey aus Mnria- 
slcin über dessen eheliche Geburt. 1070. l'gni. 

O. Eberlein, Professor, zu Nürnberg : 
115.'!. l''i:i<.Miii nl i Ines (lillliuches aus d. 11. Jahrb. aus d. Ge- 
gend \ou Hogiii.-burg. Pap. 
Sig^mund von Fraun, k. b. Ilauptm., zu Nürnberg : 
1151. Zeugiiifs d. :Vnna Brauchin zu Nürnberg für Job. Ad. 
May aus Strafsburg über seine Lehrzeit. U^'J. Tgin. 



99 



Anzeiger für Künde der deutschen Vorzeit 



100 



Dr. Märcker, geh. Archivrath n. Ilausarcliivar, zu Berlin: 
ll.'..'i. Kt■^l■^li\ linrus.'iico-Gcrmanifa, II. Thcil. ll.Jalirli. I'np. 

Birkner, Pfarrer, zu Nurnberg : 
llöü. Leiieiibricf d. Blarkgr. Georg von BranJcnbiirg fiir Ca- 
spar von Kronhofen nb. Adlitz. 1528. I'gni. 

1157. Lehenbrief d. Bischofs Weigand v. Bamberg für Cnsp. 
V. Kronhofens Kinder üb. hl. u. Gr.-Neiises. 15.')5. l'gni. 

1158. Lehenbrief d. Bischofs Georg v. Bamberg fflr l'hrisr. v. 
Fronhofen iib. hl. u. Gr.-Aeuscs. 1557. Pgni. 

1159. Lehenbrief d. Bischofs Veil v. Bamberg filr Peter v. 
Fronhofen üb. Gr. u. Kl.-Neuscs. 15G2. Pgm. 

1160. Lehenbriff d. Bischofs Veil v. Bamberg fiir Christoph 
v. Kronhofen üb. (ir. u. Kl.-Keuses. ].5()7. Pgni. 

IIÜI. Lchenbrief d. Grafen Job. v. Schwarzcnberg für Hans 
Phil. V. Scckendorf über 2 Güter. 1583. Pgm. 

11G2. Lchenbrief d. Bischofs Neidhard v. Bamberg für Hans 
PhiL V. SecUcndorf Ob. 3 Güticin. 1.592. Pgm. 

n. Für die Bibliothek. 

J. E. 'Wocel, Universilalsprofcs^ior, In Prag: 

6821. Ders. , d. Kirche des chemal. Cisterc. Konnenlilosters 
l'ortii eneli /n Tr..riowie, 1859. 4. 

Böhmisches Museum in Prag : 

6822. Uass., Pamiitliy. Kedaklor K. V. Zap. Dilu IH, seSU 4. 
1858. 4. 

K. Studienrektorat in Hof: 

6823. Chr. Wurm, Bcitr. z. Begriindg. e. deutseh. Philologie. 
3 Progr. 1811. 45 u. 48. 4. 

Dr. F. Ii. Hoifmann in llamliurg : 
682 J. Ders., deux leilres de Laevinus Torrenlius i'i Etiennc 
Pi;;hius. 8. 

Ein Ung^enannter in Nürnberg: 

6825. Joh. Schoner, Snpheae recenliorcs doclrinae patris .\lirv- 
sahk A/archelis. 1.525. 4. 

6826. (irundlliehe vrsach der yetz schwebenden KriegpleufT, 
vnnil wie sich darinn zu halten scy. 1516. 8. 

Haaf, Schulthcifs, in Oberrolh (Würllcnib.) : 

6827. Thealrvm Belli Gallo Bavnrici. Anno 1703. Papicr- 
linnilsrhr. mit Pllincn. <|U. 2. 

Fr. Hurter'.sche Bnchh. in SchafThaiisen : 

6828. K. Hiemer, d. tinfuhr. d. Christenlh. in d. deutsch. 
Landen. 1. Theil. 1857. 8. 

Dr. I.. F. Hesse, llofralh u. Bibliothekar, in Rudolstadi : 

6829. Hers., lieseb. d. Kl. Pnulinzclle. 1815. 2. 

68.30. Der»., Gesch. d. Schlosses Blankenbnrg. 1820. 2. 
6S-;l. J. I.. II •. Uli. d. fhnraKler hMiser (Jimlhers. IT'^l. «. 

Königl bayer. Akademie der 'Wlssensohaften 
in Manchen : 
6832. Dies., Abhandl. der pliilos.-philolng. Classc. VIII. ßils. 
a. Ablh. 18.58. 4. 
Verein fUr Oeschichte und Alterthnmskunde 

in Kr.inklurl ^ M. : 
68.33. Der.«., .Milihrihingin. Nr. 2. 1H58. 8. 
6834. ArchiT f. Krankf. C.rirh. ii. Kumt. H. Heft. 18.58. gr. 8. 



6835. Neujahrs-Blatt. Dorf u. Schlofs Rödelheim v. Ur. L. II. 
Euler. 1.8.59. 4. 
Societe royale des antiquaire'ä du Nord in Kopen- 
hagen: 
683C. S. SL le Roi Frcd«5rik VII., sur la construction des sal- 

Ics, diles des gi^ants. 1857. 8. 
68.37. Socield roy. des anli<|H. du Nord. 1858. 8. 
Direktorium des Catharineums in Lübeck : 
0808. W . Maiitel.<, ulier d. beiil. allestcn Lüb. BUrgermatrikcIn. 

185-1. 4. 
6839. Ders., Herr Thidemann von Gii.struw, Btlrgermcisler d. 
Sladi Lübeck. 1858. 4. 
J. C> Hinrichs'scbe Buch- u. Landklidl.. in Leipzig: 
G810. J.\^^]^lu^ (1. (Juellen d. gemein, siichs. Kecbles. 1846. 8. 
6841. Die (iull-Thoris Saga. Hrsg. v. K. Maurer. 1858. 8. 
Trowitzsch & Sohn, llofbuchdruck., in Frankfurt a'O.: 
6812. .MonaLsehrill f. Deutsch. Strtdtc- n. Genieindcwesen, her- 
ausgeb. V. A. Piper. Jiihrg. V. lieft 1 u. 2. 1859. 8. 
Dr. F. A. Reufs, qn. rrofessor, in Niirnberg: 

6843. Ders., Volksaberglauben, Lieder, Gebete, Sprichwörter 
u. s. w. aus Kriinken. Hdsehr. Material. ;56 Bltlr. 4. 

Rektorat des Gymnasiums zu Vechia : 

6844. Iseko, d. Kampf der Weifen u. Huhcnstaufen. Einleit. 
n. 1. Abschn. 1857. 4. 

Herder'sche Verlagsbuchh. in Kreiburg i. Br. : 

6845. Jos. Bader, Badisehc Landeseeschichtc. 2. Autl. 1834. 8. 
68-16. J. Ed. Jörg, Dcutscblanil in der Revolutions- Periode 

V. 1.522- 2(;. 1851. H. 
Königl. Studien- Rektorat in .\mberg: 

6847. Rixner, v. d. Entslclien d. Gelehrten- Schule zu Am- 
berg. 1831. 4. 

6848. Leonh. Seiz, v. d. Rechte d. Uomcapitels, wahrend d. 
Scdisvacanz weihen zu lassen. 1833. 4. 

6849. L. Lang, des Aeschylus Prometheus u. Goihe's Kaust. 
1856. 4. 

O, Braun'sebe lloriiuelih. in Karlsruhe : 

6850. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins. Iler.iusg. v. K. J. 
Mone. 10. Bd. 2. Heft. 1859. 8. 

J. J. Trost, Kalb, Professor u. BihliolheKar a. d. kniserl. 
Akademie der bildenden Künste, in Wien : 

6851. Ders., der llmbati der oberen Pyramide des Wiener 
Stcphanslhurmes. 1813. gr. .1. 

6852. Ders., d. Proportiouslehrc Durer's. 18:59. gr. 4. 
Fincke'.sehe Buchh. (G. K. Schmidt) in Hildesheim : 

6853. K. W. .\ndreno, (^hronik d. Kcsidenzsiadl Hannover. 
Hannover. 2.-4. II. li. 1859. 8. 

A. Back, Lehrer, in /eilitzheim : 
GH5I. .\. A. Schellenberger, (!esch. d. Pfarre zu U. L.Frauen 
in Hnmberg. 17.S7. S. 

Verein fiir nassauische Alterthumskuude und 
Oeschichtsforschuug; in Wiesbaden : 

6855. II. Bar, iliploni. (iesch. d. Abtei Eberbach. Herausg. 
V. K. Kossei, Bd. II. 2. Heft. 18.58. 8. 

6856. K. Rössel, d. Siegel d. Abtei Eberbach im 13. u. 14. 
Jhdt. 1858. 8. 



101 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



102 



Dr. Carl Schmidt, l'rorcssor, in Straisburg : 
G857. Uulman Mcrswin, cl. Buch v. d. neun Felsen. Ueraugg. 
von fiirl Siliniiilt. 1859. 8. 
Job. Hohenreuther, Gerichlsaccessisl, in Worms : 

6858. Ders., kunslgeschichil. Darslell. des üoines lu Worms. 
1857. 8. 

Väcealav Grolmus in Prag: 

6859. Uers., Posk-dni bo/.iste cernobohn s runami na SkalsUu. 
1857. 8. 

Karl Primbs, KechtspmKtiUanl, in Nürnberg: 
6800. I'h. J. barrer, MenimingtT hronik. 1805. 8. 

6861. M. Keyerabend, des ebenial. Reichssliftes Otlobeuren 
samnill. Jahrbücher. 3. u. 4. Bd. 1815 — 16. 8. 

G. Senfft, Cameralpraklikanl, in Jlersbruck : 

6862. II. Hünling, itini-rarivm novi lestamcnti. 2 Thle. 1589. 

2. Mit desselben Schriften: 1) über das Buch Josua, 
2) de nionetis et mensvris sacrae scriptvrne. 1589. 2. 

Direktorium des herzogl. Carlsg'ymnasiums in 

licinhuri; : 

6863. V. Ileinemann, Aeneas Sjlvius als Prediger c. allgem. 
Kreiiz7.uges. 1S55. 8. 

Kg'l. Studienrektorat in Dillingcn : 

6864. M. Fcriig, Magnus Felix F.nnodius u. s. Zeit. 1. Ablh. 
1855. 4. 

6865. Ders., Magnus Felix Ennndius' Lobrede aufTheodorich 
d. Gr. 1858. 4. 

6866. K. Pleilner, des Qu. Valcriüs Calullus Ilochzcitgesänge. 
18.")8. 4. 

laUdw. Zapf, Redacteur, in Münchberg : 

6867. Ders., die Spuren d. Iieidn. Cullus im Fichtelgebirge. 
Papicrhandschr. 3 Blatter. 18.59. 

Äug. Speyer, Buchh., in Arolscn : 

6868. J. A. Th. L. Varnhagen, Grrindl. d. Waldeckischen Lan- 
des- u. Rcgenten-esch. 2. Bd. 18,53. 8. 

Cbr. Fr. MüUer'sche Horbuchh. in Karlsruhe : 
Gbü9. J. Ch. F. Bahr, Gesch. d. Rom. Literatur. 1. u. 2. Bd. 

3. Aufl. 1844—45, u. 1.-3. Supplemcntband. 1836— 
40. 8. 

6870. Fr. Dittenberger, Darslell. d. Grolslierz-ogth. Baden. 
1825. 8. 

6871. E. Münch, Erinnerungen, Lebensbilder u. Studien e. 
Icutschen Gelehrten. 3 Bde. 1836 — 38. 8. 

6872. A.J.Schütz, Nachricht üb. d. Kurort i. .1. Hub. 181,3. 8. 

6873. C. du jarris de la Roche, Gesch. d. Taktik. 2 Bde. 
1840. 8 

6874. C. W. Frühner, Karlsruher Namenbuch. 1856. 8. 

6875. H. Hübsch, in welchem Style sollen wir bauen? 1828. 4. 

6876. Die merkwürdigsten Lcbensumstilnde des Dr. M. Lu- 
thers. 1817. 4. 

6877. P. Weber, die golh. Kirche zu Ticfenbrnnn. 1815. 8. 

6878. Niederländisches Museum. 1.-4. Hfl. 18.37-39. 8. 

6879. Walchncr, Bischof Otto von Sonnenberg. 1818. 8. 

6880. A. Bingner, Literatur üb. d. Grofsherz. Baden von ca. 
1750—185-1. 18.54. 8. 



6881. II. Schreiber, Handbuch für Eisenbahn -Reisende durch 
Baden. 1846. 8. 

6882. J. N. Müller. Badenweiler. 1841. 8. 

6883. Ph. Roder v. Diersburg, d. Markgr. Ludw. Wilh. v. Ba- 
den Feldzüge wid. d. Türken. 2 Bde. 1839—42. 8. 

6884. Ders., Kriegs- und Slaatsschriften d. Markgr. Ludw. 
Wilh. V. Baden üb. d. span. Erbfolgekrieg. 2 Bde. 
1850. 8. 

6885. C. F. Nebenius, d. deutsche Zollverein. 1835. 8. 

6886. R. Gerwig, d. .Vnlage c. neuen Wasserltilung f. Karls- 
ruhe. 1858. 8. 

6887. Erinnerungen aus d. Feldzilgcn 1806 bis 1815. 18,54. 
8. (v. Dr. Wilh. Meier.) 

6888. A. V. Gölcr, die Kämpfe bei Dyrrhachium u. Pharsalus. 
1854. 8. 

6889. Ders., TrefTen bei Ruspina. 1855. 8. 

Dr. jur. Friedr. Lor. Hoffmann in Hamburg: 

6890. J. Weucker, apparalus et insiruclus arcliivorum. 1713. 4. 

6891. Ders., collecta archivi et cancellariae jura. 1715. 4. 

6892. J. D. Köhler, leutsche Reichs -Historie. 1737. 4. 

6893. J. Fontanini, vindiciae anti(]uoruni diplomalum. 1705. 4. 

6894. Ch. A. Salig, de diplvchis vctervm. 1731. 4. 

689.5. J. Eisenhardt, de ivrc diplomatvm. Edit. tertia. 1757. 4. 

6896. L. A. HaccUhel, de diplomate svpposititjo qvo Vlmann 
coenobio Avgiensi donatam assertvm fvit. 1755. 4. 

6897. Ch. W. Büttner, Vergleichungs-Tafcln der Schriftarten 
versch. Völker. 1. Stück. 1771. 4. 

6898. Ph. W. Gercken, Anmerkungen üb. d. Siegel. 2 Thle. 
1781—86. 8. 

6899. J. F. Joachim, Einleil. z. teutsch. Diplomatik. 1718. 8. 

6900. G. G. Trombclli, la diplomatica. 1780. 8. 

6901. J. Quistgaard, index chronologicvs sistens focdera pacis. . 
a rogihus Daniae et Norvegiae nc comit. Holsaliae 
inila. 1792. 8. 

Cesellscbaft zur Berörderung des Ackerbaues, 
der Natur- und Landeskunde in Brunn: 

6902. Dies., Millheilungen. llauptrcil.: 11. C. Weeber. Nr. 
27—52. u. Notizen-Blatt. Red. v. Ch. dElvert. Nr. 7 
-12. 1s.-,8. 4. 

Dr. Ii. Adelmann, Fabrikant, in Würzliurg : 

6903. Bayerische Trachten. Mittelfranken. Ilerausg. v. L. 
Adelmann. 1858. 4. 

6904. A. Geist und Contzen, Burgruinen Unterfrankens. Her- 
ausg. v. L. .\delmann. 1. u. 2. Liefg. 18,58. 2. 

6905. Rfickerinncrungen »n das Exirapostreisen. 0. J. 4. 
Reinbold, Gastwirth, in Nürnberg : 

G9U(). J. .Malhcsius, Historien, von . . Luthers, .Anfang, Lere, 
Leben. . 1580. 4. 
O. Tbäter u. "W. Oatermeyer, Lehrer, in Lindau : 
0907. Seil. >lniisliT. (Dsniii^raplii y. 1572. 2. 

Polytechnischer Verein in Wurzlinrg : 
6908. Her,, WiMliiriMhnli. Nr. 49-52. li<:>S. u. Nr. 1—5. 
18,59. 8. 
Dr. Reinh. Beobstein in Nürnberg : 

C9(»9. Ders., die dnilsrh. Thilologie. 18,59. 8. 



103 



Anzeiger für Kumle der (icutschen Vorzeit 



104 



Dr. C- B. A- Fickler, Professor, in Mannlicim : 
COl'J. Dirs. , IJuillen ii. Forsihungen zur Gestli. Schwabens 
II. <l. (Ist-Schweii. 1X5'.>. i. 
O. Eberleln, Lehrer an d. Kunsischulc, in Nürnberg : 
6911. Ct. J. Keller, d. alldeutsche Baukunst. Gedicht. 0. J. 8. 

Brodtmann'^iche Budih. in SchnlThausen : 
C912. Kit- Schweiz. Jlonalschrifl. Ilerausg-. v. L. Eckardt u. 
r. Volinar, I. Jahrg. Nr. ]l>. u. U. Jahrg. 1 u. 2. 
18.58—59. 4. 
Schlesing'er'schc Buch. u. Musikh. in Berlin : 
6913. M. .Mi-\ir. Handbuch d. fiesch. d. FeucrwalTcn-Technik. 
1835. 8. 
J. J. Lentner'sche Bnihh. (E. Stahl) in Miinclicn : 
691-1. Jul. iJrofce, d. deutsche allgeni. u. bist. Kunst-Ausstel- 
lung zu Jlilnchen i. J. 1858. 1859. 8. 
Ignaz SeeloB, Maler, in Bozen: 
G915. J. I.adiiriior. licilr. z. Gesch. d. Pfarrkirche von Bozen. 
1851. S. 
Historischer Verein für Ermland in Frauenburg: 
6910. Der.-.. Zcilschrill. Ilcrau.^g. v. l). Eichhorn. 1. Heft 
1858. 8. 

6917. Per.'!., Monumenla hisloriae Warmiensis, bernusg. von 
C. I' Wolky u. J. M. Saage. 1. Lief. 1858. 8. 

Dr. Jos. Bender, Oberlehrer, in Braunsberg: 

6918. Ders., üb. Urspr. u. Heimath der Franken. 1857. 4. 
J. G. Cotta'.-^che Buchh. in Sliillgarl : 

6919. W. II. Ilichl, d. iNalurgesch. d. Volkes. 1. Bd., 4. Aufl. 
2. u. ;i. Bd. 5. Aufl. 1857-58. 8. 

6920. Ders., d. Pfiilzer. 2. Abdr. 1858. 8. 

6921. Ders., Cullnrstudien. 18.59. 8. 

6922. J. F. Böhmer, additam. scc. ad reg. imp. inde ab a- 
121*; us.|ue ad l.Ji;i. 1857. 4. 

6923. C. GrUneisen, de proteslantisnio arlibus haiid infcslo. 
1839. 4. 

6924. Der Bodensee u. s. Umgebungen. 3. Abth. 1856—57. 8. 

6925. Kolhonib, hist.-dipinm. Darslell. der Völkerrecht!. Bc- 
griindnng d. Kflnigr. Belgien. 18.'J6. 8. 

Dleterich'.^cllc Buchh. in Gdtlingen: 
692ij. G. Wailz, Schleswig-Holsteins Gesch. 2. Bds. 2 Hft. 
1854. 8. 

6927. \V. Havemann, Gesch. d. Lande Braunschweig u. Lüne- 
burg. 2. u. 3 Bd. 1855 u. .57. 8. 

6928. J. W. Wolf, hess. Sagen. 1853. 8. 

6929. Diplom. Cnrrespondenz aus dem J. 17.59 u. 17G0, betr. 
der Bestraf, u. Ausweis, der Jesuiten aus Portugal. 
18.50 8. 

6930. W. Havemann, Dnr.stell. a. d. Innern Geach. Spaniens. 
1850. 8. 

6931. H. Hittcr, die chrisll. Philosophie. 1. l!d. 18,58. 8. 

6932. K. Hneck, röm. Gesch. 1. Bd. 3 Abth. 18.50. 8. 
693.3. Philologus. Hcrausg. v. Ernst v. Leutfch. 11 Jahrg. 

bis I.i. Jahrg. 1.-3. Heft. 1856-58. 8. 
6934. H. Ewald, Gesch. d. Volkes Isrncl. 2. Ausg. 6. Bd. 
1858. 8. 



6935. Ders., Jahrbuch, d. biblisch. Wissenschaft. 8. u. 9. 

Jahrb. 1857. 58. 8. 
69.3i;. N. llocKcr. Fnnicnbilclcr. 1858. 8. 

Bibliog'raphisches Institut in Hildburghausen : 

6937. Die Manner d. Reformation. 1.— 12. Lief. 1858. 2. 
Schmidt & Spring, Vcrlagsbuchh., in Stuttgart : 

6938. A. I.cwald, dcul..;chc Volks -Sagen. 184.5. 4. 

G939. K. llolTmann , Kriegsbilder aus aller und neuer Zeit. 
1857. S. 
Franz Köhler's Buchh. (Karl Aue) in Stuttgart: 
6910. F. F. Faber, d. Wurtlemb. Familien-Stiftungen. 22-24. 
Lief. 1858. 8. 
Jos. Mar. Wagner in \>icn : 
G911. J. ]•:. Sclil,i;;cr. Georg Kafael Donner. 1848. 8. 
G94-_'. Ders.. iih. d. Gesch. d. Wiener Hofnarren. (1849) 8. 

Bauer & Raspe, Verlagsh. (Jul. Merz), in Nürnberg: 
G943. Zeitschr. f. d. h'ullurgesch. Herausg. v. Job. Müller u. 
Joh. Falke. Miirzheft. 1859. 8. 
Ign. Petters, Gymnasiallehrer, in Lcilmeritz : 

6944. Ders., Bcilr. z. Dialekt - F'orschiing in Nord - Böhmen. 
18.5S. 4. 

Gg'. Senfft, Camcralpraklikanl, in Ilorsbruck : 

6945. Cypr. V. Leowilz, Beschreib. . . . der gross, zusammen- 
kunfl'l der oberen Planeten. Mit Prognost. 15G4. 4. 
Defecl. 

G946. Grundl. bericht deren vrsaclien, warumb die Cliur vnd 
Fun-ilen . . der Augsb. Confcss. zugelhan. 1564. 4. 

6947. Kurtz. Auszugk d. ,\nkunlTt . . . aller Holie- Meister des 
deudschen Ordens in Preussen. (1564.) 4. 

6948. Mich. Schweiger, Chronica . . . der Stad Amberg. 
1561. 4. 

6949. Zach. Locliner. Probier-Biichlein. 15G1. 4. 

6950. Ders., zwey Büchlein der gerechneten Schlachtordnung. 
15.57. 4. 

6951. Hier. Weiler, ein .\nrslegiing, aulT die Hymlischen 
F'ewerzevchcn , so erschienen . . im DorlT Rcychenaw. 
(1.56.5.) 4. 

69.52. Pasquillus. Ncwe Zeytiung vom Teiitfcl. ISIG. 4. 

6953. Joh. Hebensireidt, Artzney-Schulz wider die Pest. 15G4. 
4. Titel fehlt. 

Christian Kaiser, Bmlih., in Miinchen: 

6954. S. liaiiinanii, (icsch. d. .Marlies Miirnau. 1855. 8. 

6955. L. Bockliigcr, über formelliilcher. l.S:5.5. 8. 

G95o. Ders., über einen ordo judiciarius, liL-^her dem Joh. 
Andril lugeschr. 1855. 8. 

6957. Ed. Kraufsold, z. Lehre vom Eid. 1857. 8. 

6958. 0. V. Theodori, (Ib. d. Interdict d. rflin. Rechts. 1858. 8. 

6959. G. V. Lercheiifeld, d. altbaier. Ihndsiand. Freibriefe. 
Mit Einl. v. L. Rockinger. 1853. 8. 

69G0. Reisen d. Johannes Schillberger, herausg. v. K. F. Neu- 

mnnn. 18.59^ 8. 
69GI. I'. I'ranll. d. Philosophie in den Sprichwörtern. 1858. 4. 

Dr. Gareis, .\dvokal, in Deggendorf: 
6962. R. Miticrmuller, das Kloster Metten und seine Aebtc. 

185G. 8. 



105 



Anzeiger für Kunde der deulschcn Vorzeil. 



10(j 



Dr. med. H. Holder in SiuUgari : 

6963. Lor. Burre, cy« new wundarizneybtichlein. 1530. 8. 

6964. Joann. Charctanus, Wuudartzncy. 1534. 8. 

6905. Artzncy liuchleio, wider allerlei kranckeytcn. 1530. 8. 

6966. .Vpotek für «leii gemeinen man. U. J. 8. 

6967. (Ju. .\pollinarius. von allerley gcbreslen dcfs Magens, 
Leiiern elc. 1546. 4. 

Dr. T. Märcker, geh. .Vrclüvralh und k. Ilausarcliivar, 
in Berlin : 

6968. Ders., d. Korlbliilitn des llolien/.olIer-Stammes. 1859. 8. 
H. R. Sauerländer'S Vcrlags-liuelih. in Aarau : 

6909. JI. Lulz, Iland-Le.xikon d. Schweizer Eidgenossenschaft, 
herausg. v. A. v. Sprecher. 2 Bde. 1850. 8. 

6970. F. J. Slaldcr, Versuch e. Schweizer. Idiotikon. 2 Bde. 
1812. 8. 

6971. Ders., d. Landessprachen d. Schweiz. 1819. 8. 

6972. F. li. Bronnor, abentheuerl. Geschieh. Herr. Werners 
von Urslingcii. 1828. 8. 

6973. J. J. Stolz, Ulric'li V. Hütten geg. Desiderius Erasmus 
etc. 1813. 8. 

6974. II. Zschokkc's ausgewählte histor. Schriften. In 10 
Thiu. 2. Aufl. 1830. 12. 

6975. J. Venedcy, d. Pataria im XI. u. im XIX. Jhdt. 1854. 8. 
0976. F. Kortiim, Kaiser Friedrich d. c. 1818. 8. 

6977. F. II. Bronner, Anicil., Archive u. Uegistraluren einzu- 
richten. 1832. 8. 

6978. R. Feer, üb. d. Bisthum Basel in Bezug auf d. Kanton 
Aargau. 1828. 8. 

6979. J. J. Frikarl, l'eitr. /.. Gesch. d. Kirchengebrauche. 1846. 8. 

6980. Verhandl. d. Helvetischen Gesellsch. 1841—43. 8. 

6981. Der neue Freidank. 1838. 8. 

6982. F. Ileldmann, d. drcy ülteslen geschichll. Denkmale d. 
teutsch. Frejmaurcrbrudersehaft. 5819. 8. 

6983. J. F. Hebel, allcmannische Cedicble. 9. Aufl. 1852. 8. 

6984. Uom gegeniiber dem l'rotestanlisnius. 1838. 8. 

Dr. Stauding-er in Cadolzburg: 

6985. (umeindeordnnng zu Wacliendorff. Abschrift. 2. 

6986. Der tümein Ordinnng zuo Fürth Anno 1497 Vestge- 
richl. Ab-ichriri. 2. 

Gerstenberg'sche Buch-, Kunst- u. Musikh. in llildesheim : 

6987. F. A. Klinkhardt, d. Recht d. Ilildesheim. kalhol. Geist- 
lichkeit. 1838. 8. 

III. Für die Kunst- und Alterthunis- 
sammlung. 

Dr. G. C. F. Lisch, erolsb. meklenb. Ardiivr.itli, zu 
Schwerin : 

2714. Stammtafel des grofsh. Hauses Jlcklenburg-Schwerin, 
vcrfarst vom Herrn (ieschenkgeber. 

Ungfenannter in Nürnberg : 

2715. Rothseidenes gesticktes Altartuch vom 16. Jhdt. 

2716. Grablegung Christi, Gypsabgufs nach einem Bronccre- 
licf vom 16. JhdI. 



H. Sondermann, Landgerichtsassessor, zu Munchberg : 

2717. 4 bayer. Silbermunzen vom 12. Jhdt. 

2718. Handleinspfcnaig und eine Salzburger Silbermünze v. 
15. JhdI. 

2719. Hiiini.^chc Kuipfcrmünze. 

A. Reichel, K^iufjuann, in .Munchberg : 

2720. Kcmpicner Silberniunze von 1555. 
A. Sandner, Kaufinann, in Munchberg: 

2721. Römische Kupfermünze. 

Chr. Schneider, Fabrikant, zu Munchberg : 

2722. 2 Srhwiizir und 1 .Vugsburger liraclcnl v. l.i. Jhdt. 

2723. Sehwarzpfennig u. kl. Augsburger Silbermünze vom 
M. JhdI. 

2724. Jeton u. kl. öslerr. Silbermünze vom 10. Jhdt. 

2725. 5 gröfscre Silbermünzen vom 17. u. 18. Jhdt. 
2720. 2 vergoldete Silbermunzen vom 17. u. 18. Jhdt. 
272V. 2 Bronceniedaillen vom 18. Jhdt. 

A. Back, Lehrer, zu Zeilitzheim : 

2728. Siegel der frankisch. Reichsritterschaft Orts Steigerwald, 
18. Jhdt. 

Reinhold, Gastwirth zur Krone, in Nürnberg : 

2729. 2 Blatter mit Darstellung von Jahreszeiten, Kupferst. 
nach H. Bol. 

Krämer, Bczirksralh, zu Kürnberg: 
27oO. Ein Schlüssel vom 10. Jhdt. 

W. Schmidt, Buchhändler, in Nürnberg : 
2731. Bleinuiiailic auf die Theurung von 1771 in Sachsen. 

Dr. DietZ, Professor u. prakt. Arzt, zu Nürnberg: 
27.'_I2. Stralsburger Silberniunze vom 10. Jhdt. 

Ungenannter in iSurnberg : 

2733. 28 aslronom. Tafeln von G. llartmann in Radirung und 
e nc in Holzschnitt. 

E. Förstemann, Professor, in Nordhausen : 

2734. 1 grall. Slolbergischer Bracleat und 3 der Stadt Nord- 
hausen, vom 13. Jhdt. 

Ig;n. Seelos, .Maler, in Botzen : 

2735. „Kouig .Malhias Corvinus' Pokal'', Farbendruck d. k. k. 
Hof- und Slaalsdruckerei. 

2736. Ansicht der projcit. k. Burg in Wien, Tondruck. 

2737. Portal der Schlulskapelle von Prusels, BIstflzchg. 
Jos. Maler, haulmann. in Bolzen : 

27.';h. I lii ii;iiiiilrii(llrungeu von .\ng. Kaufmann. 

Severin Müller, .\rchivconservaIor am germ. Museum: 
27.(9. Salzburjjer halber Dukaten von 1608. 

Chr. Handsohuch, .\rchivgchulfp am germ. .Museum : 

2710. Pfennig von Miiria Theresia. 

Fr. Bleicher, Kaufmann, in Nürnberg: 

2711. I'.:i>r. ili:.lir von 1571. 

V. Kraatz-Koschlau, Lieutenant im 2. Uragoncrrcgi- 
mcnl, in Laiidsberg a W. : 

2742. 2 Thorner Silbermunzen vom 14. .IhdI. und 1 fchwcd. 
Silberniunze vom 17. Jhdt. 

2743. Sachs. Silbermunze von 1094, uud bcig. Silberniunze 
vom 18. Jhdt. 



107 



Anzeiijcr lür Kunde der ilciitscticn Vdrzeit 



108 



2711. '2 Ku|)firniünzcii vom 18. Jhdl. 

Ii. Frhr. v. Ledebur, kgl. preiifs. IlauiJlni. a. I).. I)i- 

reklor d. kgl. Kiinstk. u. s. w.. lu ncriin : 
2745. (iultapcrchaabdruck der Ortsäicgcl von Ileidenheim a. 

d. B. u. Ileidingsfeld. 



E. Schütze, kgl. Ilnfknlligraph. in Berlin: 
274i;. (Jhisp.i.^ile mit dem .«rhlc.^i.-.clifn Mappen von 1620. 

H. Holder. Dr. med., in Slullgart : 
2747. :i hiipfer.sliohe vom Kj. — 18. .Ihdt und ein Porträt in 
Holzschnitt aus einem Werke des IG. .Ihdts. 



iMvmnk der bistürischcu VerciDC. 



Wir haben bis jcl/.t die Sircbungen und Leistungen der 
Geschichls- und .^Iterthnmsvcreine Deutschlands und der ver- 
wandlin und benachbarten Lander von der ersten Zeit ihres 
Beeinns bis auf die tJegenwarl in dieser Chronik gewissen- 
haft verfolgt und in kurzen angemessenen Berichten darge- 
legt, was von denselben auf den von ihnen umgrenzten Ge- 
bieten Neues erforscht, gesaranicll und dargestellt wurde. Von 
der Strömung, die uns fiir jede Nummer dieses Blattes Mate- 
rialien zuführte, unablässig gelrieben, fühlen wir jetzt die 
Noihvvendigkeit, von einem llaltpunklc aus über das ganze 
durchwanderte Gebiet zurückzuschaucn und die gewonnenen 
Früchte und Resultate uns zum Bcwufstsein zu bringen; viel- 
leicht, dafs wir auf diese Weise auch rathen und helfen kön- 
nen, um die hier aufgewendeten Kriffte an Zeit, Geld und 
Wissenschaft für die Zukunll noch nutzbarer und fruchtbrin- 
gender zu machen. Wir begnügen uns dabei, nur das Kenn- 
zeichnende und Bedeutsamste kurz hervorzuheben und dann 
den Vergleich zu ziehen zwischen dem, was geschehen ist, 
und dem, was der ursprünglichen Absicht und der Natur des 
Vercinswescns gcmüfs auch hatte geschehen kflni.cn und 
müssen. 

Ueberblicken wir das seit dem Beginn dieser Chronik hier 
Berichtete, so tritt uns als erstes Kennzeichen entgegen, dals 
die zu Anfang versuchte Gruppeneiniheilung wenigstens zum 
Theil noch ihre Anwendung findet, dafs insbesondere den 
Vereinen, die ihre .XufL'abe mit Klarheit und Energie erfas- 
sen, die Geschichte ihrer nächsten Umgebung das Gepräge 
aufdrückt und bestimmte Zielpunkte setzt. Jeder Geschichts- 
und .Alterlhumsvcrcin — und darauf gründet sein eigentliches 
AVesen, seine Nothwcndigkeit und Lebensfähigkeit, — jeder 
Verein findet seine hauptsächlichste Aufgabe im heimatlichen 
Boden, In der Geschichte des Volksbruchtheiles, dem er durch 
»eine Jlilglicder wie duich die bei seiner Begründung vor- 
wallenden Tendenzen angeliorl ; darin beruht auch einerseits 
seine Beschränkung, denn er darf über die Grenze nicht hin- 
aus, will er nicht sein eigenes Wesen aufheben, andererseits 
»ein Vor/.ug, denn, räumlich begrenzt, ist er um so eher fähig. 
das abgegrenzte Gebiet nach allen Hichlungen hin zu ilurch- 
fiir.Mtien und dadiirrh, gegennber einer einseitigen facliwissen- 
srhafllichen, der Geschichtanschaiiung vorzuarbeiten, welche 
vorzugsweise als die kulturgeschichtliche sich gegenwartig 
Gellling zu versrhalTen strebt. Dieser Beschränkung auf ein 
geographisch abgeschlossenes Gebiet sehen wir denn auch 



alle Vereine fast ausnahmlos als ihrem ersten Grundsatze 
sich unterwerfen. Nach diesem Grundsalze arbeilen die Ver- 
eine und Museen in Ocslerreich für die (Jeschichte je des 
Landes und Volkes, dem sie angehören, nach demselben Grund- 
satze trennen die Vereine in Bayern die Geschichte der ein- 
zelnen bayerischen Landestheile und halten die Vereine von 
Ober-, Unter- und Miltelfrankcn sich strenge innerhalb der 
politischen Grenzen ihrer Bezirke. Ebenso scheidet sich 
in den Arbeiten der trelTenden Vereine das Kurfurstenthum 
Hessen von dem Grolsherzogthums, das preufsische West- 
falen vom hannover'schcn, Schleswig -Holstein - Lauenburg 
von Hamburg und Lübeck. Diese geographische Beschrän- 
kung, die Grundbedingung des Vereinswesens, der haupt- 
sächlichste .Vnslois zu dessen Begründung, der eben so sehr 
beweist, wie warm und gesund überall das Volk an Herd 
und Heimat hangt, als auch, wie lebhaft und allgemein 
in den letzten Jahrzehnten die deutsche Geschichtswissen- 
schaft sich die Theilnahme und Liebe des ganzen Volkes 
hat erwerben können, schliefst noch eine zweite Grund- 
bedingung in sich, die gleichfalls als ein wesentliches Kenn- 
zeichen uns schon enigegengetreten ist. (Jewisse Gegenden 
von Deutschland, ganze Landstriche, Flufs- und Grenzgebiete 
haben in ihrer Geschichte hervorragende Momente, welche 
die Theile dieser Gebiete wieder zu einem in dieser Bezie- 
hung gleichartigen Ganzen verbinden und auf die ihnen zu- 
gehörigen geschichlsforschenden Vereine malsgebenden Einflufs 
ausüben. So sehen wir die Geschichle der römischen l'eriode 
noch jetzt, wie beim Beginn des Vercinswescns, kräftig ein- 
wirken, und namentlich sind es die Vereine von Ober- und 
Niederbayern, Schwaben und der verschiedenen Franken, ein- 
zelne der Vereine Oesterreichs, dann die Vereine der unteren 
Kheingegenden, welche fiir die Erforschung dieser ältesten 
Zeit vornehmlich Ihaiig sind. Der Verein von Oberbayern 
z. B. hat zur Beschreibung und Geschichte der römischen Be- 
festigungen, Kastelle und Orlschaflen, des ganzen römischen 
Strafsennelzes fortwährend sehr bearhicnswerihe Beitrage ge- 
liefert, so dafs ein fast vollständiges Material zur umfassen- 
den Beschreibung derselben Innerhalb dieser (irenze und da- 
durch ein höchst wesentlicher Beitrag deutscher Geschichts- 
wissenschaft hier zu Tage gelegt ist. Der Verein von Alter- 
thumsfreundrn in Bonn, die Gesellschaft für nützliche For- 
schungen in Trier, die Vereine in Mainz, Frankfurt und an- 
dere sudwcsidculsche, wie die schweizerischen Vereine, haben 



109 



Anzeiger fur kuiule der deulscheii Vorzeit. 



HO 



durch Aufgrabuu^ und Sammlung, durch Beschreibung und 
Abbildung für die römische Archäologie auf deulschcm Boden 
Vieles und Vortredliches geleistet. Weniger nachhaltig hat 
das slavische Element an den Östlichen Gebieten deutscher 
Stamme zu wirken lorlgefahren und von der anregenden Kraft, 
die es anfänglich auf das Vereinswesen geaulsert , Manches 
verloren. Der in Herausgabe von Schriften sehr tbätige Ver- 
ein für Mcklenburg, die Gesellschaft fUr romniern, die Mu- 
seen und Vereine fur Schlesien, Mahren, hrain u. a. Östliche 
Gegenden Oeslerreichs haben zwar, wie die (ielegenheit es 
hervorrief, über slaviscli - germanische Geschichtsgcgenstande 
Einzelaufsatze und kleinere Beilrage gebracht, doch ein plan- 
malsiges Bemühen, diese immer noch zu vielen Zweifeln und 
Unsicherheiten unterworfenen Partii en deutscher Geschichte 
aufzuklaren, finden wir weder bei der Gesaniintheit, noch bei 
den einzelnen Vereinen. Die Gesellschaften der russisch-deut- 
schen l'rovinzen wenden zwar den mit den Deutschen in Be- 
rührung und Durchdringung gekommenen fremden Kiementen 
zum Theil eine besondere Aufmerksamkeil zu, su die estni- 
sche gelehrte Gesellschaft in Dorpat der £rfor>chung estni- 
scher S|irache. Sage, Literatur, die Gesellschaft fiir Geschichte 
und AltcrthumsKiinde der russischen ()slsee[)roviiizcn den liv- 
landischen .Mterthumern vorchristlicher Zeit, doch auch hier 
fehlt es, wie in Deutschland, an dem bewulsten Streben, zu 
erforschen, wie die verschiedenen Volkselcmente freundlich und 
feindlich aufeinander eingewirkt, wie weit sie sich verbunden 
oder abgestolsen haben und wie eine staltgehabte Vereinigung 
in historisch darlegbaren Uesultaten zu Tage getreten i.«!. 

Allgemeiner und gleichmafsiger ist die Theilnalime, welche 
von allen Vereinen deutscher und benachbarter Gegenden der 
Erforschung und Veröffentlichung von (jucllenmaterial zugewen- 
det wird, und ist in dieser Itichlung von einer Anzahl derselben 
höchst Anerkennenswcrthes geleistet worden. .\us Uesterreich 



haben wir durch Anregung und L'nterftützung, wie durch 
selbständige .\rbeit von Vereinen, unter .\nderem erhalten das 
tredliche Diplümalarium des Landes ob der Enns, das Diplo- 
malarium Carniulicuin, Begcstensammlungen fur hrain, zer- 
streutere Beilrage von Akten, Urkunden, Kegesten für Sieben- 
bürgen, Steiermark, Tirol: aus Bayern durch die Vereine von 
Unterfranken und AschalTenburg , Ober- und Niederbayern, 
Oberfranken einzelne yuellenbeilrage und forllaufende Beihen 
von Urkunden und Kegesten. Eine besonders erfolgreiche 
Thatigkeit haben schweizerische Vereine der Bereicherung der 
Geschichtswissenschaft durch (jucllenabdrückc zugewendet; 
der Verein der 5 Orte hat in einer schon ansehnlichen Reihe 
von Banden zur Geschichte dieser Orte das vielseitigste und 
gründlichst auserlesene und redigierte .Material zu Tage geför- 
dert ; nicht minder die Vereine fur Bern, für Graubünden u. a. 

Im inneren Deutschland sind es die beiden hessischen 
Vereine, welche in diesen Richtungen Anerkennenswcrthes ge- 
leistet haben — der Verein für das Grofsherzogthum hat aufser 
einem besonderem UrUundenbuche auch im „.Vrchiv" Quellcn- 
beiträge veröffentlicht — , ferner die thüringischen Vereine, der 
niedcrsiichsische zu Hannover durch ein besonderes Urkunden- 
bucli, die Hansestädte Hamburg und Lübeck durch Herausar- 
beiten und Veröffentlichen hansischer Urkunden, der meklen- 
burgische Verein durch den Abdruck einer Reihenfolge zer- 
streuter Akten, Urkunden und Regesten, die Vereine der rus- 
sischen Ostseeprovinzen durch Herausgabe der Monumenta hi- 
storiae Warniiensis u. a., der Verein der Mark Brandenburg 
durch die Unterstützung des trefflichen Codex diplomalicus 
Brandenburgensis von Dr. Riedel u. s. w. In dieser Rich- 
tung liegt unbestreitbar ein hauptsächliches Verdienst der Ge- 
schichtsvereinc. 

(Fortsetzung folgt). 



N a c li 1* i c li I e n. 



Liilerntiir. 

Neu erschienene Werke. 

30) Die Sängerschule St. Gallcns, vom achten bis 

zwölften Jahrhundert. Ein Beitrag zur Gesanggeschichte 

des .Mittelalters; von I'. .Vnselm Schübiger, Mitglied 

des lienedictinerstifts Kinsiedeln. iMit vielen Facsimilc 

und Beispielen.) Einsiedeln und New- York, hei Geh. 

Knrl und Nikolaus Benziger. ]8.')8. gr. 4. 164 Stn. 

Diese sowohl in religiöser, wie in geschichtlicher und 

kUnstlersicher Beziehung willknnimene Erscheinung darf, als 

Beitrag zur Gesanggeschichte des Mittelalters, ein durchaus 

gelungener genannt werden, und der Verfasser hat damit der 

archäologisch -liturgischen WissenachaA köstlichen Vorschub 

geboten. Es regt sich seit mehreren Jahren eine erfreuliche 

Zükchr zur Erforschung der niiltelallcriichen Kunst und Ge- 



schichte, namentlich der kirchlichen, und bedeulsame Leistun- 
gen wurden und werden bereit« hierin allerorts versucht. 
Mit Recht dürfen wir auch unsere angerufene Siingerschule 
hierzu zahlen. Es ist diese .\rbeit auf Jahre lange, sorgfäl- 
tige und reiche Sludien gegründet , die nach mancherlei l'rd- 
fungen und Anschauungen zur Reife gediehen sind. Vorerst 
wird mit klarem Ein- und Umsehen die Geschichte der alten 
Tonkunst im Kloster St. Gallen dem Leser in zwölf Kapiteln 
erschöpfend vorgeführt, vorgeführt nach authentischen (.)uellen- 
forschungen. Schon dag allein wäre preiswurdig genug zu 
nennen ; dabei bleibt aber der Verfasser nicht stehen. Zur 
bildlichen Veranschaulicliung des historisch Durchgeruhrlen 
gibt er auf acht artistischen Tafeln 35 interessante SchriH- 
nachhildungcn von verschiedenen TonslQcken und Tonzeichen 
nach Handschriften in St. Gallen, Einsiedeln und Engelbrrg, 
die den Beschauer um ein Jahrtausend lurückfuhren. .Vn diese 



111 



Anzeiger für Kunde der doiitsclicii Vorzeit. 



112 



iwoile Abthfilung rcHien sich 60 aii.-pcwsihlle Musikbeispicie, 
mehrenlheils Sequenzen auf verschiedene Feste. — Auch die 
Ausstattung dieses musikalisch-archfiologischen Werkes ist eine 
ausgezeichnete zu nennen, und macht den Herren Verlegern 
wahrhaft Ehre. Besonders ist es das Titell>lnlt in hunlem 
Farbenspiele: es sind es auch die crwiihnlcn Beigaben, na- 
mentlich die Initialen mit glänzendem Blatigoldc unterlegt, 
ond sodann die einen Buchstaben purpurn, die andern lasur- 
farben übermalt, so dafs das Ganze, als Nachahmung der Üri- 
ginalhandschriften mit Treue, Geschmack und Eleganz ausge- 
führt, von dem Fortschrille der artistischen Anstalt der fic- 
brUder Benziger nur gun.slige Zeugenschaft gibt. 

Das Wiederorwachen des Interesses für die vorzeitliche 
reinere Stimmung des kirchlichen Lobgesanges im Entgegen- 
halte zur heutigen, oft bis in's Profane gesteigerten katholisch- 
liturgischen Musik- und Gesangweise, hat die Frage nahe ce- 
legt, in wie ferne jene ihre Kntstcliung gefunden und ihre 
Wurde behaupten ktinne; und eben auch in dieser h(ichst in- 
teressanten Schrift durfte die .\ntwort genUglich gegeben wer- 
den. Darum gehört das schöne Buch mit seinen zierlichen 
Angebinden nicht nur vorab den Archiven und Bibliotheken 
an, sondern wir müssen es selbst. in die Iliinde jedes Gebil- 
delen, zumal der Geistlichen und Geschichtsforscher, nieder- 
gelegt Wünschen. 

Möge der gelehrte Herr Verfasser dieses anziehende und 
nützliche Kunstgebiet weilerbin gründlich verfolgen, und von 
seiner stillen Klosterzelle aus recht bald auch einige Druck- 
bogen niimenllich der alten EinsiedePschen Siingcrschule wei- 
hen und eröflncn '. J. Seh 

31) Geschichte des Gottesfriedens, von Dr. August 
Kluckhohn. Leipzig, llahn'schc Verlagsbuchhandlung. 
1857. 8. 150 Stn. 

Die Kritik hat den Wcrth dieser Schrift für die deutsche 
Geschichlswisscnschaft schon anerkannt. Der Verf., zunächst 
angeregt durch die merkwürdigen Denkmäler des Mittelalters, 
die als Landfriedensurkunden unter den (Juellen der iliulschcn 
Geschichte eine eigenthümlichc Stelle einnehmen und eine 
Fülle von Material für die Geschichte der sittlichen und recht- 
lichen Zustande in Deutschland enthalten, beginnt mit der 
Schilderung Frankreichs und seiner Innern Zustande im 10. u. 
11. Jahrb., stellt dar, welche Mafsregeln die Kirche zur Siche- 
rung des Friedens ergrilT, wie die Friedensvereinigungen, ins- 
besondere vom J. 10.34, beschaffen waren, und schildert dann 
das erste Auftreten der treuga Dci und die Weiterbildung der- 
selben in Frankreich. Dann geht er Über zur Einfiihrung des 
Gottesfriedens in Deutschland und zur Vergleicliiing des Got- 
tes- uimI l.anriiriedrns im iteiche, zur Einführung desselben in 
Italien, Spanien und England, knüpft daran die ferneren Schick- 
lale desselben in Frankreich seil dem Concil zu CIcrmont, 
und schliefst mit der Darstellung der Friedensinstitutc in 
Frankreich neben und nach dem Goltesfrieden und mit der Mit- 
theilung spaterer Nachrichten über den Goltesfrieden in den 
anderen Ltlndern, lesonders in Deutschland. 

32) Geschichte der dilni sehen Sprache nnd Na- 
tion n I i t li t im II e r z g l h u m Schleswig oder S ü d - 



jütland, von C. F. Allen. Mit drei Sprachkarlen. Er- 
ster Theil. Schleswig, Druck und Verlag des k. Taub- 
stummen-Instituts. 1857. 8. IX. 468 Stn. 
Diese Schrift hat die Tendenz, nicht die deutsche Sprache 
und das deutsche Volksclemenl im llerzoglhuüi Schleswig als 
unterdrückt vom Danischen, sondern als dieses unterdrückend 
und verdrängend darzustellen. Es ist unsere Sache nicht, für 
oder wider diesen Standpunkt zu reden, wir begnügen uns, 
kurz den Inhalt des uns vorliegenden 1. Theils darzulegen. 
Der Verf. berührt kurz die Verhallnisse dieser Gegenden im 
.Mterlbüm. die ersten Jahrhunderte des .Mittelalters, gehl dann 
zur lieUhuung der holsteinischen Grafen mit Südjütland über, 
verbreitet sich über den Einlluls und die Wirkungen der Re- 
formation und die Sprachveranderungen durch dieselbe und 
seitdem bis zum 18. Jahrb., dann berichtet er, wie sich die 
gottorp'scben Herzoge und die danischen Könige zu Dänemark 
und zur danischen Sprache verhallen haben, wie dann die 
zwei Kichlungcn, die eine für das Hochdeutsche, die andere 
für die Muttersprache kämpfend, einander gegenübertreten, 
welcher Art die Bestrebungen der Generalsuperintendenten 
Adam Struensec und Georg Chr. Adler gewesen u. a. m., und 
schliefst diesen Theil mit dem Jahr 1830. 

33) Albrecbt IV. der Weise, Herzog von Bayern, 
und seine Regierung. Nach geschichllichen (Quel- 
len verfafst von Isidor Silbernagl, Doctor der Phi- 
losophie. München, 1857. In Commission der Jos. Lind- 
auer'schen Buchhandlung. 8. 109 Stn. 

Genannte Abhandlung, die vorzugsweise den rechtsge- 
schichtlichen Standpunkt : die .Ausbildung der landständischen 
Verfassung in Bayern, hervorhebt, zerfällt in acht Abschnitte. 
Der erste handelt von der .Mitregicrung und Alleinherrschalt 
Herzog Albrechts, der zweite, dritte und vierte von seinem 
Kamiif mit den Herzogen Christoph und Wolfgang, wie mit 
dem Böckler- und Liiwlerbuüde , der fünfte bespricht seine 
äulsere Politik, der sechste seine innere Regierung, ilic üe- 
setzgebung und landslandiscbe Verfassung, der siebente schil- 
dert den Landshuler Erbfolgekrieg, und der achte endlich Her- 
zog .Vlbrccbts letzte Regierungsjahrc, seine Pflege der Künste 
und Wissenschaften. 

34) Die altgefeyerteDynaslie des Babo von Abens- 
berg in ihrer Abkunlt, Verzweigung und Gesammtge- 
nossenschafl in Bayern und desterrcich. Ans den bis- 
her gesammelten Ueberliefcrungen, im ungleich weitern 
und höhern Bereich aber, aus bisher nicht gekannten 
Quellen kritisch aufgefafst und culturgeschicbllich dar- 
gestellt. Von J. E. Ritler von Koc h S t e r n fe I d. Rc- 
gensburg, 1857. Verlag von Georg Joseph Manz. 4. 
i;!l Stn. 

Vier V e rmil chtn isse behufs einer kritischen und 
lohnenden G e s r h i c h I s f o r s c h ii n g und G e - 
seh i chls ch r e i hnn g in Bayern. Von J. E. Riller 
von hocli-S lern fe Id. Regi'nsburg, 1858. Verlag von 
Georg Joseph .Manz. H. IIJ Stn. 
In der ersten Schrift findet die vielerörterte Streitfrage 
der historischen Existenz und Slamniesverhaltnissc des Grafen 



11.5 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 



114 



Babo von Abensberg eine ausführliche Besprechung, wobei 
der Verfasser, auf wesentlich neue ^Juellen gosliil/t, sich für 
die historische Exisleni desselben enischeidel. AVichtige Zu- 
sätze der verschiedensten Art: historisch-genealogische Sche- 
men, historisch- topographische Skizz.en, Hegesten, Urkunden 
und Nachträge füllen die letzte Hälfte des Buchs. — Die 
zweite Schrift, zugleich als Supplement zur erstgenannten an- 
gekündigt, cnthült vier einzelne Abfinndlungen , unter denen 
die erstcre, als besonders wichtig, Erliiulcrungen und Berich- 
tigungen zu den Erörterungen der nach den Quellen veröf- 
fentlichten Schenkungsbücher vom Kloster St. Emmcran zu 
Regensburg, vom dortigen Stift Obermünsler und von der 
Trobstci Berchtcsgaden , herausgegeben von Witimann und 
Muffal, enthalt und zusätzlich .\ndeulungcn inBetrclf eines prak- 
tischen historisch-topographischen und statistischen Handbuchs 
vom Königreich Bayern milthcilt. 

35) Schweizerische Architektur in perspektivischen 
Ansichten, (irundrissen , Schnitten, Fahnden und Details 
mit erklärendem Text. Herausgegeben von J. Hoch- 
stetter, Professor der .\rchilektur und Kunstgeschichte 
an der grol'sh. polytechnischen Schule zu Carlsruhe etc. 
Erste Abtheilung. Holzbauten des Berner Überlandes. 
Aufgenommen von C. Weinbrenncr und J. Durm. 
Carlsruhe, Verlagseigenthum von J. Veith. 1. — 3. Heft, 
gr. fol. Mit Abbildunsrcn in Stein- und Farbendruck. 

Es war fast zu verwundern, dals l)ei der neuerlich häu- 
figen .\nregung der Frage der Ilolzarchileklur man sich nicht 
dahin wandte, wo sie am ununterbrochensten und eigenthüm- 
lichsten sich ausgebildet hat, nach der Schweiz, wo sogar 
auch für die Geschichte der Architektur im Allgemeinen, na- 
mcnllich die bürgerliche Gothik, mancher neue (iesichtspunkt 
zu erlangen wiire, wie neulich der Schreiber dieser Zeilen 
bei einem kurzen Besuche in der Schweiz sich überzeugte. 
Obengenanntes Werk scheint diese 1-ücke in umfassender Weise 
ausfüllen zu wollen und bietet bereits auf 18 Tafeln ein rei- 
ches und interessantes Material. 

36) Die Insel Mainau und der badische Bodensee. 
Mit Berücksichtigung der angrenzenden Gebietstheile. 
Im Allerhöchsten Auftrage Seiner Königlichen Hoheit 
des Regenten Friedrich von Baden bearbeitet von Lu- 
cian Reich. Mit zehn Ansichten, auf Stein gezeichnet 
von J. N. Iloineniann. Karlsruhe. Verlag der Chr. Fr. 
Miillerschen llofljuchhandlung. 185G. 8. 289 Stn. 

Die Residenzstadt Karlsruhe, ihre Geschichte 
und Beschreibung. Feslgahn der Stadt zur 34. Ver- 
sammlung deutscher Naturforscher und Aerztc. Karls- 
ruhe. Verlag der Chr. Fr. Muller'schen ilnfhuchhand- 
lung. 1858. 8. 287 Stn. mit einem Plan. 
Der gröfseren Beweglichkeit unserer Zeil, die uns mehr 
und mehr von der Scholle lost und, wenn auch nicht zu Bür- 
gern, doch zu Gasifrcunden im gesammicn deutschen Valcr- 
lande macht, müssen solche Monographieen als höchst will- 
kommene Erscheinungen begegnen, die der quantitativen Ver- 
mehrung unserer l.nndcskundc die ipialilativc hinzufügen und 
den Gcnuls einer schönen Natur und sonstiger Reize der Ge- 



genwart durch die Enthüllung des geschichtlichen Untergrun- 
des vertiefen und vermehren. Diesem Zwecke, den wir nicht 
gering anschlagen, entsprechen die beiden genannten Büch- 
lein in befriedigendster Weise. 

37) Die Proportionslehre Dürers nach ihren wesent- 
lichen Bestimmungen in übersichtlicher Darstellung von 
J. J. Trost, Rath, Professor und Biblinihckar an der 
k. .\kademie der bildenden Künste. Mit 2 Tabellen und 
2 Tafeln. Wien. Gedruckt und in Commission bei Carl 
Gerolds Sohn. 1859. 4. 24 Stn. 

Diese treUliche kleine Schrift ist Vorläufer eines gröfse- 
ren Werkes, in welchem der Verfasser denselben hier behan- 
delten Gegenstand nach eigenen Untersuchungen auszuführen 
denkt. Es ist das Wesentliche aus Dürers Proporlionslehre 
Busgezogen und in einer Weise übertragen und zusammenge- 
stellt worden, dafs es auch von Künstlern wieder benutzt 
werden kann. Der rein wissenschaftliche Werth des Werkes 
wird erhöht, indem mit den Messungen Dürer's auch die An- 
derer, wie die von Quetelet, .\u d r a n u. s. w. in Ver- 
gleich gebracht werden. Die Ausstattung ist sehr elegant. 

38) Die Kirche des ehemaligen Cis tercienser 
Nonnenklosters Porta Coeli zu Tisnowic; von 
Johann Erasmus Wocel, Wien. Aus der kaiser- 
lich- königlichen Hof- und Staatsdruckerei. In Com- 
mission bei W. Braumüller, llofbuchhandler. 18.')9. 4. 
28 Stn., mit .Abbildungen in Holzschnitt und 3 lilho- 
graphirten Tafeln. 

Die Schrift ist ein Separatabdruck aus den Abhandlungen 
der Wiener AUadcuiie und nimmt somit Theil an den Vorzü- 
gen von deren trelflicher Ausstattung. Sie enthalt eine aus- 
führliche Erzählung der Geschichte des Klosters und eine ein- 
gehende Besprechung von dessen architektonischen Eigenthüm- 
lichkciten, die als ein Erzeugnil's der mittelalterlichen Kunst 
in slavischen Landen von besonderem Interesse sind. 

39) Deutsche Ehrcnha lle. Die grolsen Männer des deut- 
schen Volkes in ihren Denkmalen mit geschichtlichen 
Erläüternngen von Dr. W^ Buchner. Darmstadt. Ver- 
lag von Carl Köhler jun. Lief. 1 u. 2. 1858. gr. 4. 

Die deutsche Ehrenhalle beabsichtigt, das Andenken be- 
rühmter Männer aus der früheren und späteren Vergangenheit 
unseres Volkes in deren Denkmälern durch Bild und Wort zu 
erneuern. Jede Lieferung enthält 2 Stahlstiche und 2 Bogen 
Text. In den vorliegenden beiden Heften sind die Denkmäler 
Gulenberg's, Schoffer's und Fust's zu Frankfurt a M., 
ferner Gölhe's und Schiller's zu Weimar, .Vlbrecht 
Dürer's zu Nürnberg und König Fr i cd r i ch Wi I h e 1 m '.< III. 
zu Berlin enthalten. Der Text gibt zunächst eine Uebcrsichl 
der ältesten deutschen Geschichte. Was die Ausstattung des 
W'erkes letrilTl, so werden zweierlei Ausgaben vcranslnltel, 
eine Prnchlausgabe und eine andere zu dem aufscrordenllich 
billigen Preise von .'It! kr. für die Lieferung. 

40) Wappen buch des ri 1 1 irl i ch e n Ordens' Sl. Jo- 
h a n n i s v o m S p i t a I z u Jerusalem, B n 1 1 e y B r n n - 
denburg; von .Vlexnnder von Briden. Auf Ko- 



115 



Anzeiger für Kunde der doulsclien Vor/.eil 



116 



sicn lind im Selbslverlage des Ilerausgeliers. Coiiiniis- 
sions-Vcrlag. lleiur. llubner in Leipzig. t2. lieft. IHbS. 2. 
Nachdem eine geraume Zeil seit Erscheinen iles ersten 
Heftes vergangen, erscheint es passend, bei Herausgabe des 
zweiten wieder auf das ganze verdienstliche Unterneiiiuen 
aufuierksani zu machen. Die vorliegende Lieferung entlifilt 
auf 1) lilallern :!1 Wappen von Urdensinilgliedcrn , sauber in 
Holzschnitt ausgeführt uiiil in Ton gedruckt, von facsiniilicr- 
ten Aamcnsuuterschriflen und kurzen ISotizcn begleitet. 

41) Schlesisches Album. Verlag von Trewendl u. Gra- 
nier in Breslau. 0. J. qu. 8. 

48 Tafeln in Tonsteindruck, ohne Text, mit sauber aus- 
geführten Ansichten von Gegenden, vorzugsweise alteren und 
neueren Architekturen. 

42) Uebcrsichtslafel zur Begründung einer Ge- 
schichte der christlichen Kunst in überbßyern 
bei Gelegenheit der siebenhunderljahrigen Jubelfeier 
der Stadt Slünchen . . . von R. v. Hcttberg. 1.— 3. Bl. 

Mochten doch recht viele deutsche Städte bald Gelegen- 
heit haben, eine siebenhunderijahrige Jubelfeier zu begehen, 
damit unsere Kunstliteralur durch mehrere ähnliche Taliellen 
bereichert wurde! Uebrigens sind von dem gelehrton Hrn. 
Verfasser schon umfangreiche Arbeiten dieser Art bekannt 
und eine nähere Charakterisierung ('er vorliegenden uberUllssIg 
Vir bemerken nur, dals diese Tabelle in 7 Abiheilungen 
eingelbeilt ist, von denen die erste, nach der Zeitfolge ver- 
theilt, die allgein. deutsche Geschichte; die zweite die 
ober bayerische Geschichte; die dritte schone und 
Kunstliteralur; die vierte Baukunst; die fiinfle B i 1 d - 
nerei; die sechste Malerei, mit Einscblufs von lland- 
zeichnungen, Teppichen ii. s. w., die letzte Holz- 
schnitt, Kupferstich u. s. w. enthalt. Die drei bis jetzt 
erchienenen Blatter gehen vom Jahre 724 bis zum Jahre 1300. 

43) Chronik der Residenzstadt Hannover von den 
ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Nach den be- 
sten Ouellcn bearbeitet von Fr. Wilh. Andreae, Dr. 
phil. und Inhaber einer hühcrn Privat -Töchterschule. 
II Ideshtim, 1859. Kincke'sche Buclih. (G. K. Schmidt.) 

Das Werk erscheint vollständig in 5 — 6 Lieferungen zu 
4 Bogen, beschrankt sich auf die speziellere Geschichte der 
Stadt, indem kurz und chronikenartig, nach Ucberlieferungen 
der yucllen, die einzelnen Tliaisachcn aufgeführt werden Der 
Zweck ist der einer populären Darstellung, welche auch 
ichon der billige I'reis — 7'i Sgr. das Hell — zu erkennen 
gibt. 

44) Die deutsche Trachten- und Mo den weit. Ein 
Beilrag zur deutschen Cuilurgcscliidile. Von Jacob 
Falke, fursll. Liechtensteinischem ISibllothekar in Wien. 
Leipzig, Verlag von Gustav Mayer. I. u. II. Theil, 
1858. 8. 654 Sin. 

Der Vcrfiater gibt im Vorwort Grund und Gesichtspunkt 
an, von welchem ausgehend er sich zur Ausarbeitung des 
Torliegenden Werkes entschlossen. „Gegenüber dem Kcich- 



thum der Bilderwerke, welche das Costiim behandeln, schien 
es an der Zeil zu sein, «Jerii Worte wieder zu seinem Hechle 
zu verhelfen und, den anli(|uarisclien Standpunkt verlassend, 
diesen Gegenstand als ein Glied der deutschen Cullurgeschichle 
darzustellen, . , den Zusammenhang zwischen den Wandlun- 
gen der aulseren iiienscfilichen Erscheinung und des inneren 
Cullurlebens in der Gcsthiclile der Deutschen nachzuweisen." 
Diese interessante Aulgabe linden wir in höchst glucklicher 
Weise gelöst. Wahrend des Durchlesens der Schrift verliert 
sich nie das Gefühl, dafs man sich auf dem Boden gründlich- 
sten Studiums sowohl der bildlichen als der schriftlichen 
Quellen befindet, und die liefere Aulfassung und eine geist- 
reiche Darstellung verleihen dem oft kleinlich scheinenden 
Slolfe Bedeutung. Eine Beigabe von Abbildungen wurde in- 
defs den Werth des Buches bedeutend erhöhen. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Hameln'schc Anzeigen: 8. Stuck (20. Febr.) Fragment 
aus Hannovers Geschichte. 

Archilologischer .Xnzciger: Nr. 115—117. Römisches 
aus Norddeulschland. (Th. Mommsen.) 

Histor. polit. Blatter: 43. Bd. 3. Ilcll. (urnianistische 
Studien. 

Bulletill du bibliophile: 1858, Juin et .Tuillcl. La sep- 
tiemc campagne de Cesar en Gaule. 

Europa: Nr. 8. Luxus und Handel des alten Deutschlands. 
Nr. 10. iVbcrglauben und Amuleltc. 

Gartenlaube: Nr. 9. Die Traglasten der Frauen. 

Neue Jahrb. f. Philogie u. Pildag., v. Fleckeisen, Bd. 
LXXVII, Hfl. 8 : Römisch-germau. Allerlhüm. (J. Becker.) 

Preufs. Jahrbücher: 3. Bd. 1. Hfl. Das preuls. Recht 
u. d. Rechtsstudium. Spanien unter den Ilabsburgern. 

Deutsches Knnstblatt: Dezember. .Mte historische Ge- 
mälde im Herzogl. Altenburgischen Jagdschlosse „zur 
fröhlichen Wiedcrkunll". (H. J. Kinke.) 

W e s t e r m a n n ' s i 1 1 u s t r. deutsche Monatshefte: 1859. 
Nr. 17. Schicksale antiker Kunstwerke im Mittelalter u. 
der neuern Zeil. (J. Friedlander.) Nr. 27. Oberösterrei- 
chischc Bauernhofe. (J. Wastler). Nr. 29. Holland's erste 
400 Jahre. Schluls. (K. Lohcr.) Der Saal der Minne- 
sänger u. die Sangerstube auf d. Wartburg. (H. v. Rit- 
gen.) 

V 1 ks wi rths cha ftl. Mo n a t s ch r i ft, herausg. v. E. Pick- 
ford : 18.59. Febr. Die Bedeutung Slellin's. Die Zünfte 
im Mittelalter. 

Rheinisches Museum f. Philologie: XIII, Ilefl2: Die 
röni. heeresablheilungen in Britannien. (J. Becker.) lieber 
d. wort JEVRV in gallo -römischen inschriflm. 

Philologüs. 13. Jahrg. Drei u. siebenzig Stempel römi- 
scher Augenärzte. (C. L. Grotefend.) 

Augsb. Posticilung: Reil. Nr. I.'t. Kunsiberichl. Nr. 14 
u. 15. Beitrage z. Erforsch, christlicher Kuiistdenkmalc 



117 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



118 



in d. Augsburger Diöecse. XXXI. Ilaunstetlen, Königs- 
brunn. Nr. 16. Luther u. Erzhisch. Albrecht von Mainz. 
Nr. 18 o. 21. Ncugcslaltung li. ßcnedictiner-Urdeiis in 
Oesterrcich. Ueber Ilcxenproccsse. Nr. 22. Kunstberichl. 
Keliquienliamnier im Residenzschlosse zu Hannover. Der 
Uagdeburger Dom. 

Presse: Nr. 32 ff. Ueber „Gedenkbücher" in Landgemein- 
den. (F'ccz.) Nr. 45. Deutschland und die französische 
Mode. (Pcez.) 

Die Schweiz: Illusir. Monatsschrift. 1850. l.lleft. Volks- 
lied aus d. bcrnisclien Oberlande. Milgclb. v. E. Pfan- 
der. 1. u. 2. Heft. Schweizerische Volkssagcn. Der 
Volksmund im Lucernerbiet. (Ineichen.) 

Bremer S o n n I a g s b 1 a 1 1 : Nr. 7. Allerlhümer in d. Schweiz. 

Hildesheim. S oun t ags bl at t v. 20. Febr.: Die Hildesbci- 
mcr Revolution von 1789 und die Entwickl. d. Ilildesli. 
Stadiverfassung. 

Stimmen der Zeit: Febr. Drei deutsche Manner. Ulrich 
von llultcn etc. 

Unterhaltungen am häuslichen Herd: Nr. 22. Fast- 
nacht in alter Zeit. (H. ,\sniu.'i.) 

Zeitschrift für d. gesammte S laats w isse nschnft : 
14. Jahrg. 2. u. 3. Heft. Die Zünftigkeil des Handwerks 
in ihrem Vcfhallnifs z. Organisation des Gcwcrbstandes 
mit bcsond. Berücksichl. der Verhältnisse in Württem- 
berg, (liilzer.) Die Slaalsfiirnicn in ihrem Vcrbaltnils 
zur Entwicklung der Gesellschaft. (Vorlander.) Ueber 
d. Ursprung der Steuern in d. Herzoglhümern Jülich u. 
Berg, CIcve u. Mark. (Carnap.) Würltemb. Getreide- 
u. Weinpreise v. 1456- 1628, ein Beitr. zur Gesch. der 
GeMtnt%verthung nach d. Entdeckung von Amerika. (Helf- 
/cricb.) 

Zeitschrift fürhistor. Theologie: 2. Heft. Mitlhcilun- 
gen aus d. protesl. Sekten-Gesch. in d. hess. Kirche. 
1. Tbl. Im Zeitalter der Reformation. Scbluls der 1. 
Ablh. : Landgraf Philipp u. die Wiedertäufer. (K. W. H. 
Hochhuth.) Zur Gesch. Gregor"« VU. (R. A. Lipsius ) 

Deutsche Zeitschrift für christl. Wissenschaft: 
1859, Nr. 4 ff. Die confessionelle Stellung d. hess. Kirche 
im Zeitalter der Reformation. (K. Strack.) 

Archäologische Zeitung v. E. Gerhard: 1858, April u. 
Mai. Nr. 112, 113. Bronzetafcin aus Szamos Ujvar in 
Siebenbürgen. (F. Wieseler.) Juli. Nr. 115. Zur To- 
pographie des Aventin. (Prellcr.) 

lllnstr. Zeitung : Nr. 801. Stadtewabrzeichcn. X.Halbcr- 
Btadl : 2. Das blutende Schwert an der Liebfrauenkirchc. 
Kr. 802. 3. Das sogen. Tezcl- u. das Johannes Hufs-Haus. 
Nr. 80.'j. Schlofs Rottenstein. Meran, die Passersladt. 
Stadtewahrzeichen. X. Halbcrstadt : 4. Das sogen. Broi- 
han-Mannchen. Nr. 804. Die». XL Nordhausen : 1. Der 
Roland am Rathhausc. Nr. 805. 2. Der Stein mit dem 
Stadtwappen. Nr. 806. 3. Die Feldschlange, der Elisa- 
bethen-Born, der Aar, die Merwigslinde, das Priesterbild 
und die sieben Kreuze an d. Sieghofskapellc u. die Grab- 



platten der Schellen- Werther. Die fröhliche Wieder- 
kunft, Jagdschlofs des Herzogs v. Sachsen -Alienburg. 
Nr. 807. Stadlewahrzeichen. XIL Aachen : 1. Des Teu- 
fels Daumen. 2. Der Wolf. 3. Der Pinienapfel. Der 
Säbel des Polenkonigs Stephan Bathory. Nr. 808. Heili- 
genschrcin aus d. 16. Jhdt. Die Restauration von Schlofs 
Hellbrunn. Die Restauration des Stephansdomes in Wien. 
V. Das Singerlhor. Städtewahrzeichen. XIL .Vachen : 
4. Der Pomellenthunn. Nr. 809 : Der llinzenthurni. 

Neue Münchener Zeitung: Abendblatt, Nr. 32 ff. Zor 
oberbayerischen Kunstgeschichte. Ein Besuch im Schfofs 
Thurnau. Nr. 40 ff. Abbach bei Regensburg. Kr. 50 ff. 
Der alte Hochaltar von St. Martin zu Landshul mit sei- 
nen Inschrilten. Nr. 52 ff. Ueber die Portal- Lüwen von 
St. Zcno b. Reichcnhall, ihre Bedeutung u. ihr Zeilalter. 

Preufs. Zeitung: Das Wiederaufleben des Zollerischen 
Stamm-Namens bei dem bnrggrall. Nurnbergischen u. kur- 
fürstl. Brandenb. Zweige der Hohenzollern. 

Wiener Zeitung: Nr. 5. Die Baulust im heutigen Köln. 
Nr. 14 — 20. Die mittelalterliche Theorie von den beiden 
Schwerlern, dem geistlichen u. dem weltlichen. I — VL 
(C. Hüfler.) Nr. 21. Der ehemalige Braunschweig-Lune- 
burg'sche Elektoralscbatz, heute aufbewahrt im k. Schlosse 
zu Hannover. Nr. 26 u. 27. Das C. R. Istiluto Veneto 
di scienze, lettere ed arli. 



Verniiüirlite A'arlirirliteii. 

15) Das Verordnungsblatt für das Bisthum Regens- 
burg enthält einen Hirtenbrief des hochwürdigsten Herrn 
Bischofs Ignatius, vom 2. Febr., welcher die Gläubigen der 
Diözese einladet, zum Ausbau der Domthürmc die Hände 
zu reichen. Dem Hirtenbriefe sind die Salzungen des Dom- 
bau-Vereins beigedruckt. Die .\nordnung und Forlsetzung des 
Baues bleibt unter der technischen Fuhrung eines eigens dazu 
bestellten und von Sr. K. Majestät genehmigten Dombaumei- 
sters (Baubeamler Fr. Jos. Dcnzinger in Kesrensburg) und 
unter besonderer Oberaufsicht und oberster Leitung (des 
überbaurallics v. Voll) dem liischofe von Regensburg und 
seinem Itomcapitel anheimgegeben. Da ein eigener Bnufnnd 
nicht besteht, so bildet sieb ein Dunibau- Verein mit dem 
Hauptsilz in Regensburg. Der ordenlliche Vercinsbeilrag ist 
1 Pfennig monatlich. Die Zweigvereine, die sich aufser- 
halb der Dioccse bilden, sind in allem frei und unbeschrankt. 
Es steht auch einzelnen Personen, Familien oder Innunjicu 
frei, einzelne Thcile des Baues, etwa ein Thor, ein Finster, 
einen Altar oder Statuen von Heiligen als Vcrcinsgabe aus- 
führen zu lassen, die dann künftig ihren Namen tragen soll. 

16) Von Sr. Hochw. dem Erzbischofc Maximilian v. Tar- 
noczi in Salzburg ist angeordnet worden, dals die in der 
dortigen Mc 1 r opo I i I a n- K i rchc vorhandenen lopfigen An- 
hängsel und bunten Ucbcrladungen aus derselben entfernt und 



119 



Anzeigrcr für Kunde der deutschen Vorzeit. 



120 



aafserdcm die Kalküberlünchung mit dem Schabeisen sorgfäl- 
tig abgenommen werde. Es wurde zu diesem Zwecke der 
Arcliitekt Georg Sclineider aus München berufen. 

17) l>ic Zahl der röni. Altorlhümer, die man seit 
einiger Zeil in dem Badeorte Bert rieh a. d. Mosel ausge- 
graben hat, ist durch eine sehr gut erhaltene und schone Sta- 
tue der Diana in carrnr. Marmor vermehrt worden. Da Ber- 
trich schon zur Zeit der rOm, Herrschaft am Rheine ein flci- 
fsig benutztes Bad war, so steht zu hoffen, dafs sich noch 
manches .\ndenken jener Tage bei fortgesetzten Nachforschun- 
gen vorlinden wird. 

18) Prof. Dr. W. L. Holland in Tübingen, der sich 
schon seit längerer Zeit mit der Redaktion eines Katalogs 
aller derjenigen Handschriften und Druckschriflrn , welche 
französische Gedichte aus dem Mittel aller enthal- 
ten, beschäftigt, stellt in einem eigenen Circularc an alle 



Freunde der mittelalterlichen Literatur und namentlich an die 
Bibliotheken, die noch keinen gedruckten Handschriflenkata- 
log besitzen, die Bitte, ihn durch Zusendung von Notizen über 
solche Handschrilten unterstützen zu wollen. 

19) Professor Dr. Sighart in Freising ist von Sr. Maj. 
dem Könige von Bayern mit der .\bfassung einer hunslgc- 
schicbte Bayerns betraut worden. 

20) Die Sociöt^ fran^aise d'Archeologic pour 
la conservation des inonuments halt vom 21. bis 
zum 2tj. August d. J. ihren 2G. archäologischen Congrefs ia 
Stralsburg. Sie ladet zu demselben alle Freunde der Ge- 
schichte der Kunst und der archäologischen Wissenschaften 
ein. Die Direction verürTenllichte 44 auf Elsafs und die an- 
grenzenden Gebiete bezügliche Fragen, dt-riii Erörterung zur 
Aufgabe gemacht werden soll. Die Sitzung wird in den Siilen 
des Rathhauses eröffnet. 



Inserate und nekai)iitiiiaciiuiii2:eu. 



fi) Das Verzeichnifs einer werllivollcn musikalischen 
und hy mnologischen Bibliothek, welche am 15. April 
d. J. in Berlin (J. A. Stargardt) versteigert wird , enthalt un- 
ter andern einige höchst interessante Nummern; z. B. : 

Nr. 249. Ein alter Marionetten-Theaterzettel — 
,,Von der Türkischen Princessin 3Iandaquc und Dego mit vor- 
trefflichen Pickelharings Lustigkeiten durch und durch." — 

Nr. 432. (Luther) Etlich christliche lyeder Lob- 
gesang, u. Psalm etc. Wittenberg MDXXUIj. (Weicht von 
den 3 von Wackernagel beschriebenen Ausgaben ab.) 

Nr. 499. Gesangbuch der Hussitcn (in bühm. Spra- 
che mit Jlusik) fol. 1581. 

Nr. 518. Perckreyen; Grätz, 1588. 

Nr. 520. Gen gen b ach. Gott ist alle ding muglich — 
0. 0. u. J. (findet sich nicht bei den Bibliographen — , auch 
nicht bei Godcke?) 

53.3. Kostbare Sammlung von Lei eben p re d igt e n u. 
Gr abgesfln ge n , meist mit Musik. 

577. Vier Bruchstücke aus dem Willehalm (Wilhelm 
von Orange) von Wolfram von Eschenbach. — Ma- 
nu.Hcript aus dem 13. Jahrh. ()uarto in 2 Spalten ii .34 Zei- 
len. Ko.itbares Bruchstuck nn't 30 1 vollstand., 30 unvollstand. 
Zeilen. — Völlig unbekannt uml unbenutzt. — 



7) Bitte. Die älteste ausführliche naclirirht über das 
gauner- uml beltlerwesen in Deutschland gibt J. lleuniann in 
seinen „Exercitationes juris universi" (.Vltorfii, 1749) I. 173 8'. 
nach einer handschriftlichen quelle, die er in folgendem nä- 
her bezeichnet: „Dabinuis specimina ex codice (|uodam ini- 
lio Seculi XV manu exarato, nunc Illustr. D. Hier. Gull. 

Ebneri bibliothecac niagnificae addicto, quo inter 

alia in priniis Argentoratensia jus feudale Alo- 
manicum continetur cui subnectuntur sequentia : Dis ist 
die betrügnifs domitte die lieger vnd die blinden vmbgent 
etc. etc." 

In Ranner's catalog der Ebner'schen bibliothek findet sich 
nur eine numnier, die entfernt auf diese beschreibung palst, 
u. zwar vol. I, p. 18, nr. Ibb: „Ein Landrecblsbucli und dann 
ein Lehenbuch. Est pars Speciili Sueuici. Sacc. XV." (Wie- 
derholt in Murr's mcmor. II, p. 74, nr. 109.) 

Wer mir über diese verschollene hs. nachricht geben kann 
(briefe unfrankiert), wird mich zu grolsem danke ver- 
pflichten, da ich eben eine arbeit über das iiltere deutsche 
rotwelsch vorhabe, für welche sie mir sehr wichtig ist. 

Auch für sonstige niitleilungen über gaunerwcsen und 
rotwelsch bis zum ende des 17. jahrh. wjirc ich dankbar, 
wenn sie weniger bekanntes betreffen. 

Wien (St. Ulrich, 25), im niiirz 1859. 

Jos. Maria Wagner. 



Vernut wörtliche Redaction : Dr. Frcih. v. u. z. Aufsefs. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Kroni m a u u. 
Verlag der literarisch -artistischen Anstalt iles germanischen .Museums in Nürnberg. 

U. E. SebAld'ftclic OiicIldriirkriTl. 



NUHNBERG. Das Abonnement des 
Blattes, wikhi-8 alle Monate ersciuint, 
wird j^iizjätiri^ angenommen und betnifft 
naehder neuesleiiPostconvention bei allen 
Postämtern und Ituehhandlungen Deutsch- 
laniU incl. Oestreichs 3ä. 30kr. im 24a.- 
FuJ's oder äThlr. preuls. 

t'ÜT Frankreich abonniert man in 
Strafsburg bei C. F. Schmidt, in Paris 
bei der deutschen linehhandhinK von F. 
Klincksieck, Nr. 11. rue de Lille, oder 



ANZEIGER 



Ftll klADE DEII 

Neue Folge. 




bei dem Postamt in Karlsnihe; für Eng- 
land bei Williams & Norjfate, 11 Heo- 
riette-SlrcetCovcnt-darden inLondon; für 
Kordamfrika boi den Püstänitera liremen 
und Hanibur)?- — 

Inserate, welche mit den Zwecken 
des Anzeig'iTS und dessen wissenschaft- 
lichem ticbiete in Verbindung; stehen, 
werden aufgenommen und der Raum ei- 
ner Columnenzcile mit 7 kr. oder 2 Sgr. 
berechnet 



eElTS(;ilE\ VORZEIT. 

Sechster Jahrgang. 



^-^^3 



1S59. 



ÜR(iA.\ DES GEiniAMSCIIE\ MÜSEOIS. 

JN? 4. 



April. 



WissciisdiarHiciie Millüeiluui^eu. 



D-eschichte. Untermurliuiis üher die Uäiiiiilielikeit, in 



Orls- 
geschichle. 

Studie und 
Märkte. 



welcher der KeirliHlaie zu IVoriiiM im 
•I. (ä'^SI altjceliulteii norden. 

Von J. 15. II ohenreu Ih er, Ijerichtsaccessislen, in Worms. 

(Schluls.) 

Aus diesen Angaben sehen wir, lioi's unser Chronist, 
welcher nur nach zuverlässigen Quellen berichtet, und 
der auch sicher die abweichende lleiiiuiig Flersheim's 
kannte, dennoch mit aller Uestimmlheil den Buri^uihof 
als den Ort bezeichnet, wo die damalige Keichsversamm- 
lung abgehalten wurde. Ferner entnehmen wir aus dem 
oben Angeführten, dafs die sogenannte Itlunze die Ein- 
nehmerei und der Justizpalast der Stadt Worms gewe- 
sen, also nicht leicht die Bestimmung haben konnte, zum 
Sitze der in Worms häufig abgehaltenen Heichslage zu 
dienen Wahrscheinlich gab der Umstand, dafs die Dlunze 
und der Burgerliuf sich in unmittelbarer Nähe heraiidcn, 
bei Erbauung der Dreiralligkejt>kirche Veranlassung zu 
der Annahme, dafs diese Kirche auf der nämlirhcn .Slolle 
erbaut sei, an welcher Luther sein Glaubeiisbekcniitnifs 
abgelegt habe. 

Ferner bezeichnet unser Chronist bei Gelegenheit 
der Schilderung des Itcichslagcs ebenfalls mit aller Be- 
stimmtheit den BUrgcrbuf als den Ort, wo derselbe ab- 
gehallen worden sei, indem er engt: „no. 1521 als 
D. iMart. Lutherus uf den Beichstag kommen und uf dem 



Uathhaus oder Bilrgcrhof vor Karl V. Rom. K. und 
den Heicbsständen seine Religion defeudirte etc." — Das 
Rathliaus oder der Burgerhof ist ein seit den ältesten 
Zeiten unter diesem Namen bestehendes Gebäude. Schon 
im J. 1232 wurde das Rathhaus von den Bürgern io die 
Luft ges|)rengt, ,, damit es dem Bischof nicht also kostlich 
iti seine Gewalt käme, denn er solches mit Grund und 
Boden haben wollte." Kurz nach dieser Zerstörung wurde 
der Bürgerhof wieder aufgebaut und hat im Laufe der 
Jahre die mannigl'alligsten stilistischen Verunderungen 
erfahren, jedoch immer als das genannte Gebäude exi- 
stiert. Erwägen wir nun noch , dafs in dem Burgerhofe 
regelmafsig die Reichstage abgehalten worden sind, dafs 
wir ferner sehr häufig in alten Urkunden „die Kaiser- 
stuben" des Burgerhofes erwähnt finden, und dafs die lan- 
gen, wenn auch nicht sehr breiten Flügel dieses Gebäu- 
des dasselbe zu dem gedachten Zwecke ganz geeignet 
erscheinen lassen, so durfte es nunmehr nach all dem 
vorher Gesagten kaum bezweifelt werden können, dnfs wir 
den B Urg er lio f, hinter der Drcifalligkeltskirche gelegen, 
als- den l'lntz zu betrachten haben, wo Luther vor Kaiser 
und Reich gestanden; wie sich auch bei einigen allen 
Wormser Familien die Tradition erholten hat, dnfs der 
Reichstag in dem Saale des jetzt zerstörten nördlichen 
Flugeis des Burgerhofs abgehalten worden sei. 

Schlicfslirh erwähnen wir noch der Original - Feder- 
zeichnungen von i'eter Hamann, welche zwor erst nach 



123 



Anzeiger liir Kunde ilcr deuUcheii Vorzeit. 



124 



der Zerstörung der Stadt im J. Ki'.tO gezeichnet worden 
sind, denen aber unzweifellinl't rruhere Skizzen zu Grunde 
gelegt worden. Diese ziemlich grofsen Blatter, meist 
architektonischen luhalls, sind von sehr hohem Werihe 
und belinden sich im Archive der Sladt. Unter diesen 
BUttern treffen wir auch eine Abbildung der „Kniser- 
stube'' mit der Unterschrift : „Perspeklivischo Abbildung 
der Kaisersluben auf dem linlhlinus, der Burgerliof ge- 
nannt, zu Wormbs, woriniieri dii' mm Kaiser auf den 
Reichstagen ihre Session haben pllegen zu hallen, wie 
denn Kaiser Karolus V. in höchster Ferson Ao. 15'il auf 
damaligen grofsen Iteichslag mit allen Chur- und Fürsten 
des Reichs in dieser Stuben versammelt gewesen, worin 
auch der kaiserliche Thron zu sehen und bis auf den fran- 
zösischen Brand stehen blieb." — Nach dieser Abbildung 
war der Kaisersaal eine ziemlich einfache Räumliclikcit, 
io dem edleren Stile der Renaissance ausgeschmückt. 
Der Saal selbst bildete ein längliches Viereck. Die Con- 
struktion der Fenster war höchst einfach und zeichnete 
sich nur dadurch aus, dafs jedes derselben zwei gemalte 
Wappen in Medaillon zeigte. Die Decke war in quadra- 
tischen Feldern getafell. Ebenso waren die im Saal be- 
findlichen Sitze auffallend schmuckloser Art. Nur der 
Thron zeugte von reicher Pracht. Die beiden Lehnen 
des Sessels wurden von silzendeii L()wen getragen. Die 
hohe Rückwand desselben war von zwei korinthischen 
Säulen begrenzt, welche zugirich den überhangenden Bal- 
dachin trugen. Die Rückwand selbst zierte ein kolossa- 
ler Doppeladler mit Scepter und Schwert, wahrend zwei 
darüber schwebende Genien den Reichsapfel trugen. 



Zustände. Ein iiorli z»ieifellinl'««'M Iliicliilriicker- 
Sprache und xeirlifii. 

Von Dr. h. A. Ii;irnck. 



Schrift. 
Tyiiographie. 




Drucken, in der ersten Ausgabe der Werke Hrotswilha's 
von Conrad Celtes vom J. 1501 und, mit geringer Ab- 
weichung, in dem das Jahr darauf vou demselben Dichter 
erschienen Libelliis de originc. Situ. Moribus et Institu- 
lis Norimbergae, begegnet. Da in beiden Drucken die 
Angabe des Druckers fehlt, so liegt nahe, den gewohn- 
lichen, selten erfolglosen Weg zu gehen, d. h. von den 
im Zeichen des Druckers gegebenen Andeulungen auf 
diesen selbst zu schliefsen. Aber wer oder was ist mit 
den Buchslaben A. P. gemeint? 

Mensel (bistor.-lil.-bibliogr. Magazin, IV, 328) ver- 
niuthet darunter einen Buchdrucker A. Peypus oder ein 
,,Apud Pejpum"; Saubert liest „Antonius Parmensis", 
Andere ,,Auguslii]iani Praedicalores" ; Engelb. Klupfel (De 
vila et scriptis Conrad) Cellis Protucii , il, 90) „Augusta 
Praetoria" (d. i. Nürnberg) ; K. E. Forstemann (Neue 
Millbeilungen aus dem Gebiete historisch-anliquar. For- 
schungen, IV, 174) „Albertus Pictor" (d. i. Albrechl Du- 
rer) ; Andere, z. B. Schiiizer (der Kirchen-Bibliothek zu 
Neustadt a. d. A. zweyle Anzeige, S. 24) schreiben dem 
Ccitcs eine eigene Buchdruckerci und Buchhandlung zu. 
Alle diese Vermulhungen haben jedoch iiur wenig Wahr- 
scheinlichkeit für sich, oder widerlegen sich, wie scbOD 
Forsleniann theihveise gezeigt hat, von seihst. Die Wich- 
tigkeit der Celles'.vchen Drucke sowohl, als auch der Um- 
stand, dafs die in den beiden genannten Werken befind- 
lichen llolzschnilte nach Vieler Verniuthung von Albrecht 
Dürer slanimen, macht es .-ehr wunschcnswerlh , diese 
Frage gelost zu sehen. Ha mir dies selbst auf genü- 
gende Weise bis jetzt nicht gelungen ist, so erlaube ich 
mir, sie hiemit der Aufmejksamkeit der Biblio^'raplicn zu 
empfehlen. Sollte der Basler Drucker ,\dam Petri, der 
für Nürnberger Onicinen druckte, sonst aber freilich ein 
anderes Druckerzciclien führte, darunter zu verstehen sein? 
Oder ist es das Zeichen der von Celtes gegründeten ge- 
lehrten Gesellschaft, unter deren Schutz die gennnnlcn 
Werke des Celles erschienen ? Bcmerkenswerth ist noch, 
dafs Celtes ui Nürnberg sich im Hause des VVilibald Pirk- 
heimer aufhielt. 



Di«' 1tiil7,4»ii 'Hflifii ItiilicHliiiiilt'ii iiiiil ilirc 

Kcal «Ml (IUI IL' l'i'ir ItürlK'rkiiiiilc iiii«! 

Iiil«-i*i<liir. 

Von Friede. Lalindorf in Ncnslrelili. 

Unter den Itlteren wissenschnfllirlien Zeitschriften 
Mecklenburgs verdienen vor allen die von Manlzel heraus- 



Dlbliographio. 



Das hier abgebildete ßurhdruckerzeichen, wenn es gegebenen Bu tz o w' sc h e ii Bubeslnnden (2(>Theile; 
in der That ein solches ist, ist mir in zwei Nürnberger Butzow, l'til — 67. 8.) genannt zu werden ; sie sind nber 



125 



'Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



126 



bis heute niclit in ilirer Bedeiitun? anerliatiiit, geschweig-e, 
daTs sie nach Gebuhr benutzt wurdun. Su hat z. B. Lisch, 
der für seine eindringenden und werthvollen Untersu- 
chungen zur „Geschichte der Buchdructierkunst 
in Meitl enb u rg'' (Meklenb. Jahrb. 1'539 fT.) in umfas- 
sendster Weise geforscht, den reichen einschlagenden 
Stoff der JlantzePschen Hefte völlig aufser Augen gelas- 
sen, weshalb wir uns erlauben, aus denselben hier eiuige 
^achträge und Berichtigungen zu geben. 

1. Das niederdeutsche neue Testament. Rostock. 
L. Dielz. 1539 40, welches Lisch in den Mekl. Jahrb. 
1840, S. iOU ff. ausführlich beschrieben hat, ist nach 
demselben E.xemplar bereits in den Rulieslunden VI, 
S. 43 ff. behandelt worden. Lisch irrt demnach, wenn 
er von ,, einem bisher gar nicht bekannten Werke" redet. 
Die Identität des Buches erhellt aus den Schlufsworten 
der älteren Beschreibung: „Vorne, in diesem E.xemplare 
steht geschrieben: Liber Anne Ludersen qvem ego Ilinri- 
cus Dobbin senior illi pro xenio dedi." Dieselben Worte 
bei Lisch a. a. 0., nur dafs statt Ludersen Ludeken ge- 
lesen wird. 

2. Für die spätere Ausgabe des neuen Testamentes, 
Rostock 1548,53 verweist Lisch (Jahrb. 1839, S. 138) in 
erster Linie auf Masch, Beylrrtge zur Geschichte merkwür- 
diger Bucher. Vor ihm aber iialle auch schon Jlantzel 
V, 6t ff.) das Buch eingehend beschrieben; und er ver- 
diente um so mehr eine ausdrückliche Erwähnung, als 
Masch, sein Zeitgenosse und Landsmann, keinen Schrift- 
steller zu kennen versichert, der dieser Ausgabe gedenke. 

3. Aus eben dieser Dietzischen Offizin wird bei 
Slantzel, VII, 74 ff. ein Druck vom Jahre 1527 erwähnt: 
„Rychtestich unde (I. vnde) Weghewyser in allerley Ko- 
penschop", der weder bei Lisch, noch in den reiihlial- 
tigen Nachtragen von Wiechmann-Kadow verzeichnet ist. 

Noch wichtiger sind 

4. die Mittlicilungen über die mecklenburgischen Kir- 
chenordnungen und verwandte Schriften im 1., 23. und 
24. Theile. Sie sind aber auch schon von dem gleich- 
zeitigen Masch völlig übergangen worden. Dafs sie das 
in keiner Weise verdienen, auch wo die Thatsachen längst 
anderswoher bekannt sind, ist anfser allem Zweifel; die 
leicht erkennbaren Irrthümer aber Ihätc man Unrecht, 
dem behaglich redseligen, offenen und liebenswürdigen 
Alten so hoch anzurechnen. Eine dieser Millheilnngcn 
darf sogar noch heute — trotz einer immerhin möglichen 
oder wahrscheinlichen Irrigkeit — ein allgemeines deut- 
sches Interesse in Anspruch nehmen. Es ist dii's 

5. die gleich am Anfnrii; der Uuhcstiinden (I, S. II 
bis 15) gegebene Nachricht von einer cvangel. Kir- 
chenordnung Magdeburg 1530. Ihr Titel lautet 



nach Mantzel : ,,De Kercken Ordeninge, wo me sick, beide 
mit der Lere unde (1. vnde) Ceremonien, verholden schall. 
Gedrucket tho Magdeborch. M.D.XXX" in 8. Die Schlufs- 
Schrift: „Gedrucket tho Magdeburg by Michel Lotlher." 
Umfang 22 Bogen. 

Mit warmer Liebe berichtet dann Mantzel weiter 
über de» Verlauf des Inhaltes unter Hervorhebung be- 
zeichnender Stelleu, und schliefst daran die treuherzige 
Bitte, ihm nähere Auskunft mitzntheilen. Er hat sich 
bitler in seiner Erwartung zu den Theologen getäuscht 
gesehen I 

Was aber an der Nachricht irre macht, ist Folgendes : 

a. Der Titel und alle sonstigen positiven Anfuhrun- 
gen stimmen, mit unwesentlichen .Abweichungen, mit der 
Magdeburger Ordnung von 1534 üherein (s. Masch, Bey- 
träge, S. 103 ff). Dazu kommt 

b. dafs sämmtliche Sielleu, die Mantzel anfuhrt, sich 
hochdeutsch völlig ebenso in der Nürnberger Kirchenord- 
nung von 1533 linden (s. den Abdruck bei Richter, die 
evangel. Kirchenordnungen des sechszehnten Jahrhunderts, 
I, 1846, S. 176 ff ) ; und diese hat doch erweislich der 
Magdeburger von 1534, wie der mecklenburgischen von 
1540 zu Grunde gelegen. 

Gleichwohl führe ich noch die wenigen positiven 
Angaben Mantzels an : 

„S. 120 a wird des Reichs-Tags tho Augsborch gedacht; 
woraus ein Schlufs zu machen." Vgl. Richter, a. a. 0. 
S. 202 am Ende. 
„S. 122 a wird die Ohren - Beicht ausdrücklich die Pa- 
pistische genannt." Richter, 203 a unten. 
— und knüpfe daran in seinem Namen, leider so lange 
nach ihm, die bestimmte Anfrage au Bibliographen und 
Kircheuhisloriker : Gelten Mantzels Angaben von 
derMagdeb.Kirchenordnungvou 1534? oder ist 
etwa schon vor 1 5 i3 Oslanders erster Entwurf 
gedruckt und gleichzeitig in niederdeutscher 
Uebersetzung verbreitet gewesen? 

Soviel mit Bezug und im Ansrlilnfs an Lisch, Ge- 
schichte der Buchdruckerkunst in Meklenburg. 

Was andere mecklenburgische Forschungen aus der 
Zeitschrift gewinnen kiinnten, resp. halten gewinnen kön- 
nen, liegt mir augenblicklich zu bezeichnen ferner. Nur 
hinsichtlich der dialektischen Forschungen sei noch be- 
merkt, dafs keine weilergreifende Untersuchung des rei- 
chen und sduilzbaren Materials sich entschlagcu darf, 
das Mantzel mit so rüstigem Eifer zusnmmcugelragen. 
^^'as spätere Sammler au Sprich« orlern, i. B. in den 
Mekl. Jalirh. Bd. V und VIII. milllieilen , ist neben und 
nach diesen rinlnren Siliiilzen an ftnf.-erem Uinfantr, wie 
innerer Bedeutung geradezu geringfügig zu nriincn. 



127 



Anzeiffcr für Kiiiiiie der deutschen Vorzeit. 



128 



Literatnr. 

Ilistorisches 

Gedicht. 



Dafs endlich die Zeitschrift auch filr literarische Fra- 
gen von o-emcinsam deutschem Charakter nicht ohne Wcrth 
ist, dafür genüge das eine Beispiel, dafs die Nachrichten 
von dem Leben und Schriften des Erasmus Alberus (NM, 
41 ff.) es wohl verdienen, den Angaben bei Godeke 
(Grundrifs, S. 359) hinzugefugt zu werden. 



liiicli. 

Milgetheilt von Adolf Hube, li. Archivralh, in (lolliii. 

In der herzoglichen Schlofsbibliothek zn Gotha be- 
finden sich ein paar Bände „Altdeutsche Ilolzschtiitte" 
(Xylographica, Nr. 13), aus deren zweitem wir in ge- 
treuen Abschriften folgende Gedichte von Pamphilus Gen- 
genbach mitlheilen, die dem Dr. Karl Gudeke noch 
nicht bekannt waren, als er mit seiner grofsen Literatur- 
kenntiiifs die tielTliche Ausgabe der Schriften dieses 
Schweizerdicliters (bei K Humpler in Hannover. ISöl!) 
veranstaltete. Die Gedichte dienen zur Erklärung zweier 
Holzschnitte, auf deren einem 15 Personen im Karten- 
spiel um einen Tisch sitzen und stehen, anf dem anHern 
eine noch grufsere Anzahl vorr Personen in Karten- und 
Würfelspielen an drei Tischen sicli darslellen. Die Buch- 
staben vor den einzelnen Strophen deuten anf diejenigen 
Personen der nilder bin, die mit denselben Bnclislalien 
bezeichnet sind. ^\ ir hi.-^seii liier luiwiclist die zn let/,- 
terem gehurigen Verse in getreuem Abdruck folgen. 

I. 

Diß new Bockspjl ist gemacht zu lob vnd cren dem 
aller durrhleilchlignsten , grü|Jmflchligosten herren, Herr 
Carle, erwolter Bnmscher Kling, Knng jn Hyspanien vnd 
Neapels etc. Geborncr Eertzhertzng yn Osterich etc. Vnd 
Wirt di(5 spyl wären hifj das man zeit M.CCCCCx.vxj 
Jar. Diser zyt nemen gar eben war. Darnach wirt sich 
der Bock verkeren, Vnd wirt der Christen gloub sich me- 
rcn. Lob vnd danck sy golt dem lierriu. 

A. Knng Karle. 
Dem llnp hin ich zu iung gewesen, 

Slächer hat sunst nit gfnrt dz wäsen 
Als dan geschshen ist bi|5 bor, 

I)i|i spyls so neinendt eben war, 
Dz heisl der Bock nach teUtscher art, 

Frärkrych hnlt ich gern yn ein kart. 

li. Der kung vö Frack rieh. 
liTi t\os\i hat ich allein den bracht 
Der teufel hnts bocken erdacht 



Hab mich meyläd" Burgüd verwege, 

Frackrych wil ich in bock auch gebe. 

C. Der Ilertzog vö meiland. 
Das lob ich golt zu aller fryst 

Das dir der hochmut "legen ist, 
Bi(J har bin ich der narr gewesen, 

Wil wider jelz die kart vfflesen. 

D. Der Vened iger. 
Darumb will ich mein galt behalten, 

llellTen am rad gar dapITer schalte 
Das der Fratitzoji v(J dem Meyland, 

Vertrieben werd mit grosser schand. 

E. Der Türck. 
Der Bock ist auch vff micli erdacht, 

Karle zn rösche kling driib gmacht 
Das er Conslantinopel wider gwin 

Das nem er im nun nit yn sin. 

F. Der küng vö Böhem. 
Die wyl gwysaget ist hie vor, 

Das schwartz vnd gele lange hör, 
Sollend gewinnens heylig grab, 

Karle so hab kein grusen drab. 
Gold vnd gelt band wir genug 

Dz BocUspyl ist gar wol mein fug. 

G. Ilertzog Ferdinand. 
Das frow dich liebster hnider mein. 

Nach de vnd gseit haiid die nierlin, 
So sol der Tnrck erschlage werden, 

VVoI vir der Agryppinisch erden 
Von eim Spaniol ist teUtscher art, 

Darumb bring ich bar miiche kart. 
Wie wol der Frantzoji vyl Ibilt brache, 

Wyll ich mein beid grojivätter reche. 

II. Der Ba pst. 
De|i bocks de|J will ich müsig gan. 

Mich rewt dz ich mich so vyl han, 
Bcmyst dar yn fUr ander lut, 

Mochls wol engelten mit der zyt. 

I. Der kUng vö Engellad. 
So stand ich hie vIT gutem won, 

Viid kan den bock gatz nilt verston 
Waii ich ielz wer mit glimpIT dar von 

Woll de{5 Frantzosen mussig gon. 

K Der Eydgnofs. 
Als mich der Bock will sehen an, 
Wend wirs Fralzosen mussig gan 
Und nticli kUng Karle haogcn an. 



129 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



130 



L Der by schotr vö Men tz. 
Nun mag iclis by der warheil jähen, 

De Bock wolt Ich ein end gern sehe 
In der wal wolt vii|5 ein je<ler leren, 

Ich hoff wir haben gwelt noch cre. 

M. Der Pfaltzsrra ff. 
All wält die warfTt vIT mich das loß. 

Ich wer auch ein heimlich Frätzoß 
Dos ich doch als verachtet han, 

Vnd wie ein frommer fürst gelhan. 

N. Der li e r t z o g v fp s a c h |5 s e. 
Soll ich ein wiilchen gwclet han. 

Das wer mir vbel gstanden an. 
Dan mein vordem die Romsche krön 

Had bracht mit gwalt in tusch natiö 

0. Marffraff vü bradebnrg. 
Ee weit ich nit habe das laben, 

Das ich eim walche dwal seit gebe 
Aber ein Fürst von öslerrych 

Der reiriert mit eren wol das rych. 

P. Frantziscns Sickinger. 
Ein houptmanii bin ich yn dem rych, 

Geystlich wSltlich gilt mir glych, 
Wurd noch gar vyl thiin reformieren. 

Ich hasses als thun nit hoffieren. 

Q. Byschoff vö Metz. 
Das sind wir all wol innen worden 
Du fürst ein wüsten rüters orden. 
Ich hoff du werdest dran erworge. 

IV Bruder Vyt. 
Osteryeh das ist mein vITenhalt 

Darumb gänsz ich hie mit eewalt, 
Der pauren anschleg ich oll brich, 

Deß hasset auch der bnndscbu mich. 

S. Der pau r. 
Billich sollen wir euch hassen 

Wed^ gänjj hürer Ihund ir vnß lassen 
Nent vn(i das brot vnd auch den wyn, 

Der tüfel mufs Uwer beichtvatler sin. 
T. Der Land tzknecht. 
Defs han ich die gnnfs iiTi hafTenrülT 

Got geb wen nur der vnfal trSlT, 
Die kugel lyt an jrer stnt 

Als Maximilianus bgeret hat. 

U. Verstand diji Spyls. 
Diß spyl sollu versla nach den Buchstaben ABC so 
findstu eidcn fUrstc mit scim Spruch. Dar nach so merck 



welche kart vmbkert ist, bedut das selbig la"d verloren, 
vnd hat jellich kart denselbe zeichen. Die schlang be- 
deut meyland. Das krUtz Burgund. Der adler vor de 
Türeken Constaiitinopel etc. 

I' a m p h i I i u s G c n g e n b a c h. 



Ein uiibekniiiiteüi ileiitHclieN MrliaiiMpIel uraum. Poesie. 
dr«i 15. Jnlirli. 

Von Prof. Dr. Karl Barisch in Rostock und Oberappella- 
tionsrath Frhr. v. Tucher in München. 

(Fortsetzung.) 

Um einen BegrilT von dem poetischen Werthe des 
Werkes zu geben, lasse ich einen kleinern Abschnitt hier 
folgen, weil griifsere Millheilungen der Baum nicht src- 
slattet. Nach der fast in allen Osterspielen wiederkeh- 
renden Scene zwischen dem Salbenverkäufer, seinem Knecht 
Rübin und den drei Marien, die aber hier weniser pos- 
senhaft und komisch ist als sonst (wie überhaupt dem 
Verfasser komische Scenen wenig gelingen), begeben 
sich die Frauen an das Grab. Für die folgende Scene 
sind zum Theil Stellen aus alteren Osterspielcn benutzt. 
Die lateinischen Gesänge sind mit Noten begleitet. Der 
Inhalt derselben ist gleich nach dem lateinischen Te.\te 
immer durch deutsche Reime ausgedrückt. 

(S. 201) Maria Magdalena canit. 

Quis reiioluet nobis ab lioslio lapidcm quem tegere 
sanctum ceriiiniüs sepulchrum. 

F i n i t^ d i ci t. 
we ist iiynian bey dem grab 
Der vns den stein bueb her ab 
Wir sehen also gern 
JhiTi cristum vnsern bcrrn. 

Tunc angelj iiuipiunt canere in sepulchro 
(juem queritis o trcmule mulieres in hoc tumulo 

ploraiites : 

Vriell dicit. 
Wen sucht ir drey frawen 
So frw bey dem grab zw beschawen *) 
Oder was bedeut ewr grosses klagen 
Das soll ir vns hie nun sagen. 



*) Ursprünglich hicfs es wol sfl fruo in dem lonwc^ 
wie S. 260 in der Scene mit Rubin tlebi : Wns sucht 
ir so früe in dem t ii U b c. 



131 



Anzeiger für Kumic der (leiitselicii Vorzeit. 



132 



Ueiudc marie simiil canuiit. 
JliiTi iiazarenum cruciiixum querimus 
Fiuil() Secuiida maria Jacobi dicit 
(S. 262.) Wir suclieii JliiTi der (gemartert ist 
Von uazaretli der da lieist jliu crist. 
A II g e I i c a n II M t. 
Non est hyc quem querilis sed cito euntes nun- 
ctiatc discipulis eius et pelro quia surrexit jhus alla~: 
Secundus angelus vriel dicit. 
Secht des er nicht hie ist 
Den ir sucht zw diser frist 
Durnmb g-cl hjn viid seit fro 
Viid sags seine jungern vn pelro 
Das sy gendt geu galilee 
Da vinden sy in als ee 
Waii er ist iiie erstanden 
Von des bittern todes panden : 
Et in ci p i un t canere. 
Venite et videte Locum vbi pusilus erat dominus 
allu alla 
Cherubim dicit. 
Get her vml schaut die slat 
Üa jhus angelegen liat 
Da ist nicht änderst denn ein tüchleiu 
Da jhus ward gebunden ein 
Teicia maria magdaiena dicit. 
Warliili wir müssen die warheit jelien 
Das grab hab wir Icr gesehen 
Das weilen wir den jungem lilagen 
Vnd wellens auch petro sagen 
(S. 263.) Das wir viis also haben verspät 
Das yn vnser licyiie gesehen liat. 
l'rinia maria saluinc canit. 
Ad monumeiitum venimus gemcntcs angelos domini 
vidimus scdenlcs et diccntcs quia surre.xit Jhüs allä. 
Fiiiit(> dicit. 
Wir kummen zw dem grub gegangen 
Do warden wir gar seiion entpfangen 
Von dem engil ilcm was gach 
Aus seinem munde er da sprach 
Das jiius war erstanden 
Vnd gen gailylea gegangen 

S e c 11 n d a maria Jacobi dicit. 
Nun süllen wir durch got 
Halten des engeis gebot 
Wir sollen es zw diseii stunden 
Seinen jungern verkünden 
Das sy all in der gemein 
Desler frölichcr möchten gcscin 



Tercia maria magdaiena dicit. 
Ir vil lyeben Schwester mein 
Nun get hyn zw den jungern sein 
Vnd sagt in die rechten mer 
Wan ich hab noch grosse schwer 
Die ich trag an dem hcrczcn mein 
Von dem blttcrii tude sein 
Das mag ich nicht bctagen 
Ich muß weinen vnd klagen 
Das ich in also hab verlorn 
Den icli mir zw trost het erkorn 
Das kann ich nicht vberwindcn 
Ich werdt in das wider vinden 
Darumb wil ichs an ein endo kumeii. 
Wer in doch aus dem grab hat genumen. 

Et sie valodicit alias duas mulicres et ipse 
maiiet sola alia due cantant in recussu ga- 
lileam : 
(2G4) Ihü nostra redempcio Amor et desiderium deus 
Creator omnium homo jnfine temporum. 
Tandem '.ia maria magdaiena plangit vlterius 
cantans Cum vcnissem viigere mortuum monu- 
meiitum inveni vacuum hew nescio recto 
disceniere vbi pussum magistrum querere 
Ich kam zw salben jliiTi den loten man 
das grab was lere 
ein eiigel sagt mir mer(e) 
dw solt woseii fro 
sag seinen jungem vnd petro 
das er sey erstanden 
von des todes panden*): 

(S. 265.) Finitp dicit. 

we der leidigen, mere 
Wan das grab ist lere 
Wo ist nun hyn mein trost 
Der mich von sruiden hat erlost 
Der mir mein sUndl vergab 
Den sacli ich legen in ein grab 
we vil siiesscr jhii crist 
Trost mich ob dw erstanden bist. 
Namentlich die letzten Verse sind gewifs alt. Sie 
stammen noch aus der mittelhochdeutschen Zeit und sind 
rirhlig gemessen nach dem (lesetz der iillcrn Verskiinst. 
Ebenso die folgenden, die ich ins Mhd. umschreibe : 
(S. 268.) herre vetcrlichcr trösl 

pistil duz si'i pin ich erlöst 

*) Dil- Uciin/ciliii nirlil iiligisrl/.l, mit Musiknolcn. 



133 



Anzeiger lür Kuiule der ileutschen Vorzeit. 



134 



von allen mineii sorgen 
du pist mir noch verporgen 
ö herre vater J6sü crist, 
troeste mich su dil ez bist. 
(Sclilufs folgt.) 



bulaiii utiaciim alia piclura ab Alberto Durer Norimbcrge 

postea emta, quae in cnpella s. Valeuliui 

crucis lur curavit picbe de 

Termeuü vieiiioruni Curtaz . . . 



Das Bild soll wunderbar gut erhalten sein. 



Kunst. l'eber ein Allitrliilil von ITIirlinel It'olil- 

ijdende Kunst. gennilll"). 

Malerei. 

Von Dr. E. II. Costa in Laibach. 

In den Sammlungen des gelehrten Italieners Dr. Aless. 
Volpi, dereu einen geringen Theil ich bei dessen Auf- 
enthalt in Laibach zu sehen Gelegenheit hatte, belindet 
sich auch ein Kunstwerk, das für die deutsche Kunstge- 
schichte von hervorragender Bedeutung ist. Es ist ein 
auf Holz gemaltes Allarblatt Michael Wohlgemut h's, 
vorstellend das Slartyrium der h. Ginlitta, einer römi- 
schen Matrone, deren Fest nach dem Holland. Kalcnd. 
auf den 16. Juni fallt. Es ist nicht Oelgemalde, sondern 
Temperamalerei, und zwar, wie bereits gesagt, auf Holz, 
welches am Hucken mit Ducateugold belegt ist. Die 
Grofse des Bildes betragt 4 Fufs in der Hohe, 3 Fufs 
und etliche Zoll in der Breite. Es enthalt fünf l'ersoncn, 
von deneu vier die genannte Heilige martern, indem 
sie ihre Wunden aulreifsen und siedendes l'ech hinein- 
traufeln. Sie aber spricht gleichsam die um ihr Haupt 
geschriebenen Worte : „Gratias tibi ago, quod me cum 
filio meo etc.". lieber die Entslehunfrszeit, die Bestim- 
mung und den ursprünglichen l'reis des Bildes gibt nach- 
stehende, im Archiv von Termeno (an der Etsch in Südlirol) 
behndliche Urkunde Aul'schlul's : „Anno dinni MCCCCL.W 
spectabilis honio geoigiiis Laugenmantel de Termeno a 
piciore Norimperge pretio CCCCC deiiariornm rhenens. pro 
eccia S. Julite et Uuirini Termeni emit tabulam pi- 
ctam in qua martirium s. Julite matris extat. Hanc ta- 



•) Wir Iheilen diesen Aufsalz mit, indem wir auf die Be- 
denken, welche den Kunslhislorilurn und uns dabei 
aufslolsen, nur hinweisen. Michael Widilpemulh war 
bekannilirli um 1470 bei weitem nicht der einzi:;e, 
selbst nicht der einzige bedeutende Maler in Kürnberg. 
Zugleich verbessern wir hier einen Irrthum in dem 
Aufsätze Über unbekannte Ei n li I a 1 1 d r iirU r in 
Kr. 2 dieses Jahrgänge.«, Bckannlliih licl.s U. /. litrkcr 
keine neuen SKicke schneiden, Sündern war im lle^itz 
der alten, aus der Derichaiii»clien .Sanunlung slanimcn- 
den Originale. 

Anni. d. Bcd. 



Altem Üilatuieiiliiieli tier KeirliHHiailt iMiiy. Land u. Leute. 

17 I) r r. /• 1 !• 1 Stiiiilewcseu. 

Von rrolessor Ur. üengler zu hrlanecn. 

(Schlufs.) 

7) Wir haben gesetzt vnd geordnet wä zway Elichü 
menschen ain man vnd ain fraw by ainander sind vnd 
der man vor siner Elicheii husfrowen von todc abgat vnd 
by der selben frowen Elich lib Erben ainen oder mer Siin 
oder tochtran verlassen hctt So sol der frowen ir mor- 
gengawb alles ir gewand vnd frawenklaynat das zu irem 
lib gehöret vnd das best bett vnd was darzü gehöret von 
aiiiem pfulwen ki'issi lilachen vnd allain einem dekklach 
oder golter oder aber ainem dekpctt weders Si wil, vor- 
ufs volgen vnd werden, vnd was des vbrigen gntz ist, 
das der man nach tode verlassen hat, da sol dii müter 
ain kind zii haissen vnd sin vnd allii du recht darzii 
haben als andrii iri'i kind ains darzü hat vnd haben sol, 
vnd das mit andern iren Elichen kinden gelich Erben vnd 
lailen. vnd wer das icht leben da wiren des die fraw 
oder die tochter nit geuShig wören, das so! in mit an- 
derm gut widerleil vnd erfollet werden also das der mu- 
ter vnd iren kinden desselben vbrigen giitz alles an w erü 
ainem als vil folgen vnd werden sol als dem andern vn- 
geuarlich. wi-rcn auch kind da, knaben oder tochtran die 
vor des vaters tode vfsgestürt wSren was deuu den ze- 
haimstür geben vnd worden w6r, die Süllen das wider- 
umb yn legen an geliehen lail, vnd denn aufahen zetailen 
in aichelen wise ligentz vnd varenlz aigen vnd leben 
nichtz vfsgenommen, denn dns der niiiter vorufs volgen 
sol als vor beschaideu ist. welhes kind abiT das vor 
also vfs gesliirt wir solich sin Iniimstür al.s vor stat, nit 
ynlegen wolt, der sol och mit der ibeiiannten Erbschaft 
nichtz mer ze schalTeii hiin ihkIi darnach zrsprerhen de- 
hainswcgs. wi^rc auch das sy an solich Erbtailung von 
harnasch oder verligung wegen mit ainander irrtig wur- 
den so sol ain Kate den gewalt haben dry von irem Itälc 
darzü zcgeben vnd wie ,Sy <lie dry darunih entschaiden 
nach verligung vnd pclrgcnluiit der sarh daby .".lillen sy 
auch denn gentzlich belihen. Actum in vigilia Mathci 
apostoli anno dm. millimo cccc'"" Tricesimo quarto. 
(Bl. 51b u. 52.) 



135 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



136 



8) Wie man die gelegen giit fertigen sol. 
Es sol nufi'irohin dehain burger noch burgerin hie koia 
gelegen gut das hie in vnser stat ysin oder in den ge- 
richten zwingen vnd bannen gelegen ist nirhlz verkonlTen 
noch anders fertigen (sol) denn vor Haut vnd gericht hie 
zu ysin vod sullen das der schriber noch der amman sust 
nit schriben noch besigeln, sunder der koufl't vnd die fer- 
tigung sust kain kraft iiaben in kaitien weg (Bl. 75b.) 

9) Wort MOltwer. Item wort vmb wort ist not- 
wcr doch nii woit iimb wurt vnd nit «itlcr (Bl. S2b.) 

10) Ulf der von Isni freihait ist die erst frag also 
Üb es an der zit sy das man richten sull vber das plüt. 
Die ander frag ob der richter das gericht verbannen süll. 
Die drit frag ob so uil schub oder vergicbt da sy ob er 
denn besser tod sy denn lebendig. Die vierd frag was 
tods man im an liin sull. Die fünft frag wer das räch 
oder aferte mit Worten oder mit werken, das der in den 
selben schulden sin sol (das verkundt der amman). Item 
wenn aiii Kaut vber ain schädlicheu mann die vrlal ge- 
spricht darnach sol man in in den stok legen vnd so 
er in den stok gclait wird so sol man denn die grofsen 
gloggen vber in lülen vnd darnach als sich das volk 
samlet die schuld vnd mifstat vber in verlesen vnd ver- 
künden. Item wenn aln Kant ain schädlichen mann mit 
foltren im turun gichtiget welicher des Uaulz denn zu- 
mal daby nit war noch anhaimisch ist wenn man denn 
vber in vrtailen wil vnd si denn zu mal anliaymin vnd 
im Baut wären, das ouch die mit sampt den andern die 
by der vergicht gewesen sind auch sprechen vnd vrtailen 
vnd sich dawider nit setzen sullen. (Bl. 109.) 

11) Ao. Ixxviij frawen recht schulden halb. 
Baut vnd gemaind hat gesetzt welicli fro oder tochter 
die kain man hat schulden macht die mag man vfs kla- 
gen. Aber welichc fro ain mann hat die ist nit mer ge- 
waltig denn vj den. als uon alter her komen ist. w()lt 
sich aber ain fraw mit irem mann umb ain schuld ver- 
schriben oder mit sampt dem mann ain schuld machen 
das hat nit kraft Es bescheh denn mit ains Kantz verijUn- 
sten darumb sol auch der schriber kain brief machen noch 
der Amanii besiglen ane ains Kautz erloben. (Bl. 110.) 



Mrliöne Frauen zu liehen. Sianis- 

anslalten. 
Von Dr. C. B. A. Kickler, Professor, in Mannheim. Lclinwcscn. 

In dem vom Freiherrn Fr. von Berlichingen zu Mann- 
heim demnächst zu verOfTenllichenden Werke Über sei- 
nen Ahnherrn Golz mit der Eiseuluiiul wird ein Lehen- . 
revers des G()tz von Berlichingen (wohl des altern) gegen 
den Grafen Georg von Castel verolTentlicht werden. 

Dat. montag nach couceptionis maric (26. Merz) 
1498. 

In demselben kommt folgende merkwürdige Bestim- 
mung vor : ,,das ich . . zu rechten manlehcn enlpfan- 
gen habe dise hernach geschriebene lechen . . . nemli- 
chen zwey und vierlzig schiling pfefiig drey und scch- 
zi.jh pfenig alle jare ain atzung mit zwelff pferden darzu 
ain gut mall den eyllT pferden sullen sie geben eylfT 
metze Ilabern vnd dem zvvelften zwo metze Ilabern ai- 
nem Ilabich soll man geben ein hune dreien winden ein 
preie vnd darzu ein schon frawen aulT guettern 
Hewssern und Hofritten zu Kandesagher" etc. 

Was bedeutet nun die letzte Bestimmung? 

Dafs sie sich nicht auf die Wjndluiiide beziehe, son- 
dern auf eine Leistung an den Lehensträger, ist klar. 

Mufste aber dem letztern beim Besuche bei seinem 
Lchcnsherrii etwa eine Leibeigene gestellt werden ? 

Möglich ; ähnliche Bestimmungen sollen sich bis in 
die Neuzeit erhallen haben und wären eine weitere Aus- 
dehnung des droit de Seigneurs. 

Allein es scheint uns die Sache der Fassung nach 
doch eher ein weiteres Ein kommen zu !^e\i\ und sich 
an die Schillinge anzuschlief.<en. In <liesem Falle wäre 
es der Zins, den eine zu Kand.sacker ansässige feile Dirne 
von ihrem Gewerbe dem Gutsherrn zu entrichten hatte. 
So kommt auch „die Juden verleihen" stall des von ih- 
nen fallenden Schulzgeldes vor. Freilich ist es auffal- 
lend, doch nicht ohne Beispiel, dafs das Gewerbe der 
„schonen Frauen" oder llubscherinnen sich bis auf die 
Dörfer erstreckt haben soll. Weitcrc Aufklärung wäre 
jedenfalls erwünscht. 



(Nit einer Beilage.) 



VeranI wörtliche Rednclion : Dr. Freih. v. u. 7.. Aufsefs. Dr. A. v. Eye. Dr. (i. K. Kruniiiinnn. 
Verlad der literarisch -artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nurnlierg. 



U. E. Scbnld'ichc Buchdruckercl. 



BEILAGE Zü)l A\ZEI(;ER FÜR KUXDE DER DEITS( I1E\ VORZEIT. 

1859. J\? L April. 



Chronik des jreriiijuiisclicii Musculus. 



In Folge der Versendung des Jahresberichts, deren in der 
vorigen Kummer Erwähnung geschah, sind bereils einzelne 
günslige Berichte eingelaufen. Von Sr. Hoheit dem ller/.oge 
Ernst von Sachse u-A Ite nburg ist ein BcitJag von 40 
Thaleni übersendet worden. Wie im vorigen Jahr, hat Se. 
Durchl. Landgraf Ferdinand von Hessen- Homburg auch 
diesmal wieder, neben dem regelmal'sigen Jahresbeitrag, dem 
Museum ein aufserordentliches Geschenk von 50 fl. zugewen- 
det. Ebenso hat Se. Durchl. Fürst Günther von Schwarz- 
bu rg-Ru do Is t ad t ein wiederholtes Geschenk von 2 Fried- 
richsd'or und Se. Erlaucht Graf Botho zu S lolberg- Wer- 
nigerode einen aufserordentlichen Beitrag zum Karlhausen- 
bau von 25 Thlr. übersendet. Eine ungewöhnliche Beisteuer 
ist dem Museum in dem Ergebnifs einer Wette zum Be- 
irage von 50 fl. .'US Stuttgart geworden. Die freie Stadt 
Frankfurt a M. hat für dieses Jahr einen Beitrag von 100 fl. 
(das Doppelte der Vorjahre) bewilligt, und der Sladimagisirat 
zu Erlangen zu einem jährlichen Beitrage von 10 fl., der 
Sladtmagistrat zu Langcnzenn von 2 0., die Gesellschaft 
des Casino in Zweibrück cn von 10 fl., das k. k. Gymnasium 
in Linz von 5 fl. ö. W. und die k. k. Oberrealschule daselbst 
gleichfalls von 5 fl. ö. W. sich verbindlich gemacht. Das Er- 
gebnifs der Agentur Nördlingen, wovon in der vorigen 
Nummer die Rede war, fällt noch in die Zeit vor der Aussen- 
duBg des Jahresberichts, wie hier berichtigend bemerkt wird. 
Um so entschiedener tritt der patriotische Sinn der Bewohner 
Nördlingens zu Tage, der, wie wir nicht zweifeln, zu vielen 
gleich erfreulichen Kundgebungen Anlals geben wird. 

Von Geschenken, welche in letzter Zeit den Sammlun- 
gen zugekommen sind, ist zu nennen: eine grofse Anzahl 
Kupferstiche und Ilandzcichnungen von den Herren (iebrüdern 
Chevauxlegers-Rittmcister Alexander S e uff e rh e I d zu Ans- 
bach und Pharmazeuten Friedrich Seufferheld zu Re- 
gensburg, ferner eine Anzahl Regesten aus Wien. 

In Lübeck wurde auf Veranlassung des dortigen Mu- 
seums -Bevollmächtigten in der „Gesellschaft zur Beförderung 
gemeinnütziger Thatigktit" von dem Herrn Oberlehrer Sar- 
lori ein Vortrag über das gcrm. Museum gehalten. 

In Schriftentausch mit dem Museum sind getreten: 

die Society imperiale des antiquaires de France in Pa- 
ris und 
der Vorarlberger Museums-Vcrcin in Brcgenz. 

Von nachbenannten Buchhandlungen sind BeilrittscrkU- 
ningen erfolgt : 

371. Franz Sandbok in Steier, 

372. Karl Kohler jun. in Darmstadt, 

373. Alfred Sartorius in Barmen, 

374. Karl Frauenstcdl in Greifs wald. 



Neue Agenturen wurden errichtet in Schw. Gmünd, 
Schw. Hall und Steier. 

Dankend bescheinigen wir den Empfang der nachstehen- 
den Geschenke : 

I. Für das Archiv. 

Heinrich Otto, ilililhnuer, zu iNnrnberg: 
1163. Kaufbrief .Mbrcchl tJreyniolls zu Regensburg für Kon- 
rad den Wildenbcrger daselbst. 1400. Pgm. 
A. Keitz, Bibliothekar, zu Fulda: 
11Ü4. Schreiben des Abtes Balthasar von Fulda. 1602. Pap. 
1165. Schreiben der Gräfln Sibilla Christina von Hanau. 

1642. Pap. 
1166 — 1190. Verschiedene Schreiben, Erlasse und ein Be- 
richt aii.s den J.ihrtn 11558-1835. Pap. 
Nicolaus V. Urbanstadt , k. k. Finanzbezirkscommis- 
sär, zu Eger : 

1191. Bürgschaftsleistung d. .Tan von Spitrrenberg zum Frczs- 
sen gesessen. 1387. Pap. Abschr. 

1192. Quittung d. Priorin Gertraud vom Kalharinenkloster zu 
Nürnberg. 1436. Pap. 

1193. Abialsbrief d. Bischofs Johannes v. Ilierapolis. 1453. 
Neue Pap. ,\bschr. 

1194. Schreiben e. Kardinals an die Stadt Eger. 1472. Pap. 

1195. Erlal's d. Pfalzgrafen Friedrich bei Rhein a. d. Stadt 
Eger. 1472. Pap. 

1196. Beglaubigungs-Schreiben d. Burian , Herrn v. Gulten- 
stein u. auf dem Breitcnslein. 1430. Pap. 

1197. Schreiben d. Philipp von Sircke, Domprobsts zu Trier. 
1480. Pap. 

1198. Schreiben d. Raths der Stadt Zluticz. 1486. Pap. 

1199. Schreiben d. Ballis der Stadt Bcrschaw. 1486. Pap. 

1200. Schreiben d. Markgrafen Friedrich u. Sigmund v. Bran- 
denburg. 1489. Pap. 

1201. Schreiben d. Aebtissin zu Teynicz, Scliwester Barbara 
Pranthnerin. 1492. Pap. 

1202. Schreiben d. (Jebrüder Huschko und Jan, Herrn von 
Sebergk und Zinplan. 14Ü5. Pap. 

1203. Tauschbrief üb. e. Tausch zwi.ichen Christoph v. Wirs- 
berg u. Hans Endres v. Trautlenberg. 1597. Pap. 

1204. Decrcl d. rOm. Kaisers Ferdinand II. weg. d. W<nicos- 
laus-Klosters zu Eger. 1627. Pap. 

120.5. Ein Fascikel von 52 l'rkundennbschriftrn u. mehr. No- 
tizen (li( Sliiill hiidiin in Bolinii'n betr. Pap. 
K. A. HÖatermann, k. pr. I.nndgerichl.irnth, zu Saar- 
brücken : 
1206. Ehevertrag d. Job. v. Ilillefsheim lu Nhoin mit Katha- 
rina, ehel. Toiht. d. Pcler v. Drie»ch». 1586. Pg"'- 



139 



Anzeiffer für Ktiiuie der dculsclioii Norzeii. 



140 



1207. Ehpverlrag d. Daniel v. Ilillershcim mit Jiulilh von Kat- 
lerliarh. 1Ü6.1 Pgni. 
Karl Bernhard Elis, Architekt, zn Ilalbersladt : 
120S. Rcformaliun u. Willkür, auch üiltbuch d. Gemeinde zu 
Grofsen-Harfsleben. 1517. Pap. 
Au^. Abel, Gjninasialprofessor, zu AschalTenburg : 
120;t. Tc-liiMR-nt d. hunig. Zwiiklin zu Aurnbg. 1474. Pgni. 

F. A. Grofse, Advokat, zu Allenburg : 
121U. Tc.-iiriHiit d. Ilcr/ogs Ludwig v. Württemberg. 1592- 
Kcuere I'ap. Absebr. 
K. Chi. Frhr. v. Reitzenstein, z. Z. in München : 
1211. Mehr. Vertrüge zwisch. d. Kcichsst. Nürnberg, d. Plalz- 
grafcn b. Rhein u. d. Ganerben v. lUithenbcrg von 
1470— lüGl. Neuere vid. Pap. Abschr. 

II. Für die Bibliothek. 

Gustav nayer, Verlagsh., in Leipzig : 

6988. Joh. Falke, d. Gesch. d. deutschen Handels, l. TheiK 
1859. 8. 

6989. W. Beste, die bedeutendsten Hanzelredner d. alt. lulh. 
Kirche. 2. Bd. 1858. 8. 

Franz Bock, Conservalor, in Köln : 

6990. Kirchenschmuck. Redig. v. Laib u. Schwarz. 2. Jahrg. 
1-2. Ilcfl. 1S5,S. 8. 

Oesammtverein der deutschen Geschicbts- u. 
Alterthumsvereine in Siuiigart: 

6991. Iitr.s., t'orrespoudcuzblall. 7. Jahrg. Nr. 2—4. 1858 
u. 59. 4. , . ,, 

Dr. A. Namur, Professor u Bibliothekar, in Luxemburg: 

6992. Uers., Jean liothe. (I. J. H. 

Georg' Franz, Buchh., in München : 

6993. h. Zculs, d. Herkunft d. Bayern v. d. Markomannen. 

1857. 8. 

6994. Speculum Ecclesiae .Vlldculsch. Ilcransg. v. Joh. Kelle. 

1858. 8. 

Job. Bär, Buchh. u. Antiquar., in Frankfurt a M. : 

6995. C. >V. Ilulfmann, die eheliche Gütergemeinschaft nach 
Frankf. Slatutar-Recht. 1837. 8. 

Bayrhoffer'a (Oscar Ebrhardl's) Universitats- Buchh. in 
.Marburg : 

6996. J. G. Kelber, die kirchlichen Gcbr«uche. 1859. 8. 
Frledr. Beg-ensberg, Bnchb., in Mun.iier: 

6997. I'. \\ iiiii «.-ki , s\sl(Mi. Vir/.eicbn. der in d. Progr. d. 
Preufs. Gymnasien u. Progymna.sien in d. J. 1825 — 41 
erschien. .Mihandl. IHll. 4. 

K. Frhr. v. Reitzenstein, ?.. Z. m Munihrn: 

6998. V. Kaiser, d. Wappen d. Städte und Markte im Ober- 
donaukreif. 1834. 4. 

6999. P. Ocilerrricher, d. Burg Ncldeck. 1819. 8. 

7000. Der«., d. Burg Sircitbcrg. 1819. 8. 

7001. Der»., d. zwei Burgen Tuchersfcld. 1820. 8. 

7002. J. V. Fink, Vers. c. Gesch. d. Vicedomamtcs Nabburg. 
1819. 8. 



7003. E. Drnnkc u. J. C. v. Lassauh, d. Mallhias-Kapclle bei 
Kobcrn a. d. Mosel. 1837. 8. 

Histor. Verein für Kraln in Laibach : 

7004. Dcrs.. Miiihcilungen, reilig. v. E. Rebitsch, Forts. Nov. 
u. I)i-c. 1858. 4. 

Verein f. thüring. Gescbichts- n. Alterthums- 
kunde in Jena : 

7005. Ders., Zcitscbrilt. 3. Bds. 4. Hell. 1850. 8. Forts. 
Dr. K. V. IVeber, .Minislerialrath, üirector des llaupt- 

slaatsarcbivs zu Dresden : 
700G. Uers., z. Chronik Dresdens. 1859. 8. 

Polytechnischer Verein in Würzburg : 
701)7. Drrs., Wuchenschrill. Nr. 6—9. 1859. 8. 

Dieterlch'sche Buchh. in Göttingen : 

7008. G. Wailz, eine ungedrnckte Lebensbcschr. d. Herzogs 
Knud Laward von Schleswig. 1858. 4. 

Verein für meklenburglsche Geschichte und 
Alterthumskunde i" Schwerin : 

7009. Dcrs., Jalirbiicher. 23. Jahrg. mit Ouartalber. XXIII, 
■J. n. 3. u. .WIV. I. 1,S.-)S. 8. 

Histor. Verein für das wirtembergische Fran- 
ken in Mergentheim : 

7010. Ü. J. II. Sihönhuth. Woltram von Nellcnburg. 1859. 8. 
Directorium des Gymnasiums zu Linz : 

7011. 5 Programme des Gymiias. 18.54 — 58. 4. (Jos. Gai«- 
berger und (ig. Schaflinger.) 

Primbs, RtchtspraKlikant, in Nürnberg : 

7012. Api.iriuiu Salcriiilaiium. 1708. 4. 

Nie. von Urbanstadt , k. k. Finanzbezirkscommissttr, 
in Eger : 

7013. Bericht der Handels- und Gewerbkanimer in Eger. 
1851, 52, 58. 8. 

7014. 3 weitere Schriften. (Stalulen und Recbnungsabschlufs.) 
4. u. 8. 

J. C. V. Hueber, llaüplmann, in Ulm : 

7015. Taschenbuch f. Natur- u. Gartenfreunde. 1795—99. 12. 
Dr. Johann Schenk in Linz : 

701IJ. Job. Hühner, g.ntalog. Tabellen. 1. Tbl. 1719. qu. 2. 

7017. Oeslcrrcichs Politik und Kaiserhaus. 1815. 8. 

7018. A. Demaricau, atlas pittoresiiue , mit Notizen. 0. J. 
gr. 8. 

7019. L. Förster u. A. Demaricau, Beschreibung der Slaats- 
eisenbabn von (llmiltz bis Prag. 1845. gr. 8. 

7020. Die Warte an der Donau. 25. Jahrg. 1843. 4. 

7021. Jahresbericht der Handels- und Gewerbokammer f. d. 
Erzherzogin. Ocslcrr. ob der Knris. f. d. J. 1854 — 5('). 
1857. 8. 

7022. Auszug aus dem slatisl. Berichte d. Handels- und Ge- 
werbeknmnier Obero.slerr. f. d. J. 1857. 18:)8. 8. 

7023. Knccolla degli edilti, ordini . . . pubblicati dalla regia 
provvisionale deleguzione dcl ccnlesimo generale dcllo 
stalo Milano. 1802. 2. 

7024. Kaccolta . . . dalla real giunta etc. 1802. 2. 

7025. Relazione dello stalo, in cui ai trova l'opera del ccn- 
sinicnlo univ. del ducato Milano. 1802. 2. 



141 



Anzeiger Cur Kunde der deutschen Vorzeit. 



142 



7026. 11 weilen- Schriften. Patinlc, VerlrHfe elc. 2. u. 8. 
Dr. LudMvig Häufser, Professor, in Heidelberg : 

7027. Ücrs., deutsclie Geschichte v. Toilo Friedr. d. G. 1. 
Bds. 2.-5. Ug. n. 2. Bd. 1858-.59. 8. 

Friedr. Wagner, geh. He;;. Kaihs Wiitwe. in Allcnburg : 
702b. Kr. Magner, die Einrichlungen für die Gesundheit der 
Stadt .Vllenliurg während des Mittelalters. 0. J. kl. 8. 

Ant. Emmert in Trienl : 
7nL'<l. A. li. An7.(.lclli, Slräul^chen. 18,')9. 8. 

M. Du Mont-Schauberg''sche Biuhh. in Köln : 

7030. Orirari für chrisll. Kiinsl , heransg. v. Fr. Baudri. Nr. 5 
u. <;. 1859. 4. 

PoBSert, k. Lieutenant, in Neustadt a/.\. : 

7031. Zigeunerischer Kunststücke N&tivitrtten Ilanddeulungcn 
Callcnder. 1G78. 4. 

7032. Marcus Freund, a. u. n. astrol. Teutscher . . . Calen- 

(i(T. i(;."i4. 4. 

B. G. Teubner, Verlagsh., in Leip/.is : 

7033. Ulrichi Ilulteni opera, ed. Ed. Böcking. Vol. I. 1859. 8. 

7034. \V. l'ückert, die kurfürstl. Neutralität während des 
Basier Concils. 1858. 8. 

Decker'sche geh. über-llofbuchdruckcrci in Berlin : 
703.'). II. Stephan, Gesch. d. Preuls. Post. 1859. 8. 

Carl B. IjOrck, Buchh., in Leipzig : 
703Ü. II. Conscience, Gesch. v. Belgien. Aus dem Fliim. v. 
0. L. B. Wolff. 1847. 8. 

7037. E. de Bonnechose, Johann Hüls und das Concil zu Con- 
stanz. 1848. 8. 

7038. C. F. Allen, Geschichte von DSnemark. 1849. 8. 

7039. K. Haltaus, Gesch. d. Kaisers Maximilian I. 1850. 8. 

7040. J. F. Schröder, Gesch. Karl d. Grofsen. 1850. S. 

7041. A. Fayc, Geschichte von Norwegen. 1851. 8. 

7042. G. Gallois, der Ilansabund. 1851. 8. 

7043. L. Storch, Geschichte Kaisers Karls V. 1853. 8. 

7044. \. Gcisler, Gesch. d. alten u. mittleren Zeil. 1853. 8. 

7045. J. Wenzig, westslawischer Märchenschatz. 1857. 8. 

7046. C. F. Allen, Geschichte der dänischen Sprache. 2. ThI. 
1857. 8. 

Akademische Bmhh. in Kiel : 

7047. 11. liaijen , Beilrag zur Geschichte der Kieler Universi- 
lal. 1859. 8. 

A. Sartorlns, Buchh., in Barmen : 

7048. C. G. Seibert, Deutsche Abende. Vorträge. 1. ThI. 
1859. 8. 

7049. L. H. II. Langensiepen, Abrils eines Neubaues d. Sprach. 
Wissenschaft. 181S. 4. 

7050. G. II. von Uandenborgh, die 300jährige Jubelfeier der 
evang. Gemeinde Burg. 1855. 8. 

7051. J. L. Konig, der Evangel. Bund. 1848. 8. 
70.52. Der neue Eulcnspiegel. IS.^iO. 8. 

K. k. CentralcommlBsion zur Erforschung^ und 
Erhaltung: der Baudenkmale in Wim : 
70.'>.'i. Dir.«., >lilihiiluii[.'.ii. Jan, u. Febr. 1859. gr. 4. 

Graz & Oerlach (Itud. Munnirh), Biichhdl., in Frcibcrg: 
705-1. A. Breilliaufil, die Bergslndl Frcibcrg. 1847. 8. 



7055. F. L. Becher, die Mineralogen G. Agricola u. .\. G. 
Werner. 1819. 8. 

7056. M. F. Grälzschmann , Sammlung bergmännischer Aus- 
drücke. 1859. kl. 8. 

7057. Ch. F. Miinzing, Beschreibung der Saline Dürrenberg. 
1808. 8. 

7058. D. G. J. Hübler, synchronistische Tabellen. 1802. qu. 4. 

7059. J. S. Göbel, Ursprung der Consistorien. 1794. 8. 

7060. Ch. W. F. Sclirnid, Bruchstücke einer Gelehrlenge- 
schichle von Marienbergcrn. 1806. 8. 

7061. Neue (iedanken vom Ursprünge des Wortes Lehn. 2 
E.xemplare. 1783. 8. 

7062. D. G. J. Ilubler, synchronisl. Tabellen der Völkcrge- 
schichtc. 1799 — 1804. qu. 4. 

7063. F. A. Ebert, über ofTentliche Bibliotheken. 1811. 

7064. Ch. G. Flade, röm. Bergrecht. 180.3. 8. 

7065. W. t. Gotzingcr, Geschichte und Beschreibung des 
Amtes Hohnstein. 1786. 8. 

7066. Kunz von der Rosen. 2 Thie. 1792 - 94. 8. 

7067. Neues Museum für die Sachs. Geschichte, Literatur und 
Staatskunde. 2 Bde. 1800 — 1801. 8. 

7068. Statuta der Stadt Freiberg v. J. 1676, herausg. von J. 
Ch. F. Gerlarh. 1803. 4. 

H. Gerlach, Buchdruckereibesitzer, in Freiberg : 

7069. Frciberger Stadt-, Land- und Bergkalender 1820, 47, 
52 - 59. 4. 

7070. Die Feier des 17. Febr. etc. 1844. 8. 

7071. M. Hempel, condiinrinm Saxonirum. 1619. 4. 

Henneb. alterthumsforschender Verein in Mei- 
ningen : 

7072. Ders., neue Beiträge zur Geschichte deutschen .\Iter- 
thums. Herausg. durch G. Brückner. 1. Lfg. 1858. 8. 

K. Gesellschaft für nordische Alterthumskunde 

in Kit[t('nliagL-n : 

7073. Dies., Sk'moires, 1845 — 7 u. 1848—49. 8. 

7074. En vandring gjennem Jaegcrspriis's have og lund. 
1858. 8. 

7075. .\llas d'Archeologie du Nord. 18.57. gr. 2. 

C. Hingst, Buch-, Musik- und Kunsth., in Stralsund :| 

7076. E. II. Zober, zur Geschichte des Slralsunder Gymna- 
siums. 1839 - .55. 4. 

7077. Frz. Wessel, Schilderung des kathol. Gottesdienstes in 
Stralsund, herausg. von E. II. Zober. 1837. 4. 

7078. A. Brandenburg, Geschichte des Magistrats der Stadt 
Stralsund. 1837. 4. 

7079. G. Mohnikc, des Job. Krcdcrus Leben und geistl. Ge- 
sänge. 1840. 4. 

7080. Z. Orlhus, Lobgedicht auf Stralsund, von E. II. Zober. 
1831. 4. 

70S1. Snnrrr Sturlasnn. Ilriinskringla. Aus dem l.'-liind. v. 
<;. Mohnikc. 1. leimig) Bd. 18;)7. 8. 

7082. Slralsunder Chroniken, herausg. von Mohnikc ü. Zober. 
2 Thle. 18.13-43. 8.. 

7083. J. J. Grumbkr, gesnmm. Nnchrirhicn lur Geschichte des 



143 



Aiizeiijcr für Kiiiult' dcv dnilsilipii Vorzeil. 



144 



ehem. Cislerz. Konnenkloslers Sl. Maria in liirfrtn. 
1833. 8. 

7084. Unpedr. Briefe Albrechls von Wnllensicin und Gastav 
Adolfs. Ilcraiisg. von E. H. Zober. 1830. 8. 

7085. A. Brandenburg, Jobann Albert Dinnies. 1827. 8. 
708G. W. Meinbold, huniorisl. Keisebilder. 1837. 8. 

7087. K. Lappe, Mitgabe nacli Bilgen. 1818. 8. 

7088. A. Brandenburg, wo stand Stralsund ror GOO Jabrcn ? 
1830. 8. 

7089. W. Bruggcinaon, Ansichten von Bügen, 6 Blltr. 0. J. 
ipi. 4. 

A. T. Kruse, Gcwandhaus-.VIlcrniann, in Stral.^iind : 

7090. Dcrs., Snndische Studien. Zwei Saniniluni;cn. 1851 
-55. 4. 

7091. Dcrs., drei Worte vomF'ommorscben Sunde. 1810- 54. 4. 

7092. Ders., Berichte in die lleimath. 1850. 4. 

7093. Ders., die Verhandlungen Über den Sundzoll in den 
preufs.' Kammern. 1854 — 55. 1858. 

7094. Derselbe, 2 weitere kleinere Schriften. 1828 u. 53. 8. 

Königl. Gesellschaft der Wissen«cliaften in Got- 
tingcn : 

7095. Dies., Gotting. gelehrte Anzeigen. 3 Bde. 1858. 8. 
709i;- Dies., Nacbriihlen. 18.')8. 8. 

Comite der Jubiläumsfeier in München : 

7097. Ed. Fent.srb, (icdcnKliudi der Juliilauinsfeier Münchens 

ilN Sipl. IS.'iS. s. 

Rud. Frhr. v. Stillfried-Rattonitz, k. preiils. Kam- 
merer, Oberceremonicnmeislcr u. wirk!, geh. Kalb, Exe, 
in Berlin : 

7098. Ders., Allertbnnur u. Kunsldenkniale des Erl. Hauses 
llf.honzollern. Lfg. G. 18.59. gr. 2. 

Dr. G. C. F. laiscb, grofsherz. meklenb. .Vrchivar, in 
Schwerin : 

7099. Ders., zur Geschichte der Tfcrdczuchl in Meklenburg. 
1856. gr. 8. 

K. A. Höstermann, k. preufs. Landger.- Balh. in Saar- 
brücken : 

7100. Thomas de Thomaseltis, Florcs Legvm. 1661. 16. 

7101. Sanctvm Jesv Christi Eiiangolium. 1,538. 16. 

7102. Wappen der Kamilie v. Kopping und anderer mit ihr 
verwandter .Vdeliger. 5 BIttr. 4. 

710.1. 6 weitere Schriften neueren Inhnlls. 4. u. 8. 

Bluseumsverein für Vorarlberg in Bregcnz : 
710^1. Dcrs., Statuten. lh.-)8. 8. 

7105. Ders., 1. Bechenschaftsbericht. 18.59. 4. 
F. Tempsky, Vcriag.ibuch., in Prag : 

7106. A. Schleicher, llandbiicb der litauischen Sprache, l. u. 
II. 18.56 — 57. 8. 

Joa. Max & Comp., Huchh., in Breslau ; 
71U7. 1. II. tiorlicli, die i'ranionslratenter und ihre Abtei zum 

hl. Vincent (in Breslau). 2 Thic. 183G— 41. 8. 
7108. I'h. Ko.xcnthal, poesco« medii acvi medicae spcciniina 

Donnull». 18'12. 8. 



Hahn'scbe llofbuchh. in Hannover: 
71U9. J. Beck, Lehrbuch der allgein. Geschichte. 7. Aufl. 
1859. 8. 

7110. L. Bar, zur Lehre vom Versuch und Theilnahme am 
Verbrechen. 1859. 8. 

7111. Tb. Witlstein, fünfstellige logarithm. trigonometrische 
Tafeln. 1859. 8. 

Bibliographisches Institut in llildburgbausen : 

7112. Hut;. Ilühii. l"|"ii;r.-.sliili.sl.-hislor. Lexikon von Deutsch- 
hinil. f,. Udo. 1>1',I. gr. 8. 

K. Akademie der 'Wissenschaften in Erfurt : 

7113. P. Cassel, Erfurter Bilder und Branche. 1859. 8. 
Beda Franz, Sladtpflcger, in Rotlweil : 

7111. II. liucki;aber, Geschichte der Frei- und Bcichsstadi 
Bollwcil. 2 Bde. 1835 — 38. 8. 

7115. v. Langen, Beilrage zur Geschichte der Sladt Rotlweil 
1821. 8. 

7116. Verzcichnifä der altdeutschen Schnitzwerke u. Malereien 
in der Sl. Lorenzkapclle zu Koltweil. 1857. 8. 

7117. Vetter, GedenkbUchlein auf die liidnsIrie-.Xustellung in 
Villingcn. 1858. 8. 

G. Braun'sclie llofbuchhandl. in Carlsruhe : 

7118. Zeitschrift für die Geschichte des Überrheins. Ilerausg. 
von F. J. Mone. 10. Bd. 3 Heft. 1859. 8. 

Ij'institut historique in Paris : 
711'.i. D.i.^s.. LinvistigMlcur. 290. u. 291. Livr. 1859. 8. 
Agentur des germ. Museums in Berlin: 

7120. Die lio:iig.-kron.-. G. Aiill. 1 S5(;. 8. 

J. Noiriel, Buch- und Antiquarhdl. in Strafsburg: 

7121. i'fenrl-.Vlbuni. Gaben elsiissischer Dichter, gesamm. 
von Th. Klein. 1859. 8. 

C. A. Kooh'S Virl.-Buchb. (Th. Kunike) in (Jreifswald .- 

7122. .\ lliilir, llenKnKiler nicderdculsclicr Sprache und Li- 
teratur. 1. ü. 2. Bdchn. 18.50 u. 51. kl. 8. 

Redaction der numismatischen Zeltung in Weis- 
sensee : 
712.'). Niniiisiiialisclie Zeitung. i\r. 1 — 4. 1859. 4. 
E. L. Kling, liüclihdl. in Tuttlingen: 

7124. A. Scblude, das Donaulhal. 18.58. 8. 

7125. Ansichten vom Donau-Tiiale. 4 Blttr. 0. J. qu. 2. 
C. A. Händel, Verlagsbuchh., in Leipzig: 

7126. Deulschland. Gallcric pittoresker .\nsichten. 52.--C0. 
Lfg. (18,59.) 4. 

'Wilhelm Nitzschke, Verlagsbuchh., in Stuttgart : 
712T. M. Ililfarl, l)enls( bland, sein Volk und seine Sitten. ]. 
u. 2. Lfg. 18.59. 8. 
Brodtmann'schc Buchh. (Ch. F. Stotiner> in SchalThausen: 
712S. Schallhausen und seine Uingebiingen. 1842. 8. 
7129. Die Schweiz. Illustr. Monatsschrift, herausg. von L. 
Eckardt n. P. Volniar. 2. Jahrg. 3. Heft. 1859. 4. 
'Verein für hamburg. Geschichte in Hamburg: 
7i:;(i. Ilcr.^.. ZcilMlirill, 1. Il.l.>. 1. Hell. 1858. 8. 

Job. Lud'W. de Bouck in ll.-miburg: 
7131. Der»., die Begrabnilstafel aus der ehem. Domkirche in 
Hamburg. 1855. 8. 



145 



Anzeicrer für KuikIc ilor deulsclien Vorzeil 



14Ö 



7132. Ucrs., kleiner Beilrag zur Kalender-Literatur. (1858). 8. 

7133. Ders., ein Brief des Organisten Job. Kellner. (1858.) 8. 
Dr. Zjndw. Perger, fiirstl. löwenstcin'schcr Bibliothekar, 

in hli liiliiuliMiii : 
7l;i!. Dirs,. ulitr iliu .Miiiisterisclien Erljdinlcr. 1858. 8. 

Graf Karl Giech, KrI., in Thurnau : 
7135. L. I'ernice, die staatsrechtlichen Verhaltnisse des Grafl. 
Hauses <;icch. IS.'.it. 8. 
K. Chi. Frhr. v. Reitzenstein, z. Z. in München : 
713lJ. Ilrur. (iraiiimalru.«, a\n ncw künstlich Buecb . . . wel- 
ches lernet nach der ceniaincn rcgcl Uelre. 1518. 8. 

7137. 4 Mandate das Filrstentb. Ualberstadt betr. 1709—12. 
i|u. 2. 

K. bayer. Akademie der Wissenschaften in 
München : 

7138. Dies., Monunicnta saccularia. III. Classe. 1859. 4. 
Dr. Warnkönig, geh. liofrath und l'ror, in Stuttgart : 

7139. .AUssager des scicnces histuriqucs. 1. — 3. Livrais. 
1858. 8. 

7140. Seances et travaux de r.Acad^mie des sciences mora- 
les et poliliques. 10. u. 11. Livrais. 1858, u. 1. — 3. 
Livrais. 18.'j9. 8. 

Histor. Verein für das Grofsh. Hessen in Damt- 

sladt : 

7141. Ders., Archiv. 9. Bd. 1 Heft. 1859. 8. 

7142. Üers., Urkunden zur hcss. Landes-, Orts- u. Familien- 
geschlihtc. 5. u. C. Hfl. 2 Ex. 1858. 8. 

Trowitzsch & Sohn, llulliuchdr., in Frankfurt aO. : 

7143. Monatsschrift für deutsches Städte- u. Gemeindewesen, 
herausg. von A. I'iper. 5. Jahrg. 3. Heft. 1859. 8. 

F. Symon de Carneville, k. bayer. Hauptmann, in 
München : 

7144. K. Kieffe, Geschichte der Fremd- Truppen im Dienste 
F'rankreichs. Deutsch von F. S. v. Carneville: 2. Bd. 
7. Lfg. 1850. S. 

Dr. A. Ii. J. Blichelsen, geh. Justiz- u. Oberappella- 
lionsgcr.-Rath u. Professor, in .lena : 

7145. Frisiae septenirion. vetus Jus aggerale. 1859. 4. 

7146. Berichte der k. süchs. Gesellschaft der Wissenschaften. 
Sil/nng am 12. Dec. 1858. 8. 

C. Leemans, Director des Reichs-Museums für Alterthü- 
nier, in Leiden : 

7147. Ders., een paar Anmcrkingen betrekkelijk de jongsle 
pogingcn van Tarquini cn Slickel. 8. 

A. Fahne, Friedensrichter u. Gulsbes., zu Fahnrnliurg : 

7148. Ders.. Geschichte der Grafen, jetzigen Fürsten zu Salni- 
Reifferschcid. 2. Bd. 1858. 2. 

7140. Der»., die Dynasten, Freiherren und Grafen von Hoch- 
holtz. 3. u. 4. Bd. 185« u. 57. 2. 

7150. Der»., die Herren u. Freiherren von llovcl. 2. u. 3. 
Bd. 1856. 2. 

7151. (Ders.), Geschichte der Familie von Stominel. 1845. 2. 

7152. Ders., die Grafschaft und freie Reichsstadt Dortmund. 
2. lid. 1. u. 2. Abth. u. 3 Bd. 1855—56. 8. 



71.53. Ders., diplomatische Beitrage zur Geschichte der Bau- 
meister des Kolner Domes. 2. Ausg. 1849. 

7154. Ders., die Weslphalen in Lübeck. 1855. 8. 

7155. Ders., das fürstliche Stift Elten. (1850.) 8. 

7156. Ders., die Düsseldorfer Maler -Schule. 1837. 8. 

7157. Ders., meine Schrift „die Düsseldorfer Maler- Schule." 
1837. 8. 

7158. 4 weitere kleinere Schriften von ,\. Fahne. 1849 u. 
1851. 8. 

Dr. Frhr. Roth v. Schreckenstein, Rittmeister a. D., 
in LIni : 

7159. H. Graf, das Kloster Bebenhausen. 1828. 2. 

7160. Colloi|via Erasmi, verdeutscht durch Justus Alberli. 
1545. 2. 

Bauer' & Raspe, Verlagsh. (Jul. Merz) in .Nürnberg : 

7161. Zcilschnll li;r die hullurgescliichte. Herausg. von Job. 
Müller uiul ,Joh. Falke. 1859. Aprilheft. 8. 

G. Reichardt, Buchh., in Eisleben : 

7162. K. Krunihaar, Dr. Martin Luthers Vaterhaus in Mans- 
feld. 2. Aud. 1859. 8. 

7163. F. Giebelhausen und F. G. Tauer, derr ohie Mansfaller. 
Dichlungen in Mansfelder Mundart. 1859. 8. 

E. Lambeck, Buch-, Kunst- und Musikhandl., in Thorn : 

7164. .1. E. Wernicke, Geschichte Thorns. 2 Bde. 1842. 8. 

7165. A. G. IL Lambeck, Geschichte der Begründung u. des 
M'achsthums d. Reformation in Westprcufsen. 1850. 8. 

7166. L. Prowe, IVicolaus Copernicus in seinen Beziehungen 
zu dem Herzoge .\lbrecht von Preulsen. 1855. 8. 

Dr. C L. P. Trofs, Oberlehrer, in Hamm : 

7167. Levülds von iNorlliof Chronik der Grafen von der Mark; 
verbess. u. vervollstünd. von C. L. F. Trofs. 1859. 8. 

C. Frauenstedt'S Buch-. Kunst- u. Musikh. in Greifswald : 

7168. Uebei die Allmarl,. 2 Thic. 1800-02. 8. 

7169. D. Bauke. Miltheilungen über die Stadt und den Kreis 
Gardelegen. 1832. 8. 

7170. Joacb v. Alvensleben's christl. Glaubensbekenntnifs. 
Im J. 1566 aufgestellt. 1854. 8. 

7171. Neueste Weltkunde. Von H. M. Malten. 1. — 4. Bd. 
1844. 8. 

7172. Thüringen und der Harz; .33. 42. Hfl. 1842. 8. 

7173. überuiayr, Bildergallerie kathol. Misbrflucbe. 1784. 8. 

7174. Haminiird. Hiise iliirrh ttberschlesien. 1787. 8. 
K. K geog-raph. Gesellschaft in Wien : 

7175. Dies., Mittheilungen. 2. Jahrg. Heft. :!. Redig. v. F. 
Fotlerle. 18.')8. 8. 

III. Für die Kunst- und Altortlmms- 
samnüung. 

H. Otto, liildhaucr, in Nürnberg: 
271s. Ue(;eii.sliiirt'er Sillieriniinze v. 1510. 

J. C. V. Hueber, llanptiunnn, in Ulm : 
2749. 2 medaillenforiiiige Ziiinkapseln inil eingelegten Bil- 
dern zur Verherrlichung der Siege der Verbündeten 
über Napoleon I., v. J. 1813 u. 14. 



117 



Anzeiger für Ktimlo der deutsdieii Vorzeit 



148 



Dr. J. H. V. Hofaer- Alteneck, Prof. u. Constrv. d. 

verein. Sniiiinl. in MuikIhii : 

2750. 4 beiende Personen, Minialurmalerei v. Ifi. Jlidl. 

2751. Ein Henker, Federrchg. v. 16. Jhdt., Bruchstück. 

2752. 6 Blüller mit GcfaTsen u. Gcrflthen in Handzeichnun- 
gen V. IG. Jhdt. 

2753. Ori^iDiilsiegel v. 15. JhdI. 

K. Chi. Frhr. v. Reltzenstein, r. Z. in München : 

2754. !• l!eis|iii-lo von l:il.schliih den alten nachgebildeten 
Bliniaturmalereien. 

2755. 10 echte Miniaturen v. 15. u. IG. Jhdt., Wappen, Kand- 
veriierungen u. s. w. 

2756. 3G Initialen, Schriftproben u. s. w., v. 14. — IG. Jhdt. 

2757. Grabstein des Wolf von .Maxirain, Tuschzchg. 
275S. Ein Schropfer, nicderl. Radirung v. 17. Jhdt. 

2759. Beispiel der Fälschung einer allen Handzeichnung. 

2760. 12 kleinere Oelmalereien auf Wachstuch v. 18. Jhdi. 
27G1. Facsiniile einer Schriftprobe v. 1492. 

27G2. Bractcat der Stadt .lena. 

Dr. Ebersberger, prakl. .\rzl, in Nürnberg: 
27G'!. .Nnrnlirrf;<r Kreuzer v. 1G5G. 

Tümmel, Buehdruckereibesitz.er, in Nürnberg: 
2764. 3 bayr. Silbermtinzcn v. 16. u. 17. Jhdt., 1 österr. v. 
1643 u. 2 Silbermünzen von K. Leopold I. 
V. Kraatz-Koschlau, Licuien. im 2. Dragonerreg., in 
Wi.lderil.er;;: 
27G5. 1 hebräische Kupfermünze. 
27G6. 4G neuere Siegel. 

2767. 25 kleinere Silbermilnzen verschiedener Länder vom 
11. — IS. Jhdt. 
Evangelische Kirchenverwaltung' in Nuniberg : 
27G8. Ein Bild Christi von Holz, v. 15. JhdI. 
27G9. Ein .Vllar mit cesehnitztcn Holzliguren v. 15 Jhdt. 
Nlo. Urban v. Urbanstadt , k. k. Finanzbczirkscom- 
missar, in Eger : 

2770. Originalsiegel v. 14. Jhdt. und 4 Lackabdrilcke von 
solchen. 

Fr. K&roUna Sendelbeck in München 

2771. Perle aus einem allgerm. Ilalsschmucke. 
Ungenannter in Nürnberg : 

27Tl'. l'iirUal des Georg Ludwig v. Seinshaim, Holzschn. v. 
IG. Jhdt. 

2773. 1 griech. Münze von vcrgoldclcm Kupfer u. 2 vcnetian. 
Silbermünzen des Dogen Dandolo. • 

2774. Turnose u. 3 kleine Silbermünzen v. IG. Jhdt. u. v. 
1G51. 

C. Hingst, Kunst- und Buchh., in Stralsund: 

2775. .; \ri.ichlen von der Insel Bügen, Schwarzkst. 
V. KcBsel, Major z. 1)., in Bellevuo bei Berlin : 

277G. 8 l'hoio(;rapl)ifen nach allen Wappen und Teppichen 
mit l)ar<.lrllui]een aus ricn hriei;en de« gr. Kurfürsten. 

Landwirthschaftliche Krelaschule zu Lichtcnhor: 

2777. Eine ausgegrabeiic, wahrseheirjlicli aus dem 30jflhr. 
Kriege «tummcndc Kanonenkugel. 



C. A. Höstermann, U. pr. Landger.-Bath, in Saarbrücken : 

2778. .\nsiehl der Sladte SaarbrüeUen u. St.. Johann, Holzschn. 
v. 18. Jhdt. 

2779. Vicrhellcrsliick v. 1759 u. 4 Kupfermünzen v. 18. Jhdt. 
C. B. Elia, .\rchilekl, in HalberstadI : 

2780. Die Verkündigung Mariac, Wollenwirkerei v. 15. JhdI. 

2781. 3 gestickte Wappen v. IG. Jhdt. 

2782. Ein irdenes Grabgefals, ein Steiiikeil und ein Slcin- 
hammer, im Hartigau ausgegraben. 

Krell, Bürgermeister u. Polizeidirector, in Meiningen : 
278.3. 8 Lackabdrücke der Siegel der Stadt Meiningen aus ver- 
schiedenen Jahrhunderlen. 
Werner Frhr. Spiegel zum Desenberg in llalber- 
.sladl : 

2784. Schwäbischer Braeteat v. 13. Jhdt. 
Seybold, KraulerhUndler, in Nürnberg: 

2785. 2 kleine SilbermUnzen v. 17. JhdI. 
Städtler, Nadicrmeister, in Fürth : 

278G. Kleine Silberniedaille auf Kardin. Job. Friedrich, Erz- 
biselinf vnti Mainz. 
Eugen Fistoriua, Numismaliker, in Zerbst : 

2787. Braeteat der Stadt Jena u. ein anderer der Stadt Kyritz. 

2788. 4 Silbermünzen der Bislhümer Bamberg, Merseburg, 
Naumburg u. Strafsburg v. 11. — 15. Jhdt. 

2789. Denar der Ablei Weilscnburg v. 13. JhdI. 

2790. 2 Deulschordensmunzen v. 15. Jhdt. 

2791. 5 sachsische Münzen v. 15. Jhdt. 

2792. Tiroler Münze von Maximilian I. 

2793. 3 Kupfermünzen v. 15. Jhdt, v. 15.38 u. 1680. 
Engelhardt, Privalier, in Nürnberg : 

2Ti)l. lliile von Ellenbein mit eingravierten Figuren v. 17. Jhdt. 

Hans Frhr. v. u. z. Aufsefs, I. Vor.stand des germ. 
Museums : 

2795. Ifroncemedaille auf die Jubelfeier der Münchner Aka- 
demie. 

Zeuner, Angestellter in der Kammgarnspinnerei zu Wöhrd 
hei Nürnberg: 

2796. Musler von allen Leinen- u. WoUenslolTcn , bei Blainz 
gefunden. , j; 

J. G. Zeltner, Fabrikbes. u. Grolshündler, in Nürnberg: 
2797- Kostbarer hronleuchter, aus einem Hirschgeweih und 

einem geschnitzten Drachen zusamniengcselzt, v. 16. 

Jhdt. 
Alex. Seufferheld, Uiiimsir.. u. Frledr. Seulferheld, 

Pbarmazeul, Gebrüder, in .Vu.'.baeh und Kegensburg : 
2793. Eine Sammlung von 186 Kupferstichen iinil llandzcich- 
nungen : Slaminbauine, Porträts, Leichenzuge, Epita- 
phien und Sarge Brandenburgischer Fürsten, Wappen, 
Grabsteine u. s. w. 
Kramer, k. Bezirksrath, in Nürnberg : 
27li'.i. Ein auf liirkenrinde gedruckter Kupfcrslich v. 17. Jhdt. 

Sommer, Bildhauer, in Frankfurt n'H. : 
2800. Gypsabguls eines gr. Porlratrrliefs des Kurf. Job. Friedr. 
v. Sachsen. 



149 



Anzeig'er lür Kunde der di'iilsclu'ii \'(irzcit. 



150 



G. H. Müller, Firma M. ilelnr. Müller, in Leipzig: 

2801. Silbermedaille auf Bischof Karl v. ülmiilz, 1704. 

2802. Kleine Karle von Schlesien in einer Silberkapsel mit 
dem rorlralniedailloii Friedrichs d. Gr. 

A- Frickhinger, Sladt- u. Landralh, in Kordlingen: 
280J. 2 Faniiliensiegel des Aordling. l'atriziergeschlechles d. 
Frickhioger. 



J. Eckhardt S. in Kordlingen : 
2804. Buchdruckerzeichen des Jod. Badius Asccn. 

Se. Durchl. reg. Fürst Heinrich LZVII. von 
Reufs-Schleiz zu (itra: 
2b0y. Fursll. reulsischer Thaler v. 1635. 

Weig^el, riarrcr, in kadolzburg : 
2806. Facsimile zweier Inschriften zu Kadolzburg v. 15. JhdI. 



(Jiroilik der liisloiisclieii Ycreiiic. 



Wie es in der IValur der Sache liegt, ist die Bearbeitung 
der Special- und Lokalgeschichle allen Vereinen die ge- 
meinsamste und zugleich die von allen am eifrigsten und 
folgerichtigsten ausgeübte Thäligkeil. Dieses Vereinswesen 
ist das Organ der (icschichtswissenschafi , welches diese am 
innigsten durch Heranziehung einer selbsllhatigcn Theilnahme 
mit dem sröfslen Theile des Volkes, den weiteslen Kreisen der 
Gebildelen verbinde). Wenn wir wollen, ist diese Thöligkeit 
freilich wieder eine Zertrennung der Geschichtswissenschaft 
in ihre Bestandlheile, eine Auflosung der allgemeinen dcut- 
Bchen Geschichte in Special- und spcciellsic Geschichten; aber 
nur so ist eine Heranziehung aller Landes- und Stamnics- 
Iheile zur Ihatigcn Förderung der Wissenschaft möglich. Uem- 
gemal's arbeiten denn auch die historischen Vereine am leb- 
haftesten und umfangreichsten auf dem Gebiete der besonde- 
ren Landes- und ürlsgeschichte und verbinden damit die Ge- 
scbichle der regierenden Fürslenhauser , der adelichen Ge- 
schleqhler, der Kloster und Kirchen, der bürgerlichen und 
bäuerlichen Gemeinden, sowie das gesanimte Gebiet der gei- 
stigen und materiellen Kultur, die Geschichte von Slrafsen- 
nnd Verkehrswesen, Ackerbau, Industrie und Handel, Aber- 
glauben und Keligion, Sitte und Recht, Schul- und Kirchenwe- 
een. In der Darstellung der politischen Geschichte iiincrlialb 
raumlicher Gebiete eingeengt, sind schon deswegen die Vereine 
gezwungen, das ihnen angewiesene Feld nach allen Kichlungen 
zu durchforschen ; aufserdem ist noch jeder Verein auch durch 
die Art seiner Zusammensetzung, die Kenntnisse und Bildung 
seiner Mitglieder zu solcher gcschichlswissenschafilichen Tha- 
ligkeit angeregt. Im Kinzelnen bemerken wir auch hier wie- 
der Verschiedenheilen, je nachdem die Gesehichle des Landes, 
einzelne aus derselben hervorstechende Momente, die Kegie- 
rung oder Personlichkeilen Eindufs üben. Die Vereine des 
Königreichs Bayern fahren fort, der Orlsgeschichtc ihrer Ge- 
biete, der Geschichte der Dorfer und Gemeinden, der ade- 
licben (ieschlerhier und ihrer Burgen und Schlosser eine be- 
sondere AüfmrrksnrMkril zuzuwenden; der Verein für Tirol 
bat mit besonderer Vorliebe den Krieg von 180Ü behandeil ; 
der Verein für Frankfurt, die beiden hessischen Vereine ha- 
ben der Rechtiigescbichte und der Kullurgeschichic mehr als 
andere Vereine Aufmerksaaikeit gescheuki; der thüringisch- 



sächsische Verein der alteren Rechtsgeschichte; der Verein des 
Osterlandes (Altenburg) der Geschichte dieser Stadt und der 
Keforination, soweit sie dieses Gebiet betrifft; die Vereine 
Westfalens der älteren Rechtsgeschichle, der Geschichte der 
Reformation und der Wissenschalten in Biographieen; die nic- 
derlai.dischen Vereine der polilischen Geschichte des Laudcs 
wahrend der bedeutsamsten Perioden; der Verein für Ham- 
burg der Geschichte der Kirche und der inneren Entwicke- 
lung der Stadt; die Vereine für Schleswig-Holstein-Lauenburg 
der Geschichte ihrer Fürstenhäuser und deren Beruhrungen 
mit dem dänischen und den nordischen Reichen ; der ineklen- 
burgische Verein der Geschichte der F'ürslenhausr, der adeli- 
chen Geschlechter und ihrer Burgen, der Stadi- und Landge- 
meinden, der Klöster und Kirchen ; die Vereine in den rus- 
sischen Ostseeprovinzen der Geschichte dieser Länder unler 
dem Deutschorden, dem Kirchen- und Schulwesen. Unter den 
Vereinen Oeslerreichs hat der Verein für Siebenbürgen der Er- 
forschung der inneren Kullurgcschichle. der Enlwickilung 
des Schul- und Kirchenwesens, der (ieschichte des Handels 
eine besondere Aufmerksandieit gewidmet; die historische Sek- 
tion der k. k. mahrisch-schlesischen Gescllscliafl der Geschichte 
der Studien und Schulanslallcn. des Rechts- und Kirchen We- 
sens, der Gewerbe und des Handels. 

Als eine weitere mit Erfolg geübte und das gcsnmiule 
Vcrcinswesen besonders kennzeirhnrude Thaligkcil lubcu wir 
noch ihre Erforschung des deutschen .Vltcrthums, ihre Samm- 
lung, Darstellung, Erläuterung zur Geschichte der bildenden 
Künste früherer Zeilen hervor. Bei den meisten Vereinen ist 
diese Thaiigkcit schon im iNamen und in den Slalüten als 
eine hauptsächliche feslgcsUlll, bei einzelnen «Is die alleinige, 
und sie besieht vorzugsweise im Sammeln und zwccknialsigen 
Aufstellen der hieher gehörigen Gegensiflndc des Allerlhuins 
und der Kunst, im Erhallen der nlTenllichcn Denkmäler, welche 
sonst der Zerslorung hcimfallen wurden, im Beschreiben, Er- 
läutern und Abbilden des Erlnrsclilen und Gefundenen. Je- 
der Verein, sobald es seine Millel erlauben, bat seine beson- 
dere Sammlung, die durch Geschenke oder durch Kauf wachst 
und voc allem den Zweck hat, alle innerhalb de» belrelTen- 
den Gebieles gefundenen, mit der Geschichte desselben in 
Beridirung und Vcrwandlsclinfl sichenden GegensUiidc , so 



151 



Aiizeisrer fiir lüiiidi 



T di'utsclien Vorzeit. 



152 



weil dieses möglich ist, lu vereinigen und ein mOuürhsl voll- 
slandiges Bild von der Archäologie und Kunst dieses Landes- 
theiles darzustellen. 

Die österreichischen Museen und Vereine, zum Theil 
durch nicht unbeträchtliche Zuschüsse aus den Lnndeskassen 
unterstützt, so die Museen für Tirol und Vorarlbcrp, des 
Landes ob der Enns, Salzburgs, Steierniarks u. s. w., le- 
gen auf diese Sammlungen, die alle Gegenstände der Ge- 
schichtswissenschaft des Landes, auch Urkunden und .\kten, 
Gedrucktes und llngedruckles umfassen, ein besonderes Ge- 
wicht und haben fiir die eigene Landesgcschichle schon höchst 
Schatzenswerthes und Unciilbebrliches zusammengebracht. .\uch 
die bayerischen Vereine sammeln in Sondcrmusecn fleüsig, 
was Iheils durch sie, theils durch einzelne Privaten, tlieils 
durch den Zufall, der für die deutsche Archäologie stets die 
günstigsten Erfolge hefvorrief, über den Boden gefördert wor- 
den. Durch die frühere Geschichte des Landes begünstigt, ist 
besonders der auch die Stadt .\ugliurg umfassende Verein fiir 
Schwaben und Neuburg glucklich gewesen und hat in Augs- 
burg sein für die Geschichte der römischen und der iilleslen 
germanischen Zeit höchst werlhvolles Museum in treulichster 
Ordnung, unter sachkundiger, gewissenhafter Leitung aufge- 
stellt. Auch in Württemberg, durch den Reichlhum des Lan- 
des an Denkmalen der deutschen bildenden Hunste angeregt 
und gefordert, sind die Vereine vorzussweise bemiiht, dieses 
Gebiet deutscher Geschichtswissenschaft zu durchforschen und 
durch Schrift und Bild zu erläutern; der Verein für Ulm und 
Oberschwaben sammelt unermüdlich und vereinigt seine Funde 
in Ulm; der Alterthumsverein in Stuttgart erwirbt sich durch 
die Herausgabe der schön und fein ausgeführten Baudenkmaler 
des allen Schwabens um die deutsche Kunstgeschichte ein 
hohes Verdienst. Die Vereine in Baden, in der Schweiz zu 
Basel, Bern, Lucern, Zürich, der Verein für Frankfurt, die 
Vereine von Nassau, Hessen, die niederrheinischen und die 
niedersachsischen Vereine, für Meklenburg, Pommern, im in- 
neren Deutschland sind fast alle mit gröfsercr oder geringerer 
Thatigkeit, je nachdem mafsgcbende Persönlichkeilen an der 
Spitze stehen, bemüht, die Reste älterer Künste und Hand- 
werke unter und über dir Erde zu erforschen, zu sammeln 
und zu erläutern. 

Ueberschauen wir das hier Zusammengefafste als ein zu- 
sammenhangendes Gebiet, so müssen wir gestehen, dals es 
weder an arbeitenden und fördernden Kräften, noch an zu 
Tage geförderten Uesultiiten fehlt und dafs ganz insbesondere 
die deutsche Allerlhumskunde und Kuoslgeschichle, die deut- 



sche Ouellcnkunde, endlich die deutsche Spezialgcschichio 
durch die Vereinsbestrebungen und .\rbeiten wesentliche Be- 
reicherungen erhallen hat. Leider verlieren diese jedoch wie- 
der sehr an Zweckmafsigkeit und Brauchbarkeil dadurch, dafs 
sie zu sehr über das ganze Deutschland und über seine jetzi- 
gen Grenzen noch hinaus zerstreut sind und unter einander 
zu wenig Verbindung haben, um mit dem Erfolge, der ihnen 
gebührt, wirken zu können. Die meisten ihrer Schriften sind 
nur für die Mitglieder des einzelnen Vereins vorhanden und 
kommen nur in sehr vereinzeilen Exemplaren zu anderen, 
durch besondere Freundschaft verbundcutn; wie schwer es 
selbst innerhalb der Vereine an einem Orte ist, der mit der 
bei weiten« grolslen Mehrzahl derselben in gerader und freund- 
schaftlichster Verbindung steht, nur eine einigerniafscn voll- 
ständige Sammlung der Vereinsschriften herzustellen, davon 
geben die trotz bestem Willen unausfiillbarcn Lücken der hier 
gegebenen Berichte ein Zeugnifs. Schon die Anzahl der periodi- 
schen Geschichtsschriften dieser Vereine ist zu grofs und enihalt, 
wie dieses bei der Natur der Vereine, die eine möglich weite 
.\uslircitung und allgemeine Theilnahme suchen, ebenso er- 
klärlich, v/ie entschuldbar ist, des nur für die Nächsten Brauch- 
baren und Werthvollen so Vieles, dafs dadurch nothwcndig 
das Werthvollere verdeckt und verslrllt werden muls. so dafs 
dem, der hiernach sucht, ein Finden od unmöglich gemacht 
wird. 

Die Vereine haben auch nie, wie wir schon früher berichtet 
haben, im Ganzen wie im Einzelnen nachgelassen, eine grös- 
sere Conccniralion, eine Vereinigung aller oder doch vieler 
zu gemeinsamen Zielpunkten anzustreben. Resultat dieser 
Bemühung ist der jetzt bestehende Gesnmmtvercin, über des- 
sen Organisation und Zwecke wir gleichfalls schon Bericht 
erstattet haben. Was damals — und was auch von Andern 
als ein Hauptmangel des Geschichlsvereinswesens hervoraeho- 
ben wurde und als ein solcher sich trotz des Centralvereins 
immer noch geltend macht, das ist seine zu grofse Zersplit- 
terung der Kräfte, jene ühermafsige .\nzahl der neben einan- 
der und durch einander gehenden Sircbungen auf demselben 
(Jebiele, welche wohl die Masse der Produkte, aber nie den 
Wcrih derselben erhöht, ist dieses überall abgesonderte und 
vereinzelte Vorgehen auf den speciellsten Gebieten, ohne die 
Fähigkeit, ein allen Gemeinsames, an allen Orten in gleicher 
Weise thatkraflig hervorzuheben, wodurch doch allein eine 
diesem aulserordentlichen .Aufwand von Mitteln und Kräften 
angemessene Frucht erzeugt werden könnte. 
(Schluls folgt.) 



N a c li r i c IM ii. 



V^lternliir. einem Grundrifs. Cassel , IS.'iS. Bohne'sche ßuchhand- 

Nou emchioneno Worko. hing (August Freyschmitt). 8. 70 Stn. 

45) Geschichte u n d B c s ch r e i bung der S In dt Wn 1 d- Die Stadt Waldkap|i(l \\ urile 2.'>.—2ß. Oct. ISfvl durch eine 

kappe! in hurhessen, von Dr. G. Landau. Hit Feucrsbrunsl zerstört und erregte dadurch auch in ferneren Ge- 



153 



Anzeiner für Kunde der deutselieii Vorzeit. 



154 



genden allgemeine Theilnahme. Dieses Unglück war z.u^leich 
für den Verfasser eine Anregung ru dieser Schrift, welche 
durch die schon bekannten gründlichen Forschungen des Verf. 
gestutzt ist. Die Schrift enthalt zunächst die Schilderung der 
Lage der Stadt, Darstellungen über die Bcsitzverhaltnisse der- 
selben, die Schilderung des Brandes, Mittheilungen aus der 
Geschichte der Kirche zu Waldkappel, über die milden Stif- 
tungen, die Gemarkung, Gewerbe, Zunft und Zunftwesen 
u. s. w. Im Abrifs uns ein Bild von der Geschichte einer 
kleinen Stadt zu geben, ist die Schrift sehr brauchbar. 

46) Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow 
von Kcinhold Cramer, königlichem Archivsdirclilor in 
Bütow. Erster Thiil. Die Geschichte. (Mit drei Zeich- 
nungen in Steindruck.) 8. 354 u. 123 Stn. Zweiter 
Theil. Urkundenbuch. 345 Stn. Königsberg, 1858. Druck 
der Univ.-Buch- und Steindrnckerei von E. J. Dalkowski. 
Es ist hier das erste Mal. iah die Geschichte der Lande 
Lauenburg und Bütow im Zusammenhange und als ein für 
sich abgesondertes Ganzes dargestellt wird ; bisher wurde 
sie nur von den Geschichtschreibern Pommerns, Polens und 
Preufsens als ein .\nhitngsel nebenher behandelt. Um so dan- 
kenswerlher ist also diese Schrift, die auf der Grundlage 
sorgfältiger Ouellenstudicn beruht. Der erste Band, ,,die Ge- 
schichte", schildert die Zeit der deutschen Ureinwohner und Völ- 
kerwanderung der Slavcn, Wenden und Cassuben, die Geschichte 
des Ilerzogthums Ostpomniern oder Pomnicrcllen, von 1108 — 
1295, den Erbfolgekrieg und die Erwerbung der Lande Lauen- 
burg und Bütow durch den Orden, 1295—1342, die Herrschaft 
der deutschen Bitter bis 1454, den .\bfall der Lande bis 14G(), 
die Herrschaft der Herzoge von Pommern und die Reforma- 
tion bis l(j37, die Herrschaft der Polen und Katholiken bis 
1657. Mit der Erwerbung dieser Lande durch den grol'sen 
Kurfürsten in den Verträgen von Wehlau, Bromberg und Oliva, 
ltj55 — 60, tritt durch die HohenzoUern ein neuer Zeitraum 
für die Geschichte dieser Lande ein, welchen der Verfasser 
bis auf die Gegenwart verfolgt. Der zweite Band enthält in 
3 Abtheilungen die benutzten Urkunden : 1) zur äufseren Ge- 
schichte, 2) zur inneren Geschichte, 3) zur Landes- und Steuer- 
verwallung, sowie Gesetze und Kecbtsqucllcn zur Landesver- 
fassung. 

47) Die Geschichte des deutschen Handels. Von 
Dr. Johannes Falke, erstem Sekretär des german. 
Museums in Nürnberg. L Theil. Leipzig, G. Mayer» 
18.59. 8. VI u. ;n4 Stn. 
Auf die Gründung und Enlwickelung unserer deutschen 
Städte, auf die Bildung unserer Gemeinwesen überhaupt, die 
(Jlicderung unserer Stande, ihre Entfaltung und auf unser 
ganzes nationales Leben hat der Handel einen höchst bedeu- 
tenden Einflufs ausgeübt. Bisher ist noch in keinem Geschichts- 
werke auf diese kulturhistorische Bedeutung des Handels der 
gebührende Nachdruck gelegt. Der Verfasser hat es in dnnkens- 
wcrthester Wt-ise unternommen, diese Lücke auszufüllen, und 
es ist ihm gclnngcn, in eben so gründlicher wie anziehender 
Weise seiner wichtigen Aufgabe gerecht zu werden. Sein 



Buch zerfällt in zwei .Vbtheilungen, wovon die erste wieder- 
um in vier Perioden uns die Geschichte des Handels, seine 
Gebiete, Wege und Waaren von der Zeit der Romerherrschaft 
bis zum Ausgange des 15. Jahrhunderts, der Zeit der Ent- 
deckung neuer Wege, schildert, die zweite des Handel.'; For- 
men und Einrichtungen darstellt. Diese letztere Abtheilnng 
behandelt I. den Grol'shandel und die Niederlassungen, II. den 
Kleinhandel und die Märkte, III. den Geldhandel. Bei allem 
Reichlhum des Details ist die ganze Darstellung durchsichtig 
und lälst die bewegenden und gestaltenden .Momente klar 
hervortreten. 

48l Beiträge zur Geschichte des vormaligen Für- 
stenthums Fulda nebst einer Beschreibung des alten 
Buchenlaudes nach seiner Gaueintheilung, herausgegeben 
von Joseph Göfsmann, Kurb. Landgerichtsrath etc. 
Fulda, 1857. In Commission der Müllcr'schen Buchhand- 
lung (.G. F. Euler). 8. 408 Stn. 
Die Schrift enthält in einer Beihe von zwölf .\bhandlun- 
gen wichtige Beiträge zur Fuldaischen Geschichte , die sich 
schon deshalb ganz besonders zur VcröfTenilichung eignen, 
weil einestheils die in ihnen dargestellten Ereignisse mehr 
oder minder in die Begebenheiten unserer Tage eingreifen, 
und weil zweitens ihr StolT auch heute noch ein Gegenstand 
der verschiedenartigsten Beurthcilung geblieben ist. Es sind 
folgende : 1. Beschreibung des alten Buchenlandes, 2. die wich- 
tigsten Begebenheiten aus der Geschichte des vormaligen Für- 
slenthums Fulda, 3. der Bauernkrieg im Fuldaischen, 4. die 
Jesuiten in Fulda, 5. die wichtigeren Ereignisse des lloch- 
stifts im 16. und 17. Jhdi., 6. über Kirchenversammlungen 
und Synoden, 7. die Landstände des Fürstenthums, 8. über 
die Kitterschaft und den landsässigen Adel, 9. zur Geschichte 
der IranzOsischen Betirade von 1813, 10. Beiträge zu Hütten"« 
Leben, 11. über Fuldas Vorrang bei Reichs- und bischöflichen 
Verhandlungen und endlich 12. Mittheilungen zur Geschichte 
der Freiherren von Bucliau. 
49) Die Kirche zu G ro fsen-Lind en bei Giefsen in 
Überhessen. Versuch einer historisch -symbolischen 
Ausdeutung ihrer Bauforinen und ihrer Portal - Reliefs. 
Oder: vergleichende, durch all-kirchlich-hiernglyphische 
Sculptur veranlafsle Beiträge zur Kunde und zum Ver- 
standnisse der Vorzeit, zunächst der vaterlandischen. 
Von Johann Valentin Klein, der Theol. u. Philos. 
Dr. ord. Prof. etc. flielsen. 1S57. In Commission bei 
der J. Ricker'schen Buchhandlung. 4. 331 Stn. 
An eine kurze Einleitung über den Gegenstand und Zweck 
dieser ticfdurchdachten und mit gründlichem Fleifse nbgcfafs- 
ten Untersuchung reiht der Verfasser zunächst die Geschichte 
der Kirche von Grofsen- Linden und dann die Beschreibung 
des jetzigen Baues, in Verbindung mit dem Versuch einer hi- 
storisch-symbolischen Ilcrlcitung und Feststellung der lypi- 
chen Baufnrmen, zumal des Portal-Thurmpnares. Daran schliefst 
sich eine historische Untersnchuni; über den ("hnraKicr der 
rfllhselhaflen r<irtalrcliefs im Allgcnuinen. wie über ihre Grup- 
pierung und Heihenfolge Ins Besondere, und endlich eine gc- 



155 



Anzei<rer für Kunde der dcutsclieii Vorzeit 



156 



schichtlichc Ausdeatung der Reliefs in der reslgeslelluii Kei- 
henfolge. 
50) Genealogie des Hauses 'Weltin von der ülteslen 
bis lur neuesten Zeit in allen seinen Haupt- und Wellen- 
linien mit kurzen historischen Anmerkungen. Nebst einer 
genialogischen Uebcrsicht der alten Herzoge von Sach- 
sen bis zum Jiihre JICC'CCXXIII. und der allen Landgra- 
fen von Thüringen bis zum Jahre MCCXLVII. Von 
Georg Ebcrhardt Hofmeister. Ronneburg, 1858. 
Verlag der E. Ilofnieister'scben Buchhandlung. Druck 
von Otto Henning in Greiz. 2. l.'i Tafeln. 
Der Verfas,srr ist seit Jahren mit dem Studium der Ge- 
schichte beschilfligt und insbesondere mit der Genealogie der 
einzelnen Regenlenhäuser Europa's und hat dazu alle ihm zu- 
ganglichen gedruckten und ungedrucUten Oucllen aufs gewis- 
senhafte.'ite benutzt, dadurch manche Zweifel zu beseitigen, 
manche Irrlhumer zu berichtigen vermocht. Aus dieser Reihe 
der bereits zum grolslen Thcilc fertigen Arbeiten übergibt 
der Verf. zuerst das Haus Wcttin in Sachsen dem Publi- 
kum in vorliegendem Werke. Die Annahme einer Abstam- 
mung dieses Hauses von Wittekind nimmt auch der Verf. als 
entschieden irrthiinillch an, stellt indcfs die Möglichkeit einer 
Abstammung vnn Ifurcard . Her/.og von Thüringen, der 909 
in einer Schlacht gegen die Ungarn fiel und dessen Stamm- 
lafel die Einleitung aufstellt, nicht in Abrede. Der erste ur- 
kundlich feststehende Ahnherr des Hauses ist Dietrich (Thie- 
dericns) de triliu ßuzini. der mit Otto II. den Krieeszng nach 
Italien 980 unternahm. Die einzelnen Tafeln haben zu (Je- 
genstsnden : 1. das alte Herzoellnim Sachsen, 2. die Landgral- 
schaft Thüringen, 3. das Haus Wettin in Sachsen, von dessen 
Ursprung alle Linien und alle Zeiträume hindurch bis in die 
neueren Zeilen, endlich 4. das Haus Wcttin in dem Kdiii?- 
reich Belgien, dem Königreich I'orlusal und dem Königreich 
Grofshrltannien. 
51) Die deutschen Bischöfe bis zum Ende des sechs- 
zehnlen Jahrhunderts. Biographisch, literarisch, histo- 
risch und kirchenstatistisch von Friederich W. E he- 
ll ng. Erster Band. 590 Stn. 1857. Zweiter Band. 
581) Sin. 18.')8. 8. Leipzie, Verlag von Otto Wig;iii(l. 
Die Gesichichtsliteratur besitzt eine grolse Anzahl .^Inno- 
^raphieen über deutsche Stifte, über Erzbischtife, Bischöfe und 
Aebte; doch grade die grolse .\nzalil derselben, deren jede 
nach anderen Gesichtspunkten gearbeitet, mit sehr verschiede- 
nem Beruf und Fleifs zur Sache vollciiilit, ist die Ursache, 
dafs auf diesem Gebiete unserer Wissenschaft eine grolse Un- 
gleichheit und Verwirrung herrscht und dafs es so schwer 
ist, über den Einzelnen die zuverlässigen IVnchrlchten erhal- 
len zu können. Es verdient also ein Werk, das, wie das vor- 
liegende, sich zur Aufgabe gemacht hat, alles dort Zerstreute 
zu vereinigen und die ganze Reihe der Stifte mit der ganzen 
Folge ihrer Bischöfe nach den zuverlässigsten Quellen darzu- 
ilellen, im höchsten Grade den Dank und die Anerkennung 
• Her Geschichlsgclebrien und Geichichlsfreundc. Gründlich- 
keit der Forschung, geeignete Kürze und Klarheit der Dar- 
■lellung machen dieses Werk bei dem grofscn Umfang des 



Stoffes zu einem höchst brauchbaren und werthvollcn Hand- 
buch. 

Aufsätze in Zeitschriften. 

Annnies archeol.: XVIII. 5. Ciboriums golhiques. (V.Pe- 
tit et Sauvageot.) Calice alleniand du Xllme siede. (Va- 
rin.) Ivoire de Berlin du Vluie siede. (Gaudierel.) 5. G. 
Quelques jours en .\llernagne. (I)idrnn.) Ij. Sainle Eli- 
sabeth de llongrie, Statuette lin du .\IIIe siicie. 

Archiv f. d. Studium d. neueren Sprachen: XXIV, 3. 
Das Studium angelsachs. Sprache u. Literatur in Deutsch- 
land. (E. Muller.) XXV 1. Die engl. Sprache in ihrer 
Entwickl. seit Alfred d. Gr. 

Bund: iVr. 5—10. Die Bauernregeln in d. Schweiz. (Runge.) 

Hunsrücker Chronik für innere Mission: 9. Jahrg. 
Kr. 10 u. Beil. Mittheilungen aus der Kirchengescb. der 
evang. Gemeinde Kirchbcfg u. ihrer nächsten Umgebung. 
6. Der dreilsigjahrige Kriec. 

Ergänzungshefte z. C on vers.-Lex. : XIV. 10. Tegcrn- 
see. 31. Das Gauncrlhum. 

Jagdzcilung: 1. Die llirsdijagd in Bayern. (Kobell.) 

Frankf. Kon versa I ion sbl a it : Nr. 85. Die St. Michaels- 
kapelle in hicderich im Ulicingau. (A. G.) 

Korrespondent v. u. f. Deutschland: Nr. 137. Der 
Pflugzug in llollsladl. Kr. 139. Bilder vom Rhein. I. 

W e s t e rm a n n ' s i 1 1 u s t r. deutsche Monatshefte: Nr. 2G. 
Die Kordpolreisen d. 15. u. Ifi. Jahrb. u. ihr Einfluls auf 
Erweiterung der Erdkunde. (F. A. Finger.) Nr. 28. 
Vereinslebcn und Schaubelustigungen in Belgien. (Oet- 
ker.) Kr. 30. Der kirchliche und polit. Standpunkt des 
Geschirhtschreibers. (Bischof.) .Xanten. (Reisewilz.) Nr. 
31. Mtinclicn. (Sohl.) Eine slavische Colonie im westl. 
Denischl. (Pecz.) 

Monatschrifl d. wisse n seh a fl I. Vereins in Zürich: 
III, 11. 12. Deutsche Rcchisaltcrihumcr aus d. Schweiz. 
Art. 9 — 15. (Osenbrüggcn.) 

Berlin. Nachrichten, Nr. 6. Reisebriefc vom Rhein. (K. 
K. R.) 

Organ für Au logr a p h ensamm I er : Nr. 1. Die .\nord- 
nung d. Lilerargesch. in d. .\utographensnmml. (Buchner.) 
Ueber eine wenig beachtete BenUtzungsarl der Aulogra- 
phensammlungen bei festlichen Gelegenheiten. (Preusker.) 
Nr. 2. Uelier das Selbstsdireiben ritterlicher u. anderer 
Personen im Milleliiller. (L. Bcchslein.) Nr. .'J. Ueber 
Zweck und Werlh der .\ulographeiisaminlüiigen. (Varn- 
hagen v. Ense.) 

Augsb. Posizeitung: Kr. li. Histor. Curiosa aus Nürnberg. 
Nr. 9. Ueber den .Vllerthumsfund in Staiifen. Berichti- 
gung. Beil. Nr. 1. Der Uollenburgrr DiOcesan-Kunstvcr- 
ein. Nr. 4. Ueber d. Verein f. christl. Kunst in Hegens- 
burg. Nr. 7 u. 8. Die Reformation der FrnuenklOsler 
Dobbertin u. RIebnitz in MeKIcnliiirg. Nr. 32. Beilrllge 
zur Erforsch, christl. Kunstdenkiiiale in der Augsliurger 



151 



Anzeiger l'iir luiiulf der dcutsclicii Vorzeit 



1.08 



Diöcese. XXXII. Unter- und Obermcitingen, Kloster Lech- 
feld. 

Theol. y uartalschrift : 1. Uer erste dogiiial. Streit an 
(1. Prager Universität. (Kagetnann.) 

Revue german ii] uc : III. 8- Les dessins de Renibrandl au 
britisli Museum. (Biirgir.) IV, 12. La preuiiire fcmme 
de Kenibrandt. (Burger.) 

Revue n umismatique : 3. Descriptions des monnaics me- 
rovingienncs de Limousin. (Delochc.) 

Revue Suisse: Mai. Traditions populnircs de l'Argovie. 
(Monnard.) 

Die Schweiz. III usir. Mo n a ts.^c hri ft : Kr. 3. Der Buch- 
eggberg. Eine .ScIiildtTuiig vou Land u. Leuten. (J. Ilof- 
stälter.) Sololhurner Sprichwörter und Redensarten. (J. 
Ilofstaiter.) Die Mauchen. Ein Beitrag z. Schweiz. Kul- 
turgeschichte. Schweizerische Yolkssagen. 

Stimmen der Zeil: Kehr. Die Kuusl im Gewerbe. I. Das 
Millelaller. 

Tcul: NnrnhiTgs Bliilhezeil. (L. Otto.) Uober d. Reinheit 
u. Fortbildung der deutschen Sprache. Die Schlacht bei 
Tannenberg. 1410. (firoihe.) 

Unterhalt ungsblalt, als Beil. z. Regensburger Zei- 
tung: Kr. 29. Johann Sarkander. 

Zeitschrift' für Protestantismus: Jan. 1. Zur Gesch. 
d. deutsch. Vollisschulwcsens. März 3. Ueber d. Stellung 
Lulhcr's u des lulher. Geistes z. Naturprincip. 

Zeitschrift für deutsches Recht: XIX, 1. Ueber die 
Gellung der älteren prolesl. Kirchenordnungen in d. Ge- 
genwart. (Jacobson.) Zu Kap. 2<i im Uichlsleig Land- 
rechts. (Delbriick.) Ueber eine unbekannte in d. Prager 
Universitfltsbibliolh. aufgef. Rechtshandschrift u. eine im 
J. 1.301 von Breslau nach Troppau gesandte Rcchtsbelch- 
rung. (Kelle.) 

lllusir. Zeitung: Kr. 810 u. 811. Sliidlcwahrzeichen. XIII. 
Braunschweig. 1. Uer Mummenmann. 2. Lowculalzenspu- 
ren. 3. Der Löwe. Nr. 811. Die Tilly- Monstranz in d. 
Pfarrkirche zu Breilcnbrunn. Nr. 813. Die Stadlerweite- 
rung Wiens. IV. Die Abtragung des Kamthnerlhores 
und dessen Steinbild. Sladlewahr/.eichen. XIV. Magde- 
burg. 1. Die beiden Beine am KrOckcnIhore. Kr. 814. 
Die Sicckelburg, Ulrich von Ilutlen's Geburtsort. Der 
Sangersaal auf d. Wartburg. Schlofs Thurn am Hart in 
Krain. Siadlewahrzeichen. XIV. Magdeburg. Der Schii- 
fer u. d. Knecht. Nr. 81'!. Die Kaiserslatuen im Dom zu 
Speyer. Nr. 81ß ff. Siadlewahrzeichen. XV. Regensburg. 
Nr. 818. Mas Grab Diakar II. in Prag. Nr. 820 ff. Stjidle- 
wahrzeichen. XVI. Nilrnbcrg. Nr. 822. Ilernidische Spie- 
lereien. Nr. 823 ff. Siadlewahrzeichen. XVII. Danzig. 

Neue Mdnchener Zeitung: Abendlilall zu Nr. 56. Das 
Mlinrhener Thor zu Kreysing. Kr. 03. Willclsbnehcr in 
Holland. (Loher.) 

Wiener Zeitung: Kr. 3. Die llriliglander. Das merkwilrd. 
Dorf Blankenes unweit Hamburg. Nr. 6. Dna Stift St. 
Florian. Das Musenni Francisco - rarolinum. Nr. 8 fl. 
Landsknechlwescn , Kriegsverfassung u. Soldatenleben in 



Oeslerreich unter K. Maximilian. (Mcynert.) Nr. 39. 
Oesler. Zeilungswesen vor 20O Jahren. Kr. 40. Reichs- 
und Kalionalfarbeu. Kr. 41 ff. Die Zigeuner in Norwegen. 
Nr. 44 ff. Falsche Woiwoden. Nr. 47. Die Erstürmung 
von Bregenz im J. 1G47. Kr. 55. Zur Wiener Sladter- 
weiterung in alterer Zeil. Kr. 60 ff. Ueber schotii.^che 
Volksballaden. (Ad. Wolf.) Nr. 02. Nachtrag z. üesterr. 
Zeilungswesen in früherer Zeit. 



TeriiiiMFlite Xarliricliteii. 

21) Bei Erhebung der Eisenbahn in der Nahe von Gei- 
selhörung kamen neuerlich merkwürdige Grabesfunde zu Tage, 
Seh muck gegen st iinde, bestehend in gefärbtem Glas oder 
Schmelz, durchlöchert und wahrscheinlich in Reihen gefafsl und 
um den Hals getragen. Alle diese Fundslucke gleichen jenen 
in den Grabern bei Hallstadt gewonnenen. 

22) Bei Planierung des Neupfarrplalzcs in Regensburg 
fand man gewölbte Gange, welche sich nach verschiedenen 
Richtungen hinziehen , und bei Gelegenheit eines Neubaues 
zeigten sich vermauerte Gänge, welche in mehrere grolse Ge- 
wölbe niilndelen, von deren Dasein Niemand .\hnung halle. 
Der Ursprung dieser Gänge und Gewölbe ist unbekannt, doch 
will man wissen, dafs die Juden bis zu ihrer Verlreibunc in 
dieser Gegend ihre Quartiere halten und diese unterirdischen 
Räume zu geheimen Versammlungen benutzten. 

23) In der Stadt Miinslerregl sich ein Inbenswerlher Re- 
slauralionseiler. Im Dom wird die berühmte Orgel eine an- 
dere Stellung, mehr in der Nahe des Ilocliallars einnehmen. 
Die Acgidius-Kirche wird vielleicht Wandgemälde von Steinle 
erhalten : die Ludgerikirche hat aufser ihren inneren Einrich- 
tungen ihren slaltlicliBn Thurni restauriert erhallen. Die kleine, 
aber in reinem Stile gcbaulc und verzierte Scrvaliikirche hat 
eine zierliche golhische Thurnispiize erhallen, und wahrschein- 
lich wird auch der merkwiirdige Thurm der Lamberluskirche, 
der schon lange kein eigentliches Geläute mehr ertragen kann, 
bald einer gründlichen Reperatur unterworfen werden. 

21) Die Restauration des Wormser Domes schein! auch 
in Schwaben ein erlreuliclies Interesse zu wecken, indem ein 
wiederholter Aulruf im deutschen Volksblalt einen erhebli- 
chen Erfolg verspricht. Prof. Dr. v. Hefele hat nämlich als 
Vorstand des auch im Ausland rühmlichst bekannten Diöcesan- 
Kunstvereins diesen zu Beiträgen eingeladen und die Agenten 
desselben um Sammlung derselben ersucht. 

25) Der Dom zu Salzburg, mit dem Beginne des 17. 
Jahrh. von dem berühmten .\rchiteklen Vincenzo Scamozzi ent- 
worfen, lial bekanntlich im Laufe der Zeil mehrere unschöne 
Zulhalen erhallen. Um daher einem so grofsartigen Bauwerke 
die enispreehende Wurde wiederzugeben, hal der Erzbi- 
sihof Maximilian von Tarnocix den EnbchluTs gefafsl. diese 
arihileklonischen Störungen zu entfernen, die profane halk- 
kruste zu verbannen und die so schon gegliederten Hallen 
mit harmonischen Farben zu schmücken. Der .Vrchitekl G. 
Schneider ist zu diesem Zweck aus München berufen worden. 



159 



Anzeisrer lur lüiinlc der diMilschen Vorzeit. 



160 



2C) Aus Tacliau wird bt-riclitcl, liafs I'". M. l'iirsl Wiii- 
disch^rälz bei dem nahen Orte lleilijren die aufgeliobenr Kirche 
nebst dein ehemaligen Paulanerklosler in ein SehloTs im mil- 
telallerliehen Slile niil vier Thurmcn nmwandeln liel's. 

27) An die Stelle des allen „Leinwandhaiises" in Breslau 
Eoll das neue Stadthaus gebaut werden. Man glaubt, dal's 
die Sculpturen des ersleren gerettet werden können. 

28) Der König von Hannover läfst, der Weser -Zeitung 
zu Folge, die Weifengruft in der Klosterkirche zu 
Weingarten (Württemberg) restaurieren. Leo v. Klenze 
hat <'cn Plan zum Bau der Gruft und die Zeichnun;; des auf- 
gestellten Sarkophags entworfen. Mit der Ausführung des 
erstem ist der wurllcinb. Bau- Inspektor I'fellslicKer beauf- 
tragt. Das Grabdenkmal wird vom Bildhauer Sickingcn in 
München angefertigt. 

29) Eine Anstalt, mit welcher der Grofsherzog von Baden 
seine Residenz aufs neue bereichert hat, ist die unter Verwaltung 
und Obsorge des Conservators für die Landesalterthümer ge- 



slfllle .\1 1 (' rt liu in sh a 1 1 c. In dem schönen Pavillon im Erb- 
]irin/,garlcn nehmen die derselben einverleibten GegenstJlnde 
in eben so sachgemiifscr als belehrender Weise ihren Platz 
ein. Im Erdgeschofs sind die Sieindenkmiiler römischen und 
germanischen Ursprungs, das Milhrjinm von Neuenheim, die 
Mo.^aik von Slülingen, die bisher in Baden, Uurlach und Karls- 
ruhe zerstreuten Steininschriften, welche aus badischer Erde 
hervorgegraben sind, altgermanische Steinsärge aus der Ge- 
gend vol^ Scckenheim. Im obern Stockwerk die .\nticaglien 
von Erz, Gold, Silber und Topferthon, die Münzen, der llaus- 
rath, die Walfen und Kriegszeichen, welche aus kellischem, 
römischem und germanischem Alterlhum und aus dem Mittel- 
alter die Fürsorge der Regierung, der Sammelfleifs Einzelner 
vor dem Untergang bewahrt hat. Auch die vielbesirillenen 
Funde von Rlieinzabern haben als Ergftnzung und zur Ver- 
gleichung der inlandischen Fundstiickc ihre Aufbewahrung 
liier gefunden, ebenso die merkwürdigen Funde der Pfahl- 
bauten von Wangen und andern erst kürzlich entdeckten Nie- 
derlassungen im Bodensce. 



Insernto und Heknniilniacliuiiffei). 



8) Zu dir in Nr. 3 u. 4 des Anzeigers abgedruckten „Un- 
tersuchung über die Räumlichkeit, in welcher der 
Reichstag zu Worms im J. 1.521 aLgchal ten wor- 
den" erlaube ich mir nachstehende Henierkung initzulheilen, 
welche die Ansicht, dal's derselbe im Burgerhole (Ralhhause) 
gehallen sei, zu bestätigen scheint. 

In V. L. v. SeckendorfTs Historie des Lulhcrthums (I.eip- 
lig, 1714), Sp. 365 wird aus einem Briefe des zu Worms 
anwesenden Churfiirslcn v. Sachsen an seinen Bruder Johann 
angeführt : „Den 25. Mertz klaget er Über beschwerliche Ge- 
«cbflfrie, damit er Tag und Nacht belästiget werde, indem er 
Uglich acht biß neun Stunden auf dem Kathhauß sitzen 
mujse." 

Schauen, 3. April 1859. 

Grote, Ueichsfreiherr. 

!)) Herr Professor und Archivvorstand Dr. M. Th. Conlzcn, 
der bekannte Verfasser der Geschichte Bayerns, hat im Na- 
men des historischen Vereins von Unlerfranken und Aschaf- 
fenburg, dessen Direktor er ist, ein Unternehmen angekün- 
digt, dessen Bedeutung die Aufmerksamkeit aller Freunde 
der deuUchco (ind der ottfrdnkischcn Geschiebte insbesondere 



auf sich ziehen niufs. Es ist dies der Plan einer kritischen 
Herausgabe der wichtigsten Geschichtsi|ucllcndes 
B i s t h u m s W ü r z b u r g bis zur Mitte des 16. J a li r h u n - 
derls. Ist die Ilcrausgalie von yiicllcnwcrken nach dem 
jetzigen Stande der Geschichtswissenschaft überhaupt Bcdürf- 
nifs geworden, so wird nunmehr, nachdem mit der Veröffent- 
lichung der Monumenia Gcrmaniae hislorica der segensreiche 
Anfang zu einer allgemeinen, festen Grundlage für die Ge- 
sammtgeschichli' Deutsehlands gemacht worden ist, eine gleich 
kritische Herausgabe der Gcschichtsquellen der einzelnen Lan- 
destheile zur unabweisbaren Noihwendigkeit. Dafs der ge- 
nannte verdienstvolle fielehrte wie der historische Verein zu 
Wiirzburg mit richtigem Ermessen dieser wesentlichen (irund- 
bcdingung einer gedeihlichen Förderung der geschichllichen 
Kenntnils sich die Ausfuhrung obigen Unternehmen« zur näch- 
sten Aufgabe gemacht haben, gereicht ihm n zu um so gröfae- 
rer Ehre, je mühevoller und kostspieliger dieselbe ist. Jeder 
Freund deutscher (ieschichte wird ihnen darum Dank wissen 
und diesem Unlernehiiien, das einer grofsen Anzahl der übri- 
gen historischen Vereine Deutschlands so recht zur Richt- 
schnur ihrer fernem Thiitigkeit dienen dürfte, einen raschen 
und glücklichen Fortgang wünschen. 



Verantwortliche Redaclion : Dr. l'reih. v. u. z. .Viifsefs. Dr. \. v. F^ j e. Dr. (!. U. Fromiuann. 
Verlag der literarisch- artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



V. K. S c b»l d 'ikctir Itiichilnu-kciri. 



NÜRNBERG. Das Abonnement des 
Blüties, welches alle Monate erscheini, 
wird (canijäliriK ang^enommen und betrÜ^jt 
nach dt;r neuesten Postconventiun bei allen 
Fostäniteni und Buehhamllun^en Deutsch- 
laitäs inel. Oeslreichs 311. ;}(Jkr. im 24 H.- 
Fuls oder 2Thlr. preuls. 

Kur Frankreich abonniert man in 
Stral'sburf; bei C. K. Schmidt, in Paris 
bei der deutschen Buchhandlunn' von F. 
Kliücksieck, Nr. U. rue de Lille, oder 



kmmm 



bei dem Postamt in Karlsruhe; für Kng- 
l(i»d bei Williams &; Norffate. u Hen- 
riette-StreetCovcnt-fiarden inLondon ;I"ür 
Sorilninerika bei deu Postümteni Bremen 
und Hamburg'. — 

Inserate, welche mit den Zwecken 
des Anzeigers und dessen wissenschaft- 
lichem Gebiete in Verbindung stehen, 
werden aufgenommen und der Kaum ei- 
ner Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 S^. 
berechnet. 



m um DER 



Neue Folge. 




Sechster Jahrgang. 



1859. 



ÖR(iAi\ DES (iEiniAMSCIIE.\ MISEMS. 

J\f 5. 



Mai. 



WissenscIialHicIie Milllieiluugeü. 



beschichte, leber eine l rkunde v. I«. Hai l%4*t4. wo- 

Landes- pin „uf die Eliiralle der Tartareii in datit 
fcschichtc 
V, . , . Eiand SriileMlen BexuK arenoninien «vlrd. 

Vom gell. Juslizralh Prof. Dr. E. Th. (iaupp in Breslau. 

ISachriem der Herzog von Schlesii'ii Fleinrich II. der 
Fromme in der Tartarenschlacht 1241 bei Wahlstatt ge- 
fallen war, wurde die Regierung seines Landes ein Jahr 
lang von seiner Witlwe Anna, einer Tochter des Königs 
Pnemiilaus Ottokar I. von Böhmen, für ihre Sohne ge- 
fuhrt Im J. 1243 kam es durch die Herzogin Anna 
- selbst und den Bischof Thomas I. von Breslau zu einer 

Theilung zwischen den Söhnen, und von dem Endre.sul- 
tat derselben interessiert uns hier nur, dafs zuletzt der 
Sohn Heinrich III. den breslau'schen .Antheil, aber zugleich 
an einem jüngeren, in den geistlichen Stand getrelenon 
Bruder VVIadislaus, welchen Pabst Clemens IV. 1265 zum 
Erzbisrhof von Salzburg ernannte, einen Theilgenosscn 
und Mitregenlen erhielt. Heinrich III , unter welchem 
der Stadt Breslau 1261 die berühmte Urkunde des Mag- 
deburger Hechts zukam, starb 1266 mit Hinlerla.ssung 
eines unmündigen Sohnes Heinrich IV., und die Vormund- 
schaft über diesen führte sein Oheim \Vla(li.>.|Bns , «el- 
cher durch die Gunst des Pabsles Clemens zu dem ICrz- 
bi.'-thum Salzburg auch noch die Einkünfte des Bisthunis 
Breslau dazu erhalten hatte. (Stenzel, Gesch. Schlesiens, 
Th. I, S. 49. 61 ) 



Einem Auftrage ihres Gemahls zufolge, stiftete die 
verwittwete Herzogin Anna das Nonnenkloster der heili- 
gen Clara (Ciarenslift) in Breslau. Schon 1242 soll der 
Bau desselben begonnen worden sein, aber erst dem J. 
1256 gehört das erste sichere Zeugnifs Über die neue 
Anstalt an. In einer noch vorhandenen Urkunde vom 
13. December jenes Jahres verspricht nämlich der Pabst 
Alexander IV. allen denjenigen einen gewissen Ablafs, 
welche die Kirche des Klosters, sobald dieselbe erbaut 
sein werde, an bestimmten Tagen besuchen und dort um 
Vergebung ihrer Sünden zu dem Herrn beten wurden. 
Gedruckt ist diese päbstliche Urkunde in einer kleiueo 
Schrift von Busching: Der heilige Berg in Oswili. Bres- 
lau, 1824. S. 34. 

Das genannte Kloster ist von Anfang an mit Gutern 
ziemlich reich ausgestattet worden. 

1) Zunächst ist dies von der Herzogin Anna selbst 
geschehen, aber die ohne Zweifel auch hierüber vorhan- 
den gewesene Urkunde scheint verloren zu sein. Ihr In- 
halt geht jedoch seinen wesentlichen Punkten nach aus 
ein jiaur späteren Urkunden hervor. 

2) >ach dem Tode der Herzogin Anna fugte ihr 
Siihn, Herzog Heinrich III., zu den von seiner Blutirr dem 
Kloster geschenkten Gutern noch einige andere hinzu. 
Die hierüber in dem Copialbuche des Clnrenslifls (Schle- 
sisches Pruviuzialarchiv in Breslau) noch abschriftlich er- 



163 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



16-1 



haltene Urkunde vom 22. April 1257 ist, wenngleiih höchst piuril annualim qualuor marcas argenti et qiiatuor mal- 

fehlerhaft, abgedruckt bei Busching a. a. 0. S. iä ff. dralas") hiunuli ") et curiam liberam in eodem Castro 

3) In ähnlicher Weise vermehrte dann Wladislaus, propter insultus talaruriim. llem Aruoldi molen- 

Herzog von Schlesien und Erzbischof von Salzburg, die diiinm ") quod jacet ante Castrum wrat. cum omni 

Besitzungen des Klosters, welches, wie es scheint, noch vlilitale. llem curiam llermanni mulendinarii iu wrat. 

immer am Nolhwendigsten Mangel litt. Die hierüber aus- cum stupa balncari. Item aliam curiam in wrat. que 

gestellte Urkunde vom 12. Mai 12C8 ist noch jetzt im jacet inter duo fossata. Item curiam matris nostre que 

Origiual vorhanden, und wird aus diesem hier zum er- juucta est clauslro sancte tlare. Item aliam curiam ibi- 

steo Male milgetheilt. •l^'" l"^ f"'' fralris Ueurici de Cice'*). Item curiam 

in Noua ciuitate wrat. quam idem frater Henricus assig- 

Schenkungsurkunde des Herzogs von Schlesien j^^^jj ^^.y |„n,j|iaribus. llem in Stregon ") viginli lapi- 

und Erzbischofs von Salzburg Wladislaus, vom ^^^ sepi '''). llec omnia collala sunt de consensu fralris 

12. Mai 1268, an das Clarenstift in Breslau. nostris Ducis Henrici et noslro. Post mortem vero ma- 

In nomine domini. Amen. Ulilis et honesta sapi- tris nostre, frater noster dux Henricus de consensu no- 

eotum santionibus approbata iiiuleuit hacterius consuetudo, stro addidit eidem daustro parrochias in Svidnicz et in 

vt negocia que perheiini stare cupiunt in vigore, annota- Bogeiidorf ") cum vinea sua et niaiisis. Nos vero viden- 

tis testibus jdoneis lilterarum nichilominus caracteribus tes defectum claustii ejusdem ex proprio arbilrio et eon- 

coiTiendentur. Nos VNIodizlaus prouidentia diuiiia Sancte sensu Hlii ducis Henrici. presentibus quampluribus Bnro- 

Salzburgeusis Ecclesie Archiepiscopus. Dux Slesie. No- nibus isla addidinuis videlicel villam j».\ta Domazlaw '"), 

tum facimus vniuersis preseutem pagiuam inspecturis tarn que vocalur Cnenitz "j qui sedent jure araturuni. Item 

presentibus quam fuluris quod felicis menioiie mater aliam villam Theutonicalt-m que vocatur Wabeiiilz"). 

Dostra ex coiTiissionc palris noslri quoddam cenobium jiem siluam in iMikinow" ). Item viginli qnaluur vrnas 

pauperum dominarum ordiois sancte Cläre in wratizlauia mellis in villa que vocalur Micowilz "). Item assignaui- 

edificauit, pro remedio animarum omnium progenitorum ^^^^ ^.j j„ cameris in wrat. viginli marcas argenti. Item 

nostrorum, ad quod ipsa tempore vile sne lales redditus j^ cameris et in censu ciuitatis in Kiclienbach quindecim 
sua pecunia et suis sumptibus comparauit, scilicet villam 
qne Shirdnic polonice vocabatur, nunc aulem Iheulonice 
Noua ecclesia'j iinncupatur, Item aliam villam Schepyn. 

liberam'). Item qualuor piscatores ab eodem loco vs- |,u5 piüg seroiciis per aliqnem debent grauari et tali li- 

qnequo flnuius Widawa ') recipit se in Odrani. Item all- bertate frui qua ralagi") nostri fruunlur excepta expe- 

am hereditatem que vocatur Creptowo *) vocatam (sie). ,ijtjone ad quam sicut alii tenebuntur. preterea omnia 

Item addidit eis villam que vocatur Ozzobowilz ^) cum jurtida dehciit habere libera ita quod ea que accidcrint 



marcas argenti que semper sibi dabuiiini- in pleno. Hec 
siquidem omnia contulimus eidem clauslro cum plenissi- 
ma libertatc. ita quod nee in collectis neque in »liqui- 



omnibus pertinentiis ejus et vineam similiter ibidem con- 
slrnctam. Item mellilicia et piscaturam in Uanzino '). 
Item molendinum Borcardi in (iaiowo ') cum prato et 
piscatura. Item molendinum liospitalis in wrat. tenetur 
molere ad opus claustri predicti quidquid habuerit brazii") 
sine metrela'j et hoc semper in prima rota vacanle. 
Item aliam hereditatem in Kiensberch '") de qua perci- 



inter homiiies sancte Cläre jure vlenles polonico, rector 
ipsius domus judicabit et penas ex integro accipiet. Si 



') Dorf Neukirch. ') Ein der Oder nahegelegener Thcil 
der jetzigen Nicolai-Vorsladl in Breslau, die sogenannte 
Tichepinc, früher ein eigenes Dorf. ') Flufs Weide. 
•) D. Kriplau. *) D. Oswilz. ') D. Ransern. ') D. 
Goblau. °) .Mal?. lum Biorbrauen. ') Ein bestimmtes 
Maafs, cerla quaedam men.snra tarn liquidoruni (|uam 
aridorum. Es soll also keine Beschränkung auf ein 
gewisses Maalt Stall linden. '") Vermuthlich Kiemberg, 
3-4 Meilen von Breslau, auf dem rechts der Oder von 
Südosten nach Nordwesten streichenden Höhenzuge ge- 
legen. 



") Maller. ") Hopfen. ") D. ArnoldsmUhl. "j Zeil? 
■') Siricgau. ") Talg, Unschlitt. ") D. Bogendorf. 
") D. Donislau. ") D. Kiiiegnilz, Polnisch Hniegnitz. 
") D. Wabnilz. ") Unbekannt. ") D. Miechowilz ? 
") Rataj in Polen, ralaje in Böhmen, eine besondere 
Art von Zinslcuten, welche auf den von ihnen ge- 
rodeten (irundslückcn safsen, diese mit dem Pfluge bau- 
ten und von der gemachten Ernte gewisse (.»uoten 
für sich nahmen, das Uebrigc aber dem Eigenlhuraer 
des Grundstücks abliefern mufslen. Macieiowski, Sla- 
vische Rechlsgcschichtc. UebcrscIzI von Bufs und Naw- 
rocki. Th. 3. S. 179. Vermuthlich sind die villae 
Rathaicalcs im Tcstnincnte llfr/ngs Heinrich IV. von 
Schlesien a. 1290, deren Bedeutung Stcnzcl, Brcslaucr 
Bisthumsurknnden, S. 254, nichl zu kennen erklärt, 
Dorfer, auf welchen solche ralagi safsen. 



165 



Anzeijjer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



166 



autcm fuerit actor alterius domini et »gere volueril con- 
tra homiiies domus sancle Cläre, slare debent coram jii- 
dice Curie nostre et pena domui cadet. excepto eo quod 
Slliresne") uocalur. quod judex ciirie nostre recipiet. 
Volumus eliam quod in eorum boiiis Theutonicalibus iiullus 
aduocatorum nostrorum judicet sed majores causas Iudex 
nostre curie judicabit, vel cuicunque duxeril cummitteo- 
dum. ita turnen quod hoc Hat prcsenle Jlagistro sancte 
Cläre, et de hiis que sie fuerint judicata judex noster 
recipiat lerciam parlem et domus duas partes. Ipse au- 
tem dominus Dux penam laxabil. Testes vero liorum 
sunt, venerabilis dominus. Wilhelmus Lvbucensis Epi- 
scopus. venerabilis dominus Petrus prepositus Soliensis. 
protbonotarius SIesie. Comes Janussius de Mychalow. 
Comes .Slofso. Comes Tbemo. Comes Dirsizlaus. Co- 
mes Johannes diclus Sheruch. Comes lljcbael de Sos- 
nilz. Comes Boguzlaus Jaworowilz. frater Arnoldus 
Custos frater Conradus Leo. frater Henricus de Cice. 
de ordiiie fralrum miiiorum. fraler Wallberus et frater 
Bertoldus procuratores ejusdem claustri. Acta sunt hec 
in wrat. Anno domini Itlillesimo C°C.LX üctauo IUI. 
Idus Maij. 

(Schlufs folgt.) 



Zustände. Znei (»edielite von Paiiiplilluii dene^n.- 
Sprache und barli» 



Schrift. 



Mitgelheilt von Adolf Bube, h. Archivrath, in Gotha. 

CSchlufs.) 

II. 

Kurlz.lich mit der EidgnoschalTt. Hat gespilct die her- 

schafTt Solich spil nempl man FlüjJ Niemen ist seiner 

Sachen g\vu|J. 

A. Künig von f ra n ehre ich. 
Jetz mal so melt ich (\u[S 
Vnd maiii ich hab das spil gwU[i. 

B. Aydgno(i. 
So bah ich conlcr n>|i 
ISunn lugendt was ich wy|l 



'*) Eine Geldstrafe, wclfhe im den Bichter fiol und dem 
fiewette im Sinne des SarhsenspiPcelB lu ent.'spre- 
chen scheint. Iliefä dieses Strnfccid viellelchl nicht 
Sthresne, sondern Sihrcini' ? In nn.sercr Urliundc i.st 
gerade dieses Wort durch einen Wnsserüeck etwas un- 
leserlich geworden. Vgl. Tszchoppe und Sicnzel, Ur- 
kundensammlung, S. 287. 



C. Hertzog von Venedig. 
AufT ditz mal ich pa{5. 
Vnnd bin doch nicht la|l 

D. Bapst. 
Ich sich disem spil zu 
Vnd hau doch wenig ruw. 

E. II er K a yser. 
Send yetz hin aiii neUwes spil 
Es waisl noch nieman warjj wil. 

F. Kunig von Hispania. 
Das spil mag nit zer gan 

Ich wil auch ze gwun han 

G. Kunig von Engellaiid. 
Ich wil nit lassen ab 

Vulz ich auch meyn tayl hab. 

H. Hertzog von wurtemberg. 
Zum spil wil ich mich schicken 
Ich maiii es wel sich glucken. 

I. P fa 1 Izg ra ff a m Bein. 
Ich will mich nit lenger sumen 
Das man mjr nit vfT werd rumeu. 

K. Jacob Triwulsch. 
Ich hau ain gut s|iil über sehen 
Vö maindt es soll mir nit sein gschehen 

L. Hertzog von Jlayland. 
Ich liß aulT mein allen karten 
So mag ich dem spil auji warten. 

Jl. Hertzog von Lutring. 
Muß ich gen den wein in dise Urteo 
So mag ich bald nymen wirlen. 

N. Hertzog von saffoy. 
Man hat mir ain Urten gmacht 
Das ich sein nit han gelacht. 

0. Marchis von Monferret. 
Ich han der gesten gebebt so vil 
Das ich schier verluren hat das spil 

P. Frow Margreta in Fland'n. 
Wen es zimptc den frowen 
Ich wet das spil auch beschowen 
Vnd besehen wies wurd au|J schlau 
Fileichl wurd mir auch dar von 

Was der mensch in diser weit mut hat 
Das selb an gut vnd dem glück slal 
Das glück hie vIT crd tribt sein spil 
Jlit allen dingen wie es wil 



16: 



Anzeiger fiir Kutidc der deutschen Vorzeit. 



168 



Wie wol der mensch den anfang erket 

So scheibt ') doch dz gluck nlweg dz end 

Wem es wil dem gat es wol 

Darumb niemen holTen sol 

An fenckliili giintz aulT sein aige spil 

Biß er gsicht wie es sich endeo wil 

Dan alles gluck kumbt hie furwar 

Aim jeden von got gaiilz vnd gar 

Von seines gwalt wegen ist vmb kan ') 

Cresus der kunig Vs lydinn 

Troy Carthago Hom auch zerstört 

Der knöpf Gordij ist vlT zert 

DejSgleich dz haupt des grosen Crassi 

Ward gefull mit sulig gold vnd bley 

Daz von gotz gics ') vn de gluck gscbicht. 

Darumb billich Juvenalis spricht 

glick mir hod dich für ain göti gmacbt 

Das hond ainest die romer betracht 

Vn dem gluck ain kirchd gpuwet srhö 

Als wer vö dem glück ir herschaft kan') 

Dan für war wem gott das geult*) 

DiT bring vndersich land vnd lut 

Vnd hat allwegen ain guttcs spil 

Dar fUr hilfft weder lulzel noch wil (vil) 

Agalocles vnd Paris desgleich 

Seind v[J armul komen in grosse reich 

Mit Romulo hat man das gsechen 

Solichs ist als vö de gluck gschechen 

Dann wie gott «Iwegen wil 

Also misihet er das spil 

Vnd ver schalTet das es gschicht 

Dem meschn dick sein Anschlag bricht 

Dann was gott ye verhenget bat 

Darfur hallT kain menschliche tat 

Gült die anschleg gar dick verkert 

Wann das gluck er selber regiert 

Darumb ir hcrre sechend recht ins spil 

Vnd wurckü nlichls dah was golt wil 

So Wirt es euch selten mi|Jlingen. 

Darumb wend ') ir gut gfel über kan') 

So sollend ir gottes hiilde han 

Das er vnns durch sein gnad vHeich 

Gut gluck bie vh dort ewencklich. Amen. 



') icheiben, mhd. schiben, besthiben, wenden, zuwen- 
den, hcrcllcn, bestimmen. Vgl. Krommnnn /.u Herbert, 
V. 76. — ') knn, kon, kommen, gekommen. — ') 
glei, Gelafi, Zulaxuag. — *) geul, geil, rohd. git, 
gibt. — ') wend, aus mhd. wellcnl, wollt. — D. Red. 



Ein linliehRnn««*» deiilHcli«'»« NrliaiiMpiel 
dfM 15. Julirli. 

Von l'rof. Dr. Karl Bartsch in Rostock und Oberappella- 
tionsralb Frhr. v. Tucher in München. 

(Schlufs.) 

Alle Jlelodieen. mit Ausnahme der des geistlichen 
Volk-sgesanges, tragen den Cliarakter des Chorals *j, be- 
sonders des Introiten-, Antiphonen- und Hymnengesanges 
an sich, mit aller der diesem eigenthUmlicheii, objektiv 
kirchlithen Wurde, Kraft und Tiefe, für welche wir frei- 
lich aufserhalb der Kirche kein Verständnil's haben, und 
wenn sich hin und wieder auch Anklänge von rhythmischer, 
selbst taktmäfsiger Gliederung finden, widersprechen solche 
doch dem Choral nicht, da dieser, besonders aus späte- 
rer Zeit und wenn er auf metrische Texte gesungen 
wurde, häufig solche Gestaltung annahm, die dem Choral 
der Siteren Zeit fremd geblieben war. Doch lassen solche 
Melodieen auch die Verinuthung zu, dafs sie aus weltli- 
chem oder geistlichem Volksgesange stammen. 

Dafs insbesondere in Böhmen — und vorliegendes 
Manuscript kommt ja aus diesem Lande, stammt also 
wohl auch daher — sehr viele GesSnge mit Molodieen 
in Choral gefertigt wurden, beweisen die Gesnnslnlrher 
der böhmischen Bruder und der Coli.xliner des 1(1 .lahrh. 
in deutscher und böhmischer Sprache, in denen sich über 
sehr vielen Choralmelodicn Te.vtesworte in lateinischer 
Sprache allegiert linden, die sich mehr auf die Melodieen, 
oder auf Melodie und Text zusammengenommen, als auf 
die Texte allein beziehen, daher, da diese GesSnge meist 
in den Gesanghucliern des romischen Ofliciums nicht zu 
finden sind, kund geben, dafs in jener Zeit in dem ge- 
sangslusligen und kunslgeubten Böhmen der Choral mit 
ganz besonderer Vorliebe gepflegt wurde, wie denn auch 
der Choral des Introiten-, Sequenzen-, Antiphonen- und 
Hymnengesanges in der alten Form bei den böhmischen 
Brüdern von der ganzen Gemeinde gesungen wurde. 
Eine sorgfällige Vergleichiing der vorliegenden Gesäuge 
mit denen in den böhmischen Cantionalcn liefs, wie das 
wohl zu erwarten war, keine Verwandtschaft beider mit 
einander entdecken, so reichhaltig auch der Schatz an 
Choralmclodieon in diesen Cnnlionalen ist. Es bestätigt 
das den auch sonst wahrnehmbaren, in jener Zeit gesam- 



Dram«. 



*) Dnfs unter Choral nnr der .■sogen, preporianisrhr Ri- 
lunlgesang der rflinischen Kirche t« verstehen ikl und 
nicht das, was man in der evangelischen Kirche un- 
verstlindiger Weise auch so genannt hnl, nilmlich die 
Melodieen des (iemcinde- oder Volk.«gc8nngs, braucht 
nun wol kaum mehr erwähnt zu werden. 



169 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



170 



melten grofsen Reichthum an Cboralgesangen, und dieser 
läfst wieder darauf schliefsen, wie beliebt diese Gesano^s- 
wcise in den letzten Jahrhunderten vor der eigentlichen 
Blulhenperiode des Kunstgesangs gewesen. 

Das 15. Jahrhundert hat uns keine Produkte des 
weltlichen Kunsigesangs hinterlassen, der sich erst viel 
später, verschieden in den Formen von denen des kirch- 
lichen oder geistlichen Gesangs, herausgebildet hat. Welt- 
licher Volksgesang konnte der Natur der Sache nach bei 
diesem geistlichen Schauspiele nicht angewendet werden. 
Der mehrstimmige, contrapunktische Knnstgesang lag in 
der Mitte des 15. Jahrhunderts noch gar zu sehr in sei- 
ner Kindheil, vielleicht fehlte es auch den das Schauspiel 
darstellenden Personen an der hiezu erforderlichen Ge- 
schicklichkeit, und da diese Darstellung zur Ausfuhrung 
von „schuller vil armen" (S. 279) bestimmt war, so war 
es natürlich, dafs, wollte man Gesang dabei anwenden, 
dies kein anderer, als der den Schulern zunächst geläufige 
des Chorals sein konnte, welcher jedenfalls den damali- 
gen Sängern und Zuhörern bekannter und verständlicher 
war als, besonders in seiner Anwendung bei nicht kirch- 
lichen Handlungen, den unsrigen. 

Unter den Gesängen linden sich vor : 

1) aus dem liturgischen Gesang nach dem Ritus der 
römischen Kirche, theils gleichlautend damit, theils mehr 
oder weniger verändert: 

Seite 0. Salus nostra. — Resp. die Dom. Oculi ad Mntut. 
prec. 

42. Ave Maria. — Antiph. ad Vesp. in f. E.xpecta- 
tionis partus B. M. V. 

50. Angelus ad past. — Antiph. ad Landes in Na- 
tiv. D. N. J. C. 

102. Ingrcdiente Dom. — Resp. ad process. Dom. 

in palmis. 

103. Cum audisset. — Versus hiezu. 

105. 6. Pueri hebraeor. — Antiph. Dom. Palm. 

106. Scriptum est enim. — Antiph. ad Magnif. Dom. 

Palm. 

133. In monte Oliveti. — Resp. nd mntut. in Coena 

Dom. 

134. Tristis et anima. — Desgl. doch mit anderer 

Mel. Diese, sowie die S. 13.") ff. Sätze ans 

der Passion. 
194. Popule meus. — Ineproperia in Parasceve. 
199. Ecce lignum crucis. — Antiph. in Parasc. 
202. V08 omnes. — Resp. in ,Snhb. scto. (im 

Verlauf geändert. ) 

226. Ecce quomodo moritur. - Resp in Sabh. scto. 

227. Ecce vidimus eum — Resp. in Coena Domini. 
229. Vere languores. —  Vers, ad Resp. 



242. Terra tremuit. — Offerlor. Dom. resurr, (an- 

dere Mel ) 

243. Exurge quare obdormio. — Introit. Dom. in 

in Se.vages. 
Ego dormivi. — Antiph. in Noct. Dom. resurrect. 
278. Quia vidisti me. — Antiph. ad Magnif. die S. 
Thomae Apostoli. 

2) Dem kirchlichen Volksgesange entstammen fol- 
gende beide Melodiecn , welche auch in die lutheri- 
schen Kirchengesangbücher des 16. Jahrb. übergegangen 
sind : 

S. 51. Nunc angelorum. 

52. Ein kiiidlein so lobigkleich (von diesem je- 
doch nur der Anfang.) 

3) An folgenden Melodieen lassen sich rhythmische 
Gliederungen, selbst Taktmaafs wahrnehmen, woraus sich 
die Vermuthung schöpfen lafst, dafs solche theils in welt- 
lichem oder geistlichem Volksgesang ihren Ursprung ha- 
ben, theils in späterer Zeit erfunden sind : 

S. 190 u. 210. Awe des ganges den ich ge — 

Ein Schwert das mir geheyfsen wordt — 
204 214. 219. Grofse klag ist mir not — 
we mir vnd ymer we — 
Die sun verpirget iren scheyn. 
215. Ir frowen ir klagt — 
223. Auwe wer hat sein sper — 
231. Hie est vere martir — 

Von den deutschen Gesängen gehört wohl keiner 
dem Texte nach zu dem eigentlichen liturgischen Chor- 
gesang und zu den kirchlichen Volksgesängen etwa nur: 
„Ein kindlein so lobigkleich." Es sind also wohl den 
für aufserkirchliche Zwecke gedichteten geistlichen Lie- 
dern Melodieen des liturgischen oder kirchlichen Volks- 
gesange.? angepafst, oder in Nachahmung des Chorals neu 
gemacht worden. 



Zar CSrHrliirlilc der IIIIdrrriilMrl. 

Milgclhoill V(in Jos. Mnr. Wapnor in Wien. 

In de Sunde's (pseudonym für Daniel Schwenter) 
Sienanographia et Steganologia ancta (Nürnberg, o. j. ; 
aber 2wisclun 1619 u. 1624) steht buch V, s. 173, nach- 
dem von ägyptischen hieroglyphen die rede gewesen: 

,, Diesen Aegyptiern nun nach pflegen auch die Frantr.o- 
seii, Wahlen vnd bijiw eilen die Deutschen in schimpIT- 
lichen reymen vnd sprichwurterii llieroglyphirn r.u jre- 
brauchcn, aber nit nach der art und geschirklirhkeit 
der alten, indem eine jede gemalte oder gerissene flgur 
fiir sich selbst ohne gehcimnus in versteheu. .Als zum 



lUtbsel. 



171 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



172 



Kunst. 

Hatikunst 

Defe.stifningB- 

bauteii. 



exempel: wann die deutschen luilcr Jliren bulscliallten 
zu verstehen geben wollen : 

Wann sich zwey herlzen scheiden 
Müssen vier au^en darob weioen 
schrieben sie erstlich Wan sich, nach diesem mahlten 
sie zwey bertz vnd schrieben müssen, nach diesem mahl- 
ten sie vier äugen vnd schrieben Iclzlich ilaroh weinen. 
Jedoch ist die|5 sehr kindisch ujjil lacherlich gegen der 
allen kunsl vnd hieroglyphica zu rechnen." 

Da dieses zeugiiifs aus dem anfange des 17. jahrh. 
stammt, so darf man wol annehmen, dafs schon im IG. 
jahrh , wenigstens in der zweiten bälfte desselben, solche 
biiderralsel hekauiit gewesen seien, und dafs jene bei- 
den im anzciger 18ä0, sp. 2G5 IF. beschriebenen musika- 
lischen ' rebus von 159Ö und 1634 noch nicht die alle- 
steten sein werden werden, die cvistieren. 

Was den ersten der drei rebus betrifft, die in der 
soeben genannten nummer wiedergegeben sind, bin ich, 
nachdem ich ihn genau betrachtet, eher geneigt, densel- 
ben für ein kryptographisches problem zu halten. Schwen- 
ter, Fridericus, Schott u. a. fuhren beispiele an, wie man 
musiknoten zur kryptographie gebrauchen kann. 



AelteMte KrieKi^bHiiwerke« 

Von Professor Dr. II. Schreiher zu Freiburg. 




II. Deutschland u. Schweiz. 



III. Frankreich. 

Für die Sitesten Befestigungsbauleu von Stein, dies- 
seits der Alpen, dürften, nach dem gegenwärtigen Stande 
der Forschung, die verglasten Walle (verglasten Ve- 
8ten, forls vilrifi^s etc.*) gehalten werden. Offenbar 
verstanden sich deren Erbauer nicht auf den Mörtel, der 
schon mehrfache Kenntnisse und Arbeiten voraussetzt; 



*) Der Au.idriick vrr.ich lackte Wiille ist jedenfalls zwei- 
deutig und crinnorl an die S c h 1 ack e n -II a id c n, 
als Abg.'ing von geschmolzenem Erz etc. Hier handelt 
c» sich aber, wie es die französische und eng- 
lische Sprache genau bezeichnen, nicht um Schlak- 
ken, sondern um wirkliche Vcrglntung. 



dagegen wufsten sie die Einwirkung des Feuers und der 
Holzasche auf quarzhaltiges Gestein gut zu benutzen. Noch 
ist es übrigens nicht ausgemitlelt, in welcher Weise es 
geschah. 

In diesem Anzeiger, Nr. 3, Sp. 91, wird die Ver- 
muthung ausgesprochen : „man habe am Fufs der (schon 
aufgeführten) Walle Holz gehiiuft, dasselbe in Brand ge- 
steckt und diese Operation so lange wiederholt, bis we- 
uigstens die Aufsenseiten der Steinvvälle zu einer compac- 
ten Masse zusammenschmolzen." 

Ob dieses nun durch ein ganz freies, wenn noch 
so gewalliges, Feuer und ohne Mitwirkung der Asche, 
die unbenutzt vor dem Wall liegen blieb, nur möglich 
gewesen wäre, durfte zu bezweifeln sein. Ilüclislens wäre 
durch eine solche Behandlung eine Glaskruste gewonoeo 
worden, und die vielfach wahrgenommene tiefere Vergla- 
sung bliebe unerklärt. Aus zahlreichei] Berichten wissen 
wir aber, dafs sich verkohlte Hesle von Balken und La- 
gen von Asche mitunter tief in derartige Wälle hinein 
erstrecken , zu deren Erklärung man nun freilich einen 
religiösen Cult, Opfer u. s. w. (die ebenso zahlreich, 
als grofsarlig hätten sein müssen) zu Hilfe nimmt. 

Sollten wir nicht vielmehr diese Wahrnehmungen 
dazu verwenden, uns die Entstehungsarl solcher Vesten 
deutlich zu machen? Noch heut zu Tage werden, — 
nicht in Oefen , sondern in freistehenden Pyramiden, — 
viele lausende von Backsteinen auf folgende Weise in 
kurzer Zeil gebrannt. Man setzt abwechselnde Lagen 
davon und von Steinkohlen, mit Beachtung der nothigen 
Luftzüge, auf einander und geht nun zu andern Geschäf- 
ten über, da das wohlgeleilete Feuer sich selbst erhall. 
Sollten nicht die Erbauer der verglasten W'Hlle auf ahn- 
liche Weise, — nur mit abwechselnden Ilolzschichteii, 
deren Asche zugleich das Schmelzen forderte, zu Werk 
gegangen sein, wodurch sie mit gefangenem Feuer den 
Steinen jenen Zusammenhang verliehen hSlten, den sie 
auf andere Weise zu geben nicht vern)Oclilen ? Waren 
einige Stcinlagen auf diese Weise verglast, so mochten 
sie die obern Theile, die in der Begel keine, oder nur 
geringe Spuren von Einwirkung des Feuers ausweisen, 
vollends trocken aufgemauert haben. 

Der Aufsalz in Nr. 3 des Anzeigers macht in Betreff 
solcher Bauten mit Becht, nebst Böhmen und der Lau- 
sitz, auf Schot tl and aufmerksam; Übergeht jedoch das 
als Mittelglied und zur Vergleichuiig wichtige Frank- 
reich. Derartige Wlille daselbst umschliefsen , wie die 
hdhmisrlien, cnnstig gelegene Bergllachen mit v>eiter 
Aussicht, nicht seilen wie diese gleich hoch und in meh- 
reren Ellipsen. Dieselben nahmen ohne Zweifel als Zu- 
fluchtsslAltcn die Umwohner nur bei der Annäherung eines, 



173 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



174 



des BelageruDgswesens unkundigen, jedenfalls dafiir nicht 
«ingerichteten Feindes auf. Uralte Sagen von Feen und 
Schätzen knüpfen sich daran, so dafs sie mitunter schon 
längst von Bauern angebrochen sind, wie die verglaste 
Veste von Peraii in der Bretagne (Cotes du Nord), auf 
welche erst in neuester Zeit Alterthumsforscher aufmerk- 
sam wurden : was sich wohl daraus erklart, dafs solche 
Walle gewohnlich mit Erdschichten bedeckt und mit Ge- 
sträuch oder Bäumen überwachsen sind. Eine [)liiiimtifsiKe 
Untersuchung stellte hier heraus, dafs der aufsere Wall 
nur aus aufgeschütteter Erde, der innere dagegen aus 
verglastem Quarz und Granit besteht. Die Wirkung des 
Feuers war durchaus so stark, dafs die Steine noch jetzt 
unzertrennlich sind, iu Zwischenräumen findet sich mit- 
unter geschmolzenes Glas tropfsteinartig. 

\N enu im Anzeiger Nr. 3 von Sor ben- Wend e n 
als Erbauern der verglasten Wälle in der Lausitz die 
Bede ist, so durfte doch eine solche Annahme Bedenken 
erregen. Von dem gem.eiuen Volk daselbst, dessen Ucber- 
lieferuogen selten über den dreifsigjährigen Krieg hin- 
ausreichen, werden sie Schwedenschanzen genannt. Für 
Slaven, welche der dritten grofseu VolkerslrOmung aus 
Asien angehören, erscheinen solche Bauten sowohl zu 
alt, als zu fremdartig. Dabei handelt es sich wol um 
die frühesten Einwanderer, welche überdies Böhmen 
und die Uberlausitz lange Zeit in Besitz haben mufsten 
und deren Bruder dieselben Vcsten in Frankreich und 
Schottland, wohin niemals Slaven eindrangen, aufgeführt 
haben mochten. Vielleicht, dafs solche verglaste W alle 
auch im sudlicheu Deutschland zu Tag kommen. Immer- 
hin dürften sie als nationale Bastenzeiger auf einer lan- 
gen Volkcrstrafse augesehen und ihre ethnographi- 
sche sowohl, als kulturhistorische Bedeutsamkeit 
durch vergleichende Prüfung der darin oder in ihrer 
Nahe vorkommenden Fundstucke (Gefafsc, Jlunzen u. s. w.) 
noch erhöht werden. In dieser Hinsicht ist schon der 
bekannte l'od mokier Fund vom J. 1771, der, nebst 
einem goldnen Armring, einige tausend Goldmünzen in 
einem Bronzckessel enthielt *J, von Belang und durfte 
der Forschung noch manches unbenutzte Material darbie- 

*) Es war wohl der .'irhali eines Hüuptlings, der .sich 
damit in die Umwallung von Podmokl gefliichlcl halte 
und nebst den Seinigen von dem F'eind erschlagen 
wurde. 

Der noch frühere Fund von 1751 lu Gaggers in 
Bayern, — gegen vierrehnhundert ahnliche GoldslUcke 
gleichfiills in einem Bron/.ckcssei , — kann hier nicht 
in Bctriicht gciogen werden, da er in den Schmclilie- 
geln aufgegangen zu sein scheint, ohne dnfa zuverläs- 
sige Stucke oder Abbildungen davon sich erhalten hat- 



ten. Der Verfasser dieser Zeilen erlaubt sich, dies vor- 
läufig mit einem Beispiel zu belegen. 

Schon Vogt hat auf dem Titelblatt seines „Schrei- 
bens an einen Freund, von den bei Podmokl gefundenen 
Goldmünzen" (Prag, 1771) unter andern stummen, 
grOfstentheils Asterisken, auch ein Stück dieses Funds 
mit Buchstaben, also ein sprechendes abbilden lasseu, 
welches er jedoch nicht zu deuten wufste. Die Vorder- 
seite desselben zeigt einen roh gearbeiteten behelmten 
Kopf, links blickend ; die Kuckseite ein nach gleicher 
Bichtüng springendes Pferd, über welchem drei Buchsta- 
ben maiigelhaft abgebildet sind. Andere Miinzkiindige 
(Bieneiiberg u. s. w.) erkannten die Buchstaben HAA 
ganz richtig; wufsten jedoch nm so weniger damit zu- 
recht zu kommen, als sie solche für Runen hielten und 
daraus die Wörter Kala, Ajin, Lika machten. 

Diese drei BucbstabeD bilden nun die älteste (daher 
den Goldmünzen vorzugsweise eigene) Namensform der 
Kaleten, einer Völkerschaft, welche noch zu Casars 
Zeit zehntausend Bewaffnete ziihlte, die er zu den Armo- 
ricanern rechnete und als Caleti (Bell. gall. II, 4) und 
Caletes (ibid. VII, 75) aufführte. Bei dieser iiltesten 
Form befindet sich unter den Fufsen des Pferdes ein vier- 
speichiges Bad, welches nur noch auf den ältesten Sil- 
bermunzeu dieses Volkes vorkommt. Dieselben behaup- 
ten — lateinische und griechische Buchstaben, wie es 
bei solchen Münzen häufig der Fall ist, vermengt — noch 
jeneu eckigen Charakter, der erst spSter in runde Züge 
übergieng. 

Seilen sind alle Münzen eines kleinen Volkes über 
so weite Länderstrecken und so zahlreich verbreitet, als 
die der Kaleten. Kaum irgend eine numismatische 
Sammlung, die nicht vorhinein auf die nummi barbari ver- 
zichtet, durfte ohne Stücke davon aus ihrer Umgegend 
sein. Wir finden sie von Gold in Böhmen (ob darüber 
hinaus, ist dem Verfasser nicht bekannt); von Silber 
in Bayern (Jahresberichte des KreisTereiiis für Schwabea 
und Neuburg, lb39 u. 1840), in Wurlembrrg und Ba- 
den (zahlreich), in der Schweiz (Vischer, Fund zu Uun- 
iiingen), in Frankreich zumal (en masse) in Lothringen 
(Revue numismatique, ISSti. Lambert, la numismalique 
gauloise du Nord-Ouest de la Frunce. — Leiewel, Ducha- 
lais etc.) Der Münztypus bleibt sich wesentlich gleich, 
nur herrscht dessen Ältere Form mit den drei Buchstaben 
HylA in Deutschland vor. Die jüngere Form mit erwei- 
terter Aufschrift: HA,IJO}\ H^tiEJor und HA.IE- 
TEJOJ', — wodurch das Rad nnler dem Pferd wcgfiillt, 

len. Obcrmayr, historische Nachricht S. XX.XI. — 
Obcrbaieriscbo Archiv I, 13J u. c. w. 



175 



Anzeiger lur Kunde 



der deulsclien Vorzeil. 



176 



— gebort vorzugsweise Frankreich an. Lafst sich bei 
der Erstem nur au eine AliliUrzung des V ol ks namens 
(Cal. für Caleti oder Caletes) deukeu , so scheint unter 
Letzlerer ein Ortsnamen, als Mittelpunkt des Volks (Ca- 
ledunum oder Caletedunum) bezeichnet zu sein; wofür 
Delewel Chaumont, Duchalais das Duif Chalon vorschlägt, 
welches im 8. Jabrhuudcrl als Caladuuum vorkommt. 

Sei nuu diesem, wie ihm wolle (eine eingebende Er- 
örterung wäre hier ohnehin nicht am l'latz), so ist das 
Vorkommen von zuverlässigen Goldmünzen der Kaleten 
unter jenen der Bojer, von Böhmen an, beachtens- 
werlh genug, um überhaupt den Kundstucken in diesem 
Lande mehr vergleichende Aufmerksamkeit zu schen- 
ken. Zugleich durfte auch die noch nicht untersuchte 
Legierung des Bronzekessels von Codmokl, dessen oberer 
Theil im vaterländischen Museum zu l'rag aufbewahrt 
wird, durch chemische Analyse herausgestellt werden. 
Vielleicht ist llr. Professor W o cel selbst so gefällig, über 
die zu demselben verwendeten Metalle und deren quanti- 
tatives Verhaltuifs in diesem Anzeiger Mitlheilung zu 
machen. 



Land u. Leute. Dir Trele KrirliHritter.^eliafl (ind der ge- 

Atandcsvrrhult- lllfilK' PfVlIllilllC» 

niftse. 

Eitlerachafi. y^^ ^)^ Krlirn. Kolh von Schreckenstein in Ulm. 

Das germanische Museum bewahrt in getreuer Ab- 
schrift, nach dem im graflich Giech'schen Archive zu 
Thurnau befindlichen Originale, ein Notizenbuch des Rit- 
ters Kunz von Wirsberg vom J. 1501 ff. Einige etwas 
spätere Eintrage ruhreu von zwei verschiedeuen Händen 
her. Der letzte ist vom J. 1511. Das Original besteht 
aus einem 153 Blätter starken Foliobande. Die Blatter 
wurden erst in neuerer Zeit numeriert. Viele sind leer 
gelassen. — Kunz \on Wirsberg war markgrallich bran- 
denburgischer Hauptmann auf dem Gebirge. Gleichwohl 
wurde er von seinen Standesgenosse» zum Hauptmann 
des ritterschaftlichen Kantons Gebirg und Vogtland er- 
wählt, als »ich die Heichsritterschaft der Täuschung hin- 
gab, durch Verweigerung des gemeinen Pfennings im In- 
teresse des Adels zu handeln. Er nahm selbstgestandig 
die auf ihn gefallene Wahl nur ungern an, fügte sich 
aber dem Willen seiner Genossen, „den wie woll ich deß 
nit gcren thet, so mu|ite ich gemeiner Hitterschaft ge- 
horsam sein." 



Gerade diesem, durch die Dienststellung zu den Bran- 
denburgern bedingten Zogern verdanken wir vermulhlich 
die werthvülle eigenhändige Aufzeichnung. Der von Wirs- 
berg wollte sich wol durch genauen Eintrag der Ver- 
handlungen, sowohl der Hitterschaft als den Markgrafen 
gegenüber, möglichst sicher stellen. Nach Hofler's, theils 
in seinem Ludwig v. Eyb, theils im Archive für Kunde 
österreichischer Geschichtsquellen, Band XI, niedergeleg- 
ten Forschungen unterliegt es keinem Zweifel mehr, dafs 
die Brandenburger auch in den neunziger Jahren des 15. 
Jahrhunderts einer festeren Organisation des fränkischen 
Uitterkreises entgegengewirkt halten. Es war nur die 
Frage, wie sie die von der Bitterschaft beschlossene Ver- 
weigerung des gemeinen Pfennings aufnehmen würden. 
Nach diesen kurzen, einleitenden Bemerkungen folgt hie- 
mit das Wesentlichste aus den Aufzeichnungen des von 
Wirsberg. 

Die 6 fränkischen Ritterorte hiefsen : Otten wallt, 
Steyger wallt, .\lt Mull, da|i Gebirg, die Ron, die von 
der Puchen oder von der Paunach. Als oberster Haupt- 
mann des ganzen fränkischen Rilterkreises war Graf Mi- 
chael V. Wertheim gewählt worden. 

Der rom. König Maximilian hatte auf dem Reichstage 
zu Augsburg (1500) von ,, gemeinem Adel in Franken" 
abermals den gemeinen Pfenning gefordert, wie schon 
mehrfach, besonders drei Jahre früher, geschehen war. 
Geistliche und weltliche Fürsten halten beigestimmt, „do 
es aber an vnji Franken kam, do haut wir viifs mit Ge- 
lübden zwsammen gethon, vn|i de(J zu weren, allso sty|i 
es sich üb vns."*) Auch jetzt renitierte die Ritterschaft. 
Montag nach Jubilate 1501 (2. Mai) wurde ein gemeiner 
Ritlerlag „von dem Adel vff dem Gebirg vnd im Vogt- 
lande gen Culmbach gemacht." Die Sache war insoferne 
schwieriger geworden, als man zu Augsburg den Herzog 
Albrecht v. Bayern-München zum Heichshauptmanne ernannt 
hatte, ,,die vngehorsam zu strolTen." Herzog Albrechl IV. 
sprengte kurz vorher den Bund der bayerischen Löwen- 
ritter und war der Mann dazu, auch gegen den frankischen 
Adel einzuschreiten. 



•) Vcrgl. auch Eichhorn, Staats- u. Kcchlsgesch. III, 822 
(5. Ausg.) 

(Schinfs folgt.) 

(Nit einer Beilage.) 



Vfranlwnrlliche Hcdaclion : Dr. Frcili. v. n. 7,. Auf.sels. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Kroinniann. 
Verlag der litcrariach- artistischen .\n9lalt de« germanischen Museums in Nürnberg. 

ü. F.. Scbnid'schr BlirliilrucktKi. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR RUNDE DER DEUTSCHEX VORZEIT. 



1859. 



JN^ 5. 



Mai. 



Ciiroiiik des i!:eriuauisc'lK'u Museums. 



Obgleich das Museum, fern von aller und jeder politi- 
schen Schwankun«,', seine fislbezeichneten Wege gellt, so 
hängt zum Theil doch seine Sufsere Förderung davon ab, 
welche politische Zustande und Ansichten bestehen. Wenn 
der Kriegszustand die materiellen Mittel für sich in Anspruch 
nimmt und den Werken des Friedens entzieht, so ist dies 
für den Augenblick zwar empfindlich, aber nichtsdestoweniger 
gerecht, und das Museum — wenn es darunter leiden sollte, 
was bis jetzt noch nicht der Fall war — würde sich der 
gemeinsamen Noih und Hülfe nicht entziehen Können , noch 
wollen, selbst auf die Gefahr hin, seine begonnenen Arbeiten 
bis auf bessere Zeiten unterbrechen zu müssen. Und dafs 
diese letzteren nicht ausbleiben, ja, gerade für die Sache des 
german. .Museums nach hergestellter Ruhe erst recht kom- 
men, dafür bürgt uns die Erfahrung früherer Zeilen, wo un- 
ser grofses Vaterland durch gemeinsame Gefahr und Noth 
stets besser erkannte, dafs es einig sein müsse, und dann gern 
Werke deutscher Einheit förderte, für die man zuvor kalt 
war. Ware es undankbar, dies in Bezug auf das german. 
Nationalmuseum zu sagen, so wird es dennoch uns erlaubt 
sein, die Hoffnung auszusprechen, dafs der immer starker sich 
gellend machende Sinn für deutsche Einheilsbestrebungen nach 
vorübergegangener aufserer Gefahr auch sich auf die innern 
Werke deutscher Einbeitsbestrebungcn — und wo ist ein 
schöneres, als unser germanisches Nationaliiislilut, auf eigenem 
Boden deutscher Nation gegründet? — erstrecken werde. Ja, 
wir hoffen, dafs die Zeit kommen müsse, wo man dieses Na- 
tionalinstitut nicht blos nothdurftig, oft nur, um es nicht ganz 
abzuweisen, unterstützt, sindern ihm, als dem einzigen geisti- 
gen und sichtbaren Mittelpunkt deutschen Lebens für Gegen- 
wart und Vorzeil, mit freigebigen lianden gewahrt, was es zur 
Vollfuhrung seiner grolsen patriotischen Aufgabe eben braucht. 

Können wir auch wieder so manches Erfreuliche über 
den Fortgang unseres Museums und dessen Angelegenheiten 
berichten, »o müssen wir doch zuvor unsere grofscn bedauer- 
lichen Verluste melden, die wir durch den Tod zweier Män- 
ner, die nicht nur unserem Museum, sondern ganz Deutsch- 
land angehörten, erlitten haben. Es sind diese : unser ältestes 
Ehrenmitglied des GrUhrlenausschusscs, das einst gegen eine 
machtige, undeulsche und mirsgunsligc Partei für unsere deut- 
sche Sache des Museums den Sieg davon trug, .\lexander 
V. Humboldt, und der erste deutsche Fürst, der dem neu- 
entstandenen gernii.n. Museum mit herzlicher Freudigkeit auf 
seine Li'lienszeil eine jahrliche Unterstützung von 120 11. ge- 
gc wahrt hatte: — Erzherzog Johann von Oestcrreich, 
ehemaliger deutscher Keiihsverweser. ' ' 

Die Lücken, welche der Tod seit Kurzem in unseren Ver- 
walt un gsn usschu fs gebracht halte, sind durch Neuwahl 



zweier Mitglieder, des Professors Dr. C. B. A. F ick 1er za 
.Mannheim und des Grafen Franz v. Pocci zu München er- 
gänzt. Ebenso ist die Stelle eines zweiten Vorstandes des 
Museums, welche bisher Dr. Beeg, Kektor zu Fiirth, beklei- 
dete, nachdem derselbe auf solche resigniert hatte, wieder 
besetzt, indem der Ausschufs den Freiherrn Dr. C. H. Roth 
vo n S chreck enst ein zu Ulm erwählte, der zugleich die 
bisher von dem Bibliothekvorstand Dr. Froinmann mitver- 
wallete Archivdirektorsslelle zur Erleichterung des letzleren 
übernehmen wird. 

Von den neuen Beitragen zur Kasse des Museums glau- 
ben wir vorzuglich bemerken zu müssen, dafs Ihre kais. Ho- 
heit die Frau Grofsfurstiu Maria, verwittwete Grofshcrzogin 
von Sachsen- Weimar, dem Museum eine wiederholte Un- 
terstützung von ÜO 11. zugewendet. Von Sr. Durchl. dem F'ür- 
sten und Altgrafeu zu Sa Im - Ke i f f e rscheid-D yc k ist eine 
Beitragszeichnung von jahrlichen 17 fl. 30 kr. und von Sr. 
Durchl. dem Fürsten Clemens AVenzel Lothar von .Meller- 
nic h-AVinnebu rg eine gleiche von 20 0. eingegangen, wah- 
rend Se. Erl. der Slandesherr und erbliche Reichsrath, Graf 
von Giech neuerdings zum Kirchenbau der Karlhause 25 fl. 
beigesteuert hat. Von Gemeindebehörden der Städte traten 
mit Jahresbeiträgen bei: Ansbach mit 10 fl., .\ugsl)urg 
mit 10 fl.. Hersbruck mit 3 fl. , Ingolstadt mit 3 fl., 
Kaufheuren mit 5 fl., Ludwigsburg mit 5 fl., Stade 
mit 5 Thlrn.; dann zeichnete die geschichtsforschende Ge- 
sel Isch a ft des Kantons Graubünden in Chur 10 Frkn. und der 
Gewerbe- und Gesellig k eil s- Verein in Hermannstadt 
5 fl. «. W. Von verschiedenen Agenturen, namentlich de- 
nen in Regensburg, Worms. Iserlohn und Lindau, 
sind ansehnliche Beilragszcichnungen jtenieldet worden, auch 
von einzelnen Kunstvereinen, z. B. dem Hamburger und 
dem Rcgensburger, Erklärungen eingegangen, die Sache des 
Museums unterstützen zu wollen. 

Die schon früher erwähnte Idee, die Kreuzgange und 
Kirche des Museums zur Aufstellung der bedeulcndslen Grab- 
mAler in Gypsabguls zu beiiülzen und so eine Reihe von 
etwa 200 der in der deutschen Geschichte hervorragendsten 
Persönlichkeiten dem Auge des Beschauers vorzuführen, ist 
in neuerer Zeit ihrer .Ausführung um ein gutes Theil naher 
gekommen. Nicht nur. dafs wieder mehrere prachtvolle und 
interessante Grahuiouiinienle für das .Museum erworben wur- 
den, sondern es fand auch die Bitte, obigen Plan <lurch 
(ieschenke von Seite hoher Personen zu untersliilzeu . «nhl- 
wullendes (ichör, und schon ist das herrliche Grnbnionuinrut 
Ileinrich's des Lowcn und dessen Gemahlin in dem 
Braunschweigrr Dom auf Kosten Sr. Hoheit des Herzogs 
von Brnunschweig abgegossen und wird io diesen Tagen 



179 



Anzeiger für Kunde der deulscheii Vorzeil 



180 



zur Aufilellung dahier orwartcl. llofTentlich konticD wir l);ild 
in dieser Beziehung noch mehrere erfreuliche Miltheiluiigen 
machen. 

Von jOngst eingegangenen Geschenken für die Sammlun- 
gen heben wir, aufser dem eben erwiihnlcn (Irabdeniuiiale, 
noch folgende hervor: Eine Sammlung werlbvoller Slterer 
Druckscliriflen und drei starke Fascikel aller llriginalmandale 
und llrkundenabschriften von Hrn. Konrektor Ür. Pfaff in 
Efslingen. 

Hr. Professor Eber lein besorgte zum Besten des Mu- 
seums die mühsame .\rbeil der Keslauration der in der 
Karlhauserkirche angebrachten gcmullen Wappen mit Inschrif- 
ten. Als einen weiteren Beitrag zum Kirchenbau erhielten 
wir durch Vermitlelung der Agentur Havensburg von dem 
Hrn. von Schmidsfeld zu Schmidsfelden bei Isny 1200 Stück 
uralte s. g. Butzenscheiben zugesandt. 

Den früher beigetretenen Buchhandlungen bat sich 
angeschlossen : 
375. Gebr. Karl und Nikolaus Benzinger xu Ein- 
s ied el n. 

Neue Agenturen sind errichtet worden in Markt Erl- 
bach, Innsbruck, Keutlingcn, Weimar, Werneck 
und Wernigerode. 

Der Empfang nachstehender Geschenke wird hiermit dan- 
kend bescheinigt : 

I. Für das Archiv. 

K. Chi. Frhr. v. Reitzenstein, r. Z. in München : 

1212. Urkunde des Grafen Kriedr. v. Truhendingen für d. 
Kloster zu Lankheim. 1289. N. Pap. A. 

1213. Urkunde d. Grafin Agnes v. Truhendingen für d. Klo- 
ster zu Lankheim weg. Guter u. Renten. 1290. N. Pap. A. 

1214. Auszüge aus dreien Schreiben v. 1492 u. 1493. Neue 
Pap. Abschr. 

1215. Lehenrevers d. Abtes Johann zu Banz für d. Bischof 
Georg v. Bamberg. 1506. N. Pap. Abschr. 

Eugen LÖ'vr, Advokal-Anwalt, zu Zweibrücken: 

1216. Schreiben d. Haths zu Nürnberg a. d. Kath zu Speier. 
l.">96. Perg. 

Dr. Merklein, I'rofessor, zu Schaffhaiisen : 

1217. horrcspondenz d. Generallieul. Galla.< u. d. General- 
majors Lars Kaage. 1634. Pap. Abschr. 

1218. Protocoll über diu Belagerung u. Aufgebung der Stadt 
Kegcnsburg. 1634. Pap. 

Dr. Frhr. Roth von Schreckensteln, k. w. Kitt- 

liiei^Ier :i. 1> . /ll l'lln : 

1219. Schirnibrlcf Kaiser Karl IV. für die edlen Swiggor u. 
Ilug die Tummen. 1361. N. Pap. Abschr. 

1220. Spruchbrjef des Katlis zu Zürich in einem Streit Friks 
des Tumb. I.'t80. N. üep. Abschr. 

1221. Beyer» de Konvents des Bruderordens U. Fr. zu Efs- 
lingrn, wegen eine» Seelgcralhes. 13H-1. N. Pap. .V. 

1222. Urfehdebrief d. Michel Hau von Dcizisau. 1440. N. 
Pap. .Vbachr. ^ 



Dr. Pfaff, Konrektor, zu Efslingen : 

1223. Ein Fascikel Kaiserurkunden aus d. J. 952—1299. N. 
Pap. Abschr. 

1224. Ein Fascikel verschied. Urkunden a. d. Stuttgarter Ar- 
chiv a. d. Jahren 1227-14S.5. N. Pap. Abschr. 

1225. Ein Fascikel vermischter Urkunden zur deutschen Ge- 
schichte a. d. J. 1231—1525. 3. Orig. u. 5 Abschr. Pap. 

1226. Beschwerdeschrin wegen Landfriedensbruchs d. Franz 
v. Sickingen. 1522. Pap. Abschr. 

1227. Mandat d. Kardinalprieslers Kaimund von Gurk. 1502. 
Pgm. 

1228. Ein Fascikel Reformationsakten, den Reichstag zu Augs- 
burg betr. 1530. Pap. 

1229. Ein Fascikel Keformationsakten, den Nürnberger Reli- 
gionsfrieden betr. 1532. Pap. 

1230. Ein Fascikel Reformatiunsakten aus d. Jahren 1533 — 
1594. Pap. 

1231. Ein Fascikel Ucformationsakten, den Tag zu Schmal- 
kalden betr. 1537. Pap. 

1232. Ein Fascikel Reformationsakten, die Tagsatzung zu 
Hagenan betr. 1540. Pap. 

1233. Bedenken wegen des Conciliuins. 1543. Pap. 

1234. Mandat Kaiser Karl V. wegen fremder Kriegsdienste d. 
Soldaten. 1544. Pap. 

1235. Abschiede der Eiiiigungsverwandten Stande zu Speier. 
1544. Pap. 

1236. Einigung der Stünde u. Städte zu Augsburg wegen 
verfalliier u. laufender Schulden. 1547. Pap. 

1237. Mandat Kaiser Karls V. wegen d. Buchdrucker. 1548. 
Pap. .\bschr. 

1238. Der Passauische Vertrag v. J. 1552. Nebst Beilage. 
Pap. Abschr. 

1239. Sendschreiben des Königs Heinrich v. Frankreich an 
d. Fürsten u. St. d. H. R. R. l.'S.')2. Pap. .\bschr. 

1240. Schreiben d. Raths zu Conslanz weg. entwichener Plaf- 
fen. 1552. Pap. Abschr. 

1241. Beschwerden der Reichsstädte üb. die Beschwerungen 
d. Handels in den Niederlanden. 1,560. Pap. 

1242. Urkunde d. Kaisers Ferdinand üb. Erhebung derer von 
Embs in den Grafenstand. 1500. Pap. Abschr. 

1243. Mandat d. Kaisers Maximilian 11. weg. Passirung des 
Pulvers in die Niederlande. 1573. Pap. Abschr. 

1244. Untersuchung des Raths zu Köln weg. Verkaufs an- 
giMiih (.'iflicer Ilaringe. 1582. Pap. 

Slxt von Armin, llanptm. im 8. preufs. J.lgerbataillon, 
zu Wetriar : 

1245. Pfandbrief d. Wortwvn Loifs üb. seine Besitzungen 
zu Nieder- u. OberroFsbach. 1398. Pgm. 

1246. Pfandbrief d. Henne Wille v. Dberrnfsliaih für Junker 
Erwin Lew v. Steinfiirl. 1406. Pgm. 

1247. Schreiben d. Joh. v. Dorfclden an Dietrich v. Greiffen- 
klau. 1.599. Pap. 

1248. Schreiben d. Nicol. Bleichenbach an Dietrich v. Greif- 
fcnklnu. 1600. Pap. 



181 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



1^2 



1249. Schreiben d. Wittwe Klara v. Dorfeiden an Nico]. Blei- 
chenbach. U;04. Pap. 

1250. Schreiben d. Antonius Bach an Dietrich v. GreifTenklau. 
1604. Pap. 

1251. Schreiben d. Nicol. Bleichenbnch an Gp. Friedr. v. 
GreifTenklau. 1G08. Pap. 

1252. Kaufbrief d. Joh. v. u. z. Dorfeiden für Dietrich v. 
GreifTenklau. HJ09. Pgm. 

1253. Schreiben des Nicol. Bleichenbach an Dietrich v. Greif- 
fenklau. Iü09. Pap. 

1254. Kaufbrief d. Johann v. u. z. Dorfeiden liir Dietrich 
V. GreifTenklan. 1609. Pap. 

1255. Verzeichn. d. Guter d. Joh. v. u. z. Dorfeiden zu Nie- 
der- u. Dberrofsbach. 0. J. (wahrsch. 1609). Pap. 

1256. Anschlag d. Güter d. Johann v. Dorfeiden , zu Nieder- 
u. Oberrofsbach. 0. J. (^wahrsch. 1609). Pap. 

1257. Lelinbrief d. Fürsten Karl zu Nassau für die Freiherren 
von GreifTenklau. 1756. Pgm. 

Friedr. Woeste zu Iserlohn: 

1258. ürfehdebrief d. Hermann Wyneke für d. Grafen Engel- 
bert von der Mark. 1362. N. Pap. Abschr. 

1259. Kaufbrief d. Kevelung vom Ilardenberge für Dietrich 
von Velmede. 1384. N. Pap. Abschr. 

1260. Revers d. Herzogs Johann I. von Cleve für die Bürger 
der Stadt Iserlohn. 1470. N. Pap. Abschr. 

Dr. C. B. A. Flckler, Professor, zu Mannheim: 

1261. Urkunde d. Grafen Konrad v. Kürsteuberg u. Audr. 
weg. .\lbrechts v. Magenbach Dienstleistung. 1362. 
N. Pap. Abschr. 

1262. Pfandbrief d. Kaths der Stadt Breunlingen für d. Gra- 
fen Heinr. v. Furslcnherg. 1444. N. Pap. Abschr. 

1263. Drei Schreiben nn den Grafen Egon u. d. Grafin Anna 
Maria von Fürstenberg v. 1631, 1635 u. 1636. N. Pap. 
Abschr. > 

1264. Testament d. verwittweten Fürstin Josepha zu Fürsten- 
berg. 1806. N. Pap. Abschr. 

II. Für die Bibliothek. 

Adolf Krabbe, Verlagsbuchh., in Stuttgart : 

7176. W, Menzel, deutsche Dichtung v. d. iiltest. bis auf die 
neueste Zeit, .i Bde. 1858-59. 8. 

8e. Durchl. F. K. FUrst zu Hoheulohe-Walden- 
burg^ in Kupferzell : 

7177. Der«., sphragistische» Album. Heft I. 
Erntt & Korn, Verlagsbuchh., in Berlin : 

7178. L. Lohdc, d. Dom von Parcnzo. 18,59. gr. 2. 

7179. F. v. yuast, d. Kntwirkl. d. kirchl. Bnukun.st i\. Mil- 
tclaltcrs. 1858. 8. 

7180. C. F. Waagen, eine lienierk. Uli. d. neue .Xiifslcllnng 
etc. d kgl. Gcmaldegallerie zu Dresden. 1858. 8. 

K. Bade'wltz, k. k. akadem. Turnlehrer, in Ilermannstadl : 

7181. Dir?., die drei Friedriche. 1859. 8. 



J. Rlcker'sche Buchh. in Giefsen : 

7182. F. Schniiltheuner . deutsch. Wörterbuch, umgearb. v. 
F. L. K. Weigand, 3. Aufl. 1.-6. Lief. 18.^3-:")9. S. 

7183. Ch. W. Stromberger, geistl. Lieder. 1854. 8. 

7184. Ders., Lehren aus d. Erasmns .\lberus ,,Buch von d. 
Jugent u. Weifsheit". 1854. 8. 

7185. Philipps d. Grofsraüthigen Hels. Kirchenreformations- 
Ordnung, v. K. .\. Credner. 1852. 8. 

7186. Ed. Duller, Gielsen u. s. Umgebungen, 3. Aufl. 1851. 8. 

7187. P. Wigand, lyrisches Album a. d. Lahngau, 1858. 8. 

7188. L. Diefcr.bach, üb. Leben, Geschichte u. Sprache. 1835. 8. 

7189. W. Keller, Gesch. d. eklekt. Freimaurerbundes. 1857. 8. 

7190. Ueb. d. Innungsw'esen. 1843. 8. 

7191. G. Zimmermann, de mutata Saxonam veterum religiooe, 
part. prior. 1839. 4. 

7192. Ders. de rerum Fuldensimn primordiis. 1841. 4. 
Katharina Schweizer in Wiesbaden : 

7193. Dies., d. Heilbäder Nassaus. U. J. 8. 

7194. Dies., ein Gang nach d. griech. Kapelle bei Wiesbaden. 
Nebst e. Ex. in franz. Sprache. (I. J. 8. 

7195. Dies., Gesch. u. Beschreib, des Lahnthals. 1856. 8. 

7196. Hygiei.i. Unterhaltungsblalt, herausg. v. Kathar. Schwei- 
zer. 1855 u. 56. 4. 

Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in 
Wien: 

7197. Dies., Denkschriften, 9. Bd. 1859. 4. 

7198. Dies., Fontes rerum Austriacarum, 2. Ablh. XVII. Bd. 
1858. 8. 

7199. Dies., Archiv f. Kunde österr. Geschichtsquellen. 19. 
u. 20. Bd. I. 1858. 8. 

7200. Dies., Notizenblalt, 1858. 8. 

7201. Dies., Silzung.slxrichie. XX VI.— XXVIII. Bd. 18,58. 8. 
Comite Flamand de France in Dunkinhen : 

7202. Dass., Bulletin Nr. 13. 1859. 8. 
Historischer Verein von ünterfranken und 

Aschaffenburg- in Wurzliurg : 
720;i. Ders., Archiv, 14. Bd. 3. Hfl. 1.S5S. 8. 

J. Zeiser's Buch- und Kunsthandlung in Nürnberg: 

7204. Albrechl Durrr-Album, VIII. Lief. gr. 2. 
Ein Ungenannter in Nürnberg : 

7205. Der hgl. Mayest. in Böhmen Bericht wid. die ausge- 
gang. Mandala, die fron Boheim betr. 1620, 4. 

7206. Wcnc. Link, Wie der grobe Mesch vnsers Herren Esel 
sein sol. 1518. 4. 

7207. Epistel nn die Gemeyne zu Miltenberg etc. 1,523. 4. 

7208. Johansen Hertzoge zu Sachsen etc. Protestation aufT 
d. Keichrsinge zu Speyr. 1529. 4. 

7209. Pohl. Discurs Von Jetzigen Kriege. 1627. 4. 
Carl Oautsch, Privatgclehrler. in Dresden: 

7210. \. II. Kirlilcr, Nachr. v. d. Bergwerke ufT St. Anna- 
bcrii 17:"i5. 4. 

7211. J. H. Bochmer, tractati» de vario ccnsvvm »ignificatv 
et ivre. 1754. 4. 

7212. II. A. Schumacher, de tiniure Philippi Meianchthonis 
1173U). 4. 



183 



Anzeiger für Kunde der deutsclien VorJeit. 



184 



7213. C. Ch. Oelhafcn, de singulari cvstodiendorvm igniviii 
cvra. 1731. 4. 

7311. II. nh ErfTn, de bonis Germaniae feuda solaris, Son- 
nen-Lehne dictis. 1736. 4. 

7215. G. D. de Stoll, de varia ivrivm innovalione per expe- 
ditionem crvce signatorvm. 1740. 4. 

7216. E. C. Wieland, de necess. el vsv ivris genlivni in no- 
tilja rervmpvbiicarvui rile adornanda. 1809. 4. 

7217. J. G. Boehm, de llcnrico Leone. 1758. 4. 

7218. Kachlrage i. Gesch. Leipzigs. 2. Nachtrag. 1836. 8. 
Direotorlam des Oymnaslama zu Hanau : 

7219. K. SuchiiT. Urion dir J^isi r. 1859. 8. 
Antiquarische Gesellschaft in /nrich : 

7220. Dhs.. Miiiluilungen. X.MII. II. Kunge, Pilatus und 
.»^1 Diuninik. 1859. 4. 

Jao. Eckhardt sen., Webermeister, in Nordlingen : 

7221. I'uriiiiiilii Itonina in vtraqvae fortvna Maximiliani Em- 
ni:inueii>. 17ir>. 2. 

Dr. Jal. Staudlnger in hadolzhurg: 

7222. Genieindls- Ordnung zue Kirchfarnbach u. übcrndorfT, 
V. J. l.")07. Copie. 2. 

J. A. Tyroff in Nürnberg : 

7223. Ders., Wappenbuch der königl., Grofsherzogl. und her- 
zogl. Sachs. Staaten. 7. u. 8. Bd. 1859. 8. 

^Viechmann-Kadow auf Kadow : 
7221. liir.s.. MiKItnburgiichc Studien. 1859. 8. 
Zi. Renovanz, liuchh.. In Kudolsladt: 

7225. (,Ders.) Alex. Justus, acht Tage im Thüringer Wald, 
2. \\tf\. 1858. 8. 

Aug Stöber, Professor, in Mulhausen. 

7226. Ders., Elsülsisches Volksbüchlein, 2. Aufl. 1. Bfindchn. 
18.59. 8. 

Qesellschaft für vaterländische Alterthümer 
in Basel : 

7227. W. Vischer, Bericht über die f. d. Museum in Basel 
irvvorbcnc Schnild'schc Sammlung. 1858. 4. 

Dr. "W. Vlacher, Privatdocent, in Basel : 

7228. (Ders.), XXXVII. Neujahrsblatl. 1859. 4. 
C. H. Beck'brhe l'uchh. in \ordlingen : 

7229. Die deuls( hcn Mundarten. Ilerausgeg. von G. K. From- 
mann. 6. Jahrg. 1. Heft. 1859. 8. 

Engten laöw, .\nwalt, in Zweibrücken:' 

7230. (it'schirlit.s-, (ieschlecht.s- und Wappenkalender auf das 
Jahr 1724, 1726, 1728-32, 1736, 1738—40, 1743. 
1745-47. 1751. 8. 

72.31. J. Ch. Gatterer, Handbuch d. neuesten Genealogie und 
II.T;ild:k. 17i;:{. 8. 

Dr. Fr. Wllh. Andrea in Hildesheim: 
7232. Der«., Chronik d. Residenzstadt Hannover, 1859. 8. 

Dr. Walther, Cabinelsbibllothckdircctor u. Ilorbibliolho- 
knr. Jii ll.'irni^ladt : 
72.33. Ders., Die Vcriniihliing und ilclmfiihrung der Prinzes- 
sin Magdaleni Sybilln v. Messen. (1858.) 4. 



Fincke'schu Buehh. in llildesheim : 
72.i4. F. W. .\iidrea, Chronik der Residenzstadt Hannover. 
:'i. lieft. 1859. 8. 
Stahel'srhe Buch- und Kunslh. in Wurzburg: 

7235. J. B. Friedreich, d. Symbolik u. Mythologie der Na- 
tur. 18.59. 8. 

7236. Mnemosyne. Beiblatt zur neuen Würzburger Zeitung. 
.y.<hre. lS.i8. 4. 

Bahnmaier'B Buchh. (^C. Ucilülf) in Basel: 

7237. J. J. Bachofen, Versuch über die Gräbergymbolik der 
Alton. 18.59. 8. 

Huber & Comp., Buch-, tlusik . und Kunsthandlung in 
St. Gallen : 

7238. G. Scherer, St. Gallische Handschriften. 1859. 8. 
Hülfsverein des g-erm. Museums in Berlin : 

7239. L. V. Ledebur, über die Frauen- Siegel des deutschen 
Mittelalters. 1859. 8. 

7240. C. L. Werther, üb. d. Grenie zwischen Romanismus 
und Germanismus. 1859. 8. 

7241. H. F. Malsniann, die Völker d. Mitlelmcers u. d. Ost- 
see als Trager d. menschheitl. Bildung. 1859. 8. 

J. B. Forchhammer, fUrstl. Thurn u. Taxischer Kanzlist 
und Registratur- Funktionär, in Regensburg: 

7242. C. L. Lucius, neuer Muntz-Tractat von approb. u. deval- 
virten Guldinern u. and. MUnlz-Sorlen u. Muntz-Ordnun- 
gen. 0. J. 4. 

7243. Christoph Weigel, .Vbbild. d. Haupt-Stände t. d. Re- 
genten bifs auf die Künstler und Handwerker. 1698. 4. 

Dr. C. Schnabel, Direktor der hohem Bürger- u. Real- 
schule zu Siegen : 

7244. C. W. Lorsbach, Beiträge z. Gesch. d. ehemal. latein. 
Schule 711 Siegen. (F-orts.) 1859. 4. 

Frnst Kirchner, Superintendent, in Gransee: 

7245. Ders., (leschichte der Klöster in d. Mark Brandenburg. 
Sper. Tl.eil 1. u. 2. 18.57—58. 8. 

Dr. H. K. Brandes, Professor u. Rektor d. Gymnasiumi 
zu Lemgo : 

7246. Uers., die Aa, Au und Aach. 1846. 4. 

7247. Ders., über d. Redensari : Plus de spectacles u. über 
d. VerneinungswOrter. 1859. 4. 

7248. Ders., Luthcr's Reise nach Rom. 1859. 8. 
Ein Ungenannter in Nürnberg: 

7249. .1. \. Waliniann, Abhandl. v. d. Allerlhilmern zu Qued- 
linburg. 1776. 8. 

7250. A. Klett, ernsthafte Partuisane, halbe Pique, Sprüng- 
od. Jiigerstiick. 1680. ([u. schin. 8. 

Dr. Ernst Deecke, Professor, in Lübeck : 

7251. Ders., Liibeckischc Ortsnamen aus d. vorig. Jahrhun- 
dert. 18.59. 4. 

Anton Emmert in Trient : 

7252. Aciiiilii l'robi sev Cornelii Nepolis libcr de vita exccil. 
imperal. 1680. kl. 8. 

Verein für Erdkunde zu Dnmistadt : 

7253. Ders., .N(>li/.blalt Nr. 21-26. 8. 



lb5 



Anzeiger für Kunde lier deutschen Vorzeit. 



186 



Dr. F. A. Reafs, (|U. Professor, in Nürnberg : 

7251. .'i kleinere Schriften. 4. u. 8. 

Du Mont-Schauberg'sche Buchh. in Köln : 
7255. Organ f. christl. Kunst, herausg. v. Baudri. Nr. 7 u. 
8. 1859. 4. 
Kriegbanm, haufiiiunn, in Nürnberg : 
725Ü. J. B. llomann, kl. Atlas scholasticus. 0. J. gr. 2. De- 
fecl (11 Karten). 
Emman. a Cioog:na in Venedig: 
72.'j7. Ders . intorno a Giot-. Muslero da Ollinga. 1858. gr. 
■1. 2 K\. 
Dr. A. Blrling^er, .\luniniis im Prieslerseminar zu Hot- 
tenburg: 

7258. Officium sivc Cursus beate Marie virginis. Deiect. 15. 
Jhdl. 8. 

Oinseppe Valentinelli, Bibliothekar v. St. Marcus in 
Venedig: 

7259. G. de Leva, per le faoslissirae nozzo Plattis-Cavriani. 

i«r)9. 8. 
Polytechnischer Verein in Wünburg: 

7260. Ders.. Wochenschrift. Nr. 10—13. 

Dr. Back, geh. Regierungsrath, in Altenburg : 

7261. Ders., Bericht über d. Besteh, u. Wirken d. Kunst- u. 
Gcwerb-Vereiue aufserh. Altenburg. 1858. 8. 

7262. Organ f. Autographcnsammler. Kedig. v. Job. Günther. 
Nr. 2. 1859. 8. nebst einigen andern klein. Druckschr. 

Eng. V. Trauschenfels in Kronstadt : 

7263. Mapa/.in f. Gesch. l.it. .. Siebenbürgens, hsgg. v. Eug. 
V. Trauschenfels. Neue Folge. I. Bd. 1. Ilfl. 1859. 8. 

Grubenmann'sche Buchh. in Chur : 
7261. Ch. J. Kind, d. Reformat. in d. Bisthümern Chur und 
Como. 1858. 

III. Für die Kunst- und Alterthums- 
sanunlung. 

Dr. Staudlnger in hadoUburg : 

2807. 15 kleinere Silbermünzen und 2 Kupfermünzen vom 
15.-17. Jhdl. 

Hohenner, Bibliotheksgehulfe am germ. Museum : 

2808. 2 gravierte Kupferplalten v. 16. Jhdl. 

Dr. Blrlinger, Alumnus im Priesterseminar zu llollen- 
burg . 

2809. Verschiedene Initialen aus einer Papierhandscbrifl des 
15. Jhdts. und ein kleiner Kupferstich v. 18. Jlidt. 

Dr. Volpl in Laibach : 

2810. Eine koptische GlasmUnze. 

2811. 2 KaisermOnzen v. 11. u. v. l.'i. Jhdt., eine steiriscbe 
und eine bayrische Silbermünze v. 15. .Ihdt. 

2812. 2 österreichische Silbermünzen v. 16.— 18. Jhilt. 
28 Li. 5 Kupfermünzen vom 16. — 18. Jhdt. 



V. Krieg; -Hochfelden, General, in Baden : 

2814. l' ArisichUn der Burg zu Nürnberg, Kpferstche v. 17. 
Jhdt. 

Körte, k. .\dvokat, in Nürnberg : 

2815. Würzburger Silbermünze von 1592. 
Krieg^baam, Kaufmann, in Nürnberg : 

2816. 8 Landkarten v. 16.-18. Jhdt. 

A. Eng-elhardt, Privatier, in Nürnberg : 

2817. Oeslerr. Silbermünzc v. 16. Jhdt. 

2818. Plan der Stadt Nürnberg, Handzchg. v. 17. Jhdt. 
Dr. Reuter, praUt. Arzt, in Nürnberg : 

2819. Nijrnberger Kreuzer v. 163.5. 

Eberhardt, Maler, Inspektor d. Ateliers a. gcrm. Museum: 

2820. Statuette der Maria, von Uolz, aus dem 17. Jhdt. 

2821. Gypsabgufs einer geschnitzten Bischofsmütze aus einem 
Bildwerk zu St. Wnifang in Oestcrrcich. 

Bllderverlag; der Agentur des rauhen Hauses 

in Hamburg : 

2822. Anbetung der hl. drei Konige und Himmelfahrt Christi, 
Holzschnitte nach alten Meistern von A. Gaber. 

August Eberhardt in Nürnberg : 

2823. Badischer Kreuzer v. 16. Jhdt. 

Dr. A. V. Nitschke in Braunschweig : 

2824. Ein im Herzogtluini Braunschweig ausgegrabenes Grab- 
gefäls von Thon. 

Karl Strebel, Bauunternehmer, in Worms : 

2825. Eine zu Worms unter der Erde gefundene broncene 
Pfeife zutn Rauchen. 

Bierfteund, Lehrer, in Memel : 

2826. Ein reich geschnitzter Pfeifenkopf vom Anfange dieses 
Jhhdts. 

Dr. C B. Fiokler, Professor, in Mannheim : 

2827. Kupfermedaille auf das Schlofs zu Heidelberg. 

2828. Halbbracteal v. 11. .Ihdt. 

2829. 2 kleinere Silbermünzen v. 16. u. 4 gröfsere v. 16. u. 
17. Jhdl. 

Fr. Frhr. v. Berlichlngen in Mannheim: 

2830. 5 Kacsimiles von alleren und neueren Handschriften. 

2831. 5 Holzschnitte aus Werken des 16. Jhdts. und 4 Por- 
trats in Kpfrstch. v. 17. Jhdt. 

Kaspar Löhle, Ockonom, in Wangen : 

2832. Reste von verkohlten LeinenstufTen aus den Pfahlbau- 
ten im liodensee. 

Dr. Frhr. Roth v. Sohreokenstein in Ulm : 

2833. Galvanoplaslisehe Nachbildung eine» Reitersiegcl» des 
Kricilrirh Thiinili v. Neuburg. 12. Jhdt. 

Christoph Maurer, ßureaudiencr am gcrm. Museum : 
283-1. Hölzerner Fiiehcr v. 18. Jhdl. 



187 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



188 



Clironik der !iis(oiis(li(ii YeiTino. 



Gerade und nur allein durch den fiesammlverein der hi- 
storischen Vereine dürfle es möglich werden, die aus ein 
und derselben Tendenz entsprossenen Thatigkeiten der neben 
einander bestehenden Vereine in ein«- gleichmäfsig geordnete 
Bahn zur Erreichung des gemeinsamen Zieles tu lenken, 
wenn sich die Vereine als Clieder des (iesammtvereins zu 
Übereinstimmenden Mafsregeln im Interesse der Wissenschaft 
einigen wollten. Nur dadurch erscheint es möglich, einerseits 
innerhalb der Vereine selli.-it die meist von «iifscrn Zufälligkei- 
ten und persönlichen Rücksichten abhangige, verschiedenartige, 
oft lückenhafte Behandlung ihrer Aufgabe sowohl im Sam- 
meln als im Bearbeiten des historischen Materials einer mög- 
lichst übereinstimmenden, der Sache angemessenen Ordnung 
und möglichster Vollendung zuzuführen, und andererseits damit 
zugleich für die allgemeineren wissenschaftlichen Zwecke 
höchst fruchtbringende Resultate zu erzielen, welche alsdann 
der (Jcsammtverein, als Frucht der gemeinsamen Bemühun- 
gen auf den Spezialgebieten der Vereine, zur Gellung brin- 
gen und zu gröl'screni Ganzen verarbeiten kann. Erst dann 
wäre der gunstige Moment für den Gesammtverein gekommen, 
sich mit Herausgabe gröfserer Werke von allgemein deut-. 
scheni Interesse zu befassen. Der Unterschied des bisherigen 
Verfahrens, nach den bestehenden Statuten des Gesainmtver- 
eins, und desjeuigen, welches wir im Auge haben, liegt also 
nur darin, dafs der Gesammtverein von den Vereinen nicht 
jetzt schon Kriichte pflücken sollte, ehe sie auf nalurgemalsem 
Wege zur Reile gebracht sind, sondern dafs er Werke viel- 
mehr erst dann mit Iliilfe der Vereine ausführen möge, wenn 
durch frei bewilligte und eingeführte Organisation des Ver- 
einswesens die Slöglichkeit g lei ch ma fsi ger, gemeinsa- 
mer Hülfe herbeigeführt sein wird. 

Auf welche Weise allenfalls — salvo meliori — eine 
solche gemeinsame Mafsregel der Vereine zur Förderung ih- 
rer eigenen Thatigkeit auf dem Gebiete der Spezialgeschichte 
und zum Zwecke der grOfscrn historischen Aufgaben durch 
den Gesammtverein durchzufuhren wäre, ist zwar langst und 
schon bei Gelegenheil der Aufstellung der ersten Statuten des 
Gesammtvereins im Jahre 1852 zu Mainz durch einen ge- 
druckten S ta tute nenlwnrf des Dr. Frhrn. v. Aufseis dar- 
gcthan worden. Dieser Entwurf kam jedoch damals gar nicht 
zum Vortrag, weshalb wir uns erlauben, hier einige Andeu- 
tungen daraus milzutheilcn, die vielleicht von Nutzen bei 
IVeugeslaltung des Gesammtvereins — wofür sich bereits meh- 
rere gewichtige Stimmen erhoben — sein durften. 

Der 41) Paragraphen umfassende Entwurf des Verfassers, 
der sich seil lb.'>3 mit der Idee eines Gesammtvereins be- 
tchaftigtc und jede Gelegenheit ergrilT, .lolchc zur Geltung tu 
bringen*), »erfalll in 4 Abiheilungen und zwar I, allgemeine 



•) Vcntl. Anzeiger nir Kund« de« iliMilnchen Mlllelnller« 11<I. 11. v. 
.t. IH33 und dcmien 8cnd«chrellnn an dii; <-r»t<- iiMucmi-iin^ Vcr- 
»»mmluiig dcuuchcr Bcchtsgolehrtcr, Ocschlchu- und Spruch- 



Bestimmungen über Zweck und Wirksamkeit des Gesammt- 
vereins. II, dessen Geschäftsführung, III, dessen Verhaltnifs zu 
den SpezialVereinen und dieser unter sich, und endlich IV, 
der Generalversammlung der Vereine unter Zuziehung der 
übrigen Forscher und Freunde der Geschichts- und Alter- 
ihumskunde ( Wanderve rsammlun gen"). 

In der ersten Abtheilung stellt er den Gesammtverein 
als ein Bündnifs gleichberechtigter Vereine mit einem aus ih- 
rer Mille gewählten Ausschuls, Direktorium, an der Spitze, 
auf, dessen Zweck ist, Sammlung, Bekannlmachung und Ver- 
breitung der Quellen für die (leschichls- und .Murlhumskunde 
Deutschlands, und zwar theils durch die Vereine selbst, theils 
durch den Gesammtverein. Indem er in der III. Abtheilung 
der Thstigkeil der Vereine zuweist: im Bereich ihres spe- 
ziellen Territoriums durch Sammeln alles einschlagigen histo- 
rischen Materials, soweit sich solches immer erreichen lafst, 
mit Ausschluls des Fremdartigen, ein Archiv, eine Bibliothek, 
eine Kunst- und Alterlhumersammlung, einschliefslich der Mün- 
zen, Medaillen, Siegel des Bezirks in möglichster Vollständig- 
keit zu bilden, macht er denselben zur Pflicht, das in Origi- 
nalen nicht Erreichbare wenigstens durch gründliche Ver- 
zeichnisse, Zeichnungen und Abgüsse damit zu vereinigen und 
genaue Orls-, Namens- und Sachrc|KTlorien über das gesaminte 
Material zu führen, sowie eine topographische Karte über die 
historisch und antiquarisch merkwürdigen Orte, mit Eintra- 
gung alter Markungen und Flurbezeichnuiigen, anzulegen, sich 
der vorkoimnendcn Funde und Ausgrabungen anzunehmen und 
solche wissenschaftlich auszubeuten, über bestehende Sagen, 
Volkssilten, Volkslieder und Mundarten Aufzeichnungen zu fer- 
tigen und hierüber alljährlich dem Gesammtverein übersicht- 
liche Miltheilung zu machen, sowie durch einen gedruckten Jah- 
resbericht, dem kleinere Notizen und Aufsätze beigefügt wer- 
den konnten, die Thatigkeit des Vereins öfl'entlich kundzugeben. 

Dagegen weist der Entwurf in dieser III. .\btheiluiig der 
Thütigkeil des Gesammtvereins zu: aus den eingesendeten 
berichtlichen Millheilungen der Vereine einen ausführlichen 
Generalbcricht zu bearbeiten, mit kritischen Rrleuclilungin 
und Notizen zu versehen und mit diesem zugleich die bisher 
von jedem der Vereine in ihren Zeitschriften abgedruckten 
grölscrn Aufsütze und Quellenmaterialien, soweit sie wirk- 
lich einer VerölTentliehüng werlh sind, nach genauer Prüfung 
Sachkundiger, in einer fiirllaufenden Zeilschrift — Archiv der 
Vereine — in jahrigen, halb- oder vierteljahrigen Zeilabschnit- 
ten drucken zu lassen, wodurch nicht nur das Ansehen der 
Vereine bei der gelehrten Well erhöht, sondern ihren Schrif- 
ten eine ungleich gröfscrc Verbreitung und Nutzbarkeit vcr- 
scbafl't werden müfste. Zudem wflrc es Sache des Gesammt- 
verein», von Zeit zu Zeil, etwa alle."> — 10 Jahre das Walther"- 

forschcr «i Krankfuil n. M. v. IMf.. A. Schmidt'» Zeitschrift f. 
(U'sch. lld. 7. u. b. 



189 



Anzeiger für Kunde der deulsclieii Norzcit. 



100 



gehe Repcriorium über die Vereinsschriflen durch Supplemcnl- 
bande forUusetzen. 

Da die Vereine durch Verminderung des Umfangs ihrer 
eigenen bisherigen Zeilschriflen auf diese Weise Ersparungen 
machen und das Ziel des Bekanntwerdens der besten ihrer 
Arbehen durch Besorgung des Druckes von Seite des Ge- 
saninilvereins dennoch und besser erreichen würden, so wä- 
ren sie dadurch in den Stand gesellt, ihn in diesem Unter- 
nehmen ohne fühlbare Opfer kräftig zu unterstützen, wobei 
der Entwurf gewifs den richtigsten Mafsstab aller Umlagen, 
nach Verhaltnifs der reinen Einnahme, d. h. nach Proccnten, 
die jahrlich neu bewilligt werden, vorschlägt. 

Indem wir des beengten Raumes wegen die Paragra- 



phen, welche von der formellen Anordnung und Gestaltung 
des ganzen Institutes, von den Versammlungen und der- 
gleichen handeln, übergehen, glauben wir auch die im Ent- 
wurf enthaltenen Vorschlage einer organischen Verbindung 
mit dem germanischen Museum und seiner Monatsschrift schon 
aus Rücksicht möglicher MifsHculung an diesem Orte nicht 
berühren zu sollen und schliefsen in der zuversichtlichen Hoff- 
nung, dafs — sei es auf nächster Generalversammlung in die- 
sem Jahre zu München, sei es spater — eine Reformation des 
Vereinswesens, insbesondere des Gesanimlvercins , als drin- 
gendes Bedurfnils zu allgemeinerer Anerkennung bei allen 
wahren Freunden der Vereine und ihrer ernsten, hohen Auf- 
gabe kommen werde. 



X a c li r i c li 1 e n. 



■ilteratur. 

Neu eraohienene Werke. 

52) Leben, Fehden und Handlungen des Ritters 
Gftiz von Berlichingen, lubenaml mit der eisernen 
Hand, durch ihn selbst beschrieben. Nach der alten 
Handschrift, nebst einigen noch iingedruckten Briefen des 
Ritters, herausgegeben von Dttma r E. II. Sc h ön h u th, 
Pfarrer etc. Mit Götzens Bild und Handschrift. Mer- 
penlheim, im Verlag seltener Bücher (Thoram'sche Buch- 
handlung). 1858. 12. 106 Stn. 

Der Verfasser verdient in seinem Streben, Bücher und 
SlolTc von allgemein deutsch- historischer Bedeutung durch 
wohlfeile Ausgaben und populäre Bearbeitung in Jedermanns 
Hände zu bringen, alle Anerkennung. Möge es ihm gelingen, 
durch diesen kleinen und bescheidenen .\bdruck der bedeu- 
tungsvollen Selbstbiographie des deutschen Ritlers dessen Cha- 
rakter und Leben dem ganzen deutschen Volke bekannt zu 
machen ! — 

53) Oesterreichiscbe Geschichte bis zum Aus- 
gange des dreizehnten Jahrhunderts. Von Max 
Budinger. Erster Band. Leipzig, Druck und Verlag 
von B. G. Tcubner. 1858. 8. VI. u. .503 Sin. 

Dieses Werk wurde sogleich beim Ersclieinen von der 
Kritik mit Aufmerksamkeit und (irundlichkeit besprochen. Die 
Österreichischen Geschichtsforscher haben in den letzten Jahr- 
zehenden einen solchen Reichlhum von Material zu Tage ge- 
fordert, dafs der Verfasser für den Versuch, durch Verar- 
brlliing diese Schatze weiteren Kreisen zuganglith und nutz- 
barer zu machen, alle Anerkennung verdient. Eine (ie- 
schichlc aller jetzt in üesterreich vereinigten Staaten, Stam- 
me und Lander zu schreiben, ist für einen gründlichen Ge- 
schichtsforscher gewifs eine der schwierigsten .Vufgaben, die 
ersonnen werden können. Der Verf. des vorliegenden Wer- 
kes schildert uns zuerst die Zeil der Honierhcrrxhnfl, — d. i. 
die Eroberung durch die Homer, ihre Verwaltung und Kultur, 



die erste Verbreitung des Christenthunu. dann als die Zeit der 
Völkerwanderung den Untergang der Romerherrschafi, das Reich 
der Avaren, Bayern unter den Volksherzogen. Ein dritter .\b- 
schnitt umfafsl die Zeit der frankischen Herrschaft und enthalt, 
aufser einem Ueberblick über die Literatur, die Darstellung 
der Eroberung durch die Franken, ihre Verv/altung, die Ver- 
suche slavischer Slaatenbildungen und die Niederlassung der 
Ungarn ; ein viertes endlich stellt uns die Uebermacht des 
deutschen Reiches dar, die Herrschaft der Slandesherzöge in 
Bayern, die Gründung des böhmischen Reiches, des König- 
reichs Ungarn und die Anfange deutscher Fürstenthümcr bis 
auf Adalbert I., um die Mitte des 11. Jahrb. Excurse behan- 
deln einzelne zweifelhafte und streitige Fragen. 
54) Johann Friedrich der Mittlere, Herzog zu 
Sachsen. Ein Beitrag zur Geschichte des sechszehn- 
len Jahrhunderts von Dr. August Beck, herzogl. 
Sachsen - Toburg - Golbaischem .\rchivralhe etc. Erster 
Theil. XVI u. ,599 Stn. Zweiter Theil. 35;» Stn. 8. 
Weimar, Hermann Bohlau. 1858. 
Zur Geschichte dieses für die Entwicklung Deutschlands 
reichsten und wichtigsten unter den neueren Jahrhunderten 
gibt das vorliegende Werk, das in allen seinen Thcilen auf 
sorgfältigstem Quellenstudium biruht, die irefTlichsten Bei- 
trage. Johann Friedrich war nicht iler gröfste Mann seiner 
Zeit, doch immer grols und begabt genug und durch SU'llung 
und Mittel befähigt, um auch einen Mittelpunkt für die Be- 
wegungen dieses viclbcwegten Zeilraumes bilden zu können. 
Der Verfasser, dessen klare, wohlgenrdnele Dnrsirllung wir 
hervorheben, erkennt es für seine wichtigste und ersle .\uf- 
gäbe diesen bedeutenden und vielbeurlheillen Mann im Lichte 
der Wahrheil mit seinen Schwachen wie mit seinen Vorzü- 
gen erscheinen zu lassen. Der erste Theil schildert des Für- 
sten .Tügrndzcit 1.529 — .54, seine Kegierungswcise und sein 
Streben nach Machterwriteruug, die Gründung der l'nivrrsi- 
Itit zu Jena, die Kreignis.4e nm Hofe, die theologischen Slrci- 
tigkeilen und dir tirumbiuirscheii lliindol. Der zweite Theil 



101 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



192 



stellt uns des ungliicklirhen Heriogs Gefangenschaft und Ende 
dar, gibt uns dann eine Anzahl hüclisl werihvoller Mittheilun- 
gen über die Zeitgenossen und die benutzten noch ungedruck- 
ten Quellen in sorgfältigem Abdruck. 

55) Die falsclien und fingirten Druckorlc. Reper- 
loriuni der seit Erfindung der Buchdruckerkuiiat unter 
falscher Firma erschienenen deutschen Schriften. Von 
Emil Well er. Zugleich als der „Maskirten Literatur" 
«weiter Theil. Leipzig. Verlag von Faicke u. Röfsler, 
1858. 8. 200 Sin. 
Der vorliegende zweite Theil der ..Maskirten Literatur", 
von welcher der erste als „Index Pseudonymorum" im Jahre 
1856 erschien, stellt sich zunächst als weitere Ausfuhrung des 
1849 von demselben Verfasser herausgegebenen ,, Katalogs der 
seil dem 17. Jahrh. bis auf die neueste Zeit unter falscher 
Firma erschienenen Schriften" dar ; er unifalst zwei Abschnitte, 
einen deutschen, der vom Ende des IG. Jahrh. bis 18ü7, und 
einen lateinischen, der von 1508 bis 1824 reicht. Dafs die 
Druckerpseudonymen des letzleren weniger zahlreich erschei- 
nen, ist durch die Natur der Sache von selbst gegeben; ihr 
llauptaufireten fallt ins Iti. u. 17. Jahrh., wiihrend die Fiction 
der deutschen Drucker und Verleger sich vorzugsweise im 
18. Jahrli. ausbreitet und unter Napoleon ihre weiteste Aus- 
dehnung gewinnt. Welchen Werlh das mit Fleifs und Muhe 
zosammengelragcne Werk für Bibliothekare, Bibliographen 
und liuchcrsunimler hat, zumal die darin verzeichneten Schrif- 
ten zu den seltensten gehören, bedarf keines näheren Nach- 
weises. Einzelne Lücken, die sich hie und da binicrkbar ma- 
chen, finden durch die Neuheit und den Umfang der Arbeit 
wie die Unvollstandigkeit der benatzten Kataloge ihre hin- 
längliche Entschuldigung. — Verschiedene Nachträge zum 
„Inden Pseudonjniorum" sind als Anhang beigegeben. 
56) Joachim Sluter's ültestcs rostocker Gesang- 
bnch vom Jahre 1531 und der demselben zu- 
zuschreibende Katechismus vom Jahre 1525. 
Nach den t)riginaldrncken wortgetreu herausgegeben von 
C. M. W i cchm a n n-h a do w. Schwerin, 1B.ÖH. Druck 
und Verlag von Dr. F. W. Btirensprung. kl. 8. 
Joachim SItller's Gesangbuch, wenn nicht das filtestc, so 
doch unstreitig das wichtigste von allen niederdeutschen Ge- 
sang! iichern, liegt hier in einem Abdrucke vor, der nicht 
allein burhslablich, sondern auch in Zeilen, Seiten, Signalu- 
ren u. 8. w. mit dem (Iriginal üliereinslimmt ; selbst die Ti- 
Iclcinfassungcn sind durch chcinilypiertc Nachbildungen ersetzt 
worden, so dafi unsere Ansgabe in ihrer diplomatischen Ge- 
nauigkeit den allen Druck vollsllindig vertreten kann. Es 
zerfallt in zwei llauptlheilc; der erste, der die beiden Vor- 
reden Lulhrr's .W Lieder und 1) biblische Gesänge in l'rrsn 
enthalt, ist die iinveranrterle Ueberselzung eines 1,''>29 von Jo- 
seph Klug zu Willenberg gedruckten Gesangbuches, das in 
nenerer Zeit gunzlich verschollen zu sein scheint: der zweite 
Theil, von Sinter selbst gesammelt und bevnrwortet, iimfafst 
6-1 Lieder, 19 Psninien David's, eine Auflegung des Vaierun- 
lers und eine zu Nürnberg im neuen Spiliil gehaltene deut- 



sche Messe. — Auf das Gesangbuch folgt ein kleiner Kate- 
chismus, bei dessen .Ausarbeitung der sogenannte Katechis- 
mus der böhmischen Bruder benutzt zu sein scheint, und end- 
lich eine freie Bearbeitung der Crux fidelis von Ven. Forlunalus, 
die als der älteste in niederdeutscher Sprache gedruckte Ge- 
sang dasteht. — .\ls Anhang ist ein kurzes Glossar wie eine 
Nachrede iiber Sluter's literarische Wirksamkeit und die Be- 
ziehungen seines Gesangbuchs zu anderen l' leichzeitigen Kir- 
chen licdersammlungen beigegeben. 
57 J Geschichte der ehemaligen Cistercienscrabtei 
Räuden in Oberschlesien. Festgabe zur sechsten 
Sacularfeicr ihrer Gründung von .\ugust Potthast, 
Dr. phil. Mit einem Stahlstich und einer Karte. Leob- 
schütz. Verlag von Rudolf Bauer. 1858. 8. 308 Stn. 
Es zerfallt die vorliegende Schrift in zwei Hauptabschnitte, 
denen als Einleitung eine gedrängte Darstellung der Urge- 
schichte Schlesiens, wie einige allgemeine Mitlheilungen über 
die Entstehung und die Regeln des Cisterzienserordens vor- 
ausgeschickt sind. Der erste Abschnitt, der die äufscrc Ge- 
schichte des Klosters enthält, berichtet von der Gründung des- 
selben im J. 1258 und vom Leben der einzelnen .\ebtc bis 
zur Auflösung im .T. 1810: der zweite .Vbschnill, der die 
aulsere Geschichte des Stiftes umfalsl, ist vor allem durch rei- 
ches culturhislorisches Material wichtig. Er beschafligt sich in 
mehrfachen Unterabtheilungen zunächst mit dem Range des 
Abts, mit der Beschreibung der Baulichkeiten des Klosters und 
der demselben untergebenen Kirchen wie der Volks- und La- 
teinschule zu Räuden, beleuchtet dann mil eingehenden slali- 
slischen Nachweisen die indusiricilcn Unlernchmungcn des 
Stifts, seine Besitzungen, Zehnten und Zinsungen, den Acker- 
bau und Haushalt, die Steuer- und Schuldenverhaltnisse und 
enthalt endlich aufser Anderem einige kurze Nulizen zum 
wissenschaftlichen und kiinsllerischen Leben der .Vbtei. Den 
Schluls bildet die Geschichte Kaudcns seit der .\ufhebung 
des Klosters vom J. 1810 bis 1858. 

58) Nachrichten von dem Geschlechic der Grafen 
von War tens lebe n , von Dr. Iiilius, (iraf von 
Wartcnsle be n, kgl. preufs. Sladigerichlsralh. Zwei 
Bände. Mit Portraits, Alinenlafeln und Slaminbüumen. 
Berlin. ia58. Alberl Nauck u. Comp. 8. 388 und 
321 Sin. 

Von diesem umfassend angelegten Werke, welches sich 
im Gcgensal7.c zu ähnlichen Familienmnnographien nicht ein- 
seitig als eine in sich abgeschlossene Familiengeschichle dar- 
stelll, sondern in eingehender Weise zugleich die mannigfal- 
tigen Beziehungen einzelner Gesclilechler zu einander und zur 
Geschichte ihrer Zeit erörtert, enihrtll der er.fle Ban<l das 
reiche urkundlii he Malerini ; er heleucblel, in mehrfache Ab 
theilungen gegliedert, zundchst die lilteslen Nachrichten von 
der Familie und dann die .Slandeserhohungen und Wappen, 
die Slammgüler, lehnsrechlliclien Verhiillnissc und den Ound- 
besilz, ilie milden Slifhingon, Familieninsliliilc und Ehrenrechte 
derselben. Den Srhiuls bilden die .\huenlafeln. Der zweite 
Band enthalt biographische Nachrichten über alle Mitglieder 



193 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



194 



der Familie, soweit solche dem Verfasser zugänglich waren. 
Als Anhang ist ein chronologisches Kegistcr der Urkunden 
und gedruckten Quellen, ein alphabetisches Yerzeichnils der 
Personen- und Ortsnamen und der Familienmitglieder, die 
OfTenttiche Aemtcr bekleideten oder Stiftungen und Kitteror- 
den üngchortcn, beigegeben. 

59) Der Dom vonParenzo. Ein Beilrag zur henntnils 
und Geschichte allchristiicher Kunst von L. Lohde, Pro- 
fessor am kgl. Gewerbe-Inslilut in Berlin. Mit C Kupfer- 
tafcln. Berlin, Verlag von Ernst n. hörn. 1859. Fol. 
Das im Titel genannte Denkmal der ältesten christlichen 
Baukunst gehört zu den wichtigsten und interessantesten der 
überhaupt erhaltenen, war aber in seiner abgelegenen Lage 
bis vor Kurzem wenig beachtet. Fast gleichzeitiE haben Prof, 
von Eilclbergcr und der Verfasser des vorliegenden Wer- 
kes in zwei gediegenen, einander mehr ergänzenden, als 
ausschliefsenden Abhandlungen die Aufmerksamkeit darauf 
gelenkt und von dem merkwürdigen, aber bereits sehr ver- 
fallenen Bauwerke gerettet, was für die Wissenschaft von 
Wichtigkeit ist. 
(jO) Geschichte der ehemaligen freien Reichsrit- 
terschaft in Schwaben, Franken und am Rhcinslrome, 
nach (Juellen bearbeitet von Dr. K a rl H e i n ri ch Frei- 
herrn Roth von Seh r cc k e n s te i n . Kitlmeistcr a. 
D., Grundherren zu Billafingen. Erster Band. Die Ent- 
stehung der freien Keichsritterscha ft bis zum 
Jahre 143 7. Tübingen, 1859. Verlag der H. Laupp"- 
schen Buchhandlung (^Laupp u. Siebeck.) 8. 670 Sin. 
Der llerf' Verfasser, schon bekannt durch seine Geschichte 
des Patriziates, bat zum Gegenstände dieser neueren und um- 
fangreicheren Untersuchung die Frage gemacht, was denn 
eigentlich die freie Reichsritterschalt gewesen. Im Gegensatz 
zu dem liadiKalismus und Absolutismus, welche, obwohl in; 
Widerspruch mit der gründlicheren Wissenschaft, den Stand 
dieser Frage verkannten und absichtsvoll verrückten, unter- 
nimmt es der Verfasser, die Geschichte des reichsrittcrschaft- 
lichen Standes vornehmlich seinen Standesgenossen vor die 
Augen zu fuhren, als ein Mittel der Selbslerkennlnils, als eine 
Anregung und Anweisung zuruckzublicKen. um mit llulIV der 
Vergangenheit eine Weiterentwicklung und INeubelebung für 
die Zukunft möglich zu machen. „Die Keichsritterschaft," 
sagt die Vorrede, ),wnr ein in vielen Dingen bevorrechteter 
Theil des deutschen nicdcrn Adels, eines fur die Geschichte der 
ganzen IValion hochwichtigen, aber durch die Wirkungen des 
Parteihasses und einer iluuen, wenig von .Mark und Kraft an 
sich tragenden Selbstliebe , beinahe vernichteten Standes." 
„Bei allen Mangeln," hcifsl es in einer anderen Slellc, „war 
die Rcichsrilterschaft denn doch eine Korporation, die sicli, 
sie mochte wollen oder nicht, in letzter Instanz auf das ganze 
deutsche Reich und dessen Oberhaupt beziehen niulsle, wah- 
rend der landsassige Adel, durch seine Unicrihanenpllielil ge- 
bunden, der politischen Stellung »eines Landc.'^herrn beizu- 
pflichten hatte. — Dieses genUge, um den Standpunkt des 
Hrn. Verfassers anzudeuten. Schon ein llilchliges Durch- 



blättern dieses umfangreichen ersten Bandes wird über- 
zeugen, diifs die Keuulnifs und Benutzung vorhergegan- 
gener Arbeiten, eine glückliche HerbeischafTung und sorg- 
fältige Bearbeitung neuen urkundlichen Materials, endlich die 
Vorliebe zu dem erwählten Stolle hier ein Werk geschaf- 
fen haben, das zur Geschichte des Adels einen so unent- 
behrlichen wie inhallreichen Beitrag bildet. — Dieser erste 
Band tlieill sich in drei Bucher, von denen das erste eine 
übersichtliche Darstellung der Entstehung und Entwicklung 
der Geburtsstande von den Urzeiten bis zum Verfalle der ka- 
rolingischen Univerfalmonarchie, 114 v. Chr. bis 8S8 n. Chr., 
gibt, das zweite Buch die Eutsichung und erste Entwicklung 
des Riller- und Bürgerstandes, unler .VnknUpfung an die wich- 
tigsten reichsgeschichtlichen Ereignisse, vom Verfalle der ka- 
rolingischen Universalmonarchie bis zum Schlüsse des sogen. 
Interregnums, 888 — 1273, schildert und endlich das dritte Buch 
den Kampf der F'ürsten und der Sladlc gegen das von den 
Ilabsburgern nothdurflig wiederhergestellte Kaiscrlhum, von 
der Thronbesteigung König Rudolfs I. bis zum Erlöschen des 
Luxemburgischen Hauses, 1273 — 1437, darstellt. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Das Ausland: Nr. 12 (T. Italienische Klöster. 

Hamburger Ute rar. u. kr it. Blatter; Nr. 22. 23. Die 
Memoiren des Kaisers Karl V. 

Histor. polit. Blatter: 43. 9. Der deutsche Xäc] in den 
hohen Erz- und Domkapiteln. 

Bund: Nr. 30. Mallhflus Schinner u. Georg von der Fluh 
oder der Kampf der gcisllichcn und weltlichen Macht in 
der Schweiz. (Gdpke.) Nr. 67. Aufruf an das Schwei- 
zervolk für den .\nkauf des Rülli. 

Correspondent v. u. f. Deutschland: Nr.'245. Ueber 
gescllschaflliclie Formen u. Reformen des deutschen Hand- 
werks. 

Europa: Nr. 15. Alte englische Gebrauche u. Volkslieder. 
Nr. 18. Bierstudien v. 1575. 

Giornale storico dcgii archivi Toscani: 3. Delta 
parle Guelfa in Firenze. (Bonaini.) 

Die Greniboten: Nr. 17. l'eber d. rechtt. Stellung der 
deutschen Juden im Millelaller. 

Christliches Kunstblatt: Ü. Restauration des Kirchlhur- 
mes zu Eberdingen in WUrtembcrg. (Leins.) 7. Die 
ThUrcn der Schlofskirchc zu Wittenberg. (Quast.) 

Magazin f. d. Lil. des Auslandes: Nr. 50— 52. Italiens 
staatl. Inlergang im IG. Jahrb. 

Protest. Monatsb lu Her : 1.'!. Bd. .'t. Ilti. Hie deutsche 
Volksschule seit dem Hcforiualionszeitaller. 

West e rm ann ' s il I us I r. deutsche Mo n a t.'- h ef te: Nr. 31. 

München. (Soll!.) Eine slavische Colunie im wcsilichcn 
Dculsrhliind. (A. Peel.) 
M na ts.'ich ri ft f. Deutsches Städte- u. Gcnicindc- 
weicn, V. Bd., IV. Heft. Zur Geschichte Brcslnu's. Ein 
Vcrzeichnifs der Itreslaucr llnlh.shcrrcn. 



195 



Anzeiger für lüitide der ilcnlsrluMi Vorzeit. 



196 



HooalschriFl d. wis se n seh a fll. Vereins in Zürich: 
i. Jahrg. 1. u. 2. Hfl. Gesch. d. Ccnsiir in Zürich. (G. 
Meyer v. Knonau.) Die Choraula, ein alter Kesllanz. 
(II. Runge.) 

Morgenblall: Xr. 1,') ff. Das alle u. das neue Berlin. Nr. 17. 
Die Juno Ludovisi. Belraohl. über d. antike Kunslideal 
im Gegensalz zum chrislliclien. (A. Preuner.) 

Organ für Aalographensamm I er : Nr. 4. Die Aulogra- 
phen-Sammlung des Bauraihs IleTs in Zeitz. Die Form 
der Fihdcbriefe. (Bechslein.) 

Neue Preufs. Provinzial-Blatter : 3. Bd., 2. Hfl. Bei- 
lrage z. Gesch. d. Stadt Elbing. Vollissagfn von den 
„Schlofsbergcn" im Jura- Gebiet. (Ed. Gisevius.) Aller- 
thtlmerfund In Olschowen. .3. Hfl : Nachricht über d. 
livland. Chronik des Herrn, v. Wartberge. (E. Strehlke.) 
Die Allerlhiini=gcsellschari Prussia. (II. Barlisius.) Zur 
Gesch. d. Sladl Danrij wahrend d. Belagerung Maricn- 
burgs im J. 1 l.'i4. (K. Iloburg.) Ein paar Üllauische 
Sprüche. (0. Urban.) 

Hildesheim er S onnlags blal t : Nr. 13. Die Lippoldshöhle 
bei Brunkensen. (C G.) Nr. 1."). „Gesch. d. Kirchspiels 
Kirckrode." 

Stimmen der Zeit: .\prilhefl. Die histor. Entwickel. der 
Staatsgewalt. Die Kunst im Gewerbe. Das Slaventhum 
in Üeslerreich. 

Deutsche V ier lelj ah rssc h ri ft : April — Juni, 1859. Ver- 
cinshestrebungen auf d. Gebiete der deutschen Geschichts- 
wissenschaft u. das gcrm. Nationalmuscuni. Die Ehre d. 
Arbeit. Die Heiligkeit der Staatsverlriige u. deren kul- 
turhistorische Bedeutung. 

Zeilschrift f. allgem. Erdkunde: ü. Bd. 2. llft. Uebcr 
d. ältesten Ansiedelungen der Pfahlbauten an den ver- 
schicdyien Schweizer Seen. (C. Ritter.) 

Zeitschrift f. Musik: Gcnieindegesang und Orgelspiel. 

Wiener Zeitung: Nr. 40. Uebcr die Fälschungen von Al- 
terthnmern. Nr. 57. Der österreichische .\ltcrthumsver- 
ein. (Eilelbcrger.) Nr. 6G. Der 22. März, der 400jahr. 
Geburtstag Kaiser Max. I. und dessen Taufname. (Berg- 
mann.) Ocsterreichisches Münzwesen im 17. Jahrh. (H. 
M.) Nr. 67. Ueber den Stock im Eisen der Stadt Wien 
and dessen Bedeutung. (L'nger.) Nr. 77. Lcbensreltung 
Kaiser Ferdinand's II. (Ilurlcr.) Nr. 78. Die Sicherheits- 
organe allerer Zeil in Wien. - Der Hirlenmarkt zu Ra- 
vensburg. (J. B.) Nr. 98. Eine alte Badeordnung für d. 
Sladl Baden. 



VerntiMrlite \i«rliri<*li<pn. 

30) In Stralsund hat sich ein Verein zur Gründung 
eino neiivorpommerMlien Museums für einheimische 
AllerlhUmcr und Kunstgogenslilndc gebildet. Zweck de.<i 
Museums ist : die in Neuvorpommcrn und Rügen befindlichen 
AllerlhUmcr zu .lainmeln, zu bewahren und dem Öffentlichen 
Gebrauche zuganglich zu machen. Das Museum wirl ein I.an- 



desin.'itilut sein mit dem bleibenden Sitz in Stralsund. Der 
Ralh der Stadt hal im Rallihause ein geeignetes l.ocal zur 
Aufstellung angewiesen. 

31) Von der k. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaf- 
ten sind einige wichtige P ubi i catio ne n zu erwarten. 
Fur"s erste wird die aufserst wichtige Prager Chronik des 
Schreibers Bartes in lateinischer Sprache herausgegeben, weil 
die czechische Ausgabe nicht znm Gemeingule der Geschichts- 
forschung werden kann. Die Aufgabe ist dem Prof. Dr. II ol- 
ler überiragen. Das zweite noch wichtigere Unternehmen 
ist eine Art böhmischen Diplonialars. Es sollen nämlich jene 
Urkunden gesammelt herausgegeben werden, von welchen 
sich da und dort Copien noch in Druckschriften, Archiven elc. 
erhalten haben, da die Originale im grofscn Prager Brande 
1541 zu Grunde gegangen. Mit der Herausgabe derselben 
sollen die Herren Prof. Tomek und .\rchivar Erben betraut 
werden. Der Landesausschufs hat vorlaufig der Gescllschafl 
eine Subvention von jahrlichen 1000 11. auf drei Jahre volierl. 

32) Das Brüsseler Museum für.Mterthuiner und 
Waffen hat kürzlich ein merkwürdiges Tippiehbild erwor- 
ben. Es stellt die Schlacht in den Dilnen vor, welche am 
2. Juli lüOO zwischen dem Erzherzog .\lbert und dem Prin- 
zen Moriz von Nassau, nicht weit von Nicuwport, statthatle. 
In der .\btheilung der alteren Merkwürdigkeilen befindet sich 
auch die Wiege Karls V. 

33) Dem Conservalor B ock aus Köln, der zur Herausgabe 
eines neuen reich illustrierten Werkes: „Der Schatz der 
Stifts- und Krönungskirche Unserer L. Frau zu Aa- 
chen'" längere Zeit in Berlin verweilte, wurdw zweimal die 
Auszeichnung zu Theil, I. I. Kon. Hoheiten dem Priiizregenlen 
und der Prinzessin von Prculscn jene prachtvoll ausgeführten 
Original-Zeichnungen der Deutschen Reichskleinodien vorle- 
gen und erläutern zu dürfen. Der erste Band dieses Prachl- 
werkes befindet sich in der k. k. Slaalsdruckerei bereits un- 
ter der Presse. 

34) Herr Morlot in Lausanne sammelt Material zu einer 
vergleichenden Arbeil über die Skandinavischen und 
SchwcizerVolksmelodieen, deren einige, wie es scheint, 
den eigcnthümlichen schwedischen Naiionalcharakler tragen. 
Die Melodie des Liedes vom Simeliberg ist z. B. echt schwe- 
disch, wahrend der mehr heilere Siebenlhaler Kühreihen .\chn- 
lichkeil mit einem norwegischen Hirtenlied verraih. Zwei 
ihm bereits aus Bern und Golzwyl eingesendete Lieder tra- 
gen entschieden den schwedischen Charakter. 

:V>) Filr das Museum des Hotels de Cluny wurden 8 
goldene Kronen aus dem 7. Jahrh. erworben, welche bei 
Toledo, der llauplsladt der golhischen Könige, gefunden 
wurden. Sie sind reich geschmückt mit künstlich gefafstcn 
Saphiren und Perlen ; die grofsle trrtgt den Nnmcn des Kö- 
nigs Recces\inlhiis. welcher von CIO— ()72 über Spanien re- 
giert hat. Ellnimtliche Kronen, von verschieilenen Formen, 
haben eine grofse Achnlichkeit mit merowingi.srhen Schmuck- 
stücken und bieten Künstlern und Alterlhumsfreunden reichen 
Stoff zu Forschungen. 



197 



Anzeiger für Kunde iler deutschen Vorzeit. 



198 



36) Die trefflich gelungene Restaurierung der Univer- 
sitätskirche in Ofen gibt einen Beweis des wiederer- 
wachten Sinnes für iillere BaudenUmalc. Die Garnisonskirche 
in der Fesluns; wird gleichfalls einer durchgreifenden Kestau- 
rierung unlerzo(,'pn und der Gcnicindoralh h;it dem Verneh- 
men nach den Bischluls gcfalst, die herrliche golhischc Pfarr- 
kirche auszuhauen. Von der Fa^ade steht nämlich nur i'ic 
nackte Stirnmauer und der linke Thurni, aber mit unvollen- 
deter Spitze. Es ist nun im Plane, Beides auszubauen und 
den zweiten fehlenden Thurm hinzuzufügen. 

37) Das Siidportal des Kölner Domes ist nun soweit 
vollendet, dafs die Rüstungen hinweggeräumt werden konn- 
ten. Diese Arbeit wird in den nächsten Tagen vollständig 
beendet und dann das hehre Bauwerk in seiner vollen Pracht 
und Schönheit sichtbar sein. 

38) Die e h e m a I i g e .\ u g u s l i n e r k i r c h e in München, 
seit einer langen Keihe von Jahren ihrer ursprünglichen Be- 
stimmung durch Verwendung zum Mauthgehaude entzogen, 
soll auf allerhöchsten Befehl Sr. M.nj. des Königs wieder zu- 
rückgegeben und, wie man hört, mit den in der Frauenkirche 
entbehrlich gewordenen .Vltiiren und Bildern geschmückt wer- 
den. 

39) Die Stadt Mecheln hat den Beschluls gefal'st, den 
innern Hof ihres Kathhauses mit Standbildern berühm- 
ter Mechelner zu schmücken, und jetzt zu dem Zwecke 
dem Bildhauer Roger, Direclor der .\nisterdamer .\kademie, 
den Auftrag gegeben, eine ülicriebensgrofse Statue des Ma- 
lers Michael Concc (1497 — 1592), der der Rafael Flanderns 
genannt wurde, auszuführen. 

40) Die Generaldirection der k. Vcrkchrsanslalli-n hat die 
Restauration der Fresco maiereien an der Fa^ade des Land- 
schafls- und nunmehrigen Oberpostamts-Gebaudes in l-ands- 
h ut genehmigt, wodurch die Stadt eine werthvollc Zierde mehr 
erhält. .Mit Freuden begrülst man diesen Act der Pietät gegen 
die vaterländische Geschichte und das hohe Regentenhaus. 

41) In dem Ilinlergcliäude des Mangold'schen Hauses 
(Engelapolheke) in M'iirzburg wurde ein zinnerner Sarg 
mit menschlichen Gebeinen ausgeffraben , die aus dem 13. 
Jahrh. herrühren sollen. Das Haus war in früherer Zeil (13. 
— 15. Jahrh.) ein Spital zu den Heiligen Aegid und Dietrich, 
nnd man glaubt daher, dal's man noch auf mehrere Gräber 
stofsen werde. 

42) Vor Kurzem ist in Wilrzburg, Dank der Sorgfalt 
des hohen Domkapitels, ein interessantes AlUrlluim wieder 
an das Licht gefördert worden. Es ist der alte, früher im 
Chor des Doms aufgestellte, mcssingvergoldete Sing pult, 
ein Meisterwerk der Nürnberger Giefskunst vom J. 1644', ge- 
gen 8 Cenincr schwer. Seit lange in Stücken in einem Win- 
kel liegend, ist es nun wieder zusammengefügt und in einer 
Kcnsternisihc der Begräbnifskapelle des Domkapitels aufge- 
stellt worden. 

43) In Leipzig hat man behufs der Stadterweilerung 
die ganze südliche Seite der Magazingnsse mit der Sladlniauci' 
nnd den kleinen Häusern dahinter abgehrochen; seit Neujahr 
hat man auch an der .\blragung des hornliauscs gearbei- 



tet, welches aus dem J. 1529 datiert und in den ungeheue- 
ren Balken, welche das Dach mit seinen zahlreichen Boden 
nnd die vielen Etagen des Hauses stützten , nach einer Ver- 
gangenheil von lieinahe viertehalb Jahrhunderten noch kern- 
gesundes Holz zeigte. 

44) Anfang des vergangenen Winters vereinigten sich 
eine .Anzahl Bewohner, des im J. 1618 verschütteten, 
Fleckens Plurs im Graubündnerischen Cleven, um. wo 
möglich, dort verschüttete Schatze zu heben. Sie fanden im 
trocken gelegten Bette der Maira einige Fufs tief unter der 
Erde Balken, .Mauern, ein grolses silbernes Kreuz und eine 
Glocke von ausgezeichnet wohlklingendem Ton, mit der Jahr- 
zahl 1597, Brustbilder von Heiligen, ein Basrelief etc. Es kam 
auch eine grofse gepflasterte Slrafse zum Vorschein, ohne 
Zweifel Reste jener allen Strafse, welche schon zur Romer- 
zeit vom Comersue iiber den Septimer nach Curia (Chur) 
führte, und auf der auch deutsche Heere manchmal nach Ita- 
lien zogen. 

45) In Kolin kam man beim Graben des Grundes für 
das neue Schulgebäude auf eine alte Leichcobrandst ätte, 
wo man in einer mit grofsen Steinen ausgelegten Zelle acht 
guterhallene Asclicnkruge fand. Beim .\ufdccken wurden je- 
doch durch die Unachtsamkeit der Arbeiter mehrere dieser 
Aschenkrügi- zerschlagen ; einer, welcher ganz geblieben war, 
ist verschwunden, ohne dafs man bisher erforschen konnte, 
wohin er tam. Ebenso ist auch ein aufgefundenes Ihönernes 
Bild, welches eine Frauengeslall mit einer Krone darstellte, 
verloren gegangen. 

46) Der Einsturz des allen Leuchlhurmes auf der In- 
sel Wangeroogc ist am 9. März Nachmittags 2'/2 Uhr 
durch Sturmduth von Grund aus nach Südwesten erfolgt, nach- 
dem er schon lange auf dem Strande von den Wellen um- 
spult worden. Bei den letzten Stürmen hat überhaupt die 
ganze Insel sehr gelitten. 

47) Im Januar wurde in der Nähe von Plauen im Voigt- 
lande ein interessanter Fund gemacht. Auf dem Gru- 
benfelde „Eisenjlanz", der sächsischen Bergbau- und Eisen- 
hütlengescllscbaft gehörig, waren Arbeiter mit .\bleufcn eines 
Schachtes beschäftigt, als sie plötzlich durch Einsinken des 
Bodens ca. 6 Ellen tief hinabrnlschten. Die .\rbeiter hatten 
zwar keinen Schaden genommen, waren aber tödlich er- 
schrocken, als sie sich, in einen alten Bau gerathen, in Ge- 
sellschaft eines in einer engen Strecke steckenden menschli- 
chen Skelels befanden. Man fand dabei eine thoiicriie Gru- 
benlampe, einen Fauste! (Berghammer) mit wohlerhallenem höl- 
zernen Stiel und Bergeisen (Meifseli. Dies lieferte den Be- 
weis, dafs der Bau nicht freiwillig aufgegeben, sondern durch 
irgend einen Unfall zum Erliegen gekommen ist. Die aiifge- 
funrlenen (legenslande werden beim Dircclorium der liesell- 
schaft aufbewahrt und sind unbestritten von sehr hohem .\1- 
ter, da mau in der Geschichte des saehsiscluii Bergbaus 
nirgends des Gebrauchs thöncrner GnilHiiiMiniuii Krwahnunf 
gelhan findet. 

48) Der Gemeinderath der Stadt Wien hat »um Anden- 
ken an die Feier des r>OOjährigen Jubiläum.'^ iler Grundslein- 



199 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



200 



legung Acs golhischeu TheiU von St. Slcplmn den Bcscliluls 
gefarsl. zwei Gl asgemal d c im Dom zu sliTteu. da nur noch 
wenige Ueberreste des alten Schmuckes vorhanden sind. Die 
Restsuralion der romanischen Glasgemaldc im Kreuzgange und 
dem Ciiore der Kirche des Stiftes lleiligcnkrouz zeigt, dals 
es in Ocslerroich nicht an Kräften (ehit, welche sich die Kunst 
der niiiteialtcrlichen Glasmalerei trefflich eigen gemacht haben. 

49) Geniafs einer Sage, die jetzt noch im Munde des 
Volks lebt, sollen die Römer einen Kanal von Trier 
nach Köln gebauet haben und — so lautet die Sage — eine 
Knie von Trier nach Köln durch diesen Kanal geschwommen 
sein. Im Ürft-Thale befinden sich wirklich noch mehrere 
Bruchstücke dieses Kanals, welcher sich bis zum Dorfc Mellcrs- 
heira verfolgen lafst. Weiter nach Trier hin aber sollen keine 
Spuren desselben mehr angetroffen werden. Der KannI ist ge- 
mauert, etwa 2'/i Fufs weit, 3 — 4 Fufs hoch iiml ul« rwolbt. 

60) In llollsladt, Ldg. Neustadt a. S. (Bayern) wurde 
am Kaslnachts-Uienstage von den dortigen Bewohnern ein Mas- 
kenzug veranslaltel, der wegen seiner historischen Bedeutung 
Erwähnung verdient. Zur Veranschaulichung der Greuel, wel- 



che die Schweden in dortiger Gegend verübt hatten, veran- 
stalteten die Bauern nach Umlluls von sieben Jahren nach 
dem Friedensschlüsse einen Maskenzug, .,Pflugzug" genannt, 
der bis auf die letzten zwanzig Jahre sich alle sieben Jahre 
wiederholte. Dabei fehlte es nicht an Uebcrlicfcrung von 
hochherzigen und listigen Thaten einzelner llollsladtcr wah- 
rend der Kriegszeit, und diese wurden dann alle bildlich 
dargestellt. 

51) Dem berühmten J. Fr. Böhmer, Verfasser der Kai- 
ser-Regestcn, widmeten, am 30. Jahrestage (22. Febr.) des Be- 
ginnes dieser .\rbeilen, die Professoren J. Jannsen und K. Fr. 
Stumpf vier von ihnen neu aufgefundene Kaiser- Urkunden. 
Sinnig stellten sie ein markiges Gedicht voran und begrufslen 
den edlen deutschen Mann mit dem Zuruf: die Kaiser aus 
Sachsen-, Franken-, Schwaben- und Baierblut entbieten aus 
den st.immlandern huld und alles gut ihrem kanzler im neun- 
zehnten iarhundorl. 

.">2) Die königliche Gcsellschait der Wissenschaften in 
Göttingen macht wiederholt die .\ufgaben bekannt, welche 
der Vcrwaltungsralh der Wedekind'schen Preissti fl ung für 
deutsche Geschichte gestellt hat. Vgl. Anz. 1857. Sp. 139. 



Inserate und ßekiinntniiicliunji^en. 

Beiträge zur Baukasse der Karthause. 

.\n früher geleisteten Beitragen (s. Jahresber. V, S. o>)) in Summa 209 fl. 45 kr. 

Von Dr. G. Barsch, k. pr. geh. Kegierungsrath, in Coblenz 3 „ 30 „ 

„ Basse, Gerichts-Voigt, in Hannover — „ 35 „ 

,, Hugo Brendel in Berlin 3 ,, — ,, 

„ Büchner, Justizralh, in Darmstadl 1 „ 45 „ 

„ A. Buchner, Gerichtsaccessist, daselbst 1 „ — „ 

„ Sr. Erl. Carl Grafen von Giech in Thurnau 25 „ — „ 

„ Knobel, Prof. d. Theologie, in Giel'sen 2 „ — „ 

„ Hermann Meyer, Chef des bibliogr. Instituts, in Hildburghausen 3 „ 45 ,. 

„ M. L. in Dresden 1 „ 45 „ 

„ Sr. Erl. Grafen (,'urt Pückler-Limpurg in Gailsdorf 2 „ — „ 

„ Säger, Polizei-Direktor, in Berlin 1 „ 45 „ 

„ den Gemeindebehörden der Stadt Schluchtern 5 „ 15 „ 

„ Sr. Erl. Grafen Botho Stollberg in Wernigerode 43 „ 45 „ 

„ Stutz, llflfgraveur, in Ulm — „ 30 „ 

,, eintni l'iiginannten 2 ,, — „ 

„ Mc. Urban von Urbanstadt, l>. k. Finanzbczirkskommissür, in Eger 1 „ 30 „ 

Summa 308 „ 50 „ 
Weitere milde Gaben für Hestauralion der Karthause, zu deren Empfangnahme sowohl die Herren lirvollmrtchliglcn, 
 Is auch die Fonds-Administration des germ. Museums erbOtig sind, werden stets im Anzeiger mitgftheilt werden. 



Verantwortliche Redaction : Dr. Frcih. v. u. z. Aufsets. Dr. A. V. Eye. Dr. G. K. Frommann. 
Verlag der literarisch -artistischen Aniinlt des germanischen Museums in Nürnberg. 

U. K. S cbnl d '\rtir Uuclicirurkcrd. 



NURNBEHO. Das Abonnement des 
Blattes, wek-hes alle Monale erseht- Int, 
wird jcanzjähriK' antcenommm und betriifirt 
nachdt-rneut->jiL'iiPu^tc-oiiveutiuu bei »Ik-a 
Postämtern und Huehhandlunf^t^n Deutsch- 
landi iitcl. Oi^tilreu'hä 3iL 66kr. iiu ^-4 H.- 
Fuls oder 2Tblr. pruuis. 

Für Frankrtieh abonniert man in 
Strarsburg bei C K. Sehmidi, in Paria 
bei der deutschen UuchbandlnnK von F. 
KUouksieek, Nr. 11. rue de Lille, oder 



mmmm 



m um DER 



Neue Folge. 




bei dem Postamt In Karlsruhe; fUr Eng- 
land bei Williams & Nor^ate, 14 Uea* 
riette-SlreetCovent-tiarden in London ; für 
tioränmerika bei den Poüt^uittirn Brenxea 
und Hamburfc. — 

Inserate, w«lche mit dun Zwecken 
"es AnzeiK'TS und dessen wissenftehall- 
lichem Gebiet« in VerbindunK stehen, 
werden aulgenummen und der Kaum ei- 
ner Columnenzeile mit 7 kr. oder S S^r. 
bereehneL i 



M i-i>l:'i IM : 11. ;i'';:) , -i 




Seelister Jahrgang. 



1859. 



ÜRGAi\ DES (iERnA\ISCIlE\ MISEIHS. 



Jiiiil. 



VVisseiisclml'lliclie lliülicilungeu. 



Veber eine l'rkiinile v. 1%. .Hai 1««!», «lu- 

rln auf die Ciiiralle der Xarlareii i» da« 

liHittl >!)ciileMieii Beziiic i^eitoiiiiiieii wird. 

Vom geh. Justizralh l'rof. l)r. E. Th. (jaup|) in Breslau. 

(Sclilufs.) 

Dus auf Pergameut guschriebeue Original dieser Ur- 
kuude, an welcher das freilich sehr zerbröckelte Sicgnl 
des Herzogs von Schlesien und Erzbischofs von Salz- 
burg Wladislaus hangt, ist Eigc-jilliuni des hier in Bres- 
lau iebeiideo Besitzers des Gu^es Oswilz, Herrn Wilhelm 
Golllieb Korn, welcher mir dasselbe mit grofster Libera- 
lität zur Benutzung überlassen hat. An einigen Stellen 
ist der, Text durch l'lecke, die voq Feuchligkeit herrüh- 
ren, unleserlich geworden; aber mit Ilulle einer Ab- 
scbrirt, welche das oben erwähnte Cupialbuch des C'Ia- 
renstids auch von dieser Urkumle cnlhsll, lassen sich 
jene locken ausfüllen. • 

Unzweifelhaft ist dieselbe für die Einsicht in eine 
tienge von Lebens- und Bei htsvrrhallnissen als höchst 
ipteretsanl zu bezeichnen. Uis Gemisch von polnischem 
,upd deutschem Hechte und die Nothwendigkeit, darauf 
auch in der GerirhlsverfB.s.sung Itucksicht zu nehmen, tritt 
uns klar vor Augeu. Die huna Thrul^nicalia des Klo- 
sters sind die mit deutschem Recht he>Yiidp)i^<>|i ,Qj;t4, 
für deren Bewohner also auch deulsrhrs Becht zur .An- 
wendung kam, und sie bilden einen Gegensatz gegen die- 



jenigen, wo die Leute des Klosters noch nach polnischem 
Uechte lebten. Fur ein in dinglicher Beziehung festge- 
ordneles Vcrhfiltnifs scheint das Jus aralorum gehalten 
werden zu müssen, nach welchem die Bew ohner des (auf 
der Chaussee von Breslau nach Schweiduitz gelegenen^ 
Dorfes Kniegnitz lebten. iNach Steuzel waren diese Pflu- 
ger (araloresj unstreitig Leibeigene, welche als Gesinde 
den Acker des Herrn bauten, nämlich diejenigen Stucke, 
welche er als Vorwerk oder unter dem Pfluge (sub ara- 
tro) halte, ohne dafs sie, wie andere Leibeigene, Grund- 
stucke innegehabt hatten. (Vgl. Tzscboppe und Stenzel, 
Lrkundensamnilung, S. 68.) Aber es bleibt hier sehr 
\ ieles dunkel; auch in den wendisch-deutschen Landern 
hat es mancherlei verschiedene Formen des bauerlichen 
Grundbesitzes gegeben, und es ist doch auffallend, dafs 
Stenzel auch nicht durch eine eiuzige der zahlreichen 
von ihm mitgelhtilten schlesi>chen Urkunden auf die so- 
genaniiteu r8la/<i hingeführt worden ist, deren Verschie- 
deuheit von den «ratores sipb Übrigens schwer mochte 
genau bolinimen lassen. 

Von besonderer Wichtigkeit erscheinen in der obi- 
gcu V'rknnd« .4i^ Angaben, welche mit dem altslawischen 
und nnmenllich polnischen Slummgnlssyslenie zusammen- 
hangen. Die Herzogin Anna schenkt die von ihr dem 
Kloster uberwifSQiicn Gftter mit Zustimmung ihrer Sobne, 
Heinriclis lli. Und Wlndislaus. >»ch dem Tode der 31ul- 
.ler yermehct Heinrich 111. die Besil«un£en des Kloster* 



203 



Anieigor für Kunde dor deutschen Vurzeit. 



■• rapr« 



204 



mit Zustimmung^ seines Bruders ^VIadislaus; und nach 
dem Tode Heinrichs lil. lugt \\ ladislau« neue Itereiche- 
rungen hinzu mit Zustimmung seines Neffen, des späte- 
ren Heinrich IV., Sohnes seines Bruders, Heinrich Hl. 
Es liann wul keinem Zweifel unterliegen, daTs alle diese 
Zustimmungen mit einem allgemeineren Princip in Ver- 
bindung stehen. Auch nach allpolniscbcm Recht, and 
Terniulhlich haben alle slawischen VoJksslftnime in dieser 
Hinsicht gewiise {remeinsame BecliLsgewohnlieilen gehabt, 
galt eine wahre Avilicilat, wonach ein Grundstück, wel- 
ches durch Erbgang vom Grofsvater und Vater auf den 
jetzigen Betiitier gekommen war, nur mit Zustimmung 
der nächsten Erben verflufsert oder verschejikt werden 
konnte. War ein solches Rechtsgeschäft ohne deren Ein- 
willigung abgeschlossen worden, so stand denselben ein 
Ruckforderungsrecht zu, hei Verkaufen gegen Erstattung 
der von dem Käufer dafür entrichteten Stmme, bei Schen- 
kungen, wie es scheint, ohne jede Gegenleistung. Ueber 
dieses polnische Slammgnlssystem, welches hauptsächlich, 
insoferne man es für altslawisch Überhaupt zu halten be- 
fugt ist, für die Universalrechtsgeschichte eine grofsc Be- 
deutung hat, ist in neuester Zeil eine viel klarere Vor- 
stellung, als die bisherigen Quellen boten, gewonnen 
•worden durch den von Stenzel herausgegebeneu Liber 
fundatiunis claustri sanctae Wariae virginis in Heinrichow, 
Breslau, 1854. Vgl. besonders Vorrede S. XIX; Text 
S. 24. 39. 4.3. Urkunden Nr. XX. XXI. XXIII. Ich will 
hier nnr die auf S. 43 befindliche Erzählung mittlicilen, 
da sie eine ganz besonders deutliche Einsicht in das be- 
merkte Verhältnifs gewährt. Ein gewisser Stephan wollte 
1228 einen Wald, Namens Glambovicz, den er kurz vor- 
her durch die Gunst des Herzogs Heinrich des Bärtigen 
erhalten hatte, verkaufen. Der .Abt des Klosters llein- 
richau, Namens Heinrich, war nicht abgeneigt, denselben 
fOr sein Kloster zu erwerben, fürchtete aber, dafs die 
Erben des Stephan ihn spater znrllrkfordern konnten. 
Er wandte sich also deshalb an den mit dem pulnischen 
Rechte wohlvertranten Vincenlius von l'ogarell, den Stif- 
ter der Augustiner - Probstei in Kamenz. dann Abt des 
Augustiner -Chorherrenstiris in Breslau. 

Dominus abbas propria persona adibat preposilum, 
dicens ei: „si hanc silvam emcro, heredcs Stephani 
postmodum jure l'olonico requirent." Ad quod pre- 
positus respondens dixit: ,,neqnaqnam Scd scirc dcbe- 
tis, domine abbas, quod aput attanos nostros et patres 
n antiquo statulum est, ut si quisquam de genere Po- 
lonorum nendidit quodlibet Patrimonium suum, ejns he- 
redes postmodum poterunt redimerc. Sed forte uosTeu- 
thonici non picnc intclligitls, quid sit Patrimonium. Ut 
ergo plenarie intclligatis, uobis exponam. Si qnicquim 



poskideii, quuii auus meus et Pater michi in possessio- 
neni relii|urrujjt, hoc est meum uerum Patrimonium. Hoc 
si cuiquam uendidero heredes mei babent potestatem jure 
nostro requirendi. Sed qnamcunque possessionem mihi 
dominus dux pro meo seruicio nel gratia donauerit, illam 
uendo, eciam inuitis amicis meis, cuicunque uoluero, quod 
in tali possessione uou habent heredes mei jus requirendi. 
Unde quia scitur et constnt, qood jam dictu silua Glani. 
bovicz non erat nee est patrimoirium Stephanll^ led 
donatio ducis, libere et absque timure potestis eam emere 
secure, quia nullus hercdum Stephani habet nee un- 
quam habebit in ea aliquod jus requirendi, si sunt uel 
erunt in claustro uestro, qui sciant se jure Polonico 
et hac ratione defendere." 

In historischer Beziehung ist die Bezugnahme auf die 
Einfälle der Tartaren wohl als die interessanteste Stelle 
der obigen Urkunde zu bezeichnen ; die Verleihung eines 
freien Hofes in der Burg Kicnsberch hatte aber gcwifs 
den Zweck, den Nonnen des Clarensiifts für den Fall, 
dafs sich jene Einbrüche wiederholen sollten, einen Zu- 
llucbtsort zu sichern, da sich die Stadt Breslau den ver- 
heerenden Feinden gegenüber widerstandsunfähig erwie- 
sen hatte. In der That haben auch die Tartaren im 13. 
Jahrhundert noch mehrfach die benachbarten Länder, na- 
mentlich Polen, mit grofsen HeereszUgen Uberlluthet und 
verwüstet; aber bis nach Niederschlesicn und insonder- 
heit Breslau sind sie nicht mehr vorgedrungen. Vgl. 
Hopell, Gesch. Polens Th. I, S. 525 fg. 528. 541. Sten- 
zel, Gesch. Schle.^iens Th. I, S. 48. 

Besondere Hervorhebung verdient übrigens noch der 
Umstand, dafs die Worte propter in$ultus tataro- 
rnm nach der ursprunglichen Urkunde der Herzogin .Anna 
angehört haben müssen, und aus dieser nur in die des 
Herzogs und Erzbischofs herUbergenommen sein können; 
denn sie beziehen sich ganz unmittelbar auf eine Schen- 
kung, welche noch von der Herzogin Anna herrührte. 
Diese letztere wird in einer Urkunde Heinrirh's HI. von 
1252 unter den Zeugen als senior ducissa SIesie mit auf- 
geführt , und in einer Urkunde vom 22. Februar 1255, 
worin Herzog Heinrich HI. Oels als Stadt mit deutschem 
Rechte gründete, so wie es ^eumarkt hatte, sagt derselbe, 
dafs er dies nach zuvor eingeholtem Batlie seiner er- 
lauchten Mutler Ihne .Vgl, Tzschoppc und Sienrel, Urkun- 
densammlung, S. 325. 333. Als jedoch Heinrich HI. zu 
den von seiner Mutter dem Kloster geschenkten Gütern 
noch einige andere hinzufügte, am 22. April 1257, war 
dieselbe bereits mit Tode abgegangen, wie «ich dies aus 
unserer Urkande selbst mit Bestimmtheit ergibt. 



205 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



206 



Sustäude. l'eher einen alten IfanilMclirirteiikatalojir. 

Von Prof. Dr. Karl Bartsch in Uostock. 



prache und 
Schrift. 



ändschriften- 
künde. 



Das germanische Museum besitit uuter Nr. 525 eine 
Papjerhandscbrirt des 15. Jahrh. in 4., mit der Ueber- 
schrift : „Iiicipit regislrum bibliothece monasterijs. Egidij 
ordinis diui benedicii In Nürnberg. Et prinio ordü volu- 
miiium secundum litleras signaturum. Secuudo urdü au- 
ctorum aiit materiarum coriteutarum seu diversorum libro- 
rum inibi in eis inueniendorum secundum seriem alpha- 
beti'' elc. Das VerzeichniTs zerfallt, wie diese Ueber- 
scbrift besagt, in zwei Theilc: der erste: (Bl 1 — 64) 
gibt die Handschriften nach der fortlaufenden Nummer, 
der zweite (Bl. 70 — 134) ein alphabetisches Register, 
d. h nicht streiigalpliabelisch, sondern wie es in mittel- 
alterlichen Büchern üblich ist. Von den 716 Banden, die 
dieser Katalog umfafst, scheinen die meisten in dem 
Brande des Klosters 169G untergegangen zu sein: ein 
um so bedauernswertherer Verlust, als die Klosterbiblio- 
thek manche interessante Handschrift enthielt. Auch für 
die Geschichte des Klosters wichtige Documente werden 
durch den Brand verniclitet worden sein. Wie die mei- 
sten Benedictinerklöster, war auch das Aegydienkloster 
zu Nürnberg literarisch lh;itig durch .Sammeln und Ab- 
schreiben von Handschriften. Allein gegen Ende des 14. 
und im Anfange des 15. Jabrh. herrschte nach den Be- 
richten der Chroniken im Kloster eine arge Verwil- 
derung: dieAebte verkanlten und versetzten Monstranzen 
und Urkunden und brachten so das Kloster sehr herunter. 
Nach einer haiidscluiflliehen Chronik*) fanden die aus 
dem Kloster Beichenliach irjs Aegydieukluster gekomme- 
nen MOnche nur zwei Bücher, eiue Bibel und eine glos- 
sierte Benedictinerregel, vor. Wenn diese Nachricht zu- 
verlässig ist, so waren die 716 in uuserni Kalalogc auf- 
geführten Handschriften erst nach der Visitation des Klo- 
sters entweder dort geschrieben oder dahin gebracht 
worden. Ersleres ist schon deshalb nicht wahrscheinlich, 
weil der Katalog eine ziemliche Anzahl von Pergament- 
handschiiften aufführt, die meist wol dem 14. oder frü- 
heren Jahrhunderten angehörten ; auch das zweite hat 
wenig für sich. Jedenfalls verrSlh die sorgfältige Ab- 
fassung des Kataloges, dafs in der zweiten Hälfte des 
15. Jahrh. ein besserer Geist in dem Kloster herrschte. 
Dafs auch der Sitin für Aufbewahrung der früheren Ge- 
schichte desselben gcpüegt wurde, beweist eine hand- 
schriftliche Chronica S. Aegidii Norlmberg,, Pg. gr. 2. 



*) Vgl. das vormalige St. Egydienklostcr zu Nnrnl)prg. 
Nürnberg, 1818. ö. 



in Middlehill (Nr. 128C. Pcrtt, Archiv VII, 712), die wihr- 
scheinlich im Kloster selbst geschrieben worden ist. 

Wir heben aus dem reichhaltigen Verzeichnifs die für 
mittelalterliche Geschichte bedeutenderen Handschriften 
aus : 

(Bl. 5. rw.) A. 24^,^.n,„.„ni.(f/ Statuta decreta ao 
gesta coocilij constanciensis 61 Sessionis et con» 
stiluciones seu acta concilij basilieusis 263. 

(Bl. 8.) A. 62 Bulla pape pij 2 'pro cruce 

signandorum contra thurcos. Pins episcopns. 
A. 68 . . . . Legenda vdouis episcopi magdebur- 

gensis. Anno domini. iti'i'hii''^'. 

A. 71. Legenda saiicli Kyliani sociorumque eiua 
Sanctorum marlyrum. 
(Bl. 8 rw.) Legenda de sancto beinrico imperatore. 
AiiQO ab incarnacione. 
Legenda sancle kunegundis Ex nobilissimo pareu- 

tum 

Vita sancti emrici regis lilij stepbani regis vngarie. 
Vita sancti sebaldi confessoris Nureuberg e.xtollere 

ril 

A. 72. Vita sancti martini episcopi Ihurouensis. -, 

A. 73. Vita dorothee virginis de prusia. 

(Bl. 9 rw.) B. 4. Irislitula impenalia cum apparatu 

in 4'"' li. partita etc. 
Vsus feudorum alias cousuetudines feudorum cum 

apparatu. 
(Bl. 13 rw.) B. 31. Croiiica regni bohemie. 

B. 32. Tract. de romano imperio quomodo ad ger- 
manos traiislatum est 

Passagium goltfridi Vniveisos qui hanc etc. 
(Bl. 14.) B. 33. Leutpoldus de bebeuburg de iuribus 
regni romanorum. 
B. 37. Jeroiiimi de praga heretia in concilio con- 
staniensi. In nomine. 
(Bl. 14 rw.) B. 38. Gesta concilij conslanc. In no- 
mine domini. 
B. 39 Gesta concilij basilieusis. 

B. 41 Bulla pij pape 2' transmissa 

Kuperto rat. pro reformacione monasterij sancti 
jacobi. or. s. benedicli. 
(Bl. 15.) B. 42. Vita sancti wolfgangi. Beatus igitur. 

(Bl. 15 r. w.) B. 45. V av-'A 

Di'cliiriicio an episcopi bambergensis de rolhon- 

han de audicnila confessioiie 

Tres. li. uKliwmi de .snncla trinitatc iid iiimlum 

ni HL' II um 

Vitu beali galli cum prccinra sancliscimi viri. ■'. 
(Forlsettung folgt.) 



< ii/0 



207 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorze'rt. 



^06 



Lltfrainr. Ein KelHdlrlK-M ^plrl HM« drni XII. Jnlirh. 

Poesie. Draiiiii. 

Uitgetheilt von P. (iail Morel, Rektor de> Stifli Maria- 
Einsiedeln. 

Auf dem Vorblatte der Einsiedler Handschrift Nr. 34i 
welche des .^bls Williram althochd. Ueberseleung- des 
hohen Liedes enlhftlt. »teht hinter rersrhiedenen Gedich- 
ten im leoninischen Versmafse, die itim Theil in den s. s. 
Cirmina Burana stehen, ein geistliches Schanspiel, das 
ein Wunder des heiÜE'Pn Nicolniis v. Mirn zum Gepen- 
stande hat. Eine andere alte, doch ausführlichere, dra- 
matische Bearbeitung- desselben \\'unders seht in M. J. 
d'Ortigue Dictionnaire de Plclnt-Ohnnt fParis, 1854), p. 
1397, wo sich viel I.phrreichps hjprOlier findet. 

Zum Versiflndnisse des nachfolgenden Abdruckes aus 
der Einsiedler Hs. ist zu wissen , dnfs zu Anfang jenes 
grofseren Spieles drei Knaben oder fahrende Schüler 
auftreten, welche um Herberge bitten. Der Hausherr er- 
wiedert ihnen : ,,Hospitetnr vos factor omninm, nSm non 
dabo vobis hospilium" etc. Da wenden sich die Schu- 
ler an die Hauswirlhin : „Per te, cara, sit impelrabile 
quod rogamns" etc. Der Alte liiTst sich durch seine 
Frau bereden, die Schiller aufzunehmen. Als aber diese 
schlafen, lockt ihr GelHbotitel die Habsucht der beiden 
Alten; sie ermorden ihre Gsste, zerhacken das Fleisch 
und salzen die Stücke ein. Darauf tritt der heil. Nico- 
laus als Pilger oder Wnndcrsmnnn ein, ebenfalls um Her- 
berge bittend ; damit fSngt das Spiel in der Einsiedler 
H». an. Dieselbe ist durchaus schiin und korrekt ge- 
schrieben ; sie reicht unzweifelhaft ins 12. .lahrh zurück. 
Uebrigens enthftit sie rein nur den Text ohne alle Anfüh- 
roDg- von Personen oder Handlung. Beides liefs sich aber 
unschwer aus Vergleichutig der erwähnten anderen Be- 
arbeitung erganzen. 

Nicolatig pcrcgrinus ad hospitem : Obsecro per dominum, 
tu suscipe mc pcrcgrinum, 
Meque lua paterc pnulisper in ncdc manerc. 
Ilospes ad nxorem: Cara mihi merilo die u.xor fida marito, 

Estne repellendus peregrinus an cxcipieudus ? 
Uxor : Bem tibi, dilecle, iuslam per.'^üadeo recte, 

Fände fores isti, pereirrlnnm suscipe Christi. 
Ilospes ad NKOlaum: Oul rcipiicm (|üiicris intres. sedens, 

.1 • epuleris. 

Nicolaiis: dapifcr, vesci dcsidero carne recenli. 

(ad viMhcrpm:) Hacc ut mittatur dominus tuns oro 
pelnlur 
Uxor ad Iwspifrm : Inclyte noster Herr, nova fercula 
quaerit habere 
Oui vespertinus od nos venit peregrinus. 



H«fpes ad tm>rf»!.- Gressn feslino rtmeaiiS' Teftr liiefe 
peregrino: 
Tempore praesenli nos carne carere recenti. 
Uxor ad Ificolawm tevertens: QmoA tibi mandal herus 
index ego nunlio verus. 
Quam petis ut demns nos carne recente caremus. 

Nicolaüs ad antbos : Vir, mulier, dapifer, mecnm via tori 
ripiatur, 
Ut quaeslta recens caro cautius inveniatur. 

(liitrant cubiculum idfi juvenes pccisi j^ent^) Nunc est 
inventa caro cruda recensque crueuta, 
Esca placet talis bruli caro non animulis. 
Est mihi gratorum duicedo reperta ciborum. 
Pie dolor! meutern nimium feritalis hahentem ! 
Quod scelus egisli qui Ircs mucrone pcti.-ti, 
Hospes eos leto dans, sumo iudice spreto ! 

(ad nxorem:) Nee bene nupsisti quae conscia facti fuisli 
Tarn magni sceleris, quia consensisse videris 
IJorrifico scelcri, nee convenit hoc mulieri. 

Midier ad Nicolaum: Sancte pater quid agam, peccati 
lugeo plagam. 

Sana lugentem, refoue peccasse fatenlem. 

Vir pie, vir celebris, compunctio te muliebris 

His tanlisque malis nioueat quod sis venialis. 

Nicolaus: Qui regit omne qnnd est, ciii crimina soluere 

fa.s est, 

Vestri placatns dissolvat vincin reatns. 

Ex ope diuina quae gaudia fert inopina 

Mors iuverium fugiat. vitaeque reversio fiat : 
(ad occisos:) Participes vitae iuvenes de morte redite, 

Lausque dco delur, cui mors obstare veretur. 

In derselben Handschrift finden sich auch noch nach- 
stehende zwei Stücke: 

Versus de gramiiiatica. 
Sex habet opposita sibi scemata lingua lalina, 
Fronlem dat protcsis, quam negat alleresis, 
Pentesis hoc reddit mciliiim quod sincopa tollit. 
Addit parngüge, surripit opucope. i 

,J)e PoUinicc et 2'heocle" (sie)'. 

Diese, in der llinMischrifl nicht in Verse nbgelheillf 
Klaffe des Oedipus über den Tod seiner .Sulmc, ist «in 
neuer Beleg dafür, wie im Millelaller autikc SlulTe niif- 
gcfafst wurden. 

Diri patris infausti pignora, 

ante ort».'; dnmptiati temporn, 
quin Ycstra sie jacprit rorpora 
mca dulcnt introrsus pcctora. 



209 



Anzeiger für Knnde der deutschen Vorxeit. 



510 



-iiüli 



Fessns luctir, confectus senio, 
gressu tremens labante venio. 
quam sinistro sim natus g«nio 
Naili capi potest ingenio. 

Cur a viro fluxerunt semiiia, 

ex quibus me concepil femina? 
Iiirernalis me regni numiiia 
produxeruiit in vitae limiiia. 

Cum infetix me pater genuit, 

Thesiphone non illiid rennuit (sicJ) \ 
alimenla dum mater pracbuit 
mihi ferrum parare debiiit. 

Ab autiqua rerum coiigerie, 

dum pugnarent rüdes maleriae 
fuil mok-s liiiius miscriae 
Ordinala faloriim serie. 

quanto dolore senui ! 

hanc animam plus iusto tenui, 
viri forles et hello strenni ! 
quam neTanda tos oocte genui ! 

locestavi matris cubilia, 

vibrans ferrum per palris ilia. 
quis homirnim iiiler tot milia 
perpelravit iiriquam simiija ! 

Me infaini rerum hrxnria 
Infernalis foedavit furi» ; 
Si deorum me odil curia, 
confileor, non est iniuria. 

Me oderunt revera superi. 

Paleutibus hoc signis comperi. 
Umbram sonlem huius miseri 
Abliorrebunt eliam inferi. 

U quam male servastis, filii, 
constitutas vices exilii ! 
caro nitens ad instar lilii, 
quid de vobis sumam consilii ? 

Quod dolore nunquam deficio 
Ex innato prorcdit vitio. 
gravi demum prcssus exitio, 
mortis horam iam 8olam sitio 

Cordis mei vulnus aperui, 
(juiiiido mihi ociJnti eriii. 
Supplicium pisaus qund merui, 
regnnm mciim iure desetul. 



Quod petrbat uox detestabili» 
complet ira deorum stabilis, 
crucialus est ineffabills, 
quem patimur, gens miserabilis. 



, i j J . 



Ein Fand von Tlionflicairen »um dem i-A. 

Den Freunden des Altcrthums sind flie Ideinen Bilder 
von gebranntem Thon bekannt, die, bis jetzt nicht selten 
in einzelnen Funden zu Tage tretend, durch ihr seltsames 
Aussehen die Aufmerksamkeit erregten und zur Frage nber 
ihre Bedeutung nnfforderten. Meistens waren es weib- 
liche Gestalten, ziemlich roh, doch deutlich genuy eebil- 
det, um die gewohnliche Frauentracht des 14. Jhdts., 
die grofse gefältelte Haube und den oben enganlieffenden, 
an den Aermeln und auf der Brust zugeknöpften Rock 
mit dem breiten, niedrig umgelegten Gürtel, zu erkennen. 
Hr. V. Hefner-AIteneck fand bei seinen Ausgrabungen 
auf der Burg Taiinenberg diese Figuren unter L'mstflnden. 
dafs die Vermnthung nahe gelegt wurde, sie seien zur 
Verzierung von Kachelöfen, namentlich als Aufsätze auf 
die gezinnlen Ränder derselben, bestimmt gewesen. Ver- 
hielt sich aber dieses auch in einzelnen Füllen wirklich 
der Art, so sprach doch gegen diese Verwendung im 
Allgemeinen derUmsland. dafs die Figuren meistens keine 
Spur davon zeigten, <lal's sie jemals mit einer Ofenkachel 
in Verbindung gestanden, davon abgebrochen waren. 
Von anderer Seite hielt man sie — und das war die 
Meinung, die als die herrschende betrachtet werden kann 
-^ für Volivbilder, wie sie ähnlich aus früherer Zeit 
roh ans Eisen gebildet vorkommen, heute aus NA'achs ge- 
formt werden. 

Vor Kurzem wurde von diesen Figuren ein bedeuten- 
der Fund unter dem StrafsenpÜnsler von Nürnberg ge- 
macht, der über die Bedeutung- derselben anfzuklitren im 
Stande ist. Die Bilder, über hundert an der Zahl, sind 
zwar (rrOfslentbcils zerbrochen , doch keines hat einen 
Bruch am unteren Rande, so dafs man annehmen könnte, 
es habe jemals mit einer (Ifenkncbcl in Vorbindunjr ge- 
standen. Bei weitem die Mehrzahl iler Fieuren besteht 
»US den hezcicluictpii Frauengeslallen. doch kommen »nch 
andere vor, wie Wickelkinder, kleine nackte Mflnnlrin, 
sogar gepanzerte Beiler. Diese alle dürften noch für 
Votivhildcr gelten ; aber von nnderi'n können wir nnmög- 
lirli annehmen, dafs sie so etwas bedeutet lialien Es 
kommen auch die Fienren des ansgestelllen und i\rfi ge- 
krenziglen Heilandes vor. die Mutter Maria mit dem Klndt> 
«I dgl , endlich aber auch kleine Topfe, Kannen, .'Jchnlen, 



Kunst. 

BilileDde Kunst 
l'lastik in pe- 
braQDttir Enle. 



iin.l 



M 



211 



Anieiffcr lür künde der deutschen Vorzeit 



413 



Jagdhörner und andere Sithrlclii-n , denen man angen- 
blicklkh ansieht, dafs sie als SpnUeug für Kinder ge- 
dient haben. Und sieht nau die£e neben die oben auf- 
gerührten GegensUnde gereiht, so tritt der Gedanke nahe, 
dafs alle lu diesem Zweck bestimmt gewesen. Wir ha- 
ben hier in der That nichts anderes als Puppen und 
Spielzeug Tur die Kinder, namentlich die Jladchen, des 
14. Jahrhdts. Dieses wird durch manche andere Umstände 
noch wahrscheinlicher. Die Fraupnfiguren haben unten 
im Kleide sanimtlich eine OefTiiuag, daTs man ein Licht 
blneinsterkea und dann umhertrageii kumi. Eine grofse 
Zahl hat auT derBinst ein rniules Loch eingedruckt, wü- 
hioein ungefähr ein Gulden pafsl. Ohne Zweifel wurden 
solche Figureu zugleich benutzt, um Pathenpfennige darin 
»u überreichen, wie bei den sog. Kerzen dreieru. 

Wir geben einige derselben auf beliegender Tafel in 
Abbildung, die, an sich leicht verständlich, zur Darlegung 
des Angedeutelen noch mehr beilragen werden. — Der 
erwähnte Fund ist in den Besitz des germanischen Mu- 
seums gelangt. ti A-isn 



Land u. Leute. Die fVplr KeirlisriKei'Mrliaft iiii«! <ler g*i- 

■iifiiK' l*reiiiiiiiK. 



eundc-virhaU- 
nijue. 

Bittersvtuil'l. 



Von Dr. Frbni. Koth v<in Schrec k en s tei u in Ulm. 
(Forlsetzung.) 

Auch die Herzoge von Sachsen, Kurfur.'-t Friedrich 
und seiu Bruder Johann, nabmeu sich des Pfennings an, 
indem sie denselben vom Adel am Thüringer Walde, der 
sich zu den Franken verbündet hatte, einforderten. Der 
Rilterort Gebirg rief nun die sechs Orte, also die ganze 
frAokische Bitlerschaft, an und beschickte die zu Schwein- 
furt, Ochsenfurt, Neuenslatt und Bamberg gehaltenen Tage. 

Völlig eingehende Machrichten iiber die gepflogenen 
Verhandlungeu gibt das Alaiiiisciipt nicht. Doch ist er- 
sichtlich, dafs man darüber deliberierte , ob man es dul- 
den kOnue, dafs die Bundesgenossen gepfandert würden, 
and welche Jlafsregeln man alsdann treffe, wenn Graf 
llicbtel V. VVcrlheim die gan/.e Itilterschalt in Franken 
aufbieteu sollte. Itustungen wurden beschlossen und die 
Ritterschaft auf dem Gebirg hielt für angemessen, ,,siib 
in 6 Theile tu schlagen" und jedem Theile einen Haupt- 
mann zu geben. Ihr oberstur Feldliaiiptmann war, wie 
bereit« gesagt, üerrKunz von Wirsberg, Biller. Die 
Übrigen sechs llauptleute v>ur«n: Herr Kunrat von 
Kinsperg, llitter, «u der llailach: Herr H a n s v. Auf- 
seCs, Kitler, >iT dem Gebirg; Herr Sebastian v. \Val> 



lenfelfs, Ritter, um Culmbach ; Ludwig v. Ley- 
neck, um peyrewt ; iians Notliafft, um Wunsigel 
(Wunsidel); Uerr Jobst vou Feyltscb, Kitter, in 
dem Voitlande. Maa rüstete gewaltig, um nicht vor an- 
dern Orten „spötllich" dazustehen. Zur Beschaifung der 
nOthigen Geldmitlei sollten 1 fl. auf I M. gid. zu Hän- 
den des obersten „Velthauptmanns" gelangen. Hievon be- 
streitet dieser „gemeine Knecht, pulfTr, pfeyl, wagenburch- 
meister, trumeler vnd allerley als on nat zw schriben ist.*' 
Am Willen fehlte es nicht, aber etwas an energischer 
Ausfuhrung. 

Die auf Sonntag und Hontag Jubilatc 1501 von den 
,, Birgischen und Voytlandern" errichtete Anlage zeigt 
folgende Zahlen: 71Ü reisige Pferde, 1754 Fufsknechte, 
21 Pofessn*), ungefähr 10 Liihlschulzen, "1 Wagen und 
17 Schlangen und Steinbuchscu. Die Lichtschutzen kom- 
men mit in die Zahl der Fufsknechte. Jedes „grofse 
Geschlecht" soll einen s(jlchen stellen. Zu jedem Wagen 
geborte; eine eiserne Kette zum scbliefsen, Haue, Schau- 
fel und Pickel, zwei Schrothaken und eine Hakenbüchse, 
„mit irem Prelt". Ueberdies ist noch die Bede von 85 
Wagen, um die Fufsknechte darauf zu setzen, je 20 Mann 
auf einen Wagen, eine Bechnung, die so ziemlich stimmt. 
Die Summe aller Wägen betragt IjG Stuck Hiemit sol- 
len vier Zeilen gebildet werden, eine jede unter einem 
„Zeylfurer". De.m Ganzen sieht ein „Wagenpurck mei- 
ster" vor. Auf der inneren Zeilen eine kommen 19 
Wagen, auf der äufser» eine 59 Stuck. Zur Wagenburg 
gehören noch: 2 Zimmerleute, 2 Steinmetzen, 1 Trume- 
ter, 1 koch für die gemeinen Knechte, I gcschbarner 
(geschworner ) Schreiber und 1 Buchsonmeister. Au 
Munition wurde nöthig erachtet: 2 Centner Blei, 3000 
Pfeile und '.i Centner Pulver. 

Im Kanton Gebirg, als dessen nitcsli' und iiusführliche 
Matrikel die Aufzeichnung des von Wirsberg gelten kann, 
safs eine bedeutende Anzahl von Edelleuten. Ueber ÖO 
Familien sind namhaft gemacht Wir begnügen uns, 
einige der bedeutendsten anzuführen. Es sind diese : 
die V. Künsberg, v Wurzburg, Marscbalk v. Eb- 
net, Mnrschalk ( v. Ostheim?), v. Kcdwitz, v. 
Sthnnmberg, v. Wiillcnfels, v. Aufsefs, Raben- 
steiner, v. Wisenthan, Grofs, v. Eglofstcin, 
V. Streitberg, Stybnr, v. Giech, v. Guttenberg, 



*) Pnlfcsn, pafcsn sind grofge Schilde, Setischilde; Schmcl- 
Icr, hnjr. Worterb. I, 27R. - Es sind dnth wol die 
„Sclischildo da man hinter »rhofs", Eickarl .Vrxl bei 
Mone, Archiv II, '2'il , »um Jahre 1449. — Wa» sind 
Lichtschuticn ? — 



213 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



2t4 



Y. Bei lEeristeiD, v. Bibr», y. See keo dorff, v. 

Fey I lisch u. a. m. 

Ji (Scblufg fol^t.) 

li 

Nrliöiie Fritiieii aIm lielieii. 

, Uitgelbeilt von Ur. l'rof. C. B. A. Fickicr in Mannheim. 
wi Die im Aiiieiger d. J. Nr. 4, Sp. 136, erwähnte auf- 
fallende Bestimmuno- des Lehensreverses Gotxeiis viin Ber- 
licbingen v. 2Ö. Man U9W, welche schon Allere Kechts- 
bucher beschäfligt hat (vgl. Schneydt, Thes. jur. franc. 
I. Abschnill, S. 4780 — nach gefälliger Mittheilunff des 
Herrn Archivar Stumpf in München), erhall durch die 
Blittheilong des Herrn Archivdirectors v. Hausier in Stutt- 
gart eine eben so einfache, als nberraschendc Löstinff. 

Nach der Ansicht des genannten (ielehrten nämlich 
lieft nichts anderes vor, als ein Schreibfehler der Ur- 
kunde oder der Abschrift, — wir dSchten der Urkunde, 
obgleich wir auch nur eine Abschrift des grafl. von t'a- 
sleH'schen Archives vor uns hatten ; — denn auch die ge- 
nannten filteren Benutzer haben die gleiche Lesart. Es ist 
zu lesen „strawen,'' statt ,,frawen" und bedeutet 
also ganz einfach die gute Streue, welche man für 
drei Windspiele nebst dem Brei bereit halten miirste. 



Vom iVotrecUt. 

Von Uofrath Dr. H. Zöpfl, IlniversitäUprofessor, in 
Heidelberg. 

In Nr. 12 des Anzeigers, Jahrg. 1858, Sp. 422 ff. 
ist die Frage nach der Bedeutung des Wortes „Not- 
recht" aufgeworfen worden. Der geehrte Herr Einsen- 
der hat zwei .Stellen aus einem Laiigeuzenner Stadibuch 
von 1530 und einem Cadolzburger Sanibuch von 1532 
angefahrt, in »eichen die Worte ,,Nolrecht" und „not- 
rechten" vorkommen, und hat ganz richtig dabei be- 
merkt, dafs hier on die von Haltaus im Glossar. S. 1427 f. 
angefDhrlc Bedeutung einer besonderen Art eines Judi- 
cium cxtraordinnrium oder des n o t h wend i gen , 
suppletoris eben Eides nicht gedacht werden könne. 
Der Herr Einsender glaubt daher, dafs hier das Wort 
Not in der auch sonst wohl vorkommenden Bedeutung 
von rechtlichem Schaden oder Unrecht aufzufassen sei, 
und da „rechten" auch so viel wie streiten, klagen 
bedeute, so möge notrechten so viel sein, wie „mit 
Unrecht streiten" oder „mit Unrecht beklagen" 
nndNotrecht eine ,, unrechte, unbegründete Kla- 
ge" bedeuten. 

Übschon auf den eraten Anblick mit dieser ErklUrung 
der Inhalt der angeführten ^)urllcnstcllen in Einklang zu 



stehen scheint, und sie, in solcher Weise erkUrt, einen 
ganz verständigen Sinn haben wurden, so ist doch die 
Uichligkeit der gedachten Erklärung zu bezweifeln und 
ist nicht nothwendig den Worten ,,Notrechl, not- 
rechten" einen Sinn unterzulegen, den sie nun einmal 
in allen andern Kechisquellon, wo sie angetrofTeu werden, 
entschieden nicht haben. 

Die Bedeutung von Notrecht ergibt sich aber klar 
ans dem Sachsischen Weiclibilde (Ausgabe v. Da- 
niels nach der Berliner Handschrift von 13(>'J; Berlin, 1853) 
art. LX.XIY. £s ist hier die Rede von einer Klage auf 
eine Geldforderung Hier werden zwei Fälle unterschie- 
den : erstlich, der Beklagte bekennt (gesteht) die 
Schuld, so mufs er binnen 14 Nacht gelten, d. b. be- 
zahlen ( ibid. ,V 2). LSugnel aber der Beklagte die 
Schuld und uothigt dadurch den Kläger zum Beweis- 
fuhren, so mufs er, wenn der Klager ,,das gelt ge- 
willt mit iiolr echte" noch desselben Tages gelten 
(zahlen). Das „Notrechl" ist also hier das Beweis- 
mittel, durch welches der Kläger seinen Beweis fuhrt; 
worin es bestand, zeigen deutlich ibid. $. 5 und 6, wo 
ausdrücklich gesagt ist, dafs das „ vi: I Ibr i d geu ", voll- 
bringen, d. h. beweisen, der Schuld nach Lage des 
Falles durch den Eid des Klägers mit zwei oder sechs 
Eideshclfern („selbdritt" oder „selb s lebend ") zu 
geschehen hat Sowie nuu das Wort „Recht" unter 
mehreren anderen Bedeutungen unstreitig auch die Be- 
deutung von Eid hat, wie z. B. in den Formeln „das 
recht thun", d. h. einen Eid leisten, ,, einem seines rech-, 
tes gehclfea", d. h. Eideshelfer sein (vergl. meine deut. 
Rechtsgesch. 3. AuO. 1858, p. 969, Note 12), so ist also 
Notrecht ein jeder Eid, zu welchem jemand durch 
(las Verhallen seines Gegners sich genothigt findet. 
An den enger hcgräuzten Begriff von nothwendigeo Ei- 
den (juramentum suppletorium oder pnrgatorium) im 
Sinne des neueren Prozesses, d. h. an jene Eide, die 
von dem Richter aufzulegen sind, um einen bereits 
Iheihveise erbrachten unvollständigen Beweis zu ergän- 
zen oder zu zerstören, ist dabei nicht zu denken, d. h. 
der Begriff des Notrechtes im 8inue von Noteid ist 
nach dem m i 1 1 einl te rlichen Rechte keineswegs auf 
jene Eide beschrankt, die man heul zu Tage allein noch 
nis noth wendige bezeichnet. Das Notrecht, wie 
es das sflcbsisrhe Weichbild klar beschreibt, d. h. der 
Eid selbdrilt oder selbsicbcnt kouiite noch Luge des Fal- 
les auf Seite des Klägers wie des Beklagteu vorkommen, 
je nachdem der eine oder der andere Thcil in die Lage 
(Noth, Nothwendigkcil) kam, seine Behauptungen bewei- 
sen, d. h. mil einem solchen Eide crwci.sen zu müssen, 
Als ein Nolheid in diesem allerlhumlichcu Sinn mufstc 



215 



Anzeiger fiir Kunde der deubcheii Vurzeit. 



216 



üciicbtc. 



aUo jeder Eid erEcheinen, deu man von seinem Gegner 
zu furdern berechtigt war, wenn er auch noch heutiger 
Vur^tellung unter deu BegrifT des sog. freiwilligen oder 
deferierten Eides füllen sollte, und dies beseitigt der noch 
beut zu Tage übliche und geineinversiaudliche Ausdruck 
für die £idesdelaliun ,, einen zum Eid treiben." Es 
ist daher allerdings ein Irrthuni bei lialtaus, wenn er 
„IVothreuht" lediglich ils „j u rameut u m necessa- 
11 um" im Sinne des heuligen Prozesses erklart. Die 
von ihm selbst angeführten Lrkunduu sprechen geradezu 
gegen eine solche willkürliche Beschrtnkung der Bedeu- 
tung dieses Wortes. So i. B. sagt die Urkunde des 
Ifans Stein zu Dlaxleben ao. t4»6, worin er seinem 
ülaubiger das Hecht einräumt, im Falle eines Verzuges 
der Zahlung auf seiueu Sedelhuf zu greifen: uiiver- 
cl e) ter U iiige u ud a n e n o tr echt" — olfenbar nichts 
anderes als: uhue ger ich tl iche Klage und ohne vorgäa- 
gige Eides I eis tuijg ; darunter kann aber nur der Haujit- 
Eid geniiiiit sein, w eichen nach dem alleren Itechle, wie die 
angcfuhrlo Stelle des Weichbildes zeigt, der klagende 
Ijlaubiger an bich lechllich zur BegiUiidung seiner Klage 
zu leisten hatte, und zu dem nach dem heutigen l'rozesse 
der Klager durch Ziiruckschiebuiig des Eides gedrängt 
werden kann. — Ganz in gleicher Weise wird in dem 
Bamberger Sladlrechl des XIV. Jahrhunderts e. 394 
(siehe meine Ausgabe desselben, Heidelberg 1839) Not- 
recht für Eid überhau|it gebraucht, indem daselbst ge- 
sagt wird , dal's man dem Uienstlierni oder der Frau, 
welche im Prozefs mit ihren Dienstboten Itlugnen, den- 
selben den Lohn schuldig geblieben zu sein, „ohne 
Notrechl" glauben soll. 

(Schlufs folgt.) 



Zur deMrlilclile der VeliiiiKerirlit«'. 

Von Archivar llerschel in Dresden, i ,. „,, 

Im Leipziger Serapeum (Jahrgang 1853, S. 161) ist 
ein Formelbuch des 1.'). Jahrhunderts, Handschrift 31. 03. 
der Dresdener Bibliothek, beschrieben und dabei der unter 
anderen Urkunden darin enthaltenen vehmgerichllicheii 
.SchriftslOi'ki- gedarbt worden. Soweit nachgeforscht wor- 
deif, sind dieselben noch ungednickl. Ihrer Umfänglich- 
lirhkeit hiilbcr eignen sie -■■uli aber nicht zu einem wört- 
lichen Aliilrucke im vorliegenden Bialle, verdienen sol- 
cAtU'"tiucll überhaupt uiilit, da sie durch Ui^berlragung 



iu oberdeutsche Mundart ihre UrsprUnglichkeit eingebufst 
haben. Insofern sie jedoch die Zustandigkeitsfrage der 
westfälischen Freistuhle berühren, auch noch Ort, Zeit 
und Nameu enlhalten und einen Zweifel ihrer Aechtheit 
nicht erregeu, so scheinen sie einer eingehenden Bespre- 
chung nicht unwerth zu sein. 

Es sind Abschriften von sechs Urkunden : drei Bl. 184 b 
bis lb7b und ebensoviel Bl. 227 bis 232 de» Formel- 
buchs. Die erstereu sind — nicht Vorladungen, wie im 
Serapeum irrig angegebea wordeu, suuderu Vorsteliuugea 
au Kaiser Friedrich IV. Ijf, Iv'i '-.o ij!' 

Der ,,erbere viid veste Sigmund Kautel", eiu iu der 
Ortsgeschicble des sleiermarkischeu SlarklQeckeiis Aussee 
au der Traun nicht unbekannter ülauii , hatte wider deu 
kaiserlichen Kamroermeister L'nguad and Genossen, inglei- 
chen wider Halb und Gemeinde von Aussee vor dem Frei- 
stuhle IU Wikede unweit Dortmund Klage erhoben. Der 
Gegenstand des Bechlsstreites ßndet sich nicht angege- 
ben. Kaiser Fiiednch aber hatte nicht alleiu dem Frei- 
grafeu die Fortstellung der Sache untersagt, sondern ihn 
auch zur Vernntworluiig über seine bereits erlassene Ver- 
fügung vorgeladen, in der ersten unserer Schriften vom 
„sand Johaunslag decollntionis (29. August) anno do- 
mini (14)59." entgegnet nun „Wilhelm von der Zungen, 
frelgralf in der freyen krummen graüschallt zu Wikchcde" 
— über die krumme Freigrafscliaft s. Thiersch, der llaupl- 
sluhl zu Dortmund, S. 18 — dafs ihm der Kläger durch 
dreizehn Briefe dargetban, wie er iu des Kaisers Gerich- 
ten ,, nicht recht wiederuarn moclil, suiider durch die 
verchlagten verczogea" wordeu : hiernachst, dal's ihm die 
alteu Befreiungen, tiBmentlich die Ariisburger Keforiiiation, 
bestätigt von dem „wisseiideu" Kaiser Siegmund zur 
Seite Stauden, so dafs vielmehr gegenwartiges Gebot Kai- 
ser Friedrichs „wider die reforinacien vnd ewer kaiser- 
liche gnaden selbs viid dus heilig reich ist, dumil ich 
ewer kaiserlichen gnaden nicht mer schreiben mag noch 
sol, so ewer kaiserliche gnaden in obristeu freyen heim- 
lichen gerichten nicht wissender freyschepfeu sind." In- 
dessen habe er ,, kaiserlicher guad zu ern , willen vud 
geuallen das gericht verlengf' und die Tagofahrt auf 
,,negslen monlag nach sand Dionisen lag" (9 Oktober) 
verschoben. 

(SchlufS folgt.) I iriMUda-M 



(Mit einer Beilage.) 



<> I  



 « 1 1 ' ;i -t tt • 



Vetnniworlllchc Hedaction : D^. FrelH. V. *. r.' Auf.ef». Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fromn.nnn. 
Verlag der literarisch -artitliscKcn .\n5lall de» gcrmaniichen Muieums Ih N'urobcrg. 



U. E. Sf I>a1d'«clit BucliJnifVfrrl. 



..; .. 



BEILAGE zun AMZEKJER FÜR KUXDE DER nEUTSCIIEX VORZEIT. 

1859. A° 6. Juni. 



Clironik des gernianisclieii Müscüiiis. 



Die deutsche Bundes versammlunchat durch BeschluTs 
vom 9. Juni d. J. dem Vorstande des german. Museums er- 
öffnen lassen, j.dafs man aus den die Vorstellung v. 19. April 
d. ,1. begleitenden Anlagen mit Befriedieunsr das stete er- 
freuliche Fortschreiten dieses Instilutes entnommen 
habe.'' Wenn auch das g. Museum mehr eine deulscho Natio- 
nal-, als eine deutsche Bundessache ist, indem dasselbe seine 
Grenzen viel weiter gesteckt hat, als die des Bundes gehen, so 
ist es doch eine höchst vv'ichtige und erfreuliche Thatsache, dafs 
seit Beginn des Museums im Jahr 18.').'! bis jetz.t die deutsche 
Bundesversammlung unser aufljluhendes Nationalinslitut mit 
unverrücliter, glcichmal'siger .\ufmcrksamUeit und Loyalität 
lu fordern gesucht hat und demselben jeden möglichen Vor- 
schub bei den Bundesstaaten leistete. 

Nachtraglich zu unserem in der Beil. zu Nr. 3 des .\nz. 
gebrachten Berichte über die vom Ilfllfs verein in Berlin 
veranstalteten Vorlesungen haben wir mitzulheilen, dafs 
inzwischen auch die übrigen fünf gehalten worden sind, und 
zwar: am 16. Miirz vom Direktor Freih. von Ledebur über 
die Bedeutung der Frauensiegel des deutschen Mittelalters 
für Trachtenkunde und Sittengeschichte, am 2.3. Msrz vom 
Prof. Dr. Mafsmann über die Völker des Miltelmcers und 
der Ostsee als TrSger der menschheitlichen Bildung, am 30. 
März von Dr. Max. SchaTsler über die .Schonheilsidee des 
Mittelalters im Gegensat?. zur antiken und modernen, am 6. 
April von Stadigerichtsralh Werther über die Grenze zwi- 
schen Romanismus und Germanismus, und am 13. April von 
Dr.Mannhardl über die heidnischen Gebrauche in der Volks- 
sitte der Gegenwart. Die wirme Theilnnhme des gebildeten 
Publikums an diesen Vorträgen lafst holTen, dals im nächsten 
Jahre eine Erneuerung derselben zu Stande kommen werde. 
Neben der dem Museum höchst günstigen moralischen Wir- 
kung der zahlreich besuchten Vorlesungen, verdient auch 
der demselben zugewendete materielle (iewinn aus dem Ver- 
kaufe der Eintrittskarten und der gedruckten Vortrage, von 
welchem bis jetzt schon, nach .\bziig aller hosten, 115 Tbir. 
eingesandt wurden, dankbare Erwähnung. 

Von diesem Ertrage wurde zum Gedachtnils unserer 
Wohlthilter zu Berlin ein sehr schön aus Sandstein gearbeite- 
ter pothiselier Erker, in Art einer Altane, in der harlliauser- 
kirche, mit Wappen des Museums und Inschrift, hergestellt. 

Wie nach dem Berieht der vorigen Nummer Sc. Ilidieit 
der Herzog von liraunschweig die Keihe der im .Museum auf- 
zustellenden Grabmriler durch den Abgufs eines der bedeutend- 
sten 7U vermibren beschlossen hat, so wird Sc. k. Hoheit der 
(irofshcrzog von Meklenburg -Schwerin die Siegel - 
• a m ni I un g durch ein ansehnliches (ieschenk bereichern, inilem 



auf allerhöchsten Befehl die meklenburgischen Hauptsiegel in 
vollständiger Folge für das germ. Museum abgeformt werden. 

Der bis zum Monatsschlufs wohl vollständig been- 
dete Kirchenbau findet fortwährend erfreuliche Unterstützun- 
gen, insbesondere durch patriotisch gesinnte Nürnberger Bur- 
ger, von denen ein nicht genannt sein wollender neuerdings 
wieder 200 fl. Beitrag geleistet hat. 

Als herrlichen Schlufsstein des ganzen Baues können wir 
jedoch das grofse Wandgemälde W. Kaulbachs bezeich- 
nen, welches sofort mit .\nfang Jnli in .\ngriff genommen 
werden soll, nachdem der treffliche Karton dazu bereits hier 
eingetroden ist. 

Gegenüber den in unserem letzten Blatte angedeuteten 
Befürchtungen und Hoffnungen für unser Naiionalmuseum kön- 
nen wir sagen, dafs bis jetzt nur letztere gerechtfertigt er- 
scheinen, indem sich die thatige Theilnahme an unserem In- 
stitut nicht gemindert, wohl aber, selbst in Oesterreich, ja so- 
gar in Wien, gehoben hat. Nicht nur in Geld, sondern auch 
in Naturalien erhielt das Museum Unterstützungen. Sosen- 
dete z. B. Kaufmann Pfau in Zwickau einen ganzen Eisen- 
bahnwagen von 90 Cenlnern bester Zwickaucr Kohlen als 
Vorralh an Heizungsmalerial für nächsten Winter; hiesige 
Fuhrwerksbesitzer leisteten ganz unentgeltlich über 100 Bau- 
fuhren. Von neulich gezeichneten Jahresbeiträgen sind 
zü erwähnen der Sr. Durchlaucht des Fürsten Wilhelm 
Kadziwill zu 10 fl. und Sr. Durchlaucht des Fürsten Bo- 
güslaw Kadziwill zu 5 n. ; ferner der Magistrate und Ge- 
meinderäthe folgender Städte: Efslingen 5 11., Kirch- 
heim u. T. 5 fl., Kulm bach .') fl., Sonneberg 3 fl., Strau- 
bing 3 fl., Weikersheim 5 fl. 

Schon wieder haben wir einen schmerilichen Verlust 
unseres Gelehrtenausschusses durch den Tod des geh. 
Justizraths ()r. Gaupp. Professors an der üniversitfll zu Bres- 
lau, zu beklagen. 

In Schriflenaustausch mit dem Museum ist jungst getreten: 
der Kottenburger DiOzesnn-Verein für christliehe Kunst. 

Neue Agentu re n sind errichtet worden in Bei Ingrie», 
Bregenz (für Vorarlberg^, Cleve, Efslingen, Halle, 
Ingolstadt, Kirehlieimbolanden, Kloslerneuburg 
(bei Wien), Schwerin, Weikersheim und Zeitz. 

Aus den neuerdings für das Museum eingegangenen und 
nachstehend verzeichneten Geschenken, deren Empfang wir 
unter dem Ausdrucke unseres besten Dankes bescheinigen, 
heben wir das des Hrn. Dr. theol. Johannes (Jeffcken, 
Pastors 7U Hamburg, liervnr. welcher uns 20 Exemplare sei- 
nes Prachtwerkes „Lübeck in der Mitte des Di. Jahrhnndrrt.*" 
überlassen hnl, um (ie zum Besten des gernisn. Museuin> zu 
verkaufen (s. unten Inserate, Nr. 11). 



219 



Anzeiger für Kunde licr deutschen Vorzeil. 



-no 



I. Für das Archiv. 
Ein Ungenannter /.u Anrnbere : 

1265. Lchnl>rie( d. Bischofs Weigand v. Bamberg für Kaspar 
von Fronhoven. 1528. Pgm. 

1266. Lehnbrief d. Markgrafen Gg. Friedrich lu Brandenburg 
für Christoph von Fronhoven. 1569. Pgni. 

1267. Lehnbrief d. Markgrafen Christian zu Brandenburg für 
Bernh. Wilhelm von Seckcndorf. llJOa. l'gni. 

126Ö. Lehnbrief d. Markgrafen Christian lu Brandenburg für 
Hs. Philipp V. Scckendorf. 1608. Pgin. 

1269. Lehnbrief des Grafen Wolf Jacob zu Schwarzenberg 
für Bernhard Wilhem von Seckendorf 1609. Pgm. 

1270. Lchnbrief des Grafen Gg. Ludwig zu Schwarzenberg 
für Bernh. Wilhelm von Seckendorf. 1619. Pgm. 

1271. Lchnbrief des .Markgrafen Christian zu Brandenburg für 
Veit Joachim v. Jaxheim. 1648. Pgm. 

1272. Kaufbrief d. Ileinr. Sigm. v. Tettau für Veit Joachim 
V. Ja\heim üb. d. Gut .\dlitr. 1648. I'gm. 

1273. Lehnbrief d. Grafen Joh. .\dolf zu Schwarzenberg für 
Friedr. Christoph v. Seckendorf. 1655. Pgm. 

C. Kiilxn, Hofopernsdnger, zu Dessau : 

1274. Kaufbrief d. Coenkcn Melze im Gericht von llackcn- 
broicke für Hannes uppem Broicke. 1471. Pgm. 

1275. Facsiniile von Luthers Handschrift. Pap. 

1276. Kaufbrief des Paulus von Veltka.-sel u. s. Ehefrau Be- 
nigna über 2 .Malt. Korn. l.'JGO. Pgm. 

Frhr. Roth v. Schreckenstein, k. w. Kiitmeister a. 

D., zu l Im : 

1277. Urkunde d. Heinrich v. Kcwanstorf die Ueberpabe s. 
Leibeignen Georg betr. 1165. M. Pap. Abselir. 

1278. Urkunde d. Christoph v. Aüfsefs für d. Abt Nicolaus 
zu Waldsassen, Fehdeeinstellüng betr. 1433. K. Pap. 
.\bschr. 

Dr. Hoffmann zu Hamburg : 

1279. Sclireibin d. Markgrafen Joachim Ernst zu Branden- 
burg an Hans Sidlfelin zu Stralsburg. 1610. N. P. A. 

NicolaUB V. Urbanstadt, k. k. Finanzbezirkscommis- 
sllr, zu Eger : 

1280. Spruchbrief d. Kaspar Junker, Burgcrmeislers zu Eger. 
1466. Pap. 

1281. Urkunde d. Heinrieh v. Aüfsels u. Andr. Sistierung e. 
Fehde betr. 146«. Pap. 

1282. Schreiben d. Regenhart Laürin<l, Freigrafen zoni Frey- 
enhagen, an d. Bath zu Eger. 1473. Pap. 

1283. Geleitsbrief d. Bobiislaw, Herrn niif Schwanberg , für 
s. Diener Sigmund Steger. 1471. Pap. 

1284. Vertrag zv\iscbcii Hans Sebcnpeck zu Scheba u. Hans 
Kichlcr zu Eger. 1474. Pap. 

1285. Vidimu» d. Erzbischofs Thomas von Gran v. e. Ablafs- 
brief für Sigm. Thurzo. l.'rtK). Pgm. 

1286. Schreiben d. Olrekloren u. Landrathe d. drei evnng. 
SlAnde d. Konigr. Böhmen nn d. Knth z. Eger. 1619. 

1287. Schreiben d. Kittcrichnfl u. d. .\del< v. EgerKhen kreii 
an den Kath lü Eger. 1619. Pap. 



1288. (Jüittung d. obersten Steuereinnehmer d. drei Stunde 

d. Konigr. Böhmen für d. Kath zü Eger. 1620. Pap. 

1289. Quittung d. Land Oflicirer, Landrechtsitzer etc. in Böh- 
men für d. Ralh zu Eger. 1620. Pap. 

1290. Conlirniation d. Grafen Herdtwig von Nostitz v. e. Ur- 
kunde Kaiser Karl IV. 1666. Pap. 

A. J. Jäckel, k. Pfarrer u. Senior, zu Neuhaus : 

1291. Schreiben d. (trafen Johann v. Schv.'arzenberg a. e. 
Freiherrn v. Creilsheim. 1575. N. Pap. .\bschr. 

1292 u. 1293. Zwei Todesurtheile d. Kalbs zu Nürnberg v. 
1749 u. 1750. Pap. Abschr. 

1294. Kaufbrief des Hans Leonhard Hofsletter zü Egenhnu- 
sen üb. e. Haus das. 1760. Pap. 

Karl Elia, Lelirer u. Konservator d. Domschatzes zu 
Halberstadt : 

1295. Urkunde d. Grafen Ulrich d. A. u. Ulrich d. J. von 
Kegenstein üb. e. Zinsverkauf. 1484. Pgm. 

IiUdwig BechStein, Hofr., Bibliothekar u. Archivar, zu 
Mi'itiingeü ; 

1296. Adelsbrief d. Kaisers Maximilian I. für Gerlach von der 
.Marg.nrethen. 1501. Alte Pap. .Xb-schr. 

J. Im. Rofshirt, f. Hofmaler, zu Ochringen : 

1297. F'acsimile e. Conrirmalionsurkundc d. Albert v. Trim- 
per.; u. Andr. v. c. Guterverkauf. 1258. Perg. 

1298. Vidimus d. Grafen lohann zu Sulz, Hofricliters zu Rott- 
weil, V. e. Privilegium Königs Karl IV. 147»). Pgm. 

Graf Karl V. Giech, Erlaucht, zu Thurnaü : 

1299. Scheiikungsbrief d. Bischofs üllo von Bamberg für d. 
Altar auf d. Michaelsbcrg z. liambeig. llL'5. Phologr. 
Kaehbildung. 

1300. Conlirmationsurkünde d. Bischofs Ullo v. llnmberg üb. 

e. Schenkung ans Michaelskloster zu Bamberg. 1229. 
Photogr. Nachbild. 

1301. Lehenbrief d. Herzogs Otto v. .Meran f. Eberhard For- 
sche V. Thürnau u. s. Sohn. 1244. Photogr. Kachb. 

1302. Schenkungsbrief d. honrad v. Giech für d. .\bt Eber- 
hard V. Michaelskloster zu Bamberg. 1299. Photogr. 
Nachb. 

Konrad Wagner, Kaufmann, zu Nürnberg: 

1303. Lehrbrief dreier Riemermeistcr zu Hrünii für Georg 
Strecker. 1624. Pap. 

Ein Ungenannter zu Nürnberg: 

1304. Voranschlag d. Baukosten c. neuen Mülilwerks der 
Sandmülile gegenüber (z. Nürnberg ?) v. J. Karl Zeug. 
17. Jlidt. Pap. 

Seibigk, herz. Arihalt-Dessnuischcr Hauptmann a. I). , zu 
De.'.snu : 
1305—1.(70. f'i4 Papierurkunilcn dem allergrOfsten Theile nach 
Ouiltungen für d. Rath zu Zerbst. 1474 -1544. 
Rilll, zweiter Sekretär am germ. Museum : 
1:171. haüfbricf Sigm. Rolsner» zu Nürnberg für Linh. Stock- 

heimer allda. 1534. N. Pap. .\bschr. 
1372—1374. Drei Papicrabschriflen v. Nürnberger Urkunden 
T. 16.'>1— 1677. 



221 



Anzciorer für Kunde der dfutscluni Vorzeil. 



Q22 



1375. Ein Fascikel mit Aklen8tilcken, zumeist Vertrüge und 
Unlerhandlun^en d. Reichsstadt Nurnberf^ mit d. Ilrrzo- 
gen V. Bayern u. d. Bischoren v. Bamberg a. d. Jah- 
ren 1482-l(i69. Pap. 

E. Kekule', Kecierun^sncccsüist, zu Darmstadt: 

1376. Tesliuiieut u. C'odicille d. Morschalls Moritz v. Sachsen, 
depon. b. Notar Fortier zu Pari». 1750. Pap. Abschr. 

1377. Schulzbrief e. Generals d. Division Bernadolle frtr d. 
fiirsll. ."ichlofs zu Diirinsladl. 1795. Pap. Abschr. 

Ein üng'enannter zu Darmsiadi : 

1378. Ein Fiiscikcl Kriminalakten, d. Gattenniord d. Clas 
Storch zu Millenberg betr. 1548. Pap. 

'Wilhelm Streib, Landbaumeisler, zu Koburg : 

1379. I.ilinliritf d. RiiiloH vdii Tiernstain für Wolfg Herzog, 
Burger z. d. Frcinslat. 143.'). Pgm. 

1380. Lchnbrief d. Burllme von Slarhcmberg fiir Rcinprecht 
Oeder. 1497. Pap. 

II. Für die Bibliothek.*) 

TrowltZSCh & Sohn, Ilofbuchdr. in Frankfurt a/0. : 

7265. Monatsschrift f. d. Sliidle- u. Gemeindewesen, hrsg. y. 
A. Piper. J:ihrg. V. Hfl. IV. 18.')9. 8. 

Rectorat des k. Gymnasiums zu Stuttgart : 

7266. A. Schott, üb. d. Urspr. d. deutschen Ortsnamen in 
u. um Stuttgart. 1843. 4. 

7267. Kern, elymolog. Versuche. 1858. 4. 
Dr. Pfaff, Konreklor, in Efslingen : 

7268. Joh. Brcntii Bericht v. d. Biichlein D. Hcnr. Bvllingeri: 
Von d. Himmel vnnd Gerechten Gottes. 1501. 4. 

7269. Ders., de personali vnione dvarvm natvrarvm in Christo. 
1.561. 4. 

7270. Ders., recognitio prophelicae et apostolicae doctrinae, 
de Vera maiesl. d. n. Jesv Christi. 1564. 4. 

7271. Ders., responsio ad calvmnias sacramenlariorum. 1.582. 4. 

7272. Jac. Greter, ein Predig, von d. Seligkeil. 1.582. 4. 

7273. Der«. (Gratcr), S. Martins Predig. 1588. 4. 

7274. Der«., Dreifalligkeit Blüm. 1589. 4. 

7275. Ders., Hexen oder Vnholden Predigten. 1589. 4. 

7276. Jac. Heerbrand, ein Predig, von d. heuschheil. 1578. 4. 

7277. Ders., ein Predig von d. Christkindlein. 1582. 4. 

7278. Wilh. Holder, asinus auis. 1587. 4. 

7279. Ders., Bericht, v. d. vhcrkunslreichen Buch des Propsls 
zu Pellan. 1589. 4. 

7280. Der»., mus. cvenleralus. 1.593. 4. 

7281. Hainr. Keitcnliach, ein nützliche Predig von dem va- 
Bten. 1.522. 4. 

7282. Luc. Oslander, Vrsach «nrunib Krater Johan Nafs Kei- 
nem rernern .\ntworl wcrih. 1570. 4. 

7283. Ders., ein Schlofs Predig v. d. Ilinilisch vnd d. Inli.sch 
Vesliingen. 1576. 4. 



•) BerlphtljfuiiK. Die Numniorn "098 u. "2311—41 sind Geschenke 
iliB llirrii Dr. fr. .MHrckcr, k. pr. ifch. Arclilvratha ii. llaiiii- 
arclilvan, zu Berlin. 



7284. Ders., ein Predig. Aufs d. Lobgesang d. Prophetin' 
Hanna. 1577. 4. 

7285. Ders., zwo chrisll. Predig. 1577. 4. 

7286. Ders., ein Predig, vom h. Tauff. 1583. 4. 

7287. Der»., Bedencken, Ob d. newe PSpstiscbe Kalender ein 
NotturfTt seie. 1583. 4. 

7288. Der»., ein Predig, v. den Geistlichen Gottesdiensten. 
1.588. 4. 

7289. Ders., Badkronicl, aup dem Wildbad. 1.593. 4. 

7290. Conr. Som, Davids Eebruch : Mordt Sirafl" vnd Bup. 
1524. 4. 

7291. Matth. Alber, v. Rechten brauch der ewigen versehune 
Gottes. 152.5. 4. 

7292. Jac. Andrea, disput. de Sacram. Eucharistiae. 1565. 4. 

7293. Ders., conclusiones de iustificatione hominis peccatori« 
coram Dco. 1565. 4. 

7294. Ders., oratio de Principum ofricio in collegijs Honaste- 
riis luendis. 1571. 4. 

7295. Ders., Bericht y. d. Erbslinde. 157,5. 4. 

7296. Ders., oratio de sivdio sacranim lilerarvm. 1577. 4. 

7297. Ders., oratio de in.slavralione sivdii theologici. 1577. 4. 

7298. Ders. , kurtze Erinn. v. etilichen SchriB^en vnnd Bü- 
chern. 1584. 4. 

7299. Ders., ein Predig vber d. 65. Psalmen Dauids. • 

7300. Ders., Bericht v. der Vbi<]uilel. 1589. 4. 

7301. Ders., Sendbrieff an Conrad Vetler. 1589. 4. 

7302. Ders., Antwort aulT die ProlestaÜon so ein Calvinist 
wider D. Jac. Andreae in d. Truck verfertigt hat. 1589. 4. 

7303. .loh. Brenlz, ain Sermon v. den hailigen. 1523. 4. 

7304. Ders., epistola de uerbis Doniini, Hoc est Corpus mcum. 
0. J. 8. 

7305. Ders., de adminisiranda pie repvblica. 1527. 8. 

7306. Ders., wie in Eesachen zu handeln scy. 0. J. 4. 

7307. Ders., ein chrisll. Predig von erhaltung gemeynes fri- 
des 1535. 4. 

7.308. Ders., Türeken Büchlein. 1537. 4. 

7309. Ders., sententia, de libello H. Bvllingeri, cvi tilvlvs 
est. Tractatio verborvm Dom. in domo palris m. etc. 
1.561. 4. 

7310. En. Siluij Germania. 1515. 4. 

7311. Joonn. Trilhemii l.iber ocio queslionu ad Mnximilianum 
Cesarem. 1515. 4.  ' 

7312. .Marl. Planisch, opusculum de sagis maleficis. 

7313. Pelri Mnmoris nature verborum cum inlerrogalionibus. 
0. J. 4. 

7314. Hnid. Züingli, nd l'arnhui liom. Imp. Germ, comilia 
Aiignslne celebrnnlcm. Fidei ratio. 15:50. 4. 

7315. Ein schöner Diaingus von den vier grOstCü beschwcr- 
nflß ein« jegl. pfarrcr». 0. J. 4. 

7.!16. Ilralio ijuerulosa contra Inuasnres Sncerdntum. 0. J. 4. 
7.')17. Kpislnia de miteria cnraloriim. 0. J. 4. 

7318. Seb. Heyden. formvine pvcrilivm cnlloi|iiioru. 152S. 4. 

7319. Han.« Siicbs, Valele, Dnrinii er sein leben vnd inhalt 
aller seiner Gedicht beschriben. 1576. 4. 

7320. I.uciferi principin Irnehrarnm Kpisloln. I). J. 4. 



223 



Anzeiger für Kunde der deulscliLMi N'orzeil. 



224 



7321. Dr. Martio Luthers Abschyd vnnd Sterben. 1546. 4. 

7322. Manuale scolariü. 0. J. 4. 

7323. Canoncs aduersus Hereticos. Pgm. Ildscbr. 4. Bltlr. 8. 

7324. Ordnung d. hcyl. Köm. Reichs. 1500. 2. 

7325. Form vud wesen suniniarie begrilTcn, der Handlung 
zwisch. Hom. K. niayest. u. d. Churfürsten etc. l.'JU'J. 4. 

7326. Bom. K. Malest. vITsalzuag vnnd Ordnung vfT d. Reichs- 
zu Collen. 1512. 2. 

7327. Rom. H. Malest. Abschied! auff d. Reichstag zu Worms. 
1521. 2. 

7328. Landtfried durch Kiijscr Carol diu fuiiiricn vll d. 
Reichstag zu Worms. 1521. 2 verschied. Expl. 

7529. Rom. k. Malest, geordent Cammcrgcricht aulT d. Reichs- 
tag zu Worms. 1521. 2. 

7330. Der Rom. K. Malestat Edicl wider Marlin Luther Bü- 
cher und lere. 1521. 4. 

7331. Rom. K. .Maiestat ordnungn. Widder . . . des Landfri- 
dens vtrprecher. 1522. 2. 

7332. Verzaichnus vn abschid , was aller Erbern frey vnd 
Rcich.'itcl potschaften auff d. Kcicli.st. zu ISurnb. er- 
schien, s. (.1523). 2. 

7333. Enderung vnd ercicrung durch K. Regimet auff gerich- 
ter Executio etc. (1523.) 2. 

7334. Abschid aller Frey vn Reich Stett in d. Statt Speyr 
gehalten (1523). 2. 

7335. Aller Erbern Frey vnd Reicbstett Abschied zu Äilrm- 
berg (I.'j24). 2. 

7336. Abschid aller Frey vnd Reicbstett in d. Stat Spier. 
C1524.) 2. 

7337. Abschid auf d. Bundtslag zu Augspurg (1528). 2. 

7338. Abschicdt der vier Churfürsten um Uhtin zu Coblentz. 
(1,534). 2. 

7339. Notel des Anschlags einer gemeinen hilff gegen den 
ThUrcken. (1545). 2. 

7340. Rom. h. Maiestat Landtfriden. 1.548. 2. 

7341. Der Rom. li. Malestat Ordnung vnd Reformation, guter 
Polli/cy. 1548. 2. 

7342. Der Rom. K. Malestat crclarung, wie es der Religion 
halben, biß zu auptrng d. gemnin. Concili gehalt. w. 
soll. 1548. 1. (Defect.) 

7343. Form der Absag von Fürsten Grauen etc. an den hertzo- 
gen vnnd d. herrschalTt von Venedig. 1509. 4. 

7344. Lanigreulsch ausschreiben, das sein F. G. ynn Speyr 
beschch. abschcyd, chrUll. glauben bei., nit linlieii be- 
willig wollen. 1529. 'i. 

7345. Ains Erb. Rats, der Stat Augspurg, Zucht vnd Pollizey 
Ordnung. 15.'j7. 4. 

7346. Bericht, wie es mit ßerUlTung vnd Beslclluu:; d. Kir- 
chendiener Augsp. Ciinf. In Augspurg gehalt. worden. 
1585. 4. 

7347. .\JDs Erb. Raths d. Stat Nurmb. der Landfridprüchigen 
Empörung, so Marggr. Albreclil wider Murmb. geubl 
hat. 1.553. 2. 

7348. Ejus Erb. Roths d. Stat iNurnib. vcrnewlc Gesetz vnd 
Urdn., von wegen einrei|i_. SterlisleuHl. 1575. 4. 



7351. 



7352. 



7349. Constit. vnd Ordn. Eines Kliats v. Slrafsb. wie d. 
Uottslestern gestrafft w. sollte. 1568. 2. 

7350. .\ugsb. Confession, zu Naumburg neu unterschrieben. 
Pap. Ildschr. 1561. 2. 

59 Kaisermandate 1 von Friedrich IIL, 17 von Maximi- 
lian I., 28 von Karl V., 3 von Ferdinand, 3 von .Maxi- 
milian IL, 7 von Franz; 1491 — 1760. 2. 
7 Mandate, die Bezieh, der Jubeljahr-Gelder in Deulscbl. 
betr. 1501 — 1.504. 2. 

7353. Mandat Marggr. Albrechts, s. Streitigk. mit d. Deulsch- 
orden betr. 1526. 4. 

Ii. Greiff, Schullehrer, in Augsburg : 

7354. Ders., Beltr. z. Geschichte d. deutschen Schulen Augs- 
burgs. 1858. 8. 

Dr. Merklein, Professor, in Schafriiausen : 

7355. Beschreyb. Was sich in d. Belagerung d. Statt Braun- 
schweigk 1615 zugetragen hat. Pap. Hdschr. 17 Jahrb. 2. 

7356. J. A. Ilessel, Spruch beim Herbergsumzug der Schuster- 
zunfl in Alldorf. 1778. 2. 

Württemb. Alterthums-Verein in Stuttgart: 

7357. Ders., 8. Rechenschaftsbericht (1859). 4. 

7358. Ders., Schriften. 5. lieft. 1859. 8. Mit e. Karte. 

7359. Ders., Jahreshefte. IX. Heft ls,5;t. gr. 2. 

Dr. Frhr. Roth v. Schreckenstein, Rliimelsicc a. 
D., in Ulm : 

7360. Kicod. Frischlin, opcrvm pociicor. pars scenica. 1621. 8. 

7361. Ders., phasma, h. e. comed. de vnrils hacresibus etc. 
1619. 8. 

7362. Joannes Boemus, mores, leges, et ritvs omnivm gen- 
livm. 1561. 8. 

7363. Dam. a Goes, fides, religio morcsqvc Aethiopvm. 0. J. 8. 

7364. Barthol. Georgicuiz l'cregrinus, de Tvrcarvm moribvs 
epilome. 1567. 8. 

7365. Consl. Germanicus (Ph. A. Oldenburger), itlnerarlum 
Germaniac polit. 0. J. 8. 

7366. Ders., Satyra in Sarckmasivm. 1669. 8. 

7367. Pellcon, In feilte d'Erbavd. 0. J. 8. 
Philanders von Slltewald Wunderl. vnd Warhafflige 
Gesichle. 2 Thie. 1643. 8. 

V. Paravicinus, singularla de viris eruditione claris. 
1713. 8. 

7370. Ch. A. Behr, iiber d. iilldciilsibe Wort Fron. 1795. 8. 

7371. Imm. Hoch, Ilohcnurach u. IlohenneulTen. 1838. 8. 

7372. J. S. Grüner, Beitr. z. Gesch. d. Stadt Eger. 1843. 8. 
7373- A. Schröder, .Xbrifs e. Geschichte d. Stifts- und Dom- 
kirche zu Burg- Brandenburg. 1836. 8. 

7374. F. A. Scholl, Gesch. u. Topogr. v. Steinheim a. d. Murr. 
1826. 8. 

7375. Kurze Gesch. d. Rcichsslifls Ochsenhausen. 1829. 8. 
Dr. Aug;. V. Nitschke in Braunschweig : 

73Tl'>. J. Ch. DüniiliMiipt, Beltr. z. Deutschen Mcdcrsücbs. 
Ge.Mh. 1778. 8. 
Dr. H. Holland In München : 
7377. Ders., Gesch. d. Münchner Frauenkirche. 1859. 8. 



7368 
7369 



225 



Anzeieer für Kunde der deulschcn Vorzeit. 



226 



7378. Ehrenkrani z. Feier d. 90. Geburlsfestes des k. k. K. 
M. Radeiiky. 1856. kl. 8. 

7379. Ders., das Kadetiky-Denkmal lu Innsbruck. 1859. 8. 

7380. Paranunte clc. der Pfarrkirche zu Friedberg. 1822. 4. 
Dr. J. D. C. Brugger, Professor, in Heidelberg: 

7381. Ders., .\nsichlen über Welt und Zeit. 1859. 8. 

7382. W. Melcher, üb. d. Verwerflichkeit d. Fremdwörter in 
d. denischen Sprache. 18.^8. 8. 

7383. Mor. .Müller, d. neue grofse Bauernkrieg. 1859. 8. 

7384. J. Czerski, d. Jesuiten in Graudeni. 0. J. 8. 

7385. Die Wasunger .\rie. (18.^8.) gr. 8. 

Dr. Heiland, Direktor des Gymnasiums, in Weimar: 
738G. Ders., über d. dramatischen Aufführungen im (iymnas. 
zu Weimar. 1858. 4. 

7387. Ders., Beitrüge i. Geschichte des Gymnas. zu Weimar. 
I. Th. 1859. 4. 

Sixt V. Armin, Hauptmann im 8. Jägerbataillon , zu 
Wetzlar : 

7388. (Ders.), drei Gedichte des k. k. Feldmarschalls Grafen 
Radelzky .\ndcnken gewidmet. 1858. 8. 

Friedr. 'Wolfg. Götz Freih. v. Berliching:en- 

Hossach, K. k. üsl. hanimcrh. u. Uillmeister, in Mann- 
heim : 

7389. J. D. V. Olenschlager, neue Erläuterung d. Güldenen 
Bulle. 17G6. 4. 

7390. Joberl, Einleit. z. Medaillen- od. Blünz- Wissenschaft 
übersetzt. 1718. 8. 

7391. T. Pfanner, hisloria pacis Westphalicae. 1697. 8. 

7392. Hier. Btnizo, d. vierdle Buch v. d. neuwen Welt. 
U. J. 2. 

Dr. C. B. Ä. Fickler, Professor, in Mannheim : 

7393. Ilandscbr. Notizen z. Biographie d. Fürsten Jacob Lud- 
wig V. Fiirslenberg. 2. 

Friedr. Woeste in Iserlohn : 

7394. Der .\bschied ans Cassel. Ein rührend Singspiel von 
F. (Jermanus. Abschr. 8. 

C. V. Heideloff, Professor, in Hafsfnrt : 

7395. Ders., d. Kitler- Namen d. Marien-Kiltcrkapelle in Ilafs- 
furl. 1858 u. 2. verm. Aufl. 1859. 8. 

Helm'sche Buch-, Kunst- u. MusikhdI. in ilalberstadt : 

7396. St. Kunze, dipl. Gesch. d. Cistercicnscr-Nunueuklosters 
Adersleben. 1837. 8. 

Dr. Spengler, Hofratb, zu Bad -Ems: 

7397. I)ers.. (I. (ii isleskrankhcil des Herzogs Philipp von Meck- 
lenburg. 1859. 4. 

Ii'institat hiatorlque in Paris : 

7398. Dii.-.^., rinv.-i.iratcnr. 292. llvrais. 1859. 8. 

Oebhardt & Körber, Buchhdl. io Frankfurt a./.U. 

T.yy.'. .Nur llc cilMlilan.l i.-t der Friede. 1859. 8. 

K. K. Gelehrten- GeBellachaft in Krakau : 
74'X). Dies., Kocznick. Tom. II. 1858. 8. 
7401. Dies., Spis im cz. etc. 1858. 8. 

Societe de la morale chretienne in Paris : 
7102. Dies., Journal. Tome 9. Nr. 1 u. 2. 1859. 8. 



Gins. Valentinelli, Bibliothekar v. St. Marcus in Ve- 
nedig : 

7403. Gius. de Leva, snile tratlative Ira Carlo V. e demente 
VlI. per la convocazione di un concilio ecumenico. 
1859. 8. 

Böhmisches Masenm in Prag ; 

7404. Da.-5.. I'iiir,,.ik>. Itodaktor K. V. Zap. Diln III. seiil 5. 
1859. 4. 

Dr. K. Bartsch, Professor, in Rostock: 

7405. Der Rosengarte. Hrsg. v. K. Bartsch. 1859. 8. 
Societe frangaise d'archeologie in Paris ; 

740G. Dies.. Bull.-iin inonuiiuntHl. .3. Serie, Tome 5. 25. Vol. 
de la (■..Heil. Nr. 4. 1S59. 8. 
Loais de Bäcker, in Dünnkirchen: 

7407. Ders., le tombeau de la premiire reine chretienne du 
Danemark. 0. J. 8. 

7408. Ders., de Part dramatique chr^tien dans le nord de la 
France. 0. J. 8. 

G. C. Moser, k. Landgerichtsass., in Freysing : 
74Ü'J. J. W. Eberl, Bayr. Namen-Büchlein. 1858. 8. 

7410. J. E. WaldvogI, bist. Skizze v. Schrobenhansen. 1858. 8. 

7411. Th. Wiedemann, Johann Turmair. 1858. 8. 

III. Für die Kunst- und Alterthums- 
sammlung. *) 

Mathilde Arnemann in Eisenach : 

2835. Ein bei Bornhövd gefundenes Bronceschwert mit reich 
verziertem Griffe. 

Rapprecht, Kaufmanns -Wittwe, in Nürnberg: 

2836. St. Vcrcinica. Ilolzschnittineunabel. 
Eduard Manch, Zeichner, in Ulm : 

2837. Medaille von Neugold auf die Jubelfeier König M'il- 
helms von Würtemberg, v. J. 1841. 

Jos. Pauer, Apotheker, in Traunstein : 
2.Sob. haricri.-piel mit Noten auf der Rückseile, v. 17. .IhdI. 
Ij. V. Alvensleben in Gohlis bei Leipzig : 

2839. 2i; neuere Siegel. 

Ulbeleisen, kgl. Rcvierforster, in Bcilngries : ^, 

2840. Krug von bemaltem Steingui v. J. 1697. 

2841. Sporn und Hufeisen vom 15. Jhdi. 
2812. Schlüssel vom 12.— 13. Jhdi. 

Prinstner, Gutsbesitzer, in Beilngries : 
284:j. üruihiluck eines mit Silber ausgelegten Sporns vom 
IG. Jhdi. ., , , ,, . . 

Sondermann, kgl. Landgcriehtsasscssor, in .Munchberg : 
2811. Pdrlrnl des Herzog.'; Johann Casimir von Sachsen, 
Minialurgcmalde in Uel. 

2845. Ein Schäfer, Elfenbeinligur v. 17. Jahrhundert. 

2846. 33 ^kleinere Silbermünzen vom 1.5.-17. Jhdt. 



•) Zu SK3S in der vorigen Nummer de« Aiuet||«n borlchtUren wir 
naclitriiKlIcli. daf» Jene« RelternIcBel vom Kndo de« 13. Jahrb. lit 
und ein (ii-M-liiiik de» Frelhcmi Oilo Thumb r. Xi'uburn, 
li. «ililteml. Knuiinirkerru u. l.eKnlloiiBralli», In Karltruhc. 



•2 -2 7 



Aiizi'iffcr für Kunde der deulschen Vorzeit. 



228 



2847. 3 gröfsere Silbermiinien von lf)2.i, 1674 u. i6i)l. 
2848 3 kleine Ku|ifermiinicn v. 17. Jlult. 

2849. Kleine Silbernjediiille auf die .lubelfeier der Reforma- 
tion, 1717. 

2850. 2 Broncemedaillcn auf die Jubelfeier der Augsburger 
r..nf.s.-.ion, 1830. 

Ung^enannter in Nürnberg: 

2851. 1 Kni)rer..^li.he von II. S. Kcbf.ni, B. 130, 132, 133, 134. 
Dr. Brenner-Schäffer in Weiden: 

2852. Regensburger Silbermedaille auf die Jubelfeier der Re- 
fornialion, 1717. 

2853. Kupierjelon von 1:")07. 

K. Chi. Frhr. v. Reltzenstein, z. Z., in Miinclien : 
2851. L' llrnclialin der llcritii viin l.obdaliurg. 
2855. 2 Zeichnungcu von solchen. 

Kanig, Beiirksgeometcr. in Unlervichlach : 
28.")ii. IS Tiroler Silbermünzen vom 14. Jhdt. 

Jäckel, l'fnrrcr und Senior, in Neubaus: 
28.')7. Gl lilailcr mit Nürnberger Trachten vom Ende des 17. 
Jhdt.4. in 2 Kapseln. 

2858. 2 Seidenslickereien v. 18. u. l'J. Jhdi. 

2859. 14 durchbrochen verzierte Klosterbilder v. 18. Jhdt. 

2860. 8 illustrierte Neujahrs- und andere Glückwünsche v. 
18. u. 19. Jhdt. 

28G1. 16 Carricaluren auf Napoleon I. u. a. 

2862. 26 Porträts in Kupferstichen v. 17. — 19. .llidt. 

2863. 13 Ansichten von Architekturen u. s. w. Kpfrstch. 

2864. 5 Einiclbliilter vcrsch. Inhalts v. 18. u. 19. Jhdt. 

2865. 3 .Uidrücke des fierichtssiegels in Wendelstein. 

2866. 4 I'ortr.lts in Kupfcrslith v. 17. u. 18. Jhdl. 

2867. 4 Blatter mit nicdirinischen Abbildungen, Kupferstich, 
v. 18. Jhdt. 

2868. Adam und Eva im Paradiese, aus Papier geschnitten, 
18. Jhdl. 

2869. St. Ulricliskreuz v. Messing, aus dem 18. Jhdt. 

2870. 14 Silber- und Kupfermünzen aus dem 16. — 18. Jhdt. 

2871. Abbildung des Hauses des Professors Erb. Weigel, Ku- 
pferstich. V. J. 1669. 

2872. Elfenbeinerne Sonnenuhr vom 16. Jhdt. 

Nie. Urban v. TTrbanstadt, k. k. Finanzbezirkscom- 
nii>~:ir. in Kger : 
287.J. .') .\bdriickc von Siegeln des Marktes Asch. 
Prökl, Inspector, in Franzensbrunn : 

2874. Photographie nach der silbernen Monstranz in der De- 
k:in;ilkiri be zu Eger. 

A. Engelhardt, Privatier, in Niiriiliirg : 

2875. Vergoldete Silberplallc mit .Medaillons der 7 Kurfürsten, 
V. 17. Jhdl. 

2876. Porirflt eines Theologen, Kupferstich v. 17. .Uull. 
Frhr. V. Branca, Oberlieutenant, in Würzburg: 

2^77. 'i Zeil lirii/iiL'i n nach .Mierthiimern. 

IE. Kirchner, SniirTintcndcnt, in Ciranscc : 
2M7><. (Jiwuridenes llalsbnnil von Broncc. 



2879. Eine mit Korallen besetzte Busennadel von Bronce. 
J. Kreittmayr, (iyp.^formalor, in Munchen : 

2880. 2 Pergamenlbbiller mit gemalten Bandverzierungen v. 
16. Jhdt. 

2881. Gypsabgufs eines eisenbeschlagenen Behälters für ein 
Burh. V. 15. Jhdl. 

Jens Sattler, Fabrikbesitzer, in Schweinfurt : 

2882. 2 weibl. Trachten vom Beginne des 17. Jhdts., Wasser- 
malereien auf Pergament. 

Louise Baronin Kotz in Prag: 

2883. .i^ .\nsielilcn aus dem Osten und Süden Europas, nach 
der Natur gezeichnet von der Fr. Geschenhgeberin, 
gestochen v. Merclas und lith v. Wurbs. 

C. B. EUs, .\ri'bitekt, in llallicrstadt : 

2884. Originalsiegel der llalbersladler Curie aus d. 15. Jhdt. 

2885. Vier Lacknbdriicke von Siegeln d. 15. u. 16. Jhdts. 
Kilian, k. F)isenbahnofilcial, in Nordlingen: 

2886. .Vhliildunc der Keiehsstadt Nordlingen v. J. 1651. 
Ungenannter in Nürnberg : 

2887. Zwei (liegende Blatter v. J. 1628 u. 16.35. 

2888. Zwei Wappenabbildungen in Wasscrmalerei aus d. 16. 
Jhdt. 

2889. Kostenanschlag zum Neubau einer Mülile, mit drei Hand- 
zeichnungen, aus dem 17. Jhdt. 

H. Schanz, Kaufmann, in Nürnberg : 
289U. S. g. Haussegen aus dem 17. Jhdt. 

Ttimmel, Buchdruckereibesitzer, in Nürnberg: 

2891. Em Thaler vom Erzbischof Paris von Salzburg, v. J. 
1620, und ein braunschweigisches Zweigrosclienslück 

V. ii;:is. 
Dr. Schmidt, Professor, in Stralshurg: 

2892. Broncemedaille des Johann Sturm. 
Frl. Schlitz in Nürnberg: 

2893. Zinnmedaille auf Kaiser Leopold II. v. J. 1790. 
J. L. Rofshlrt, f. Hofmaler, in Ochringen : 

2894. 24t) (!\p>nlij;usse von mittelalterlirben Siegeln. 

2895. üypsabguls aus der alten Form zu einem Medaillon 
des Kaisers Vespnsian. 

V. Hueber-Florsperg, kgl. Ilnnptinann, in Ulm: 

2896. (ieslicktes Crueilix v. einem Mclsgewande d. 15. Jhdts. 
Siebigk, f. Hauptmann a. D., in Oessau: 

2897. 2.J Lackabdrücke alterer SiegelslOcke. 

A. Buchner, (lerirhtsarcessist, in Darmsladt : 
289H. ."i.t l.ackiiliilrücke von. alteren u. neueren Siegelstocken. 

Ungenannter in Nimilu-rg: 
2.'599. BroniinK il:iille inif Chr. Dan. Beneckc, Bürgermeister 
von Hamliurir. 

Dr. J. H. V. Hefner- Alteneok, Prof. u. Cnnserv. d. 

verein. .Sammlungen, in Munrhrn : 

2900. Copic nach einer llandieichnung vom Beginne des 16. 
Jhdis. 

2901. Zeichnung nach dem Grabmale K. Heinrichs Vil. 



229 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



m 



Clirouik der liislorisciicu Vereine. 



Wir führen jelzt in iinsern Berichleu Ober die Veröffent- 
lichungen der Vereine fort : 

Annnlen des Vereins für Nassaiiische Aller- 
thum.skunde und Geschichtsforschung', Bd. V, II. 1; 
auch unler dem Titel; Zur Geschichte des römischen Wies- 
badeos. 1. Abiheilung. Wiesbaden, lübii. Hin Mililtirdiplom 
Kaiser Trajans aus dem ROnierkastell in Wiesbaden und die 
Besatzung dieses Kastells. Im Auflracc des historischen Ver- 
eins liir IVassau Yon Dr. K. Uossfl. 

Jahresbericht der Gesellschaft für niltzliche 
Forschungen zu Trier, für 1857; herausgegeben vom d. 
z. SekrelÄr .Schnccman. Inhalt : 

Gesellschaflsangclegenheiten. Anti(|narische und geschicht- 
liche Aufsillze : Iluldigungseinzug des Kurfürsten Johann II. 
von Trier, 12. Mai 14G0, von II. Schöniann. — Trierische 
Siegel und Wappen, von Sehr. Schneemann. — Zweiter Nach- 
trag zu Bohls „Trierischc Münzen", von Dr. Ladner. — Zwei 
Grabsteine der Herren von Milburg, von Dr. Barsch. — Die 

Burg Kreudenhurg im Kreise Saarburj;, von Dr. Ilcwer. 

Entdeckungen : Das römische Bad zu Wasscrliesch, von II. Doni- 
kapitular v. Wilmowsky. — Ueber die römische Wasserleitung, 
TOn Dr. Ladner. — Reste einer alten, vielleicht römischen 
Brücke, von Dr. Rosbach. — Kleinere Mittheilungen über ver- 
schiedene antiquarische Funde u. s. w. 

Zeitschrift für vaterländische Geschichte und 
A 1 terthu ms k u nd c, herausgegelien vom Vereine für Ge- 
schichte und .Mtcrihumskunde Westfalens etc. Neue Folge. 
Bd. IX. Münster. 1858. - 

Das kölnische Westfalen, topographisch, kirchcnstalislisch 
und ethnographisch, von Dr. Jos. Bender. — Die FcJinie ; 
eine Untersuchung über Namen und Wesen des Gerichts, 
von Assessor II. Geisberg. — Aus der Chronik des Bruders 
Gobel von Köln : mitgelheilt vom Kreisgerichlsralh Spanken. 
Die .Vebte des Klosters Grafschaft, von C. F. .Moojer. Wil- 
helm von Furstenberg, Ileermcister des dculschcu Ordens in 
Livland ; vcn Kreisgerichtsrath J. F. Seibertz. — Ueber die 
Munster'schen Erbamtcr, von Dr. L. Perger. — Miscellanccn, 
Gescilschaftsangelegenheilen. 

Witlenberger Verein für Heimalhkunde des Kurkrei- 
ses. Zweiter Jahresbericht. Nov. 1857-18.58. Ent- 
halt }llltheiluugcn über die Versammlungen, Erwerbungen 
u. a. gescilschartliche Angelegenheiten des Vereins. 

Mitlhcilungen derGcschichts- undAllorlhums- 
forschcndcu Gesellschaft des Oslerlandes. Bd. IV. 
II. 4. 18.58. 

Inhalt: Jahresbericht 1855 — 56. — Skizzen au» dem di- 
plomalischen Leben und Wirken des Sachsen-.XItenburg'.schcn 
Gesandten am weslphalischcn Friedenscougre^.■.c , Wolfgang 
Conrad von Tbumshirn, 11115- 11); von geh. Kalh, Edler von 
Braun. — Die I'egauer Annalcn aus dem XII. n. XIII. Jlidt., 
von Dr. L. Ad. Cohn. — Der Freihof in der Neustadt zu Al- 



tenburg, jetzt der I'ohlhof genannt, von Frd. Wagner. — 
Nachtrage und Berichtigungen. 

.\rchiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. 
Achtes Heft. Frankfurt a/M. 18.58. (Nach Vereinigung der 
Gesellschaft filr Frankfurts Geschichte und Kunst mit dem 
neuen Verein für (jeschichtc und .Mierthumskunde.) 

Inhalt : Dr. E. Rüppell, Beschreibung der Münzen und Me- 
daillen, welche wegen geschichtlicher Begebenheiten in Frank- 
furt gefertigt wurden, nebst einem .\nhang, enthaltend die 
Frankfurter Preismünzen. — D>e .Vbzeichcn, Namen und Ini- 
tialen von Dynasten von Münzmeistern und Slempclschnei- 
dern auf den für die Stadt Frankfurt gefertigten Münzen und 
Medaillen, von dems. — Das Grabmal des Grafen Günther 
von Schwarzburg in der Bartholoniauskirchc zu Frankfurt, 
von Dr. Usencr. — Schlofs Ilagcn im Bannforst Dreieich, 
von Dr. Benkard. — Schlofs Haselach, von Dr. Benkard. — 
War die Salvatorskapelle in Frankfurt ursprünglich mit Be- 
ncdiclinern besetzt ? von Dr. Etiler. — Die Anbetung der Kö- 
nige ; Wandmalerei in dem Kreuzgange des ehemaligen Kar- 
moliterklostcrs zu Frankfurt, von J. D. Passavanl. — Adam 
Elsheimer, Maler aus Frankfurt; Nachtrag zum Verzeichnifs 
seiner Werke, von J. I). Passavant. — Die von Fichard'schen 
Manuscripte auf der Sladlhibliolhek zu Frankfurt, mitgetheilt 
von Dr. von Boltoy. — Geschichte der vereinigten Dr. Sen- 
ckenbergischen Bibliothek, von Dr. W. Stricker. — .\usziig aus 
einer hnndsdirifllichen Uebcrlieferung des Invenlariums der 
verschiedenen Zeughäuser Frankfurts in den .Jahren 1754 — 
17G5, von K. Th. ReilTenslein. — Frankfuiler Münzen im An- 
fange des 13. Jahrh. von Dr. E. Rüppell. — Der Vngt in Frank- 
furt, von Dr. L. II. Euler. — -■Vdam Elsheimer etc., Zusätze 
von J. D. Passavanl. 

Mi II h e i I u ngc n an die Mitglieder des Vereins 
für Geschichte und Altcrlhumskunde in Frank fu rl a .M. Nr. 2. 
Üec. 1858. Gesellschaflsangclegenbeilcn. Miscellen. 

Neujahrs bla tt, den Gliedern desselben Vereins dar- 
gebracht am 1. Jan. 1859: Dorf und Schlofs Rödelheim : Bei- 
lrage zur Geschichte derselben, von Dr. jnr. L. II. Euler. 

Die Altert hdmer der Stadt Lüneburg und des 
Klosters Lüne ; herausgegeben vom A I tcrt huius ve re i n in 
Lüneburg. Lieferung 1 — 4. 1857. ;.'■'•• 

Abliildungeii : Lief. I. 1852.' 1. Der Springbrunnen auf 
dem Marktplatz zu l.ilneburg. 2. Aellestc Ansicht der Stadt 
aus dem XV. Jiihrli. 3. Ilauptfenstcr im Kreuzgange (Glas- 
malerei I im Kloster LUne. 4. Kronleuchter auf dem Fürsten- 
sanle des Rnthhauses zu Lüneburg. 5. Eisengiltcr des Ralh- 
hauscs. — Lief. II. 1854. 6. u. 7. Haus auf der neuen Sülze in 
Lüneburg im Ziegelrenaissanceslyl. 8. Silberne Konfeklsrhüs- 
sel des Knlhhaiises v. J. 1450. 9. Das Innere der .Michaelis- 
kirche in Lüneburg vor dem Jahr 1702. — Lief. III. 1856. 
Geschichte und Beschreibung des Ilatlihauses zu Lunebur); 
(lO'/i Bogen Text mit 4 Abbildungen). — Lief. IV. 1857. 



231 



Aiizeiffcr (iir Kuiido der deutsclu'ii Vorzeit. 



232 



Zwei Bürgerhäuser der Sladl Liinebiirg. Aiilipendium des 
Allars der Kirche im Kloster Lune. — 

Bericht der konigl. Gesellschaft für Sammlung 
und Erhallung vaterländischer Alterthiimer in Kiel. 1857. 

Enthalt Berichte über Ausgrabungen, Erwerbungen, Ge- 
sellschaflsangelegenheilen. — 

Neues Lausitzisches Magazin. Im .\uftragc der 
lausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften besorgt durch 
deren Sekretär Gustav Köhler. Bd. .\XXIV. 

Inhalt: Gesellschaftsangelegenheiten. Lausilzer Hiscellen. 
— lieber die früheste Geschichte der Mark Lausitz, vom Lan- 
desbestelllen Neumanii zu Lubbe». ,- Gallerie Oberlausitzer 
Historiker, von Dr. theol. Peschcck in Zittau. — Geschichte 
des ehemaligen Kittergules Wuöschcndorf, von I'. Karl Wunsch. 
Leisentritts Gesangbuch, v. G. Köhler. — Das Convivium Mu- 
sicum in Görlitz, von .\rchidiak. Haupt. — Ueber die Besuche, 
mit denen die Stadt Guben von Fürsten beehrt worden ist, 
von Dr. Sausse in Guben. — Die Kr\verbungsli.<te des Klo- 
sters zu St. Peter auf dem Lauterberge, von Hauptmann C. 



Klahn. — Einige noch ungedruckte Urkunden aus dem Dres- 
dener geheimen Staatsarchive, mitgctheilt von Köhler, und 
aus dem Breslauer Domarcliiv, von Dr. Förster. — .\nzeigen, 
kleinere Mittheilungen und Notizen etc. 

Fünfunddrei fsigsler Jahresbericht der schle- 
sischen Gesellschaft für v at e ria n d i sehe Kultur. 
Enthalt .\rbeilen und Veriinderungen der Gesellschaft im J. 
1857. An Aufsätzen : lieber die Schwedenschanzen, von .\po- 
theker Jackel. — Das Jugendleben des grofscn Kurfürsten, 
von Dr. Cauer. 

Festgabe des historischen Vereins von und für 
Oberbayern zur TOOjahr. Jubelfeier der Hanpt- und Kesi- 
denzsliidt Mundien. Die Keihtnfolge der Pfarr- und Ordins- 
vorsiande Münchens von der Griindungszeil bis zur (Jrgen- 
wart, vom 13. bis Schlufs des 18. Jahrb., nach iirluimll. Quel- 
len von Benef. Erncst Geifs. 

Verein von Alterth ums freunden in den Rhein- 
landen. Die Externsleine. Festprogramm zu Winkclmaiin'» 
Geburtstag, 9. Dec. 1858. Bonn. 



Nachrichten. 



Iiiteratur. 

Neu erschienene "Werke. 

61) Deutschlands Gc s c h i ch I sq n r 1 1 c n im Mittelal- 
ter bis zur Mille des dreizehnten Jahrhunderts. Von 
W. Wattenhach. Eine von der k. Gesellschaft der 
Wissenschaften zu Gottingen gekrönte Preisschrifl. Ber- 
lin, VV. Hertz. 1858. 8. XVI u. 477 Sin. 
Nach einer literarischen Einleitung, die in fünf Paragra- 
phen die bisherigen Bestrebungen für die tjuellenKunde der 
deutschen Geschichte darstellt, werden in ebensoviel Haupt- 
abschnitten die Quellen von der Hömerzeit an bis zur Grenze 
des gewählten Zeitraumes gründlich und anziehend dem Le- 
ser vorgelegt. Die Vorzeil, von den ersten Anfangen bis zur 
Herrschalt der Karolinger, wird ihrer Natur nach und gemafs 
dem Zwecke des Buches kurzer behandelt, die folgenden Pe- 
rioden : die Karolinger, die Zeil der Oltonen, der Salier, der 
Weifen und Wciblingcr, sind eingehender dargelegt, lieber 
die Zweckmafsigkeil und den Werth d«8 Buches kann kein 
Zweifel sein ; seinen Beruf liat der Verfasser schon lanfsl 
durch seine .Mitarbeiterschaft an dem Nationalwerkc der Mo- 
nunienta bekundet. 
G2) Hans Böhm und die Wallfahrt nach iMclas- 
bausen im Jahre llTli, ein Vorspiel des grofsen 
Bauernkrieges. Nach l'rkunden und Chroniken bear- 
beitet von Dr. A. K. Barack, Conservator ui.d Sekre- 
tär der Bibliothek des germanischen Museums. Nürn- 
berg, Bauer i:nd Haspe. 1850. 8. 108 Stn. 
Das dargestellte Ercignils, eben so merkwürdig in seiner 
Erscheinung, als wichtig in seinen Folgen, ist bereits iu neue- 



rer Zeil von Ulimann in dessen „Reformatoren vor der Re- 
formation" behandelt worden — wozu Reufs im Archiv des 
historischen Vereins zu Wurzburg einen Nachtrag gegeben — 
aber nicht so ausführlich und erschöpfend wie in der vorlie- 
genden Schrill, die eine .Vnzalil noch unhcKannIcr Urkunden 
und .\ktcnslücke aus den .Vrchiven zu Wilr/.burg, Nürnberg 
und Wertheim und vor allem die wichtige, bisher unbeachtet 
gebliebene Erfurter Chronik von Konrad Stolle benutzt hat. 
Sic beginnt mit einem zusammenfassenden Ueberblick über die 
religiösen und politischen Bewegungen des 15. Jhdts. , stellt 
dann Leben und Lehren des Hans Böhm von seinem ersten 
Auftreten bis zu seiner Verbrennung in Würzburg dar und 
verbreitet sich zum Schlufs über die .Motive seines Auftretens 
wie über die innere Verwandtschaft seiner Lehren mit den 
religiösen und politischen Tendenzen des grofsen Bauernkrie- 
ges von 1525, als dessen Vorspiel wir die Ereignisse zu Nik- 
lashaiiscn und Wiirzburg belraclilen niiissen. — .\ls .\nhang 
sind 29 Urkunden aus verschiedenen frankischen .\rchiven 
beigefügt. 
i;;i) Revue de l'art chriMien. R(:'cueil mensuel d'ar- 

iheologie religieuse dirigö par M. IWbbc' J. Corbict. 

Tome premier. Paris. I.ilirairie de A. I'ringuel. 1S57. 

gr. .s. 572 Stn. 
Das Buch gehorl zu diu bereits eine eigene Literatur 
begründenden Werken, wi lebe mit ausgesprochener Tendenz 
die Absicht verfolgen, die altkirchliehe Kunst unmittelbar 
der neuen zum Musler zu geben. — Es hat weniger die Ab- 
sicht, silbslandige Forschungen zu geben, als vielmehr eine 
Uebersicht dessen, was überhaupt auf dem (Jebiete der niit- 
Iclallerliehen Arrliflningie gelci.slel worden und was in grOi- 



233 



Anzeiger (ür Kunde der deulschon Vorzelt. 



234 



seren Abhandlun^ren anderswo niedergelegt ist. Sein Inhalt 
bietet aber eine überraschende Mannigfaltigkeit und wird 
durch znhireicbe Abbildungen erläutert. 

64) M on u m e nta Zollerana. Urkundenbuch zur Geschichte 
des Ilau5ps Hnheninllern. Ilrransgieeben v(vn Hu d<i I ph 
Freiherrn von Slillfried und Dr. Traugott MSr- 
cker. FunTter Band. Urk unden' der f^M nki s che n 
Linie. 137S — 1398. Berlin. In Cniiiniission bei Ernst 
u. Korn ((iropius'sche Buch- und Kunsthandlung). 1859. 
Fol. 408 Stn. CCCC.WI Urkunden. 
Dieser fünfte uns vorliegende Band eines Werkes, des- 
sen Bedenlung für die Geschichte des erlauchten Hauses Ho- 
henzollern langst festgestellt ist, folgt durchaus der Anord- 
nung der früheren Bande und gibt uns in der bekannten vor- 
trefTiihen .•Vu.>;.<lallun!r. in sorgfrtlligst redieiortem Abdruck die 
Zahl von 416 Urkunden, welche für die Geschichte Frankens, 
de» bürg- und markgraflichen Hauses von Nürnberg, zu Ans- 
bach und Bayreuth, zur Geschichte der adelichen Geschlech- 
ter dieser Lfinder, und ihrer Burgen und Güter, zur Geschichte 
der stsdiischen Verhältnisse in Franken die reichsten und 
wenhvollsten Beilrage für die Zeit von 1378 — 1398 enthal- 
ten. Mögen die verdienstvollen Herausgeber nicht ermüden, 
diircb möglichst schnelle Fortsetzung dieses trefflichen und 
r^chhaltigen Werkes für diesen Theil der deutschen (iescliicht- 
schreibung ein so gesichtelee, geordnetes und zuverlässiges 
.Valerial herbeizuführen. 

65) Pah st Gregor VII. und sein Zeitalter, durch A. 
Fr. GfrOrer, ord. Prof. der tJeschichte an der Univer- 
sität Freiburg. Erster Band. 1859. XVI. t;70 Stn. 8. 
Zweiter Band, erste Hdifte. 1859. .520 Stn. Schaff- 
hausen, Verlag der Fr. Hurter'schen Buchhandlung. — 
Das Zeilalter Gregors VII. und der Charakter dieses aufser- 
ordentlichcn Mannes ist schon zu wiederholten Malen Gegen- 
stand eben so gründlicher wie geistreicher .Vrbeilen geworden, 
ohne dafs die Untersuchung und Darstellung dadurch halte 
zum .Abschlufs gebracht werden können. Der Verfasser des 
vorliegenden umfangreichen Werkes unternimmt, auch von sei- 
nem Standpunkt aus, diesen reichen Abschnitt der deulschen 
Geschichte darzustellen. Er beginn! mit einem Ueberblick über 
die Zuslande des Kcichs nach dem Tode Heinrichs III., gibt eine 
gründliche Uebersicht über die Verhältnisse der Dynaslengc- 
schlechtcr, desgleichen über die Territorialverhjiltnisse zu jener 
Zeil, welche Uehersichten wegen ihres Materials eine besondere 
Aufmerksamkeil verdienen und führt so den Leser allmählich 
in die Zeit ein, die den cigcnllichen Vorwurf des Werkes 
bilden »oll. Bi» zum Heichstag von Ilalbcrsladi, 1071, liegt 
da» Geschichtswerk, dessen Schlufs schon in kürzester Zeit 
nachfolgen »oll, vollendet vor un«. Des Verfassers lebens- 
volle Darstellung, seine beslinimle und scharfe .\uffa.ssungs- 
wcise, die Gründlichkeil seinir Studien, der Heiihlhum an 
ThalsBchen, der in allen seinen Werken sich kundgibt, alle» 
das tritt uns hier nur» Vnriheilhaflesle entgegen und macht 
die» Geschirhiswerk zu einem wcrihvollen und nnenlbebrli- 
chen Beilrag für jeden, der die verwickelte Geschichte Deutsch- 



lands wahrend des 10. und 11. Jahrh. »ich klar zu machen 
bestrebt ist. ^;i:iol 

66) B'eitrSge zur Geschichte von Kloster Ilen»- 
bronn. Von Geo rg Muck. Mit einer .\bbildnng. .Ans- 
bach, Fr. Seybold. 1S59. 8. XIV. und 252 Sin. 

Das Kloster Heilsbronn hat in historischer und konslleri- 
schcr Beziehung in der neuesten Zeit so »ehr eine allgemeine 
Aufmerksamkeit auf sich gezogen, dafs man dem Verfasser 
für dessen lleilsige Beilrage zu grofseni Dank verpilichlcl ist. 
Ueber Zweck und .Mitlei seines Buches bat dieser sich im 
Vorwort ausgesprochen. Die Veranlassung zu seiner Beschaf- 
tiguug mit der lleilsbrnnncr Geschichte lag in seiner Stellim^ 
als Pfarrer daselbst. Aus dem reichen Ergehnisse seiner For- 
schungen bringt er nur das Interessantere und Wichtigere. Vor 
Allem wählte er zum Gegenstand der Besprechung die Zeit 
vor der Klostersliflung, Über welche bis jetzt nur wenig und 
mit dem Wenigen manches Irrige veröffentlicht worden isU 
Hervorzuheben ist auch, dafs er manches Kulturgeschichtliche 
millheilt und zur Charakteristik von Personen und Zeilen dan- 
kenswcrthe Nachrichten gibt. 

67) Archäologischer Katechismus. Von H e i n r. Olle. 
Mit 88 eingedruckten Holzschnitten. Leipzig, T. 0. 
Weigel. 1859. 8. VIII u. 98 Stn. 

Dieser kurze Unterricht in der kirchlichen Kunstarchfitvi 
logie des deulschen Millelallers ist mit Kücksicht auf das in 
den preuls. Slaaleu der Invenlarisation der kirchlichen Kunst- 
(lenUmalcr amtlich zu Grunde gelegte Fragenformular bear- 
beitet. Es ist also zunächst ein Handbuch für diejenigen, 
welche die vorgelegten Fragen verstehen und zweckgemaf» 
beantworlen wollen. Indem jedoch eben diese Fragen das ge- 
nannte Gebiet so ziemlich im Allgemeinen erschupfen, gibt 
das vorliegende Buch auch einen Leitfaden für alle ab, die 
sich mit der kirchlichen Kunslarchaologie zu beschäftigen an- 
fangen. Dasselbe ist mit des Verfassers bekanntem Fleifse 
abgefafsl, kurz und gediegen. Zu S. 89 bemerken wir, dafs 
es in Hildesheim keine Meinhardikirche gibt. 

G8) Geschichtliche iXachrichlen vom Ges cht echte 
StilKried von Kallonilz, herausgegeben von Ku- 
dolph Stillfried. .\ls Miinuscripl gedruckt. Berlin, 
königliche geheime Obcr-Ilofbucbdruckerei (H. Dceker)^ 
1858. 4. 98 u. 44 Stn. 
Da» genannte Werk gliedert sich in zwei .\bschnilte, von 
denen der erste den Ursprung, den Niiinen und das Wappen 
de» Cesclilechls behandelt und »I» Anhang eine Ueberlragiing 
der böhmischen Sagen von Fürst Slillfried und seinem Sohne 
Brunswik, wie die altdeutsche Bearbeitung der Brunswiksnge 
enthalt. Der zweite Abschnitt erzählt das Leben des Georg 
Slillfried von Itniienit?, und die Schicksale seiner Familie,' 
woran »ich verschiedene, zum Theil urkundliche Ziisaite rei- 
hen, nnler wclrhin wir das Verzeichnil» der in Urkunden 
de« konigl. saclis. Hnupl-Sinals-Archives zu Dresden vorkom- 
menden Burggrafen von Dohna, die Abhandhing nher die 
Burggrafen von Donyn auf tirnfenslein und die Slanuulafel 
(icorg I. Slillfried hervorheben. Den Srhiufs de» Werke» 



235 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



236 



bildet (1(1 Urklindenbuch des Geschlechts Slillfried von Rat- 
tonilz. i.'-i.i 

-^9) Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser 
-;i lu Krankfurt am Main. Von B. J. Köm er- Buchn er, 
der Kechle Docior, Mit neun litlioera|ihirlrn Ta- 
feln. Krnnkfurt a. M. Verlag von Heinrich heller. lS."i8. 
8. US Stn. 
Das vorliegende Bnch stelll sich als Sammlung und Er- 
Mulerung aller auf die Wahl und Krönung der Kaiser bc/.ilg- 
llchen denliwilrdigen Momente dar und bildet als solche die 
Fortsetzung und Ergänzung zu der 1857 von demselben Ver- 
fasser verolTenllichten Schrift : „Die Wahl- und Krönungs- 
kirrhe der deutschen Kaiser in Frankfurt a. M." Sie beschäf- 
tigt sich in 17 Kapiteln mit dem Reichsoberhaupt, der Erle- 
digung des Throne.'!, dem Heichsv kariat , der Walilsladt, den 
Knrfursten. dem Wahlcnnvent. der WahMiapitulalion, der rtl- 
misch-denlschen haiserwalil, der Krnnungsladt, den Krönungs- 
insignien, dem Einzug des Kaisers und der Beschwörung der 
Wahlkapilulation, mit dem Regierungsantritt der Kaiserkrö- 
nung, dem Ilcimzug von der Krönung, der Krönungsmahlzcit, 
der Huldigung und der .Abreise des Kaisers. — Die Zugabc 
enthalt eine Abhandlung über die bildliche Darstellung der 
Wahl und Krönung Heinrichs VlI. und zwei Verordnungen 
bei der Aoweseuheil des Kaisers m Frankfurt. 

70) Bibliographie zur Geschichte des Osterreichi- 
»chcn Kaiserslaats, von Dr. Carl Schmit Riller 
von TaVera,' P''''v. Archivar und Vorstand des Miinz- 
nnd .\ntikerikaMnets am Sl. Johanneum und Ausscliur.sniil- 
glied des histor. Vereines für Steiermark. 1. .Vblluil. 
1. u. 2. Band. Wien, L. W. Seidel, Graben Nr. 1122. 
156 u. 128 Stn. 8. 
Das ganze Werk ist anl; vier, Äb^heilungcn berechnet, 
deren Inhalt folgondermafsen festgestellt ist: I. Abtheilung: 
Literatur zur Geschichte der Regenten aus dem Hause llabs- 
burg und TIabsburg-I.othringen von Rudolf [. bis auf die 
neueste Zeil, zunächst nach der Reihenfolge der einzelnen Re- 
genten and dann im .Allgemeinen, If. Abtheilung: Literatur zur 
Geschichte der Länder, Stftdie. Mftrktc, Dörfer, Burgen und 
sonstigen Ocrilichkeitcn, in alphalielisclier Ordnung nach den 
Kamen der butrelTenden OertlicIiUeiten. III. .\btlieilung : liio- 
graphiecn aller zur Gcschiclilc Oestcrreichs gehörigen Perso- 
nen, mit Ansscblufs, der Regenten , in alphabetischer Ordnung. 
IV. .\blheilung : Literatur der historischen llulfwissen.schaften 
in »jslemali.'.chcr Ordnung mit Verweisungen auf Entspre- 
chendes in den anderen .Miilicilungen. AI» loitcndeu Grund- 
sat» bei der .Anordnung des (ian/.en hat sich der Verfasser 
die grofstc Erleichterung des Auirmdens bei der höchsten 
erreichbaren Menge der Daten vorgezeicbncl, und mögen im- 
merhin, wie es sich bei einer so unifassenilin, die Kräfte eines 
einzelnen Mannes fast ubcrücbreitenden Arbeit kaum vermei- 
den liUbt, hie und da noch Lücken aufzufinden sein , so ist 
ein solcher Mangel gegen das Verdienstliche der Arbeil über- 
haupt, gegen ihren Rcicbthuin au Daten und die übersicht- 
liche Anordnung derselben doch sehr gering antutchlsgen. 



71) Die (trafen von Dortmund. Ein Beiimg cur alte- 
ren Geschichle Westfalens. Von Dr. Ed. Kröniecke. 
Werl, Verlag der Stein'scbeu Buchhandlung. 1858. 8. 
135 Stn. II \- , , 

Die vorliegende Schrift handelt in fünf Abschnitten von 
der Stellung der Grafen im Allgemeinen, von den Grafen zu 
Dortmund und ihrem Gebiet, von den ältesten Grafen zu 
Dortmund, von den Grafen aus der Familie Lindeohorst und 
vom letzten Grafen Job. Steck, woran sich als Schlufs eine 
Staiunilafcl und einige Urkunden reihen. Im Verhältnisse zu 
den früher iilier Dortmund erschienenen Schriften, wie: zu 
Dr. Tliicrsch's Geschichte der Freireichsstndt Dortmund, die 
leider durch den frühzeitigen Tod des Verfassers unvollendet 
gebliehen, und zu Fahne's Dortmunder Chronik, die aber we- 
sentlich Quellen- und Urkundensammlung ist, bildet diese 
Arbeit eine wichtige Bereicherung der Dortmunder Ge- 
schichtswerke. Sie sli.tzt sich vorzugsweise auf Urkunden, 
Iheilweisc auch .luf Stadichroniken, die jedoch weniger er- 
giebig gewesen. Interessant sind endlich die Bemerkungen, 
die der Verfasser in der Vorrede über das Leben und die 
Werke einiger allerer Dortmunder Chronisten niillheilt. 

72) Abrifs de rpo litis eben Geschichte der Schweiz. 
Von A. Morin. .Aus dem Französischen von Th. Beck, 
Fürsprech in Bern. Leipzig, Verlagsbuihliandlnng von 
J. J. Weber, 1858. 8. XIV. 4(50 u. 119 Stn. 

Der Verfasser hat seine Aufgabe, für seine Landslcule 
eine Geschichte der politischen Ent>vicklung der Schwell zu 
schreiben, mit Gründlichkeit und warmer Liebe zur Sache ge- 
l0.it. Wenn ihm, als einem französischen Schweizer, im Ein- 
zelnen und besonders hei Beurlheihing neuerer Zustande der 
deutschen Schweiz ein richtiges Vcrstandnils abgieng, so hat 
dieses der besonnene llebersctzer durch geeignete Noten er- 
giinzl und gebessert. Das Werk beginnt mit einem kurzen 
Uehcrhiick der ältesten Zeilen und Zustande in der Schweiz, 
erzählt dann den Kampf um die Sclbstamligkcit und alle Er- 
eignisse, welche im Mittelalter das Wachsthiim des aus der 
Vereinigung der vier Waldsiatle hervorgehenden Bündnisses 
förderten, und bcschlicrsl das erste Buch durch den ewigen 
Bund mit Basel und SchalThaiiscn und die Aufnahme Appen- 
zells als Kniilon, zu .Anfang des 16- Jahrh. Das zweite Buch 
umfafsl den Zeitraum vom Bumlc der 1.^ Orte und dem ewi- 
gen Frieden mit Frankreich bis zur Vermitlliingsaktc von 
180.'3, das drille die Eijlwiclyluiig der Schweiz, unter der Vcr- 
mittlungsakle vo^ 1803—1813 "nd die Zeil der Rcslauralinn bis 
1815, das vierte und letzte vom Bundesvertrag der .\.\II Kan- 
tone bis zu IVeueiiliuigs vollständiger Vereinigung mit der 
Schweiz Der .\nhang enthtill eine Anzahl urkundlicher Belege. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Archiv f. Landeskunde d. preufa. Monarchie: Nr. 5 
u. 6. Die brandcuburg. preuCs. Milillirverwnllung. Die 
prcufs. Polt in ihrer geschichtl. EnlwiHiluugi In wiefern 



837 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



238 



n<ii' gehürt die Provinz Pommern lu den wirbligsten Erwer- 
bungen des Hauses Hohenzollern ? Das neutrale Gebiet 
von Moresnel. 

Das Ausland: Nr. 17 ff. Neue Beiträge z. Gesch. d. Ent- 
deckung Amerika'«. 

Beitrage zur vergleichenden Sprachforschung: 
1. Kurzer abriss d. gesch. der crAnischen sprachen. (Spie- 
gel.) Naturge»chichtliches. I. Bezeichnung von : schwan- 
ger, Irflchtig. Vieh filr vermögen und umgekehrt. (Polt.) 
Wurzeln auf « im indogermanischen. (Schleicher.) 

Biälter f. literar. Unterhaltung: Kr. 22. Zur Gesch. 
Westfalens u. Niedersachsens. (L. Schücking.) Nr. 23. 
Zur deutschen Cullurgesch. (G. Brückner.) 

Bund: Nr. 136. Die Schweizerischen Pfahlhaulen der älte- 

1 •■   . ■>" j '11' 

Sien Zeit. 

Kirchen zeitnng : Nr. 20. Der Streit über den alten Ket- 
scberpalast zu Speyer. 

Clirist I ich es Kunstblatt: Nr. 9. Bemerkungen über spe- 
cifisch kirchlichen Stil. Nr. 9 n. 10. Der Ulmer Jlün- 
sler. (Ilafsler.) 

Uagazin f. d. Lit. d es .\us lan d es : Nr. 6.'') — tu. Der Pro- 
teslantismus im JElsafs. I. Vor n. während der Bevolu- 
lion. . sn"di^"'>'l'i'* )»i 'iil:/r.M|i< uilj-iiniil/ iii 

Wesicrmann's illnstr. deutsche Monatshefte: Nr. .32. 
Zur Gesch. d. Niederlande. (Klopp.) Das lleidcnhaus, 
Sage aus d. Canton Bern. (Runge.) Brügge, belgisches 
Stadtcbild. (Oetker.) 

Monatsschrift f. deutsches Stiidtewescn: V. Heft. 
Das deutsche Miinzwesen u. die deutsche Sladlegeschicbte. 

Monatsschrift d. Wissens ch a ftl. Vereins in Zürich: 
Nr. 3 u. 4. Die Familie im deutschen und schweizer. 
Recht (Orelli.) Der Ouellcultus in d. Schweiz. (Runge.) 
Ein I'fcrdeopfcr der neuesten Zeit. (Runge.) Noch eine 
Notiz Ober d. Kolenberger Gericht. (Oseribrüggen.) 

ITorgenblatt : Nr. 18. Zur Gesch. d. Wohnhauses. Nr. 20 IT. 
Die lOOOjahr. Eiche im Elsals. Nr. 22. Sebastian Munster. 

Organ für Au log r a p hcnsamm 1 er : Nr. 5. Schulz für 
Aulographen. (Artus.) , , , 

Augsb. Poslzeitung: Beil. Ar.' 35.' bas'AlpiKabe'i des hl. 

Cyrilhis, des Apostel» der Slaven. ' Nr. 44 ff. Beitrüge z. 

Erforschung chrisll. Kunsfdenkmale in der .\ugsb. Dio- 

cese. XXXlll. Waal, die Pfarrkirche St. Anna daselbst. 

Der Unterricht über Astronomie im IX. Jahrh. 
Revue Suedoise: Nr. 2. La Saga d'Odin. 

Zeitschrift f. Stenographie: Nr. 3. Bemerkungen zu 

dem .\rl. E in dem deutschen Wörlerbuche von Grimm. 
Neue Münch. Zeitung: .Vbendblall Nr. 108 ff. Die erste 

deutsche Homer-Ucbcrselzung. Nr. 122. Zur Gesch. der 

Witicisbachcr. 
Frank Leslic'» Illustr. Zeitung (New-York) Bil. IV, 

Nr. 90 ff. Geschichte des Rechts. Rhodus u. die Johan- 



niter. (Abbildungen von alten Kanonen u. Wappenschil- 
dern der St. Joh.nnniä- Killer. Nr. 91. Der sogen. Salo- 
monische Leuchter in d. Domkirche zu Prag. 
Wiener Zeitung: Nr. 115. Französische Umtriebe gegen 
d. Haus Habsburg zur Zeil Kaiser Ferdinand II. 



VerniiMrIite XHclirirlifen. 

53) Der zur Restauration des Kaiserdoms in .Vachcn 
gegründete Karls-Verein hat sich enlschieden, die huppel de» 
Ocicgons Karls des Grolsen mit Frescomalcreien ausschmUckca 
zu lassen, und zugleich den Plan des Prof. Deger, eine Ver- 
herrlichung des christlichen Konigthums darstellend, anzuneh- 
men. Weiler wurde verhandelt, auf welche An die Reli- 
([uien Karls d. Gr., die bisher in einem Schranke der Sakri- 
stei bewahrt wurden, auf eine würdigere Weise aufgestellt 
werden konnten. Der Plan des Baaraihs Zwirner, sie in einer 
in der Mitte des Octogons anzulegenden Krypta beizusetzen, 
erhielt allgemeine .Vncrkennuug, jedoch ohne bestimmte Be- 
schlufsfassung. .i-, im. n 

54) Der Priiger Dombauverein hielt am 22. UTai 
seine erste consliluirende Versammlung. Nach dem Bericht 
über die VermOgcnsverhallnisse des Vereins betragen die Ge- 
sammteinnahmen bereits eine Summe von 8504 11. und noch 
wahrend der Sitzung Iheilte der Vorsitzende mit, dafs Herr 
Domprobsl Killer von Waclawicek dem Vereine mit einem 
Beilrage von 500011. beigetreten sei. Als Vcreinsprasidcnl 
wurde Herr Graf Franz Thuu erwählt. 

55) Nach Stadtverordnelenbeschlufs in Köln soll das 
Rathhaus, ein Conglomeral verschiedener im Laufe der Jahr- 
hunderle entstandener (iebäulichkeilcn, in dem hieraus hervor- 
gegangen historischen Charakter, d. h. in allen seinen wesent- 
lichen Theilen, wozu insbesondere das Portal, der grofse Saal, 

die Löwengrube und der Uausasaal gehören, eihalten und' 

, ,, , , I i . i j 11 ; .1 " 1 I I ,1 / Uli ;ii-ii . :.' , M 

nergestellt werden. 

fiG) In der Pfarrkirche von Hohengebrachine, wei- 
land Land- und Edelsilz des Iclzleu Kurslabls von St. Emeran,, 
ist man eben mit der Wiederherstellung der alten Fres- 
ken beschäftigt. Es wurden jedoch nur für oberllfichliche 
Rcstaurntiiiu der Gcwölbebilder 700 (1. ausgesetzt und verfügt, 
dals die Kreuzwcgslaliüncn ubcrtünclit und an deren Sicllo 
solche von gebrannter Masse gesetzt werden sollen. 

57) Der Landralh von Nioderbnyrrn hat 300 11. fiir 
Erhaltung von Knnsldenkmaiern besliniml. 

68) Im Departement des Niederrheiiis, zu Domfossel, 
nicht weit von der sog. Ilcerslrasne, hat mau einen interes- 
sanU'U Kund gemacht. Er bestellt in einem Bassin von 
12 Melres Umfang, beinahe ganz kreisförmig uiiil mll behaur- 
ncn Steinen cingefnfst, offenbar römischen Urspruiics. Am 
Grunde fand man einen SaiilensrhafI, Stucke von Rohren, Va- 
sen, Backsleinen, rolhgcaderlcm weifsem Marmor und einigo 



•23y 



Anzeiger für Kunde der (leiilstliou Vorzeit. 



WQ 



rOmiiche Münzen. Llonifes&el bietet illicrhaupt, ah<;e9eben von 
rlietom Funde, einiges historisches Inieressc. Sclüsl itic Ely- 
mologie seines Nanieas, Uonius vB.snllurum, deutet auf einen 
sehr alteu Ursprung ; zu verschiedenea Zeiten bat nian hier 
schon römische Milnien geTundco, und seine Kirche gehört 
einer sehr frühen Zeil an. 

59) Wahrend der grol'sartipe Salzburger Dom im Innern 
restauriert wird, ist merkwürdiger Weise der ursprüngliche 
Grundplan des ^aues inr^iceo^a, der Vaterstadt des 
bcrnliinlen .Architekten Scamozzi, des cinsliirin Doniliau- 
nieislcrs, aufeefunden worden. Er wird in einem dcninaclisl 
im Druck erscheinenden Werke iiber den Dum iils ('opie bei- 
gegeben werden. 

60) Das böhmische Museum ist üurili die Einverlei- 
bung der alten Hegistralur des ehemaligen .Land- 
rechtes bereichert worden. Dieselbe enthalt 579 Foliobande 
von meistens böhmischen Urkunden, welche den Zeitr.ium 
von 1179 bis in die achtziger Jahre des verllosseniu Jahrliun- 
derts umfassen und deren Inhalt überaus reich und interes- 
sant ist. 

61) l'rof. De bn 's V e rl ass enscha ft enthielt aulser den 
musikalischen Schulzen noch andere kostbare Stucke, wie ein 
Exemplar von liembrandt's llunderlguldenblattc und eine sog. 



Kurrtirtlenbratsche aus dem .Melier Steiners. Sie ist schön 
und im Tone wunderbar; dabei ist das Instrument bi.i anfs 
aufserste wohl erhalten, und die Schnecke mit sehr kunstli- 
cher Schnitzarbeit ver^ier^ .j„j/! .ft 7r i n U 
G2) In Belgien sind zwei altberUhmte Kunstzweiee im 
Neuerslehen : die Ta pe leii wir ke re i und die .Vnfe ni gu d{ 
von Handschriften mit 1! i I d e r ve rzi eru ng c u. Die Ge- 
bruder I'ape in Brügge halicn gegenwärtig eine Grolsfolio- 
lianüschrift von der „Nachfolge Christi" in Arbeit, die ein 
wahres I'raclilwerk zu werden verspricht. Sic. wird auf fein- 
stes rergamenl im Stil der allen Evaugelienbücher geschrie- 
ben und gemall. .Vlle Rander, .\bsalze, Anfangsbuchstaben 
elc. ciilhallen Bilderschmuck. Was dem Werke besondere 
Bedeutung geben wird, sind die zahlreichen Nachbildungen 
der berübmleslen Bilder von Memling, Jan von Eyk, Rogier 
van Brügge, Sluerbout und .Vndern. 

G.3) Die belgische Regierun!; bereitet den Plan vor, dem 
alten viamischen Dichter und Jahrbuchschreiber, dem Verfas- 
ser des „Spiegel historial" und der „Relmbibel", im Damme 
ein Denkmal zu errichten. Zugleich sollen zwei Pi-eise 
von je 20(X) Kr. für das beste Werk über das Leben und Wir- 
ken des ,, Vaters" der viamischen Geschichtschreihung und für 
das beste Lobgedichl auf denselben ausgesetzt werden. Nur 
in vlaniischer Sprache ist Milbewerbung zulässig. 



a'j ii -) 



) w i) I b li 1 

fnscralc und nokiuinliiuicliiin^ron. 



10) .vis wahrhaft volkslhünilichcs Unternehmen glauben tcrlhumskunde aus nur wünschen, dafs das Unternehmen An- 
wir die Herausgabe zweier grofser Holzschnitte in der Agen- klang und Gedeihen finde, und hoffen, die Direktion desselben 
tur des rauhen Hauses empfehlen zu müssen, welche werde von beiden aus ihre Einsicht so vereinigen, dafs sie 



zwei biblische Scenen, die .\nbe'. uug der heil, drei Kö- 
nige und die .\ u ferst eh ung Christi, in freier Kach;ih- 
mung nach alldeutschen Meislern darstellen. Das erste Blatt 
ist nach dem bekannten Kupferstiche von Marlin Schön, 
dbs zweite n^'ch dem Holzsthnitle aus der grofsen Passion 
von Albrecht Dürer gefertigt; beide sind in gröfsleni Fo- 
lio und schönem Tondruck, tinter Leitung des auf diesem Ge- 
biete schon mehrfach verdienten Prof. em. V. \. II über, 
durch Gabers treffliches Messer ausgeführt. Der aufseror- 
denllich billige Preis — 1 ThIr. das Blatt — wird dieselben 
ihrer Bestimmung, einer möglichst grolsen Verbreitung unter 
dem Volke, noch mehr enlEegenliihren. Wir können, so- 
wohl vom Slanilpunkt der christlichen Kirche als dem der Al- 



 I n ii i III I » \ i -r , 



iL. 



li i.iif — It i/r '■* '■" 



bei der zu hoffenden ,\nsfüliriing ahnlicher Blflllcr möglichst 
wenig an den Originalen andere. 
11) Von dem Werke: 

Lübeck in der Mitte des sechszehnten Jahrhun- 
derts. Sieben Bialler und ein Bogen Text. Ilerausge- 
gcbin von Johannes (Jeffcken, Dr. theol. u. Prediger 
zu St. Michael in Ilainburg. Leipzig, F. 0. Weigel. 1855. 
Imp.-Kol. Ladenpreis 1 ThIr. 
dieser prachtvollen Nachbildung eines höchst gellen geworde- 
nen alten Holzschnittes (s. Anzeiger, 185G, Sp. 169) sind 
mehrere zum Besten des gcrm. Musrums verkäufliche Exem-. 
plare durch die lilerariscli-arllslische Anstalt desselben zu be- 
ziehen. > 
I, ' iii »t» 



Verantwortliche Rednclion : Dr. Fi'eili. v. n. z'. 'AuTsed. , D|;.,A, ,y. ^np. |Pr. ,Q. K. Frommann. 
VerNig der literarisch- artistischen Anstalt des geriiinnischin Museums in Nürnberg. 

I'. K. S eb.Rld'iiche Buchdnirlici-ct. 



inJHNBEEG. Das Abonnement des 
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tHir Frankreich abonniert man in 
Stralsbui^ bei C, F. Schmidt, in Paria 
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AMZEICiER 



FUß KODE DER 



Neue Folge. 




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land bei Williams & Norffate, H Hen- 
riette -StroetCoveut-dardeo in London; für 
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des Anzeigers und dessen Wissenschaft' 
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öE[mE\ mmi 



Sechster Jahrgang. 



1859. 



ORGA\ DES (JEU1I\\IS(:!IE\ MISEIMS. 

JM7. 



Jnli. 



Wissenscliaftliclie Witllieilunjreu. 



Zur CSesrhichte von Holdlz. 

(Sladlwillkur. Seelbäder.) 
Mitgetheilt von Archivar Herschel in Dresden. 

Es ist eben so bekannt als bedauerlich, dafs die mei- 
sten der in früherer Zeit besorgten Abdrucke allerer Ge- 
schichtsquellen bei näherer Prurnn^ sich als ganz unzu- 
verlässig erweisen. 

Das ist auch der Fall bei der in Weifsens MusSum 
für sSchs. Gesch. Bd. II, St. I, S. 89 von dem damali- 
gen Amimann Jahn zu Kuldiz verolTentlichten, aus dem 
Anfange des XV. Jahrb. herrührenden Willkür dieses 
Städtchens , und es würe zu beklagen, wenn dieselbe in 
solcher entstrllten Gestalt in Gaupp's oder Gengler's Samm- 
lungen übergehen sollte. 

Einer der Iflchei liebsten Lesefehler möge ans dem 
mir jetzt vorliegenden Stadtbuche berichtigt «erden. 
S. 91 des Abdrucks heifst es: ,,das nymant bey nacht 
sal hevren'' und dieses Wort wird in der Anmcrk. 
4, S. 95 durch „zu Biere gehen", ingleichen spater St. 2, 
S 224 eben so ungenügend durch „bfluern, d. i die 
Bauern mit der Glocke zusammenrufen", zu erklaren ver- 
sucht. 

Die einfache Wahrheit ist, «lafs im Stadihnche nicht 
hevren, sondern derren sieht, und dafs )> sobald die 
vom Bierbrautn handelnde Stelle der Willkur, welche, 
wahrscheinlich weil eine spätere llaud sie durchstrichen 



hat, im Abdrucke ausgelassen worden ist, wieder einge- 
schaltet wird, jenes ansiofsige Wort selbstverständlich 
nichts anderes als das MalzdOrren bedeutet. 

Die ganze Stelle lautet : Nu hörit vnnd vornemit dy 
willekor dy dy burger vnnd dy gancze gcmeyne uor al- 
der gewilliget haben: czum ersten das nymant bey nacht 
sal derren : wer das bricht der sal der stat eyn schog 
grosschen gebin : wer ouch uor den betet der sal ouch 
der stat eyn schog gebin olT das rathus. Wer ouch 
bruwet der sal mit den bruwern off stehen vnnd selbir 
bey der plannen syn : tut her des nicht so ist her der 
stat eyn schog grosscheu uorvallen. Ouch sal des nach- 
tes nymant mit wysschen gehen usw. 

Der durch die Gefälligkeit der Koldizer Behörden mir 
vergönnte zeitweilige Besitz des erwähnten Stadibuchs 
veraulafst mich, aus demselben noch drei kurze, von den 
dortigen Gcschichtschreiberu, Thomm (tüTti), Jahn (1*95) 
und Beiger (1832) uiiberiicksicliligl gelassene Urkunden 
über Slirtung von Seelbadern mitzutlieilen , um so mehr, 
als über diesen Gegenstand die Archtulogieeu des Chri- 
stcnlliunis in ihren Abschnitten über kirchliche Armeii- 
uiid Kraiikenpilegc »enig zu enthüllen pdegen. 

I. Bl 2b und tl. 
Ich llennrich Smyt van Kaldenbornc bekenne in de- 
sim statbuche das Ich vorkoufft habe den garten der lyt 
bei deme Kribiii Niikil Wnllbcr Mind Cuiiraden Wyspc 



•243 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



244 



do von alle jar ierllchcii ein zelebalh zcii machen den 
DehiAiteu maiilag^ uor palmeu; daniuch wer sich des gni-- 
ten vndirwindet der sal das zelebath bestelliu : »o das 
nicht geschyt so sal ein burgermeister mit synea kumpan 
darvninie reden das is geschee. 

II. Bl. 2b, It und 12h. 

Ich Hans Stuler bekenne in desim stalbuche das ich 
habe mit wolbedachlem mute vnd gesundem leybe gege- 
biu einen acker zcu eynie zelgerelhe zcn der badestuben 
do von der bader sal alle jar jerlichen vyr zelebalh den 
oehisten mantag üach iczlicher quatirtempir halden : ouch 
sal der bader deme golishn[5e den acker vürcziii(Jen ey- 
nen grosschen zcu czinse gebin : wo das nicht gesche 
so sal ein burgermeister mit synen kumpan darvmme 
reden. 

111. Bl. 3. 
Das zclebad von dem Kriebengarteo. 

Von gotis gnaden >vir Margarelha gehoin von Oster- 
rich herzcogin zcu Sachssen langgrauin jn Doringen vnd 
marggrauin zcu Mfeyssen witwe bekennen vnd thun kundt 
mit dießem brielT gcin jder meniglich das wir mit .vn- 
sern relenn vnd heymiichcn lieben getrawcn zwischen 
Friderich dem bader an eynem vnd Nickel von der Lobe 
borger zcu Coldicz am andern teyl auch vnser lieber ge- 
trawer von des zelbades wegen das der bader vorgemelt 
alle jar v(T montag nach lelare bestellen vnd darczu INickcl 
von der Lobe das Ion geben sal von seynen garten vor 
der Stadt ligeiide darvmb sie jrtumb gehadt mit beyder 
teyl wyssen vnd Willem berclh vnd betetiget haben in- 
massen hernoch volget : nemlich als das Nickel von der 
Lobe sein erben ader wer den garten besitzt liinfurder 
zcu ewigen gezceylenn all jar vfF montng noch letare 
dem biider zcu Coldicz drcyczehen grosschen guter mnncz 
als die jm ampt vorgemelt zcu Coldicz adir sust jm fur- 
stenthum ganghalTtig sein vnd zcu zcinf^ vnd rentbeo 
gnommeu werden reichen vnd geben zai darvmb der ba- 
der das zelbad halden vnd bestellen zaI zcu ewigen zey- 
ten an allcriey hinderni|J vnd ap den bader das Ion vor- 
gemclte gelt verczoglich gereicht ader zcu geben vorge- 
haldcnn wurde zo sollen jm vnser burger zcu Colditz 
wann er »ie darvmb ersucht zcu eym besiczer des gar- 
tens darczu hellTcnn an alles geucrde. 

Zcu vrkund haben wir diejier schiedcsbriclT zcwene 
gleichs laudens machunn vnd iczlichem teyl eynenn ge- 
ben lassen sich darnach wyssen zcu richten. 

Gescliccn zcn Coldicz am dinstng nach letare (10. 
Harz) anno domini etc. LX\ secnndo (1472). 

Die zwei erstem, mehrmals in das Stadtbuch einge- 
tragenen Urkunden ermangeln der Zeitangabe. Da jedoch 



auf ihre ältesten Niederschriften Einträge von 1431 und 
1434 von derselben gleichzeitigen Hand unmittelbar fol- 
gen, so dürfen sie in dieselbe Zeil gesetzt werden. 

Ob der mit der Reallast des Seelhades belegte Garten 
das noch jetzt unter dem Namen der Graubeiigörlen zur 
StadtQur gehörige Grundstück auf dem linken Mulden- 
ufer sei, oder ob an das Griebengafschcn auf dem rech- 
ten Stromufer gedacht werden müsse, mag die Orlskunde 
ermitteln. 

Das Städtchen Koldiz ist bekanntlich von dem Merse- 
burger Bischof Thietmar (Monum. Germ. bist. V, p«g. 
844) schon bei dem Jahre 1015 als Grabstätte eines 
Christi magni marlyris in die Geschichte eiugeführt wor- 
den. Die Versch« eigung des Namens dieses Märtyrers 
hat eine ziemliche Literatur hervorgerufen. Einige For- 
scher (Curiosa saxon. Jahrg. 1756, S. 308) haben auf 
den 892 am Kemnizflusse von den Slaven erschlagenen 
Würzburger Bischof Arno geralhen ; andere (Dresdner 
gelehrt. Anzeiger v. 1750, S. C83) , im Betracht, dafs 
Koldiz (der Sage nach, aber nicht erweislich) früher eine 
Magiiuskirche gehabt, an einen Blutzeugen dieses Namens 
denken zu müssen geglaubt. 

Ohne Erschliefsnng neuer Quellen mufs zwar die 
Frage unbeantwortet gelassen werden : inzwischen mag 
als bemerkenswerth noch aufgezeichnet sein, dafs Koldiz, 
sobald mit dem 15. Jahrhundert wiederum genauere 
Nachrichten ijber dasselbe sich darbieten, obsclion ohne 
Kloster oder WallfohrlsstStte, doch abermals als begehrte 
Grabstatte auftritt. In dem Stadtbuche niimlich Bl. 22 b, 
2:? und 23 b finden sich drei Ictzlwillige Verordnungen 
aus dem Jahre 1451, Jlatlhiius Eichliulzens, Johann Schnei- 
ders und Matthias Langens , von welchen der erste in 
Oschaz, der zweite in Koldiz und der dritte in Muhl- 
berg Prediger war. Gebürtig aus Koldiz ist keiner, und 
dennoch druckt jeder den testamentarischen Wunsch aus: 
„das die vorslehir des gotishn|Jes s. Egidii czu Coldicz 
synen lichenam, wo adir an welchem steten her verschey- 
den Wirt, holen sullen in das vorgenante gotishu|i vnnd 
den crlichen mit vigilen und messen czu dem ertriche 
bustaten sullen." 



Ober «■inrii nKcii llniiflHrliririenkntalog. 

Von l'rof. Dr. Karl Bari. seh in Koslock. 
(Fortsetzung.) 

(Bl 17.) B. 68. Ilegula dominiirnm cruciferorum siue 

tbcutonicorum cdila a raymundo. 
(Bl. 18.) B. 76. Bulla anrea karoli 4" impcratoris. 

De electiouibus imperatorum. 



245 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



^4^ 



(BI. 19.) B. 83. Statuta diocesis bambergensis do- 

miiii lamperti episcopi. 
(BI. 21 rw.) C. 13. Epistola g-eneralis otnnium car- 
diualium ad impi-ratorem carulum de electioiie. 
VI. ti''. 
Epistola cardinalis geben ad imperatorem super 
electioiie vz. 6" Serenissime. 
(BI. 23 rw.) C. 17. Queilam gesta per ambasiatores 

rccis romanorum ruperti 

Statuta ecclv^ie bancte crucis leodieasis. 
(BI. 24.) C. 18. Statuta siiiodalia eystetensis episco- 

palus In nomine sancte. 
(BI. 2ö rw.) C. 43. Exceipta ex libro epistolarum 

maghi cassiodori. 
(BI. 29 rw.) C. 56. Vita saiictorum willibaldi. wune- 

baldi. walpiirgis virgiiiis. 
(BI 30.) C. 59. Vila b. gregorij pape Bealissimo 
ac relicissimu 

Vila saiicti siluestri pape. Hystcriographus noster 
Vila beati benihardi abbalis clareuallensis Scri- 
pturus vilani. 
(BI. 32.) D. 13. Bulla de saluo conductu bohemo- 

rum nd conciliiim basilieiise 

Bulla de inqui^icione heretice prauitatis hussita- 
rum Martliius episcopus. 
De modo suscipieiidi crucem contra hussitas Reue- 

rciide in Christo pater. 
Bulla martiiii pape de aggressu Chrjstianorum con- 
tra hussitas. 
(BI. 32 rw.) D. 21. Vita saiicti karoli magni impe- 
ratoris Et si passim. 
D. 22. Bulla ourea karoli 4" alias tract. de electi- 

one regis romanorum 

.\rliculi concordati inter regem romanornm et re- 
gem arragoiinm. 
(BI. 33 rw.) Ü. 25. Examen cuiusdam beghardi jo- 
haiinis de pruna moraiiie per martinum. 
Seiiteijcia lata contra martinum bereticum in colonia 

eis renum comhuslum. 
Errorcs et articuli per johannem episcopum argi- 

liiicnsem adinuenli. 
Errores 3G eorum qui dicuntur de nouo spiritu 

Goliardi trulTatores. 
Regula waldensium. 
Waldensium secte eorumque coouersacio et modus 



Constituciones diuersornm snmmorum poiitiliciim 
contra hereticos. 
(BI. 35 rw.) D. 48. Epislolare bcati benihardi ib- 
batis cum tabula. Vonerabili patri. 



D. 50. Consuetudines mooasterij sancti EgidiJ jn 

Nürnberg, or. s. benedicti. 
D. 51. Consuetudines ordinis. 
(BI. 36 rw.) E. 8. Constitucio concilij basiliensis de 

excommunicalis quando sunt vitandi. 
(BI. 39 rw.) F. 2. Nomina summorum pontificum et 

quot aoiiis scderuiit. Aiinu \L2. 
(Bl.40rw.) F. 39. Constituciones benedicti pape 12i. 
(BI. 42.) F. 48. Excerpta consuetiidinum nostri nio- 

nasterij Silencium routinuum. 
(BI. 47 ) H. 12. Ecciesiastica historia. Peritorum 
dicunt esse medicorum. 
H. 13. Tripertita historia. 

H. 19. Tract. jo. holTmann contra hussitas hereti- 
cos in bohemia. 
(BI. 47 rw.) Kesponsa bohemorum ad ambasiatores 
concilij basiliensis. 
Collacio qucdam de s. trinitatc et scssiunes que- 

dam concilij cum diuersis bullis etc. 
Epistola ab hussitis directa christianis in obsidione 
lerre bohemie. 
(BI. 48 rw.) H. 36. Appologeticus pe, damiani de 
contemptu secnli. 
Epistola eiusdem ad episcopum florentine ciuilatis 

Dilectissimis. i 

Epistola eiusdem ad hercmitas. Pratribus. 
Epistola ad comitissam. Blniice olim comitisse. 
Epistola eiusdem ad papam de iucontinencia sacer- 

dotnm. 
H. 37. Hystoria reductionis monasterij heydenheym 
de statu secularium canonicorum ad mouasticam 
disciplinam ordinis s. benedicti. 
(BI. 49 rw.) II. 45. Gesta summorum pontificum 
Multa quidem. 
Hystoria fridcrici primi iinpcratoris et ducis sue- 

uorum ac parentele sue. 
C'roiiira iu volgari ah inicio usque ad fridericum. 
(Schlufs folgt ) 



Zur (•eHOliIrlitr der BllilerrülMel "). LUmmr. 

I'oule. Ilütluiol. 
Milgelheill von II. Olle, I'fnrrcr, in Krohden. 

Als älteste Bilderrätsel sind wol dir, bekanntlich bis 
in die ftlloslcn Zeiten hinaurriiclicnden, redenden Wappen 
zu bez.eK liiieii. Versieht man aber dariinler eine Zusnm- 
mcoslellung von Bild und Schrift, so ist auf die Sitte 
der englischen Grisllidien des 15 u. l(i Jnlirli tu ver- 



•) Vgl. Antcigcr 1859, Nr. 5, Sp. 170 f. 



247 



Anzeiger für Kiimle der deutschen Vorzeil 



248 



weisen, welche, weil sie die Berechtigung, Wappen zu 
fuhren, nicht besafsen, au Stelle derselben sich der He- 
bus zu bedienen liebten. So fiodet sich z. B. auf einem 
Glas^emSlde in der Lady-Chapcl des Domes in Gloucester 
der Name des Abtes Thomas Compton um 1480 durch 
das Bild eines Kammes (comb) und die daneben geschrie- 
benen Minuskeln ton ausgedruckt, und auf einem Fenster 
zu LulliugstODe iu Kent der Nenic des Sir Juhu Peche 



.MiUlerweile hatten aber die 6 Orte ihre Streitkräfte 
in folgender Weise festgestellt: Die Birgischen 400 Pf, 
2000 M., Baunach 300 Pf. 800 M., Rhön 400 Pf. 1200 M., 
Odenwald 400 Pf. 2000 »1., Allmuhl 160 Pf 900 M., 
Sleigerwald 200 Pf fiOO Jl., also in Summa die ganze 
frinkiscbe Ritterschaft: 1860 Pferde und 7500 Fufskuechte. 
Rechnet man für Schwaben und Rheinland die gleiche 
Anzahl, so belief sich zu Beginn des 16. Jahrb. die Streit- 



(-[■ 1522) durch das Bild einer Pfirsiche (peach) mit dem kraft des iiiedern, aber reichsunmittelbaren Adels immer- 
darüber gesetzten Buchstaben c, welcher Endbuchstabe hin auf 5000 Reiter und 20,000 Fufsknechte , was bei 



Land u. Leute. 

Standesverhält- 

nissc 

Bitterscluift. 



des Namens nämlich accentuirt gesjiroclien werden mufs. 
— Vgl. Fairholt, Dictionary of terms in art, p. 367. 



Die freie KeirliMrltlerMt-liaft und der ge- 
ineiiie Preniiiiiier. 

''''Voll Dr. Frhrn. Roth von Schrecken stein in Ulm. 
(Schluis.) 



Beurtlieilung der Plane des Franz von Sickingen, einiger- 
massen als Aiilialtspuiikt dienen kann. Weitere Anga- 
ben über den Verlauf der Verhandlungen behält sich Ref. 
in seiner Geschichte der freien Reichsritterschaft vor. 
Zur offnen Fehde zwischen dem Reiche und dessen Rit- 
terschaft kam es nicht. Der fränkische Adel wollte sich 
nicht „wider alt herkommen penötigen, tributisch zins- 
par machen und pedrangen lassen" und that wohl daran, 
dieses nicht zu wollen. Eine andere Frage bleibt frei- 
lich, in wieweit das alte Herkommen ein gerechtes und 
gutes war, und wie sehr die neuen Zeitläufe den wackern 
Kaiser Max, ihn selbst, den letzten Ritter, dazu verau- 
lafsten, rucksichtlich der Ritterschaft eine neue Ordnung 



Die ansehnlichen und zahlreichen Familien, die „gros- 
sen Geschlechter", wie die Aufzeichnung sagt, stellen 
ein nicht unbeträchtliches Contingent. Aufser je einer 

Schlange und einem Liehtschützen finden wir die v. Red- der Dinge anzubahnen, 
witz mit 30 Pferden und 80 Fnfsknecliten, die v. Auf- 
sefs mit 29 Pferden und 53 Fufsknechten, die v. Egloff- 
slein mit 33 Pferden und 79 Fufsknechten notiert. 

Indessen war die ganze Rüstung doch nur ein Vor- 
anschlag ; denn, als die wirkliche Leistung des Kantons 
Gebirg auf einem zu Hochstetten abgehaltenen Tage nor- 
miert wurde, belief sich das Contingent auf 400 Pferde 
und 2000 Fufsknechte. Knnz von Wirsberg hielt aber 
eine neue Schätzung für überflüssig, „do man die Reuter 
lieber nimmt als di Fufsknechl" und da der Anschlag so 
gemacht sei, dafs kaum ein Dritltheil der Pferde und nur 
die Hälfte der Fufsknechte von der überhaupt möglichen 
Zahl notiert worden. Um sich aber möglichst stark in's 
Feld stellen zu können, hatte man nicht verschmäht, zu- 
zusagen, wenn sich zur stadiischen Erbarkeit, aber nicht 
zur Ritterschaft zählende Personen anschliefsen wollten. 
So heifst es z. B. von Hanns Weifs zum Naratz , Pan- 
kratz Imliof und dem Gotlnylz : „der ist ein erber ge- 
sell, den haben wir als ein guten gesellen vns zw hel- 
fen nit aiissrhiageii wellen". 

Im Allgemeinen war noch bestimmt, dafs sich Jeder- 
mann auf einen Monat selbst ausrüsten müsse. Auch 
wurde beschlossen, dafs ein jedes Mitglied der Ritter- 
schaft bis zn Pfingsten 1501 vom Tausend einen Gulden 1) llcidenhcim. — Schwäbisch- oder Wurttem- 
einlegen solle? Die Musterung wurde ebenfalls auf bcrgisch-lleidenheini an der Brenz fuhrt bekanntlich das 
Pfingsten ausgeschrieben. Brustbild eines Heiden, nämlich einen gehärteten Mauns- 



Dle SleKel von Heidenlielin und IleldlniKM- 
feld. 

Von L. Freih. v. Ledebnr, k. pr. Hauptmann a. D., Director 
der Kunstkammer etc., in Berlin. 

Die beiden Siegel von Heiden heim am Hahnen- 
kamm und von He i d in gsfeld am Main sind wegen eini- 
ger Eigentbumlichkciten sehr bemerkenswerth, und wir 
dürfen darum die Liebhaber der Sphragistik wol mit 
einigen Worten darauf hinweisen. Eine weitläufigere 
Besprechung ist wegen der Abbildungen überflüssig. 




I,cben«w. 
Sociale \ 
liiütniättL' 



249 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 



250 



köpf mit TarlarenmUUe, im Siegel (Siebmacher I, 225) *), 
ein Wappen, welches seit 170» auch iu das >%iirttember- 
gische Landeswappen übergegangen ist. Ein ganz ähn- 
liches Wappenbild führte auch der unfern Gunzenhausen 
an der Altmuhl gelegene Markt Heidenheim am Hahnen- 
kamm, zum Unterschiede von jenem wol auch Anspachisch- 
Heidenheim, oder, wie das Siegel sich ausdrückt: Branden- 
burg-Baierisch-Heidenheim genannt. Es unterscheidet 
sich der Heidenkopf dieses Siegels nur dadurch vou je- 
nem, dafs die Tarlarenmütze desselben mit den bayeri- 
schen Wecken geziert ist. Was dem Siegel aber ein 
eigenthumliches sphragistisch -heraldisches Interesse ge- 
wahrt, ist die rebusartige Verwendung dieser We- 
cken zur Ergänzung des Wortes Baieriscb io der Um- 
schrift. 




2) Heidingsfeld am Main **). Als eine grofse epi- 
graphische Seltenheit ist das Vorkommen arabischer Zif- 
fern im 14. Jahrhundert anzusehen. Hier erhalten wir 
sogar ein Beispiel aus der ersten Hälfte desselben. Die 
Jahreszahl 1331 ist über dem Thron, innerhalb welches 
ein gekrönter Löwe erscheint, so angemessen vertbeilt; 
die Zahl 3 entspricht so ganz der ältesten Form, in wel- 
cher dieselbe zu erscheinen pflegt; die Majuskel der 
Umschrift gebort ebenso charakteristisch der ersten Hiilfle 
des 14. Jahrh. an, dafs über die Gleichzeitigkeit von 
Zahl und Schrift ein Zweifel nicht aufkommen kann. 



Von dem vorstehenden .Artikel Dchmen wir Veranlas- 
sung, einen früher gefafslen Vorsatz zur theilweiseu Aus- 
führung zu bringen, nämlich: ausderSiegelsnmmlung 
des germanischen Museums die Siegel mit Jah- 
reszahlen namhaft zu machen. Von wirklichem Inler- 



•) Wurllemb. Jahrbücher, 1854, II. Heft, S. 164. D. B. 
**) Das Siegel i.st auch, aber nicht ganz, genügend, im .\r- 
chiv des hislor. Vereins f. d. Unlermainkrcis , II. Bd. 
2. Hfl. S. 68 abgebildet. D. R. 



esse sind hier vorzugsweise nur die aus der Zeit vor 
1500, und auf diese werden wir uns deswesen beschrän- 
ken. Ihr Werlli für viele Zweige der Alterthumskunde 
ist unbestreitbar, indem das genaue Datum den Studien 
eine sichere Grundlage gibt. 

Von Kaiser Friedrich III. besitzt das Museum zwei 
Originalsiegel, den Doppeladler darstellend, mit 5 Wap- 
penschilden in der Umschrift und der Jz. 1452 (in ari- 
biscbcii Zil^prn) *). Sie unterscheiden sich von einander 
wesentlich durch verschiedenen Schnitt. Der Zeit nach 
am nächsten kommt das Siegel des Kf. Friedrich I. 
von der Pfalz, mit drei Schilden und Helm, v.J. 1454. 
Dann das Reitersiegel der Maria von Burguud, wel- 
ches das Museum auch ohoe Schrift besitzt; das mit der 
doppelt laufenden Umschrift und den drei Wappenschil- 
den trögt die Jz. 1476. Aeltcr al.s diese drei ist das 
schöne Münzsiegel des Erzherzogs Rudolf IV. , wo auf der 
Hauptseite mit dem Bilde des geharnischten Siegelfuhrers 
zu Pferde in der Umschrift mit romischen (golhisch ge- 
formten) Ziffern die Jz. 1339 angegeben ist. Auch ein 
he nn ebergisches (Otto) Siegel ist älter, nämlich vom 
J. 1439 (?), sowie das Siegel Ludwigs v. Rietheim, 
mit der Jz. 1444. Alle vorhergehenden übertrifft aber 
an Alter das Reitersiegel Gottfrieds v. Hohen lohe, 
mit der Umschrift : golfrid. de. hohenloch. comes. roma- 
niole. Die Jz. unter dem Pferde versetzt das Siegel in 
das J. 1235. Dasselbe Cudet sich auch abgebildet in 
dem sphragistischen Album vou F. K. Fürst zu Hoben- 
lohe-Waldenbiirg, Heft I. 

Nicht ganz so weit reichen die Siegel der Städte bia- 
auf, das älteste iu unserer Sammlung, nämlich das der 
Stadt Troslberg, hat die Jz. 1320. Das Secretsiegel 
der Stadt Ulm ist v. J. 1351. Jenes bat bereits die 
Minuskel, dieses noch die im 14. Jhdt. gewöhnliche Ma- 
juskel. Die Ziffern arabisch. Das prächtige Siegel der 
Stadt Marc heck (Melly, T. I.) hat im Felde vor dem 
Drachen die Jz. 1408. Das Siegel der Stadt W impfen 
ist v. J. 1426, das von Gratz v. J. 1440, dessen Secret- 
siegel von demselben Jahre; eben dieses von Wetzlar 
V. J. 1444; das Siegel der Stadt Bautzen ist v. J. 
1444, das Secretsiegel Ulms v. J. 1454 und vou dem- 
selben Jahre sein Gerichtssiei;el. Das schöne Siegel der 
Stadt Krems (Melly, T. VIII) ist vom J. 1453. Das 
Secretsiegel von Meiningen, mit Majuskelschrift, hat 
die Jz. 1460, das der Stadt Wien, ebenso mit Majus- 
keln, die Jz. 1464. Ihnen schliefst sich in ähnlicher 

•) Auch bei den folgenden Siegeln werden die arabischen 
ZilTcrn vorau.sgcselit ; die rOuii.schen »ullcn autdrflck- 
lich bemerkt werden. 



251 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



•252 



StAAtMnvtAltcn. 
RpchtMchntz. 



Weise (man sieht jedoch bei der Schrift die freiere Nach- 
ihniiin^ der altern) das Siegel der Stadt Dortrecht 
mit der Jt. 1-182 an. Dasselbe gilt von dem Siegel der 
Stadt Krems (Jielly, S. 212) vom J. 1487, und dem 
kleineren Siegel der Stadt Linz vom J. 1192. Das Sie- 
gel der Stadt Drosendorf ist vom J. 1493, der Stadt 
Koburg V. J. 1494, das Secretsiegel der Stadt Tor- 
gau v. J. 1496 und das Siegel der Stadt Dettelbach 
V. J. 1498. 

Das Siegel des kaiscri. Landgerichts zu Nürnberg 
hat die Jz. 1450. Das Siegel der Universität Cöln ist 
V. J. 1485, das prSchlige der Trier'schen Hoch.sihule 
V. J. 1474 und das ebenfalls schone von Ingolstadt v. 
J. 1495. 

Unter den geistlichen Siegeln ist in unserer Samm- 
lung das älteste mit Jahrszahl das Siegel des Klosters 
Hornbach in der l'falz; dies ist v. J. 1300, die 
ZilTcrn in golliischen Majuskeln. Ihm zunächst kommt 
das Siegel des Abts Johannes von Kaisersheim mit 
der Jz. 1412, dann des Bischofs Albrecht II. von Eich- 
sladt v. J. 1429, des Klosters Nicderallaich v. J. 
1433, des Klosters VValdsassen v. J. 1434 (die Zif- 
fern nur fUr die Zehner und Einer und diese in gothi- 
schen Minuskeln), des Klosters GrUnwald v. J. 1446, 
des Karthäuserklosters in Cöln v. J. 1487 und endlich 
des Kartliauserklostcrs Tücke Ihnnsen v. J. 1495. 

Bei dieser Aufzahlung haben wir nur die in unserer 
Sammlung wirklich befindlichen Siegel durchgemustert, 
ond es wäre somit interessant, wenn diese Mittheilong 
durch Nachweis noch älterer Siegel mit Jahreszahlen ver- 
vollständigt wurde. Dr. J. Mr. 



Vom .\ofrerlit. 

Von Ilofrath Dr. II. Z'ipfl, llniversitätsprofessor, in 
Heidelberg. 

(Schlufs.') 

Dafs Notrec h t nnrh der defe rierle Ei d heü'.st, zeigt 
rerner die Hallische Urkunde bei Haltans v. 1453, wo 
die Schwester des Verstorbenen dessen Teslamentarien 
„zu Not rechte gedrungen" hat. Ehen.'io stehen in 
den beiden andern bei Haltaus angeführten Urkunden aus 
dem XV. Jnhrh. ,, Eid und Notrecht" ganz synonym, 
ohne dafü dabei an eine gewisse, besondere Art des Ei- 
des zu denken wäre. 

Steht demnach fest, dafs „Nolrecht" jeder Eid ist, 
welchen eine I'arlhei nach Lage des Falles zu leisten nuthig 
hat, 80 ergibt sich wul auch der BegrifT von „notrcch- 
len", welches Wort bei llallaus nicht gefunden wird. 



nichtig ist von Hrn. Dr. Staudinger bemerkt worden, 
dafs es in der von ihm angeführten Stelle des Laugen- 
zenner Stndtbuchs v. 1530: „item so einer den andern 
notrechl'" (d.h. nolhrechtel), eine Handlung einer Far- 
thei und zwar hier des Klagers ist ; es kunn ober dies 
nicht blos einfach ,, beklagen" heifsen, sondern es 
mufs eine Parthcihandlung des Klägers sein, die mit dem 
Notrecht, dem Eid, in unmittelbarer Verbindung steht. 
Dies kann nun aber möglicher Weise zweierlei sein : 
entweder ,, notrechten'' bedeutet ,,als Kläger seine 
Klage beschwören", oder: als Kläger den Beklag- 
ten zum Notrecht, d. h. zum Eid, drängen oder 
treiben, ihm den Eid deferieren. Üb die eine oder 
die andere Bedeutung in den vorliegenden Stellen vorzu- 
ziehen sei, mag aber wol zweifelhaft erscheinen, denn 
es lafst sich eben so wohl denken, dafs der sachfällige 
Kläger an das Gericht eine gewisse Bufse bezahlen 
mufste, im Falle er selbst das Notrecht, den Eid, gelei- 
stet hätte, aber sein Eid durch einen Gegenbeweis als 
falsch erwiesen oder sonst elidiert worden war, als es 
auch nichts Ungereimtes enthalten wurde, wenn im an- 
dern Falle der Kläger in Bufse genommen worden wäre, 
weil er dadurch sachfällig geworden ist, dafs er den Be- 
klagten zum Eid gedrängt, dieser aber denselben abge- 
leistet hat. 

Unter beiden Voraussetzungen läfst sich also erklaren, 
dafs der sachfällige Kläger in eine namhafte Biifsc ge- 
nommen wurde. Unter diesen beiden möglichen Bedeu- 
tungen des „notrechten" durfte aber doch wohl der 
ersteren der Vorzug zu gehen sein; denn oITcnbar 
stammen die Vorschriften über Notrecht in dem Lan- 
genzenner Stadtbuch v. 1530 und dem Cadolzhnrgcr Snal- 
buch v. 1532 aus einer viel älteren Zeit, wo man noch 
von dem eigentlichen deleriiTten Eide wenig wufste und 
kaum ein Anfang desselben in dem „ II i n h e i mg eh en 
des Hechtes", d. h. des Eides, an den Gegner (vgl. 
das Bamberg. Stadtr. des .MV Jahrb. S- 222. 224. 228. 
230) gefunden wird , sondern der Eid von dem Kliiger 
regelmafsig zur Begründung seiner Klage, namenlliih in 
Schnidsächen, selbst (wie etw n beul zu Tage ein Calum- 
nieiieid) zu leisten war, wie dies das sächsische Weich- 
bild deutlich zeigt. Der Klfli;cr «Iso „n ot rec h t ete", 
indem er dasNotrecht, d. h. den zu leistenden Eid, 
ableistete, und sonach entspricht auch die sprachliche Ab- 
leitung ganz genau dem licgrilTe, welcher anoh aus inne- 
ren (juristischen) Gründen als der richtigere zu betrach- 
ten ist. 

„Einen notr('chten" ist daher gleichbedeutend 
mit ,,n li que m su perj u rn re" „einen il b e r s ch w o r en 
oder überreden", d. h. gegen ihn schworen. (Vgl. 



253 



Alizeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



254 



deD Ausdruck: „legitime s u p e rjura lus '' in L. Kip. 
LXXIX; Rudolfs I. Kegcusburger Landfrieden a. 1281, 
c. 6, bei Perti, Legg. II. 427: „wirt er dei uberret 
mit mein" elc.) 

lleberdics darf auch in dem Texte des Cadolzburger 
Saalbuches v. 1532 eine L'ulerslulzung dieser Auslegung 
des VVurles ,,no tr echten " gefunden werden. Hier 
findet sich i>var nichts mehr als die Rubrik: „vom 
^ ottrecht"; der .\usdruck „notrechten" im Texte 
selbst ist schon verschwunden, was deutlich zeigt, ein- 
mal, dafs bei Abfassung dieses Textes von 1532 ein al- 
terer Text vorlag, der genauer von „Notrecht" und 
„notrechlen" handelte, dafs aber dieser Ausdruck an- 
fieng obsolet und unverständlich zu werden, und dafs 
man ihn daher im Texte hinwegliefs und durch einen an- 
dern Ausdruck ersetzte. Dieser andere Ausdruck ist 
oun : „Ob . . . einer den andern mit recht furnimbt 
und zuclagt." Dieses „mit recht einen fUrnemeu" 
bedeutet aber nichts anderes als: „einen mit dem Eide 
vornehmen", zuklagen auf einen, unter Beschwörung 
der Klage. Da aber „mit recht" auch so viel heifseu 
kann als „mit Gericht", so mufste in demselben Slafse, 
wie die Grundsatze des modernen Prozcfsrechtes eindran- 
gen und damit das sofortige Beschwöreu der Klage oder 
das „notrechten" des Klagers, wenigstens in den mei- 
sten Fallen, hiriwegfiel, der Ausdruck ,, no t r o ch te n " 
immer unverständlicher werden und endlich ganz ver- 
schwinden, und was früher als Strafe auf das frivole 
„n o t rechten" gesetzt war, allmählich sich in eine Bufse 
des frivolen Klägers überhaupt umwandeln. Dieser ge- 
schichtliche Gang zeigt sich auch in dem Cadolzburger 
Saalbuch und den neueren Laiigenzenncr Sladthücheru 
V. 1G20 — 1676, welche sich nach Angabe des Hrn Dr. 
Staudinger der Ausdrucksweise des Cadolzburger Saal- 
buchs anschlitfsen, d. h. das Wort ,, n o t r e ch tc n" nur 
noch in der Rubrik beibehalten haben , darunter aber 
einen Text folgen lassen, welcher den eigentlichen Cha- 
rakter des allen „notrechten" kaum mehr erkennen 
läfst, und bereits einen Anklang an die modernen pro- 
zefsualischen Ansichten zeigt. 

Gleichbedeutend mit ,,> o tre ch t" ist die ,, N otrcde " 
(vgl. z. B. das Weisthum des Dinghofs zu Ebersheim 
V. 1320 bei J. Grimm, Weisth. Bd. I. p. 672, I 9: 
so eo mag dikein (=kein)dis gotshusinan verlieren sin 
eigen noch sin erbe, noch en sol ze keiner uotrede 
Btan darumbc, wände in disemc offen dinge." Auch 
der BcgrilT der „Notrede" wird bei Haltaus, Gloss. p. 
1428, viel zu eng als : „excusatio foronsis, ad quam 
jure adigimnr, riiusnc dictio, defensio in jure, litis rori- 
teatatio" angegeben. Der .Ausdruck ,,Nutrcde" entspricht 



sowohl dem „bereden" im Sinne von beschwören 
einer Klage oder Anschuldigung (vgl. z. B. ,,selbdritt 
bereden", ,, bereden auf den hilgen" in K. Rudolfs Re- 
geusburger Landfrieden a. 1281, c. 5. 6, 31, bei Pertz, 
Legg. II. p. 427. 429), als auch dem Beschworen der 
Unschuld, oder des Lüngnens einer angeblichen Verbind- 
lichkeit, d. h. dem Reinigungseide in seiner alten vollen 
Bedeutung (vgl. z. B. ebendas. c. 50, p. 430: „ob 
er sich nicht bereden mag"), wofilr auch sousl ,,sich 
entreden nach rechte", ,,se purgare juramento" ge- 
braucht wird (vgl. z. B. das Strafsburger Stadtrecht, 
saec. XIII. c. 10 bei Gaupp, Stadtrechte, Bd. I. p. 50). 
Hiernach erläutern sich auch die bei llallaus aufgeführten 
urkundlichen Ausdrucke, z. B. a. 1301 : der Vitzlhum 
soll das Gotteshaus Freisingen schirmen vor aller Notred 
und Gevvalt, d. h. er mufs fUr dasselbe nolhigen Falles 
die gerichtlichen Eide leisten, was bekanntlich allgemeine 
Pflicht aller Advocali einer Kirche war (vgl. z. B. Cap. 
Karoli M. a. 809, c. 15, Pertz, Legg. 1. p. 157). „Et- 
was haben ane notred", heifst, es haben dürfen, 
ohne darum schworen zu müssen. „Ohne Notrede 
bleiben von einem, der uns anspricht, will sagen, 
dafs der Kluger nicht zum Beschworen seiner Klage gelas- 
sen werden soll. Ebenso will durch die Bestimmungen, 
wo man „zur Notrede stehen" soll, nichts anders au- 
gedeutet werden als, an welchem Orte man zu schworen 
schuldig sein soll. Freilich ist die Rechtswirkung des 
„etwas ohne Notrede haben," dofs man es ohne 
prozefsualische Weitlauligkeit behält, was Hallaus unge- 
nau als „sine lite habere" erklart. Aber, selbst wenn 
dieser Ausdruck vollkommen entsprechend wäre, so ist 
doch immerhin nicht „lis" oder „li ti s c oii te sta tio" 
oder „exceptio" der Begriff, der mit dein Worte 
Nötrede verbunden ist, sundern das ,,sine lite ha- 
bere" war immer nur die Conseq uenz seines wahren 
Begrifl'es als gerichtlicher Par th ei e n eid , durch 
welchen nämlich ein weiteres Verfahren abgescbuittCQ 
wurde. 

Wenn man sich daran erinnert, dafs der mittelalter- 
liche Prozefs hauptsächlich auf dem Eid beruhte, und dofs 
man keiner gerichtlichen Rede oder Gegenrede Bedeutung 
beilegte , wenn sie nicht mit Eid unterstützt war , also 
der Eid in allen diesen Beziehungen als durchaus noth- 
wendig erschieu, so wird man es auch erkUrlich linden, 
dafs sieb ein fester und unzweifelhafter Sprachgebrauch 
mit den Worten Notrecht und Not rede verband, und 
jede andere .Auslegung dieser Worte für uuslalthafl er- 
achtet werden mufs. 



255 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



256 



Gerichte. Zur Grurlilclite der VeliniKerirhte. 

Von Archivar Uerschel in Uresden. 
(Schlufs.) 

An diesem ebeDgeiiamiten Tage richten in der zwei- 
ten Schrift derselbe Wilhelm von der Zungen, ingleichen 
„Hermann von dem Kchorne, bald freygrallen in der freyen 
krummen graffschafl zu Wikchede" ein aiidcrweites Sen^ 
schreiben an den Kaiser : die Verklagleu seien aufsen- 
geblieben. also straf- und sachfallig geworden : nur durch 
der Freigrafen und „vil guter rilterschallt vud vmhstender" 
Bitten sei der Klager zu einigem weitem Aufschub zu be- 
wegen gewesen: kaiserliche Gnaden möchten doch die 
Verklagleu anhalten, dem Klager gerecht zu werden, ,.auir 
das wir baide aufF den Montag nach sand Anlhoni tag (22. 
Januar) nicht die lesten swären sentencien vnd volgericht 
vber der verchlagten leib vnd ere geben durfTen." 

Das dritte Schriftstuck ist noch eine besondere Vor- 
stellung des letztgenannten Freigrafen Hermanns von 
dem Korne, gegeben ,, montags nach dem suntage quasi- 
modogenili (21. April) anno domini ( 14)60", des Inhalts : 
„daraulT ich dicmuliklich ewer kaiserliche gnaden beger 
ZD wissen, das ich vnd alle freygraffen gelobt haben mit 
vnsern swerlichen huldignngen , nyemandt pillichen, ge- 
purlichen recht zu waigern, das ich ewer kaiserlichen 
majesiat dhain vnlerschaid geschreiben mag, so ewer 
kaiserliche gnaden der heimlichen acht vnwissend sind." 
Die letzte Entscheidung in der Klagsache solle bis „neg- 
Bten eritag nach sand Jacobstag apostoli schirist kom- 
mendt" (29. Juli) verschoben sein. 

Die andere Gruppe der vehmgerichllichen Urkundcn- 
abschrifteu, lil. 227 bis 232 betrifft eine Rechtssache, 
welche „Dietrich von Dielsperg, genannt Pfennwert, frey- 
schülTe'', in Slrafshnrg wohnhalt, wider Kath und Sladt- 
gemeinde, ingleichen gegen mehrere Einwohner daselbst 
wegen vorenthaltner Erbschaft, erlittener Beleidigung 
u. dgl. , sowie wegen verweigerter Rechlpflege bei dem 
Freistuhle zu Vilgeste — liegt beim Stadtchen Schwerte 
an der Kuhr — anhängig gemacht hatte. 

Die zwei ersten Schriften vom „guetestag nach sand 
Marteiiislag (14)6U'' (IC. November) enthalten die Ent- 
scheidungen des Freigrafen Diedemann Mark, laut wel- 
cher die Verklagten in Folge ungehorsamen Aufsenblei- 
bens „jr yoglichcr in sechtzig Schilling Tornnsch" (Tur- 
noscn), sowie in des Klägers Forderungen verurtheilt wer- 



den, dergestalt, dafs „demselben Dietrich von Dielsperg 
mit rechtem vrtail auffcrkannt vnd geweist ward, das er 
vod sein gesatzten procuratorcn vnd helfer darczu die 
vorgenannten verrhliiglen, verpoten, vngchorsam verachter, 
veiuolgten, verwonnen mannen von Strafsbnrg, samment 
vnd iusunderhait, an jr leib vnd guet mag angreiffen, an- 
fertigen vnd antasten, mit gericht oder sunder gericht, 
doch bis in das negst gericht, dafs jm darczu alsdann 
bechommen ist, es sey zu wasser, zu landt u. s. w." 

Beide Urkunden, obwohl verschieden überschrieben, 
die erstcre „Bchabbriff"', die andere ,, Vrtail'', haben meist 
gleichlautende Form, enthalten auch dieselben Namen der 
,,dingkpnichtigen vnd vmbslendcr." Da diese Namen bis 
auf die des Stuhlherren und des Freifrohns andere sind 
als die, welche ein ziemlich gleichzeitiges in Useners 
Schrift über die westfälischen Gerichte (Frankfurt a. M. 
1832) S. 239 abgedrucktes Vilgisler Urlhel \om 11 Febr. 
1462 angibt, so mögen solche hier stehen : „Der frumme 
vesst mann Eberhart von der Mark, slulherr zu Vilgiste, 
Johann Rochaussen, Johann von Roscntal, Degenhart von 
Brugk, Degenhart Mekching, Dietrich Bedinghaussen, Jo- 
hann Wolking, Johann Mark, Ekrhart Weisser, Dietrich 
Turmegede, Gotschalkch Proil, Dietrich Wolder, Arnolt 
Goisser, Hermann von llanschut, Eberhardt Merbischoff, 
Tielmann Bawer, Thoma.s Koster, Dietrich Gryninkch, Jo- 
bann Rotenwurg, Hermann Hilgement, Hennse Smid, Diet- 
rich lleselmann, Virich Stukmann, Johann llackchenwerg, 
freyfron des Gerichts vnd mer frummer mann, geacht 
aulT sechtzigk vnd mer." 

Allerst 1461 hatte mit andern Städten auch Strafs- 
burg die westfälischen Gerichte perhorresciert. Hierin liegt 
wohl die Ursache, warum der Stuhlherr Eberhart von 
der Mark für nöthig erachtet hatte, den Dielsberger'schen 
Rechtssprüchen einen ,,Manbriff" beizufügen. Es ist der- 
selbe das dritte Schriftstück dieser zweiten Urkundenreihe, 
erlassen unter dem 9. December 1463. Gerichtet an 
„alle fursten, herczoge" u. s. f. bis an die ,,crbcrii man- 
nen'', enthält er die Bitte, dem Kluger in Geltendma- 
chung der erfochtencn Urtheile Beistand zu leisten, die 
vervehmten Beklagten dagegen ,, nicht zu liawsen, ha- 
ben, noch essen noch trinken geben u. s. w. sunder 
sew versmühen u. s. w." 

(Mit einer Beilage.) 



Veranlworllicbe Redaclion : Dr. Krtili. v. «. i. Aufsefs. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommnnn. 
Verlag der literarisch -artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

U. E. Scbald'kclic Burlidnirkrrri. 



BEILAGE zun A\ZEI(;ER für Kl\DE DER OEÜTSniEN VORZEIT. 

1859. A? 7. Juli. 



(^liroiiik (los tfei'uiauistiji'ii Museums. 



Unsere Mninummer sprach in der (."lironik des Museums 
die Hoffnung aus, dals nach hergesteliler aulsercr Kühe eine 
bessere Zeil auch für unsere Naiionalanstalt kommen müsse, 
da die Erfahrunj» früherer Zeilen uns lehrt, dafs das deutsche 
Vaterland durch gemeinsame Gefahr siets besser erkennen 
lernte, wie nölhig ein nationales Zusammenhallen aller Kräfte 
sei. Ist auch das Museum kein Einigungspunkt für nialc- 
riclle Krfifte, die zuletzt, wenn es sein mui's, mit Kanonen 
dem deutschen Worte Kachdruck und Wahrheit verleihen, so 
ist es doch ein ceisliger Einigungspunkt, dessen Gewicht 
dadurch unterstützt wird, dafs es zugleich auf materiellem Fun- 
damente ruht und frei ist von aulseren Einflüssen, sie kom- 
men von oben oder von unten, unberührt von Parlheislel- 
lungen jeglicher .\rt. Hier ist gleichsam ein geistiger und 
doch sichtbarer Kern deutscher Einheit tief aus deutscher Erde 
bereits aufgegangen und gepflegt von allen Stämmen deut- 
schen Kaniens. Und wer einen Herzschlag für diesen hat, 
der komme und pflege nach der ihm verliehenen Kraft mit 
uns diesen auflieimenden Baum deutscher Zukunft und Ein- 
heit! Denn wo wir einig im Geiste sind, werden wir es 
auch in Thalen deutscher Treue und Tugend sein. 

Wie im Jahre 1857 der damalige Oberpräsident der Provinz 
Brandenburg, im Einvernehmen mit dem Berliner Hülfs- 
vereine, an alle Landratlie die Aufforderung erliefs, den Aufruf 
des Hülfsvereines zum Besten des Museums durch die Krcis- 
blfltter zu verbreiten, so sind wir jetzt so glücklich, eine ahn- 
liche Unlerstfltzung von Seiten des Ob er praside n tcn der 
Rheinprovinz berichten zu können, der unterm 16. Juli 
d. J. an die kgl. Regierung zu Cohlenz Folgendes ergehen 
liefs. „Aus Veranlassung eines Gesuches des ersten Vorstan- 
des des Germanischen Museums zu Nürnberg übersende ich 
der Königlichen Regierung hierneben ergebcnst 10 Exemplare 
des, 5. Jahresberichts über das in Rede stehende Unternehmen 
mit dem Ersuchen, durch geeignete Vertheilung der Bericht- 
exemplare sowie durch anerkennende Empfehlune gefälligst 
auf die Erwerkung eines allgemeinen Interesses für flic Zwecke 
des German. .Museums in Ihrem Bezirke hinwirken zu wollen." 

Das Irrffliche Grabmonument Heinrichs des Löwen 
und dessen Gemahlin, von dem in den vorhergehenden iSum- 
mern die Rede war, ist nun angelangt. Es ist ein Abguis 
des grofsen Grabmonumenis des Ritters Götz v. Bcrlichin- 
gcn gleichfalls als Geschenk, sowie ein gnthischer Altar, 
letzterer vom frelhcrrl. Geschicchte Crailsheim, zugesagt. Auih 
ist das grof.sarligc Wa n deemll 1 d e, das die Kirche schmucken 
soll, vom Meisler Kaulbach, der zu Anfang dieses Monats 
hier eingetroffen, in Angriff genommen und schon weit vor- 
geruckt. 



Von bemerkenswerthern Jahresbeiträgen, die neuer- 
dings angemeldet wurden, führen wir namentlich an: den 
der fürsll. Schauniburg- Lippesclien Regierung zu 30 0., des 
wissenschaftlichen Vereins in Wernigerode zu 5 Thlrn., 
des Gemeinderaths der Stadt Jena zu gleichem Betrage, de» 
Stadiraths in Gera zu 17 0. 30kr., der Städte Fulda mit 
311. 30 kr., Mosbach a. N. mit .5 fl. 

Herr J. M. Rnmis:, Rektor der hiesigen k. polytechni- 
schen Schule, ist aus dem Lokalausschufs geschieden, und au 
seine Stelle Herr Dr. Hermann Beckh, schon vor 2 Jah- 
ren als Ersatzmann gewählt, eingetreten. 

Neue Agenturen wurden in Fulda, Gera, Offenburg 
und Plauen errichtet. 

Den Buchhandlungen, die sich dem Museum durch Gra- 
tisabgabe von Verlagswerken angeschlossen, ist beizuzählen : 

E. H. C. Schulze'sche Buchhandlung in Celle. 

Den Empfang nachstehender Geschenke bescheinigen wir 
dankend : 

I. Für das Archiv. 

A. J. Jäckel, k. Pfarrer u. Senior, zu IVeuhaus : 

1381. Eine Sammlung von 3.58 Stammbuchblaitern aus dem 
IS. .ThdI. Pap. 

C. A. Krag', Haupim. der Infanterie, zu Kopenhagen : 

1382. Fac>imile eines Briefes d. Götz v. Berlichingen an den 
Ralh zu Heilbronn. 0. J. Pap. 

1383. Facsiinile der Handschrift des Franz von Sickingen v. 
J. 1ü2-\. Pap. 

Ein Ungenannter zu Schweinfurt : 

1384. Kaufbrief d. Georg Müller zu Eschcrsdorf für d. S. 
Pauls-liruderschaft bei S. Hang zu Wurzburg. 15G0. Perg. 

C. V. Thon, geheimer Slaalsrath a. D., zu Eisenach : 

1385. Diplom d. Herzogs Ludwig v. Württemberg für Philipp 
Albrecht v. Gaisberg üb. s. Aufnahme in d. Ritterorden 
V. ,]. Jacd. 17:!2. Perg. 

Konrad Wagner, Kaufmann, zu ^ürnl>erg : 

1386. Schreiben d. Kriegskommissarius Gollfried Schweigkhl 
zu Weifsenburg nn d. Deutsch -Ordenskomihur Philipp 
von Grafeneckh zu Ellingcu. 1648. Pap. 

Stein, Mühlbesilzer v. d. Obern Mühle b. Neustadt a. .Msch. : 
13H7. kaufhrief des brandenb. Verwalters Ballhnsnr Marr lU 
Birkcnlold für W. Grau ilb. d. Obere Mülile. 163>*. Pap. 
1388. Aichbrief d. Wassergrafen u. Aichineisler der drei Flüsse 
Aisch, Ehe und Aurach üb. d. Obere Mühle b. Neustadt 
a. d. Aisch. 1610. Perg. 
1.389. Bittschrift d. Hanns Rnob buf d. Obern Mühle b. Neu- 
stadt a. d. .\iscli an d. Markgrafen v. Brandenburg 
^yrof. Slcucrnachlossea. 1683. Pap. Entwurf., 



259 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



260 



II. Für die Bibliothek. 

Historischer Verein f. Steiermark in Gratz : 
74lL'. Drrs., Mitlliciliin-,'en. S. Iltfl. Ib58. 8. 

7413. Dcrs., Bericht üb. d. IX. Versamml. (1858.) 8. 

7414. Die sleierinarli. SchützCD- Freiwilligen -Bataillone in d. 
J. 1848 u. 49. 1807. 8. 

Dr. K. Weinhold, k. k. Professor, in Gratz : 
741:1. Dtrs., d. hiidn. Todicnbcstalluiig in Deulschl. 1859. 8. 
Museum Francisco -Carolinum in Linz: 

7416. Dass., 18. Bericht. Nebst der 13. Lief. d. Beiträge. 

1858. 8. -2 Ex. 

Dr. H. Schläger in Hannover: 

7417. Böttcher, Ijescli. il. Mrclunspiels Kirchrode. 1858. 8. 
Dr. W. Sch'weckendiecll, Uireclor d. (iymnasiums in 

Emden : 

7418. Ders. , Dr. .\lbert Hardenberg. Ein Beitrag z. Gesch. 
der Reformat. 1859. 8. 

7419. Mctger, Beitriiirr /,. (iMnniisial-radagogik. II. 1858. 4. 
P. Ritter V. Clnmecky, k. k. Archivdircct., in Brunn: 

7420. Ders., des Rathsherrn Georg Ludwig Chronik v. Brunn. 

1859. «. 

A. C. Walthierer, k. Pfarrer, in Beiingries : 

7421. Rob. Clarke, Christiados libn .Wll. Ed. nova cur. 
A. C. Walthierer. 185.5. 8. 

Rapprecht, Knufmanns-Wittwc, in Nürnberg: 

7422. (Irai ion.ili- privatum. Pap. Hdschr. 15. Jhdt. 8. 
Dr. Gust. Hänel, Hofrath u. Professor, in Leipzig : 

7423. .Inhanncs-Album, hrsj. v. Kr. Müller. 2 Thle. 1S57. 8. 

Societe pour la conservation des monoments 
hlatoriqnes d'Alsace in Strafsburg: 

7421. Dies., Bulletin. T. 111. 1. livrni.s. 18.59. 8. 

Societe fran^alse d'archeologiepour la conser- 
vation des monuments in Paris : 
7425. Dies., Bulletin monumental. 3. Sifrie, Tome 5, 25. Vol. 
de la collect. Nr. 5. 1859. 8. 
Comit^ Flamand de France in Dünkirchen : 

7420. Dn.s.';., Ilulielin, iNr. II. 1 S.'.O. 8. 

Histor. Verein f. Niederbayern In Landshni: 

7427. Ders., Verhandlungen. VI. Bil. 1. n. 2. Hfl. 1858 u. 
18.59. 8. 

O. F. H. Schönhutb, l'larrcr, in Kdelfingen : 

7428. hl. Jugendbibliothek, hrsg. v. U. K. 11. Schonhulh. 1. 
u. 2. Heft. 1859. 12. 

Dr. F. A. Reufa, Professor, in Niirnlierg : 

7429. Dcrs., der 11. Hildegard subslilitatum divers, naluraruni 
creat. Ilbri novem. (1859) 8. 

Hioolans V. Urbanstadt, k. k. Flnanzbczirksrommis- 
srtr, T.n Eeer : 

7430. J. Wantuch, d. Bade- and Trink-Ilcilanslalt in Konigs- 
wnrt. 1S.')7. >J. Nehst 3 weitem Schriften. 2. u. 4. 

Kobrtsch & Oschihay, Ruchh., in Egcr : 

7431. Beschrcibg. des Wallfahrtsortes Maria-Kulm. 1853. 8. 



Jäckel, Pfarrer und Senior, in Neuhaus: 

7432. .1. A. Boner, des II. R. Reichs Stadt Nürnberg Zierdte. 
0. J. ([u. 2. 

7433. Hals-üerichls-Ordnung in Nürnberg samint d. hingerich- 
ten Personen V. 1400— 1737. Pap. Hdschr. IS. Jhdt. 2. 

7434. Abraham Bosscns geschiekler u. wohlerfahrner Bau- 
meister. 1728. 4. 

7435. Designatio Eines Nachrichters, Gebflhren in Nürnberg. 
Pap. Hdschr. 1737. 2 Blttr. 2. Nebst 2 weitern hand- 
schrifll. Blättern üb. d. Biirenfaug im Fichtelgebirg. 2. 

7436. Canones et decrcta sacros. concilii Tridentni. 1570. 12. 
74.'?7. A. }. Traulner, Ilandwerks-l'niznfe etc. qii. 4. 

Gesammtverein der deutschen Geschichts- u. 
Alterthums-Vereine in Stuttgart : 

7438. Ders., Correspondenz - Blatt. 7. Jahrg. Nr. 5 u. 6. 
1859. 4. 

Kühne, llofopernsanger, aus Dessau : 

7439. Vom (Jeschl. der Brunen zu Zürich. 1599. 4. 

7440. Bruchstück eines Kalenders. 1 Perg. Blatt. 14. Jhdt. 
4. Nebst: Europäische Relation, Nr. 35 u. Nordischer 
(Merkur) Nr. 63. 1686. kl. 8. 

Historisch Genootschap in Utrecht: 

7441. Dies., Werken. Codex dipl. 2. S^ric, 5. Deel, Blad 
21 — 40. 8. 

7442. Dies., Werken. Kronijk. 18.58. Blad 14-22. 8. 

K. K. Central - Commission zur Erforschung^ 
und Erhaltung der Baudenkmale in Wien: 

7443. Dies., Mittheilungen. Redacleur : Karl Weils. IV. Jahrg. 
März u. April. 18.59. 4. 

H. Runge, Stadtrath, in Zürich : 
74-14. Neujahrsblatt d. Stadtbibliothek in Zilrirh auf das Jahr 
18.59. 4. 

7445. Neujahrsblatl d. Kiinsller.esellsch. in Zürich f. 1859. 4. 

7446. XXII. Neujahrsblatt z. Best. d. Waisenhauses in Zürich 
f. 1859. 4. 

7447. XLVII. Neu}ahr.<igcschcnk v. d. allg. Musik-Gesellschaft 
in Zürich. 18.59. 4. 

7448. Das ehlsen(Vs. Sangerfest z» Zürich. 2. Lief. 1858. 8. 
Dr. C. B. A. Fickler, Professor, in Mannheim : 

7449. Archiv f. Gesch., Genenl., Diplomalik u. verwandte Fft- 
eher. Nr. 1 -4. 1847-48. 4. 

K. Prochaska, Buch-, Kunst- u. MusikhdI., in Tcschen: 

7450. G. Biermann, Olakars II. Stellung z. röm. Curie u. z. 
Reiche. 1857. 4. 

7451. M. Raschke, eine vergleichende Betracht, beider Blü- 
t( ri/.eilcri d. deutschen Dichtung. 1858. 4. 

Dr. H. G. Gengler, Professor, in Erlangen : 
74.52. Ders., il. Ilnfrecht d. Bischofs Burcliard v. Worms. 
IS.V.t. 4. 2 Ex. 
C. Iiambeck, Buch-, Kunst- u. Musikhdl., in Thorn : 

7453. J. II. Zernecke, Thornischc Chronik, 2. Aufl. 1727. 4. 

7454. Das verimrlerle Kulsland. 1721. 4. 



261 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



262 



Frhr. v. d. Knesebeck, K. hann. aulserordcnll. Abge- 
sandter u. bevollm. Minister, Excell., in München : 

7455. Ders., Ferdinand , Herzog zu Braunseliv/. u. Lüneburg, 
wahrend d. Tjahr. Krieges. 1. u. 2. Bd. 1857—58. 8. 

7456. Ders., Gesch. d. churhannov. Truppen in Gibraltar, Hi- 
norca und Ostindien. 1845. 8. 

Ii. V, Alvensleben iu Gohlis bei Weimar: 

7457. Joach. \. .VIvLDsIcben's christliches Glaubensbekennlnifs. 
1854. 8. 

Fr. la. Hoffmaim, Dr. jur., in Hamburg: 

7458. KrafTinent (. Urkunde der ältesten livliind. Gesch., z. 
Druck befördert v. Lib. Bergmann. 1817. 4. 

7459. Tob. Fcndt, moiivniegta sepvicrorvni. 1574. 2. 

7460. Wilbrand's von Uldenburg Reise nach Palästtina und 
Kleinasien, hrsg. J. C. M. Laurent. 1859. 4. 

7461. F. L. HofTmann, Verzcichn. v. Urkunden z. Gesch. d. 
Alhrnlii Achilles. (1823). 4. 

Otto Spamer, Verlagsbuchhandler, in Leipzig : 

7462. Ders., Vehme atier Justiz ? 1859. 8. 
Rottenburger Diöcesan-Vereln für christliche 

Kunst (ilurch F. Laib u. Dr. F. J. Schwarz, l'farrer) : 

7463. Fr. Laib u. F. J. Schwarz, Formenlehre des roman. 
u. goU). Baustjis. 2. Aufl. 1858. 8. 

7464. Dies., Studien (Ib. d. Gesch. d. christl. Altars. 1857. 
qn. 4. 2 E\. 

Rud. Frhr. v. Stillfried, k. pr. Kämm., Oberccremo- 
nirriini-islcr ii. wiikl. geh. Kath, Exe, und 

Dr. Tr. Märcker, k. pr. geh. Archivrath und Hausarchi- 
var, in Berlin : 

7465. Dies., Monumcnta Zollerana. 5. Bd. Urkunden der 
frankischen Linie. 1,378-1398. 1859. gr. 4. 

Society d'hiatoire de la Suisse romande in 

I.MUsaiMU- : 

7466. Dies,, memoircs et docunicnts. T. XV. u. XVI. 1858. 8. 

C. Fr. Schmidt, BuchhdI., in Stralsburg : 

» 

7467. \. W. Sirobcl, valcrl. Gesch. d. Elsasses. Forlgesetzt 

V. L. II. Knccihardt. 1.-6. Tbl. 1841—49. 8. 
Dr. C. Schmidt, Professor an der thcol. Fakultät, in 
Strafsburg : 

7468. Ders. . histoire du gymnase protest. de Strasbourg. 
1838. 8. 

7469. Noiice sur Ics fondations administr^es par Ic seniinaire 
protest. de Strasbourg. 1854. 8. 

7470. Ch. H. Bogner, relation des snlennitC-s ä l'occasion de 
la troisieme ffle sicul. du evmna«c protestant de Stras- 
bourg. 1838. 8. 

7471. Ch. F. Bogner, «Stades historiqueg etc. 1851. 8. 

7472. R. Darestc, essai sur Fran^ois Hotman. 1850. 8. 

7473. J. Ch. HofTet, esquisse biogrHphique sur Capilon. 18.50. 8. 

7474. J. G. Dahler, mcmoriac JohannisSchweighauscri. 1830.8. 
747r>. Ch. üorsch, essai .nur la mortalite ii Strasbourg. 1836. 4. 

Thom. Dar, Stadtbibliolhckar, in Trient : 

7476. Ders., Bibliolbeca Trcnlina. Diip. VU-XI. 1859. 8. 
Bratfisch, rimscrvator, in Altenburg : 

7477. Miilliiil. u. Nachrichten v. d. landstand. Thüligkeil d. 



Altenb. Landtags v. J. 1832—35. Altenburger Land- 
tagsblatter. 1848—56. 4 Bde. 4. 

7478. Statuta der Stadt Altenburg. 1725. 4. 

7479. Regulativ für d. .Vrmenwesen im Herzoglh. Allcnbarg. 
1819. 4. 

7480. Des Filrstenth. .Altenburg Gesinde- und Tage- Löhner- 
Ordnung. 1744. 4. 

7481. (Sachs.) Lehensmandat v. .5. Jnn. 1795. 4. 2 Ex. 

7482. C. H. F. Mörlin, quaedam ad religionem antiquae Ger- 
nianiae pertinentia. 1842. 4. 

7483-7546. 64 lateinische Dissertationen, Deduclionen etc. 
8., 4. u. 2. 

7547. Fürstl. ErtzstilTtische Magdeburg. Holtz-Ordnung. Pap. 
Hdschr. 17. Jahrh. 4. . 

A. Bachner, Gerichtsaccessist, in Darmstadt : 

7548. C. Friederich, Luther. 1818. 4. 
7549—59. 11 Werke neueren Inhalts. 15 Bde. 8. 

B. Kekule. Regier.-.\ccessisl, in Darmstadt : 

7560. Entschuldigung Johansen, Coadjulors des StilTts Fuldc. 
(1526). 2. 

7561. Verschreibung : so des Reichs Regiments HillT vnd ordn. 
halben aulT d. Reichst, z. Augsp. beschlossen. Defect. 
(0. J.) 2. 

7562. Müntz-Ordnung. LudwigenLandtgrauezuHcssen. 1571. 2. 

7563. G. Hei wich, Genealogia d. Geschlechts der Greiffen- 
clawen. 0. J. 2. 

7564. Ders., Genealog, d. Geschl. Monfsheim. 1634. 2. 

7565. Hcssen-Darmstadlische General Back-Ordnung. 1707. 2. 

7566. Philipscr. I.andlgraue zu Hessen Erklerung vber etlich 
Punct d. lIoHibergischen Abschieds. 1553. 2. 

7567. Ordnung Ludwigs Land-Grafens x. Hessen, wie wir es 
in den z. (JrafschalTt Hanau-Lichtenberg gehör. Reichs- 
Aemtern gehalten haben wollen. Defect. 0. J. 2. 

7568. Ludwigs Landtgrauen zu Hessen Ucforni. u. Ordn. wie 
wir es in vns. Furslenth. mit d. widerkaulll. Gulthen 
etc. gehalt. h. wollen. 1573. 2. . ;i . 

7569. Gravamina d. Statt WelzOar contra Ludwigen Landtgr. 
zu Hessen. Titclbl. fehlt. (1613.) 2. 

7570. Der Universit. zu Marpurgk v. Kays. Ferdinando IL 
erth. Privilegien. (163(1.) 2. 

7571 — 7.')96. 27 weitere Schriften neueren Inhalts. 2. 
G. Braun'sehc Horhuchhandl. in f arlsruhe : 

7597. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins. Hrsg. v. F. J. 
M(.nr. 10. R,l.. 1 llcfl. 18.59. 8. 

Polyteobn. Verein in Wiirzburg : 

7598. Ders.. Woihtnsrhrift. Nr. 14-22. 1859. 8. 

Dr. J. B. Scharold, Landgcr.-Physikus, zu Markt -Erl- 
bach • 

7599. Ders., Gesch. d. gcsanimt. Mediiinal-Wesens im ehem. 
Für.slenlh. Wiirzburg. 1. Abth. 1825. 8. 

7600. Der.^., Erinii. aus d. Gesch. der Kurbrunnrn uml Kur- 
anslallrn zu Kissingen. 1838. 8. 

Josef Maria Wagner in Wien : 

7601. Fl iicr -Ordnung der Stadt Sleyr, hrsg. v. J. P. Kalten 
bück. 1842. 8. 



263 



Anzeiger für Kuiule der duulscliuii Vurzcil. 



364 



760-J. Pnä Wiener Münircchl, hrsg. v. J. P. Knllenbiick. 1842. 8. 
r. Pichler, St. St. .\rchivbcamter am Joanneum in Graz: 

7603. Uers., d. Weiler. 1859. 8. 

M. Dn Mont-Schanberg'scbe Bucbh. in kflin : 

7604. Orcan fiir cbrislliehe Kunst, hrsg. v. Fr. Uaudri. Nr. 
10 u. n. 1859. 4. 

A. laaz, Bucbh., in Hildesheim : 

7605. E. AngersteiD, Ruf zum Turnen. 1859. 8. 
Ä. J. Jäckel, Senior und Pfarrer, zn Nenhaus : 

7601). Dcrs., üb. d. Vertilgung der Feldmäuse. 1858. 8. 

7607. Uers., Materialien i. bayer. Fauna. (1859. 8.) 

7608. Stammbuch d. Job. G. \V. Benckber. 1799. qu. 8. 
7609—7622. Verschiedene kleinere Schriften, neueren Inhalts. 

A. u. 8. 
H. Laupp'sclic Bucbh. in Tubingen: 

7623. h. H. Koih V. Scbreckcnstcin, Gesch. d. ehemal. freien 
Reicbsrilterscbaft. 1. Bd. 1859. 8. 

Krleg^banm, Kaufmann, in Nürnberg : 

7624. A. Schumann, yollst. Staats-, Post- u. Zeitungs-Lcxicon 
V. Sachsen. 1.— 13. Bd. u. 14. (Suppicm.) Bd. 1814 
-27. 8. 

7625. Erinnerungsblättcr f. gebild. Leser aus allen Stünden. 
Jahrg. 1813—26. 8. 

7626. Bheinbay'ern. Zeitschr., hrsg. v. SiebenpfeiWer. 1. — 4. 
Bd. 1830-31. 8. 

7627. Bayerisches Volksblalt. Hrsg. v. Eisenmann. Jahrg. 
18.30, 31 u. 32. 4. 

7628. W. Lohe, Erinn. aus d. Reformationsgcsch. 1847. 8. 

7629. Luther u. dessen Reformation. 1. Ablh. 1829. 8. 

7630. Luther u. d. Kirchenreformal., v. K. F. 2. Aull. 1817. 8. 

7631. Ganganelli, v. H. H. C. 1845. 8. 

7632. K. Pfeufer, z. Schutze wid. d. Cholera. 1849. 8. 

7633. Gallerie ausgez. Fürsten, Heerführer clc, 69 Blttr. 4. 

7634. 15 Bliitter aus d. Leben Lulher's. Lithogr. qu. 2. 

J. C. V. Hueber, gen. Florschütz v. Florsperg, 
kgl. wurtt. Hauptmann, in Ulm : 

7635. ExercierReglement für die kgl. württ. Infanterie 1. u. 
Dienst-Reglem. 2. Ablh. 1809. 8. 

76.'36. .\rmes de guerre. J. A. Robert. 0. ■'. 8. 
J. de Vallade, Pfarrer, in Bayerfeld (Pfalz) : 

7637. Brevlarivm Cartvsiani ordinis. Pars bycm. 1642. kl. 8_ 

7638. Traditiones possessionesque Wizenburgenses. 1842. 4. 
76.39. Offener Brief an d. gesammt. bayer. Adel. 1855. 8. 

7640. Der Durchlaucht. Welt Geschichls-Geschicchls- und Wap- 
pen- Calendcr. 1742. 8. 

7641. De» Churbaycr. hob. Rillerordens S. fieorgii Wappen- 
Calender. 1798. 8. 

7642. J. B. Kranzniayr, Wappen- Kalender (-.\lmanarh) d. k. 
Bayer. Bitter- Haus- Orden« v. h. Michael. 1820, 21, 
23—30, 32, 34 u. 36. 8. 

7643. Goth. gencal. Taschenbuch auf d. J. 1828. 12. 

7644. Alphab. Verzeichn. d. Gemeinden des Rheinkreises. 
1824. 8. 

7015. 1. Jabrcsbcr. d. bist. Vereins der Pfalz. 18-12. 4. 



7646. 5 Lithogr., Burgen Rheinbayerns u. 2 Stahlstiche, Ti- 
roler Landschaften, qu. 4. 

7647. 16. Jahresber. d. Rhein.-Wesifai. Geffingnifs-Gcsellschafl 
zu Düsseldorf. (184:i.) 8. 

Gesellschaft für Pommer'sche Geschichte und 
Alterthumskunde in Steiiin: 

7648. Dies., Baltische Studien. 17. Jahrg. 1. Hfl. 1858. 8. 
7C19. Dies., .10. J;ihres-Iiericht. 1857. 8. 

H. Iieitzmann, Buchbindermeisler, in Nürnberg: 
7650. S. Stern, die Zeitgenossen. Gesch. d. Gegenw. in ver- 
gleichenden liiographieen. 2 Thlc. 1852. 8. 
Ch. Ph. Herbst, Pfarrer, in Mundingen : 
7G51. R. Z. IkcKer, Bildnisse der Urheber u. Beförd. clc. d. 
Religions- u. Kirchenverbess. 1817. gr. 2. 
Dr. C. Höfler, Professor, in Prag : 

7652. Des Barlbolomaus von St. Aegidius Chronik von Prag, 
hrsg. V. C. Höfler. 1859. 8. 

Dr. C. B. A. Fickler, Professor, in Mannheim : 

7653. L. Levrault, d. hl. Otlilia u. d. Heidenmauer, übertra- 
gen von F. Schwab. 1856. 8. 

V. Thon, geh. Staatsrath a. D. , in Eisenach: 

7654. H. Scbickhart, Beschreib, einer Raiß, welche Friedrich, 
Hertz, zu Wurltemb. in Italiam gelhan. 1603. 4. u. 
Erh. Cellius, Beschr. zweyer Raisen etc. 1604. 4. 

Lonls Ehlermann, Verlagsbucbh., in Hannover : 

7655. h. (iiulcke, das Mittelalter. (6 Lief.) 1854. 8. 

7656. V. K. V. Strombeck, Henning Brabant. 1829. 8. 

7657. Ch. Nicmeyer, Ilsenburg. 1840. 8. 

7658. Ders., Huysburg. 1840. 8. 

7659. Ders., Falkenstein. 1840. 8. 

7660. Der Regenslein bei Blankenburg. 0. J. 8. 
Vandenhoeck & Ruprecht's Vcrlagsbuchhdl. in Goi- 

tingcn : 

7661. F.W. Schirrmacher, Kaiser Friedrich d. Zweite. l.Bd. 
1859. ^ 

7662. G. Schmidt, bibliotheca histor.-geograph. 1858. 2. Hfl. 8. 
Dr. Adalb. v. Keller, Rektor d. Univers., zu Tübingen : 

7603. Wallbcrs von Kbeinau Marienlcben. 2. Buch, hrsg. v. 
A. Keller. 1852. 4. 
Ed. Berger, liurhb., in Guben : 
7664. J. Ch. Schneider, Chronik der Stadt und Standesherr- 
schaft Forst. 1846. 8. 
Dr. Fr. Münsoher, Gymnasialdirector, in Harburg: 
7(J6.'i. I'rocr. il. Iiuiliir.>ll. (Gymnasiums. 1859. 4. 

G. Korscheit, Lehrer an der Bürgerschule, in Zittau : 
7Gt">i;. J. I'. ( arraeb, Bericbl v. d. Reichs-Acht. 1758. 4. 
E. H. C. Schulze'sche Bucbh. in Celle : 

7667. II. Ch. Heinibürger, Ernst der Bekcnner. 1839. 8. 

7668. 11. Harrys , Sagen , Märchen und Legenden Nicdcr- 
sachsCRS. 1. u. 2. Lieferung. 1840. 8. 

7669. E. W. G. Schlüter, neueslevalcrliind. Literatur. (1830.) 8. 

7670. Gescbicbll. Darstell, d. Feld/.ugs der Brillen gegen d. 
nordam. Freistaalen. Frei bearb. v. G. Nagel. 1832. 8- 

7671. Beschreib, d. Stadt Celle. 1826. 8. 



265 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



266 



7672. F. .\. V. Ende n. A. L. Jacobi, Sammlungen f. Gesch. 
u. Staalskunde. 1. Thl. 1802. 8. 

7673. E. Spangenberg, d. Oberappellalionsgericht in Celle. 
1833. 8. 

7674. Arnould, System d. Seehandlung u. Politik. 1798. 8. 

7675. Aktenstücke z. neuesten Gesch. Deutschlands. 4. Heft. 
1848. 8. 

7676. II. .\. Oppermann, Hannoverische Zusliinde. 1849. 8. 

7677. M. \V. Kricdlander, a chiids history ofGermany. 1856.8. 

7678. J. Sackmann, plattdeutsche Predigten. 6. Aufl. 1859. 8. 

7679. Sloph. Haies. Stniislik der Gowjirhsr. 17IS. 4. 
Oberlausitzigche Gesellschaft der Wissenschaf- 
ten in (iOrlitz : 

7680. Dies., neues Lausiliischcs Magazin. 35. Bd. 1859. 8. 
Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande 

in Bonn : 

7681. Ders., Jahrbücher. XXVII. 1859. 8. 

Dr. C. F. Crain, Rector u. Professor an der grofsen 
Stadtschule, in Wismar: 
7682—88. 7 Programme und kleinere Druckschriften. 4. 
Jens Sattler, Fabrikbesitzer, in Schweinfurt : 

7689. 18 kleinere Schriften zur Gesch. d. freien christl. Ge- 
meinde in Schweinfurt. 8. 

7690. .\lbum des Gesang-Festes in Schweinfurl. 0. J. 8. 

7691. Verzeichniis deutscher Musik- und Gesangfeste. 1847. 4. 

7692. Ansichten über Sanger, Gesangvereine etc. (1845.) 8. 
J. C. Hofrichter, Kedakleur d. Tagspost, in Gratz : 

7693. Die Privilegien der Stadt Fürslenfeld. 1857. 8. 

7694. Ansichten aus d. Steiermark. 1.— 4. 0. J. qu. 4. 
C. A. Krag;, Hauptmann, in Kopenhagen : 

7695. Schwäbisches Lchcnrechl. Bruchstücke einer Papier- 
handschr. 14. Jhdt. nebst Abschrift ders. 4. 

Trowltzsch & Sohn, llofbuchdr. in Frankfurt a/0. : 

7696. Monatsschrift f. Deutsches Städte- u. Gi-mcindewesen, 
hrsff. V. A, Piper. V. ■•,. u. 6. Heft. 18.59. 8. 

Hahn'sche llnfhuchh. in Hannover : 

7697. J. Ch. A. Heyse's allgem. Fremdwörterbuch. 12. Ausg., 
hrsg. V. C. A. F. Mahn. 3. Lief. ]H.-)<t. 8. 

Redaction der nnmismatiBchen Zeitungr in Weis- 
senscc : 

7698. Dies., Numismat. Zeitung. Nr. 8—10. 1859. 4. 
la'institut historlque in Paris : 

7690. Diiss.. I. Invesligateur. 293. u. 294. Livrais. 18.59. 8. 

Dr. Rob. Haas, Dircctor d. puhlicist. Bureaus in Wies- 
baden : 

7700. Ccniralblalt d. deutschen Cur- und Badclebcns. Nr. 
8-11. 1859. 4. 

Durch N. Kymmel, Huchh., in Kiga : 

7701. Ell. Osenlini-rcen. nordische Bilder. 1853. 8. 

Dr. E. Förstemann, grafl. stolh. Bibliothekar u. Lehrer 
am Lyceum lu Wernigerode: 

7702. Ders., alldeutsche« Namenbuch. II. Bd. 10. Lief. 1859. 4. 
Ein Ungenannter zu Nürnberg : 

7703. 1'. Ilainkin, erstes und anderes Bcgrllhnns-Licd. 1G83. 4. 



Ä. Reichensperger, k. pr. AppellRtioiiBgerichtsrath, in 

hohl : 

7704. W. Linck, vom cristlicheo Adel od. freyheit d. Kinder 
gottes. 1524. 4. 

7705. Ders., ein Sermon vber d. worl Christi. Joan. XIII. 
1,527. 1. 

Ein Ungenannter in Nürnberg: 
770G. J. Ellinger, allmodischer Kleyder Tcuffel. 1629. 4. 

7707. Facetiae pennalium. 1625. 4. 

7708. Colloquium Politicum, Vber d. Frag : Waruiiili soll ich 
nicht Schwedisch sevn ? lfi3L'. 4. 

Verein für Geschichte der Mark Brandenburg 
in Berlin ; 

7709. .V. F. Riedel, novus codex diplomaticus Brandenburg. 
I. Il.iupllh. IG. I!d , u. III. Iliiii|iilh. 1. Bd. 1859. 4. 

Verein für Geschichte und Alterthumskunde 

Westfalens in Minister : 

7710. Westfälisches Urkundenbuch. 3. Bd., bearbeitet v. R. 
Wilmans. 1859. gr. 4. 

F. G. Sch'walb, Professor, Ritler etc., in Kleve : 

7711. Stoff I. d. künftigen Verfasser einer pfalzzweybrücki- 
schen Kirchengesch. 1. u. 2. Lief. 1790 — 92. 4. 

7712. J. Ph. Tomasini illvstrivm virorvm clogia. 1630. 4. 

7713. Vir. übrechti .VIsaticarvum rervm prodromvs. 1681. 4. 

7714. G. Ch. Crollius, Denkmahl Carl August Friedrichs des 
Einzigen etc. 1784—85. 4. 

7716. J. G. Faber, Erläut. d. Briefs Pauli an die Galaler. 
1 St. 1790. 4. 

K. A. Höstermann, Landgerichtsratb, in Saarbrücken : 

7717. Ders., Bede bei Bestattung von F'riedrich Petersen, 3 
Ex. (1859.) 8. 

P. IVagler, Magistratsrath und Notar, in Nürnberg : 

7718. PfandsHtzung auf dem wald Laurentj. 151G. Pgm.- 
Hdschr. 17. Jhdt. 2. 

Dr. Aug. Scheler, k. belgischer Cabinets- Bibliothekar, 
in Brüssel : 

7719. Ders., Aufzeichnungen eines Amsterdamer Bürgers über 
Swedenborg. 1858. 8. 

7720. Ders., .\nnuaire statislique et historique Beige. Sixiime 
annie. 1859. 8. 

7721. ,Tean Sieelsius, par C. .T. N. 1859. 8. 

Dr. C. Barsch, seh. Regier.- Rath u. Major a. D., in 
Kohlen/. : 

7722. F. II. Boos, Eifalia. 1.-9. Hfl. 1828—30. 8. 
772.!. H. PrOhle, Friedrich Ludwig Jnhn"ö Leben. 1855. 8. 
7721. II. Luden, Riiekbliekc in mein Leben. 1847. 8. 
7725. A. V. Blomlierg's hinlerl. poetische Schriften. 1820. 8. 
772G. Bescbreihg. d. freien Hansestadt Lübeck. 1814. 8. 
7727. Zur 25j(lhr. Jubelfeier des Stiftungstages d. Iliiniicati- 

«chcn Legion. 1,838. 8. 

7728—31. Dem Andenken an die 25j«lir. Jubelfeier d Grün- 
dung der Hanseatischen Legion. 1S38. 8., nebst 3 
weiteren Seliriflehen. 8. 
Joh. K. Schuller, k. k. Schulralh, in Ilermnnnsladi : 

7732. Der»., (ie.irg ReicherstorlTer a. ». Zeit. 1859. 8. 



267 



Anzeisfcr lür Kunde der deutschen Vorzeit. 



268 



Böhmisches Blaseam in Früg : 
77.;.;. llH^.•... r;iin;ilk\. Uid. K. VI. Zap. Dilu Hl. sciit 0. 
IbM. 1. 
Ä. Vischer in Bnsel : 

7734. Cb. Wiirslisen, Bafsler Chronick. (1580). 2. 
J. BiCker'schc Buchh. in Giefscn : 

7735. J. Winzer, d. deutschen Bruderschaften d. Mittelalters. 
1850. 8. 

C. Scrlba'a lUulih. in Frciburg : 

7736. H. KüDlzel, d. Leben u. d. Briefwechsel d. Landgrafen 
Goor^ V. Hessoti-Parmstadt. 1859. 8. 

Friedr. Kegensberg, Buchb., in Münster: 

TT.iT. 11. Ciii.-^lirr;,', die l'chnic. 1858. 8. 

Hahn'sche llofbuclili. in Hannover: 
773». W. Schweckondiccli, Dr. Albert Hardenberg. 18,59. S. 

7739. Dr. Jones, Leibrenten und Lebens - Versicherungen. 
Deutsch V. K. IlattendorfT. 1859. 8. 

7740. K. Reichnrdt, ehem. Untersucbff. d. Mincral(|uelle zu 
Liobenstein. 18.59. 8. 

Dr. Ed. Osenbrnggen, Professor, in Zürich : 
7711. Ucrs., Bcilrau ?. Slnifrcclitsscsth. d. duutschen Schweiz. 
1859. 4. 
K. bayer. Akademie der Wissenschaften in 

Miitu'brn : 

7742. Die«., Monunienta saocularia. I. u. III. Classe. 2 Bde. 
18.59. 4. 

7743. Dies., Almanacb f. d. J. 1859. 8. 

7744. fi. I,. V. Maurer, Rede l)ei d. lOOjahr. Stiflungsfeier 
d. k. Aliad. d. Wissenschaften. 1859. 4. 

Dr. K Simrock, Professor, in Bonn : 
7715. D(r>., cl. (]i utsrhe hindcrbnch. 2: AiiJI. 1857. 8._ 

Brodtmann'sche Vcrlagsbuchh. in SchafTbausen: 
774i;. Die Schweiz. Monatschrift. Hrsg. v. L. ückardt u. 
P. Volmar. Nr. 9. 1858. 4. 

Dr. J. Schmidt, Proreclor d. Gymnas. zu Schweidnitz: 

7747. Dcrs. . <lir in d. kurlirandinbtirg. Linie der Ilohenzol- 
lern im .1. I*il3 erfolgte C'onfes.sionswcchsel. 18.59. 4. 

Dr. la. J. r. Janssen, Conservator, in Lcyden: 

7748. Dcrs., ovcr oudc meerwonigen in Zwitserland. (1859.) 8. 
Comite znr Redaktion u. Heransgabe der mäh- 
rischen Landtafel in Brunn: 

7749. Die Landlafel d. Markgraflbums Mahren. XII.— XIV. 
Lief. 2 Ex. 18.59. 2. 

III. Für die Kunst- und Alterthums- 
sanimlung. 

Caselmann, Pfarrer, in Dielersdorf: 

2902. 2 kli Micro Silbermedaillen von 1755 u. 1806. 
Dr. Barger, Stadipl'arrer, in Nürnberg: 

2903. 11 Kupfermllnzcn vom 17. u. 18. Jhdl. 

2904. 3 kleinere SilbcrmUnzen v. 17. u. 18. Jhdl. 

2905. 1 chine». .Messingniilnic. 

Jäckel, Pfarrer und Senior, in iNcuhaus: 
2'JOG. Abbildung des l)r. Chicogncau, Kpfrsch. v. 18. Jhdl. 



littst, kgl. .Vdvokal, in Straubing : 
29il<la. (irofse Haarnadel von Bronce, gefunden im Landge- 
richt Straubing. 
Dr. C. B. Fickler, Professor, in Mannheim : 

2907. 3 Kr(inungsniiin/.rn v. 18. .Ibdl. 

Magistrat der Stadt Schweinfart. 

2908. 11 Lackabdrucke der Siegelslöcke der Stadt Schwein- 
fuit aus vtrsi'liied. Zeiten, u. a. 

Ben. V. Schwarz in llenfenfeld: 

2909. Das 2. Blatt aus dem Leben der Maria, llolzschn. v. 
A. Dürer. 

Krlegbaum, Kaufmann, in Nürnberg : 

2910. Ansicht von .München, Steindruck. 

2911. Portratbild einer musikalischen Gesellsi^art, Steindr. 
Dr. Feschek, DiakuRus, in Zittau; 

2912. 7 l.arkn' drucke von alteren Zillauer u. a. Siegelstöcken. 
C. A. Krag, Hauptmann der Infanterie, in Kopenhagen: 

2913. .3 historische Einzclblatter, Kupfcrst. v. 17. u. 18. Jhdt. 

2914. 3 Wappen in Kupfersl., llolzschn. u. Malerei. 17. Jhdt. 
Brater, kgl. Ucntbeamter, in Dinkilsbuhl : 

2915. Bronccner Siegelstock der Katharina v. Kosau, 15. Jhdt. 
J. de Vallade, Pfarrer, in Bayerfeld : 

29I(i. 2 .Vnsidiicn aus Tirol, Kupfcrst. v. G. Eichler. 
Fr. Forzelius, Kaulmann. in Rcgcnsburg : 

2917. Eine Zither vom 18. Jhdt. 

Dr. Schnitzlein, prakt. Arzt, in Btgensburg: 

2918. Dr. .M. Lulhcr, l(ilief|>orlrat von Blei. 1,527. N. Abg. 
Gerhäuser, Stndlpfarrer, in Beiingries: 

2919. 33 Sillicrmiinzen von» 15. 18. Jhdt. 

2920. 9 Kupfermünzen v. 16.— 17. Jhdt. 

2921. 4 Broncejelons vom 16. u. 17. Jhdt. 

2922. Komische Kupfermünze. 
Walthierer, Fruhmersbeneficiat, in Beiingries : 

2923. Vier Zeichnungen mit Beschreibung nach Siegeln und 
Münzen. 

H. Weingärtner, Kaufmann, in Nürnberg : 

2924. 7 Silber- und 2 Kupfermünzen vom 15. — 18. Jhdt. 
Frau Bürgermeister Flchtel in Schweinfurt : 

2925. Krug von terra sjgillata, bemall, von 1G07. 
Frl. Karoline Rüdol in Nürnberg : 

2926. Corveier Silbermünze von 1653. 

2927. 2 Braunschweiger Silbermünzen von 1659 u. 1685. 

V. Liphardt in Durpat : 

2928. 7 Holzschnitte von A. Dürer, aus den Bildern zur Apo- 
kalypse, der grofscn Passion u. d. Leben der Maria. 

Oscar Kiskalt in Nürnberg : 

2929. Medaille auf Gustav Adolf, Kg. v. Schweden, von ver- 
goldetem Silber. 

ungenannter in Nürnberg: 

2930. Grund- und Aiifrifs sjlmnitlichcr Mühlen an der Pegniti 
im Bereiche ihres Laufes durch Nürnberg, Fcdcrzeicbn. 
vom Zeugmeistcr Carl. IT. Jhdt. 

2931. Aufrils eines Hauses, dergl. 



269 



Anzeiger lur Kunde der deuLscheii Vorzeit. 



■270 



Se. Kgl. Hoheit Herzog- Wilhelm von Braan- 
schwelg : 

2932. Gypsabgüsse der Grabmäler Herzog Heinrich des Lö- 
wen und seiner Gemahlin. 

Frhr. von Bibra in Nürnberg : 

2933. SlraTsburger SilbermUnze vom IG. JhdI. 

V. KÖhne, kgl. russ. Sinalsralh, in l'elersburg : 

2934. 7 seltenere deutsche milteliillerliche Münzen. 

2935. 3 auslandi^he Silberniiinzen. 

2936. 8 antike Broncemilnzen von .\misus und lllbia. 



2937. 17 Silbcrmiinzen vom 10.-16. Jhdi. 

2938. 14 Nachliildiin[.'en von seltenen MiJHzen in Galvano- 
plastik lind Gypsabgufs. 

2939. Medaille auf die drei Slande. 

Dr. J. H. V. Heftier -Alteneck, l'rof. u. Conserv. d. 
verein. Sammlungen, in München : 

2940. Salzburger Jeton von lölö. 

2941. 2 ihindleinspfennige vom 11. JhdI. 
Grebenau, kgl. Baubeamler, in Neustadt a./A. 

2942. Würzburger Silberniünze von 1654, Regensburger Sil- 
bernuinze von 1634 und Nürnberger Kreuzer von 1709. 



Cliroiiik der liislorisclini Voroino. 



Der historische Verein für Krain verollentlicht in 
seinen Mi It he i 1 un gen, Dec. 1857, an geschichtlichen Auf- 
sätzen : Sirug und seine Lokalmerkvvurdigkeiten. — Ueber 
die Bedeutung des Namens Kinona, aus eiuem slavenischen 
M. S. von Oavorin Terstenjak. — Lileraturberichte und wis- 
lenscbariliche Nachrichten, von Dr. Elhbin Costa. — Januar 
1S58 : über den Gott Lalovius, aus dem slavenischen M. S. 
von Davurin Terstenjak. 

Noiizenblatt der histor. Statist. Sektion der 
k. k. mahr. schles. Gesellschaft etc., redig. v. Chr. d"El- 
vert, 1858 (Beilage der Millheilungen) Nr. 1. Die Österreich. 
Industrie in der 2. Hälfte des 17. Jahrh. mit besonderer Rück- 
sicht auf Mahren und Schlesien von d'Elvert. — Beschreibung 
der St. Cyrillikirche in Welehrad, von F. S. Pluskal. Nr. 2. 
Einige von den herrschenden Voriirtheilen in Mahren, von 
Hanke. — Weingarten bei Eibenschiitz ; Beitrag /.ur Geschichte 
des Weinbaus in Mahren. — Nr. 3. Ueber die Errichtung 
und den Zustand der Schulen Böhmens und Mährens etc. zur 
Zeit ihrer Blüthe unter Rudolf II., 1576 — 1612, von Dir. Os- 
wald Müchel. — Englische Komödianten in Mähren, von Jul. 
Feifalik. — Dramatische Aulfnhrungen in Znaim, von dems. 
(IG. Jahrh.) — Nr. 4. Zur niahr.-schlcs. Biographie (Fortset- 
zung). Vertrag zwischen den Königen Mathias und Wladis- 
law, 1486. — Der labak, von dElverl. - Nr. 5. Gedenk- 
buch der Stadt Walachiscli-Meseritsch und des Marktes Kras- 
no, beschrieben von B. M. Kulda. — Das Buchlauer Jagd- 
(Blut) Gericht. — Nr. 6. Das Gedenkbuch des Gemeindevor- 
standes von Koznau. — Literatur über die Höhlen und Krd- 
falle in Mahren und Oeslcrreichisch -Schlesien. 

Archiv des Vereins für sieben b(lr gische Lan- 
deskunde. Neue Folge. B.iml 111, llfi. 'J. , hcricu.sg. smu 
Vereinsausschufs. 1858. 

Die Familie der Herren und Grafen Haller von llnller- 
stein in Siebenbürgen. — Die Vernnlassiing zu der engeren 
Verbrüderung der Sachsen in Siebenbürgen im Jahre 1613 
und denn Folgen. — Zur Geschichte von Sächsisch- Hegen 
etc. von Joseph Uallrich. 



Achtzehnter Bericht über das Museum Fran- 
cisco-Caro li n um. Nebst der dreizehnten Lieferung der 
Beilrage zur Landeskunde von Oeslerreich ob der Enns. Mit 
einer lithographierten Tafel und Karte. Linz, 1858. 

Jahresbericht, über Gesellschaftsangelegenheiten. — Ge- 
schichtliche Aufsätze : Altcrthumer aus dem Stromhelle der 
Donau, von Jos. Gaisberger. — Der Bauernaufruhr in den 
Jahren 1594—97 im Muhlviertel. Ein Beitrag zur (üschichtc 
des Bauernkrieges. 

Mittheilungen des historischen Vereins für 
Steiermark. Achtes Hef». Gralz, 1858. 

Vcrcinsangelegenheiten. — Historische Itlittheilungen: Epi- 
graphischc Excurse von Pf. R. Knabl. — Geschichtliche Denk- 
würdigkeiten von Stralsengel bei Gratwein, von .\bt Ludwig 
zu Rein. — Zur Geschichte der Hansgrafen in Steiermark, 
von Prof. Dr. Goth. — Ueber ein zu Strafsengel aufgedeck- 
tes Grab, von ProL Weinhold. — Bericht des Landesarchao- 
logen Karl Haas über seine Bereisung 18.58. — Ein neues 
römisches Denkmal, von dems. — Ein lleuschreckcnzug bei 
Mureck. — Auszüge aus Berichten der Herren Bezirkskor- 
respondenten u. a. Vereinsmilglieder. — Urkundenregcsten 
für die Geschichte von Steiermark, mitgeth. von Dr. (iölh. — 
Bericht über die 9. allgem. Versammlung des historischen 
Vereins für Steiermark, 24. April 1858. 

Verhandlungen des historischen Vereins für 
Niederbayern. VI. 1. 1858. (Laiidshut.) 

Das EhalTt-Püchell der Klosterhofmark Biburg bei Abens- 
berg, von Dr. Anton Wiesend. - Ainalin von der Lailern, 
Frau von Verona und Viiicentia. regierende Pflegerin von 
helheim, 144«, von Oberlicul. J. K. Schuegral. — Die Stif- 
tung der Pfarre PuicIdiBiin, k. b. Landgerichts Kelheim, durch 
\Vernher den Puickhainier von Puickhaim, hcrzogl. bnycr. 
Landrichter zu Kelheim: von demscib. — Die unteririlischen 
Gange im Schlofsberge bei Jiilbach , k. b. Landgerichts Siin- 
liach am Inii. von II. Jacob Grnls. — Das Kloster Scligcn- 
llial und seine (irundholden (zur (iesch. des 30jahr. Kriege«) 
von Herrn Urban llellmann. — Ijeschichtliche und slalislischc 
Nachrichten über den Markt (ieisenbauscn , k. Landgerichts 



271 



Anzeiger für Kumlc der deiilsclion Vorzeit. 



•272 



YiUkiburg, von Lehrer Joh. Michael Grafsl — Dukumeiite 
über Saulburg, von Dr. ^)uirin Lisi. 

Nr. 2. 1859. Urkundliche Chronik des Dorfes und der 
Hofmark Schonhering von Priester Josef Pamler. — Verzcich- 
nifs der Epithaphien in der Herrnkapelle am Dom zu l'assau, 
von Dr. Erhard. — Geschichtliche Nachrichten von Schlofs 
und Dorf Irnsing, nebst der dortigen grolscn Konierscbanze, 
von Oberlieut. SchuegraL — Noch eine Ansicht über den 
Celt, von Sludienrektor Sebastian Muzl in Eichstait. — Histo- 
rische Notizen über die adeligen Geschlechter : a) Der Sei- 
bollsdorfer zu Freycn-Seiboltsdorf. b) Der Edlen von Puch 
zu Buch am Erlbach, c) Der Edlen von Ecker, d) lieber 
die ehemalige Keichsherrschaft Kraucnhofen und deren Be- 
sitzer. Von Lehrer Zopf. — — Siebenter Jahresbericht des 
historischen Vereins für Niederbajcrn, 1858, erstattet 10. Febr. 
1859 von Dr. Wiesend, Vorstand. 

Archiv des historischen Vereins von Unter- 
franken und Aschaffenburg. XIV. .3. 1858. 

Hans Böhm und die Wallfahrt nach Niclashausen, im Jahr 
147l>. ein Vorspiel des grofsen Bauernkrieges, nach Urkunden 
und Chroniken bearbeitet, von Dr. K. A. Barack. — Die Kuine 
Kunfsbergk im ehemaligen Reichswaldc bei Mellrichstadt, von 
Dr. F. G. Benkerl. — Die Truchscssc von Balder.sheim, von 
H. Bauer. — Der Besuch des Nürnberger Arztes Hieroninius 
Munzer bei Bischof Rudolf von Schcrenberg in Wurzburg 
1495, von Prof. Dr. \. Kuland. — Erörterung der historischen 
Streitfrage über die Lage des adelichen Frauenklosters im Ha- 
gen bei Aschalfenbnrg, von Dr. Kittel. — Jahresbericht 1856/57 
und 1857 58, von Prof. Or. Contzcn. 

Bundnerische geschichtsforschcndc Gesell- 
schaft in GraubUndcn. 

Unter den .'Vuspicien dieser Gesellschaft wird durch Con- 
radin von Mohr, den Viceprasidentcn der Gesellschaft, heraus- 



gegeben : „Archiv für die Geschichte der Republik Grnubün- 
den, eine yuellcnsammlung, welche in Bd. 1, 1848, enlhall: 
Denkwürdigkeiten des Fortunat von Juvalta, 1567—1649; 
aus dem Latein übersetzt , mit Anmerkungen herausgegeben. 
Beitrag zur Charakteristik bUndnerischer Staatsmänner des 
16. Jahrh. — Lienhard Glarners Erzählung von der Zerstö- 
rung des Klosters St. Nikolaus in der St. Cur, 1653. — M^- 
nioires sur les Grisons parülyss. de Salis Marschlins, 1767. — 
Ulrich Campells 2 Bücher rhälischer Geschichte, Bd. 1. — 
In Bd. n. 1851 : Ulrich Campells 2 Bücher rhatischer Ge- 
schichte, Bd. 2. ; Geschichte von Hohcnrhatien. — In Bd. III, 
1856: Des Ritlers Fort. Sprecher von Bernegg, J. U. I)., Ge- 
schichte der bündnerischen Kriege und Unruhen. Erster Theil, 
Buch 1 10, 1618-1628.— Bd. IV, 18,57: desselben 2. Theil, 
Buch 1 5, 1629-45. — Bd. V, 1858: des Mar^chal de Camp 
Ulysses von Salis-Marschlins Denkwürdigkeiten ; nach uncdier- 
tem italienischen Origiiialin.Tnu.<cript bearbeitet und erlaulert. 
— Zu demselben Archiv gehört H. 28: J. U. von Salis-Se- 
wis gesammelte Schriften, llft. I. 

Von demselben Herausgeber ist aufserdem erschienen : 
Codex diplomaticus. Sammlung der Urkunden zur Geschichte 
Kur-Khaticns und der Republik Graubunden. 

Das K orres po n den zb 1 alt enlhall in Nr. 5 die .\nzeige, 
dals die französische archäologische Gesellschaft 
für die Erhaltung geschichtlicher Denkmäler in 
diesem Jahre ihre Versammlung, den archJiologischenCon- 
grefs von Frankreich, in Stralsburg abzuhalten be- 
absichligl, und zwar Sonntag, den 21. Aug., auf die Dauer 
von 6 Tagen. Der Priisident Herr von Caumonl in Caon hat 
Namens der Gesellschaft dazu eingeladen und die genannte 
Nummer des Korrespondenzblattcs enthalt das Programm der 
dort zu besprechenden Fragen. 



N a c li r i c li 1 e n. 



liltprntur. 

Nsu erschionono W^orke. 

73) Die vormalige Grafschaft Sc ha um bürg in ihrer 
kirchlichen Einiheilung. Von Ernst Friedrich Moo- 
yer in Minden. Buckeburg, M. H. Wolper, 1858. 8. 
68 Sin. 

Angeregt durch C. VV. Wippermann's „Notizen über das 
Aller dir Kirchen in der Grafschaft Schaumburg" in der Zeit- 
schrift des Vereines für hessische Geschichte und Landes- 
konde, Bd. VII. IL I, S. 64, laf»! der Verfa.iser in vorliegen- 
der Schrift ein Verzcichnils .^iliininllicher Kirchspiele der allen 
(jralschafl Schnumburg nachfolgen. Neben den neuen Namen 
der verschiedenen (Irtschaficn sind auch die allen und älte- 
sten, soweit aie nufzunnden gewesen, aufgeführt und kurze 
hiitoriichc Notizen an den betreffenden Stellen cingoachallet. 



Bei der Wichtigkeit der mittelalterlichen kirchlichen Geogra- 
phie für die Feststellung der früheren Gaueinihcilung we- 
nigstens in einem grolsen Thcile von Nord- und Miltcldculsch- 
land, da die (irenzcn beider gemeiniglich zusammenfallen, be- 
darf die Schrift keiner besonderen Empfehlung. 
74) Geschichte der Stadt Narva, verlafst von dem 
Narvaschcn Bürger Heinrich Johann Hansen. Dor- 
pat, 1858. Gedruckt bei Heinrich Laakmann. gr. 8. 
Xll. u. 396 Sin. mit Abbild. 
Narva bot als Grenzvcste zwischen dem germanisch-skan- 
dinavischen und dem slavischen Volksslamme seit der ersten 
Erbauung seines Schlosses durch die Danen 1223 viel Gele- 
genheit zu den hcfligslen Kämpfen, hat auch mehr Belagerun- 
gen erlitten. Öfter Schlachten unter seinen Mauern gesehen 
und seine Besitzer wechseln müssen , als eine onderc Stadt 
jener bis in das 18. Jahrhundert von Kriegen überzogenen 



273 



AnzeisrLT für Kiimk- der deutsclieu Vorzeit. 



•274 



Gegenden. Dünen, Deutsche (der Orden von Livland), Scliwe- 
dcn, Polen, Küssen stritten mit aliwecbselndem lilücke um 
den Besitz der Testen und durch die Lage an der schiffbaren 
Narove für den Sechandel iiuTserst begünstigten Stadt, bis sie 
1704 in Jen dauernden Bosili der Russen (Ibergieng. Von 
dieser wechselvollcn (jcscbichle bekommen wir durch diese 
Schrift ein recht anschauliches Bild, da der Verfasser sich 
bemüht hat, an geeigneten Stellen die Quellen selbst reden zu 
lassen. Es ist kein Gelehrter, der uns hier kunstgerecht die 
Entwicklungsgeschichte der Stadt enirolll, sondern ein Bur- 
ger, der mit anerkenncnswerlhcr Belesenheit und Gründlich- 
keit die Materialien zur Geschichte seiner Stadt zusammen- 
getragen hat. 

75) Deutsche Geschichte für das deutsche Volk 
von Karl August Mayer. Erster Band. XVI, 469 
Stn. 1857. Zweiter Band. 776 Sin. 1858. 8. Leip- 
zig, Verlag von Gustav Mayer. 

Der Verfasser hat nicht die .Absicht gehabt, eine gelehrte 
Arbeit in diesem Buche vorzulegen, sondern die Gestaltung 
des Stoffes war es, der er unverdrossenen, treuen Fleifs ge- 
widmet hat. Er wollte Leben, Thaten und Schicksale unseres 
Volkes wahr und inzichend fur den weitesten Kreis der Le- 
ger erzählen und zugleich dadurch zur Kräftigung des vater- 
ländischen Sinnes beitragen, der seit der Zeit der Befreiungs- 
kriege bei uns erwacht und gewachsen ist. Der Verfasser 
bat CS an nichts fehlen lassen, diese Aufgabe zu erfüllen, 
und das Resullal, das uns vorliegt, befriedigt im vollslen l'm- 
fange alle billigen Ansprüche. Die klare, kraftige Darstel- 
lung, die zweckmälsige und übersichtliche Gruppierung, die 
Gründlichkeit und Vielseitigkeit des dargelegten Stoffes, die 
warme Thcilnahme, die aus jeder Blattscite enlgegenlcuchtel, 
alles dies wird dieses Werk, das die deutsche Geschichte 
bis auf die neueste Zeit herab behandelt, vor allen andern 
fähig machen, ein Lesebuch in deutschen Häusern und Fami- 
lien auf lange Zeit zu bleiben. 

76) Ulfilas. Die heiligen Schrillen alten und neuen Bun- 
des in gothischer Sprache. Mit gegenüberstehendem 
griechischem und lateinischem Texte, Anmerkungen, 
Wörterbuch, Sprachlehre und geschiehllichcr Einleitung. 
Von II. F. Mafsinann. Stuttgart, 1857. 8. XCII u. 
812 Sin. 

Diese Ausgabe zeichnet vor der Allenburgcr sich aus 
durch ihre grofsere Handlichkeit (der Uerausgeber nennt sie 
eine Schulausgabe), die Beigabe des griechischen Textes, die 
dem Theologen zur Berichtigung desselben Anluls geben soll, 
und vor Allem durch die inzwischen möglich gewordene voll- 
•Idndigcrc Mitlheilung des golhlschcn Textes, indem hier sanunl- 
liclie bis heute aufgefundene Kesle der goth. l!il)clnl>erset/.ung 
ncbsl den kleineren colli. Sprachdenkmälern /.u.^iuiiniengestelll 
sind. Dagegen niufslen um des hier ins Auge gefalslen Zw^- 
ckes willen Wörterbuch und Grammatik dürftiger ausfallen. 
Die Einleitung !<eht nnher auf die Geschichte der Golhcn ein, 
handelt von Ulfilas' Lehen und Wirken, seinem Glauben uuil 



seiner Bibelübersetzung und gibt ausführlichen Bericht über 
die verschiedenen goth. Handschriften u. s. w. Der goth. 
Text, durchweg mit lateinischen Leitern gedruckt, ist mit den 
Originalhandschriflen wiederholt vcrglichrti, für die ITpsaler 
SilberbandsL'brift aber neuerdings der UppstrOmsche getreue 
.\bdruck derselben benulzt worden. Die zahlreichen Anmer- 
kungen finden sich am Srhlufs des Textes zusammengestellt. 
Worauf der lat. und der griech. Text, die den goth. beglei- 
ten, eigentlich fufsen, ist nicht klar ersichtlich. Das Wörter- 
buch verbindet die streng alphahet. Folge mit der Anordnung 
nach Wurzeln und Stammen, auf welche bei den .\bleiluugen 
verwiesen wird; die fremden Woricr und Eigennamen sind 
gesondert in einen Anhang gebracht v\orden. Die Gramma- 
tik ift sehr gedrangt und geht über die Formlehre nicht hin- 
aus. . ^ 

77) Sitten und Sagen, Lieder. Spruch Wörter und 
Iliithsel des Eifler Volkes, nebst einem Idiotikon. 
Herausg. von J. H. Schmitz. Trier. 8. L Bd.: Sit- 
ten und Brauche etc. 1856. XIV u. 234 Sin. II. Bd. : 
Sagen und Legenden. 1858. XIV u. 152 Sin. 

Der Landstrich der Eifel ist nicht grofs und nicht eben 
reich, aber von dem heilern, lebendigen Geiste seiner Be- 
wohner zeugt mancher sinnige und poetische Brauch, der sich 
unter ihnen erhalten hat. Zum Belege dient das obige Werk, 
in welchem ein reiches Material mit Sorgfalt und in schlich- 
ler, der Ueberlieferung treuer Fassung zusammengetragen 
ist, gleirb werlhvoll für die Erkonnlnils des Volksgeisles, die 
Kullurgeschiclile und die .Mythologie. Den Inhall zeigt der 
Titel an, obwohl nicht erschöpfend; so haben u. \. auch die 
Kindersiiiele, Wiegen- und Kinderlieder Aufnahme und der 
Aberglaube Berücksichtigung gefunden. Auch konnte nicht 
fehlen, dal's dem kirchlichen Leben, das bei einem katholi- 
schen Volke in Sage und Brauch mehr zu Tage tritt, .\ufmerk- 
samkeil geschenkt wurde, und hier verdienen die geistlichen 
Volkslieder (^auch ein kleines Dreikünigsdrama findet sich 
vor) besondere Erwähnung. Die Mundart ist am schwächsten 
vertreten; das Idiotikon bringt, gleichsam nur als Probe, an 
900 mundartliche Ausdrucke mit einfacher Worlerklarung. 
Der Herausgeber stellt eine Ergänzung in .Vussicht. Sira- 
rock spricht sich in einem Schlufswort über die mytholo- 
gische Bedeutung der Festfeuer und einiges Verwandle am. 

78) Catalogüs Codicum Manu Scriptorum Biblio- 
Ihccae Regiae Monacensis. Tomus VII. Monachii. 
A. M.D.CCC.LVIII. Sumptihüs Bibliolhecac Regiae. 8. 
419 Sin. 

Das Werk wird in seiner Vollondung neun Bände um- 
fassen, von denen der erste die orientalischen, der zweite 
und dritte die griechischen und lateinischen, der vierte die 
niillelallerlich-latcinischen , der fünfte und scchsle die deut- 
schen . der siebente die übrigen europäischen, der achte die 
musikalischen Codices enthalten und der neunle endlich sich 
mit der GcBchichtc der Bibliothek und den llandschriflcnknlfl- 
logcn derselben bcschariigcii wird. Ans rein .lufscrlichcn 



J7D 



Anzeiger fiir Kuiule der deutschen Vorzeil. 



276 



Grflnden einer geringeren Arbeil und M(i'he ist mit dem sie- 
benten Tande der Anfang gemacht. Derselbe verzeichnet die 
franiösischen , spanischen, italienischen, englischen, schwe- 
dischen, danischen, slawischen, esthnischen und ungarischen 
Codices, wie die reiche, neuerdings erworbene llandschriflen- 
sanimlnng des Etienne Quatremere zur franiOsischen, spani- 
Bchen und italienischen Literatur. Ueber die ,\nordnung des 
Ganzen ist zu bemerken, dafs die Codices nach >aliünen ge- 
schieden sind und innerhalb dieser Scheidung unter sich wie- 
der nach der Verschiedenheil des Inhalts in bestimmte Gruppen 
auseinander fallen. Angabe des Formats, Umfangs, der aufse- 
ren Beschaffenheit und, wo möglich, auch der Ilerstammung, 
Verweise auf andere llandschrificnkataloge und Bemerkungen 
der verschiedensten .\rt fehlen natürlich nicht. Die allge- 
meine üebersictt wird durch ein angehängtes Personen- und 
Ortsregisler erfeichtert. 

79) Deutsche Rechtsalterthilmer aus der Schweiz. 
Von Eduard Osenbrflggen. Erstes Heft. Extra- Ab- 
druck aas der Monatsschrift des wissenschaftlichen Ver- 
eines in Zilrich. Zurich, Verlag von Meyer u. Zeller, 
1858. 8. 46 Sin. 

Diese kleine Schrift, welcher die fortsetzenden Hefte bald 
folgen mögen, bringt fiir die deutsche Hechtsgeschichle inleres- 
sanie und werthvolle BeiIrSgc aus der linlwicklung schwei- 
zerischer Landschaften und Städte. Sic cnihäll als solche : 
das Kolenberger Gericht in Basel, die Blutrache, das Erträn- 
lieD und das Schwemmen, das Lebendighegraben der Kinds- 
mörderinnen, Frevel unter russigen Ralfen (Hausfriedens- 
bruch), Gnade bei Recht, die Unschuldsrose, der Eid der Ver- 
schwiegenheit, sämmtlich dem Volksleben in der Schweiz 
entsprungen. - 

80) H a n il 1) u c h d e r s 1 e r r e i c h i s c h e n G e s c h i c h I e von 
W. W. Tomek, k. k. aulserord. Professor an der Pra- 
ger Universität. Aus dem Böhmischen übersetzt von 
dem Verfasser. 1. Th. Prag. 1858. Verlag von F. 
Tempsky. 8. 550 Sin. 

Der Verf., schon durch seine Geschichte der Stadt Prag, 
deren 1. Band 1856, ebenfalls vom Verfasser selbst aus dem 
Böhmischen in"s Deutsche übersetzt wurde, rühmlichst be- 
kannt, versucht im vnrliegemlen Werke, die Geschichte des 
vicigliedrigen österreichischen Kaiserstaales von den ulleslen 
Zeilen in der Entwicklung aller seiner Beslandthcilc gedrängt 
und Ubersichllich, wie ein Handbuch es verlangt, darzustellen. 
Er beginnt mit der Schilderung der Völkerwanderunc auf 
österreichischem Boden, von den ältesten uns crhallenen iN'ach- 
richlen bis zum Anfang der Regierung Karls des Grolsen und 
erzahlt dann die (ieschichle dieser Lander von Karl dem Gros- 
Ben bis zum Sturz PremysI Ollokars II. durch Rudolf 1 von 
768 — 1278. Ein drittes Buch dieses 1. Bandes enthalt den 
Zeitraum von 1278— l.OSli, die Zeil Heinrichs VII. und Karls IV., 
die Kriege in der Schweiz und Deutschland, die hussitischcn 
Unruhen und deren Folgen, die Thnlen Georgs von Podle- 
brad und Matthias Corvinus, die Ereignisse nnd Zuslflndc 



unter Maximili.in I. und Ferdinand I. und schliefst mit d«r 
Schlacht hei Muhacz 1526. 

81) Genealogie des Hauses Wettin von der ältesten 
bis zur neuesten Zeil in allen Haupt- und Nebenlinien. 
Von G. E. Hofmeister. Ronneburg, E. Hofmeister. 
1858. Fol. VIII Sin. u. XVI Tal". 

Der Verfasser vorliegender, elegant ans gestalteter Genea- 
logie hat sich mit historischen , besonders genealogischen 
Studien dem Vorworte nach schon längere Zeit beschäftigt. 
Aus seinem Vorrathe Iheill er diese Genealogie seines eige- 
nen Regentenhauses als einen Versuch mit, um demselben, 
findet er Beifall, die Genealogieen anderer Fürstenhäuser bald 
folgen zu lassen. Wir können ihn hierzu nur aufmuntern. 
Lobcnswerlh isl die Mittheilung der biographischen Notizen 
bei den einzelnen Fürsten, wodurch wir in manchen Fallen 
über deren Persönlichkeit sogleich einen historischen .Anhalts- 
punkt haben, wenn ja ihre Regierungszeit eben dem Ge- 
dächtnisse nicht gegenwartig sein sollte. Zugleich ist hier 
auf die Theilung der Lander immer besondere Rücksicht ge- 
nommen. 

82) Wappenbuch der königlichen, grofs herzogli- 
chen und herzoglich sächsischen Staaten. Her- 
ausgegeben von J. A. Tyroff in Nürnberg. 1852 — 58. 
8. Sechs Bände, jeder 100 Tafeln. 

Der Name des Herausgehers isl in der Wappenliteratur 
wohlbekannt, ebenso die Weise seiner VerölTeutlichungen. 
Es genügt also, hierauf hinzuweisen, um das neue vorliegende 
Werk als eine dankenswerihe Bereicherung der Heraldik will- 
kommen zu heilscn. Die sauber ausgeführten .\bbildungen 
sind deutlich und erkären sich selbst ; es ist darum jedem 
Bande nur ein Register, ahgetheilt nach den fürstlichen, gräf- 
lichen, freiherrlichen und adelichen Wappen, mitgegeben. 

83) Topographische Geschichte der Kreishaupt- 
stadt Landshut in Niederbayern von Dr. An to n Wie- 
send. Landshut, J. Thomann, 1858. VIII u. 287 Sin. 

Dieses sauber ausgestattete Büchlein verdankt den Im- 
puls seiner Entstehung dem Wunsche des Königs Maximilian, 
es möchten die Mitglieder der historischen Vereine die Be- 
arbeitung einer topographischen Geschichte der vorzüglichen 
bayerischen Städte in den Kreis ihrer Bestrebungen ziehen. 
In Folge dessen legt der Verfasser diese Bearbeitung der 
Stadt Landshut vor. Der Inhalt zerfflilt in mehrere Abschnitte. 
Im ersten: allgemein Topographisches und Geschichtliches, 
wird eine allgemeine Darstellung der Landshut und seine 
Oerilichkeiten und Gebaulichkeiten betrelfenden Ereignisse 
gegeben, der im zweiten und dritten .Abschnille die einge- 
hendere Entwicklung folgt. Dann treten im vierten Ah- 
schnitle die Bewohner von Landshut auf, in ihrer geistigen 
und körperlichen Anlage, in ihrem Leben und Verkehr. In 
Kürze wird darauf die Umgebung der SladI geschildert, und 
den Schliils macht ein Strafsen- und llaiiscrverzeicliiiifs der 
Stadt. Freunden stadtischer Geschichte wird das Buch gewils 
willkommen sein. 



277 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



?78 



84) Kaiser Ma limi lian's I- (reheimes Ja^dbuth und 
Von den Zeichen des Hirsches, eine Abhandlung 
des vierzehnten Jahrhunderts. Beides zum ersten Mahle 
herausgegeben von Th. G. von Karajan. Wien, C. 
Gerold. ISr.S. 16. XV n. 85 Stn. 

Die Handschriften beider Abhandlungen verwahrt die 
k. k. Hoftibliolhek. Die Niederschrift des .Jagdbuches rührt 
von des Kaisers eigener Hand her, und dieses selbst war 
höchst wahrscheinlich fiir seine Enkel Karl und Ferdinand 
bestimmt. Die zweite Abhandlung halt der Herausgeber nur 
für einen Theil eines gröfseren Werkes über Hirschjagd oder 
Jagdwesen überhaupt. Schon das bekannte Siem. Feyerabcnd- 
sche „Neuw Jag- und Weydwerck-Buch", Frankfurt a. M., 1582, 
Fol. kennet diese .Anleitung, indem auf Blatt .'!•) b desselben 
lange Stellen daraus in sprachlich verjüngter F'orni wieder- 
gegeben sind. — Der Herausgeber hat erläuternde Anmerkun- 
gen und eine Uebersetzung hinzugefügt. 

85) Die bayerische Landes fe st ung Ingolstadt in 
kricgsgeschichtlicher und strategischer Beziehung dar- 
gestellt von Konrad von Berg, Hauptmann im k. 7. 
Infanterieregiment (Hohenhauscn). Ingolstadt. Im Selbst- 
verläge des Verfassers. 18.58. 8. 251 Stn. 

Der Ausarbeitung dieser Schrift liegen zwei, zunächst 
praktische Fragen zu Grunde. Erstens, welche Gründe spre- 
chen für die AVabI von Ingolstadt als Hauptlandesfestun? von 
Bayern ? und zweitens, welche Dienste können im Fall eines 
Krieges von diesem Platze erwartet werden ? Die Losung 
dieser Fragen wird auf doppelte Wi-ise versucht, zuerst histo- 
risch-strategisch durch eine Schilderung der Kriege, die bisher 
an der oberen Donau geführt worden, und dann in mehr theore- 
tischer Ausführung durch strategische Beschreibung und Wür- 
digung des oberen Donauthales. Die beiden letzten Abschnitte 
beschäftigen sich speciell mit der Geschichte, Beschreibung und 
strategischen Wichtigkeit der Festung Ingolstadt. Ein l'eber- 
ticbtsplan der bisherigen F'eldzuge an der oberen Donau ist 
beigegeben. 



Nr. 34. Das Heerwesen des deutschen Reichs im 18. Jahrh. 
(Ilurmann.) Befestigte Dörfer zwischen Rhein und Nahe. 
(Cohauscn.) 

Augsb. Post zeitung: Beil. Nr. 54. Neues sonderbares Prin- 
cip für bayer. Gcschichtforschung. (Rupertsfragc betr.) 

Hildesh. Sonn tags b lalt : Kr. 20 ff. Das Grocifest zu 
Braunschweig. (Ed. Gottwald.) 

Würzb. SonntagsblatI : Nr. 26. Ueber d. Ueiligthum S. 
Burkhards in Wurzburg. 

Augsb. Tagblatt: Nr. 174 u. 176. Ueber Mörtelbereilung 
der .\lten. Nr. 175. Der „steinerne Mann" in Augsburg. 
Berichtigung. 

Bayer. Vnlksblatt: Nr. 156. Bericht des Verwaltungsaus- 
schusscs des Dombauvereins in Regensburg. 

Kathol. Wahrhei I sfrcun d (Gratzj: Nr. 14. Die künftigen 
Grenzen der Seckaucr und Lavanler Diöcese in Steier- 
mark. Der 400ste Geburtstag iMax I. und dessen Tauf- 
name. 

Zeitschrift f. österr. Gymnasien: 5. Ueber .\nsbcrfs 
Bericht vom Kreuzgange des K Friedrich"s (Büdinger.) 

Zeitschrift f. vergleichende Sprachforschung: VIII. 
4. Einige deutsche wurzelformen auf 3. (Leo .Meyer.) 

Zeitschrift f. d. gesammte Staat swissenscha ft, 1858, 
4. Hft. : Die Verfassung der Städte u. Länder Deutsch- 
lands unter dem Einflüsse des Kinungswesens. Ein Bei- 
trag z. Gesch. der politischen Ideen im Mittelalter. 

Illustr. Zeitung: Nr. 826 ff. Sladtewahrzeichen. XVIII. 
Speier. Nr. 829. Alexander v. Humboldt's Abstammung 
und Wappen. 

Neue Münch. Zeitung: .\bendblatt Nr. 86. Die Regens- 
burger Folterkammer. Eine Skizze der früheren Justiz- 
pflege. (H. Weininger.) Nr. 99. Die .\rbeiten des Ver- 
eins zur Erhaltung der histor. Denkmale des Elsasses. 
Nr. 13K Friedrich Pacher, Maler von Brunecken. Nr. 
133. Holbein's Todentanz. 

Wiener Zeitung: Nr. 1520'. Die praktische Richtung der 
hunstarchaulogie. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Bibliotheque un iversel le : 17. Le chAleau de Wartbourg 
et sa restauration. (Humberl.) 

Blatter für Deutsche Dichtung: Nr. 29. Die Allilera- 
ration in Luther» Bibelübersetzung. (W. Hopf.) 

Gera er Ge ne ral- Anzeiger : Nr. 116-120. Der deutsche 
Hitlerorden zur Zeit Heinrichs von Plauen. (F. Hahn.) 

Protest. Kircbenzei tung: Nr.24. llymnologischeBeilrage. 
I. Eine Dichter Ehrenrettung. II. Antike Metra in Kir- 
chenliedern. (Wfinhiild.) Nr. 26. Reformalionsdcnknial 
oder Lulberdenknial ? 

Christliches Kunstblatt: Nr. 11. Die Hauptversammlung 
des Vereins für christl. Kunst in d. evangel. Kirche Würt- 
tembergs. (G.) 

W estermann 's illustr. deutsche Monatshefte: Nr. .13. 
Eine deutsche Fürstin am Hofe Ludwigs XIV. (King.) 



VerniiHrlite '^'arlirlrlilrn. 

64) Das Brüsseler Itaihhaus ist nun von allen Ge- 
rüsten befreit, und es zeigt sich die ornamenireichc F'apade 
wieder in ihrer vollen Baupracht. Zwischen den architekto- 
nischen Drnamenten ist eine Reihe von allegtirischen Statuen 
angebracht, die blirgerliihcn Tugenden nnd Freiheiten, ver- 
sinnbildlichend. Das untere Gcschofs des schlanken Thurmes, 
der auch völlig restauriert ist. wird ebenfalls mit Statuetten 
belebt. 

65) Die so herrlich gelegene alle Kirche in .\tlas- 
berg bei Kegensburg soll durch das Wohlwollen der Hc. 
gierung und die Opferfreudigkeit von Privaten vor dem Ver- 
falle gereitet werden. Nachdem dieselbe schon im vorigen 
Jahre mit einem neuen Dache versehen worden, wird in die- 



279 



Anzeiger (ür Iviiiiilc dir deutschen Vorzeit. 



280 



sem Sommer das Innere der Kirche restauriert, deren Pres- 
bvterium wohl unter die edelsten moniinienlnicn Bauwerke 
dieses Stiles gehört. 

66) In Regensburg scheint es mit den Vorarbeiten 
zum Dombauc Ernst zu werden, da der Viktnalienmarkt 
sowie der sogen. Abendmarkt in Folge niagistr.itisohen Be- 
schlusses vom Dnmplatze verlegt wurde. — Die früher ge- 
sperrt gewesene St. lllrichskirchc wird ebenfalls restauriert, 
nnd der unschöne Vorbau weggerissen. 

67) Nachdem die grüfliclic Familie von WciKT-Mitternith, 
die von alten Zeiten her an der Maria- Ablafs-Kapel le 
in Köln Interesse nimmt, zur .\usfiilirung eines .\nbaues an 
der Südseite der Kapelle und einer Einfriedung der übrigen 
Seiten mittels (4illcr-AI>6chlusses die Summe von 2000 Thirn. 
herzugeben erklärt hat, genehmigte die Stadtverordneten- Ver- 
sammlung die unentgeltliche Abtretung des hierzu nOthigen 
Terrains, unter der Bedingung, dafs der westliche Eingang 
zur Kapelle und das Thürmchcn derselben in stilgerechter 
Bauart hergestellt werden. 

68) In der IN'iihc der katholischen Kirche in Konigsbrunn 
am Lechfelde wurden 12 römische Grabhügel entdeckt. 
Am 22. Juni wurde einer olfengelegt, und in demselben sind 
sjimmilirhe Urnen, wie sie eingesetzt sind, zu Tag gebracht, 
jedoch noch nicht ansgelioben, um dem l'esucher ein Bild 
von solchen Alterthümern an Ort und Stelle zu versehalfen, 
was für Geschichtsfreunde vom licichslcn Interesse sein dürfte. 



69) Bei Göppingen, an einem Hügel auf dem linken 
Ufer der Fils, sliefs man bei Alir;iumung eine.'; Steinbruchs 
auf ein Gräberfeld. Zehn Leichen sind' bis jetzt ausgegra- 
ben worden. Die Leichen liegen nach keiner bestimmten 
Wcltgegend. Neben denselben wurden gefunden : kurze 
Schwerter, Urnen, Schmucksachen, Perlen von Bernstein, ein 
Medaillon, viele bunte, von Thon gebrannte kleine Cylinder 
mit Löchern zum Einfassen. Es sind noch weitere unerüfT- 
nele Grabhügel zu erkennen. 

70) Beim Bau der Bahnstrecke Vevey-Villeneuve wurden 
30 menschliche Skelette aufgefunden, die allen Anzei- 
chen nach seil früher Vorzeit dort in einer Schichte Lehms 
begraben lagen. Bei Landeron sliefs man ebenfalls bei .\n- 
lals der Bahnbaulcn auf zahlreiche römische Ziegeln und auch 
auf Skelcllc. 

71) Das Museum für schicsische Alterthümer 
in Breslau bat endlich Dach und Fach gefunden, indem es 
sich Miethräume in einem l'rivalliause bat aulsuchen müssen. 
Seine Uebergabe an das Pulilikum dürfte nächstens stattfin- 
den. Von der Herstellung eines eigenen Gebiiudes zur Auf- 
nahme aller für die OefTentlichkeit bestimmten Sammlungen 
(städtischer sowie privater, ausschliefsend nur die königli- 
chen) ist vor der Hand und bei den] gegenwärtigen Zeit- 
verhiillnissen noch keine Rede. — Der bisher als .\rbeitshaus 
verwendete sogen. ...\lle Stock", eines der ältesten Gebäude 
inniltlen der Stadt, soll abgetragen werden. 



Inserate uud Hekauiiliiiiichuugeu. 

Jahresversammlung des germ. Museums betr. 

Naclidem in letzter Jalivc^sconrcrunz diircli eine Coinini.ssiüii des \ ei \v;iltuiii;.saussclius.scs der Rosclilufs 
gefafst worden, nur alle drei Jaiirc eine Geiieralversaininluiig des Verwallungsausscliusses zu halten, so 
wird, wie im vorigen, auch in diesem Jahre, und zwar gegen Ende Septembers (die Tage werden 
noch bekannt gegeben), eine Vervvallungscoiirerenz durch eine vom Ausschufs zu ciwahiende Coinmis- 
sion ilahior abtrchallcn werden Wir machen dies vorläufig zu dein Endzwecke bekainit, damit sowohl 
die Herren Jlilylieder des V e r wa 1 1 u ii gsa ussc hu ss es, als des Gele li rtenausschusses , nicht minder 
aber auch die Herren I5e vuUmacli tigten des Museums (Vertreter di-r Auenluren) , welche sich etwa 
zur ronl'erenz dahier eiiiliiHlcii wdlleii, ihre iillen('aIlsiL;eii Ferienreisen diiniacli eiiizuricliteii in Stiiinl 
gesetzt sind. 

Nürnberg, den 20. ,iuli 1859. 

Die Vorstände des german. Museums : 
Ilr. Frhr, \. ii. /.. Aiifscss. Dr. Itccg. 



Verantwortliche Redaclion : Dr. Freih. v. u. z. Aufsers. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommann. 

Verlag der literarisch- artistischen .Vnstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

V. E. Sclputd'sclic BurlnlrurkrcH. 



NÜRNBERG. Das Abonnement des 
lJlatt»*s, wrlchrs alle Monale ersi-lu-int, 
wird «"anzjälirij? anKeiiommt-n uü»l bctraji^l 
naehdcr iieuest«nPoslconv('nti»)n bei allen 
Postäinteni uiidiluc-hliandlunj^en Dtutach- 
lnnf!$ incl. 0<'8treichs 3fl. 3t'.kr. im 2UI.- 
Fula oder 2Thlr. preuls. 

l'üv Frant^rfirlt nbunniert man in 
Strarsburj? bei C, K. Schmidt, in Paris 
bei der deutschen UuL-hluiiidhin^ toii F. 
Klincksieok, Xr. 11. ruo do Lille, oder 



mmam 



Flilt kL\DE DEII 



Neue Folge. 




bei dem Postamt in Karlsruhe; für Eng- 
land bei Williams & Xorjcale, 14 Uen- 
ri<'tlc-8trfetCüvt*ni-(ianlen inLondon; für 
\ordnmeriKn bei doii Postümtcrn Bremen 
und HaHiburK-. — 

Inserate, wclcho mit den Zwecken 
des AuzeiRers und dessen wisäenscbalV 
lirhem (lebiete in ViTbinduns ßlohcn, 
wurden aufgenommen und der Raum ei- 
ner Colnnin-nzeilo mit 7 kr. oder 2 Sgr. 
bercehnei. 



fnir 




Sechster Jaliigaiig. 



1859. 



ORGA\ DES GEIU1A\ISCHE\ MISEIMS. 



August. 



Uisseusilialüiclic Midlieiliiugeii. 



schichte. Die Grafen von Kolioneni»« nirlit Pfautl- 
lierreii zu 'l'rilior;;. 

Von Professor Dr. C. B. A. Ficklcr in Mannheim. 

In Slüncb's Geschichte des Hauses Furstenber^, I, 
339 ist g-esafft, Kaiser Ludwig habe 1311 einen Wille- 
brief ertheilt hinsichtlich der von IIohen-Embs an 
Fürslenberff verpfändeten Burg und Stadt Triherg; und 
Alt-Hornberg, des Inhalts, dafs. im Fall binnen 30 .lab- 
rcn diese Besitzungen nicht geloset würden, Fürsteuberg 
Eigenthümer derselben werden sollte. 

Dieses könnte die Forscher über Vorarlberg irre 
fuhren. In der angeführten Originnl-rrknnde steht nach 
der von Dr. Scheffel vermittelten Erklärung des fürstl. 
FUrstenb. Archivs in Donaucschingen der Name des Ver- 
|ifandcnden ganz dcnllicb als ,, Albert' des llolienb''g" bc- 
eeicbnet. Die Erklärung des Herganges ist folgende : 
Herzog Albert von Oesterreicli hatte am 8. Juni 1333 
die Herrschaft Triberg von den Grafen von llobenberg als 
Pfand erhalten (Ilergott, Gen. dipl. III, 650). Ebender- 
selbe halte 132(1 von den Grafen von Furstenberg-Has- 
lach die Stadt Villingen und Znbchordc um 7500 M. S. 
erkauft (Lichnowskj , HI, lieg. 719). Mit der Zahlung 
gieng es aber nicht so rasch. 1335 (9. Sept., Wien) 
quittiert Graf Götz über 500 M. S. den Herzogen ; diese 
müssen llndolf v. Anrberg für gelittenen Schaden und 
Leistung in Villin gen 1337, 5. April entschädigen; 



den 24. Dec. desselben Jahres quittiert Graf Götz wieder 
über 02 Pf. W. Pfennige. Wahrscheinlich traten nun die 
Herzoge, um den Grafen für die Kestsumme zu sichern, das 
Pfand Triberg ab, dessen Ueberweisung 1341 von König 
Ludwig bestätigt wird, mit dem Beding, dafs es mit Zu- 
stimmung der eigentlichen Besitzer, der Grafen von Ho- 
henberg, im Nicbtbezahlungsfall an Fürstenberg zu eigen 
falle. Indessen wurde Graf Hugo von Fürslenberg-Has- 
lach 1311 seiner Reslfordernng gewahrt (Lichnowsky, 
Heg. 1354). So wurde Triberg wieder freies Pfand der 
Herzoge und konnte 1356, 31. Mai, um 12,000 fl. an die 
Herren Job. von Blnmenegg, Hesso Snewlin im Hof und 
Diciiich von Valchcnstein zu Freiburg auf 14 Jahre ver- 
pfändet werden, nachdem es Jahrs zuvor um 20,000 0. 
vom Bischof y.n Freising, Albert von llobenberg, vollends 
erkauft war, der indessen erst 135(i seiner Forderung völ- 
lig gewährt wurde. (Lichnowsky, III, Heg. 1859. IV, 33.) 



Ili<* l-'aiiiili«- t.tii l'ladiiiiK. 

Von C. Prinib.«, Kochlspraktikanlcn, in Nürnberg. 

In dem hand.schrilllichen Gcschlechterlinchc , welches 
sich in der Stadtbibliothek zu Lindau befindet, ist unter 
anderen auch einer Familie von Fladung erwähnt, weloho 
sich gegen Anfang des 16. Jahrh. daselbst im Burger- 
rechte befand. Woher diese Familie noch Lindau kam, 



283 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vurzeit. 



284 



darüber gibt nun leider das Geschlechterbucb keinen Auf- 
schlufs; wenn mau jedoch von der Gleichheit zweier 
Wappen auf einen geschlechtlichen Zusammenbang der 
Familien schlicfsen darf, so durften die von Fladungeo, 
welche bis zum Anfange des lü. Jalirh. in dem unter- 
fränkischen Stadtchen gleiches Namens ihren Sitz hatten, 
wohl ein und desselben Stammes mit den in Lindau vcr- 
bUrgerten Fladung sein. Nach dem Wappen dieser 
Familie, wie es der jungst verstorbene Domcapitular 
Benkert zu Wurzburg in einer Abhandlung über diese 
Familie im IX. Bande des Archives des histor. Ver. von 
L'nterfranken gibt, und welches vollständig mit dem von 
Scbannat in seinem fuldaischeu Lehenhofe gegebenen Über- 
einstimmt, war das Wappen der unterfränkischen Fla- 
dung eine natürliche, schwebende Hube mit grünem 
Kraul, llelmzier und Tiiigirung fehlen bei beiden. — 
Nach den Siegeln, die sich in beregtem Geschlechterbuche 
in Federzeichnungen finden, haben die Liiidauer Findung 
ebenfalls eine Hube in rolhem Felde, sowie auf dem Helme 
geführt, der mit einer flachen rothen Mutze mit silbernem 
Stulpe bedeckt ist; die llelmdecken waren silbern und 
rolh. — 

Nach dem Geschlechterbnche war zuerst Hanns von 
Fladung 1508 Bürger in Lindau und in der adelichen 
Gesellschaft zum Suiilfzen ; er heiralhete 1512 Ursula 
von Watt, eine Verwandte des gelehrten Vadianus von 
St. Gallen, welche nach seinem Tode von Martin Neu- 
komm ein Gut zu Ilatzenweiler kaufte, das sie 1516 an 
Anna Bücher um 500 l'fd. Heller verkaufte. Sonst fuhrt 
das Geschlechlerbuch noch einen Georg von Fladung auf, 
der 1532 Borger in Lindau, sowie Gustavel im Sünffzen 
war, u[id in diesem Jahre seinen Sitz zu Schachen an 
Anna Marschulk, genannt Zuller, verkaufte. Sonst findet 
sich blus noch dessen W itlwe, Fuplirosina Kroll. 

Auffallend ist hiebel nur, dafs nach den Nachrichten 
Benkert's im Jahre 1514 die unlerfrankischen von Fladun- 
gen mit Hanns erloschen sind, wahrend sich doch noch 
1532 einer dieses Namens und Wappens zu Lindau iindct. 

Vielleicht durften diese wenigen Notizen einen An- 
lafs geben zu weiteren Nachforschnngen, welche dann 
den allenfallsigen Znsammenhang dieser beiden Familien 
urkundlich nachzuweisen vermögen. 



FUritcn. 



Zur CiieMcliIrlilc tlfM liHitrlMrlien Herzogs 
llcinrirli XVI. 

Von ArcliiTiir Ilor.scliel In Dresden. 

Lang in seiner Gcschichle des baierisclien Herzogs 
Ludwig VIL (des Burligco) erzählt S. 313, dafs nach 



dessen Tode Herzog Heinrich XVI. (von Landshul) vom 
Gebiete des Verstorbenen mit ungebührlicher Hast Besitz 
genommen habe; jedoch durch einen in Wien ausgebrach- 
ten Suhnebrief vom 28. Febr. 1448 wegen seines Beneh- 
mens aufser Verantwortung gesetzt worden sei. 

Näheres über diese, wahrscheinlich im Landesarchive 
eingesehene Urkunde hat Lang nicht angegeben ; auch 
Chmel gedenkt derselben weder in der Geschichte Kaiser 
Friedrich's IV. noch in den Kegesten. Es sei daher die- 
ser, für die baierische Geschichte immerhin nicht unnierk- 
wurdigen Schrift, wie sich solche in einem, auf der Dres- 
dener Bibliothek befindlichen gleichzeitigen Formelbuche 
F. 172c. (vgl. über dasselbe das Leipz. Serapeum, Jahrg. 
1857, S. 91) vorfindet, hier ein Platz vergönnt. Sie lau- 
tet daselbst Bl. 112 b.: 

Aim furslen vngnad begeben. Bekennen u. s. w. Als 
der hochgeborn Heinrich u. s. w. nach tod herczog Ludwigs 
auch herczogen in Beyern vnd grauen czu Moriain sich 
desselben herczogen Ludwigen landt leut vnd gutji so 
er hinder jm gelassen vnderwunden hat ist er czu vns 
komeu vnd hat vns demutticliehen gebetten jm solich 
lannd czu leihen vnd was sich in den Sachen von one- 
fangk bi(J here gemacht oder verhandelt bette durch 
wen das geschehen were nachczulassen vnd czu begeben 
gnediciich geruchten, also haben wir angesehen des ege- 
nanten vnsers swagers demullig belle vnd erbiltung vnd 
solich dienst die er dem hailigen reich olTl getan hat 
vnd vns vnd dem reich in künftigen czeitten wol tun 
mag vnd sol auch sunderlich lieb vnd frcuntscbalTl die 
wir czu jm vnd vnscrm lieben ohem herczog Lud\\ig 
seinem sun tragen vnd haben vns aller solher vergangen 
sach vnd hanndelung bi|5 aulT hui dalum diejjs briefs es 
sey durch den egcnanten herczog Lml« igen grauen czo 
Mortaiii oder ir landschaffl edel vnd vnedel mlcr durch den 
egenanten vnsern swager licrc/.og lleinriclieii oder aber 
jr diener oder andere die jn czugehort haben geschehen 
wie sich die gemacht haben nichts an|5gcnomen mit sei- 
ner liebe gutlich vertragen vnd die all fallen lassen vnd 
genczlich ergeben begeben vnd nachlassen jm auch allen 
sollieu bände! vnd geschieht genczlich vnd volkomlich 
mit wolbedachtcm mut gullem rat vnscr furslen cdcln 
vnd gelruwen vnd von romisch koniclicher macht in craft 
diejjs briefs also das wir vnd vnser nachkonien vnd das 
hailig reich solichs hanndels gen dem egenanten vnsem 
lieben swager herczog Heinrichen vnd herczog Ludwigen 
seim sun vnd allen jni landen vnd Icuttcn boffmannen 
vnd dienern vnd wer darunder verdacht vnd gewandt ist 
czu arg hyenfur numcr furncmen noch cinich ansprach 
oder vordcrung jnnerhalb oder an|ierlialb rerhlcris darvmb 
haben sulleii noch wollen. Vnd ob vns vnd dem haili- 



285 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



286 



gen reich von einicher vergangen krieg- oder vberfaning 
wegen bayder herczogen Ludwigs grauen czu Jlortain 
vnd Graispach seligen vnd jrer lannd leut darvmb das 
sye vnser vnd des hailigen reichs lannd gekrenket ha- 
ben nach laut der guldin bull oder sunst icht bu[J oder 
pene angefallen were oder ob vus hinfur von derselben 
oder ander vergangen hanndeluiig wegen darvmb der ege- 
nant vnser swager hertzog Heinrich mit ladungen von 
vns au|5gcgangen aufT recht verfangen ist rechtlich icht biijj 
oder pene geburu wurden oder sulten oder durch einich 
puntni[5 wiellen die sye villicht one des reichs wiellen 
getan hetten. Das alles lassen wir dem egenanten vn- 
sern swager vnd herczog Ludwigen seim sun vnd jrn 
erben durch sunderlich freuntscbafTt wiellen als oben ge- 
mclt ist gancz nach in solher masß das wir vnd vnser 
nachkomen von des reichs wegen sye auch darvmb 
nymmer betaydingen noch furnemen sullen noch wollen 
jnnerhalb noch ausserhalb gerichts als vorbegrielTen ist 
in dheinerley wei|3 sunder es soll ein gancz abgetan vnd 
gestiebt sach sein all geuerd vnd argliest dar jnn gencz- 
lich außgeslossen. Datum Wienn feria quarta post oculi 
1448. regni 8. 



Voleliep Coitor. 

Von Professor Dr. Friedr. A. Kcufs in Nürnberg. 

Nürnbergs Verdienste um die Pflege der Anatomie 
im IC. Jahrb. sind bereits im Journal von und für Deutsch- 
land, 1784, 322 ff. nach Gebühr gewürdigt worden. Die 
Sammlungen dieser Stadt bieten noch manchen unbeschrie- 
benen werlhvollen Beilrag zu den Erstlingen des anato- 
mischen Bilder- und Bacherschatzes. Einer hiesigen 
Handschrift entnehmen wir nachstehende Aufzeichnung 
über den Tod des berühmten Nürnberger Analomen Vol- 
cher Coiter, tis Ergänzung der von Choulant, Gesch. 
d. anatomisch. Abbildung, 6f) und Haser, Gesch. d. >le- 
dlcin, 2. Aufl. I, 405 über ihn mitgelheilteii biographi- 
schen Nachrichten: „Volcherus Coiter D. itolefnar^o; Ca- 
simiri principis palatini in expeditione gallica, tabe con- 
sumptus obiit in Campania apud comitem de Bryeu, castris 
positis ad castellum Dieu-Ville, redeunte iam exercitu 
in Germaniam , paceque in Galliis confecta ac publicata, 
anno salulis parta; 1570 die 2. Junii. 

Vulcherus Coiler morte est abreptus acerba, 
Insignem amisit nostra corona rosam." 



AiireKiiiiK XII einer nrrliiioloKlMrlieii Hnrte 
UeiilHcliluiiiiH. 

Ein Sendschreiben an alle Altertbumsfreunde 
von Dr. Uiecke in Nordhausea.f 

Es ist allerdings eine erfreuliche Thatsache, dafs in 
unsern Tagen für die Aufhellung unserer alten Zustünde 
so aufserordentlich viel gethan wird. Ueber ganz Deutsch- 
land hat sich ein Netz von Vereinen ausc-espannt. die alle 
in ihren Bereich gehurenden Allerlhumer pflegen und 
sammeln, es bestehen und bilden sich Staats-, Vereins- 
und Privatmuseen, und als Cenlralpurikt für alle couver- 
gierenden Hichtungen gedeiht das germanische Nalional- 
museum zu stets mehr anschwellender Gröfse empor. 
So thälig alle diese Anstalten sind, so dankenswe.th ihr 
Eingreifen in die Alterlhumskunde, so hell das Licht, 
das von ihnen auf unsere überwundenen Zustände aus- 
strahlt : es gibt nicht wenige Gebiete, die von ihrem 
Einflüsse nur erst sehr geringe Spuren tragen. Zum Theil 
liegt dies freilich in den Verhaltnissen begründet. 

Ich beanspruche gegenwärtig die wohlwollende Auf- 
merksamkeit für unsere allerältesten Denkmäler. Jene 
mitunter grofsartigen Landwehren, Ring- und Burgwälle, 
Steinkreise, Opferaltäre und Grabhügel, welche zum gros- 
sen Theil noch nicht erforscht sind, geben von Tag zu 
Tage immer mehr dem Untergänge entgegen. Besonders 
ist das hier im nördlichen Deutschland der Fall, wo ia 
Folge der Separationen und Gemeinheitstheilungeo diese 
Denkmaler, die bis dahin meist Gemeingut waren, in den 
Privatbesitz iibergehen. Die Landwehren, Upferhugcl und 
RingwSlIe werden geebnet und in Ackerland verwandelt, 
Grabhügel zu Dunger abgefahren, Steiiiringe und Opfer- 
altare zertrümmert und zum Chaussee- und Eisenbalinbau 
verbraucht. So fallen die Zeugen von dem uralten Le- 
ben des germanischen Volkes mehr und mehr unter dem 
Einflüsse der Kultur. 

Im Interesse der Alterthumskunde ist es im höchsten 
Grade wünschenswerlh, dafs diese alten Denkmäler der 
Vorzeit, so viel als möglich, erhalten werden, und dies 
kann nur dadurch geschehen, dafs im Volke das Interesse 
und die Achtung dafür geweckt wird, dafs die Staatsbe- 
hörden deren hohe Wichtigkeit für die Geschichte ein- 
sehen. Aber auch so mochte deren Existenz früher oder 
später doch gefährdet werden, und ich mache darum an 
alle Freunde unserer alten Denkmale den dringenden Vor- 
schlag, dann wenigstens für die Wissenschaft bei Zeiten 
daraus zu entnehmen, wos gegenwärtig noch gewonnen 
werden kann. Ich mache den Vorschlag, Karten inzufer- 
liiren, in welche die iiorli vorhandenen Alterlhumer ge- 
nannter Art genau verieicbuct werden. In Bezug auf 



Zustände. 
.\llgem. Kul- 
tur- u. sociale 
Zustände. 



267 



Anzeiirer für Kuiule (Ilt deutschen Vorzeil. 



288 



die Landwehren wurden auf diese Weise beslinimt hudist 
■withli^e Resultate gewonneu. Unstreitig hatten alle, und 
besunders die ältesten, nur den Zweck, den Kaub des 
Viehes und das Eindringen berittener Kiiuber zu verliü- 
leo. Indem der Hauptreichthum der ältesten Bewohner 
Germaniens in den zahlreichen Viehherden bestand, so 
lafst sich auch annehmen, dafs viele Landwehren aus 
den ältesten, vorgeschichtlichen Zeiten stammen, ja, dafs 
die bekannten römischen Pfahlgraben in Sud- und West- 
deutschland nur Nachaliniungeii von derartigen gcrmani- 
scheo sind. Darf mau diese Annahme zulassen, so könn- 
ten die ältesten Schutz- und Wehrsysteme vielleicht noch 
Anhalt für Erfurschuiig der Sitze, Grenzen, Ganumfange 
u. s. w. der ältesten bekannten Volkcrstäinme abgeben, 
wie denn hier in Nordthüringen die Richtung der älte- 
sten Landwehren oft mit den ältesten Grenzen der Gaue 
und Kirchsprengel zusammentrifft. 

Für diejenigen, welche in der Auffindung von Land- 
wehren, Ringwällen und alten Wohnsitzen weniger ge- 
übt sind, theile ich hier gleich einige allgemeine Kenn- 
zeichen mit. 

I. Die Landwehren laufen 1) in der Regel von einem 
Flufsbelte, Sumpfe, See, schroffen Bergabhange, kurz, 
von einem natürlichen Hindernisse zum andern. Freilich 
sind seit ihrer Anlage viele Sümpfe, Seen, Moore und 
Bruche trocken gelegt, doch wird man da noch tiefe 
Gründe und Wiesen finden. 2) Die Dossierung der Walle 
ist lüich Aiifsen, also nach der Gegend, gegen welche 
sie Schulzen sollten, viel schroffer als nach Iirnen. 3) 
Das ]laterial ist da genommen, wo und wie es sich fand. 
Auf felsigen Plateaux sind gewöhnlich Felstrümmer zu- 
sammengetragen, weil der Boden die Anlegung von Grä- 
ben nicht gestattete. 4) Je leichter ein Theil zugäng- 
lich war, desto hoher und liefer wurden Wall und Grä- 
beo gemacht; auch legte man sie mehrfach an. Ich habe 
sechs- und siebenfache Gräben und Wälle gefunden. 5) 
Viele schliefsen ganze Bezirke von vielen Quadratmeilen 
ab; viele, z. B. die neuesten Landwehren vieler Städte, 
schliefsen nur einzelne Orte ab. G) Hierher rechne ich 
auch die häufig vorkommende wnlhntige Rcfesligniig <ier 
Dorfer, wo ein Flufs, Sumpf oder Abhang mit biriutzt 
wurde. .. . 

II. Die Ring- oder Burgwälle sind gewöhnlich auf 
von der Natur schon zum Theil gcschntzlen (Jertlichkei- 
ten angelegt, z B auf Landzungen, auf Inseln, in Süm- 
pfen, auf vorspringenden Bergplalpanx, auf Felsen, schrof- 
fen Bergkegeln u. s. w , immer aber mufste Was- 
ser in der Nähe sein. So habe ich denn in den Vor- 
bergen des Harzes und in Thüringen fast keine solche 
Localiiat ohne Spurcu von alten Ringwullen gefunden, 



und die Ititlerbnrgen in ganz Deutschland (ja in der gan- 
zen Welt) sind auf solchen Oertlichkeiten gegründet. 
Bemerken mnfs ich noch, dafs in vielen Burgwällen, wah- 
rend selbst Geschichlswerke von der früheren E.vistenz von 
Burgen sprechen, auch nicht die kleinste Spur von Bau- 
werken, Mauerresten, Mörtel n. s. w. zu fiuden war; 
dafs also entweder keine Wohnungen vorhanden gewesen 
siud, oder blofs hölzerne Häuser und Hatten in denselben 
gestanden haben können. Oefter waren Felsen und 
Bergplateau.\ dadurch unzugänglich gemacht, dafs man 
Schutt und Geröll von den Felswänden abgeräumt und 
so die Höhen unersteigbar gemacht hatte. So fand ich 
es auf der sogenannten Hasenburg. Schmale Landrücken 
oder Bergpliiteau.x waren oft nur durch einen Quergraben 
abgeschnitten, z B. auf der Rofstrappe, auf der Gras- 
burg bei Rottleberode. Die Bezeichnung ,,alte Burg" 
läfst sehr oft nur einfache Erdwälle, ohne jede Spur von 
Mauerwerk auffinden ; z. B. die „alte Burg" bei Gr. Wau- 
gen an der L'nstrul , die sogen. „Steiuklebe" bei Kl. 
Wangen daselbst. 

Behufs Anlegung einer Alterthjimskarte empfehle ich 
nun folgenden Vorschlag. Diejenigen, welche das Unter- 
nehmen unterstützen wollen, zeichnen in eine Special- 
kartc ilirer Gegend oder ihres Beobachtungskreises unge- 
fiihr mit den von C. v. Estorff auf seiner archäologischen 
Karte der Gegend von Uelzen (s. heidnische Alterlliümcr 
der Gegend von Uelzen etc., von C. v, Estorff; Hannover, 
1846, bei Hahn. qu. Fol.) angenommenen Zeichen: 

Mit einem einfachen Ringe mit Punkt in der Mitte 
ein rundes, — mit einem rechtwinkligen Viereck ein 
rechtwinkliges Steindenkmul ; 

mit einem Oblongum eine Gruppe von Sleindenkmalen; 

mit einem grofsern Quadrate ein zerstörtes Steiiidenk- 
mal ; • — mit einem desgl. kleineren einen merkwürdig 
grofsen Stein ; 

mit zwei concentrischen Kreisen eine Gruppe von 
Stein- und Erddenkmalen; 

mit einem einfachen Kreise eine Gruppe Erddenkmale; 

mit einem kleinen Ringel ein einzelnes Erddenkmal 
(beide Grabhügel) ; 

mit einem Doppclstrich einen Lnndgraben ; 

mit eiueui auf die Sjiitze gestellten Quadrate cioe 
Schnnze ; 

mit einem von Schraffierung umgebenen Hinge, nach 
der natürlichen Gestalt und Form, die Ringwälle. 

Moore, Sümpfe, Seen, Burgruinen, Kirchen u. s. w. 
werden mit den bekannten Zeichen der Landkarten be- 
zeichnet. Zweckmflfsig ist es, alle diese Zeichen der 
deutlichem 'und raschern Uebersirhl wegen mit Farbe, 
und zwar am besten mit rother Farbe, anzulegen. 



289 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



290 



Weuo DUO hierzu die uüthigen Erlauteruiigea gefügt 
werden: eine kurze Beschreibung der Deukmaler, ihrer 
Ausdehuuiig, Huhe uud Tiefe und Gestalt, ferner ihre Be- 
Deouuiigeu im Muude des Vulkcs, die damit veikiiupfleii 
Sagen und abergläubischen Aleiuungeii, überhaupt alles 
Bemerkenswerthe, so wird, weuii die Sache mit regem 
und patriuliscbem Eifer angegriffen »ird, damit ein so 
herrliches Material zusammengebracht, dafs daraus für 
unsere Alterthumskunde unbedingt ein grofsartiger Fort- 
schritt erzielt werden mufs. Das germairische National- 
museum , welches sich zn einem einhcillichen Mittel- 
punkte der kulturgeschichtlichen Bestrebungen in allen 
Richtungen immer energischer entfaltet, wird für das ge- 
schilderte Ziel gewil's gern seine centrale Kraft einsetzen 
und mit allen ihm zu Gebote steheuden Mitteln zu des- 
sen Erreichung freudig mitwirken. Aus der Zahl seiner ' 
thätigen Beamten wird dasselbe gewil's gern einen mit 
der nolhwcndigeu Leitung beauftragen uud aus dem glän- 
zenden Kreise seines Gelehrtenausschusses die geeigneten 
Koryphäen der Wissenschaft auswählen, die von der Spreu 
den Waizen sondern und aus der brauchbaren Frucht 
unseres gemeinsamen Fleifses der nationalen Alterthums- 
kunde eine neue gediegene Nahrung bereiten. 



Nomina episcoporum bambergeosis ecciesie 67. 
Vita sancti heinrici imperatoris et confessoris. 68. 
De miraculis eiusdeni. 84. Sermo de eodem 87. 
Vila sancle kunegundis imperalricis et virginis. 91. 
De miraculis eiusdem 94. Sermo de eadem lU3. 



Veber einen alten IlanilMrliriftenkatalog. 

Von Prof. Dr. Karl liart.sch in Rostock. 
(Schlufs.) 

(El. 51.) I. primum I'rima pars speculi hystorialis 
vincenij. 
I. 2. Secunda pars speculi hystorialis vincencij. 
I. 3. Tercia pars speculi hystoritilis vincencij. 
I. 4. Quarta pars speculi hystorialis vincencij. 
(Es folgt I. 5 — 6Specul. morale, I. 7 — 8 Specul. 
natur.) 
I. 10 Prima pars hystorialis fratris anthouini. 
I. II. Secunda pars hystorialis anthoniui. 
I. 12. Tercia pars hystorialis fratris anlhonini. 
1. 13 — 15 sind leer gelassen, ebenso 1. 23 — 37. 
(Bl. 5lrw.) I. 38. Cronica marlini ordi. predi. (.'uum 
scire opera. 
Compcndium cronicoruni ab inicio usqne ud annum 
M.tCC.WX. 
(Bl. 52.) 1. 39. (Vila) Marcelli et petri. 145. 
(Bl. 52 rw.) . . . Kyliani et sociorum eins. 177. 
. . fursei confessoris. 2Ü0. 

I. 42. Yila saucli oltonis episcopi bambergensis. G. 
De miraculis eiusdem. CO. Sermo de eodem. 03. 
Noinina summorum poiitificum. ü7. 



Vila sancti bonifacij episcopi et martyris. 151. 
Alia legenda brenior de eodem. Iü8. 

(Bl. 53.) 

Vita sancli \filibaldi episcopi. 177. 
Vita sancli wuuebaldi abbatis. I'JO. 



De habilu et vtstilu omi;ium ordiiium rcligioso- 
rum. 218. 
I. 45. Cronica fratris hermanni de ordine minorum 
Marie virginis. 
(Bl. 54.) K. 7. C'onsueludines sublacenses. 
(Bl. 55 rw.) K. 16. Kalendarium cum computu Nuren- 

bergensi. 
(Bl. 59.) L. 14. Computns Nurnbergeivsis Omnia cum 

inferiora. 
(Bl. 61.) L. 34. Epistola karoli ducis burgundie ad 
episcopnm ma^'untinenseni. 

Epistola friderici imperaloris ad ducem burgundie. 
(Bl. 62.) L. 45. Epistole magistri petri de vineis in 
diuersis niaterijs. 
L. 47. Copia bulle (jue dat.n est prouincie Treue- 
reusi pro capitulo relebrando or. s. benedicti. 
(Bl. 62 rw ) Diuersi proeessus capitulorum |iro\in- 
cialium Vnineisis presentcs etc. 
Carla ordinacionis data a visitatoribus pro re- 
formacione jn sleinach. 
(Bl. 64 rw.) L. 86. Ejislole Enee siluij poele lau- 

reati. ümnihus et singulis. 
Mit dieser Nummer bricht der Katalog ab : es folgt 
noch L 87, aber ohne Angabe einer Handschrift. Hierauf 
sind einige Blallor leer gelassen ; es scheint also, dafs 
das Verzeichnifs nicht vollslandig ist 

Schon dieser Auszug zeigt, dafs eine systematische 
Anordnung der Bibliothek nicht befulgl war Doch fin- 
det sich Bl. 57 rw. nnler dem linc listabeci L folgende 
Ueberschrift : Texlualia philosophie nioralis et naturalis 
cum conimentis exercicijs et queslionibus suis nee nou 
in phisiciilibus et arte hnmanitati.s. In der Tbnt enthalt 
diese Abiheilung nebst manchem Andern \ii'l medizini- 
sches, nBlurwisseiiSchuftliches und philu.^opliisches. 

Von classischeii äihriftslellern enthielt die Bibliolliek 
wenig; am liauligsten liudel sich Seneca, G. 46.4*. II. 38. 
L. 36. 37 ; nachstdem Cicero, B. 37. Tullius de lunieicia 
Quiucius mucius etc. ; E, 28. Tullius de nicmoria Memo- 



291 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



292 



ria vlriim habest (unecht); L. 36. Cicero de aniicicia 
Quiiitus mucius augur. Cicero de senectute tite si 
quid ego adiuto. Excerpta de li. Tullij tuscnlaiiDrum que- 
stionum vel disputaciouum. Excerpta de li. Tullij cice- 
rouis de orficijs Tullius cicero. L. 38. Tullius de ofli- 
cijs Quanquam te marcc. Paradoxa lullij ciceroüis Animad- 
uerle brnte. Vielleicht citi Cäsar, B. 34. Gesla bello- 
rum julij cesaris; ebenda ein deutscher Vegecius, Vege- 
cius de re militari in volgari. H. 10. libri antiqnilatum 
josephi. Josephus de hello iudaico. L. 10. Aiisloteles 
de morle et uita De eo auttni quod est. L. 34. Virgi- 
lius in buccolicis Tilcre lu palere. Virgilius in geuricis 
Quid facias lelas. Virgilius in eneydis Anna virumque 
cano. Terencius in 6 comcdijs. Natus in excelsis. L 3ö. 
Versus oracij de uite humane breuitate Maiiiio lorquato. 

Auch Deutsches fand sich nur äufserst wenig vor. 
Aufser dem schon erwähnten deutschen Vegecius und 
einer deutschen Chronik (H. 45) bemerke ich einen Tra- 
clalus in volgari de confectione vinorum (G. 41), meh- 
rere deutsche'Vocahularien, und L. 37 : Freidancus poela 
metrice et in volgari. Incepto nomen. Von dieser Haod- 
Bchrift führe ich den Inhalt vollständig oji, um das et- 
waige Wicdeiündon der Handschrift zu erleichtern. 

L. 37. Quarlus über decretalium cum commenlo De 
francia quidam. Seneca de quatuor virtutibus cum ex- 
posiciüue Phisologus metrice cum glosa Trcs Ico naturas. 
Freidancus etc. Maximianus poeta metrice. Emula quid 
cessas. Epistola b. bernhardi ad quendam militem Glo- 
rioso et felici. Quatuor mcia ad digne volcntem com- 
municare. Excerpla voca Abarceo. cui. itum. Ars me- 
morandi. bic dicturi. Sermo bonus Surgite eamus. 

Die Bibliothek enthielt auch einige Drucke. G. 16 
findet sich Prima pars hihlie impressa. G. 17. Secuuda 
pars biblie impressa. M. 44. Vitas patrum impressum 
E. 19, Philippus de pergamo super kathonem impressus. 



Land o. Leute. Der CieMellHrliiirt ilcr Itolticiiloii zu liii- 

«■«■rii OriliiuiiK- I5I9. 

Hitgclhcilt von J. Schneller, Sliidlarchivar, in Lucern. 

„In gottcs naiüen amcti. Wen nun in iillen diiiircn | 
nUnl pe.ssers ist dafi Ordnung, vnnd biiscrs dafi vnord- 
nung, ilarumb kundent vnd veriechend wir die gemeinen 
Stuben Meister | vnd Stuben gsellen vfT der Räblllten Stu- 
ben 7.U Lutzern, das wir mit einhelligem Hat, do wir in 
vfiscrm olTncn gebot hy einandern | vcrsiimelt peweseii 
sind vnnd besunder mit vrloiih ciin.st wiis.si'n vnd willen 
vnsiTn gnedigen Herren Srhnllhei.ssen vikI Itiitt 7.n j Lut- 
zcrn, vmb das vnser Gselscbaft iiinfur zu ewigen zitten 



8tandCBVcrhiilt 

nUr(?cr- nnil 
fitädlowcDcn. 



mit vnnscr Kertzen, Jarzitten, vnd ander Sachen, nach 
vnser Harkoinen | gwonheit dester ba(i bestan vnd blibcn 
mUgend, So habend wir obgenante Meister vnnd Stuben 
gsellen mit einhelligem Ralt | vnd guter vorbctrach- 
tung diß nachgeschriben Ordnung vffgesetzt vnnd ange- 
sechen, das die nun von evNigem vnzerbrochen ge- | hal- 
ten werden sol. Item die Stubeumeister, welche dan ye 
zu zitten sind, mögeod euch einen Stuben knecht heissen 
ein olTen | Gepot verkünden, aU olTt vnd dick sy das 
NotturfTtig bediincket sin, gemeinen Stuben gsellen by 
einem pfund wach|5, vnnd | welchen Stuben gsellen das 
gebot also verkünt wirt, vnd'darzu nit konipt, der oder 
die sollend dan von stund an an gnad | ein pfund wach[5 
an vnnser kertzen zu geben verfallen sin ; Es were dan, 
das einer semlich Sachen vßzugy, die dar | uor billich 
schirmetin. Vnd welche dan zu dem gebot koment, die 
selben sollend vollen gwalt haben , also waz da | vnnder 
Inen das mer wirt, das es da by bestan vnd beliben solle, 
von den andern so nit dar koinen sind gantz vngeirt | 
vnd viihekumbert. Item was ouch vor einem offnen gebot 
das mer wirdt, das man yeman in der geselschaft naitien 

I etwas ze thun beuilhet vnd von der Stuben wegen, 
Es sigind Stubeumeister, oder brotmeister zu sin, oder 
anders ze thun j oder zu versorgen, das den gsellen vnd 
der Stuben ye nottorfTtig ist, das sol ein yetlicher thun 
on alle widerred, alles by der | pen eins pfund wachfi 
an die kertzen, als dick das ze schulden Uompt, an alle 
geuürd ; doch das keiner verbunden sin sol { Stubeumei- 
ster oder Brotmeister zwey Jar an ein ander, ange- 
uerlich. Item wen man och ein Nüwen Stuben gsellen 
empfa- I hen wil, das sol geschechen vor einem olT- 
nen pot, vnd welcher dan empfangen wirt, das sol ston 
an einer gmcincn gselschaft | wie sye in hulteut; vnd ob 
einer in der gselschaft wery, der eim nit zu willen wer, 
So mags der selb erwern, das man | lu nit vfT nimpt. 
Item vnd was die gselschaft bet oder vberkompt, das sol 
kein gsell nienen versetzen, noch verendern | one der an- 
dern wüssen vnd willen, den allein was da ist, das sol 
der Kertzen vnderpfand sin. Item vnd weö es sach weri, 

I das zwen mit einandern vneins wurdint, so sol es kei- 
ner von dem andern clagnen Iherthalb viertzehen lagen, 
oh es I die Stubeumeister gerichten möchtind. Item es 
sol ouch ein yegklicher Stubengsell vIT vunser sluben alle 
Jar an dem In- | gcnden Jar den gsellen ein guot jar ge- 
ben Nämlich zwen plapbart ; welcher aber das nit dflty, 
So er des ermnuet I wurde, der sol siiien Schilt verloren 
hau, vnnd sol man Im das iiuntzit wider gen, das er 
den \m die gselschafft | geben hat. Ein ietlichcr meislcr 
oder gsell vff vnnser Stuben sol ouch den gsellen zu 
lieb vnd leid gon, ein gsell sttirb { oder Im wcrd , oder 



293 



Anzeiurer für Kuiiilo der deutschen Vorzeit. 



294 



sust zu anderu dingen als andern gsellen, vnnd als er 3) zeigt unter einem Kiindbogcn den Kopf mit der 

welle, das Im die gsellcn och diittent, oii alle | geuärd. Mitra, auf der Rs. unter Spitzbogen die Brustbilder des 

Item was ouch an einem Jarstag gemacht wirt von Bischofs uuil des Herzogs ; das ersicre nimmt die Stelle 

gmeiuen gsellen, das sol man also halten." rechts ein. 

Schultheifs, Rathe und die hundert von Lucern be- 4) Die zweite Sorte hat neben dem unbedecktea 

statigteri und besiegelten obige Ordnung und Stubenrecht Kopfe die Buchstaben II— 0, auf der Us. dieselbe üar- 



„vir fritag vor Sauut Thomas tag 1517." 



Leben. 

eu(^intc und 

Erwrb. 

ndclsmitteL 



Uer ^Tliiiixfiiiiil l><>i IVeiterMilorf i» 
FrniiUeii. 

Von Dr. Job. Muller. 

Am Üstersamstag, den 23. April, sticfs der Bauer 
Stäudtner von W'eitersdorf, einem Filial der Pfarrei Rofs- 
stall im k. bayer. Landgericht Kadolzhurg, ungefähr 3 
Stunden von Nürnberg gelegen, bei dem Bearbeiten sei- 
nes AcUers auf zwei ungehenkclte Thongefäfse , die er 
unabsichtlich mit der Schaufel zertrümmerte. Es zeigten 



Stellung wie die erste Art. Slempelverschiedenheiten sind 
nicht selten. — Nur in einem E.xemplare liegt 

5) eine Münze vor, welche die nämliche wie die bei 
Obermayr, a. a. 0., Taf. IX, Nr. 25 zu sein scheint. Die 
Vorderseite zeigt den Ilorzogskopf mit Hut, wahrend die 
sonst unkenntliche Kuckseite beslininil weder einen Adler 
noch eiueu Löwen darstellt. (Jb sie von Otto illnstris 
(1231 — 1253) oder gar von dessen Vater Ludwig her- 
stammt, mul's wegen fehlender Anhaltspunkte dahinge- 
stellt bleiben. 

C) Zahlreich sind die Ambergcr Pfennige, welche 
Streber (d. alt. v. d. Wiltelsbachern in der Uberpfalz 
geschlagenen Münzen, Taf. I) zum Theil Rudolf I., ge- 
meinschaftlich mit seinem Bruder Ludwig dem Bayern 
(12'J4 — 1310), zum Theil Rudolf II., gemeinschaftlich mit 



sich hierauf 29 Stuck giofsere und eine bedeutende Par 

tie, über 1000 Stück, kleinere Silbermünzeu, die bei dem seinem Bruder Ruprecht I. (1329 — 1353) zugeschrieben 

Landgerichte Kadolzburg deponiert und darauf dem ger- i,at. An durchgreifenden Merkmalen für diese Trennung 



manischen Museum wohlwollend zur Ansicht niilgethcilt 
wurden. Obwohl der MUnzfund nicht viel Neues bietet, 
so ist er doch wegen seiner Bestandtheile interessant 
und wir geben deshalb, soweit es der zum Theil sehr 
schlechte Zustand der llUnzen, ihr theilweise sehr ver- 
wischtes Gepräge gestattet, darüber eine kurze und dem 
beschrankten Baume des Anzeigers entsprechende Ueber- 
sicht. 

Unter den 29 gröfsern Münzen sind : 

1) zwei der bekannten Turnosen von Philipp (Appel, 
3598); die übrigen sind 

2) böhmische Groschen mit KAliOLVS PRIMVS, also 
von Karl I. (als Kaiser Karl IV.), welche sich von den 
schon vorhandenen in nichts unterscheiden. Diese gros- 
sem Münzen befanden sich in dem einen Gefafse von 
den kleineren abgesondert. 

Unter den kleineren Münzen sind die häufigsten jene 
bei Obermayr (hislor. Nachricht von hayr. Münzen, Taf. 
X, Nr. 14 — lö) abgebildeten Pfennige, welche in Folge 
des zwischen dem Herzog Heinrich von Niederbayern 
(1235—1290) und dem Bischöfe von Regensburg, Hein- 
rich II. Graf von Roteneck (1277 - 129C) geschlossenen Ver- 
trages gemünzt wurden. Ein Abdruck dieses Vertrages, 
welchen Hcinrich's Sohn Otto (1290 — 1312) fortsetzte, 
findet sich bei Obermayr a. a. 0. in der vierten BeiInge; 
derselbe ist ungefähr um das Jahr 1284 abgeschlossen. 
Die eine Sorte : 



fehlt es bei den Münzen unseres Fundes; nur ein Stück 
gleicht der Abbildung Taf. I, Nr. 2. Zwischen den Buch- 
staben R — A (die Schenkel des letztem fast parallel) das 
bekannte Brustbild über gezinntem Sockel, auf der Rs. 
die beiden Brustbilder mit Mützen unter Spitzbögen. Die 
zweite Art unterscheidet sich im Gepräge wesentlich 
durch die Form des A, die gewohnliche gothisclic .Ma- 
juskel, und hiervon sind mehrere Varietäten vorhanden. 

In noch gröl'serer Menge fanden sich die Amberger 
Münzen, welche Streber a.a.O. theils Ruprecht I. (1353 
— 1390), Taf. 2, Nr. 15 ü. 17, theils Ruprecht III. (1308 
— 1410), Taf. 3, zugeschrieben hat. Wir geben im Fol- 
genden nur die Hauptgepriige an. 

7) Hs. : In Zirkeleinfassung das vorwärts gekehrte, 
unten gezackte Brustbild. Umschr. : . . VPHRTI. 

Rs. : Gekrönter Löwe, (heraldisch) noch rechts. Um- 
schr.: . . . HTA.  ■' - 

8) Hs. : Dnsselbe Brustbild in /.irkcleinrassung. Um- 
schr. : (DV\? RVPE)RT. 

Rs. : Der Lowe nach rechts, l'mschr : M(*0 .... 
Ziemlich ahgeprilTen. 

9) Ebenso, aber der Lowe anders stilisiert. 

1(1) lls. : Dasselbe Brustbild von vom, in Zirkelein- 
fassung. Umschr.: . RVPHRTI 

Rs. : Der Löwe. Umschr.: il^.Ol^Ul . . Slcmpclvcr- 
schiedenhcit. 



295 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



296 



11) IIs. : Dasselbe Brustbild von vorn, iii Zirkelein- 
fassnng. l'msclir. : . . M'HRTl. 

Rs. : unkenntlich. Stempelverschiedenheit. 

12) IIs.: Das Brustbild von vorn, ohoe Zirkeleinfas- 
Bung. Umschr. : * . (1 ORT'. 

Rs.: leer. — Abbildan^ Nr. t. 

13) Hs. : In Zirkeleinfassuug' das Brustbild von vorn. 
Umschr : * DVX. RVPHR'f. 

Rs. : leer. 

14) Hs. : In ZirkeleinPnssung das Brustbild von vorn. 
Umschr.: • . DV(X RVP)flRT'. 

Bs. : leer. 

15) Hs. : Das Brustbild von vorn, ohne sichtbare Zir- 
keleinfassung. Umschr. : * . (DVX R)VI'aRT'. 

Rs. : leer. 

IC) Hs. : Der Lowe nach rechts. Umschr.: * 6ßO- 
RÖTA. ASÜB. 

17) Hs. : Der Liiwe nach rechts. Umschr.: ,.... 
A: AbV-R: 

Von diesen beiden Münzen Ruprccht's III. gibt es un- 
terschiedliche Stempelveischiedenheiten. Vgl. Streber, d. 
tilt. WilteLsbach. 3Iun/.en, Taf. 3, Nr. 33-35 (die Rück- 
seiten). 

Eben so reich an Zahl sind die kleineu PTennige des 
Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg (1361. — 1396), 
wovon jedoch die geringem Stempelverschiedenbeilen 
gleichfalls übergangen werden. Die hier aufgezählteD 
weichen zum Theil wesentlich von denen bei Streber 
(die alt. burggräfl. nürnberg. Münzen Taf. I, Nr. 1 — 4) 
mitgetheiltcn ab. 

18) Hs. : Brackenkopf nach rechts, ziemlich roh sti- 
lisiert. Umschr. : . . IDÖR . . . 

Rs. : Lowe nach links. Umschr. : . . R0BAVI. 

19) Hs. : Brackenkopf nach rechts, noch roher stili- 
siert. Umschr. : j FBlDeiRI . . . 

Rs. : Lowe nach links. Urpschr. : . VRGRA. . 

20) Hs. : Brackenkopf nach rechts, von anderer Zeich- 
nung. Umschr.: . . . DWRKII. 

Rs. : Lowe nach links, ebenso. Umschr.: ...6RA... 

21) Hs. : Brackenkopf nach rechts, roh. Umschr.: 
. . IDeiKlU. . 

Hs. : Löwe nach links, roher als der vorhergehende. 
Umschr. : f  • RGHAVH. 

22) Hs : Brnckfnkopf nach links. Umschr.: * FRI- 
DHRKl. 



Rs. : Löwe nach rechts. Umschr. : * BVRGR.W. 

23) IIs. : Brackenkopf nach rechts, undeutlich. Um- 
schr. : * RUH. 

Rs. : Lowe uach rechts. Umschr. : • . . . GRAVI. 

24) Hs.: Löwe nach rechts. Umschr.: Rlfll. 

Rs. : Brackenkopf nach rechts. Umschr. : * BVR- 

Gravi. 

25) Hs. ; Brackenkopf nach links, undeutlich. Um- 
schr.: .... tim\ . . 

Rs. : Brackenkopf, undeutlich nach welcher Richtung. 
Umschr.: . . . VRGRAVH. 

20) Hs. : Brackenkopf nach rechts. Umschr. : f BVR- 
(GRA)VH. 

Rs.: Brackenkopf nach links. Umschr.: jBVRGRAV.. 

27) Hs. : Brnckenkopf nach rechts. Umschr.: .... 
BAVn. 

Rs. : Der gekrönte böhmische Löwe mit Doppelschweif 
nach rechts. Umschr. : f B (?) R — Abb. Nr. 2. 

Leider läfst sich von der Umschrift dieses interessan- 
ten Pfennigs weiter nichts cntzilTcrn. Ob Karl I. von 
Böhmen mit dem Burggrafen vielleicht gcmeinscharilich 
münzte, bedarf noch der BestStigung. Die folgendea 
Stucke haben nur ein einseitiges Gepräge. 

28) Brackenkopf nach links. Umschr.: * FR1D(J.... 

29) Brackenkopf nach links. Umschr.: a FRIüHRIÜI 
• — Stempelverscliiedenlieit. 

30) Brackenkopf nach rechts. Umschr. : f FRlüUUIll. 

31) Brackenkopf nach rechts. Umschr.: . . . . RAVI. 

32) Brackenkopf nach rechts. Umschr. : f BVR- 
G(RAV)H *** 

33) Löwe uach rechts. Umschr.: f BVRGRAVI. 

34) Löwe nach links. Umschr. : BVRGRAVH. 

In bedeutender Zahl, wiewohl nicht so häufig wie 
die vorhergehefiden, sind In dem Funde auch böhmische 
Pfennige. Die grofsere Zahl tragt den Namen K. Karls I. 
(als Kaiser Karl IV.) 1346—1370, aber auch die übrigen 
Gepräge sind höch.st wahrscheinlich unter ihm uiiii in 
derselben Münzstätte geschlagen. Die folgenden sind die 
hauptsächlichem. 

(Schlufs folgt.) 
(Mil einer Beilage.) 



Veriintwortlielic Redaclion : Dr. Frcih. v. u. z,. Aufsefs. Dr. A. v. Eye. Ur. (j. K. Froniinniin. 
Vcrlng der literarisch -arllstischcn Anstalt des germanischen Museums in Nllrnbrrg. 



L). F.. S r linl (l'<.clir Uii< lidi lu-kriri. 








^ 













RFJL AGK ZLM WZEK.ER ViW Kl XDE [)VA\ DECTSdlFA VOHZEIT. 

1859. J\? 8. Aiigiisl. 



Chronik des ffcruiaiiischoü Mnspiiiiis. 



Konnipn wir in unserem letzten Berichte ankiindigen, 
AV. V. Huiilbach habe sein Wort gelöst, sei gekommen, um das 
grofse Kaiserbild zu malen, «o sind wir schon heule so glück- 
lich, berichten zu können, dafs dieses Bild als eine der gelun- 
gensten und grofsarligsten Schöpfungen unseres deutschen Alt- 
und firorsmcislers der Kunst zum Entzücken aller Beschauer 
auf der Wand unserer neueingeweihten Kunsthalle fertig 
dasteht. Wir können diesen neuen Triumph, den unsere Na- 
tionalanstalt damit errungen und auch würdig zu feiern ge- 
sucht hat, nicht mit Stillschweigen übergehen; wir hallen 
uns sogar verpflichtet, allen unscrn Freunden ausführlich zu 
erzählen, wie wir ihn feierten. 

Gegen Abends G l'hr am 18. Aug. versammelten sich in der 
vollständig restaurierten und mit Kunstdenkmalorn eingerich- 
teten grolsen Karthauser-Kirche, nun Kunsthalle genannt, meh- 
rere hundert Freunde des germ. Museums mit ihren F'amilien. 
Kauibach''s Wandbild war verhüllt mit leichter Decke. Zum 
Beginn der Feier seiner Enthüllung ertönte mit vollem Or- 
chester von der grofsen Gallerie herab M. v. Webcr's Jubelouver- 
ture, die mit der bekannten Volkshymne „Heil unserm König-' 
etc. schliefst. Der I. Vorstand des Museums, Freiherr v. Auf- 
sefs, ergriff, an diese Töne anschlielscnd, vom hocherhabenen, 
prachtvoll in Stein gearbeiteten neuen Rednerstuhl — ein Ge- 
schenk des Berliner Ilülfsvereins — das Wort und brachte 
auf den deutschen Monarchen, der dem Museum in seinem 
Staate Schutz und Ileimath verliehen, König Maximilian von 
Bayern, ein Hoch, in welches unter Trompeten- und l'auken- 
flchall Alle lebhaft einstimmten. Dann sprach er folgende 
Worte, die wir hier ganz wiedergeben, da sie zur Geschichte 
und Erklärung des Bildes gehören : 

„älil Freuden begrüfsc ich Sic, hochverehrteste Freunde 
und Freundinnen unserer deutschen Sache, unseres Natioual- 
muscums, welches mich berufen hat, Ihnen beute diesen Fest- 
grul's zu bringen. Ich bringe ihn aus voller Seele und freue 
mich dieses Tages, wo wir sagen können : Ein neuer, glück- 
licher Morgen ist angebrochen im Leben unseres germanischen 
Museums. Das deutsche Volk in seinen besten Mfinnern hat 
endlich erkannt, dafs dieses werth sei, von ihnen gestützt, 
getragen, ja geliebt zu sein. Wie wSre denn sonst in so 
wenig Jahren, in so kurzer Zeil alles das entstanden, was 
Sie um sich sehen? Wie wäre es möglich, heute unser schö- 
nes Fest zu feiern zu Ehren der Eröflnung dieses herrlichen 
Tempels deutscher Kunst und dessen schönster Zierde, des 
trciriirhen Gemdidcs des trefflichsten der deutschen Künstler, 
W. V. Knulbnch's, der als deul.icher Mann sein Wort gelöst, 
das er schon uns gab, »Is wir noch zu ringen hatten um die 
M'and, worauf jetzt seine herrliche Kunstsi hfipfnng in pracht- 



vollen Farben prangt? Die nächsten .\ugenblickc werden Sie 
überzeugen, dafs er uns in hoher künstlerischer Begeisterung,' 
aus freier Liebe zn seinem und unserem deutschen Vatfrr- 
lande nur das Beste gab, dessen ein grofser Künstler fähig 
ist, nicht nur unvergleichlich schön in der Ausführung, son- 
dern eben so sinnig und tief im Gedanken und in der Wahl 
des Gegenstandes. Der erste und gröfste Kaiser des deut- 
schen Reiches, Karl der Grofse, noch als Leiche sitzend auf 
dem Kaiserstuhle in seiner Herrlichkeit, doch starr und un- 
miichtig, das Reichsschwert in der Rechten, das Evangelien- 
buch als Schutzherr der Kirche auf den Knieen haltend, in 
tiefer Gruft des Domes zu Aachen , wird nach fast 200j:ihri- 
ger Grabesruhe, im Jahr 1000, besucht von dem jugendlichen, 
hochaufätrebenden Kaiser Otto IIL, der, erstaunt und erschro- 
cken über die kaiserliche Majestiit seines grofsen Voreänffcrs, 
auf der Treppe der Kaisergruft stehen bleibt. Ein alter 
Kriegskneclil; der die Fackel zur Beleuch.tung des Grabes vor- 
anträgl, an den sich der vorwitzige Hofnarr und Spielmann 
des jungen Kaisers angeschlossen, sinkt in Ehrfurcht und 
Schreck vor der mä6htigen Kaiserleiche in die Kniee, wäh- 
rend ein voraneilender Mefsbuhe und ein deutscher kaiserli- 
cher Edelknabe zurückschaudern, und ein anderer, zur Lin- 
ken des Kaisers, ein Lombarde, noch trunken von der Tafel- 
Ireude, von der die Gesellschaft kommt, seinen Spott hat, und 
von den beiden Geistlichen zur Rechten des Kaisers gewarnt 
wird. Zwei Ritter im Gefolge des Kaisers erscheinen im Hin- 
tergrund, noch matt von oben herein beleuchtet durch die 
Tageshelle, wahrend das kräftiec Fackellicht dem ganzen 
Bilde von unten her einen magischen Glanz verleiht. — Ich 
überlasse es dem Urlheile der Beschauer, ob dieses Bild in 
Rücksicht auf Beleuchtung und Grofsartigkeit der .Auffassung, 
Ernst und Wahrheit irgendwo seines Gleichen hat. Doch das 
weil's ich gewifs, dal's dem gcrman. Museum kein treffenderes 
und schöneres Sinnbild seines Strcbens gegeben werden konnte, 
als dieses. Denn auch wir sind berufen, hinabzusteigen in 
die lang verborgenen Tiefen der Vorzeit, um aufzusuchen des 
alten Reiches Herrlichkeil, sie, die hingst abgestorbene, wie- 
der hell zu beleuchten mit dem Fackelscheine der Wissen- 
schaft, auf dafs sich jedermann daran erfreue und slilrke, ja, 
wie Kaiser Otto wollte, zu neuen Thatcn der Ehre und de« 
Ruhmes der deutschen Nation sich ermanne. Dank sei dem 
grofsen Künstler, der uns und unsern Nachkommen in diesem 
herrlichen Bilde diese ewig bleibende, kriiflige Mahnung hin- 
tcrlarsl und, so lange dieser Tempel stehen wird, un.i und 
der deutschen Nution seines Namens dankbares (leduchtnifi 
gesliftel hat! Dank sei auch denen, die ihn in der mühe- 
vollen Ausführung seines trefflichen Werke» so Iren und Ihfl- 
tig unterslülit !" 



299 



Anzeiger für Kuiule der deutschen Vorzeit. 



300 



Und abermals erschallten durch das lange golhische Ge- 
wölbe l'aukcn und Trompeten, unter llochriif auf Meister 
Kaulbach, und plötzlich glitt der Vorhang vom Bilde, des- 
sen Herrlichkeit nun vor Aller Augen stand ; der volle MSn- 
nerchor fiel mit einem deutschen Liede ein, worauf die freu- 
dig erregte Stimmung der grofsen Versammlung durch einen 
von Mariner- und Frauenstimmen vorgelragcntn. herrrrgrcifen- 
den l'salm Mendelssohns gleichsam zur Kulie zuruckgeleilet 
wurde. Mehrere Kedner, darunter der I. Bürgermeister der 
Stadt, llr. V. Wächter, sprachen noch vom Ilednerstuhl in ge- 
bundener uud ungebundener Rede ihre Gefühle des Dankes 
und der Anerkennung aus. Orchester und Gesang wechselten 
bis nah an Mitternacht ab, die Gaste, die allmählich in den 
anstolsenden, hellerleuchlclen, geschmucklen Kreuzgangeu l'latz 
genommen und Erfrischung gefunden hatten, durch klassische 
Vortrage zu erfreuen. Der gefeierte Künstler, der wahrend 
der Keden sich in die obere Mebeukapelle, von wo aus er 
Alles übersehen konnte, zurückgezogen hatte, nahm später an 
dem geselligen Verguiigen der Menge Theil, und man sah 
ihn, bald umgeben von einem schonen Kreise der Damen im 
Kleinen Kreuzgang sitzen, bald umringt von Kunstlern und 
Kunstfreunden in der grofsen, lichtstrahlenden Halle vor dem 
Bilde stehen, in fröhlichster Stimmung noch in spater Stunde. 
Dank sei ihm nochmals gesagt für dies grofse, uniibertrefT- 
liche Werk, pank nochmals auch den Freunden, die ihm des- 
sen .Vusfuhrung erleichterten: Krcling, Köckert, Eher- 
hardt, Mayer und Peltenkofer, welch letzterer sich ins- 
besondere durch die vortreffliche Bereitung der Wand und 
Befestigung der Farben auf derselben mit Wasserglas ein 
bleibendes Verdienst erwarb, auch den festlichen Abend 
durch eine wahrhalt zauberische Beleuchtung des Bildes ver- 
herrlichte. 

Der Kunst verein für das Grolsherzoglhum Baden in 
Karlsruhe hat den schon in einer früheren Versammlung des 
Vereins für die historische Kunst gestellten Antrag, 
die von diesem Verein zu erwerbenden Gemälde, anstatt sie 
zu verloosen, dem gcrm. .Museum zu stiften, bei der nächsten 
llauplver-sammluhg zu erneuern beschlossen and hievon das 
Museum im Kenntnifs gesetzt. 

Auch von anderer Seite her wird für die Mehrung unse- 
rer Sammlungen fortwahrend freundliche Sorge gelragen. 
Diesmal wollen wir nur eine kleine Saminluiig schon gepräg- 
ter, werthvoller Gold- und Silber-Mudaillcn und Mun/.en, Ge- 
schenke des Herrn Kei nhold Scli i II iiig in Kiga, der durch 
die Ucberjassung einer Buchersammlung sich schon früher um 
das Museum verdient gemacht, und das aus zwei üelgemal- 
den und einer alten Skulptur ((.'hristuskopf) bestehende Ge- 
schenk des Herrn Landgerichtsassessor Moser in Freising 
hervorheben. 

Je weniger die Nachwirkungen des kaum bcehdeten 
Krieges für den Augenblick eine lebhafte Theilnahme für die 
Zwecke des Museums, besonders in Oeslernirli, erwarten las- 
sen, um «o mehr verdienen die günstigen Erfolge, die von 
der Agentur in Wien jungst gemeldet worden sind, dnfs ih- 
rer hier gedacht werde. Von den angezeigten Jahresbeiträ- 



gen nennen wir nur den des Herrn Nikolaus Barons Mu- 
statza in Wien zu 10(1. ö. W. und den des Magistrats der 
Stadt Bamberg zu 7(1. Von sonstigen anerkennenswerthen 
Beweisen der Theilnahme haben wir anzuführen : die Zeich- 
nung von je einer Aktie zu 1(X) (1. durch Herrn Baron von 
Bergh, k. pr. Obersten, in Berlin, durch Hrn. Georg Meifs- 
n c r jun. dahier und Johannes und Kathchen Deibel in 
Berlin; einen Beilrag zum hirchenbau zu lUOd. von demselben 
edlen Freunde unserer Sache, welcher früher bereits, wie 
in der Juni- Nummer erwUhnt , 200 fl. beigetragen; ferner 
eine Beisteuer des Magistrats zu El hing von 20 Thlr. 

In Schriflenlausch mit dem Museum ist getreten : 
der Verein für Geschichte und .\ltertliumskunde Schlesiens 
in Breslau. 

Neue Agenturen sind errichtet worden in Augsburg, 
Eisenach, Lauterbach (Hessen), Leutcrshausen, Mei- 
fsen, Münster und Thorn a. d. Weichsel. 

Dankend wird der Empfang nachstehender Geschenke 
hiemit bescheinigt : 

I. Für das Archiv. 

Karl Baron von Reitzenstein, z. Z. in München: 

1390. Verzichtbrief des Karl, gen. de Curia, für die Frauen- 
kirche zu Lankheim. 1289. Pap. Photogr.-Nachb. 

1391. Verzichtbrief u. Lehenrevers d. Hertwig zu llolberg f. 
Eberlin v. Blassenberg v. 1298. Pap. Ph.-Nachb. 

1392. Testament des Gottfried von Schlusselberg. 130b. Pap. 
Photogr.-Nachb. 

1393. Lehenbrief des Bischofs Leupolt zu Bamberg für Konrad 
und Eberhard v. Wisentau. 1360. Pap. Ph.-Nachb. 

1394. Urkunde d. Burggr. Friedrich üb. Verleihung d. Stadt- 
rechtes a. d. ü. Kirchenlamitz. l.'!7-l. Ph.-Nachb. 

1395. Urkunde d. Bischofs Albert v. Kegensburg, das Kloster 
Waldsassen betr. 12ü0. N. Pap.-Abschr. 

1396. Cessionsurkunde d. Hs. Schiner d. Alten, üb. s. Lehen. 
1310. riidtogr.-Nachb. 

Durch Paul Wagler, Magistratsralh, zu Nürnberg: 

1397. Ein F'ascikcl mit Abschriften Voytiseher und Hallcri- 
scher Lehenbriefc v. d. J. 1518—1718. Pap. 

1398. Prozefsaklen in d. Streitsachen zwischen dem Herzog 
von llolslcinPlOn, resp. dessen Prinzessinnen Töchtern, 
u. d. Telzelschen UcliUten weg. einer Schuldfonlerung. 
1705—1750. Faso. 11-^ IV u. VI. Pap. 

1399 — 1400. Rechnungen v. Gut Artelshofen aus d. Jahren 
1583-1623. 

1401 — 1402. 2 F'ascikel mit Urkundcnahschrifirn «us d. Jah- 
ren 1585 — 1710. Pap. 

1403. Ein l'nsnkel mit Origiimldocuinenten zum Holstein- 
Plon'schen u. Telzelschen Prozels. KiÖO— 1755. Pap. 

1404—1405. Zwei Fascikel mit -Urkundenabschriflen a. d. 
Jahren ir,91-17f.5. Pap. 
Wagner, Kiiurmann, zu Nürnberg : 

1406. Gcburlsbrief des .\dam Sylwer v. Silberttein für Georg 
Strecker. 1613. Pap. 



301 



Anznicrer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



30-2 



1407. Vergleich mehr. Borger lu Auspitz in d. Streitsache 
zwischen Gg. Strecker a. Hs. Klofs. Pap. 1620. 

1408. Erlafs (i. Markgrafen Christian zu Brandenburg a. d. 
Rath zu Kulmbach. 1621. Pap. 

1409. Schreiben d. Sladtvogts n. Raths zu Kulmbach a. d. 
Rath 7.U Baireuth. 1621. Pap.-Entw. 

1410. Vorstellung der Riemermeister Jac. Ktirner u. Thom. 
Pnckha zu Kulmbach a. d. Rath das.  1621. Pap. 

1411. Schreiben d. Stadtvngts u. Ualhs z. Kulnibach a. d. 
Stadtvogt u. Rath zu Baireuth. 1G21. Pap.-Entw. 

1412. Schreiben der Riemermeister zu Bamberg a. d. Riemer- 
meister Jac. Körner zu Kulmbach. 1621. Pap. 

1413. Zeugnifs der Richter u. Aellesten zu Gurdau f. Georg 
Strerkfufs, üb. d. Tud s. Vaters. 1624. Pap. 

1414. Schuldschein d. Kaspar Kölbel zu Kulmbach f. Hs. Hum- 
melbereer Ub. 2211. 1642. Pap. 

1415. Berechnung d. Kirchners Job. Predell zu St. Peter üb. 
Geldeinnahme s. Mündel. 1610 — 42. Pap. 

1416. Schreiben d. Stadivogis, Bürgermeisters u. Raths zu 
Kiilinbn.h. 1621. Pap.-Entw. 

Dr. F. A. Reufs, Professor, in Nürnberg : 

1417. Ablalsbrief d. Kardinalpricsters Alexander f. d. Frauen- 
kirche zu München. 1413. N. Pap.-A. 

Seibold, Commis, zu Nürnberg : 

1418. Vorstellung d. Gg. Gröschl zu Weischenfeld. Pap. 16. 
Jahrh. 

1419. 11 Schreiben über die Bitte der Stadt Wunsicdcl weg. 
Restitution d. Laulsner Weihers. 1.5.58 — 59. Pap. 

1420. Lehenrevers d. Hs. Harscher z. Stadeln f. d. Bischof 
Marquard z. Augsburg. 1576. Pap. 

1421. Protokoll d. Richlcramts Baicrsdorf üb. c. Schuldklage. 
1606. Pap. 

Nie. ürban V. Urbanstadt, k. k. Finanzbezirkskom- 
missar, zu Eger : 

1422. Schreiben d. Probsts Scidl zu Waldsassen u. d. Raths 
zu Tirschenreuth a. d. Rath zu Egcr. 15. Jhdt. Pap. 

1423. Schreiben d. Abtes Nicolaus zu Waldsassen an d. Rath 
zu Eger. 1421 (?). Pap. 

1424. Klage d. Hans von Slechau geg. Albrecht, Grafen u. 
Herrn zu Lising. 15. Jhdt. Pap. 

1425. Schreiben des K. Wladislaus v. Böhmen an Conrad, 
Ulrich u. Veit v. Zedwilz. 1480. Pap. 

1426. Schreiben d. Raths in Strziewice a. d. Rath z. Eger. 
1447. Pap. 

1427. Schreiben des K. Matthias v. I'ngnrn a. d. K. Kasimir 
^. Polin II, dcss. Antwort. 1471 — 1482. A. Pap.-Abschr. 

Schott, Obertribunalprokurator, zu Stuttgart: 
142H. Privilegium d. Königs Ka.simir v. Polen für d. Handels- 
leute von l'yolhrkoinmen. 1487. Pap. 

II. Fiir die Bibliothek. 

Dr. C. B. A. Flckler, Professor, in Mannheim : 

7750. F. A. I.i.'isignnio, Mannheim seil dorn Jahre 160G bi» 
1802. 18:M. 8. 

7751. M. de Ring, ölabjissemcnli cclli(|uca. 1842. 8. 



Historischer Filialverein in Neuburg: 

7752. Ders., Collectaneen-Blatt. 24. Jahrg. 1859. 8. 
Societe d'histolre et d'archeologie de Genive : 

7753. Dies., Meinoires et docuinenls. 11. Bd. 1859. 8. 
Dr. X.udw. Häarser, Professor, in Heidelberg: 

7751. Ders., dentsche Geschichte vom Tode Friedrichs des 
Grofscn bis zur Gründung des deutsch. Bundes. 3. Bd. 
1S59. 8. 
Society de la morale chretienne In Paris : 

TT.'iö. Dies.. Journal. T. I\. Nr. .'J n. 4. 1^'''.'. •*. 

Gesammtverein der deutschen Geschichts- n. 
Alterthumsvereine in Stuttgart: 

7756. Ders., Corresi.nndenz- Blatt. Nr. 7 — 9. 1859. 4. 
Ferdinand Hahn, furstl. reufsischcr Hnfbibliothekar, ia 

Gera : 

7757. Ders., Geschichte von Gera und dessen nächster Um- 
gebung. 2 Thle. 185.5. 8. 

7758. Üers. , Zur Erinnerung an die Empfangs- und Huldi- 
gungsfeier in Gera etc. am 24. Oktober. 1854. 8. 

7759. Heinrieh Postbumus der Grofse. 1808. 8. 

7760. R. Schmidt u. 0. Müller, Flora von Gera. 1857. 8. 
nebst Nr. 116 — 120 des Geraer General - Anzeigers. 
1858. 2. 

K. K g'eog'raph. Gesellschaft in Wien : 

7761. Dies., Millheilungen. ■]. Jahrg. 1. Heft. 1859. gr. 8. 
Stein, Mühlbcsitzer, zu Neustadt a. d. .\isch : 

7762. G. Venediger, Auslegung der Epistel an die Römer. 
1559. 8. 

Dr. B. V. Köhne, Direktor der herald. Abtheil. im dirig. 
Senate zu St. Petersburg: 

7763. Ders., die auf die Geschichte der Deutschen und Sar- 
maten bezüglichen Römischen Münzen. 1844. 8. 

7764. Ders., das Münzwesen der Stadt Berlin. 1837. 8. 

7765. Ders., de numis Friderici II. 1840. 8. 

7766. Ders., des Kardinals Ascanio Maria Sforza Feldherrn- 
slab. 1845. 8. 

7767. Ders., über die im russischen Reiche gefundenen abend- 
ländischen Münzen. 18.50. 8. 

7T68. Ders., Beschreibung zweier antiker Silber-Vasen. (.Rus- 
sisch.) 0. J. 8. 

7769. Ders., Beschreibung der Europäischen Münzen im 10., 
11. u. 12. Jahrb., gefunden in Rufsland. (Russisch.) 
1852. 8. 

7770. Ders., über ein Marnior-Piedestal etc. (Russisch.) 1854. 
8. und deutsch mitgetheilt von J. Arueth. (1853.) 8. 

7771. Ders., Chcrrones (Ssewaslopol). 1355. 8. 

7772. Zeitschrift für Münz-, Siegel- u. Wappenkunde. 4. Jahrg. 
6. Heft, 5. Jahrg. u. 6. Jahrgs. 1. u. 4.-6. Hft. 1S44 
—46. 8. und Neue Folge, 1. Hfl. 1859. 4. 

7773. J. de ßarlholomaei, notiec sur les Medaillcs des Dio- 
dotca. 181.3. 8. 

7774. Ders., cxtrnit de deui articlcs etc. 1847. 8. 

7775. P. Becker, die Gestade de» Pontus Euxinu». 1852. 8. 

7776. Ders., Versuch der Kritliirung einer unedirlen Münic 
ilc. 1852. 8. 



30^ 



Anzeiger für Kunde tler ileubclicn Nurzeit. 



304 



7777. M. F. Poey-d'AvanI, cataloguc des monnaies franfaises 
et ^traDgi'rcs compos. la collect, de feu M. Korblio. 
1855. 8. 

7778. J. Reichel, Beiträge z. Russischen Münikuode. II. 1847. 8. 

7779. Ders., Beiträge zur Münzkunde der sudl. slaw. Volker. 
1848. 8. 

7780. M. F. Esscilen, Uebcrsicht der Geschichte der Graf- 
schaft Mark. 1859. 8. 

7781. H. Dannenberg n. B. Kobne, die bei Katbau gefunde- 
nen Braktealen. (1852.) 8. 

7782. M. E. Carlier, luonuaies frappces en Corsc. 0. J. nebst 
Lettre a .Mr. Carlier von ß. de Hohne. (1850.) 8. 

7783. (B. V. Höhne), über die Genealogie und die Münzen 
der Sparlokidcn. Ü. J. 4. 

7784. Ders., Staterc d"or d"Ale.\andre Severe etc. (1857). 8. 

7785. Denkschriften der k. archäol. Gesellschaft. T. 3. Bul- 
letin der Sitzungen von IHM. 8. 

7786. Denkschriften etc. (Russisch. I 1850. 8. 

7787. Suciile rojale des antiquaires du Kord. 1845. 8. 
H. Krause, Conrektor am Gyiunasium zu Stade: 

77ö8. Ders., kurze hochdeutsche Sprachlehre. 2. Aufl. 1859. 8. 

Historischer Verein für Krain in Laibach : 
77ö'.'. Ulis.. Miiihtilunfjfii. .Harz u. .Vpiil. 18.59. 4. 

Polytechnischer Verein in Wurzburg: 
779U. lUr..^., WochcnschriH. .\r. 23-^ 2*;. 18.59. 8. 

Redaction der numismatischen Zeitung in Weis- 
sensce : 

7791. Dies., numismat. Zeitung. Nr. 11. 1859. 4. 
Dr. A. V. Keller, Professor, in Tübingen : 

7792. ,MillclniiiJii!iiii(Jischc Gedichte, herausg. v. A. v. Keller. 
I.>551. i. 

K. K. Central - Commission zur Erforschung^ 
und Erhaltung der Baudenkmale in Wien : 
779.;. l)i^.^., Miliheilung.'n. i. Jahrg. Mai u. Juni. 1859. 4. 
C. H. Beck'sche Buchh. in Aordlingcn : 

7794. Die deutschen Mundarten. Herausg. von G. K. From- 
rnann. 6. Jahrg. 2. Heft. 1859. 8. 

Frimbs. Kechlspraktikant, in Nilrnberg : 

7795. M. Iliiltineyer, Beschreib, d. Stadt St. Gallen. Ifi83. 8. 
779B. D. Ilerrliberüer, Topographie der Eidgnolsschaft. 2. Tbl. 

1758. 1. 
Carl n. Nie. Benziger, Gebr., Uuchh. in Einsiedeln : 

7797. .\. Schubiger, die Sängerschulc Sl. Gallens. 1858. 4. 
Capaun-Carlowa'schc Buchh. in Celle : 

7798. W. V. lioili iibirg, die DiOccse Bremen. 3. Tbl. Beila- 
gen. 1859. 4. 

7799. Ders., Verdener Geschichl.sc|ui llcn. 2. llifl. 1859. 8. 
' J. Zeiaer'a Buch- und Kunsthandlung in Nürnberg: 
im', \llir.dit Di.rcrAlbum. 9. Lfg. (1859.) gr. 2. 

Bauer & Raspe, Verlagsh. (Jul. Merz) in Nürnberg : 

7801. Zeitschrift fiir die Hullurgcscbicbte. Hrsg. von Job. 
Muikr u. Job. Fnlkc. Juli- u. Auguslbcft. 1859. 8. 

K. Sachs. Verein für Erforschung und Erhal- 
tung Vaterland. AltorthUmer in Urodcn: 

7802. Ders., Millheilungcn. 10. u. U. Heft. 1857 u. 1859. 8. 



Ein Ungenannter in Ndrnberg: 

7803. G. G. I'lato, .Mulhniassuiigen, warum der auf Kaiser Lud- 
wig IV. goldener Münze vorkommende doppelte .\dler 
der doppelte Reicbs-.Xdler nicht sein könne. 1762. 4. 

7804. Blätter für Münzkunde. Hrsg. von U. Grote. 1. Bd. 
Nr. 12-36. 2. u. .3. Bd. 1.835-1837. 4. 

7805. .^^liiiniiiliifilii dir Euroji. Rigcntcnhauscr. (1836.) 4. 

Histor. Verein für den Niederrhein in Köln : 

7806. Ders., Anhalen, 6. Hft., mit Bericht über das Jahr 1858. 
18,')9. 8. 

Comite Flamand de France in Dunkircben : 
7S0T. Diibs., liulU-tiii, .\r. i;>. l>i.'j'.t. s. 
Naturforschende Gesellschaft in Emden: 

7808. Dies., 24. Jahresbericht. Von H. Metger. 1859. 8. 
Dr. Merzdorf, grofsh. oldenb. Bibliothekar, in Olden- 
burg : 

7809. Laurentii Michaelis Jever'sche Keimchronik. Papier-Ab- 
schrift. 4. 

Ferdinandeum für Tirol und Vorarlberg in Inns- 
bruck : 

7810. Dass., Zeitschrift. 3. Folge. 8. Hft. 1859. 8. 
Historischer Verein für Kärnten in Hlagenfurt: 

7811- Dir.'i , .\i<liiv. Itid.: (i. 1 ihr. v. .Vllkcr^hofen. 4. Jahrg. 
is.'.^. y. 
Baron O. de Bonstetten in Bern : 

7812. Ders, r^cueil d'antiquit^s Suisses. 1855. gr. 2. 
Niederländ. Verein zur Beförderung der Ton- 
kunst iJi Kn|l('rd:iiii : 

7813. CoDeclio operum niusicorum Batav. saec. XVI., ed. F. J. 
Commer. T. XII. U. J. 4. 

Schleswig - Holstein -Lauenburgische Gesell- 
schaft für vaterländische Geschichte in kiel : 

7814. Dies., Urkundeii.siiiMiiilung. 2. Bds. 4. .\blh. Register. 
1858. 8. 

7815. Dies., Jahrbücher. l!d. 1. u. Bd. _'. Hft. 1. 1858-59. 8. 
R. Schilling, l'rivatgelehrtcr, in Riga : 

7816. W. S. Slavenhagen, .\lbum baltischer .Vnsichten. 3 u. 
4. Lief. 1858. gr. 4. 

C. A. Händel, Verlagsbucbh. in Leipzig: 

7817. Deul.Mhiiind. 5. Bd. (1859.) 4. 
H. Runge, Slaillralh, in Zürich : 

7818. Durs., Adjuralioncn, E.xorcisnien und Uenediciionen, 
, (Mittbeil. XII. 5.) 1859. 4. 

7819—21. Drei Programme der Kantonsscliule in Zürich. 1857 
—59. 4. 
Dr. Wilhelm Schaffner: 

7822. I)ir>., diis U MJir Uiihl in Deutschland. 1859. 8. 

Nlo. ürban v. Urbanstadt, K. k. Finanzbeiirkscom- 

missär, zu Eger ; 

7823. Artickel des Allgeni. Landtags aulf dorn Scblofs zu Prag 
gehalten, 1650, 1705, 1715, 1719, 1721, 1722, 1723, 
1729, 1732, 1740. 4. 

7824. Universal-Accis-Urdnung der Stände im Königreich Bo- 
bcimb. (1710). 4. 

7825. D. Ilerlicius, New vnd Alt Scbrcib-Cnlender. 1622. 4. 



305 



Anzeiger lür Kunde der deulsclien Vorzeit. 



306 



7826. OrdiiUDg des Kalhs der Stadt N'iiruLerg wahrend der 
Pestilentzisclien Seucbt. 1545. 2. uebst 5 bandschrift- 
lichen Kcceptcn. 

Dieterich'srhe Buchhandlung in Goitingen : 

7827. Fhilologus, 14. Jahrg. 2. llft. u. 1. Supplementbd. 2. 
Hfl. 1859. 8. 

7828. F. G. M'eicker, griech. Götlerlehre. 2. Bd. 1859. 8. 

7829. C. (i. Linder, de rerum dispositione apud Antiphonen! 
et Andocidem. 1859. 8. 

Frhr. Karl v. Reitzensteln, z. Z. in München : 

7830. K. II. W. .Munnich, die malerischen Ufer der Saale. 
181^. (ju. 4. 

Fr. Schönwerth, .Miniilerialmlh und Generalsekretiir, in 
München: 

7831. Erasnius Grundler, Büchlein, worinn vnderschidliche 
Erfuudlene goldt, sülbern und andere Bcrgwerckh ge- 
tragen wordlen. Pap. Ahschr. v. J. 1683. 8. 

7832. Invitation et Promulgation des SS. reliques en la ville 
d'Aix. (1699.) 8. 

Alex. Frhr. Bäthory v. Simolin, k. preufs. Kanimer- 
lierr etc., in Berlin : 

7833. Ders., Stammtafeln des Edlen Geschlechts der Bäthory 
von Simolin. 1855. gr. 4. 

7834. Ch. V. Stramberg, das Haus Bäthory. 1853. gr. 4. 
M. Dn Mont-Schanbcrg'schc ßuchh. in Köln : 

7835. Organ für chrisllichi- Kun.st, hrsg. v. Kr. Baudri. Kr. 
13—15. IS 59. 4. 

Senat der freien Stadt Lübeck : 

7836. Urkunden- Buch der Stadt Liibeck. 2. Thl. 1859. 4. 
Histor. Verein für das Grofsh. Hessen in Darm- 
stadt : 

7837. üers., Archiv, llrsggb. von L. Baur. 8. Bd. 3. Hft. u. 
9. Bd. 1. Hft. 1856 u. 1859. 8. 

Societe francaise d'archeolog'ie in Paris : 

7838. Dies., Bulletin nionuiocntal. 3. ^erie, Tome 5, 25. Vol. 
de la collect. Nr. 6 u. 7. 1859. 8. 

Ii'instltat historlque in Paris : 

7839. Uass., L InveMifiatiiir. 295. Livrais. 18.59. 8. 

III. Für die Kunst- und Alterthums- 
sammlung. 

Ungenannter zu Nürnberg: 
2943. 3 satir. Darstellungen, VVassermal. v. 16. u. 17. Jhdl. 



2944. Hälfte eines llohscbnittes mit Darstellung des Babo 
von Abensberg, 16. Jbdt. 

Iitist, kgl. .\dvokal, in Straubing: 

2945. Drtigroschcnstuck v. Herz. Albrechl v. Preufsen, 1545. 
Walthierer, Frübmefsbeneficiat, in Beiingrics : 

291t;. |'fii|.|iitzc vom 15. Jhdl. 

Wilh. Streib, Ilofbaumeisler, in Knburg : 

2947. Silberkapsel mit kleinen Abbildungen aus der Vertrei- 
bung der protestantischen Salzburger, 1732. 

2948. 5 Silbermünzen vom 16. u. 17. Jhdl. 

2949. 2 kleine Silbermedaillen vom 18. .Mull. 

2950. 2 Kupfermünzen von 1631 und 1692. 

Frhr. A. v. Witzleben zu Miltenberg a. M. : 

2951. Siibormünze vnn hr. Heinrich 11. 

2952. 7 kleinere Silbermünzen vom 16. — 18. Jhdl. 

2953. Komische Kupfermunze. 
6. Hanser in Nordlingen : 

2954. .Vugsburgcr Bracteat vom 13. Jhdt. 

Dr. J. Sighart, k. Uycealprolessor, in Freising : 

2955. Haupt Uhristi, Bellet in Stein vom 11. od. 12. Jhdt. 

2956. Zwei Gerichrsscenen, Uelgemälde von 1612. 
Back, Regierungsralh. in Altenburg- 

2957. Porträt des geh. Ualh Wagner, Steindruck. 

2958. GedonKlilatI zur 300jalirigen Jubelfeier der Universiliit 
Jena, Steindruck. 

2959. BIciabgufs einer Medaille auf Herzog Ferdinand von 
Braun^cliweijj. 1787. 

Reinh. Schilling:, Privatgelehrtcr, in Riga : 

2960. Gypsabgufs eines goth. Capiials zu Riga. 

2961. 3 goldene Medaillen vom 18. Jhdt. 

2962. 17 grofse silberne Medaillen vom 18. Jhdt. 

2963. 5 Medaillen von Bronce und Metallegirung vom 18. 
Jhdl. 

2964. 9 Rijaer Kupfermiinzen vom 16. Jhdl. 

2965. 6 kleine Silheriiiun/.en vom 16. u. 17. Jhdt. 

Dr. J. H. V. Hefner -Alteneck, Prof. u. Conserv. d. 
verein. Sammlungen, in .München : 

2966. Eine Galcone, Kadir. v. .\. Hirschvogel. 

Fr Graf Focci, Kgl. Kammerbcrr u. Ilndnusikinleudant, 
in Miinclieii : 

2967. 2 Pholographieen nach einer I'oderzcichnung des Herrn 
Geschenkgebers. 



riinuiiK (Irr IiislorisdicFi VririiH'. 



Archives de la Societd d'hisloirc du Cnnton 
de Fribourg. Sixiemu cnliicr. Fribourg, 1858: Nolice hi- 
(loriquc sur la bibiiolhi-c|nc cantonalc de Fribourg, par M. Ic 
eure Meyer. — Correspondance et docunients relatifs it lu 
guerrc de Fribourg et de la Savoic cn 1447 et 1448, publies 



par M. Ic eure Meyer. — Nolice «ur la vic et les Iravaux de 
la Societii d'etudes de Fribourg, depuis sa londalion in lä38 
jumiu'ca 1854, pur M. .\lexuiidre Dafurt. 

Bulletin du Coniite Fluiiiand de Frame, i\r. 11. 
Scptciiibre et Octubre 1858. Dunkerquc. : ExtraiU dc> pro- 



307 



Anzeiner für Kuiiilc (Ilt dciitsclion Vorzeit. 



308 



c^s-verbüUT, par M. de Bnnvarlct. — Manuscril de la biblio- 
•heijue de I'arsenal ii Paris, nntice par M. J. J. Carlicr. — La 
languc flaiiiande usitee au XVIc sidcle dans la Klandre wallone, 
par M. de Baecker. — Vase trouve dans Ic lerrain de l'hoi- 
pice civil de Donkerque, note par H. V. Derode. — Com^- 
diens flamands a Dunkerque, reseic^nenient communiquiS par 
M. J. J. Carlicr. — l'oorlers van ßur(;lien len jacrc 1349 
(Listo des bourgcois de la ville de Bergues eii 1389). — Cha. 
pilrc de Sl. Pierre a CasstI, notice fournie par un anonyme- 
— Une vieille euseigne a Bergues, par M. le curcS Bloenie. — 

Nr. 12. Novembrc cl Ddccnibre 1858: Exlraits des proc6s- 
verbaux, par M. M. A. Bonvarlct el l'abbd Carnel. — Noiice 
bibliographitiuc sur Ic pere Corneille Beudin, de la compa|j- 
nie de J^sus, ntS ä Gravelincs en 1615, el marlyrisd dans la 
Nouvelle-Biscaye en 1650, par le R. P. Possoz. ^^ Les Fla- 
mands de Tabbayc de Sl. Berlin, nole par M. Raymond de 
Berlrand. 

Nr. 13. Janvier cl Fevrier 1859 : Extraiis des proces-vcr- 
baux elc. .Manuscrils ilamands de la bibliolhe(|ue de Tarscnal 
ä Paris, par M. J. J. Carlicr. — Note sur les inscriptions 
publikes dans Ic Bulletin p. 256, par Ic R. P. Vilse. — Des 
repr^scnlalioDs th^älrales chez les Flamands de France, par 
Bl. C. Thclu. — Document relalif aux Dominicains de Ber- 
gues, commaniquiS par M. A. Bonvarlct. 

Nr. 14. Mars et Avil 1859 : Exirail etc. Tablcaux de la 
populalion des chälellcnies de Cassel, Bergues cl Baillcul, en 
1469, communiqucs par M. le Glay, archivisle. — Anlhonis 
de Roover, poelc de Bruges au XVe siicie, par M. Aug. Ri- 
conr. — Soeur Ignacc de Bourbourg, par le K. P. Possoz. 

Bulletin de la Society pour la conservation 
des iMonumeuls historiqucs d'.VIsace. Tom. II. livr. 
1—4. Paris cl Strasbourg, 1858. — Enthalt Gesellschaftsangc- 
legenhcilen und die Berichte über die Sitzungen der Gcsell- 
Echaft vom 2. März bis 19. Juli 1857. Aus diesen Berichten 
heben wir hervor: Les tombes celliques siluees pres d'lleidols- 
hcim ; noiice sur Ic chätcau de Bernstein ; ancicnne ehapcllc 
de Sl. Pierre cl Sl. Pai-.l de Wcilsembourg. — Seancc du co- 
mild du 8. juin 1857: Daniel Spccklr ; noiice sur Ic chiitcau 
de Thanvill^ ; les tombes celliques de la forCt de Brumalb; 
note sur une picrrc trouv(;c dans les caves du chAleau im- 
perial. — S<5ance du comilii du 2. Novcmbre 1857: noiice 
Bur un rclii|uairc du XIL .liccle apparlenant ii IV'fflise de 
Holiheim el conscrv6 au prcsbyl6rc de cetlc villc ; bulle de 
St. George pr^s de Soultz (Haut- Rhin) ; un dernier mot sur 
Saint-Udilc et nos souvenirs alsaliqucs du YII. siecle ; cnunid- 
ration des monunienls hisloriques des canlons de Molshcim 
et de Hosheim ; «!niim(':ralion des monunienls hisloriquos dr la 
ville et du canton du llagucnau ; cnumcratinn des moniimcnls 
hislori'iues de l'arrondissemcnl de Saveriie. — S^nnce du co- 
milc du 12. Avril 18.58 : les tombes celliques de la forCt com- 
munalc d Ensisheim el du llubchvalde ; Ic chitleau d'Ubcrbronn; 
rnpport sur l'clal des trnvaiix ronccrnanl la topogrnphie de la 
(iaulc dans rarronilii.Hcmcnt dcSchlrllaladl: rapport lu rn assem- 
blce giinüralc sur les Iravaux de consolidnlion exüculfs dans 



le ciiurant de l'annijc dans les chSleaux des Vosges ; inscrip- 
tion du monastere de St. Elicnne ä Strasbourg. 

Revue des Sociclds savantes, publice sous les au- 
spices da ministre de l'inslruction publique el des cultes (Pa- 
ris), enthalt aufser Bücherbeurlhcilungen , Sitzungsberichten, 
Millhcilunpen liberArbcilen und Unlcrnehmungcn auf geschichls- 
wisscnschafllichera Gebiete, ,\ngclegcnhcilcn der gelehrten 
Gesellschaften etc. eine .\nzahl geschichtlicher .Vufsiitze, aus 
denen wir hervorheben : Tome IV, 1858 : Les arts, les sciences 
et les letlres dans la ville de Lyon, par M. Francisque Du- 
cros. — Eludes sur l'hisloire des provinces ; lulle commer- 
ciale enlrc Paris cl Houcn pcndant les douzicme, treizieme, 
qualorzicme Cl quinzicme siecle , par M. Chcruel. — De la 
chanccilerie des comles de Champagne, par M. F. Bourguclol. 
— Lettre de M. Fran^ois Lenormand h M. Darcel, sur les in- 
scriptions de la Chapelle Saint-Eloi el les Graffite de la (Jaule. 

Publicalions de la Soci(5t(5 pour la recherche 
et la conservaliondes monuments hisloriqucs dans 
le grand-duchij de Luxembourg. 1857. XIII. annde. 
Noiice sur l'ancien niagistrat de la ville de Luxembourg, par 
J. Ulveling, cchevin de la ville etc. — Essai etymologique 
sur les noms de lieux de Luxembourg gcrmaniquc, par J. 
de la Fontaine ancien gouverncur. — Die Plärre Branden- 
burg, von A. A. Ilarpcs, Pfarrer. — Das Uomerbcgrabuils auf 
der „llascnlei" bei der Felz, von Prof. Job. Engling. — Ein 
niiUclaltcrliches Schatzkästchen, beschrieben und gezeichnet 
von K. Arendt. — Melanges. — 

L'In vcstig a t cur. Journal de l'inslilul hisloriquc. Vingl- 
quatricmc ann£e. T. VIII. III Serie. Aoül, 1858. Scplcm- 
brc. M^moires : noiice sur Pierre de Cugniercs. — Revue 
d'ouvrages franpais el elrangcrs. — Exlrait des proccs ver- 
baux des seanccs des classes du mois d'aoi'it. — Chroni(|ue 
(Gesellschaflsangclcpcnhcilcn). — liulleliu bibliographique. — 
Oet. 1858. Noiice hisl()ri(iuc el archcologique sur la ville de 
York (Anglelcrrc) par II. Elsley. 

SociiSte archcologique de Namur. Rapport sur la 
Situation de la Socielc en 1856. — (tiesellscliaflsangclcgen- 
heilen.) — Annales de la Sociöt^ arch(Sologii|uc de Namur. — 
Tome cinqui6mc. 2.livrRison: Promenades dans la villo 
de Namur. - Anli(|uilcs de Froidfonlainc (Vcndche) et de 
iiuclqtie localites voisincs. — Moulin de Salzinncs. — Fouilles 
dans nn lumuliis a Teniploux, par Eug. dcl Marniol. — Biblio- 
graphie Namuroise. — 3. livraison, 1858: L"abbayc de 
lirognc, ou de St. Görard. — Promenade dans la ville do 
Namur. 

Memoire« et dociiments publiös par la Sociclö 
d'histoirc de la Suissc romandc. Tome XV, Lau- 
sanne, 1858. 

Les licfs nobles de la Baronnic de Cossonay, ctudc fcodalc, 
par M. L. de Charriirc, nicmbre de In Sociötö d'histoirc do 
la Suissc romandc. Tome XVI, 1S.58: Essai sur la FrodaliliJ, 
inlrndurlinn au droit fi odal du Pays de Vaud, par Edouard 
Sccretan, avocat, etc. ^ 



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Anzeiger lur Kunde der deutsclien Vorzeil. 



310 



K a c Ii r i c IM e ii. 



lilternliir. 

Neu erschieneno 'Warke. 

86) Das Konzil zu Konstanz in dpn Jahren 1414 — 
1418. Nach Ulrich von Kichenlais handschriTtlicher 
Chronik bearbeitet von J. Marmor, prakt. Arzt. Mit 
3 lilhngraphicrten Abbildungen. Konstanz, 1858. Selbst- 
verlag des Verfassers. 8. 156 Stn. 

Die ."^cbrift fufst auf dem rein objecliven Standpunkte hi- 
storischer Darstellung, indem sie auf eine Beurlheilung der 
kirchlichen Streitigkeiten und der Rccbtniafsigkeit oder Un- 
rechtmäfsigkeil der Verbrennung des Hufs und liieronjmus 
von Prag nicht eingeht, sondern lediglich die üulseren Vor- 
gänge des Concils, und zwar quellenniälsig, erzahlt. In elf 
Kapiteln schildert sie nacheinander die Vorbereitungen zur 
allgemeinen hirchenversammlung, den Einzug des Papstes 
Johannes XXIII., die Silzungsorte des Concils, die fünf Na- 
tionen, den Einzug des Kaisers Sigismund, die Schenkung 
der goldenen Rose an den Kaiser, die Schicksale des Johan- 
nes Hufs und Ilieronymus von Prag, die Wahl des Papstes 
Martin V., die Abreise desselben und endlich die Abreise des 
Kaisers Sigismund. — Die Einleitung der Schrift enthält einige 
beachtenswerihe Notizen über die Person und die Chronik des 
Ulrich von Richental. 

87) Des Leonhard Pappus Epilome Herum Gernia- 
nicarum Ab Anno MDCXVII. Ad Annnm MDCXLVIII. 
Gestarum. Mit Anmerkungen herausgegeben von Dr. 
Ludwig Arndts, k. k. Regierungsrath und ordentli- 
chem l'rofcssor der Hechte an der Hochschule zu Wien. 
2 Theile. Wien, 1858. Wilhelm Braumuller, k. k. llof- 
buchhandler. 8. 231 u. 290 Sin. 

Der Herausgeber betont in der Vorrede zum ersten Bande 
zunSchsl die Bedeutung und Vorzüge der Epitome, nicht blos 
in stofflicher Hinsicht, sondern auch in Bezug auf die formale 
Seite der Dnrslellung, wobei er zugleich auf die günstigen 
Urtheile früherer Autoren aufmerksam macht, wie vor allen 
auf Wachler, der in seiner Geschichte der historischen Kor- 
ichung und Kunst die Epitome äulserst rühmend hervorhebt. 
Es folgen darauf kurze Nachrichten zur Geschiclite der Fa- 
milie der l'appus und eine gedrjingte Darstellung des Lebens 
und Wirkens unseres Leonhard. Ein Verzeichniis der Schrif- 
ten desselben, von denen auch das Klugschreiben eines wei- 
mariscben Ofüciers an seinen Freund 1639 im ersten Bande 
anhangsweise abgedruckt ist, sowie Bemerkungen über die 
verschiedenen Ausgaben der Epilome und über die nicht un- 
bestrittene .\utorschnfl derselben, die Jedoch erst in der Vor- 
rede zum zweiten Bande eine ausfnhrlicliere Besprechung er- 
fahrt, bilden den Schlufs. 

88) 1. Wörterbuch der deutschen Sprache von der 
Druckerfindung bis zum heuligen Tage von Chr. Kr. 
Ludw. Wurm. Freiburg im Breisgau, löüS. 8. XXVIII 
u. 912 Sin. (A- auserschallcn.) 



2. Wörterbuch der deutschen Sprache. Mit Bele- 
gen von Luther bis auf die Gegenwart. Von Daniel 
Sanders. Leipzig, 1859. 4. 1. — 5. Lief. 400 drei- 
spalt. Stn. (A. — fallen.) 

3. Deutsches Wörterbuch von Fr. L. K. Weigand. 
Dritte, völlig umgearbeitete Auflage von Fr. Schmitt- 
henncr's kurzem deutschen Wörlerbuche. 1. Bd. Giefsen, 
1857, 8. XVI u. 650 Sin. (A-K.) - 2. Bd. 1859. 
288 Stn. (L— Nnih.) 

Der Brüder Grimm deutschem Wörterbuche folgten bald 
zwei andere (1. und 2.), deren Verf. ihre lexikographischen 
Kundgebungen eröffneten mit einer Polemik gegen ihren Vor- 
ganger, die in Kncksichl des angeschlagenen Tones wenig- 
stens nicht zu billigen war. Ohne auf diese Polemik, die am 
besten der Vergessenheit übergeben wird, tiefer einzugehen, 
wollen wir hier nur kurz auf das Yerhallnifs hinweisen, wel- 
ches Nr. 1 und 2 (Nr. 3 ordnet sich freiwillig unter) zu dem 
Grinim"schen Wörterbuche einnehmen. Von Concurrenz 
kann eigentlich nicht die Rede sein, und daher von Nebcn- 
slellung so wenig, als von Unterordnung. Die Wörterbücher 
von Sanders und Wurm sind so ganz anderer Beschaffenheit, 
verfolgen so andere Ziele, das Grimin"sche steht dagecen so 
einzig, selbsländig, unnachahmlich da, dafs hieran jede Pa- 
rallele noihwendig scheitern muls, wie den Prüfenden ein 
flüchtiger Blick schon lehrt. Was die beiden erstem zum 
Unterschiede von Grimm vorzugsweise anstreben, ist Popula- 
rität und praktische Brauchbarkelt ; keiner macht Grimm ent- 
behrlich, doch mag das Uingektliric in Frage gestellt werden. 
Gemeinsam ist allen dreien das Streben nach niöglichsler Voll- 
ständigkeit, was bei Weigand zurücktritt. — Bei der Bespre- 
chung der einzelnen Werke können wir des beschränkten 
Raumes halber nur die leitenden Grundsätze in der Kürze 
darlegen, was um so eher entschuldbar ist, als noch keines 
abgeschlossen vorliegt. 

Nr 1 knüpft nach der Einleitung) zunächst an das Ade- 
lung'sche Wib. an, welches durch Ergänzung und Erweiterung 
mit dem heutigen Standpunkte der Sprachwissenschaft mög- 
lichst in Einklang gebracht werden soll. Neben Angabe der 
geläufigsten grninmati.selien Formen (auch des Slllienmafses, 
wo es nOthig schelnl) und genetischer Erklärung der Con- 
strucllon verspricht das Wlb. Rath und Abweisung zur Bil- 
dung des Stils. Das real - praktische Gebiet als besonders 
fruchtbar erkennend, sammelte der Verf. Ueilsig auch die 
hun.'ilausdrücke. Besoudcre AufnierksHiiikeit soll der Periode 
von der Druckerfindung bis zur Reformation geschenkt, na- 
mentlich die .\ugsliurger und die Nürnberger Bibel von 1 177 
und 1183 zum .\usgangs|iunkt genommen, auch niilunlrr wei- 
ter zurückgegriffen und die allen Hechlsbücher vorzüglich be- 
rücksichtigt werden ; ebenso der von Adelung wenig gench- 
tele mundartliche Sprachschatz eine breitere /ulus.'.ung erhiil- 
len , wobei der Verf. ein uiil handschrifiliclicn trgaii/iingcn 
Schnicllvr's versehenes Exemplar von dctseu Wlb. benutzen 



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Anzeisrer für Kunde der deufscRen Vorzeit. 



•^12 



konnle, das auch für die Elymologic sich fruchlbar erwies. 
Am schwersten ins Gewicht fällt die ziemlich erschöpfende 
Darlegung der verschiedenen Bedeutungen und Gebrauchswei- 
sen der Wörter, mit entsprechenden Stellen reichlich belegt, 
vorzüglich aus der nhd. Literatur, unter Berücksichtigung 
auch der geringeren Autoritäten, i. B. der Zeitungen und Ta- 
gcsschriflen. Zur Worlcrkliirung dienen zunächst Definition 
und Ncbcnstellung von Synonymen und Fremdwörtern. In 
der Etymologie weniger die Sprachvergleichung als die Spe- 
zialforschung anwendend, daher zunächst an das Deutsche und 
Germanische sich hallend, will das Wlb. die innerhalb dieser 
Sprachgrenze vorkommenden „tertiären und sekundären Wort- 
formalionen" mittels der Analogie zu ergründen und die Ver- 
raittelung der Stämme mit dem indogermanischen Ursprung 
nachzuweisen suchen. Nach .Vdelung's Vorgang wird der ety- 
mologische Theil in der Kegel an die letzte Stelle verwiesen. 

Nr. 2 stimmt, wie in der llanptlendenz, so auch in man- 
chem L'ebrigen mit Wurm ziemlich liberein, z. H. in der Kecht- 
schreilinnsr, der Beriicksichtigung des Grammatikalischen, der 
Hinlanstellung der Etymologie (die stets auf die altern For- 
men zurückgeht und Vermuthungen abweist), der Bevorzii- 
gung der jüngsten Literatur, der besondern AulmerUsamkeit 
auf die Erklärung und die verschiedenen Bedeutungen der 
Wörter etc. Sanders beginnt mit Luther und schliefst alles 
Veraltete und Mundartliche .lus. Seinen eignen Weg gehl er 
in der nicht streng aiphabet. Anordnung. Die zusammenge- 
setzten und durch Vorsilben gebildeten Wörter nämlich hat 
man unter dem Grundwort zu suchen, wahrend die .\bleiliin»s- 
silben die aiphabet. .Vnordnuui; nicht stören. Zu jedem Worte 
wird die Betonung bezeichnet und nüthigcnfalls auch die Aus- 
sprache. Zumeist ins Auge fallend ist bei Sanders das Stre- 
ben nach möglichster Raumersparung, das zu vielen Zeichen 
und .\bkitrzungen geliihrl hat. Eine jedem Hefte beigegebene 
„Anleitung zum Gebrauch'- gibt darüber den noihigen Auf- 
schlufs. In der Kauniersparnils ist in der Thal das Mögliche 
geleistet und so ein ungewöhnlich billiger Preis erzielt worden. 

Nr. .3, eine gründliche Neubearbeitung des Schmitthenner'- 
schcn deutschen Wörterbuchs, wendet den grOlsten Fleif« der 
Etymologie zu,, obgleich diese auch hier an den Schlufs ver- 
legt und mit kleinerer Schrift gedruckt ist. Man sieht bald, 
daf« eine kundige Hand hier gewaltet. Das Buch enthält 
aufser den gangbaren Wörtern des nhd. Sprachsehalzcs auch 
viele weniger übliche und seltnere, nichl minder die üblich- 
sten Fnindwörlcr, ferner die Bezeichnung des Accenis, der 
Länge und Kürze, die Rechtschreibung und Biegung der Wör- 
tet, die Begrilfsbeslimmung, das Nöthige über die Lautver- 
schiebung, endlich, wie schon beriihrt, die Etymologie, die 
zunächst die ältere nhd., dann die nihd., die ahd. und die go- 
thische Form aufzeigt, an welche letztere sich die Darlegung 
der Wurzel und Sprachvergleichendcs knüpft. Weniger konnte 
hier das Wort nach seiner mannigfaltigen Bedeutung iiml An- 
wendung verfolgt und daher die Belegstellen nur sparsam ge- 
geben, auch mufsten der Aufnahme der Wörtet selbst gewisse 
Schranken gesetzt werdend 



89) Deutsche Rechtssprich Wörter. Gesammelt und er- 
läutert von Dr. J. H. Hillebrand. Zürich, Verlag von 
Meyer u. Zcller, 1858. 8. XXIII u. 247 Stn. 
Schon aus dem vorigen Jahrhundert haben wir Sammlun- 
gen deutscher Rechtsparömien, unter denen die bekannteste 
und beste die Eisenhart'sche ist, die in drei Auflagen, die 
erste 1758, die letzte 1823, erschien. Osenbrilggen und Blunt- 
schlj machten in neuerer Zeit darauf aufmerksam, dals jene 
Sammlungen den Ansprüchen deutscher Wissenschaft nicht 
mehr genügen, und auf solche Anregungen hin entschlofs sich 
der gelehrte Herausgeber, diese neue Sammlung zu veranstal- 
ten. Die Rechtssprichwörter werden hier systematisch ge- 
ordnet uns vorgeführt und zwar in folgenden 13 .\btheilun- 
gen : vom Recht im .\llgemeinen und den Kechtsquellen, I'cr- 
sonenrecht, Sachenrecht, einfache Forderungslehre, Familien- 
recht, Erbrecht, Handelsrecht, das Obligationenrechl im Ge- 
wände des Immobiliarsaehcnrechts, Strafrecht, Civilprocefs, 
Strafverfahren, Staatsrecht, Kirchenrecht. Der Verf. fugt je- 
dem Sprichworte eine angemessene, kurz und klar gehaltene 
Erläuterung hinzu und bezieht sich stets, wo dies nöthig ist, 
auf die zu Grunde gelegten Sammlungen von Eisenhart wie 
von Simrock, welche letztere, die reichhaltigste, 12,.W() deut- 
sche Sprichwörter aufzählt. Die Anzahl der hier aufgeführ- 
ten und erläuterten Rcchlssprichwörtcr ist 373. 
90) Studien zur Geschichte Liv-, Esth- und Kur- 
lands von Georg von Brevem. Erster Band. Dor- 
pat, 1858. Druck von Heinrich Laakraann. Der Liber 
census Daniac und die Anlange der Geschichte Harricn 
und Wirlands (1210—1244). 8. XVI u. 300 Stn. 
Für die ältere Geschichte dieser russisch -deutsehen Län- 
der ist schon mit grolsem Eifer und vieler Gründlichkeil ge- 
arbeitet worden. Die Monnmenla Livoniae anliquae. die Scri- 
ptores rerum Livonicarum, das l'rkundenbuch von v. Bunge 
sind voraul'get'angen, die historischen und gelehrten Gesell- 
schaften haben in gleicher Richtung in ihren ..Archiven" und 
und „Mitlheilungen" diese Bestrebungen gefördert ; auch an 
älteren Chroniken sind diese Gegenden reich, wie an neueren 
Monographieen. Der Verf. vorliegender Schrift ist jedoch der 
Ansicht, dafs die Zeil, eine umfassende Geschichte dieser Län- 
der zu schreiben, noch nichl gekommen sei, nicht einmal für 
das doch am gründlichsten herausgearbeitete XIM. u. XIV. 
Jahrhundert, und hat sich demzufolge entschlossen, jene flllo- 
3te Zeil durch einzelne Monographieen zu erläulern. auf 
Grundlage namentlich des .,1/rknndenbuches." Der erste Band 
dieser Studien ist der (ieschichle der Provinz Estland |Vor- 
iiehmlich gewidmet und behandelt den liber census Dnniae, 
die Anfänge der Geschichte llarrien und Wirlands (1219— 
1244) ; der versprochene zweite Band der Studien wird die 
Untersuchungen über diese Landrolle auch in <len foleenden 
Jahrzelirnilen forlsetzen. 

91) Sylvester-Spenden eines Kreises von Freunden vr- 
terländischer Geschichtsforschung. 1853. (Wien.) 
Dieser kleine Snmmelband enlball neun verschiedene klei- 
nere Beiträge zur österreichischen Geschichtsforschung von 



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Anzoiffcr für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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älteren und jünj^eren «islerreichischen (ielelirleii ; welche Bei- 
träge, so wenig umfangreich sie sind, doch ein nianchfiiches 
Interesse bieten. Es sind diese Beiträge: von Aschhach 
„Uie Boier und Azalier unter Kaiser Trajan in Pannonien", 
Barwald „Zur Charakteristik und Kritik mittelalterlicher 
Formelhücher", Biidinger „Necrologii Sanblasiani Kragmen- 
tum", Keil „Sonnenfels und Marin Theresia", llclfert „Eine 
patriotische Rüge und ein Bruchsliick aus Slawata's grofsem 
Gcschichlswerke'- (Beitrag lur Geschichte Schlesiens, das Kür- 
stenthum Liegnitz betrelTcnd), Karajan „Kleinere Quellen zar 
Geschichte Oeslerrcichs" (I. Fratris Ambrosii de Sancta Cruce: 
De actis judaeorum sub duce Hudolpho, 1,307 — 10; II. Ver- 
laulTuiig zu Wycnn, in der karwochen geschehen, 14G3: III. 
Hanns Ilierszmanns, Thurhiilhcrs Herzog Albrcchls VI. von 
Oesterreich, Bericht über Krankheit und Tod seines Herrn, 
1463 und 64), Pfeiffer ,,DasMare von den Giiuhühnern (ein 
Beispiel des Strickers)", Sickel „Eine Urkunde der Königin 
Margarete d.d. 13. Oct. 1246", Siegel ..Zwei Rechtshand- 
schriften des Wiener Stadtarchives". — 

92) Wissenschafliche Vorträge, gehalten zu Mdnehen 
im Winter 18.58 von Th. Bisch off, J. C. Blunl seh li, 
F. Bodenstedt, M. Carriire, P. Heyse, Ph. 
Jolly, F. Knapp, Fr. v. Kobell, J. v. Liebig, F. 
Löher, M. Pettenkofer, W. H. Riehl, L. Seidel, 
H.v.Sybel, 0. v. Völderndorff, B. Windscheid. 
— Braunschweig, Druck und Verlag von Friedrich Vie- 
weg u. Sohn. 1858. 8. VIII. u. 612 Stn. 

Aus der Reihe dieser anziehenden, vor einem gebildeten 
Publikum aller Stände gehaltenen Vorlesungen heben wir fol- 
gende, für die ältere Geschichte, Kunst und Kultur besonders 
wichtige hervor: 1) aus der Geschichte der Kreuzzüge von 
Sybel, 2) über die Assisen des Königreichs Jerusalem von 
Frhr. v. Volderndorlf, 3) der Rechtsbegrilf von liluntschli, 
4) .lagdhislorisches über Raubwild von Fr. v. Kobell, ö) Mar- 
lowe und Green als Vorläufer Shakespeare's von Bodenstedt, 
6) Die Volkskunde als Wissenschaft von Riehl , 7) das rö- 
mische Recht in Deutschland von B. Windscheid, 8j Ilrotsvi- 
tha und ihre Zeil von Löher. 

93) Johann Friedrich des Grofs m ülhigen Sladt- 
ordnung für Jena. Zur Feier der Enthüllung des 
ehernen Standhildes des Kurfürsten auf dem Markte zu 
Jena am 15. August 1858 zum ersten Male herausgege- 
ben Namens des Vorstandes des Vereins für thüringische 
Geschichte und Altcrlhumskunde von Dr. A. L. J. .Mi- 
chelsen, geh. Justiz- u. Obernppellalionsgericlits-Ralhe, 
Professor der Rechte in Jena. Friedrich Frommann, 
1858. 4. 90 Stn. 

Dem Abdrucke der Stadtordnung gehl eine grOfsere Ein- 
leitung voraus, die aufser einer gedrängten Darstellung der 
«Iteren Geschichte Jena's, besonders in rechtlicher Beziehung, 
Bemerkungen über die Abfassung der gedachten Slncllnrdnung 
wie die spulercn Revisionen derselben enthalt. Kleinere liei- 
trdge zur Geschichte der Sladlverfassung Jena's finilen sieh 
in den beigegebenen Anmerkungen und Beilagen: 1) Jenai- 



sche SlatHlen aus der ersten Hälfte des 15. .Thdts.. 2) Acten 
über die Irrungen der Vorstädte und Insladi Jena 1404, 3) 
Auszug aus dem Jenaischen Gescholshucli von 1406, 4) zwei 
landesherrliche Ausschreiben und Landlagsabschiede für das 
Osterland vom J. 1428, 5) herkömmliche Gerichtsordnung in 
Jena aus der zweiten Hälfte des 15. Jhdts., 6) der Stat Ihene 
Statuta, aus der ersten Hälfte des 16. Jhdts. 

94) Das deutsche Gaunerlhum in seiner social-politi- 
schen, literarischen und linguistischen Ausbildnng za 
seinem heuligen Bestände. Von Dr. Fr. Chr. B. Avd- 
Lallenianl. Mit zahlreichen Holzschnitten. 2 Thle. 
Leipzig, Brockhaus. 1858. 8. I. Th. : XVI u. 278 Sin. ; 
n. Th. : XI u. 402 Stn. 

Diese werthvolle, von compelenter Hand gebotene Be- 
reicherung der kulturgeschichtlichen Literatur gruppiert ihren 
Inhalt in drei grolse Abschnitte. Sachgemäls beginnt der 
erste Abschnitt : „das historische Gaunerlhum", mit dessen all- 
gemeinem Begriff, mit den Elementen desselben und ihrer 
EntWickelung von den historisch zuerst sich bekannt machen- 
den Keimen bis zum Bestände in der Gegenwart. Daran 
schliefst sich als zweiter .\bschnitt ,,die Literatur des Gauncr- 
thums", die in ihrer grolsen Fülle vom Verfasser in 8 Ab- 
iheilungen gebracht, sowie kritisch behandelt ist. Der dritte 
Abschnitt, unstreitig der wichtigste, füllt allein den ganzen 
starken zweiten TheiL Hier bringt der Verfasser besonders 
seine eigenen reichen Erfahrungen zur Gellung. Unter der 
allgemeinen Ueberschrifl : „das moderne Gaunerlhum" kommt 
A. die Repräsentation des Gaunerlhums ; li. das Geheininifs 
des Gaunerlhums; C. die Gaunerpraxis; D. die Paralyse des 
Gaunerlhums zur Darstellung. Das gediegene Werk ist dem 
Fachmann wie dem Kulturhistorikcr gleich Werthvoll. 

95) D i e f r m m c n u n d m i I d e n S t i f I u 11 g e n d e r W i 1 1 e I s - 
bachcr über einen grofscn Tlicil von Deutsch- 
land aus archiv. und andern Schriften geschöpft von 
Dr. J. M. Söltl. Landshut, Krüll. 1858. 8. VUI u. 
251 Stn. 

Dieses Werk, das auf höhere Anregung entstanden ist, 
zerfallt in zwei Ablheilungcn. In der ersten wird die Rei- 
henfolge der Stiftungen in ihren .Vnfängen und Ursachen, ih- 
rer Erweiterung und mannigfachen Gestaltung mehr pragma- 
lisch, sowie in erzählender Darstellung vorgeführt, während 
in der zweiten Abtheiliing die Form des Hegestes vorherrscht 
und eine streng chronologische Ordnung eingehalten ist. Diese 
Kegesien erstrecken sich vom J. ^76 bis zum J. 1S40. Es ist 
bemerkenswertb, wie grof» die Zahl der milden Stiftungen 
ist und wie sich diese nicht nur auf Bayern und die Pfalz, 
sondern überallhin erstrecken, wo ein Willelsbacbcr in Be- 
ziehung getreten ist. 

96) (ieschichtc und Beschreibung des liadischen 
Wappens von seiner Entstehung bis auf seine heutige 
Form von Fr. Zell. Mit 55 Abbild, auf 10 Tufcln. 
Karlsruhe, Chr. Fr. Hüller. 1858. 4. V u. 52 Sin. 

Ein besonderes Verdienst dieser prflcis aiispeführlen Ab- 
handlung beslehl in dem klar hingestellten Nachweis über dnj 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Zubringer Gcschlcchlswappcn. Man nahm in frulurer Zeit 
»Ugcniein an, dals da» Wo^ijun der Herzoge von /lihriugcn 
der Ahnen des badischen Fürstenhauses, in dem Bilde eines 
nach heraldisch- links anfgcrichlelen Löwen bestanden habe. 
Dieser altcingeroslele Irrllium wird griindlicli widerlegt und 
Bach urkundlichen, beionders sphragislischen Zeugnissen dar- 
gelhiin, dals das üeschleclilswappcn der Adler war. Den 
LOwen führten sie nur als Reichsslalthaller über die Frei- 
grafsclmri Burgund, als Rcctores Burgundiae, und der ver- 
njeinllich zahringische Lowe stellt sieb somit als der bur- 
guudische heraus. 

97) Uie Manner der Kelormalion. l'orlrals nach Origi- 
nal-Zeichnungen von Hans Holbein u. A. in Stahl gesto- 
chen von C. Barth. Biographieen von Lud wig Bec h- 
slein und .Vnderen. Aulographen facsiiiiilirl nach Uri- 
ginal-Brielen. Such, Druck und Verlag vom bibliogra- 
phischen Institut in HiUlburghausen. 180ä. gr. 4. 

Die ewig denkwürdige Zeit der Reformation in ihren Haupt- 
vertrelern in Schrift und Bild der .Anschauung wieder zurilck- 
zufuhrrn, ist gewiis imuicr ein zeilgomalses Unternehmen, und 
L. Bechstein und C. Barth sind sicher ganz die Leute, dasselbe 
dem Volke zu vermitteln. Zu lirunde gelegt ist, wie angegeben 
wird, eine Sammlung von Handzeichnungen Hans Holbeios 
mit den Bildnissen der Schweizer Reformatoren, welche durch 
die vorzüglichsten Forlrats von Lucas Cranach u. A. ergiinzt 
wurde. Das Werk sucht übrigens so wenig als möglich einen 
blolscn I'arteistandpunkt einzunehmen und bringt auch Por- 
trüls und Lebensbeschreibungen von den Gegnern der Refor- 
mation. Es liegt in \'J Lieferungen elegant ausgestaltet und 
vollendet vor. 

98) Burgruinen ünterfrankens. Radierungen von Au- 
gust Geist, Landschaftsmaler. Beschreibung von Dr. 
Conlzcn, Professor der Geschichte. Zum Besten des 
Hhönfnnds des polytechnischen Vereins zu Wurzburg 
herausgegeben von Dr. L. .\ d c 1 m a n n. Würzburg. 1858. 
1. u. IL LicL 2. 

Ein sehr schönes Werk, das nicht nur in gediegenen 
Honogrnphiecn dem Geschichtsforscher Genüge thul, sondern 
auch den hunsifreund durch so geistreich aufgefulste und 
trefTlich ausgeführte Radierungen erfreut, dals diese in der 
Mappe eines Liebhabers durchaus keinen unverdienten Platz 
einnahmen. Jedes Heft enthalt drei Abbildungen und einen 
Bogen Text. 

99) .\ II no II. d r r II !■ i I i ge, Erzliischof von Köln und drei- 
maliger Iteiclisverwescr von Deulschland lO.'iO — 1075. 
Sein Leben, sein Wirken und seine /.eit nach den ()uel- 
len bearbeitet von Aegidius Muller. Leipzig, i. U. 
Weigel, 18.58. 8. 2(W Sin. 

lieber Anlage und EInihcilung der Schrift iiufserl sich 
der Verfas.ier fiilgenderiiiarsen : ,,iSachdein wir .\niio von sei- 
ner Geburt bis in die ersten .fahre seiner bischollichen Amts- 
führung geleitet, wo er 1U(>2 in grellerem Umfang an der 
Stnaltver waltung .\nlheil zu iiebiiicn beginnt, verlassen wir 



— um den Faden der so wichtigen Ereignisse nicht immer 
unierbrechen zu müssen - die rein chronologische Darslel- 
Inng und fuhren sein Wirken für Staat und Kirche bis zum 
Ende seines Lebens durch ; dann erst betrachten wir sein 
Handeln als Erzbischof und seine Tugendubungen im Einzel- 
nen, wodurch, was wir von seinen (irundsiitzen und seiner 
Uandluiigsweisc bei Darstellung seines staatlichen Wirkens 
behauptet und bewiesen haben, um so mehr seine volle Be- 
stätigung erhalt. Um aber die chronologische Reihenfolge der 
Ereignisse nicht ganz unberücksichtigt zu lassen, haben wir 
diese in einer chronologischen Tafel am Schlüsse des Werkes 
nachfolgen lassen.'' 

100) Dnctor Melchior von Ossa. Eine Darstellung aus 
dem XVL Jahrhundert von Dr. Kriedr. Albert von 
i.angeiin. Leipzig, J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, 
1858. 8. 206 Sin. 

üssa ist zwar keine der bedeutendsten Gestalten des 16. 
Jhdis., aber mit den hervorragendsten Persönlichkeiten und 
wichtigsten Ereignissen jener Zeit vielfach in so enger Wech- 
selwirkung, dals seine Biographie schon durch diese Bezie- 
hungen Interesse und Bedeutung erhält. Sie schildert, auf 
eine zum ersten Male vollslandigc Benützung des Ossa'schcn 
Tagebuches gestutzt, in mehreren Abschnitten die Familien- 
verhältnisse, Jugend- und Studienjahre unseres Ossa, sein wcch- 
selvollcs Leben im Dienste Johann F'ricdricirs, sein darauf 
den juristischen Studien und der Praxis gewidmetes Privat- 
leben in Leipzig, seine Wirksamkeit als hennebcrgischer Statt- 
halter in Schleuslngen und endlich seine Beziehungen zu den 
Kurfürsten Morlz und .Vügusl. In den Schluis des W'erkes ist 
eine ausfuhrllehe Besprechung seiner für die Kennlnils jener Zeit 
nach fast allen Beziehungen hin aufserst wichtigen Schrift 
über die Staatsregierung verllochlen. 

101) Die Riesen des germanischen Mythus. Von Dr. 
Karl W einhold. Wien, 1858. 8. 84 Sin. 

Entgegen der .\nsichl Konrad Maurer's („Die Bekehrung 
des norwegischen Stammes zum Christenthum"), dals der Du- 
alismus schon in der ersten .Vnlagc des germanischen Göller- 
glaubens begründet liege, und die Riesen das hösc Princip 
vertreten, weist der als tüchtiger Mytliolog bekannte Verf 
nach, dals die älteste, mit der Schopfiingssage der Germanen 
zusammenfallende Geschichte der Riesen diese einlach als 
Vertreter der Elemente erscheinen lulst. Unter Abweisung 
der Deutungssuchl, Anv/endung scharfsiehliger, gründlicher 
Forschung, durch S(iii(lerüiig des Allegorischen und Mjthi- 
schen, des Krilhern und Spatem, mit /.iiliüiriuihme der IClv 
niologie und gelegentlicher Heranziehung fremder Mythen 
wird die Geschichte und Genealog^ie der Riesen und ihrer 
Sippen Icstzustellen gesucht und manche irrige Auffassung 
im Vorbeigehen berichtigt. iSaeh Darlegung der Urgefcliichte 
gebt der VerL zur Betrachtung der einzelnen Kiesen Über, 
die er nach den vier Elementen einiheilt in Wasser-, Luft-, 
F'eucrricscn und Riesen der Erde. Eine kurze Scliililerung 
ihres .Vculserii üihI liinerii bildet den Schluis der Abhandlung, 



317 



Anzeiger IVir Kunde der deutschen Vorzeit. 



31B 



die, wenn sie auch öfters nur Veniiulhungt-n ^cben kann, zur 
Aufheilung deä Dunltels der germaniächen Mjlheuwell iiunicr- 
hm wesentlich beitragt. 



Aufsätze in Zeitschriften. 

Archiv f. d. Studium der neuern Sprachen: XXVI, 1. 
Prohe einer neuen Ueberselzung des Parzival nebst Recht- 
fertigung. (Kruger.) 

Ben-Chanaja, Monatschrift f. judische Theologie: 
6. Ordnung f. die Juden zu Wien. 1238. Die Juden in 
Mähren unter Ollokar II. (Carmoly.) 

Histor.-polit. Blatter: Nr. 43, 12. Dr. Benken als Spe- 
cial-Historiker, -l-l, 2. Slawala und Marlinilz, der Pra- 
ger Fenstersturz von '618. 

Die Dioskuren : Kr. 61. üeber das eherne Denkmal der 
Kurfürsten Johannes Cicero u. Joachim's I. in d. Doni- 
' Itirche zu Berlin. (Döbner.) Zur Gesch. d. Kuniberts- 
kirche in Köln. (G. Eckertz.) 

Die Gartenlaube : Nr. 28. Die Stadt der Ruinen. (Wisby 
auf der Insel Gottland.) 

Die Grenzboten: Kr. 25 ff. Schiller als Historiker. 

Neue Jahrbücher f. Philologie und Pädagogik: 79. 
80. Bd., 5. Heft. Die Stellung der Fürsten, Heerführer 
u. Könige im alten germanischen Staate. I Bornhak.) 

Allgemeine Kirc hen z e i t ung: 28. (icdsnken üb. d. Cha- 
rakter u. d Bedeutung des Math. ?'laccius Illyricus, her- 
vorgerufen durch die neueste Darstellung von Pregcr. 

Protest. Kirchenzeilung: Nr. 28. Der "Verein für reli- 
giöse Kunst in Berlin. 

Nürnberger Kurier: Kr. 215ff. Ueber d. .\ckerbau u. 
Gelraidebau der Alten, (v. Bibra.) 

Honatschrift f. deutsches Sliid t ewesen : VII. Heft. 
Ueber Gemeindearchive. (Landau.) Ein Beilrag zu den 
archivalischen Thalsacben. (Oelsner.) 

\V e s t e r ni a n n " 9 i 1 1 u s t r. deutsche M o n a t s h e f I e : Kr. 34. 
Deutsche Märchen: Die Ordnung der Kalur. Das Konigs- 
kind im Sarge. (K. Simrock.) Volkslieder. (Chrysander.) 
lieber die Zeit und .\rt der ErGndung des Linnenpapiers. 

Horgenblatt: Nr. 29. Bilder aus der Gesch. Schwabens. 
(Ikrm. Kuriz.) 

Deutsches Museum: Nr. 30. Montecassino, das iilteste 
Kloster des Abendlandes. I. 

Berliner Kachrichten: Kr. 176. Die Sammlung Minu- 
loli's zu Liegnitz. (W. B.) 

Organ f. Autogra p h en s a mm ier : Kr. 6. Aphorismen üb. 
Frauen-, Vutographcn. (Klemm.) Anknüpfungspunkte au 
den .\ufsatz in Kr. 2, betitelt : „Ueber das Scibsischreibcn 
ritterlicher Personen" etc. (Hefs.) Aulugraphenpreise bei 
der Versteigerung der Dielitz'schen Sammlung zu Leipzig. 

Augsb. P (ist ze ilung : jicil. Kr. 6(i u. 68. Beitrage zur 
Erforsch, chrisllirher Kunstdenkmale in der Augsburger 
DiOcese. X,\X1\. Dm l'lurrkirche des h. Johannes in 
bchrobenhausen. 



Neue Preufs. Pro vi nz ia I- Blat t e r : 3. Bd., 4. n. 5. Ilft. 
.\nna Sabinus, die Tochter Melanihon's. (Th. Muther.) 
Die llexenprozessc der beiden Städte Braunsberg, nach 
den Criuiinalaklen d. braunsb. Archivs bearb. (J. A. Li- 
lienlhal.) Simon Dach, d. Sanger des Todes. (C. J. Co- 
sack.) 

Revue germanique: VI, 2. Chants et chansons populaires 
de TAIIemagne. (Palman.) 

Revue des deux mondes: Juin. 4. Le roi t)doacre, pa- 
palrice d'Italie. (Thierry.) 

Bremer So n nt a gsbla It : Nr. 24 ff. Der Aberglaube d. .Mit- 
telalters, (h. Seifarl.) Nr. 27. Der Johnntusinir im al- 
len Volksbrauch u. Volksglauben. '« 

Königsberger So n n ta gspost : Nr. 24 ff. Katholicismus 
nach d. Tridenter Concil bis z. Mitte des 18. Jahrh. 

Augsbnrger Tagblatt: Nr. 202. Zur Gesch. der Augsbur- 
ger Wirthschallen. 

Teut: Nr. 3. Der indogermanische Volkcrstamni. (Kruger.) 
Unterhaltungen am hauslichen Herd: Nr. 41. Wili- 

bald Pirkheimer. Ein Kurnberger Lebensbild. (L. Otto.) 

Nr. 43. Verona. (F. Lampert.) 

Unterha It un gs- Bl at t z. Nurnb. .Vnzeiger: Kr. 32 (T. 
Kleine Beitrage /,. Gesch. der Flora von Nürnberg. [P. 
A. Reufs.) 

Zeitschrift f. deutsches Recht: 19. Bd.. 2. Hft. Einige 
Bemerkungen über Slanunrccht, Tcrritorialrechl, Profes- 
siones juris. (E. Th. Gaupp.) 

Zeitschrift f. hislor. Theologie: Nr. 4. Beitrag zu d. 
brieflichen Verkehr äe^ Erasmus mit Spanien. (Ilclfferich.) 

Landshuter Zeitung: Nr. 167. .\ufruf z. Betheiligung an 

d. inuern Restauration der St. Martinskirche in Landshul. 
Neue Münch. Zeitung: .Miendbl. Nr. 162 ff. Trausnitz im 

Thale. Nr. 172 ff- Die Grotlcnballe u. das (Jrollenhof- 

chen der k. alten Residenz in München. 
Wiener Zeitung: Kr. 1(13. Funde in heidnischen Todlen- 

hugeln, lehrreich f. d. .Micrthuniswissenschafl. Nr. 179. 

Oeslerreich- Italien. (F. F.) 



VmiiiHriite .\Hfliridilen. 

72) Der Verein zur innern Itesl.Turalron der S I. Mar- 
tinskirehc in Landshut besitzt gegrnwarlig ein Vermö- 
gen von uueefahr 6I_MJ(J 11. Die nächste .Vufgabe des Vereins 
wird die Restauration des alten Chorallars, die Nerlangerung 
der Chorstühle und die Beschaffung von Glasgemalden für die 
beiden HaUjIcnster, welche die Seitenschiffe beleuchten, sein. 
Die ans Presbjlerium sich anschlielsende Mngdnlencn-Capellc 
wird sich aus eigenen Mitteln restaurieren. 

73) Am 13. .luli wurde mit dem .Vufslellen di» Kn uze» 
der Ausbau de» nordöstlichen Seile n t b u riii e» der Main- 
zer Italhcdrale geschlossen. 



319 



Anzeiger für KiiiKie der deutsohen Vorzeit. 



320 



74) Der Be^rinn des Domatisbaues in Redens bürg 
ist am 14. Juli durch einen (lOttesdienst eingeleitet worden. 
Die erste Arbeit ist die Verstärkung des Fundaments des nörd- 
lichen Thurmes. 

75) Die im J.ihre 1.536 von dem berühmten Bürgermei- 
ster Dr. Jonehim v. Walt gestiftete und nach ihm zunächst 
durch AVolfgang Wetters bedeutende Buchersainmiung berei- 
cherte allehrwurdige Stadtbibliothek in St. Gallen er- 
freut sich in neuester Zeit sorgsamer Pflege von Seile des 
Verwallungsralhes und der Bibliulhckcommission. Sie ist in 
den letzten 10 Jahren um 800 Bande vermehrt worden, zahlt 
gegenwärtig deren 29,000, und wird von fremden Gelehrten 
in auffallender Zahl besucht. 

761 Die bereits so beträchtlichen archivalischen Schätze 
Münchens sollen sicherem Vernehmen nach in kurzer Zeit 
eine sehr bedeutende Vermehrung erhallen, indem das Fa- 
milienarchiv der fr ei herrlichen Familie von Kei- 
scbach aus Steiermark dahin gebracht und in dem derselben 



iwigchorigen Hause in der Promenadestrasse aufgestellt wer- 
den wird. Dasselbe soll einen wahren Schatz von alten Ur- 
kunden enthalten und wird — wenn es anders öffentlich be- 
nutzt werden darf — den Geschichtsforschern eine sehr will- 
kommene Fundgrube werden. 

77) In der letzten Sitzung der böhmischen (lescllschaft 
der Wissenschaften hat Prof. üindely Miltheilungen über 
die Ergebnisse seiner Reise gemacht, die er in's Ausland un- 
ternommen, um neue Quellen zur Forlsetzung seiner 
Geschichte der Böhmischen Brüder aufzusuchen. Er 
hat in den Münchener Archiven an .300 Folianten, welche 
Briefe und Urkunden enthalten, in den Händen gehabt und 
mehr als .500 Bogen Iheils vollständig, theils auszugsweise 
abgeschrieben. Es sind zumeist Briefe Friedrich's von der 
Pfali, Kaiser Ferdinand's IL, Maximilian's von Bayern, ein 
Tagebuch des letzlern über seinen Kriegszug nach Böhmen, 
Briefe des Generals Tilly und lleimbhausen nach der Schlacht 
am weifsen Berge, über den Stand der böhmischen Angele- 
genheiten etc. 



Inseralo und Hokaiiiitiiiachun^eii. 

12) Am 4. Juli 1750 (das Originaldiploni liegt vor) wurde berner Adler, im linken, goldenen Felde ein grün belaubter 

Carl Johann Ludwig Ilöck, Gcrichlssocretar der See- und Rosenzweig mit ;! Rosen, llelindcrkcn links blau und silbern, 

Handelsstadt Windau, auch advocatus Ordinarius der Gerichts- rechts roth und Geld, auf dem Helm zwischen blauen Strauls- 

Btelleu des Herzogthums Curland, dessen Voreltern aus den federn eine rothe Rose an grün belaubtem Zweige. 

Niederlanden stammen, in den Reichsadelstand erhoben, und u . i.. j- n- i- i , n 

, ' ' Besteht die ramilie noch und wo f 

ihm als Wappen ein der Länge nach abgetbeiller Schild ver- 
liehen, in dessen rechtem, azurblauem Felde ein halber sil- ^''- B^ur. 



Jahresversammlung des germ. Museums betr. 

Nachdem in leUter .luliruscmirereiiz durcli eine C'oiiiiiii.s.sioii des Vür\v;illuii!,r.saiis.scliu.sscs der Bcsclilufs 
gefafsl worden, nur alle drei Jahre eine Generalversammlung des Verwaltungsausschusscs zu hallen, so 
wird, wie im vorigen, auch in diesem Jahre, und zwar vom 2 6. bis 2 8. September eine Verwallungs- 
coiiferenz durch eine vom Ausschufs zu erwählende Commission dahier absiohallcn werden. Wir 
machen dies vorläufig zu dem Endzwecke i)ckiiiiiit, damit sowohl die Herren Witulieder dos Verwal- 
tungsausschusses, als des Goleh rtciiatissclnis.scs , iiulit minder aber auch die Herren BevoU- 
iniii; li I igl eil des Mu.seiims (Vcrtrcler der AueiitiiriMi), welche sich etwa zur roiifereiiz dahier einfinden 
wollen, ihre allenfallsigeii Ferienreisen darnach einzuriclilcn in Stand gesetzt sind. 
Nürnberg, den 20. .hili 1»59. 

Dio Vorstände des gerraan. Museums : 
Dr. Frhr. v. ii. z. Aufsess. Dr. lieeg. 



Verantwiirlliihc- Hedarlinii : Hr. Iiilh. v. u. z. .^uf.'jefs. Dr. A. v. Eye. Dr. G. I(. Fro m m ii n ii. 
Verlag der literarisch -nrtisiischen Aii.iialt des germanischen Museums in Nürnberg. 



U. F.. S c hiit d*»clic lluthdiUrkcicl. 



NÜRNBERG. Das Abonnement des 
Blattes, wc-k'hes alle Monate erscheint, 
wird gyLTiZJähTig angenommen mid betrugt 
nach dur neuesten Fostconvention boi allen 
Postämteru und ituehhandluni^cu Deutsch- 
land» incl. Oestreichs 9fl. 3« kr. im 24 fl.- 
Fui8 oder 2Thlr. preuiH. 

Kür Frankreich abonniert man in 
Stral'sburg bei C. F. Schmidt, in Paris 
bei der deutschen Uuchhaudlung von F. 
Riincksieck, Nr. 11. rao de Lille, oder 



AMIGER 



FlJlt MW »Ell 



Neue Folge. 




bei dem Postamt in Karlsnihe; für Eng- 
iand bei Williams k Norgate, 14 Hen- 
ri*'tte-SlreetCovent-Garden inLondon; für 
Sordiitnerika bei den Potjtämti^.rn Bremen 
luid llitnibur^. — 

Iiiserule, welche mit den Zwecken 
dos Anzeig^vrs und dessen wiäsensehaft- 
lichem Gebiete in VcrbitiJunp stehen, 
werden aul'ti^enommcn und der Kaum ei- 
ner Columnenseile mit 7 kr. oder 2 S^. 
berechnet 



ÖEITSCIIE\ VIIIIZEII. 



Sechster Jahrgang. 



-^s^3 



1859. 



()R(;a\ des (;eh)i wischen miseims. 

JW ü. iSt'ptculber. 



Wissenscbal'lliclie Miltheiliiiiiijeü. 



schichte, 
ersonen- 
■chichte. 
incalo^c. 



W.ur Cectvliichte der Truehsärsen von 
Alzel. 

Von Archivrath Ed. Kausitr in Stuttgart. 




Zu Alzei in Rheinhossen blühte von Anfang bis ans 
Ende des 1.3. Jahrhunderts und auch sptiler noch ein 
edlet pTelzisches Uii^nstmanncngcschlecht, die Truchsüfsen 
vün Alzci, welches mit dem, das sich einfach von Alzci 
nannte, wahrscheinlich einerlei Stammes war. Uies ist 
schon aus Joh Ileiiir. Andreae Alrcia palalinn illu.slrnla 
(Heidelberg, 1777 V) bekannt, welcher von diesem (ic- 
schlechte handelt and die Belri;stcllen aus den verschie- 
denen früheren (ie-iichichts - und (rkundcnwirken, in de- 
nen sie genannt werden, beibringt. Zu diesen stellen 



kann noch weiter verglichen werden Gudenus, Cod. dipl. 
r, 695: III, 1143; IV, 947 u. 986 und Schannat, epis- 
copat. Wormal. I, 130. 

Unbeachtet blieb die schon von Andreae mitgetheilte 
Notiz, wonach die ,,dapiferi AIceienses in iusignibus 
pauduram sive chelyn (eine Gei^e) gesserunt, ilem Wiii- 
torl de AIccia musicum inslrumenlum." Vgl. S. 23 a. a. ü. 

Neuerdings hat Hone in der Zeitschrift für die Ge- 
schichte des Oberrheiiis II, 413 u. 444, III, 64 u. 65, 
VI, 146 u. 316 Notizen und L'rkuudeu über dasselbe Ge- 
schlecht mitgetheilt und insbesondere II, 444 io derAom. 
zu der dort aufgenommenen Urkunde von 1285 die dazu 
gehurigen Siegel beschrieben, welche ebenfalls die Geige 
als Weppenxeichen fuhren. Die Beziehung dieses Zei- 
chens auf ,, Volker den kühnen Spielemann von Alzeie" 
ist ihm naturliclierweise nicht entgangen und auch aus- 
ilrUcklich hervorgehoben. 

Nachstehende kürzlich aufgefundene Urkunde, welche 
auch sonst noch bemerkenswerihe Einzelnheiten an die 
Hand gibt, kann zur VcrvolLsliiiKligung der über dieses Ge- 
schlecht vorhandenen geschichtlichen Daten dienen. Zu- 
gleich ist eine getreue Zeichnung des einen der beiden 
an der Urkunde hiingenden , wenig von einander abwei- 
chenden (s. unten) Siegel der Truchsafse von Alzei bei- 
geben, woraus, wie gelegentlich hier bemerkt wird, hcr- 
vortreht, dnfs auch in der Verzierung des Wnppen.^rliiid» 
wahrscheinlich eine weitere Ucziehung auf die Helden- 



323 



Anzeiger für Kunde der deulsclien Vurzeit. 



324 



sage zu sucheu isl, indem sie ohne Zweifel uicbt, wie 
lloue auuimmt, Slerne, sondern Huseu vorstellen soll, — 
eine Hiuweisung auf die Hut des Hosengarteus. 

Philipp der Truchsäfse von Alzei und seine Hausfrau 
Christina, genannt von Slralenberg, verkaufen dem Klo- 
ster Jlarienbroun in Weidas eine genannte jahrliche Wai- 
zengilte, welche sie aus dem an das Kloster überlasse- 
nen Hof Graz zu empfangen hatten, gegen eine genannte 
Geldsumme. 1263, März 1. 

In nomine Fatris & hlii et Spiritus saiicli Amen. Notum 
sit Omnibus hoc scriptum inspecturis quod Egu l'hjlip|ius | 
Dapifer de AIceya. vxur mea Crislina dicla de Slraliii- 
berch dedimus liberaliter lUonasterio de fönte saucte 
Jlarie j in weidas Curiam nostri allodij de Graz cum 
Omnibus attinentijs libere possideudam. Ita tarnen quod 
a diclo Monas | terio debehamus recipere Sexaginta mal- 
dra siliginis wormatieiisis mensure perpetua pen.--ione. 
Quam peu | sionem sexaginta maldrurum uendidimus 
ipsius MonasteriJ cenobitis. uiia manu it pari consensu 
pro centum | Marcis coluniensium legalium denariorum. 
la cuius venditionis testimonium & Urmitatem ipsis pre- 
sentem | cartulam Sigillo nostro tt patris nostri senioris 
Daplferi. Doinini wolframmi domini de lewinstein & 
domiui | Emberchonis hlij sui. nee uon iV: domini Masungi 
Cüululimus roljuralam Super qiiibus damus eis testes j 
fratrem Ollonem ic sociuni suuni de ordine predicatorum. 
Gotzonem Scoltetum. &Lvlridum. liilteiieru iV: SboUoiiem 
j fralref. Hode &, Hcinricuin fralres. Aliosque qui in- 
terfuerunl plurimoü flde dignus. Acta sunt hec Aiiiio j 
domiui. Sl.CC.LXij. Kalendas*) ilarlij. 

Von den fünf Sigilieji, welche, dem Inhalt der Urkunde 
zufolge und den Kinschuilten im l'ergament nach, an- 
hangen sulUen, sind das Zweite und dritte verloren. Von 
den irhaUencii drei übrigen, welche an Pergameiitriem- 
ohen hangen, gehören glücklicherweise zwei, nanilicli das 
erste und fünfte, den Truchsdfsen von Alzei. Sie sind drei- 
eckig, auf den Seiten etwas gerundet (herzförmig) und 
zeigen einen ebenso geformten, mil Uosen bestreuten 
Schild, worauf eioe mit dem Halse gegen die rechte 
Ecke des Schildes gelehnte Geige oder Fiedel samnil 
dum, rechts am Halse der Lange nach beigestecklen Fie- 
delbogen liegt. Beide Schilde sind der ihinptsiichc nach 
vollkommen gleich und weichen nur dadurch etwas von 
einander ab, dafs die Kosen des ersten vier, dii; des an- 
dern fünf Blatter zahlen. (An Sterne statt der Kosen 



*) E» lieht Kl , dai hcifit : Kalendoi, was nach dem Sprach- 
K)'hrnuclic des MitlelallerH gleichbedeutend, isl mit Ka- 
. , Iciidit. 



darf bei der nahe liegendeu Beziehung der letztem doch 
wohl nicht gedacht werden.) Die Umschrift des erstereu 
(s. die Abb.) lautet: f S. WHlU.MlHHI ' UAI'IFHBr DB • 
ALUHIA', die des zweiten (im Ganzen fünften) Siegels: 
t S FHILIPI IVMOKIS  DAPIFÖIU  Dfl  A. ttölA. 

Das dritte Siegel, von weifsem, sogen. Jungfernwachs 
(die beiden andern sind von braunem) ist langliihrund 
und hat in der (ibern, durch einen klecblattförmigeu Bo- 
gen von der uiiti-rri gelrennten Hälfte das Brustbild der 
gekrönten llinunelskouigin mit dem Jesuskinde an der 
Seite, in der untern einen Knieenüen, der betet; Um- 
schrift: t s. sHcufc(T wa .0 DAUIFÜRDHALHX*). 
Die Bedeuluiin- dieser Umschrift, deren Buchstaben, bis auf 
die beiden angedeuteten zerbrochenen, vollkommen deut- 
lich sind, ist unklar. 



JoliHiiiiei!! Xriü, ^Vellibicirlior von Krlxeil. BiogrAphieen. 
Von Dr. Ign. Zingerle, Professor und Bibliothekar an der 
Universität zu Innsbruck. 

Karl Godeke berichtet in seinem vortrefriichen Grund- 
rifs zur Geschichte der deutschen Dichtung (Bd. l, S. .385) 
über diesen merkwürdigen Polemiker: ,, Johannes Nas, 
Nasus, soll ein Schneider aus Franken gewesen sein, der 
im BarfUfserkloster zu München gearbeitet und sich dann 
der Theologie gewidmet habe. Er wurde Barfufser und, 
wie es scheint, Lehrer an der Hochschule zu Ingolstadt. 
Fischart nennt ihn im Bienenkorb Suffragan und Weih- 
bischof. Geburts- und Todesjahr sind unbekannt." Ich 
übergehe das zur ^\ iirdigung des seiner Zeit berühmten 
Schriftstellers vom unpartheiischen Gödeke Beigebrachte 
und lasse hier eini- kurze biographische Skizze des J. 
Nas folgen. 

J. Nas, zu Eltmann in Unterfranken am 19. März 1534 
geboren, lernte zu Bamberg das Schneiderhandwerk. Nach 
geendeter Lehrzeit arbeitete er in mehreren Ortschaften 
Bayerns. Im J. 1553 trat er zu München in den Fran- 
ziskniierorden, wo er am 5. August 1554 Profefs ablegte. 
Bald darauf arbeitete er als Klosterschneider zu Ingolstadt, 
wo er in freien Stunden die lateinische Sprache lernte**). 
Seine Fortschritte im Wissen bewogen «eine Obern, ihn 
in die Zahl der Kleriker nulzunebmen, Und schon im J. 
1557 erhielt tr die Priesterweihe. In den zwei folgen- 

*) DAPIFHR Drt ALf((eiR)? Die llcd. 

**) „Improba »ediililnle ;i<l noelnrna.i Innipiides, ac iiirmo- 

Tiae sinpenda felicitatc. Inline prinium loqni didifit, 

tum »uperiores elinra dinciplinnH comple.xus est'', nagt 

der ihm nicht geneigte Jesuit Agricula (bist, soc. Je«. 

I, p. ijyj. 



325 



Anzeiger für Kumie der (ieulsclieii Vorzeil 



326 



den Jahren weilte Nas in Ingolstadt nnd erlang^te bald 
den Kuf eines ausgereichneleii I'ri'digfrs. Im .1. I5CG 
diente er als Kanzclredner in Straubing, von wo er im 
J 1569 als Guardian nach Ingolstadt zurückkehrte. In 
dieser Stellung reiste er im J. 1571 «um tieneralkapitel 
nach Rom. wo ihn Papst l'ius V. mit dem Titel eines 
apostolischen Predigers ausieichnete *). Aul' dem Rück- 
wege wurde er in Brixen zum Domprediger ernannt, wo er 
mit geringen Unterbrechungen bis ^u seinem Tode wirkte. 
Im J. 1573 ward er vom Erzherzog Ferdinand nach Inns- 
brock berufen, um dort zu predigen. Er erfüllte seine 
Aufgabe in so ausgezeichneter Weise, dafs ihm der Erz- 
herzog den Titel eines crzherzoglichen Hof- und Contro- 
verspredigers ertheilte, und der Adel die Predigten der 
Jesuiten nicht mehr besuchte. Wahrscheinlich gegen 
Ende des J. 1574 kehrte Nas nach Brixen zurück, wo 
er das Predigeramt mit grofsem Erfolge fortsetzte. Im 
J. 1577 hielt er Fastenpredigten zn Augsburg, im fol- 
genden Jahre weilte er wieder als Prediger und Beicht- 
vater der Klarissen zu Bri.ven. Grofse Verdienste erwarb 
er sich in dieser Zeit um die Errichtung der tirol. Fran- 
ziskanerproviirz. Am 10 Mai 1580 wurde Nas zum Bi- 
schof von Bellin und SufTragan von Brixen ernannt, mit 
einem jfihrlichen Einkommen von 200 Dukaten. Bezeich- 
nend ist für ihn, dafs er in sein Wappen damals eine 
Scheere aulnahm. Im J. 1584 reiste Nas wegen eines 
Zwistes mit dem Canonicus Arzt nach Korn. In deu 
nächstfolgenden Jahren erheben sich manche Stürme ge- 
gen den Weihbischof, die aber ehrenvoll für ihn enden. 
Mit Eifer verkündete Nas auch in seiner hohen .Stellung 
das Wort Gottes nah und ferne, so im J. 1587 zu Lam- 
hach in Oesterrcich. Im J. 1590 besuchte Niis Innsbruck, 
wo er am Ki. Mai starb nnd im sogenaiinle» Kupilil- 
hause seiner Ordensbrüder begraben wurde. Sein h(jlier 
GOniier, Erzherzog Ferdinand, ehrte sein Andenken durch 
einen vom Biiiilianer Andreas Collin verlerligten (irah- 
stein mit der Inschrift: ,, Serenissimus Princeps Ferdinan- 
ilos Archidnx Austriac etc. erga Optimum Praesulem et 
olini Mini.''truni snum , gratiae suae dcclarandac causa 
hoc moniimentum posuit". — Als im J. 1786 das Fran- 
ziskanerklosler in das Generalsrminar verwandelt wurde, 
übertrug man um -O. Jlaiz ^asen.« lieste in die Kirche der 
Jestniten, in deren Sakristei das Monument aufgestellt wurde. 



.111 



') i^mplissimi fruclus, <]UU9 hie vir in Cathedra, clcxlracani 
produxit, Pium V. P. P, movcrunt ut cundcm Conciona- 
torcm aposlollcum dcclarnvCril, et varü.s favorilius vivae 
vori.« ornculo donavrril." rireidercr, Germania franciü- 
cnnn, I, p. I'i9. ■' 

/ 



Zur lielienNirrHrlilrltle l>r. iTI. liUtlierB. 

Slitgetheilt von l'ruf. Dr. J u h. Vuigi, K. pr. Regicrungsrathe, 
in honigsbcrg. 

Demc Achlbarn und Ilochgelarteu, unserm besonder gün- 
stigen lieben Martine Luther, der heiligen scbrifTt Doc- 
tor, zu Willenbergk. 

Lieber herre togktor es ist in korcz meiner kinder 
diener einer miett namen here iohan uira bey euch ge- 
wesl und als er weder komeu mich euer leipleichen 
schwacheil beriecht wie euch sey geratten worden ir 
soltt ein offenonge in ein beiii machen und ein flufj Zie- 
gen sollt euch an eurem heuplt ein leichteronge brengen 
dar vor ich es nilt hallt noch hallten wille das es czu 
etwas nocz sey ein DofJ zu macheu in ein gesontle heult 
da vor keyner ist gewest sonder wohe ir vor ein be- 
schweronge haptt gehaptt haben sie euch vielichtt au|j 
guller wolmeinunge gescheen czwohe gemacht befyntt 
ir das au|i dem bcin das ir haptt olTcn lassen nichtt et- 
wan vielle donner aber wesserichter feuchtikeitt leuft 
und es wollt gern heilen wer mein ratl ir liest es in 
goltes namen heilen doch niechtt mitl gewallt aber eilendt 
ist es aber nitt neulich geolTenlt sonder vor langest üod 
hall sich ein flujS aber donne feuchtikeitt dar zu geczo- 
gcu die au|^ rintt so ist zu besorgen es mochtl euch 
schadeu wan irs liest heilen Und wie mich her iuhau 
beriechtl so befyntt ir oft ein Schwindel aber umblaulfeu 
im koplT ist nitt wouder dan geschwinde und scharOTe 
muhe des kupfs da kein leipleiche bewegoni^e ist bren- 
getl solche beschwerunge und wollt euch mein ratt in 
solchem gern mitteilen als vielle icbgs vorslon und scbiegk 
euch hiemielt ein gleslin dar an vorczeichenlt vor schwin- 
de! Dar bey ein niessc polier dar zu gthorigk solle ge- 
bj'uchlt werden wie di|5 ingelegelt czetlel anczeigett und 
ap euch der schwinde! dar von nicht haltt vorghinge so 
konipll vom Schwindel sonst gro.^se scli«acheill als der 
schlagk und ander zufellc dar vor sollt ir dijS gebrucheu 
stctt mein hoffcnonge czu gott dem alniichtigen es wirlt 
euch vor allen solchen czufelleii \orwareii des hab ich 
von gott grujie und vielle erfaruoge. , i • ■>! 'M 

Witter czu slirgkunge des leihes scbiegk ich euch in 
zweien gicseru czen aquaictia gelben nnd wissen der 
v,'\[i ist mitt goltes genaden gutt vor amachl aber mi- 
tikeit es sey mitt tütler nutten aber sonst mit einem fe- 
derlin in den montl gestrichen und iimh die iiaseu locher 
her werden ir «onder sehen wi« es den geisl crquiegkctl 
gott wollt es dnn nilt haben so erhellt .■■ich maiirlicr 
mensch dar miilt den ;;cll)i'n modelt ir morgen »her 
flbett wan ir euch liinb dio biosi iher maceri be.vrhurrlt 
belindelt so iiumet es ei:; lolTcl lol slirgketl dem mögen 



327 



Anzeiffcr für Kunde der deulscheii Vorzeit. 



328 



das beuptt und reiii^ett die brost mir zwilTeltt iiitt waii 
irs also gebiuchu ir «ertl sin logeil befyudeu wils der 
almichtige gol den bilt ich er wollt euch sein segen czur 
geüonlheit dar zu gebeu und bitl wan ir in euer andacht 
zu gott betletl wollelt meiner getengken als einer ar- 
men sondcrin czur besseronge und was euch hirinnen czur 
gesontheit wolle bekompt das wil ich wils gol euch 
myltt mitteilen ulT euer erfordcru geben czu mansTelll min 
hantt den 2(j tagk augostis im 43. 

Dorothea g. a. mans feilt wetc. 



Zustände. Eine llaiidüiFhrirt de») Hans Rosenplüt. 

S h ft ^'"' ^'^' '^''''"'- ^- Keller, Universiiatsprofessor, in Tübingen. 

"*"tMde'"''"' Eine der merkwürdigsten Handschriften, welche das 

germanische Sluseum in neuerer Zeit erworben hat, ist 
gewifs die unter Nr. 5339a aufgestellte Papierhandschrift 
des XV. Jahrh. in 4., welche Dichtungen aus der Zeit 
des Schreibers, vorzüglich Erzählungen, Fastriachtspiele 
und Priamcin von Hans Hosenplut enthält. Ein grofser 
Theil davon ist zwar schon früher, namentlich in meinen 
drei Sammlungen (alte gute schwanke, 1847; Fastnacht- 
Spiele, 1853; Erzählungen, 1855) gedruckt, und hin- 
sichtlich der Fastnachtspiele hat mich das Auftauchen 
dieser Handschrift in der Uebcrzeugung befestigt, dafs 
die 4 Bande meiner Sammlung den Vorralb nahezu er- 
schöpfen werden; dennoch bietet dieser Codex manche 
beachlenswerlhe Abweichung und Ergänzung für einzelne 
Stellen. Manche der Erzählungen und Sprüche werden 
noch VerölTentlichung verdienen, zumal, wenn einmal 
eine Gcsammtausgabc der Werke Rosenplüls, welche sehr 
zu wünschen wäre, gelingen wird. Am meisten frische 
Ausbeute wird aber der künftige Sammler unserer allen 
Priameln finden, und auch für einen solchen ist noch 
auf dem Gebiete unsertr iillcrn Literatur ein schönes Ver- 
dienst übrig. 

Diese Sammelhandschrift, welche nach den auf Bl. 
162 ff.e ingelragenen „Vherschrilften", d.h. Briefadrcs.son, 
zwischen 1450—1480 und zwar in Süddeutschland *) an- 
gelegt wurde, zahlt eigentlich nur noch 398 Blätter, nach- 
dem die ersten KJ Bialler, dann Bl. 21 u. 22, ferner 4 
(angezahlte) Blatter nach 293 und der Schlufs nach dem 
mit 416 bezeichneten Blatte verloren gegangen sind. Der 
Inhalt derselben ist im Einzelnen folgender: 



•) In den Adressen nennt sich ein Sit'nmnd Ilurrcr, 
Burger zu i'asiau. 



(Lücke von Bl. 1—16.) 

1) Bl. 17. Rosenplüt: Erzählung. (Anfang fehlt.) 
Vgl. Keller, Fastuachtsp 1342, 28. Gödeke, Grund- 
rifs, 98, 27. 

2) Bl. 18. Rosenplüt: VomBarbirer (Schlufs fehlt.) 
Gedruckt bei Keller, alld. Erzähl. 426 11. Vgl. Gö- 
deke, 97, 16. (Bl. 21 u. 22 fehlen.) 

3) Bl. 23. Auszug aus dem Renner Hugo's v. Trim- 
berg, Z. 12839 — 12905. (Bruchstück.) Der In- 
halt ist die Geschichte vom ausgesperrteu Hahn- 
rei, worüber zu vergl. Romans des sept sages, 
p. CLXXXIV. Loiseleur, essai sur les fahles in- 
dieniies, p. 146. 

4) Bl. 24b. Priameln: 

a) Lib vberwindl alle dinck. Gedr. Keller, Schwanke, 
35. Vgl. Keller, Fasln. 1152. 1162, 1. 1185. 
1371. 1457, 34. 

b) Ein orglock vnd ein wollenpogen. Gedr. b. 
Eschenbürg, Denkmäler, 405. Vgl. Keller, Fasln. 
1162, 7. 1165, 112. 1338, 76. 1432, 12. 

5) Bl. 25. Von dreien meyden. Gedr. b. Keller, Er- 
zähl. 478 ff. (abweichend.) 

6) Bl. 28. Vom Thumprobst zu Wirczpurg. Gedr. 
b. Keller, Fasln. 11 79 ff. vergl. 1152. 1332. 

7) Bl. 31b. Rosenplüt: Ein Spruch vom vanorden 
schuler. Gedr. b. Keller, Fastn. 1172. Vgl. Göd. 
97, 10. 

8) Bl. 36. Piiiimeln: 

a) Hauskern vnJ wintelwaschen. Vgl. Keller, Fastn. 
1162,8. 1165,39. 1336,61. 1371,89. 1436,41. 

b) Welch frau da gern am ruck leit. Gedr. b. Kel- 
ler, Fasln. 1331). 20. Vgl. das., 1456, 19. 1370, 
73. 1436, 42. 1162, 9. 1165, 107. 

0) Weisheit von truncken leuten. Gedr. b. Eschenb. 
404. Vgl. Keller, Fastn. 1162. 1165. 1337, 68. 
1371. 1456. 

d) Welch man an Freuden ist erloschen. Gedr. b. 
Keller, Schwanke 16. Vgl. Keller, Fastn. 1162, 
1370. 1456. 

e) Einem hafner dem solich kunst könnt werden. 
Gedr in d. Bericht an d. Slilgl. der deutschea 
Gesellsch. in Leipzig v. J. 1840. S. 39. Wie- 
der (angeblich zum ersten Mal) in Pfeiffer's Ger- 
mania, HI, 372. Vgl. Keller, Fasln. 1339, 93. 

f) Einem Weber dem got solch kunst hell geben. 
Gedr. im Bericht etc. S. 40. h bei Pfeiffer Hl, 
372. Vgl. Keller, Fastn. 1339, 94. 
g) Ein Schneider der vil knecht hctt. Gedr. im lie- 
richl etc. S. 39. n. bei Pfeiffer, a a. ()., 371. 
Vgl. Keller, Fastn. 1339, 92. 



329 



Anzeiger für huiule der deutschen Vorzeit. 



330 



h) Ein Schreiner der holcz genugk liett vnibsust. 

Gedr. im Bericht etc. u. bei Pfeiffer, a. a. 0., 372. 

Vgl. Keller, Fastii. 1339, 95. 

9) Bi. 3S. Koseuplüt (Itoseiier): Vom einsidel. 

Gedr. b. Keller, Fastu. 1124. Vgl. Gödeke 97,25. 

10) BI. 4b. l'riamelii : 

aj Wer einem [iliiilen winckt. Vgl. Keller, Fasto. 

1163, 3(i. 1164, 105. 1338, 75. 1370, 82. 
b) llett ich des keisers weib. 

11) BI. 49. Kuseiiplut: Spruch von Nürnberg. Her- 

ausgeg. V. Lochner (Nürnberg, 1854). Vgl. Kel- 
ler, Fasln. 1185. 1329, 13. God. 97, 23. 

12) BI. 5»b. Priameln ; 

a) Ein zaghafter Streiter vnter eines fürsten paner. 
Vgl. Keller. Fastn. 1162, 11. 1165, 119. 1138, 
83. 1370, 57. 

b) Welch man ein Icip hat nil Züschwer. Vgl. Keller, 
Fastn. 1162, 12. 1165,128. 1370,51. 1436,39. 

13) BI. 59. Rosenplüt: Zug wider die Hussiten. 
(Ein Sprnch von ßeheim). Vgl. Keller, Fasln. 
1330, 21. 1103. 1186. God. 96, 6. 

14) BI. 64b. Kosenplüt: „dergleichen inhalts." (Von 
der Hassen Flucht.) Vgl. Keller, Fastn. 1139. 
1186. 1330. God. 96, 5. 

15) BI. 71 b. l'riamelii: 

a) Wer In der kirchen slcet vnd schwaczt. Vgl. Keller, 
Fasln. 1163,51. 1166, 173. 1339, 90. 1370, 76. 

b) Ein frummer man der frolich ist. Vgl. Keller, 
Fasln. 1371, 102. 

c) Ein valer der sein kindt gern lernen wolt. Vgl. 
Keller, Fastn. 1167, 191. 1368, 16 (abgedruckt). 
1439, 63. 

d) Ein arczl der zeenwee kunt vertreiben. Gedr. 
b. Keller, Schwanke 37. Eschenburg, 402. Vgl. 
Keller, Fastn. 1164, 86. 1167, 196 1369, 33. 
1435, 28. 

e) Welcher mensch den erczten wird zuteil. Gedr. 
b. Keller, Schwanke 29. Vgl. Keller, Fasln. 1163, 
63. 1167, Ib7. 1369, 34. ISHchlese S. 327. 

16) BI. 73. Bekcrung eines Juden durch einen Cristeo. 
Vgl. Keller, Fastn. 1245 (?). 

17) BI. 82. l'riameln : 

B) In aller wirdl der man schwach. Vgl. Keller, 
Fasln. 1163, 40. 1455, 16. 

b) Ein alter Jaghunl der nymer mag Jagen. Vgl. 
Keller, Fa.-tn. 1164, ilO 1165, 136. 1138, 79. 
1370, 69. 1455, 17. 

c) Ein rat vnd ein gancze gemein. Gedr. b. Keller, 
Schwanke 52. Vgl. Keller, Fasln. 116«, 79. 
1167, 190. 1342, 131. 1369, 17. 1439, 64. 



d) Ein voczwül gestallt. Vgl. Keller, Fasln. 1371, 114. 

18) BI. 83. Hosenplüt: Streit zwischen Cristen vnd 
Einigen Juden in Nyderlaud. (Dispulalz eins Frei- 
heils mil eim Juden.) Gedr. Keller, Fasln. 1115. 
Vgl. das. 1431, 5. God. 98, 32. 

19) BI. 92. Priameln: 

a) Welch mau sieh vil rumpt von frauen. Vgl. 
Keller, Fastn. 116», 100. 1338, 84. 1370, 75. 

b) Welcher her ein lauben wechter hat. Vgl. das., 
1162,15. 1165,125 133'3,b2 1370,52. 1456,21. 

c) Wer einen pock zu einem gertner setzt. Gedr. 
b. Keller, Schwanke, 22. Vgl. Keller, Fastu. 1164, 
98. 1370, 77. 

20) BI. 93. Uaht der Schrifftgelehrten über Christum. 
Anfang: herr valer in deiuem thron. 

21) BI. 100. l'riameln: 

a) Ein hirt der treulich seins vibs bull. Gedr. b. 
Keller, Schw. 53. Vgl Keller, Fastn. 1164, 85. 
1166, 181. 1369, 20. 1435, 27. 

b) Essen vnd triiicken oii danckpeikeil. Gedr. das., 
45. Esehenburg, a. a. 0. 403. Vgl. Keller, Fastn. 
1163, 55. 1167, 192. 1369, 23. 1439, 67. 

21b) Folgt von späterer Hand ein Gebet in Prosa ,- 
(Fortsetzung folgt.) 



Der iriüiizfunil bei YVeilerHtlorr i» 
Frniikfii. 

Von Dr. Joh. Müller. ' "' 

(Schlufs.) 

35) Hs. : Der gekrönte bohnii.->clie Lowe nach rechts, 
ümschr. : "1 KABOLVS HfciX. 

Ks. : Krone (etwas zerquetscht). Umschr.: fBObü... 
Vgl Streber über die bohmisck-pfalzisehen Silberpfeiinige 
Taf. I, Nr. 1 und dazu , was derselbe S. 81 über die 
Münzstätte in der Überpfalz bemerkt. Die Zeit, in wel- 
cher sie geschlagen sind, beschrankt sich damit genauer 
auf die J. 1356—63. 

36) Hs. : Der Lowe nach rechts. Umschr. : KARÜ- 

Lvs Hax. 

Rs. : Krone. Umschr.: . . . HM^. . . Die Zeichnung 
beiderseits von der vorigen verschieden. 

37) Hs. : Der Lowe nach rechts. Umschr.: . . HO- 
LV . . . . 

Rs. : Krone mil einem Kreuz (Liliinknur ?) Umschr.: 
t B d — Abb. Nr. 3*). 



Leben. 

Erwerb. 
HandelsmitteL 



*) S. die Abbildungen auf der lithographierten Tafel tu 
Nr. tj des Anieigern. 



331 



Anzeiger für Kunde dor deutschen Vorzeit. 



332 



38) 1^ : l><r Löwe nach rechts. Umschr. : f ^^- 
BO \. 

Rs. : Krone, das Kreuz auf deren Mitte mehr lilicii- 
formi?. Umkehr.: t ..RÖSIi'ba (so!) 

3U) lls. ; Der Lowe noch rechts. Umschr.: * .... 

.vs Kax. 

Ks. : Krone. Umschr. : BObfl ... — Abb Nr. 4. 

40) lls.: Krone, l mschr. : . . . LV . . 

Bs. : Lowe nach rechts Umschr.: . . . . SlfjA . . Abb. 
Nr. 5. 

Die folgenden Pfennige haben ein einseitiges Gepräge. 

41) Der Lowe nach rechts. Umschr.: KAHO 

42) Der Lo«e nai h rechts, von anderer Zeichnung. 
Umschr.: f KA . . . VS »H\. 

43) Dir Lowe nach rechts. Umschr. : f KAHOLVS 
aXX. - - Abb. Nr. 6. 

44) Der Löwe nach rechts, von anderer Zeichnung. 
Umschr. : f KAHtJL . . U . . 

Ebenso ist die folgende Münze, die sich in mehreren, 
aber im Ganzen doch wenig zahlreichen Stücken fiudet, 
einseitig. 

45) Kine Krone. Umschr.: -\ B0l?fl6Tilö — Abb. 
Nr. 7. 

Ueber die folgenden MOnzen hat Streber eine Ab- 
handlung herausgegeben, iiamlich über die ältesten in 
Coburg und llildburghausen geschlagenen Münzen, mit 
zweiTafelu Abbildungen. Dieselbe lindet sich abgedruckt 
in den Abhaudl. der philos.-philoiog. Kia.^se der k. bayer. 
Akad. der Wissenschaften, Bd. VII, Abthlg. I, S. 213— 
306. Sic war mir aber nicht zur Hand, sundern nur der 
Auszug, welchen Leitzmann in s. numismat. Zeitung 1853, 
Nr. 14 gegeben hat. Die erste ftiUnze wird dem Land- 
grafen Friedrich d. Strengen von Thüringen (13.')3 — 
1361) zugelegt, der eine Tochter der Gralin Jutta, welche 
die Pflege Coburg als Leibgeding von ihrem Gemahl 
Heinrich VIII. innehatte, lieimthete und so in den Be- 
sitz deiselben geliingte. In llildhnrghanscn aber münzte 
der Markgraf Balthasar (t 1406), der eine Enkelin der 
Julia gcheirathct und mit ihr diesen Anlheil an der Erb- 
schaft erhalten hatte. Uebrigcns haben die Münzen nur 
ein einseitiges Gepräge. 

46) Bekrünzler Mohrenkopf nach rechts. Umschr : 
. . BVH . . — Abb. Nr. ». 

47) Bekrflnztcr Mohrenkopf nach rechts, noch fiiitzcn- 
haftei. Umschr.: t KG — Abb. Nr. 9. 

4b) UnbekrSnzler Mohronkopf nach rechts. Umschr. : 
•}• K. .VUG — Abb. Nr HO 

, 49) Gekrönter Lowe nach rechts. Umschr. : ili'ABÜ 
— Abb Nr II. ../. 



30) Helm mitHelmdecke und unerkennbarem Schmuck, 
von der Seite sichtbar Umschr. fehlt. Wahrscheinlich 
gleichfalls aus einer thüringischen Münzstätte. -Abb. 
Nr. 12. 

51) Adler nach links, unten wie zu einem Schilde 

zugespitzt. Umschr.: A. Der Abbildung bei Po- 

sern-Klett XXIV, Nr. 5 u. 6 nicht ähnlich, obwohl aller- 
dings der Adler auf einem Helm sitzen könnte. Von 
den Münzen bei Posern hat das germ. Museum mehrere 
Exemplare, die aber von der vorliegenden sehr abwei- 
chen. — Abb. Nr. 13. 

Schliefslicb ein lliindleinspfenuig, wahrscheinlich der 
Stadt Frankfurt : 

52) lls. : Offene Hand. Rs. : Kreuz, in dessen ge- 
spaltenen Schenkeln je eine Kugel. 

Unter den Münzen geistlicher Münzherren, die in sehr 
bedeutender Menge im Weitersdorfer Funde vertreten 
sind, erwähnen wir zuerst einige vereinzelte Regensbur- 
ger, wie sie zum Theil bei Obermayr, Taf. 10 abgebil- 
det sind. 

53) lls.: Halbe Figur eines Bischofs vou vorn, mit 
der Bicorne, in der Rechten den Stab, in der Linkeu 
einen Palmzweig haltend; am Räude Sternchen. 

Rs. : Unkenntlich. 

54) lls. : Unter einem Säulenbogeu das kürze Brust- 
bild eines Bischofs von vorn. 

Rs : Unter Spitzbogen zwei Brustbilder mit Mitra und 
Herzogshut. Obermayr, X, 15 ähnlich. Scitenstuck zu 
den obigen, von Bischof Heinrich von Rotcneck geschla- 
genen Münzen; zahlreich im Funde; Stcmpelverschieden- 
heit in Kleinigkeiten. 

55) lls.: Unbedecktes Brustbild von vorn, mit Schwert 
und Lilie (?). 

Rs. : Unbedecktes (?) Brustbild von vorn, in der Rech- 
ten einen Schlüssel, in der Linken einen Fisch hallend 
— Abb. Nr. 14. 

Von «em diese Münzen herstammen, ob von Bischof 
Alhrecht II. (12()0-I2G2) oder l.eo Tbundorfer (I2ti2— 
1277), darüber lufst sich zur Zeit nicht entscheiden. 

Die clinrmainziscben Pfennige unseres Fundes geboren 
deiselben Gattung an, wie die von Slreber in seiner be- 
kaiinleii Abhandlung: Zwanzig bisher meist unbekannte 
clunmiiiiizisclie Sillierpfeiiniife aus der zweiten lliilfle des 
14. Jhdts (AbhaiKllff. d I. C'l d. Akad. d. Wissonschaf- 
len IV. Hd Ahlli. 1.) mitgetheilten. Hier hat ebender- 
selbe (S. 141 u 11'.)) über das VerhiillniC.'« dieser Mün- 
zen zu den Ubrisren in unserem Funde lielindlichen ; des 
Burggrafen, Pfalzirrafen, Biniberg ric. berichtet. Vgl. 
anfserdeni s. A!)hdlg. über d, ältesten Willelsbacher Mun- 



333 



Anzeiger lur Kunde der deulsclicn Vorzeit. 



334 



zea S. 5G ff. bezüglich des Jluntruudes bei Grul's-Iuze- 
moüs. 

55) lls.: Kopf mit Milra von vorn. L'in.--chr. : c GHK... 
hs. : Rad. Uinscbr. : Mf'.Uli'tl. . . Streber Nr. 4 äbu- 

lich. 

56) Hs. : BruslbiUl niil .llitra von vorn. Umsihr. : 
GäKL... 

Rs. : Der nassauische Lowe uaeh rechts. Umscbr. : 
..RLA 

57) Hs. : Rad. Umscbr. : Ö61 

Rs. : leer. — Durch die Schrift von Streber Nr. 3. 
verschieden. 

5b) Hs. : Kopf mit Mitra von vorn. Umschr.: 

Rs. : Rad. ümschr.: il/.lLT 

59) Hs. : Brnstbild mit Jlitra von vorn. Umschr. : 
ILTÖß ... 

Rs. ; leer. — Sueber >'r 5 (Avers) hiervon ver- 
schieden. 

60) Hs. : Kurzes Brustbild von vorn, mit Mitrn. Um- 
scbr.: Mf'.Oim.. Ml»!! 

lis. : Dasselbe Brustbild. Umschr.: ..RL' ARS... 

61) Grofses Rad. Ohne Umschrift. — Abb. Nr. 15. 
Mehrere Stem|ielverschiedeiiheiten, sowohl in der Form 
als in der (irol'se des Rades. 

Während die erstem Münzen durch ihre Umschrift 
wie durch ihre Verwundlschnft sich sammtlich als von 
Krzhischof Gcriach, Grafen v Nassau (13'Ki' — 1371) ge- 
schlaeen ankundig-en, soll die letzte dem Erzbischof Kon- 
rod II. v. Weinsberg (1390 — 139(i) zugehören und zwar 
wegen ihrer Aehiilichkeit mit den Holilmunzen des mit Kon- 
rad gleichzeitig lebenden Gerbard Bischofs von Würzburg. 

Sehr zahlreich sind ferner die üluiizcn des Bamber- 
ger Bisthums, wovon ein Thi-il sich durch die Umschrift 
gaat bestimmt dem Bischof Leopold III von Bebenburg 
(1353 — 1363) zulegt, wahrend die Übrigen entweder ihm 
gleichfalls, oder seinem Nachfolger Friedrich II Grafen 
voo Trühendingen angehören mögen. 

62) Hs. : Brustbild von vorn mit Mitra. Umschr. : 
LVPOL.. . 

Rs. : Kirche mit zw ei Thtirmen, darunter eine Rosette. 
Umschr.: BABÜI^B... — Vgl. Heller, bamberg. Jlun- 
zeii, Nr. 26. 

63) Hs : Brustbild von vorn mit Mitra. Umschr. : 
..POLDV. . 

Rs. : Löwe mit ScIirAgbalkeii nach rechts, ümschr : 

....»bHrG.. 

61) Hs.: Brustbild von vorn mit tlitra. Umschr.: 
LVPOL... 



Rs. ; Löwe ohne (sichtbaren) Schragbalken nach rechts. 
Umschr.: BdR... —Abb. Nr. 16. 

65) Hs.: Brustbild ebenso. Umschr.: .VP..ÜVS.. 
Rs. : leer. 

66) Hs. : Löwe mit dem Schragbalken nach rechts, 
Umschr. * BABHI^BHRG. 

Hievüii sihd mehrere Slempelverschiedenheiten vor- 
handen. 

67) Hs. : Brustbild mit Milra von vorn, zu dessen 
linker Seite ein Bischorsslab Umschr.: y 6Ii*0R... 

Rs. : unkenntlich, verwischt Umschr.; .ABäl?B6[.. 
— Abb Nr. 17. 

Der rohen Zeichnung des Gepräges nach ist diese 
Münze älter als die von Leopold III., aber die grofsere 
Ausfuhi lichkeit des Bildes, das vollständigere Brustbild 
und der Stab, köiiute sie iu einer spatern, aber kurz dar- 
auf folgeudeu Zeit entstamieu sein lassen. Ein in der 
Sammlung des germanischen Jlu^eums befindlicher Pfen- 
nig, dessen obwohl zci drucUte Umschrift doch auf Fried- 
rlcli II. Grafen von Tniliendingen deutet, hat eine ähnliche, 
aber viel feiner ausgeführte Zeichnung Von I.eopold's III. 
unmittelbarem Vorgänger Friedrich I. von llohenlohe (1343 
— 1352) sind bis jetzt keine Jluiizeu bekannt, Li opold 
selbst erhielt von K. Karl IV. wiederholt Munzvergun- 
stigungeu und entfaltete hiernach eine grofse Thatigkeit 
im Munzwesen, aber doch ist die gröfste Wahrschein- 
lichkeit da, dafs die Jliinze Nr. 62 nicht ihm, sondern 
seinem Vorgänger Leopold il. von EglolTstein (1335— 
1343) zugehört. Das Gepräge beider (Heller 26 u. 27), 
der JlUnze mit dem Kiichcngebäude und der mit dem 
Löwen, sind zn sehr von einander verschieden und auch 
das Gewicht weicht uicht unbeträchtlich von einander ab. 
Nr. 62 und 67, die im Funde nur in einzelnen Stücken 
vorkommen, liefsen sich vielleicht so vertheilen, daf,-. jene 
dem Bischof Leopold II., diese Friedrich I. zugelegt wurde. 

Die Wurzburger Pfennige in unserem Funde sind in 
nur geringer Jleuge vorhanden ; unter den erkennbaren 
(denn unler den übrigen ganz abgeriebenen Stucke« des 
Fundes mögen noch mehrere Würzburger sein), nuge- 
fahr ein Dutzend Miinzen, lossen sich ungcruhr zwei llanpt- 
arlen, und zwar mir im .MIgemeinen, unterscheiden, 

68) Hs. : Brustbild von vorn, in der Rechten das 
Sch\>ert, in der Linken den Stab haltend. Umschr,;, 

IRZ 

Rs. : Das lirkanntc Monoi,'ranim, die ins Kreuz ge- 
stellten und verbundenen Rnihstabeii. Umschr.: f W . . . 
VRd 

6'J) H.<. ; Bru.slbild ebenso, aber anders slili.iiert. 
Umschr.: verwischt. 



330 



Ks. : Monogramm. Umschr. : f VK6 

eiueoi zweileu Exemplare: ■[ WIKZÜBVRG.) 

70) Us. : ebenso. L'mschr. : verwischt. 

Bs. ; leer. 

7t) Hs.: Das Brustbild ebenso, aber anders stilisiert. 
Umschr. : . .BZ. . . . 

Bs. : Das Monogramm. Umschr.: ...ZG..... 

72) Hs. : Das Brustbild ebenso, aber anders stilisiert. 
Umschr.: j W G. 

Bs. : Das Monogramm. Umschr.: -j" W VU0. — 

Abb. Nr. 18. 

73) Hs. : üanz verwischt. 

Bs.: BruchstQck eines Löwen, dessen unterer Theil 
ganz verwischt ist. Umschr. : f 6. 

Die ersten fünf .Münzen haben viel Verwandtes mit 
einander} eine ahnliche haben wir in der Sammlung des 
germanischen Museums (Nr. 1830) unter Bischof Al- 
brecht U. von Hohenlohe (1345 — 1372) liegen. Die 
sechste, Nr. 73, konnte Bischof Gerhard von Schwarz- 
burg (1372 — 1400) aiigehorcn, wiewohl Streber in sei- 
ner Abhandlung über die MUnzen dieses Bischofs eine 
gleiche nicht aufführt. Jedoch ist das Gepräge der uns- 
rigeu zu unvollständig erhalten. 



Staats- Satlrl^rlier HolzMrlinllt aiifdle Erflntlung 
»"äialten. j^^ »eltif fwpulveri*. 

Waffcnscliutz. 

Von Jos. Maria Wagner in Wien. 

Etwas spät, doch vielleicht nicht ganz unwillkommen, 
mag die Nachweisung hier Platz finden, wohin der, im 
Anzeiger v. 1856, Sp. 176, besprochene satirische Holz- 
schnitt auf die Erfindung des Schiefspulvers und der 
Feuerwaffen gehört. Er ist aus Job. StumpITs ,,Schwy- 
tzer Chronika" (Zürich, 1554) S. CLXXVIl genommen, wo 
es zum J. 1376 heifst : „Das Buchsenpulver vund Buchsen- 
schicfsen ward erstlich erfunden, vnd zu Augspurg an- 
gefangen '" Eine Nachahmung dieses Holzschnittes gibt 
Schcible im Schaltjahr, IV, 607. 

Auch Jacob von Haunspcrg zu Vachenberg, der fürstl. 
Balh und Pfleger zu Piain gewesen, ist in seiner 1588 



Anzeiger fur Kunde der deutschen Vorzeit 
(Nach 



336 



verfafsteu, handschriftlich iu der Bibliothek des Neuklo- 
slers zu Wiener-Neustadt aufbewahrten Chronik von Salz- 
burg gar nicht gut auf den Erlinder des Schiefspulvers 
zu sprechen. Er schreibt Bl. 66 b: ,,Di(J obbemelt jar 
(1380) ist das graujSam vnd erschröcklich pilxengeschQtc 
in Teutschlandten crfundlen worden, sambt der zusam- 
menfuegung pvayer widerw erdigen materien, schwebl 
vnnd salpitter das püchsen-pulfer darauji zu machen. 
Aber an wellichem orlh oder von wellicher person sagt 
niemandt, den zu Augspurg hat man erstlich damit ange- 
fangen zu schielten. So legen das etlich ainem mönich 
zue, der diese vnedel, mürdrisch kunst ei dacht solt ha- 
ben. Der böswicht von dem sollich schändlich ding er- 
funden ist iiit wUrdig, das sein namcn bey den menschen 
auf der erden bleib, oder ein lob von seinem gefundtnen 
werck bring. Er war woll würdig gewesen, das man in 
jn aiu pUxen gesloj^en, vnd an einen Ihurn gescho[iea 
het." 

Diese Chronik ist, was ich hier beiläufig bemerke, 
auch sonst, besonders der Ausführlichkeit halber, mit 
welcher sie die Geschichte und Genealogie der Familie 
von Trauner behandelt, nicht uubeachteuswerth. 



Bald nach der vorstehenden Mittheilung ist uns eine 
zweite Über denselben Gegenstand von Hrn. F erdin. 
Hahn, I. reufs. Hulbibliolhekar , in Gera zugegangen, 
welche den fraglichen iloizschiiitt iu einer spateren Fo- 
lioausgabe der SlumpIT scheu Chronik (Bl. 419 a) nach- 
weist. Der dazu gehörige Te.xt, an den die oben ange- 
führte Salzburger Chronik sich auschliefst, lautet dort: 
„Auuo do. 1380 ward die zesamfugug zweyer widerwer- 
lige materien Schwabel vnd Salpetre erstlich crfuudcn, 
vnd das Buchsenpuluer augelaugen zemachen. Zu Augs- 
purg hat man erstlich angelange mit Buchseiischie|ieo. 
Di[i vnedel mörderisch kleinot sol von einem Muuch er- 
funden, vnnd iu die weit aujigangeu seyu." 

Die Fülioausgabe Zürich 16U6 hat zwar auf Bl.726a 
diese eben angeführte Stelle auch, doch nicht mehr den 
dazu gehörigen Holzschnitt. 

Die B edac ti on. 



(Mit einer Beilage.) 



Verantwortliche Redaction : Dr. Kreih. v. u. z. Aufscfs. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommnnii. 
Verlag der literarisch -artistischen AnstBlt des germanischen Museums in Nürnberg. 

U. E. Scbald'nclip Btirlidnirkricl. 



BEILAGE ZLM AXZEIGEÜ FLR RU\DE DEU DEUTSCHEN \ OIJZEIT. 



1859. 



^n). 



S(*|»l (Müller. 



üumk (los ireriuuuisduii Museums. 



Die im Schliifsinspral der Tetzlen Beilage zum Anzeiger*) 
angekündiorte Ve r \v al lungsco iife r en z des germ. Museums, 
wofür die Tage vom 20. bis 28. September angcselzl waren, 
hat in der gehörigen Weise stallgefanden und ihren Zweck 
vollkommen erreicht. Die für die Commission, welche nach 
einem früheren Beschlüsse zur Vertretung des Verwaltungs- 
ausschusses zu ernennen war, aus dessen Mille crwiihllen sie- 
ben Mitglieder, die Herren Prof. B lunl schli, Prof. Fick 1 er, 
Frhr. v. Lcdcbur, Frhr. v. Löffel holz, Rektor He e rw a- 
gen, Advokat Kortc und Rechtsrath Seiler, hatten durch 
Annahme der auf sie gefallenen Wahl die Ilauptbedingung für 
eine erfolgreiche .\bhaltung der l'nnlerenz erfüllt. Schon am 
Vorabende derselben halten sich einzelne Besucher aus der 
Kahe und Ferne, unter diesen die Herren Professoren Wuttke 
aus Leipzig und Fi ekler aus Mannheim, mit andern Freun- 
den nnsercr Sache in der Karthause zu gegenseitiger Begrils- 
sung und geselliger Unterhaltung eingefunden. Am Morgen 
des 26. September trat die Commission zum erilen Male zu- 
sammen, um in einer um 9 Uhr begonnenen Vorberathungs- 
sitzung sich mit den Vorlagen bekannt zu machen, die Ein- 
lelcommissioncn zu übernehmen und einiges Andere im Vor- 
aus zu besprechen. Um 11 Uhr erölTnete der L Vorstand die 
erste allgemeine Sitzung mit einer Begrüfsung der zahlreich 
Versammelten, einer kurzen Hindeutung auf den Zweck der 
Conferenz und mit der Bitte an die Erschienenen, bei den 
vorzunehmenden Berathungen und sonstigen .\rbeitern einan- 
der gegenseitig zu unterstützen. Der l. Sekretär las sodann 
einen Bericht vor, worin Rechenschaft abgelegt wurde über 
die im abgewichenen Verwnltungsjahre vom Museum allsei- 
lig gemachten Fortschritte, die Mehrung seiner Sammlungen 
und die Ausdehnung seiner Beziehungen nach aulsen. Die- 
sem Berichte schlössen sich die der abgeordneten Vertreter 
der Hülfsvereine in Berlin und Mannheim an, von welchen der 
letztere, obwohl erst in jüngerer Zeit ctilstanden, bereits er- 
wirkte, dafs die Zahl der Beitragenden, die jetzt auf etwa 50 
sich belauft, um die Hälfte sich erhöhte, sowie er auch im 
njichslen Winter Vorlesungen, gleich den in Berlin gehaltenen, 
wofür bereits Kräfte gewonnen .lind, veranstalten wird. Dr. 
Joh. Falke, Cnnservator der Bibliothek, hielt hierauf einen 
längeren Vortrag über das Nalinnalmuseum und die deutsche 
(jcsfbichtswissenschall , die Entwickehiiig beider, dir llnin- 
dung der historischen (iesellschaflen, die Bedeutung des germ. 
Mnseums und sein Vcrhallnila zu den Vereinen nnd zur Oe- 
schicbtswissenschan überhaupt, \arhdem noch der I. Vor- 



•) Wiederholt In illcaer Nummer, deren leliter halber Doiren l)eroll,i 
gctiriic'kt wnr vor dleHvm ÜOKun. Man zöjfrrle mit dnni 
Wfitttrdnick, lun noi-ti in ilicttcr sehuu vorHtiätutcu Nummer den 
l^urircnzbcrlcbt zu bringen. 



stand der ,\klicngesellschaft für das Museum, Hr. ,J. Zeltner, 
einige Worte über den liesland derselben und diu Zuwachs 
des Kapitals gesprochen, wurde die Sitzung geschlossen. Der 
Nachmittag dieses und der Morgen des folgenden Tages war 
den Arbeiten der Einzelcominissionen und der Besichtigung 
der Sammlungen gewidmet. Um 11 Uhr Vormillags (27. Sep- 
tember) hielt der Gelehrtenausschuls seine erste Sitzunp, voll- 
zog in dieser und der folgenden (28. Sept., 10 l'hr Vormit- 
tags) die spater ;von der Commission des Verwaltungsaus- 
schusscs bestätigte Wahl neuer Mitglieder, berielh die Ergän- 
zung des für die wissenschaftlichen .Vrbeilen des Museums 
eingeführten Systems und erledigte noch einige wissenschaft- 
liche Vorlagen. Die erschienenen Bevollmächtigten (Vertre- 
ter der Agenturen) traten am Kachniittage des zweiten Tages 
zu einer gemeinsamen Bcralhung zusammen, wobei namentlich ' 
Erbgraf Ludwig zu Pappenheim als Bevollmächtigter des 
Museums sich lebhaft bcthoiligle. Noch ein Standesherr, Graf 
v. G i ech , Ehrenmitglied des (irlehrtenausschusses, bewies seine 
Theiinahme am germ. Museum durch .\nwescnheit in den all- 
gemeinen Sitzungen. Um 5 Uhr hielt die Commission des 
Verwaltungsaussehusses ihre Hauptsitzung, welche am Morgen 
des folgenden Tages forlgesetzt und beendet wurde. Die in 
derselben vorgekommenen Verhandlungen und Beschlüsse kön- 
nen hier nur nach ihrem Hauptinhalt mitgetheilt werden. Zu- 
iiaclisl wurde die revidierte Verwaltungs-Kechnuug vorgelegt 
und durcbgcnoinmen, das Rcchnungs- und Finanzwesen im 
Allgemeinen geprüft, der Etat für das künftige Jahr festge- 
setzt und Manches berathen und beschlossen, was zur Hebung 
der Finanzen geeignet erschien, da noch immer nicht jein 
(Jleichgewiehl zwischen dem noihigen Bedarf eines Nalional- 
inslituts dieser Art mit den von Fürsten und Volk dargebotenen 
materiellen Mitteln erzielt worden ist. Die Commissarien er- 
statteten Bericht aber die vorgenommene Prüfung der Ge- 
schaftsfuhrnng, der Prolokolle über die Lokalausschufssilzun- 
gen, der Sammlungen und Repertorien. Das Resultat war ein 
günstiges: die für die Sammlungen und .Vrbeiten getroffenen 
Einrichtungen und Anordnungen hatten allgemeine Billigung 
gefunden; zugleich aber wurden für einzelne Ablhcilungen 
Verbesserungsvorschlage mitgetheilt, die vorzüglich auf Er- 
sparung von .Xrbcilen und iingeslflrtere Wirksamkeit der Ar- 
beitskräfte hinzielten. Für den lotztgenannten Zweck ward 
namentlich eine Einrichtung beschlossen, welche die im Ar- 
chiv und in der Bibliothek Beschäftigten von der F'remdcn- 
fübrung entbindet. An den Schlufs dieser für die Weilcrcnt- 
wicklung des Museums bedeutungsvollen Sitzung, welche durch 
die zweite Sil/iiüg des tielehrlenausscliusses auf einige Zeil 
unUrbrocheii wurde, reihte »ich die letzle allgemeine Vcr- 
sninmluDg, ju welcher der !. Vorslnnd den nbcrnial» inhircich 



339 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



340 



Erschieneoen die Ergebnisse der slallpefundencn Beraltiungen, 
die Kamen der nengewalillen Gelehrlenausscliursiiiilglieder 
und einzelne der gefalslen Hesrhliisse ausfiihrlklicr niillhcilte 
und die vollständige Erledigung der Aufgaben die von dem 
Verwaltangs- und dem Gelehrlenausscliusse zu lOsen waren, 
aussprach. Einen würdigen Absclilufs fand die Conferenz in 
der sinnigen, beredten und kraftigen Ansprache des Gelehr- 
tenausschufsmitgliedes, Herrn Professors Kreuser aus Köln, 
der nach der Berichterstattung des I. Vorstandes zu einem 
Schlul'svorlrage sich erhob, worin er nach einem kurzen Kuck- 
blick auf das alte Nürnberg die Aufgabe bezeichnete, die dem 
heutigen Nürnberg gestellt sei. Zur Vergleichung seine Va- 
terstadt Köln heranziehend, wo ein einziger Bürger, Namens 
Bicharz, ein Museum, dem germanischen ähnlich, nur von 
beschrankterem Uuifange und Zweck, auf eigene Kosten, 
durch Stiftung bedeutender Geldsummen, begründet und da- 
durch Andere zur Nachfolge angeregt habe, fuhr der Redner 
fori : „Was Nürnberg einst cewesen, der Mittelpunkt des deut- 
schen Reichs, das kann es nicht mehr werden, wie auch das 
alte Reich nicht mehr ersteht; aber es ist ihm gegeben, der 
geistige Mittelpunkt des im (ieiste wiedererweckten Deutsch- 
lands der Vorzeit zu werden. Selbst das grofsarligste Denk- 
mal der alten Zeit des deutschen Reichs, hat es die Aufgabe, 
alle Reste dieser Zeil in seinen Mauern zu vereinigen, das 
gröfscre germanische Museum auszubauen, wie Köln ein klei- 
neres erbaute." Mit einem Aufruf an die Bewohner Nürn- 
bergs zu kräftiger Unterstützung des nationalen Werkes 
schlofs der Redner seinen Vortrag, worauf der I. Vorstand 
noch in wenigen Worten, nicht ohne zuvor des bereits von 
Nürnberg Geleisteten anerkennend gedacht zu haben, seine 
Hoffnung auf weitere tliatigc Forderung und sammtlichcn Theil- 
nehmern der Conferenz seinen Dank für ihre Mitwirkung aus- 
sprach. Damit wurde die Versammlung verabschiedet und 
die Jahrcsconferenz geschlossen. Dem vorstehenden Berichte 
haben wir ergänzend nur noch hinzufügen, dals in den Zwi- 
schenzeiten die .Mitglieder der Conferenz mit andern Freun- 
den des Museums zu gemeinsamen Mitlagsmahlen und zu ge- 
selligen L'nterhallungen in der Karlhause sich vereinigten, wo 
die heiterste Stimmung herrschte und mancher Wunsch für 
das kräftige Gedeihen der Anstalt laut wurde. — Werfen wir 
einen letzten Blick auf die Tage der Conferenz zurück, so 
können wir als Schlufserpebniis derselben aussprechen, da(s 
ihre Theilnehnicr mit der l cberzeugung geschieden sind, das 
Museum sei in seiner Entwicklung dahin gelangt, dals die 
deutsche Nation es mit Stolz sein Eigenihiim nennen könne, 
dafs es werth sei, als solches erhalten und Inrini liaul zu 
werden. Wenn es diesen Standpunkt jetzt erreicht hat, so 
ist dies nicht ohne wirksame Hülfe von aulsen geschehen: 
aber grofser noch war die .Anstrengung derer, auf deren 
Schultern zunächst die schwere Aufgabe lastete. Beim deut- 
schen Volk und seinen F'Urslen sieht es nun, Sorge zu tra- 
gen, dafs der mühsam und mit Opfern errichtete Bau nicht 
sinke, sondern kraftig gestutzt und würdig fortgeführt werde 
zum Ruhm der Wissenschaft und zur Fhre Deutschlands, 
ein unvergängliches Denkmal seiner geistigen Einheit und 



der Gesammtwirkung vereinler Kräfte für einen erhabenen 
Zweck. 

Die durch die letzten KestiiuralicmsarlKilcn bewirkte Er- 
weiterung und Mehrung der Sammhingslokale machte auch 
eine Vermehrung des für die F'renidenfuhrung bestimmten Per- 
sonals und eine entsprechende Erhöhung des Eintrittsgeldes 
nothwendig. Gleichwohl war der Andrang der Besuchenden 
in der letzten Zeit starker, als je zuvor, was wir ganz vor- 
zuglich dem Kaulbach"schen Gemiilde zu danken haben, das, 
auch wenn die Neuheit sich verloren hat, nicht aufhören wird, 
eine machtige Anziehungskraft auszuüben. Unter den hohen 
Personen, welche in der letzten Zeit das Huscum mit ihrem 
Besuche beehrten, befanden sich auch Sc. kais. Hoheit der Erz- 
herzog Ludwig von Oesterreich und Se. Hoheit der Her- 
zog Bernhard von Sachsen- Wei mar. 

Für die Sammlungen dos Museums sind wieder mehrere 
ansehnlichere Geschenke eingegangen, darunter auch die be- 
reits in Nr. 6 d. Beil. erwähnten, von Sr. k. Hoheit dem 
Grolsherzoge von Mc k len bur g-Sch we rin dem Museum 
geschenkten Abdrücke nieklenburgisclur S i e ge I. Eine wei- 
tere Bereicherung erhielt die Siegelsanimlung durch eine Sen- 
dung von 1300 Abdrücken von dem F'rhrn. K. v. Reitzen- 
stein in München. Ein Convolut Urkunden und anderer 
Schriftslücke, welche der verstorbene herzogl. sachsen-alten- 
burg. geh. Reg.- und F'inanzrnth A. F'. K. Wagner durch 
eigenhändige l'eberschrift dem germ. Museum bestimmte, ist 
von dessen Witlwe übersandt worden. Ilr. Dr. I,. J. F. Jan- 
sen in Leyden, Gelehrlenaussch.-.MIlglied, schenkte der Biblio- 
thek eine Sammlung von 29 seiner gröfsern und kleineren 
Schriften. 

In literarischen Tauschverkehr mit dem Museum ist jüngst 
getreten 

die k. k. Direktion für administrative Statistik in Wien. 

Neue Agenturen wurden errichtet in Jena, Knlten- 
nnrdheim a. d. KhOn, Pforzheim und Schwcidnitz. 

Für nachstehende Geschenke sagen wir besten Dank : 

I. Für das Archiv. 

Karl Frhr. v. Reitzenstein, z. Z. in München : 

1429. Urkunde des Job. von Klirrsliin, des Schultheilsen Hcy- 
nohl u. der Richter zu Mainz. 138Ü. Pgm. 

1430. Conlirmalinn d. K. Sigmund von d. Privilegien d. Stadt 
Hicdlingen. 1117. Pgm. 

Ferdinand Schunter zu Nürnberg : 
14.(1. (irahzetlol fiir G. Th. Schunter zu Nürnb. 1728. Pgm. 
Christian Baclimann, Ro^imenlsaktuar, zu Nürnberg : 
14.1"_'. Lclicnliricf <l. K<iriilliurs l.udw. v. Werlheim z. Nürnb. 

für Anna die Tannerin. i;i77. Pgm. 
1433. Kaufbrief d. Acbtissin v. Kloster llimmelthron , hunig. 

Gräfin v. Orlamunde. 1381. Pgm. 
14.'!4. Gerichtsbrief des Fr. v. I.aulTenliolz, Schultheifscn zu 

Nürnlierg, üb. e. Kauf K. Hol/sc hnhcrs. 1 ln.(. I'gni. 
li'.ib. Gerichlsbrief des (i. Kratz. Schultheilsen zu Nürnberg, 

üb. c. Kauf d. Sebald Pomer. 1405. Pgm. 



341 



Anzeiger lür Kunde der (liMit->(lit'ii \'(irzt'it 



342 



143G. Nolnriatsinstnimcnt d. Joh. Schymel. 1471. Pgm. 

Beda Franz, Siadipfleger. zu Roiiweil : 
1437. Schulibrief des Obcrsleii Konr. Widcrhnid zu Hohent- 
wicl für d. Reichsstadt Pfullcndnrf. KJ.'iS. Pap. 
Seybold, Handlungs-Commis, zu Nürnberg: 
1438—1447. Erlasse der Markgr. v. Brandenb. u. Berichte 
an dieselben, auch Schreiben Bamb. Bischöfe nebst Ver- 
^i-icliiiirs ISaireuther Beamten. 1.Ö67 — 1659. Pap. 
Schumann, Pfarrer, zu Unlersiemau bei Koburg: 

1448. Gutachten der Juristenfacultiit d. Univ. Leipzig. 1632. 
Pap.' • 

Cramer, Oberliealenant, zu Nürnberg : 

1449. Lchnbrief Johannes Herrn zu lleideck, Doinprobstä z. 
Bamberg, für d. Gebr. Ilevder. 1414. Pgm. 

' 1450. Gerichtsbrief des Dietz Marschalk, Landrichters zu Auer- 
bach, ab. e. Klage. 1491. Pgm. 

1451. Wappenbrief d. k. Pfalzgrafen Wolf Haller fdr Hans 
Mittauer zu Reffen.^burg. 1575. Pgm. 

1452. Adelsbrief d. Reichsverw. Max. Joseph, Herzogs in 
Bayern, lür Marl. Füscher v. Füschheim. 174.5. Pap. 

Nach Verfügunff des verstorbenen geh. Finanz- und Regie- 
rungsraths Wagner zu Altenburg : 

1453. Noiarialsinsir. d. Nicol. von Gruneberg üb. e. Verkauf 
d. Joh. Pabulalor. 1375. Pgm. 

1454—1480. 27 Papierurk. u. Schreiben, gröfstentheils vom 
Rathe der Stadt Jena ausgcg. od. an dens. gerichtet. 
1422-1617. 

n. Für die Bibliothek. 

Dr. Ferd. Walter, Professor, in Bonn : 

7840. Der«., d:i.- alle Wales. 1859. 8. 

Dr. Julius Petzholdt, Bibliothekar, in Dresden : 

7841. Ders., catalogus „Indicis Librorum prohibitorum et ei- 
piirgandonini". 1859. 8. 

Verein für Geschichte und Älterthum Schle- 
siens in Breslau : 

7842. Dcrs., Zeitschrift. 1. u. 2. Bd. 1850 u. 1859. 8. 

7843. Der»., Codex diplomat. Silesiae. 1. u. 2. Bd. 1857 
u. 1«59. 4, 

J. C- Streinz, Director der Ober-Realschule in Linz : 
784). Achter Jabresbcriclil de. 1S59. 4. 

Histor. Verein für Oberfranken in Bayreuth : 

7845. Dcrs., Archiv. 7. liils. 3. Heft. 1859. 8. 

M. J. Richard-Janillon , Schlofs Castellan, in Ucidcl- 
hcrc : 

7846. Dcrs., der pompejanischc Bau bei AschalTenhurg von 
R. Wanderer. (18.59). 8. 

Dr. Pescheck, Archidiiikonus, in Zittau: 

7847. Her-., .Nnchlrllge zur Literatur der obcrlausitzer .\ltcr- 
thümer. 0. J. 8. 

78'IR. I)er5., Famiticnnnchrichten des Verfassers. 1859. 8. 

Bibliographisohea Institut in llllilliurchausen : 
7849. S. .\msler, Schwanthnlers Maler-Statucn auf der Pina- 
kothek in München. 1.— 3. Lfg. 1859. gr. 2. 



Redaction der numismatischen Zeitung: in Weis- 
sensec : 
78.50. Dies., niimisnint. Zciiiin?. Nr. IJ- 11. 18.59. 4. 
Histor. Verein von u. für Oberbayern in München : 

7851. Ders., Archiv. XVIII. 3, XIX. 1, XX. 1, XXL 1. 1857 
-58. 8. 

7852. Ders., Zwanzigster Jahresbericht. 1858. 8. 

7853. R. v. Rettberg, Uebcrsichtstafeln zur Begründung einer 
Geschichte der christl. Kunst in Oberbaycrn. (1859). 4. 

Historischer Verein der fünf Orte etc. in Lucero : 

7854. Ders., der Kescluchtslreuiid. 15. I'.d. 1859. 8. 
Dr. Alexander Ziegpler, Priatgelehrler, in Leipzig : 

7855. Ders., Marlin Beliaim aus Nürnberg. 1859. 8. 

7856. D»rs. nieine Reise im Orient. 2 ihle. 1855. 8. ' 
Eiu tfr.'jeiiannter in Nürnberg: 

'')1. Joann. Vredemann , pictores statvarii etc. adesle : el 

hunc libcUvm inspicilc etc. 0. J. qu. 2. 
Dr. J. I.. Ch. W. Döderlein, Professor und Sludien- 
rektor, in Erlangen : 

7858. Jahresbericht von der k. Studienanstalt zu Erlangen. 
1859. 4. 2 Exempl. 

Smithsonian Institution in Washington: 

7859. Dies., annual report. 1.S58. 8. 

7860. B. A. Gould, roply to the „Statement of the trustees" 
of the üudley observatory. 1859. 8. 

7861. Ders., defence by the scientific Council of the Dudley 
observatory. Thierd edit. 1858. 8. 

Dr. J. B. Schrauth, .\.rzt u. Gutsbes., in WoQcnbach : 

7862. Ders., Geschichte und Topographie der Stadt Ncuraarkt. 
18,59. S. 

W. Brandt, Direktor des Gj'mnas. Andrian. in Hildesheim : 

7863. Ders., Jahresbericht über das Gymnas. .\ndrianum. 
1S59. 4. 

Polytechnischer Verein in Würzburg : 

7864. Ders., Wochenschrilt. Nr. 27—35. 1859. 8. u. Jah- 
resbericht, 1859. 4. 

Ed. Frhr. v. Ketelhodt auf llerrniannsgrün in Mcklen- 
burg: 

7865. Ders., Urkunden und historische Nachrichten der Frhr. 
v. KelellKidtischeii Familie. 1855. gr. 8. 2 E»pl. 

Bibliographisches Institut iu llildburghausen : 

7866. Dir lli]|iiii.>lauren. Ein Epos in sechs (icsangen. 1859. 8. 
Bauer & Raspe, Verlagsbuchh. (Jul. Nerz) iu Nürnberg: 

7867. A. V. Eye u. Jac. Falke, Kunst und Leben der Vorzeil. 
Ilft. 9-1,5, 17, 19, 21-28. 1856—57. 4. 

Aug. Schulze. Buehh., in Celle : 

7868. Cyr. Spangenberg, Chrunicoii Verdcnsc. 0. J. 2. 

7869. Ch. B. Scharf, der politische Staat des Churl. Braun- 
sehweig-Luncburg. 1777. 4. 

7870. H. B. Wenck, die llcrkuufl des Tculschcn Königs Con- 
rads l. 1792. 4. 

7871. Forsl-Ordnuiig Johann Friedrichs Hertz, zu Braunschw. 
u. Liineb. von 1678. 1749. 4. 

7872. Ch. \\. V. Dohm, die Luiticher »cvointion. 1790. 8. 

7873. J. Ch. Galtcrer, Abrils der Di|ilumntik. 1798. b. 



343 



Alizeiger für Kunde der deutstlieii \ Urzeit. 



344 



7874. Slatvs parlicularis Reginiinis S. C. Majestalis Ferdinandi H. 
1G37. 12. 

7SVr>. Jos. Simler, Yallesiac et Alpivm descriptio. 1633. 12. 

Ein Ungenannter in Nurnberg: 
7876. 0. G. Ikraeus, numismatn reccnliora etc. 39 Blätter. 
0. 0. u. J. 2. 
Baronin Loalse Kotz in Frag: 
7677. Kit»., Was ich triLlilc ! Was mir auffiel! 1. .Vbthl. 
1859. 8. 
Ein Ungenannter in Nürnberg: 

7875. H. l'is licr, lic.-chrcibung der Kunstkammer in d. neuen 
.Mu>oum zu Berlin. 1859. 8. 

Frimbs, Rechtspraktikani, in Nürnberg : 

7879. tJundckar II. Bi.«cliof von Eichstail. 0. J. 4. 
H. Schrag'sche Buch- u. Kunslhandl. in Niirnberg: 

7880. Cruiidrils von >urnbcrg in zwei Bliillern. (18.59.) 8. 
Eug. Schnell, f. Holkammer-Revisor u. Archiv-Commis- 

sarius, in llechingen : 

7881. Ders., bist. -Statist. Zcitscinifl filr die beiden Herzog- 
thümer tlohenzollern. 1.— 4. Ilfl. 1845. 8. 

7882. Anton .\loys von Ilobenzoliern-Signiaringen. 1856. 8. 
3 Expl. 

Carl Giefscrs Buchb. in Bayreuth : 

7883. 11. l'eetz, Christran, llarkgraf zu Brandenburg. 1859. 8. 
Dr. C. 'W. Pauli, Ohcrappellalionsscritblsralh. in Lübeck : 

7884. Ocrs., Abhandlungen aus dem lubischcn Kctblc. 1. — 3. 
Theil. 1837-41. 8. 

7885. Ders., Löbeckischc Zustünde zu Anfang des 14. Jahrh. 
1847. 8. 

O. F. H. Schönhuth, Tfarror. in Edclfingen : 

7886. Hers.. Kl. Jni:i-nd-Bil.liolh('k. 2. Aufl. ]. Hfl. 1859. 8. 
Hiator. Verein für das wirtemb. Franken in 

Mergentheim : 

7887. IJers., Zeitschrift. 4. Bd., 3. Hfl. Jahrg. 1858. 8. 
Tepfer, Domanial-Direklor, in Nürnberg: 

7888. (Ders.), das Uberjagerineister- und Baunerami, im Be- 
sitze des Hauses Torring. Mit vielen handschr. Nach- 
traaon vom Verfasser. 1S42. 8. 

Karl Frhr. v. Reitzenstein, z. Z. in Miinchen : 

7889. Verhandlungen des histor. Vereins der Oberpfalz und 
von Regeusburg. 6. — 12. u. 14.-16. Bd. 1841-55. S- 

7890. Taschenbuch für die vaterl. Gesch. Ilerausg. v. J. v. 
llorniasr. 1^37 u, 18.50-1851. 8. 

K. Stildienrektorat zu Munnersladt: 
78;il. JM.ris-Bericht. 18.56—59. 4. 
Siebigk, Hauptmann a. I)., in Dessau : 

7892. Mandat Axel Oxenstirn's an das Schwedische Heer, den 
Diirrhzng durch .\nhall betr. 1633. qu. 2. 

V. Hoinlngen, gen. Huene, Bergmcisler, in Siegen: 

7893. Hecueil de planches de rEncyclop(Jdie. T. I — III; 
Text T. I. l'artie II. 1783 84. 4. 

7894. Recueil de planches pour la nouvclle edit. du diclion- 
nairt' raisonne elc. T. I. 1778- 4. 

O. H. Araaner, l'larrer, zu KubIberg (Bayern) : 



7895. Kovvm Testamentvni. (Polyglot.) Studio et lab. Eliae 
Ilvtturi. 2 Bde. 1599. 2. 

Dr. Jul. Evelt, Professor der Theologie, in Paderborn: 

7896. Ders., zur Geschichte des Studien- und Unlerrichlswc- 
sens in der deutschen und französischen Kirche des JI. 
Jhdis. 2 Thie. 1856 u. 57. 4. 

Dr. Joh. Schotter, Prof. der Gesch., in Luxemburg: 
l^'Jl. Ders., ciniyc kril. Erörlerungen über die frühere Ge- 
schichte der Grafschaft Luxemburg. 1859. 4. 
Alterthums-Verein zu Wien: 

7898. Dir--., Biricbii- und Mitlheilungcn. Bd. 3. AJilh. 1. 
1859. ^T. 1. 

K. französ. Ministerium des öffentl. Unterrichts 
und des Cultus in Paris: 

7899. Revue des societcs savairles des deparlemenls. T. V. 
Sept. — Dec. et deux. Serie, T. I. 1358 — 59. 8. 

Ein Ungenannter in Nuruberg: 

7900. l'rupbczciliungen aus den .fahren 1097, 1503 etc. 
(1859.) 8. 

Naturforschende Gesellschaft zu Görlitz: 

7901. Dies., Abhandlunirin. ',i. I!d. 1859. 8. 
Troviritzsch & Sohn, llol'bucbdruckerel, in Frankfurt a 11: 

79U2. Monatsstliriit lur deutsches Stitdte- und Genieinde- 
wesen, hrsg. V. A. Piper. Heft 8. 1859. 8. 
K. statlst.-topogr. Bureau in Stuttgart: 

7903. Dass., Wiirltcnili. Jahrbiicbcr. Jahrg. 1857. 1. u. 2. 
Ilclt. 1,S5S. S. 

Dr. K. A. Barack, Bibliothek-Sekr. am corm. Museum: 

7904. Ders., Kachrichlen zur Geschichte der Kirche von 
Eschenbach. 18:59. 8. 

Dr. A. F. Pott, Professor, in Halle: 
79U.). Ders.. über altpersische Kigennauien. (1859.) 8. 
Beils, Buchbinder u. .XntiquiliitenbHndler, in Nürnberg: 

7906. (J. .1. Carbach), Nilrnbergisches Zion. 1733. 2. 

Dr. M. B. Kittel, Rektor der k. Landwirthschafls- und 
(lewcrbsschule In .Vschaffenburg: 

7907. Ders., die B:ui-()rnauieule «Her Jahrhunderte an Gebäu- 
den der Stadt .Kschalfenburg. 10. Lfg. Nebst Programm. 
1859. i. 

Ein Unbekannter: 

7908. Vollslaiiiliirc Harslellung der Rechte des gr. bürgerl. 
Ralhs zu Nürnberg etc. 1787—88. 2. 

7909. Allcrunterth. .\nzeige u. rerhtfert. Vorstellung impetr. 

Iccilim. .\nwal(lts des Collegii der Genannten etc. 
(1797.) 2. 
Dr. Paulus Caasel, l'rufissor, in Berlin: 

7910. Ders, englische Krauen auf deutschen Thronen. 1858. 8. 
Dr. K. Weinbold, Universitats-Professor, in Graz: 

7911. Ders., die heidnische Tudtenbestattung in Deutschland. 
2. M.ibl. l-,.',i, 8. 

Herrn. Mendelssohn, Verl.-BuchhdI. in Leipzig : 

7912. Y. JacobI, Urlsnamea um Polsdnui. 1859. 8. 

7913. Tbfiringer VolksKalender : hrsg. von Müller v. d. Werra. 
1. Jahrg. 1860. 8. 



345 



Anzeiser tiir Kunde der deulscheu Vorzeit. 



340 



Altmärkischer Verein für vaterländ. Gescb. 

in Siilzwtilil : 

7914. [)i rs., \J. Jalircsbcrichl, lirsjT- von Zechlin. 1859. 8. 
Frledr. Butters, k. b. Gymnasinlprofcssor, in Zweibrücken: 

7915. Uers., Em. Trcmellius, erster Kector des Zweibr. Gymnas. 
1859. 8. 

7916. H. Kluger, Altes und Neues aus der 300 jähr. Geschichle 
des Zweibrucker Gymnas. 1859. 8. 

7917. H. IJiltniaT, Festvorlras bei der SOOjiAr. Jubelfeier 
des k. (iMiin. in /«cilinickeii. 18,'iii. S, 

Histor.-antiquar. Verein für die Städto Saar- 
brücken u. St. Johann etc. in Saarbmcken: 

7918. Dl TS., Mittlnilunijcn c\c. 3. .\bthl. 1859. 8. 
C. Wellhöffer, hauli m, In Leulershauscn: 

7919. Til. Ilcshusius, von Elicverlobnisscn etc. 1583. 4. 
Beigebunden: a) Luc. Osiander, Predig bey d. f. 
Hochzeit defs . . . Ludwigen, Hortzogen zu Wiirlcnib. 
etc. 1585. i. b) Marc. Wagner, der vhrailen Deut- 
schen Eheslandt. 1583. 4. c) Steph. Herrenwurst, 
Krtut/.predigt Gottes. 1584. 4. d) Dcrs., Hochzeit 
rridigl etc. 1584. c) Saüi. Ncuhauser, eine christL 
Predigt etc. 1585. 4. 

III. Für die Kunst- und Alterthxuns- 
sammlung. 

B. Wifs, haulmann, in Nürnberg: 
29G8. Sechs Mainzer, salzbnrgischf und Osterreichische Sil- 

bermiinzcn aus dem 17. .Ilidt. 
29()9. Zwei dcrgl. aus dem 17. u. 18. Jhdt. 

Dr. Beeg'. Kektor der Gewerbsschulc in Fürth : 

2970. Silberne Klippe der Stadt Hannover v. J. 1G23. 

Se. Erl. der Graf zu Solms-Laubach zu Limbach: 

2971. Vier Solin>sibe .Muuftn aus dem Hj.— 18. Uidl. 
Dr. Pescheck, Archidiakonus, in Zittau : 

297i. Papicr.sipgil des k. Notars Christoph Randig. 

Frl. Schlitz in Nürnberg : 
297.). /.iiinincilailjp auf Kaiser Karl VI. 

üng^enannter zu Nürnberg: 

2974. Ansicht der Frauenkirche zu Trier, Kupferst. 

2975. .S .Vbbildunffcn aiu« dtin Jnurnal dos Arlislos; 1S29, .^O. 
Se. Hoheit Herzog Leopold von Anhalt-Dessan- 

CÖthen zu Dessau: 

2976. Grolso sibililforuiit'e Si hü.ssel mit «alir. Malereien vom 
15. Jhdi. 

Siebig^k, Hau|itirianu a. I)., in Dessau : 
2977 8 I.:ickabdrücke von anlinlliniscben Siegeln V. 18. Jhdt. 
la. Bull, Kaufmann, in Nürnberg : 

2978. Itiimisclie Kupfcrninn/.e. 
Dr. Brugger in Heidelberg: 

2979. Lichtbild des Herrn Gescheukgehcrs. 

2980. Plan der Stadt Frcjburg, Kpfstch. v. 1589. 



2981. 2 Jagdhunde, Wasscrmalereion v. J. 1808. 
J. Kreittmayr, Gypsformator, in München : 

2982. 3 (ix |i«.i|.L'iisse eines Thürbeschlages v. 1588. 
Dr. Schwabe, Amtsphysikus, in Kaltennordheiin : 

298.3. 117 Jeton^ von Bronce, Kupfer u. s. w. vom 16. — 18. 
Jhdt. 

2984. Bleimedaille von 1.570. 

2985. Kupfermcdaille auf das 3. hennebergische Reforma- 
tionsjubilaum 1844. 

2986. 3 grölsere sächsische SilbermUnzen v. 15. — 18. Jhdt. 

2987. 29 kleinere Silbermunzon vom 15.— 18. Jhdt. 
Hammer, Uekonom, in Heroldsbcrg : 

2988. 2 üriginalsiegel vom 17. Jhdt. und 2 Lackabdruckc 
vom Siegel des IL Kalkner v. 15. Jhdt. 

Volkert, appr. Bader, in Nürnberg: 

2989. Verzierter Krug mit einem Wappen v. 17. Jhdt. 

2990. Grolso verzierte (Uunkaebol vom 18. Jhdt. •, 
Feder Frhr. v. Crailsheim in Leutershauseo : 

2991. Thunügur vom 11. Jhdt., gefunden auf der Ruine Ro- 
senberg bei Rügland. 

2992. Silbermedaille auf den Theologen Erdm. Neumeister, 
VI.., 1717. 

Beda Frani, Stadipfleger, in Rotlweil : ' ' ' """• 

2993. Pfeilspitze, Falkonetlkugcl, Radschlofs und Pfannen- 
sehlols vom 17. Jhdt. 

Altmärkischer Verein für vaterl. Geschichte 

in Salzvvodel : 

2994. Abbildung des Huiupons und der Schfissel, welche von 
den Stünden der .\ltniark zur Vermahlung des Prinzen 
Friedrich Wilhelm gewidmet wurden. 

Dr. Joseph Rank in Nürnberg: 

2995. Turuose von Friedlich dem Schönen von Frankreich, i 
GÖfS, Conditor u. iVntiiiuar, in Nürnberg: 

2996. Sehr fem i;edrecliselle KUenbelnhüchsc v. 17. Jhdt. 

8e. kg:l. Hoheit Grofsherzog Friedrich Franz 
von Meklenburg'-Sch'werin in Schwerin : 

2997. 3i2 (iyp.sabgiisse von miltclalterl. Siegeln aus dem 
grolshcrzogl. .Vrchive zu Schweriu. 

Kaspar Löhle, (lckoni)in, in Wuugeu : 
299>>. 1-nif (lurililoehcrlc ihonkugel, eine Pfeilspitze von 
Feuerstein und ein durchbohrter Thierzahn aus den 
Pfalilbaultn im Bodensee. 
C. 'Wellhöffer, Kaulmann, in Leutershausen : 
2'M'J- 11 urolsere Sillierniunzeii vom 15. — 18. Jhdt. 

Löscher, Schneidermeister, in Niirnberg : 
3Ü00. Geige v. 16. Jhdt. uiit sehr Kleinem Resonanzboden. . . 
V. Hangk in Leipzig : 

3001. Brarleal des .Vbts Siegfried von Pogau und ein nmlrrer 
von Kr. (Iltii IV. 

3002. 12 Silbermünzen vom 14.— 17. Jhdt. 

3003. 10 hiipfermiin/eu vom ll>. u. 17. Jhdt. i , , 
3001. Silberne Uelagerungsiuunze von Minden. I(j34. 
3lX)ö. Jetun des Job. von llorn, Bischofs von Luttich : .. I 



347 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



348 



riinuiik der liisloriscIioH Voreiiip. 



Zeitschrift für die Geschichte und Alterthums- 
kunde Ermlands. Im Kamen des historischen Vereins für 
Ernilaud herausgeg. von Domkapitular Dr. Eichhorn. Hfl. I. 
Mainz, 18.Ö8. Inhalt: Historischer Verein fiir Erminnd, von 
Professor Thiel. — Ueher die vorgeschichtliche Zeit und den 
Namen Ermlands, von Oberlehrer Dr. Bender. — Die Gren- 
zen des ermlandischen Bisthumsspreugcls seit dem 13. Jahrh., 
von Sekr. Saage. — Geschichte der ermlfindischen Bischofs- 
v^ahlen, von Domkapitular Dr. Eichhorn. — Der Codex S. 
Nr. 1 im geh. .\rchiv des Domkapitel.-; in Frauenburg, kritisch 
untersucht von demscihen. 

.Vuf Veranlassung desselben Vereins : 

Monamenta llistoriae Warmiensis. 1. Abtheilung. 
Code.x diplomaticus Warmiensis, oder Rcgeslen tind UrUiinden 
zur Geschichte Ermlands. Gesammelt und herausg. von C. P. 
Wölky und J. M. Saage. Erste Lieferung. Regesten, Bogen 
1—2. Dipl. Bog. 1—12. Mainz, 1858. 

Bericht derköniglichenGesellschaft für Samm- 
lung und Erhaltung vate rl an d ische r AI ler t li ü in er 
in Kiel. 1857. Notizen über Alterllmmsfundc, Aufgrabun- 
gen etc. 

Zeitschrift des Vereins für hamburgischc Ge- 
schichte. Neue Folge. I, 4. Heft. Von der Cisterzieiiserin- 
nen-Abtei Herwardeshuthe und deren Umwandlung in das St. 
Johanneskloster. — Die Geschichte des hamburgischen Kate- 
chismus, von Mönckeberg. — lieber einige in Hamburg ge- 
druckte Schriften des Erasmns Alberus, von II. Wiechmann- 
Kadow ; nebst einem Nachtrag über einige and. Schriften des- 
selben. — NicdersSchsisches Lied von einem Streite des Her- 
zogs von Harburg mit Hamburg im J. 1566. — Einundzwan- 
zigstc allgemeine Vorsammlung, am 2ß. Mai 1858. — Statu- 
ten des Vereins, revidirt 1858. 

Jahrbücher des Vereins für meklcnburgischo 
Geschichte und AI terthumsku n de, aus den Arbeiten 
des Vereins herausg. von Dr. Fr. Li.ich. Jahrg. XXIII. 1858. 
(Schwerin.) 

Abhandlungen : Der h. Erpho von Mcklenbiirg, Bischof zu 
Monster, von Dr. Lisch. — lieber des Wcndcnrnrslrn l'ri/lav 
Sohne Kaniit und Waldeinar, von denis. — lieber den Gau 
Chotibanz und den Ort Chutun, von deras. — Katharina Hahn, 
Gemahlin des Herzogs Ulrich, Prinzen von Danemark, von 
dems. — Genealogische und chronologische Forschungen zur 
Geschichte der meklenburgischen Kiirstenhiiiiser, von donis. — 
Ueber die Familien von Platen und die Familie Bevernest, 
von dems. — Des Herzogs Johann Albrecht I. Verzeichnifs 
der Landesschuldcn 1553, von dems. — Ueber den Lübecker 
Marlensmann, von denn., mit Nachtrag von Prof. Dr. Dcccke 
zu Lübeck. - Tagebuch über den Ueichstag /.u Begonsburg 
l.'>32, von dems. — Ueber die meklenburgischen F'ormsrhnei- 
der de« IG. Jnhrh., von Wiechmann-luidow. — Ueber den im 
16..Iahrh. in Meklenburg gcbrfluchllchenCisiojanus, von dems. — 



Ueber alte niederdeutsche .\ndachlsbücher , von C. D. W. u. 
Dr. Lisch. — Ueber das plattdeutsche Wörterbuch von N. 
Chylräus, von Dr. Lisch. — Miscellen u. Nachtrage. — Ur- 
kundensammlung. — Milllicilungeu zur Allerthumskunde, Bau- 
kunst, Münzkunde, Kunstgeschichte. — 

Angelijingt ist der Jahresbericht von Dr. Beyer: Be- 
richt über die Sammlungen u. a. Gesellschaf Isaij^elegenheiten. 

Archiv für hessische Geschieh teWiind Alter- 
thumskunde, herausg. ans den Schriften des histor. Ver- 
eins für das Grofsher/.ogth. Hessen von Ludw. Baur. 1859. 
B. IX. IL 1. Das Munimcntum Trajani und der Wasgenwald, 
von Pfarrer Heber. — Der Altarschrein und einige andere Al- 
terthümer in der Kirche zu Babenhausen, von Adv. Franck. 

— Die llcrrenhuter im Isenburgischen , Vortrag von Dr. Si- 
mon. — Das Jahr 1G5G: Beitrag zur Spezinlgeschichte der 
Landgrafschaft Hessen - Darmstadt , von Obeiiloinanenralh 
Günther. — Die Grenzbeschreibung des Kirchspiels Wingers- 
hausen, von Pf. Lehr. — Zur Geschichte von Rodheim im 
Kreise Giefsen, von Pf. Kayser. — Beitrag zur Geschichte des 
Markllleckens Kodheim vor der Höhe, von Assessor Emmerich. 

— Urkundliche (ieschichte des freiherrl. Geschlechtes Kölh 
von Wanscheid, von Freiherrn D. von Köth- Wanscheid. — 
Einige Notizen über das Kirchspiel Wingershausen, von Pf. 
Erdinann. 

Neue Beitrüge zur Geschichte deutschen .\ller- 
th ums, herausg. vom hennebc rgische u alterthumforschcn- 
den Verein durch Georg Brückner, Prof. etc. Erste Lie- 
ferung. 1858. — Mitgliedervcrzeichnifs etc. — Verzeichnifs 
der Sammlungen etc. — Aufsätze: Graf Ollo von Henneberg 
und die Bolenlaube bei Kissingen, von J. Voigt zu Königs- 
berg. — Die Patronatsverhaltnisse der Stadt Meiningen, von 
G. Brückner. — Grinimenthal als Wallfahrt und Hospital, von 
G. Brückner. — Zu den Abbildungen, von L. Bechstein. 

Schriften des württembergischen Altert h um s- 
vereins. Fünftes Heft. 1859. — Der Schönbuch mit seinen 
Alterthümern, von Finanz-Assessor Paulus, mit einer Karte. 

Jahreshefte des württemb. .Vlterthuinsvercines. IX. Ilft. 

— Der Markthrunnen in Urach. — Funde aus deutschen Grä- 
bern (.Vbbildungen mit Text). 

Achter Kechensch a f ts b e ri cht des Württemb. 
A ller thu ms vcrei ns vom 1. Jan. 1856 — 81. Dec. 1858. 

Berichte über die verschiedenen Verrichtungen der an- 
tiquarischen Gesellschaft in Zürich. Nr. 1 — 13. Juli 
1844 bis Nov. 1857. — Enlhalt die vollständigen kurzgcfafs- 
ten Mittheilungen über alle innern und jinfscrn .Angelegenhei- 
ten dieser thfitigen Gesellschaft, Ober die Sitzungen und dio 
d:iriu gehaltenen Vortrüge , ihre liierarischen und antiipiari- 
Bclien Unternehmungen. Herausgabe von Sammlungen, .\ule- 
giing von Urkunden- ||. a. Sammlungen. Ausgrabungen,' Er- 
werbungen, Beschreibung von Gegenständen der «Itcren Kunst, 
Verbindungen mit auswilrtigen Vereinen und dergl. m. 



349 



Anzeiger für Kumie der ileutscheii Vurzeit. 



350 



Mittheilungen der antiquarischen Gesellschnft Heinrich Kunge. 1859. — Hfl. 5: Adjurationen , Exorcismen 
(Ges. für valerl. Allerthunier) in Zürich. — Pilatus und St. und Benediklioncn, voriüglich zum Gebrauche hei üoltcsge- 
Domioik (unter Benutzung einer Hdschr. Martin Usteri's), von gcrichten. 



X a f li r i f li 1 (' n. 



Iilteradir. 



Neu erschienene Werke. 

102) Ueber Thüringische Ortsnamen von Paulus 

Gas sei. Abdr. aus den wisscnschaftl. Ber. d. Erfurter 

Akad. Erfurt, 1856. 8. 140 Stn. 
Thüringische Ortsnamen, zweite Abhandlung. Von 

dems. Ein akad. Programm. Erfurt, 1858. 8. VIH 

u. 66 Stn. 

Diese Abhandlungen geben mehr, als der Titel erwarlen 
läfst, der nur dem kleinern Thcil des Inhalts enlsprichl. Die 
Einleitung zur ersten Abhandlung (sie ist eine Festschrift) 
enthalt Allgemeines über akademische Tendenzen ; dann folgt 
eine Betrachtung über den INatursinn, besonders sofern er 
sich in der Orlswahl ausspricht , ferner über Ortsnamen der 
alten Meli und hieruaclist über deutsche Ortsnamen (zusam- 
men 77 Stn.). Nun erst kommt der Verf. auf die thüring. 
Orlnamen. Die zweite Abhandlung spricht zunächst über 
Sümpfe und Bodenentwässerung und handelt im Uebrigen von 
entsprechenden deutschen Ortsnamen, thüringische nur gele- 
gentlich mit auinehniend. Entschuldigend sagt der Verf. : 
..Nirgends mehr als bei der Orlsnanienforscliung verlangt das 
Einzelne sein ganz besonderes Recht und nirgends gleiehwol 
ist die Einzelnforschung einer allgemeinen Auffassung umfas- 
sender Gesetze, die sich in ihnen kundgeben, bedürftiger." 
Er behandelt zwei Hauplkategorieen : die mit Personennamen 
zusammengesetzten (wie die auf — leben, im ersten Theil) 
und die von landschaftlichen Merkmalen gebildeten (wie die 
auf — mar, im zweiten Theil). Auf die interessante Durch- 
führung naher einzugehen, verbietet leider der Raum. Wenn 
der Verfasser statt einer Forlsetzung ein möglichst abgerun- 
detes Ganzes (wo auch die Nolenübersehwcmmung des er- 
sten Theils vermieden und ein alphabetisches Register beige- 
geben wäre) liefern wollte, so würden wir eines der besten 
Werke erhalten, die über Ortsnamen existieren. Seine Gclehr- 
lehrsamkejl, seine Sachkennlnifs, sein gründliches Forschen 
und verstandiges Mafshalien im Deuten legen seine vorzüg- 
liche Befähigung zu einem solchen Werke klar an den Tag. 

103) Volkstümliches aus Sonnelicrg im Meininger 

Obcrlande. Von .\ugust Schleicher. Weimar, ]8üS. 

8. XXVI u. 158 Sin. 

Das Werk zerlallt in drei Thcile: (irammalik, Vokabular 

und Sammlung de» eigenthcli „ Volkslümlichen'' : Sagen, 

Sprichworte, Rathsel, Spruche, Reime, Lieder, lirauclie und 

Aberglauben. Zu einzelnen Volk.sliedern sind auch ilie Me- 

lodieen milgetheill. Eine gründlichere, gcwinsenhaflcre, er- 



schöpfendere Behandlung konnte der (fränkischen) Mundart 
der Stadt Sonneberg nicht zu Theil werden. Besondern Fleifs 
hat der gelehrte Verf. auf die Grammatik verwandt und in 
dieser auf die Lautlehre, die zunächst eine ausführliche Zu- 
sammenstellung der mundarilichen Stammvokale mit denen des 
Mittelhoclideulschen enlliall. Die Vokale sind durchaus pho- 
netisch geschrieben, was die Schreibung etwas überladen 
und fremdartig erscheinen läfst und, im Verein mit der eigeo- 
thümlichen Schreibung des Hochdeutschen, das Buch volks- 
Ihumlich zu werden hindert, obwol es nicht blos für Gelehrte 
bestimmt und der Ertrag einem gemeinnutzigen Zwecke ge- 
widmet ist. Das Vokabular, das in der Grammalik seine Er- 
gänzung lindet, beschrankt sich mit Hecht auf die cigenthäm- 
lichen Ausdrücke. 

104) Das geistliche Schauspiel. Geschichtliche Ueber- 
sicht von Dr. Karl Hase. Leipzig. 1858. 8. XIV ii. 
320 Sin. 

Aus nicht akademischen Abendvorlesungen entstanden, 
legt das Buch seinen Stoff weder in strenger Geschichlsfolge, 
noch in gelehrt erschöpfender Weise dar, was nach dem Ti- 
tel auch nicht heabsichligt ward. Um deswillen seines Stof- 
fes nicht weniger Meisler, hat der Verf. dafür ein Buch ge- 
liefert, das Jeder gern liest, ein interessantes, geistreiches, 
die Heiterkeit der Kunst athniendes Buch, an dem zumal die 
unbefangene, vorurtheilsfreie .Vnschauungsweise, die doch dem 
christlichen Standpunkte nichts vergibt, von wohllhuendcr 
Wirkung ist. Von den sechs Kapiteln, in welche der Inhalt 
verlhcilt ist, fallen in unsern Bereich vor Allem das erste 
und ZV/eile : „Die Mysterien des Mitlelallers" und ,, Kampf- 
spiele und Kachkliinge", weiter etwa noch das fünfte : Hans 
Sachs (und Lessinffs Nathan"). Das drille und vierte handeln 
vom geislliclien Drama in Spanien und Frankreich. In die- 
sen fünf kiipiteln wird das geistliche Scliauspiel von seinem 
Ursprünge, der mit dem der dramatischen bunst überhaupt lu- 
sammenfalll, bis auf die neue Zeit verfolgt, in welche einzelne 
schwache Fäden des anfangs breiten, allmählich und immer 
entschiedener in das Bell der Welllichkeit abceleileten Stro- 
mes sich verlaufen haben. Das »eclisle Kapitel, das Verhalt- 
nifs der Kirche (und der Moral) zum Theater und die Mög- 
lichkeit des geistlichen Schauspiels zu unserer Zeit erörternd, 
war, wenn es streng genommen auch nicht hereiiigciiorlc, als 
Abschlufs fast unerlalslich. Der Verf. weist dem hullus wie 
dem Schauspiel seine besondere Stalle an und sieht in ihrer 
Einigung nur die Uiickkelir zur rohen Form der .Mysterien. 
Ob indela, was in «einem Beginn eine rohe, naive Kinheil 
bildete, in seinem Entwicklungsgänge sich entiweili-, auf der 



3:'.l 



Anzeiser für Kunde der deiilschen Vorzeil. 



352 



Höhe der Bildung iiulil zu einer bcwufslen, hohcn-n Einheit 
«ich wieder zusammenschliefsen könnte, diirfle eine noch im- 
mer auliuwerfende Frage bleiben. 

105) Die P füll er. Ein rheinisches Volksbild von W. H. 
Riehl. Zweiter unveränderter Abdruck. Stulltiarl und 
Augsburg, J. G. Colta. 1858. 8. VI u. 408 Sin. 

Dem Verfasser des vorliegenden Werkes wurde .das The- 
ma desselben vom Konig Maximilian von Bayern gestellt und 
ihm die .Mittel zu ilesscn .Vusfiilirung in so reichlichem Malse 
gewiihrl, dafs er das Land wahrend dreier Jahre in vielen Kuls- 
wanderungen zu bereisen und genauer kennen zu lernen ver- 
mochte. Man sieht dem Ruche diese lebendige Entstehung 
vollständig an, es ist frisch und anziehend in der Form, geist- 
reich in der Auffassung und gibt eine abgerundete Charakle- 
rislik, grofse Ueberblicke Über durchschlagende allgemeine 
Volksthumlichkeiten und eine Fiillc feinerer Beobachlungen, 
wodurch sich der Verfasser bekanntlich schon in seinen frü- 
heren Werken auszeichnete. Der Inhalt gliedert sich in 
neun Kapitel, die wieder in mehrere Unterabtheilungen zer- 
fallen: 1) Landesart und Lande.sanbau ; 2) des Volkes Stamm 
und ,\rt ; ,3) die Kun.sldenkmale als Wahrzeichen des Volks- 
geistcs; 4) Siedelung und Wohnung; 5) Kock und Kamisol ; 
6) pfalzische Kiiche; 7) Sprachstudien; 8) politische und so- 
ciale Charakterzüge ; 9) kirchliches Volksleben. 

IOC) Lebensskizzen der Professoren der Univer- 
sität Jena seit 1558 bis 1858. Von Dr. J. Günther. 
Jena, Fr. Mauke. 1858. 8. XX u. 294 Stn. 

Dieses Werk, eine Festgabe zur dreihundertjahrigen Sii- 
cularfcier der Universität am 15., 16. und 17. August 1858, 
gibt in kurzen, aber zuverlässigen Angaben alle nOthigen 
Nachweise, denen ferner durch Zufügen einiger Noten über 
die Quellen die Mittel zu weiterem Nachforschen mitgegeben 
sind. Der Stoff ist nach den Facultilten geordnet, und durch 
ein Register ist das Finden der einzelnen Persönlichkeiten 
sehr erleichtert. 

107) Die llohenzollcrn am heiligen Grabe zu Je- 
rusalem; in.shesonderc die Pilgerfahrt der Markgrafen 
Johann und .Vlbrccht von Brandenburg im J. 14135, aus 
den Quellen bearbeitet von Ur. F. Geisheim. Berlin, 
Verlag von F. Duncker (W. Besser'» Verlagshandlung). 
1858. 8. 2.54 Sin. 

Genannte Schrift gliedert sich in drei Abtheilungen, von 
denen die erste zun.lchst einen gedrUnglen Ueberblick Über 
die Pilgerfahrten deutscher Fürsten nach .Jerusalem enthalt 
und dann in einfchender Weise die Heise der liciden Mark- 
grafen bespricht, die von Dr. Hans Lochner besclirirben und 
In dieser .\ufzeichnung der vorliegenden Darstellung zu Grunde 
gelegt ist. Der sich daran anschliefscnde Cominentar liiricl 
eine reiche Fülle von werthvollen Notizen zur Volker- und 
Landerkunde, zur Kulturgeschichte und miltclalterlichen Geo- 
gra|ihic. .\ls dritter und letzter Thcil stellt sich der Ab- 
druck de» Lochner'schen Hcrichtes dar. 



108) Sphragistisches .\lbum. Diplomatisch genaue Abbil- 
dungen der ältesten Siegel der gegenwartig noch blü- 
henden Geschlechter des deutschen hohen .\dels. Ge- 
sammelt und herausgegeben von F. K. Fürst zu Ho- 
he n 1 oh e-AVa Id e n b u rg. lieft 1. Stuttgart, Wilhelm 
Kilzschke. Querfolio. 1 Seite Text und 10 Tafeln .Ab- 
bildungen. 

Der Text ist eine kurze Ansprache, worin über das Un- 
ternehmen nähere Andeutungen gegeben werden. ,,I)er Ab- 
bildung des ältesten Siegels eines jeden erlauchten Hauses 
wird ein theilweises Facsimilc der betrelfunden Urkunde bei- 
gegeben, die übrigen Siegel sollen auf einer oder mehreren 
Beilagen mit dem Namen ihrer Inhaber und der Jahreszahl 
der Urkunde, an welcher sie zum ersten Male vorkommen, 
abgebildet und zusammengestellt werden." Das vorliegende 
Heft entspricht dieser .Ankündigung, indem zu den ältesten, 
sauber lithographierten Siegeln von lirnunschwcig und Han- 
nover (1125), Meklenburg (1190), Sachsen (11.57), Würtem- 
berg (1228), Erhach (125.5), Forstenberg (1228), Fugger 
(1552), llohcnlohe (1207) Facsimiles der betreffenden Urkun- 
den niitcclhcilt sind. Ebenso geht aus der gegebenen Reihen- 
folge hervor, dals eine Eintheilung in Siegel souveräner Ilau- 
ser und Siegel mediatisierter Ilauser vorgenommen ist. Das 
Unternehmen ist verdienstlich und wird für die Sphragislik 
und Heraldik von erheblichem Nutzen werden. 
109) Der Aberglaube des Mittelalters. Ein Beitrag 
zur Kulturgeschichte von Dr. IL B. Schindler. Bres- 
lau, W. J. Korn. 8. XXIV u. 359 Stn. 
Es ist bestimmt ein sehr verdienstliche« Unternehmen, 
nachdem die Herrlichkeit des Mittelalters in unendlichen Va- 
riationen gepriesen und gefeiert ist, auch die Seite einmal 
systematisch hervorzukehren, welche unsere Zeit gegen die 
früheren Zeiten als eine vollendetere Entwickelungsstufc auf 
eine unwiderlegliche Weise begründet. Der Verfasser hat 
seine .Vufgabe begrifl'en und diese in ebenso gediegener wi» 
anziehender Art aus/.ulühren verstanden. In grolsen Zügen 
und doch wieder mit reichlichstem Detail, in philosophischer 
Anschauung und doch auch in concreter Weise enthüllt er 
vor unscrn .Vugen das Bild jener Zustünde, an deren Ueber- 
vvindung die gesunde Vernunft und die Wissenschaft in Jahr- 
hunderle langer Muhe zu arbeiten halten. Das reichhaltigere 
Material, das der Verfasser so zu bewältigen halle, beliandcll 
er in sieben Büchern, deren I. die Weltanschauung des Mit- 
telalters ; das II. das Verhaltnifs der Geistcrwell zur Kltrper- 
welt: das III. die magischen Wissenschaften ; das IV. die Zau- 
berei mit Hülfe Gottes und der bimmlisrhen Heerscliaaren ; 
das V. die Nalurmngio; das VI. die Divinalion und das VII, 
das magische Wirken mit Hülfe büser Geister zum (ugen- 
stand hat. Sehr schätzbar ist aufscrdem die vor dem ersten 
Buche mitgethuiltc Literaturübersicht. 

110) Historisch-genealogischer Atlas seit Christi Ge- 
burt bis auf unsere Zeil von Dr. Karl Hopf. Abthei- 
lung I: Dcut.ichland. Golhn, Fr. Andr. Perthes. 1858. 
4. XVI u. 419 Stn. 



353 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



354 



Das Hochverdienstliche des Unlernchmins, dessen erster 
Theil TOr uns liegt, bedarf keines Wortes der Ancrkcnniine; 
jeder, der das .Muhsame einer solchen .\rbeit durch Beschaf- 
ti;;ung mit Geschichte, Numismatik, Heraldik, Sphragistik 
und allen übrigen historischen Wissenschaften begriden hat, 
wird darin übereinstimmen, daTs der Verrasser für dieses 
Werk den grOfsten Dank beanspruchen darf. Nicht minder 
ist die Wissenschaft dem Verleger verpflichtet, der es durch 
Aufwand und Aufopferung ermöglichte, dals ein so kostspie- 
liges und prachtvoll ausgestaltetes Werk an's Licht treten 
konnte, lieber den Zweck und die Anlage desselben Näheres 
anzugeben, enthalten wir uns aus dem Grunde, weil hierüber 
das bereits vor längerer Zeit ausgegebene Programm in den 
betreffenden kreisen hinlänglich aufgeklärt hat; das Wesent- 
liche hat der Verfasser in der Vorrede wiederholt. Nur wol- 
len wir uns die Bemerkung erlauben, dafs das principielle 
Ausschlicfscn der Frauen aus der Genealogie, wie dieser 
selbst, so auch ganz besonders dem praktischen Bedürfnisse 
wesentlich zuwider und deshalb sehr zu bedauern ist. 

111) Weifischer Katechismus oder christliche Unter- 
weisung an die liraunschweig-Luneburgischen l'rinzen, 
Söhne Herzogs Ernst des Bekenners ; geschrieben von 
Ur. Urbanus Khcgius. Auf Allergnädigste Veranlas- 
sung St. Majestät des liOnigs Georg Y. in berichtigter 
Ueberselzung neu herausgegeben von A. W eil h a usen, 
Fastor zu Hameln. Hannover, Hahn sehe Hofbuchhand- 
lung. 1858. 8. 232 Stn. 

Der Herausgeber dieses ursprünglich lateinisch geschrie- 
benen Katechismus hat die altere Uebersetzung des Johann 
Eberhard (ileidsmann, 1545 zu Wittenberg erschienen, zu 
Grunde gelegt. Abweichungen hat er sich nur da erlaubt, 
wo sich Uebersetz-ungsfehler eingeschlichen hatten, oder dunkle 
Stellen das Verstandniis erschwerten. Ucbrigens hat der Ka- 
techismus die eigcnthümliche Form, dafs nicht der Lehrer die 
Fragen an die Schüler stellt, sondern der jüngere Bruder den 
altern um Belehrung bittet — mehr Dialog- als Katechesen- 
form. 

112) Die christliche Philosophie nach ihrem Be- 
griff, ihren aulsern Verhaltnissen und in ihrer Geschichte 
bis auf die neuesten Zeiten. Von Dr. Heinrich Kit- 
ter. Erster Band. Gottingen. Verlag der Uictcrich'schen 
Buchhandlung. 1858. 8. 766 Stn. 

Die vorliegende Schrift bildet ein Seilenstück zu des be- 
rühmten Verfassers umfassendem Geschichtswerke über die 
Philosophie, von welchi-m sie sich jedoch in folgenden drei 
wesentlichen Punkten unterscheidet: sie bcschrdnkt sich le- 
diglich auf die Gochichte der neuern Philosophie , sie sucht 
die Lehren der Philosophie dem allgemeinen Verstflndnifs 
durch eine leicht fafsliche Methode und Sprache zu nähern 
und hat endlich nicht die Philosophie an und für sich zum 
Gegenstand, sondern ihren Züsamnicnhang mit den Elementen 
nnaerer Bildung, .so dal.i sie wesentlich als ein Beitrag zur 
Kulturgaschichte zu betrachten ist. Sin zerfallt in drei Bil- 



eher, die folgende Ucberschriften haben: 1. Vom BegrilT der 
christlichen Philosophie, ihren Verhaltnissen und Zeiten im 
Allgemeinen. 2. Die Geschichte der christlichen Religion in 
vorherrschend theologischer Richtung. 3. Die Geschichte der 
christlichen Philosophie in vorherrschend theologischer Kich- 
tung. 

113) Die Reichsgrafen von llohenzollern in ihren 
Beziehungen zn Stadt undErz-Dioceie Köln. 
Von Frhr. F. E. von Mering, Doctor der Philosophie. 
Köln u. Leipzig, E. H. Mayer. H. 36 Stn. 

Die vielen ausgezeichneten Verdienste , die sich mehrere 
Reichsgrafen von llohenzollern - Sigmaringen um Staat und 
Stadt Köln durch Begründung wohlthätiger .\nstalten und die 
Förderung der Künste und Wissenschaften erworben haben, 
in"s Gedächlnifs zurückzurufen, war nach des Verfassers ei- 
genen Worten die nächste Veranlassung zur vorliegenden klei- 
nen Schrift. 

114) Kulturstudien aus drei Jahrhunderten. Von 
Von W. IL Riehl. Stuttgart, J. G. Cotla'scher Verlag. 
1859. 8. 407 S. 

Diese Schrift enthalt eine Anzahl Abhandlungen des be- 
kannten geistreichen Schriftstellers, die innerhalb des laufen- 
den Decenniums verfafst und nach einander veröffentlicht 
wurden, hier jedoch neu überarbeitet und zusammengestellt 
geboten werden. Sie behandeln verschiedene Elemente des 
deutschen Kulturlebens innerhalb der letzten drei Jahrhun- 
derte und bieten, wenn auch weni;'er durch die gcdrJingte 
Fülle des historischen Stoffes, doch durch das Talent scharfer und 
geistreicher Beobachtung und Schilderung, durch die Gabe 
einer pointenreichen Darstellung für den gebildeten Leser- 
kreis des Interessanten vieles. Der früheren Richtung des 
Verfassers geniafs sind die Abhandlungen aus der Geschichte 
der Musik, Briefe über die musikalische Bildung der Gegen- 
wart und jüngsten Vergangenheil, verbunden rait der Ge- 
schichte der bildenden Künste ein Haupttheil des Werkes. 
Aus den übrigen Aufsätzen beben wir, als besonders an- 
ziehend auch durch die historische Grundlage und vor allem 
die Aüffassungs- und Darslellungsweise des Verfa.«sers kenn- 
zeichnend, seine auch sonst bekannten Augsburger Studien 
hervor. 



Aufaätze in Zeitaoliriften. 

Anregungen für Kunst, Leben und Wissenschaft: 
llft. 8. Die Musik als kulturgeschichtliches Moment in 
der (icschichte. 

Archiv für die zeichnenden Künste: Heft 2. Heber 
die Erfindung der Actzkunsl. Albrechl Durer's Geschenke 
an den König Christian IL von Dllnemark. 

Blatter für literarische Unterhaltung: Nr. 33. All- 
walsche Literatur und Geschichte. 

His lor.-po li t. Blatter: Nr. 44, 5. Briefe der Felizitiu 
Grundherrin, Klosterfrau zu St. Klara in Nürnb. ]5U'J -29. 



355 



Anzeiger für Kunde der deutsdicn Vorzeit. 



356 



Der Bund: Nr. '2S2. Allcrmeine Belrachlangen über die Al- 
lerlhuniskunde. (Morlot.l 

Corresponden t v. ii. f. Deutschland: Nr. 404 u. 406. 

Schulwesen vor der Reformation. 
Die Grenzboten: Nr. 33. 34. Das Fortleben der Antike 

im Mittelalter. 

JagdzcituDg: Nr. 14. Die Falknerei. (Perger.) 

.\llge meine Kirc hen z e i t ung: Nr. 3.'i. lieber den alten 
Retscher zu Speyer. 

Magazin fiir die Literatur des .Vuslandes: Nr. 104 
— 6. Englische Schauspiele zur Zeit Shakespcare's in 
Deutschland. (Notiz.) Nr. 107 — 9. Die Deutschen auch 
Erfimicr der Kupfcrslecherkunst. (Notiz.) 

W c s t e r m a n n " s i 1 1 u s t r. deutsche Monatshefte: Nr. 36. 
Zur Charakteristik Tilly's im dreilsigjahr. Kriege. (Klopp) 
Die deutsche Keldordnung. (Landau.) 

Mooatschrin f. deutsches Städtewesen: Nr. 8. Der 
Vorkauf nach einem Polizeigesetze des XV. Jhdts. (Mr.) 

Monatschrift des wissenschaftl. Vereins in Zürich: 
Heft 5 — 7. Die weisen Frauen der Germanen. (Ettmül" 
1er.) Der (^uellkultus der Schweiz. II. (Runge.) 

Morgenblatt: Nr. 32. Bilder aus der Geschichte Schwa- 
bens. (Forts.) - Nr. .34. Bilder etc. (Forts.) Die Merk- 
tage und die Tagwahlorei des Mittelalters. 

Deutsches Museum: Nr. 33. Kleine Beitrage zur preufsi- 
scben Geschichte. 

Berliner Nachrichten: Nr. 17*1. Die Bunde.sarchive 
(Reichsarchiv) in Frankfurt. Ein neues Glasfenster für 
das Aachener Münster. 

Organ f. Aulographensa mm ler : Nr. 7. Sammlungen von 
Auto?raphen der Tonsetzer und Tonkiinstler. (Wüste- 
mann.) Die Aulographen-SaniMilung des Krcis-Justizraths 
Dr. Strofs zu Berlin. (M.) Die Autographen -Samnilung 
der k. öffcnll. Bibliothek zu Dresden. (Klemm.) Mitlhei- 
lungen über Autogr.iphen weiblicher Cclebrilaten aus der 
Sammlung des Bauraths Hels in Zeitz. (Hefs.) 

Augsb. Poslzcilung: Nr. 20.5. Ueber aufgefundene 'Wand- 
malereien in der St. Morizkapclle in .\ugsburg. — Nr. 
206. Liebenau und lleggbach in Überschwaben. — Beil. 
Nr. 74. Beitrage zur nachlridcnlinischen Geschichte der 
Benedictincr in Bayern. I. — Beil. Nr. 75. Beitrüge etc. 
II. San Marco in Venedig. — Beil. Kr. 76. Das Angc- 
lusltiuten. — Beil. Nr. 78. Zur Geschichte des Protestan- 
tismus in Uestcrrcich. 

Revue gernianii|ue: Juillcl. La niort de Barncvelt. (Stern.) 

Berliner Revue: Bd. 18, lift. 6. 7. Ein Blick in die Ver- 
gangenheit. I. II. 

Bremer So n nt a gsbia 1 1 : Nr. 33. 34. Alldeutscher Pita- 
val. (Seifart.) 

Stimmen der Zeit: Juli. Wien, Regensburg, Wetzlar. 

li n tc r ha llungs- El n 1 1 z. Nu rnb. .Vnieiger : Nr. 34. Jo- 
hann KIcebcrger. 



V ierl clj a bresscbr ift für Rechts- und Naturwissen- 
schaft: IV., 1. Die Maximilianisclien llalsgerichtsord- 
nungen. (Wabiberg.) 

Dorpatcr Zeitschrift f. T h e o 1. u. Kirche: 2. Knöp- 
ken, Tegelmeyer u. Lohmuller, die drei Männer der Re- 
formation in Livhind, und ihre Zeil. (Dsirne.) 

Zeitschrift f. christl. Wissensch. : Nr. 33. Sonst und 
jetzt in der Kirche. (Tholuck.) — Nr. 34. Zwingli und 
Stahl. (Pa.\mann.) 

Augsb. Allgeni. Zeitung: Heil. Nr. 212-218. Ulrich 
von Ilutlen. Die neueren Leistungen des literar. Vereins 
in Stuttgart. Eine neue (ieschichle d. deutsch. Handels. 

Illustr. Zeitun g : Nr. 843. Stiidlcwahrzeichen .\XIV. Frank- 
furt a. M. Die Brückenwahrzeicben. 

Nene Munch. Zeitung: Abendbl. Nr. 214. Zur Geschichte 
des Weinbaues in der Hark Brandenburg. 

Numismal. Zeitung: Nr. 15. lieber die von deutschen 
Königen in bischollichen Städten geprägten Münzen. 

AViener Zeitung: Nr. Ib3. Kriegswesen in Oesterreich 
nach Maximilian bis zum dieilsigjahr. Kriege. (Meynert.) 
— Nr. 187. Die über 1000 Jahre alte friesische Kirche 
zu Rom. — Nr. 192. Die Publicationen des Wiener Al- 
terthumsvereines. — Nr. 214. .Vrchivarische Publication ia 
Köln. 



VeriiilHclile .Xarlirirlitcii. 

78) -Vin 31. ,\ugHst wurde in Köln mit den Arbeiten 
am nördlichen Ilauptthurme des Domes zur AulTiihrung 
der niichstfolgenden Etage begonnen. Die hierzu bestimmten 
Bildhauer- und Steinmetzaibeiten, Erzeugnisse der bewahrten 
Doinbaiihiilte, sind überaus sorgfältig ausgeführt. 

TJ) Der Dombau in R eg e nsb u rg schreitet allgemach 
voran. Bereits sieht man auf dem Domplatze viel aufge- 
hiiufles Baumaterial und Schutt, welch letzterer von der 
FundamcnlvirslarKung de.s nördlichen Thurnics herriihrl, zu 
welchem Zwecke im Innern des Domes das l'IIasler an der 
betrcllcnden Stelle aufgerissen und das Erdreich bis zum 
Grunde des Fundamentes aufgegraben wurde. 

80) In der St. M o ri z k i rch e zu A u gs b ii re kamen bei 
dem Ausbruch eines grolsen zugemauerten liogons , der fast 
die Höbe des Mittelschiflcs erreicht und offenbar cinsl als 
Frohnbogen am Eingang eines hier bestandenen westlichen 
Chors diente, der aber »pilter zugemauert und jetzt wieder 
geöllnct worden, Spuren von Wandmalereien zu Tage, 
welche den Pinsel eines ausgezeichneten Meisters errathen 
lassen. Sie sind nicht al Fresco gemall, sondern scheinen 
enkausligche Malerei aus dem 15. Jahrhundert zu sein. 

81) An den aufseren Chorwdnden der Breslauer Ka- 
thedrale hat man unlängst unter der Kniktünchc ziemlich 
wcrlhvolle Wandmalereien entdeckt, welche ein .\lter 
von 4 bis .500 Jahren haben mögen. ,\iif dem einen Felde 
sieht man den hl. Vinccntius, Patron der Kathedralkirchc. und 



357 



Anzeiger für Kunde der deulsclien Vurzeil. 



358 



die hl. Hedwig, I.andespatronin des llerzogthums Schlesien, 
wahrend das andere Feld ein Crucifix mit der in gothischeo 
Minuskeln ausgeführten Aufschrift i. n. r. i. und die Bildnisse 
der Mutter des Heilandes und des hl. Johannes zeigt. Der 
Auflinder wird die Bilder ropieren. 

82) In dem an historischen Erinnerungen so reichen 
hanseatischen Saale in Köln hat der stadiische Archivar 
Dr. Ennen alle Wandmalereien entdeckt, welche eine 
Genialität der Auffassung, Schönheit des Kolorits, Kühnheit 
der Behandlung und Vollkommenheit der Ausführung zeigen, 
wie es bei wenigen Kunstwerken des 14. Jahrhunderts ge- 
funden wird. Man niuls sich für vollkommen berechtigt hal- 
ten, diese Leberreste als ein Werk des in der Limburger 
Chronik gerühmten Meisters Wilhelm anzusehen, da nach 
Ausweis des ältesten städtischen Ausgabe -Registers von 
1370 — 1390 derselbe das Kölner Kathhnus für die Summe 
von 220 Mark mit Wandmalereien ausgeschmückt hat 

83) Den Pfahlbauten im Bieter und Keuenburger 
See hat auch der berühmte Naturforscher Desor seine Auf- 
merksamkeit zugewandt. Er liefs sich nämlich von Paris 
einen Taucherapparat kommen, welcher eine genauere Unter- 
suchung der Fundamente gestattet. 

84) Unterhalb des öden Schlosses Okoi^, der bedeu- 
tendsten Burgruine in der Umgebung Prags, wurde wieder 
ein sg. Heidcnjrab gefunden, in welchem sich ein vollstän- 
diges, vermulhlich weibliches Skelett mit einigem Schmuck 
aus Bronce vorfand. Schon im voricen Jahre grub der 
Eigenlhümer des Feldes zwei solche Heidengraber mit Ske- 
letten aus. Sämmiliche vorgefundene Gegenstände sind bereits 
dem Naiionalmuseum einverleibt. 

85) In Ha ab ist man bei der Grabung von Fundamenten 
zu einem Hausbau auf Römergräber gcstofsen. Auf dem 
aus Bruchsteinen gemauerten Getäfel, welches den Boden 
der Graber bildet, fand man zwischen Menschenknoehen sechs 
Armbiinder, dann ein vergoldetes (ilas und Thonscherben, 
wahrscheinlich von Lampen. Die Grabwölbung besieht aus 
2" dicken, 1 '/i' langen Ziegelsteinen, mit eingebrannten Buch- 
staben, mit deren EntzilTerung der allerlhumskundige Bene- 
dictinerpaler Florian Romer beschäftigt ist. Die aufgefunde- 
nen Gegenstanile werden im Museum der Benediktiner auf- 
bewahrt. 

86) In Wiesbaden ergaben sich schon wieder auf dem 
der Arlillerickaserne gegenüber liegenden Felde neue Fund- 
gruben von Allerthümern aus römischer Zeit. Es sind in 
kurzer Zeit nicht weniger als 6 römische Graber zu 
Tage getreten, särnmllich 3 Fufs unter der (Ibcrdache. Merk- 
würdig ist dabei, dafs die Todten theils verbrannt, theils be- 
erdigt sind, ein Beweis, dals jene Fundgegend, an welcher 
die Mililärttrasse der Homer vorbeizog, wohl Jahrhundertc 
lang die Begräbnifsstalte des römischen Wiesbadens gewesen 
ist. Alle Fundstucke sind ins Mu.seum gelangt; andere stehen 
bei Fortsetzung der .Vrbiilin zu gewärtigen. 

87) Das Musrum des Knniprrirh.< Böhmen erhielt kürzlich 
eine bohnii.sche Pe r g a m c n t u r k ti nde , welche vom 2. 



Juni 1378 detiert, daher um IG Jahre aller ist als die im 
Wiitingauer .\rchive belindlichc Urkunde vom J. 1,394, die 
bisher für das ällesle Uriginal-Dokumenl in böhmischer 
Sprache gegolten. Die dem Museum ubergebene Urkunde 
ist vom Schöppengerichl der Iteichenauer Tuchmacher aus- 
gefertigt. 

88) Die Gebruder Pape in Brügge beschäftigen sich 
gegenwartig mit Herstellung einer G ro f sfo I iu hand- 
schrifl von der „Nachlolgo Christi", im Stil der allen Evan- 
gelienbüeher auf feinstes Pergament gemalt. Neben den Aus- 
malungen der .\nfangsbuchslaben, den Arabesken etc. soll 
das Werk zahlreiche Miniaturen nach den berühmtesten Bil- 
dern von Joh. van Eyck, Kogier von Brügge, llemling n. A. 
enthalten. 

89) Im Nachlasse des verstorbenen Nationalraths Kemy 
zu Frciliurg. welcher mit Sorgfalt alle Alterthuuier des Kan- 
lous und besonders diejenigen des Gre\ erzer Landes sam- 
melte, belindeu sich werihvolle Notizen für eine neue Aus- 
gabe des geographischen und historischen Hand- 
buchs des Kantons Freiburg. — Da» Museum in 
Freiburg hat eine in Slallis aufgefundene werihvolle 
Münze aus der Mitte des 4. Jahrhunderts augekauft. Sie 
ist von der Socielas mercalnrum Lucduiieusium dem Flavius 
Claudius als rcstitutor reipublicie gewidmet. 

90 i .\m .". .\ugusl ist der gewesene Oberstlandschreiher 
von Böhmen Joh. II e i n r. Kitter von Neuberg gestor- 
ben, ein grolser Freund der Kunst und Wissenschaft und 
ein eifriger Sammler von Allerthümern, Münzen etc. .\uch 
seine Bibliothek war werthvoll durch zahlreiche Manuscripte 
und manches slavische Unicum. Seine schöne WnlTensamm- 
lung hat er bereits im Jahre 1853 dem Böhmischen Museum 
geschenkt, um welches er sich überhaupt grofse Verdienste 
erworben. 

91) In Danzig ist ein Comil^, aus angesehenen und 
kunstsinnigen Bürgern der Stadt bestehend, zu dem Behufc 
zusammengetreleu, dem berühmten Mitbürger und grofsen 
Astronomen Hevelius — eigentlich Johann Hewelke, 
geb. 1611, gest. in hohen Ehren 16S7 iu üanzig — ein 
Denkmal zu setzen. Dieses wird der Bildhauer Freil.ig an- 
fertigen, ein durch seine Bemühungen für die Kestniiratinn 
des Franciscancrklosters in weiteren Kreisen bekannt gewor- 
dener Mann. 

92) Am 5. August wurde in Magdeburg nach vollen- 
deter Restaurierung die Statue Otlo's von der letzten Holle 
befreit. In der allen bekannten Geslall, ober in heller Fär- 
bung und die Figuren des Kaisers und der beiden Gemahlin- 
nen, sowii' das Dach vergoldet, erglänzte dies Palladium der 
Stadt in den Strahlen der Morgensonuc. 

93) In der ersten Hälfte des Monats September feierte 
das Tochlerslift des alten C i s te r z ie n sc r- K I og t c rs Wil- 
hcring, das Stift llohenfurth in Böhmen, seine 
sichste Sa ku larfeicr. Dasselbe wurde nnmlich im J. 1259 
durch einen Herrn von Kosenberg gcstillel und erhielt die 
ersten Urdcnsmitglieder aus dem Stifte Wilhcring. Seit dem 



359 



Anzcitjcr für Kuinli' der (IriitsrliPii Vorzeit. 



360 



Jahre IGll liegt in Holienfurlh der letilc der Rosenberge 
begraben; nach seinem Begräbnisse wurde die Gruft für 
immer vermauert. Dieselbe dürfte nun aus Anlafs der er- 
wähnten Sakularfeier geöffnet werden. 

94) In Breslau erfolgte kürzlich die Eröffnung des 
„Bluse ums schlesischer AI tc rt h ü m er", und zwar, 
nachdem mancherlei Pläne für Erlangung eines öffentlichen 
Lokales erfolglos geblieben waren, in einer Miethwobnung 
von drei Zimmern. Die bis jetzt vorhandenen .")00 Nuniniern 
sind theils Eigentbum des Vereines, thcils demselben zu 



dauernder oder zeitweiser Benützung überlassen und für die 
Aufstellung in vier Gruppen, heidnische, kirchliche, ritterlich- 
mililiirisclie und bürgerliche Allerthumer, verlhcilt. Der Ver- 
ein hat gegenwarlifr 2S2 Miürlicder. 

05) In II erina n ri s lad I ist am 24. August die Gene- 
ralversammlung des Vereines für siebenbürgi- 
scbe Landeskunde zusammengetreten. Der Verein zahlt 
gegenwärtig 365 wirkliche und 51 korrespondierende Mit- 
glieder. Die Summe der Einnahmen betrug im J. 1858 — 59 
7932 fl., die Summe der Ausgaben tiSG 11. 



luserate uud l!ekauu(iiiaeliuiiü:eu. 



1.3) In meinem Verlage ist soeben erschienen und in al- 
len Buchhandluncen zu haben : 

Vorarbeiten zur Geschichte der Staufischen Pei-iode. 
Erster Theil. Ministerialität und Bürgerthum im 
11. u. 12. Jahrhundert. Ein Beitrag zur deutschen Städte- 
geschichte von K. W. Nilzsch, Professor der Geschichte 
in Kiel. gr. 8. geh. Preis 2 Thlr. 20 Ngr. 
Leipzig, im Juli 1859. 

B. G. Teubner. 

14) Die von dem zu Nürnberg verstorbenen Dr. Kehlen, 
dem Verfasser einer Geschichte der Gewerbe, hinterlasse- 
nen Materialien zu einer Geschichte der Gewerbe 
in Nürnberg, enthallen in einjelncn Faszikeln geordnet: 
1) eine umfassende /usamnunslollung von Auszügen und No- 
tizen aus einer greisen .\nzahl von Handschriften und Druck- 



schriften; 2 kurze Entwürfe der Geschichte der einzelnen Ge- 
werbe, auf Grund des gesammelten Materials , gleichsam die 
ersten Versuche, in das umfangreiche Material Ordnung ,und 
Zusammenhang zu bringen. 

Es sind mit wenigen Ausnahmen fast alle Gewerbe ver- 
treten; namentlich fehlen die Metall- und Feuerarbeitcr : 
Schlosser, Schmiede, Uolhgiclser etc., zu deren Geschichte je- 
doch einzelne Materialien vorliegen. 

Das Ganze deutet auf die Absiebt hin, das gewerbliche 
Leben , das für Knrnberg wie nicht leicht für eine andere 
Stadt, von Wichtigkeit war und jetzt noch ist, in allen seinen 
Beziehungen innerhalb der Gewerbe selbst zu erschöpfen 
und eine urKundlicli getreue (beschichte desselben zu liefern. 
Kur die Beziehungen nach Aulsen, namentlich durch den Han- 
del, sind nur wenige Andeutungen vorhanden. 



Jahresversammlung des g^erm. Museums betr. 

Nachdem in letzter Jahresconferenz durch eine Commission des Verwallungsausschusses der Beschlufs 
gefafst worden, nur alle drei .lalire eine Generalversaminliiiifj des VerwaltiiniTsaiissciiusses zu hallen, so 
wird, wie ini vorigen, auch in diesem Jahre, und zwar vom 2 6. bis 2 8. Septem bor eine Verwallungs- 
conl'erenz durch eine vom Ausschufs zu erwäiilende Commission dahier abgehalten werden. Wir 
machen dies vorläufig zu dem Endzwecke bekannt, damit sowohl die Herren Milglieder des Verwal- 
tungsausschusses, als des Gelehrtenausschusscs , nicht minder aber auch die Ht^rrcn Bevoll- 
mächliglon des Museums (Vertreter der Agenturen), welche sich etwa zur Conferenz daliier einfinden 
wollen, iiiro iillenl'allsigen Ferienreisen darnach einzuriclitcri in Slniid gesetzt sind. 
Nürnberg, den 20. .luli 1859. 

Die Vorstände des german. Museums : 
Dr. Frhr. v. u. /. Aufsess. Ur. Uccg. 



Verantwortliche liedaction : Dr. Kreili. v. u. /,. AiilM'ls. Dr. .\. v. K y i-. Dr. (!. K. Kr n in in ii n ti. 
Verlag der literarisch- artislistlini .\iislall de» germanisiliin Museums in Nürnberg. 

'" "• U. E. Scbnld'nclic BurtidriickfiTl. 



NÜRNBERG. Das Abonnemont des 
Ulattt^s, wflLlu'S alle Monate erscheint, 
wird ijauzjäbrig anffenomiin:ii und betrUg't 
naehdt-r iieucstenPostoonvcntiun bei allen 
Fostäiiiti-rn und Biiehliundlunt^'en nfutsch- 
landa im:\. OeKtreicbs 3H. litSkr. im 2lti.- 
Fuis oder '^Thlr. preuls. 

Für Frankreich abonniert man in 
Stral'sbur^ bei C. F. bchmidt , in Paris 
bei der deutschen Uuehhaiidlun;; von F. 
Klinckaieck, Nr. 11. rue de Lille, oder 



AMIGER 



F[ll kl\DE DtK 



Neue Folge. 




bei dem Postamt in Karlsruhe: für t"rtj- 
tand bei Williams &: Nurj^ale, 14 Ueu- 
riettc-StreetCovent-Oarden inLondon; für 
S'oTdamrrika bei den Postämtern Bremen 
und Humbur)?. — 

Inserate, welche mit den Zwecken 
des Anzeigers und dessen wihsenschalt- 
liehent Gebiet»* in Verbindung; sieben, 
werden aulKCUommcn und der llaum oi- 
ner Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 &^. 
berechnet. 



'^■ii: 




T... 



Sccilster Jahigang. 



.. 1 \l:;''-:\ )il 



1859. 



OR(iAi\ DES (;E11MA\IS(:IIE\ MISEIMS. 

JWIO. 



Odüber. 



UisseusdiJiri liebe 



eschichte. Ai'lenburKei' UrurliMtürU zur CieMcliiclite 

Orts- der liRiisitz. 

eschichte. 

Hitgelheilt vom Oberlehrer F. Kind seh er in Zerbst. 

Zu den jetzt auf der Bibliuthek des herzoglichen Fraii- 
cisceums zu Zerbst bermdlichen Manuscripten, die aus der 
Abtei Nieoburg au der Saale stammen, 1507 in die 
Kirchenbibliolhek zu St. Bartboloniai in Zerb.st getlian 
und eben von daher der Zerbster Gymiiasialbibliotbck 
überwiesen worden sind, gehOreu auch Gregors Moralien, 
etwa im 10. Jalnhundert, vielleicht in Italien geschrie- 
ben. In dem säubern, in braunes Leder wol um 1470 
eingebundenen Pergamentfolianten, der vorn auf der zwei- 
ten Seite des jetzt ersten Blatlcs mit den Worten anhebt: 
,,In expositione beati Job moralia Grtgorii pape per cun- 
templationem siimpta libri sexti pars tercia" und hinten 
mit den Worten schliefst : ,,E,\plicit pars tertio moraliuni 
Gregorii pape hbri XVI felicitcr domino gratias scnipcr 
Amen", befinden sich unmittelbar unter dem Buchdeckel 
in zwei Spalten auf der ersten Seite des jetzt ersten 
Blattes, das vor dem Einbinden das zweite gewesen sein 
wird, folgende geschichtliche Bemerkungen wol 
eines Nienburger Mönches aus der zweiten IlulFtc des 
12. Jahrb., vor 1185 eingeschrieben, etwa nach 1160: 

ibidem ecciesia et mercatu, Lighinici merrntn et ec- 
clesia , Zrale mcrcatus et ecclcsic due, Cröcovva urbs 
ecciesia et mcrcatus, Cotibus ecciesia et mcrcatus. ibi 



Mittliciliui^eu. 

sunt iu.xta urbem XXII unci. Et quotquot unusquisque 

or 

uncos habet, tot scilicet urnas mellis dabit. aliquis IUI 
uncos. aliquis XII siue X\. Et de inculla terra quan- 
tum culta prebebit unusquisque tarn siluis quam llgnis 
et aquarum concursibus in singuUs annis Ac de crocimo 
in singulis sabbalis unam marcani. 

Tcmporibus folcmari abbatis ingens dissensio ado- 
leucrat intcr lleinricum niarchionem de ilburch qui pa- 
truus conradi marchioiiis cxslilit et urbauds Niemcences. 
Contigit quodam tempore Ilenricum marchionem cum manu 
ualida in prouinciam illuni deueuire. annitens debellare 
eam ac dicioui sue subieere. At contra hec eueuit ac 
ratus Sit. Quibus urbanis cognitis cum magna ui seu co- 
pia inobuiam adcurrunt. ac non modicum strages phalan- 
gium fecerunt. ceteros in fugam compulerunl. Unde haut 
modicum sunt dilati de predis occumbentinm. Igitur 
non post modicum tempus rursus coadunata ualidiore 
manu lingens se cum paucis uenire relictis comitibus suis 
in priualis locis. Qui aggressus est cos et ccpit pu- 
guare. At niemcenses autumnbant sibi prospere cessu> 
rum siculi antea cum omni nisu aniiitentes innili. In- 
terea adcurrunt de insidijs undiquessecus militcs armati 
et una cum infeslis in urbcm intrabant. Kt lali modo 
cos subdidit. l'oslca contra scinnos dimicnns aduolat 
unus sciauonicus miles uel eques cum mafrnn frincissa 
francisca et frncto cercbro eins dilap.-ius est. Bulbus px- 
pcrtis suis comitibus Urbanis llciurico scilicet mnrcbiooe 



363 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



364 



eztiucto omnes de urbe Niemceosi uolucri cursu exibant 
domiiio emeritam talioiiem illi rciit-iiileiite quia bis sancte 
JUarie seruieiitibus rraudem iiilulit. igitiiF cugnilo abbate 
iostitut in siugulis aiinis homines qui bona saDctorum 
habebaiit illuc uenire ad tuicionem prouiiicie et populi. 
presertim tempore messis et semiiiarij quia persecutio 
in dies grassabatur ab ipsis exulibus ab bereditarijs suis 
seclusis. 

oaatiuum heinrici regis secundi baueobergeusis super 
duas ciuitates in triebus et livbocholi in pago lusizi cou- 
sisteutes. SIroscina Giolhisti Liubsi Zlopisti Opprin Goz- 
tewisli cnm omiiibus Icniluriis suis et VII slagna pero- 
ptima iaxta sprewe qua pertineut INienburch. ibi quis- 
cunqtie uoluerit piscari ter in anno prebebit düniino suo 

Ol 

XMIII marcas argcnti pro hoc. qni frequenler uendit 
pisces mercatoribus de brandeburch illuc aduentantibus. 
Cellcrarins quoque fralruni quolies indiguerit ueniat illuc 
et iubeat illis habilaturibus sibi piscari. Olim dabantur 
fratribus de eodem benelicio ccc urne mcllis et eodem 
modo seruierunt sciaui ibidem commanentes quo Niemi- 
censes. Sed poslea constitulus est sciauus quidam predi- 
ues znati nomine qui frequenler abbatem etfratres senio- 
res ad conuiuium uocauit qualenus eins conuiuijs illecti 
ei aliquaiitiiium parcerent in prcbitionc mellis quod et 
impelrauit. Et ex rogalu eius constitulum est ut singulis 
annis daret c urnas mellis. et duo carrada piscium quod 
et impetrauit. 

In lüllicalione zpieuue olim eraiit I uillc et adhuc 
amplius rcmaiient VII. cctrre deuastale sunt quia iion ha- 
bebant defensores. ideo difugcrunt iiide ali(iui molares 
lapides super arbores suspendenles ob indicium cognicio- 
nis sue uille boc facientes. et adhuc sunt VII curie su- 
per uibem lubiii. Et iuxla alzterem III uille iaceut qua- 
rum una uocatur briezta altera priorna et ibi dudum erat 
mercatus. et liutomizollla et alie plurcs que pertincnt at 

III ista burhvvardia triebus Et liubocholl ac Morsciiia. 
ibi est irigens lapis uucatur opprin et VII optima stngna. 
Uuapropter conuencnint in urium lii. qui rcmanserant 
qnatinus censum suum prcberent in circuitn de gentibus. 
primum duci pulanico. (leiuilc ullrii oilurain nianentibus 
sciliret primatibus terre uti pacem habeant üb bis habi- 
taluribus. ac sie frequentcr illic concurrunt et iion illis 
obsunt nee ieduut. igitur illa pars que pertinet sancte 
mario in Nienbiircli taute lixigitudinis habet nsqne ad 
\V1 miliaria in siluis aquis et lii;nis inde dahanlur ccc 
Urne ac tolidem scoc piscium nunc uero xl urne et V 
scoc piscium absque aliis rommodis. 

Ilec est iuslicin sclaunrum Niemze rcgionis ac predi- 
otarum urbium duerum heinrici regis baucnbergensis qui 



soluere debent fratribus Nienburgensis cenobij ex uillis 
ibidem adhuc excnitis ab unaquaque domo unam uruam 
mellis et unum sicium et tolidem pelles umjiium ibidem 
siluestrium capientium . hyrcinam et mcrtherinam. cerui- 
nam et cattiuam . et ceterorum animalium siluestrium et 
unnm scoc piscium et unum maldrum huniuliginis. unus- 
quisque hec cum suo plaustro apportabit. unde unicuique 
fratri cedent ad utilitatem suam XXV sicii totidemque 
pelles singulis annis quia sunt quingenti sicIi similitcrque 
ceterarum rerum. Et hec est longitudo Niemze regionis 
X requies in loiigitudine et Villi in lalitudine tarn siluis 
quam aquarum decursibus. 



Eine IlRiitlHfrlirlft fies Ilnns Roseiiplüt. 

Von Dr. Adelb. v. Keller, Universiliitsprofessor, in Tubingen. 
(Forlsetzung.) 

22) Bl. lül. N\eingrüfse und Weinsegen : 

a) Nw grus dich gut du Edels getranck. Gedr. b. 
Haupt, altd. Bl. I, 401 ff Wackernagers Leseb. 
I'l, II'JI. Vgl. Keller, Fastn. 1334, 41. 

b) Nw gesegen dich got du Edle leibsalb. Gedr. b. 
Haupt, a. u. 0., I, 405. Vgl. Keller, 1334, 40. 

c) INw grils dich got du lieber wein. Gedr. b. Haupt, 
I, 411. Vgl. Keller, 1314, 141. 

d) Nw gesegen dich got du lieber RcbensalTt. Gedr. 
b. Haupt, I, 411. Vgl Keller, 1344, 142. 

e) Nw grus dich got du lieber lantman. Gedr. b. 
Haupt, I, 407. Vgl. Keller, 1335, 49. 

f) Nw gesegen dich got du lieber eydlgesell. Gedr. 
b. Haupt, I, 408. Vgl. Keller, 1335, 50. 

g) Nw gros dich got du süsser himellaw. Gedr. b. 
Haupt, I, 408 Vgl. Keller, 1335, 51. 

h) Nw gesegen dich got du edles abkulen. Gedr. 

b. Haupt, I, 409. Vgl Keller, 1335, 52. 
i) Nu gruji dich got du gesunte ercznei. Gedr. b. 

llunpl, I, 412. Vgl. Keller, 1344, 143. 
k) Nu gesegen dich got du lieber heylant. Gedr. 

b lluupl, I, 412. Vgl Kril.r, 13 11. 114. 
1) Nu grus dich got du libir nccz.en gunien. Gedr. 

b. Hiuipl, I, 404. Vgl. Keller, 1334, 45 1434, 

7. Vgl Alld. Hs. 56, 146 b. 
m) Nu gesegen dich got du creftenrciche labung. 

Gedr. b. Haupt, I, 403. Vu'l. Keller, 1334, 44 

1434, 8. Alld. Hs. 56, 147. 
n) Got prtls dich du lieber rebenknecht. Gedr. b. 

Haupl, I. 406. Vgl. Keller, 1335, 47. Alld. 

Hs. 50, 1470. 



Zustände 

Sprache ud 

Schrift. 

Handsclirifte 
kundc. 



365 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



'Me 



o) Nu gesegen dich got du übe rebenprU. Gedr. 

b. Haupt, a. a 0. Vgl. Keller, 1335, 48. 
p) Nu grus dich got mein allerliebster trunck. Gedr. 

b. Haupl, I, 403. Vgl. Keller, 1334, 42. 
q) Nu gesegen dich got du allerliebster trost. Gedr. 

b. Haupt, I, 402. Vgl. Keller, 1334, 43. 

23) Bl. 111. Biergrufs und Biersegen. 

a) Nu grus dich got du libes pir. Vgl. Keller, 
1439, 74. 

b) Nu gesegen dich got du übe gerstenprü. 

24) Bl. 112. Der Älelhgrufs und Methsegen. 

a) Nu grus dich got du sü|is geschleck. Vgl. Kel- 
ler, das. 1344, 145 (?). 

b) Nu gesegen dich got du liber inet. 

25) Bl. 113. Bosenplüt : Der knecht Im garten. Gedr. 
Bragur, II, I, "8. Götz, Auswr.hl aus H. Sachs, 
III. 170. Halzlerin, Liederb., 290. Vgl. Keller, 
Fasln. 1150. 1329. Göd. 97, 14. 

26) Bl. 118. Rosenplüt: Von der hochzeit des kn- 
nigs von Engellant (Fastnachlsp.). Gedr. b. Kel- 
ler, Fastn. 11, 761. Gud. 97, 9. 

In den HandschriFten der Fastnachtspiele DM ist hier 
Rosenplüt nicht als Verfasser genannt. 

27) Bl. 122. Bosenplut: Von dem Edelmann mit der 
WollTgruben. Gedr. b. Keller, Erz. 365. Vgl. Kel- 
ler, Fastn. 1124. 1195. 1457,48. 1332, 27. 11&3. 
Göd. 97, 9. 

28) Bl. 127. Ein sprach vom zwaczler. Gedr. Keller, 
Erz. 407. Vgl. Keller, Fastn. 1460, 115. 

29) Bl. 129b. Ein Spruch von dem hurubel (sonst: 
di gro|i blag). Vgl. Keller, Fastn. 1380, 42. 

30) Bl. 134 b. Priameln: 

a) Der mensch kein Zucht noch schäm hat. 

b) Welcher prister ist zu kranck vnd zu alt. Vgl. 
Keller, Fasln. 1164, 81. 1165, 141, 1336, 55. 
1369, 42. 1436,36. Gedr. Eschenb. Denkm. 413. 

c) Welch man seinem eelichen weib ist veinl. Vgl. 
Keller, Fasln. 1 165, 108. 1370, 72. Gedr. Eschenb. 
419. 

d) Ein Schreiber der da über tanczt vnd springt. 
Das. 1163, 72. 1165, 143. 1337, 64. 1371, 95. 
Gedr. Lessing's Beilr. V, 206. Eschenb. 400. 

e) Wer den Trauen die köpIT steest aneinander. Das. 
1162, 6. 

31) Bl. 136. Gebett-buchel (in ungebundener Bede.) 

32) Bl. 146. Rosenplüt: Die peichl. Gedr. Keller, 
Fastn. 1098. Vgl. 1380, 41. Göd. 96, 1. 

33) Bl. 150b. Priameln: 

a) Das hell nit bull gcscbafTeu wer. Vgl. Keller, 



1341, 115. 1113. Gedr in Leyser's Bericht etc. 
1837, 17. 

b) Es sagoii aller lerer mUnd vnd die heilig ge- 
schrifl. Vgl. Keller, 1160,164. 1341, 116. 1434, 
12. Gedr. a. a. 0., 17. 

c) Kein tolsund wart nie so dein getan. Vgl. Kel- 
ler, 1166, 166. 1341, 118. 1434, 11. Gedr. a. a. 

0., 18. 

d) Lucifer vnd auch all sein genossen. Vgl. Keller, 
1166, 165. 1341, 117. 1434, 15. Gedr. a. a. 
0., 20. 

e) Alles vaslen vnd allmusen geben vnd petea. 
Vgl. Keller, 1166, 167. 1341, 119. 1434, 12. 
Gedr. a. a. 0., 18. 

f) Peichl ist der allerwirdigsl schacz. Vgl. Keller, 
1341, 120. 1434, 13. Gedr. a. a. 0., 19. 

g) Wer zu himel eine Neue freid wel machen. Das. 
1341, 121. 1434, 16. Gedr. a. a 0., 21. 

h) Das tausent perg eitel dar golt waren. Das. 

1341, 122. 1434, 14. Gedr. a. a. 0., 19. 
i) Welcher Cristenmensch allezeit betracht. Das. 

1189. Gedr. a. a. 0., 23. 'i r ; 

k) Welcher mensch zu milternacht wacht. Das. 

1435, 7. 1165, 148. Gedr. a. a. 0., 21. 
I) Wer got nicht danckt seins kniens vnd scbwi- 

czens. Vgl. Keller, 1166, 152. 
m) Welcher mensch das heilig sacrament wil nissen. 

Das. 1166, 159. 1438, 58. Gedr. a. a. 0., 26. 
n) Welcher mensch das heilig sacrament entpfecht. 

Das. 1438, 60. Gedr. a. a. 0., 25. 
o) Welcher Mensch zu gots tisch geet. Das 1166, 

160. 1438, 59. Gedr. a. a. 0., 23. 
p) Ein mensch das in schweren todsünden steet. 

Das. 1166, 153. 
q) Ein mensch das in lodsund feilt, 
r) Wer got nicht danckt seiner grossen milt. Das. 

1166, 151 
b) Welcher mensch In einer kirchen kniet. Das. 

1165, 149. i' • ' 
t) Wer am suntag nit fril aufsteol. Das 1165, 147. 
u) Welcher mensch die vier ()''"ll»'"iber nit vajit. 

Das. 1165, 146. ' "  
v) Welcher metisch den glauben nicht In Im treil. 

Das. 1166, 157. 143h, 56. Gedr. a. «. ()., 25. 
w) Welcher mensch sich den tenfel lest berauben. 

Das. 1166, 158 
x) Wer schlechligklich glanht der zwellT nrlickcl. 

Das 1166, 162. 1439, 61. 
y^ Welcher mensch glaubt nn vogel geschrey. Pas. 

1166, 155. 1372, 116. 1438,51. Gedr. a. ». 0., 23. 



367 



Anzeiger Hir Kuinle der deutschen Vorzeit. 



368 



z) Wer recht \\o\ halten die zeheii gepol. Dbs, 
1439, 62. 
aa) Die gros vutrew mit leicheii yiid elTeii. Das. 

1165, 145. 

bb) Secht grosse schön on pose Übe. Das. 1166, 
183. 1369, 19. 1439, 65. 

cc) Die lib die die menschen zueinander haben sol- 
len. Das. 1114. 1164, 87. 1166, 170. 1339, 
86. Gedr. a. a. 0., 27. Schwanke, 36. 

dd) Wem gluck ist beschert. Gedr, Keller, Schwanke, 
61 u. son.-t (s. Keller, 78). Lachmann's Wei- 
ther V. d. Vogelw. S. 88, 1. 

ee) Selig ist die haut die den munt nert. Vgl. Kel- 
ler, Fastn. 1164, 94. 1166, 177. Gedr. Eschenb. 
425. 
IT) Selig sry der iiymer wirt verheit. Das. 1164, 
93. 1166. 176. l.'?40, 101. 

gg) Selig ist der hie an pTenning reicht. 

hh) Selig sey der nynier nicht vbel spricht. Das. 
1164, 92. 1166, 175. 1340, 100. 

ii) Vnselig ist der Got vbel behagt. Das. 1164, 95. 

1166. 174 1340, 99. Gedr. Eschenb. 426. 

34) BI. 162, Etliche Vberschritrien, d. h. Adressen und 
Briefformulare. 

35) Bl. 164. Hans Awer: Ein sprnch vom pfalTen 
mit der Schnür. Gedr. Keller, Erz. 31011. (abwei- 
chend. ) 

36) Bl. 177. Uosenpliil: Ein Spruch von Sechs ercz- 
teii. Gedr. Keller, Fastn. 1083(1.; vgl. 1328, 12. 
1380, 46. God. 96, 2. 

(Fortsetzung folgt.) 



Wissenschan. .%l<e Scliwelz,«'r l4nloii«ler. 

Aütronon.iu. Von Emil \V e 1 1 e r in Zürich. 

Dafs von einzelnen Druckern des sechzehnten .Jahr- 
hunderts alljiihrlich Kalender herausgegeben wurden, 
beweisen die im Miirz lS.jy hier in einem ehemaligen 
Druckerzimmer der allen Fioschnu hinlfr einer Tnfel- 
wand oufgeklebt gefundenen K()pfe einiger Foliohlalter 
von 1.J64, 1565, 1566, 1568 und 1509, jetzt in der Bi- 
bliothek der anti(|uarischen Gesellschaft. In dieser Form, 
zum Aufkleben an der Wand, verbreitete Christoph Fro- 
Bchower der Jüngere in Zürich seine Kalender. Oben 
querüber befanden sich ein Holzschnitt, meist auch einige 
Verse, unter diesen der Titel, den Übrigen grOlstcn Theil 
des Baumes füllte der Jahreskalender. 

Von den aufgefundenen sieben circa 3 Zoll hohen Blalt- 
fragmcnten zeigen vier: Titel, Verse und einen schlech- 



ten Holzschnitt; eioes hat einen Holzschnitt und einen 
sehr kleinen Titclresl, aus dem man noch das Jahr 1569 
ersieht, zwei haben nur Holz>chuitte, die aber sorgfälti- 
ger gearbeitet sind als die übrigen. 

Der Kalender auf 1564 enthalt Folgendes : 
Hut sich vor mir ein y e 1 1 i c h s k i n d , W e 1 c h s 
l)o(5heit treybt, das ichs nit find. 
Der Kindlifrässer bin ich gnannt 
Ich far viid reisen durch die landt 
Da|5 ich die kinder gweuii vnd ziech 
Welches mich sieht das lug vnd fliech 
Dann welches kind nit hatten kau 
Gern lügt sich nit wil meistern lan 
Verschluck ich gantz on alle sorgen 
Vnd solt ich schon an eim erworgen 
Ich bin den hindern mächtig ruch 
DruiTi liab ich gar ein grossen buch. 
Unter diesen 5 und 5 neben einander gedruckten 
Zeilen sieht man eine Keihe Kinder, in deren Mitte der 
Kindlifrcsser, wie er eben ein Kind verschlingt. Zwei 
Kinder stecken in seiner rechten Hosentasche. Ein Knabe 
schiefst mit dem Bogen nach ihm, andere zerren mit 
Seilen an seinem Kopfe. Unter dem Holzschnitt: 
Der I'uren Kalender gesteil t vff (las M.D.LXHII. Jar. 
Diese erj;iil7,liilie Art Knecht liuprecht sehen wir 
noch heut als Kinderfresser im Innern der Familien spu- 
ken und drohen (schwäbisch: Bützmerti , zürcherisch: 
Nachllieuel) ; vielleicht stammt die Idee unmittelbar aus 
jener Zeit, wenn sie nicht uller ist. 

Wir kommen zu einem zweiten Blatte. Auf diesem 
liest man oben nur die zwei Zeilen : 

Adam hat zersten g hackt vnd grut. 
GesSyt darujS dann wachsend dlut. 
Hierauf ein Sjimann und zwei Arkergespanne, mit 
Pflugschar und Egge, diese von einem l'ferd gezogen, 
das ein Bauer reitet, jene von zwei Ochsen. Unten : 
Kalender vff das Jl D.LXV. Jar. 
Ein drittes RIalt flllirt zu oberst in drei Spalten fol- 
gende lU'ime auf: 

Kiniipt liHi' jr lii'hliiilicr (1(|J Lands 
Luvend als in eim Spiegel i.Tniitz 
Ob derglych land sey vIT erden 
Gor keins mag jm verglychet werden 
Ein Insel ists vnd wirdt genannt 
Zu rechtem tiltsch Schliiralfen land 
WSr dryn wil kon mu|J mOgen Sssen 
De|i triiickens ouch gar nit versessen 
So ma de srhnuderherg hat hstigen 
Thnt es der linken hnnd nach ligen 



369 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



370 



Dry myl liinder Sant Vrbans tag 
Kein eebracber dryn kummen mag. 
Unter dem Holzschnitt, der allerlei närrische Efs- und 
Trink-Vcrriihtungen von Einzelnen darsttlll, folgt : 
Der Puren Kalender gestellt v ff das M.DLWl. Jar. 
Ein viertes endlich beginrjt mit folgenden ebenfalls 
dreispaltig gesetzten Keimen : 

Vor tusend oder mer jaren 
Als d Fröschen on ein herren waren 
Ducht sy der wolsland nit syn äben 
V|i bitt thät Juppiler jii gaben 
Ein blocb zu kung on gwalt vü pracht 
Die einfalt aber hands veracht. 
Vnd haltend uiTi ein gwalligs houpt 
Das Juppiter uit gern erloubt: 
Doch gab er jfi den storck zum heran 
Der selbig soll sy mores leeren 
Der ist jr kUng noch hüt by tag 
D<'|i fUrend sy ein grosse klag, 
Vnd gärend wider jr fryheil 
Juppiter spricht, euch ists verseit 
Den kunig band jr selb bereit. 
Der Holzschnitt zeigt Jupiter in den Wolken mit dem 
Block in der Linken; unten links einen gekrönten Storch, 
der mit einem Frosch im Schnabel seinem Neste zufliegt, 
rechts einen andern Storch, der einen Frosch aus dem 
Wasser holt; in der Mitle vier Frösche auf einem schwim- 
menden üaumstainni. Darunter: 

Kalender vff das 31 D.LXI.X.. Jar. n'i , 
Diesen alten Züricher Kalendern lafst sich einige Ori- 
ginalität in der Auffassung nicht absprechen, obwohl allere 
Fabeln und Märchen vielfach mögen benutzt worden sein. 
Bei all ihrer Einfachheit haben sie ihrer Zeit gewifs heil- 
samer auf den so schlichten Verstand der Leute gewirkt, 
als unsere heutigen kraft- und gedankenlosen Volkska- 
lender und Almannchs. 

Der Gerichlskanzlei von Liestal kam im Sommer die- 
ses Jahrs ein Wandkalender von 1562, gedruckt „in der 
Frosehouv by CbristolTel Froschover", in die Münde : Be- 
weis, dafs Kalender in dieser Gestalt an die 20 Jnhre, 
und vielleicht von Andern noch Kinger, furt(;esi'l/.t wur- 
den. 



llkiuulc. Ul«* llnilpr. 'IriiclK-iiHrlK-ror liiial \ iiiliiH<-r 

7.11 I Im. lt)0. 

Von Dr. Frhr. Rnlh v. S cli r e c kcns I c in. 

Im Arrhivp der ehemaligen Keirhssta<lt Ulm findi't 
sich, in besonderer Ausfcrtiguijg auf Pergament, ein lialhs- 



beschlnfs, die Irrungen der Bader und Scherer betreffend. 
Die Urkunde ist nicht ohne Interesse für die Geschichte 
der Heilkunst und folgt deshalb hier in vollständigem 
Abdruck. 

„Also Irrung gewesen sein zwischen den Badern vnd 
jren knechten vff ain vnd den Trucken scherern*) vf die 
andern parthyeri, als vmb solichs das die scherer gemaint 
band Her bader knechte so nicht zunlTlig syen vnnder- 
standen sich zu crlznycn zu laussen**) ouch v(5wendig 
der badslub zu scheren vnd niemen besondern Ion oder 
tail des Ions davon vnd tugen das nicht allein hie in der 
Statt, sundiT lonffen sy ouch vIV daz lannde solichs ze 
tun, das sullen si nicht tun. Dawider die bader knecht 
geredt vnd geinaindt band sy niugcn das wol tun also 
nach dem vnd ain Baute sy baidersyte durch wort vnd 
brieue genugsamlich verhört so haut er sy also entschai- 
den also das die bader knechte als für sich, selbs oder 
so nach jnen geschickt würdet in noch v(iwendig der 
Statt nichtzit ertznyen noch laussen sullen, eantz in kni- 
nen weg. Schicket aber yeman nach dem meister zu 
ertznyen oder zu laussen jn oder vjiwendig der Statt 
so mag der maister wol sinen knecht an sin statt vnd 
in sinem namen an die ennde senden zu ertznyen oder 
zu laussen wollen anders die Inte daran benugen habea 
doch das der knecht keinen lone davon neme noch em- 
pfahe furo so sullen die badcrknecht v|iwendig der bad- 
stuhen nicht scheren dann allein so die vintwser ***) zu 
den luten gand zu schrepfen an den selben ennden ob 
das an sie begert wirt mllgen sie den luten wol scheren. 
Actum vf Donrstag vor dem Sontage reminiscere anno 
etc. septuagesimo." 



nie fJirlierei'KHMMe in A'iiriilirrK- 

Von Dr. Lochner, ipi. k. Sludicnrcklor, in Nürnberg. 

Bei dem Tanz, der als .Anhang des grofsen Turniers 
an Aegidi 1131 gehalten wurde, wird erzählt, d.1^^i man 
den HaIhhaussanI,